{"id":118239,"date":"2014-01-01T12:00:00","date_gmt":"2014-01-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/01\/hausherr-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:21:39","modified_gmt":"2023-08-23T21:21:39","slug":"hausherr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/01\/hausherr\/","title":{"rendered":"Freie Berufe in der Schweiz \u2013 niedrige Erwerbslosenquoten trotz hoher Zuwanderung"},"content":{"rendered":"<p>Freie Berufe zeichnen sich dadurch aus, dass sie qualitativ hochstehende und grundlegende Dienstleistungen f\u00fcr eine Volkswirtschaft erbringen, die h\u00e4ufig einer staatlichen Regulierung unterworfen sind und oft in selbst\u00e4ndiger Erwerbst\u00e4tigkeit ausge\u00fcbt werden. Zu den freien Berufen z\u00e4hlen im Gesundheits- und Sozialbereich etwa \u00c4rzte, Apotheker oder auch Therapeuten. Im technischen Bereich sind es Berufe wie Architekten und Ingenieure und im rechtlichen und wirtschaftlichen Bereich zum Beispiel Rechtsanw\u00e4lte, Revisoren und Treuh\u00e4nder (vgl. <i>Kasten 1<\/i>). Insgesamt arbeiten in der Schweiz 9,3% der Erwerbsbev\u00f6lkerung in freien Berufen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit dem Bericht erf\u00fcllt der Bundesrat das Postulat des Tessiner Nationalrats Ignazio Cassis \u00abFreie Berufe \u2013 Stellenwert in der Volkswirtschaft\u00bb, welches vom Nationalrat im September 2012 \u00fcberwiesen wurde. Der Bericht legt die volkswirtschaftliche Bedeutung, die Herausforderungen bez\u00fcglich der st\u00e4rkeren \u00d6ffnung der Grenzen gegen\u00fcber der EU und die Politik des Bundes betreffend die freien Berufe dar.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEin besonderes Interesse an der Situation der freien Berufe ergibt sich zum einen aus der erheblichen volkswirtschaftlichen Bedeutung dieser Berufsgruppen. Zum anderen gelten f\u00fcr freie Berufe mit der notwendigen Berufsanerkennung besondere Zugangsvoraussetzungen, welche die Qualit\u00e4t der erbrachten Dienstleistungen absichern sollen. Damit verbunden stellt sich auch die Frage, inwieweit der diskriminierungsfreie, gegenseitige Arbeitsmarktzugang zwischen der Schweiz und der EU heute gew\u00e4hrleistet ist. Der Bericht wurde vom Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) und dem Staatssekretariat f\u00fcr Bildung und Wissenschaft (SBFI) unter Mitwirkung weiterer Bundesstellen verfasst.&#13;<\/p>\n<h2 class=\"c4\">\u00dcberdurchschnittliche Zuwanderung in\u00a0freien Berufen<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"c3\">Die Zuwanderung aus den EU- und Efta-Staaten der letzten elf Jahre \u00fcber alle Berufe hinweg \u00fcberstieg die urspr\u00fcnglichen Erwartungen in quantitativer Hinsicht relativ deutlich. Hinsichtlich der Qualifikationen der Zuwanderer wurden die Erwartungen hingegen weitgehend erf\u00fcllt. So wanderten in den letzten Jahren mehrheitlich gut qualifizierte Fachkr\u00e4fte aus dem EU\/Efta-Raum ein. Wie der vorliegende Bericht erstmals dokumentiert, galt dies im Speziellen auch f\u00fcr Erwerbst\u00e4tige in freien Berufen.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nWie <em>Grafik 1<\/em> zeigt, lag die relative Zuwanderung aus dem EU\/Efta-Raum seit 2002 in den freien Berufen weit h\u00f6her als in den &shy;\u00fcbrigen Berufen.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> 12,5% der in freien Berufen Besch\u00e4ftigten sind im Zeitraum zwischen 2002\u20132012 aus EU\/Efta-Staaten in die Schweiz zugewandert. Besonders hoch lag der Anteil neu Zugewanderter mit 14,2% im technischen Bereich, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialbereich mit 11,3% und dem Bereich Recht &amp; Wirtschaft mit 11,1%. \u00dcber alle Berufe hinweg lag der Anteil der Besch\u00e4ftigten, die zwischen 2002 und 2012 aus EU\/Efta-Staaten eingewandert sind, mit 7,6% zwar ebenfalls hoch, jedoch deutlich unter jenem in freien Berufen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/01\/201401_19D_Grafik01.eps1_.gif\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9911\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/01\/201401_19D_Grafik01.eps1_-600x516.gif\" alt=\"201401_19D_Grafik01.eps[1]\" width=\"600\" height=\"516\" \/><\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAus Grafik 1 geht zus\u00e4tzlich hervor, dass die Zuwanderung aus dem EU\/Efta-Raum f\u00fcr das Besch\u00e4ftigungswachstum in der Schweiz in den letzten zehn Jahren stark an Bedeutung gewann. Personen, die vor Inkrafttreten der Personenfreiz\u00fcgigkeit im Zeitraum 1992\u20132002 aus einem EU\/Efta-Staat in die Schweiz zugewandert waren, machten bei freien Berufen 3,9% und \u00fcber alle Berufe hinweg lediglich 2,8% der Erwerbst\u00e4tigen in der Schweiz aus. In den Jahren seit 2002 lagen die Anteile rund drei Mal so hoch.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie verst\u00e4rkte Zuwanderung unter der Personenfreiz\u00fcgigkeit ging auch mit einem \u00fcberdurchschnittlichen Wachstum der Erwerbst\u00e4tigkeit einher. Dies gilt f\u00fcr die freien Berufe ganz speziell: W\u00e4hrend die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen zwischen 2003 und 2012 um insgesamt 1,2% pro Jahr zulegte, lag der j\u00e4hrliche Zuwachs in freien Berufen bei 2,6%. Rund die H\u00e4lfte dieses starken Zuwachses ging auf die Zuwanderung aus dem EU\/Efta-Raum zur\u00fcck. Die aktuell hohe Zuwanderung in den freien Berufen entspricht dem allgemeinen Trend einer st\u00e4rkeren Zuwanderung von hochqualifizierten Fachkr\u00e4ften. Der erleichterte Zugang zum EU\/Efta-Arbeitsmarkt wirkte dem Fachkr\u00e4ftemangel entgegen und erm\u00f6glichte der Schweizer Wirtschaft w\u00e4hrend den letzten gut zehn Jahren ein gegen\u00fcber den 1990er-Jahren \u00fcberdurchschnittlich starkes Wirtschafts- und Besch\u00e4ftigungswachstum.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<\/p>\n<h2 class=\"c4\">Hohe Erwerbseinkommen in den &shy;freien\u00a0Berufen<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"c3\">Das hohe Qualifikationsniveau und die \u00fcberdurchschnittlichen Erwerbseinkommen in freien Berufen deuten bereits auf die wirtschaftliche Bedeutung hin, welche die freien Berufe und die Zuwanderung f\u00fcr die Schweizer Volkswirtschaft haben.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"c3\">Nimmt man den durchschnittlichen Stundenlohn als ein m\u00f6gliches Mass f\u00fcr die wirtschaftliche Bedeutung einer beruflichen T\u00e4tigkeit, zeigt sich, dass dieser bei den freien Berufen mit 57.90 Franken deutlich h\u00f6her liegt als der Durchschnitt in den \u00fcbrigen Berufen (39.00 Franken). Die Lohnsumme aller Erwerbst\u00e4tigen in freien Berufen liegt bei rund 14%. Im Vergleich dazu liegt der Anteil Freiberufler an der Erwerbsbev\u00f6lkerung bei lediglich 9,3%.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h2 class=\"c4\">Tiefe Erwerbslosenquote und kaum &shy;Verdr\u00e4ngungseffekte<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"c3\">Der Bericht geht auch der Frage nach, inwieweit in der Arbeitsmarktentwicklung in freien Berufen Anzeichen f\u00fcr eine Verdr\u00e4ngung einheimischer Arbeitskr\u00e4fte oder f\u00fcr einen migrationsbedingten Druck auf die Erwerbseinkommen zu erkennen sind.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"c3\">Zun\u00e4chst darf man diesbez\u00fcglich feststellen, dass die Erwerbslosenquote f\u00fcr alle freien Berufe in der Periode 2010\u20132012 mit 1,8% deutlich unter dem Durchschnitt aller \u00fcbrigen Berufe (4,3%) lag.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Am h\u00f6chsten lag die Quote mit durchschnittlich 2,8% bei den freien Berufen im Bereich Recht &amp; Wirtschaft. Im Bereich Technik, welcher die st\u00e4rkste Zuwanderung verzeichnete, lag die Erwerbslosenquote dagegen bei tiefen 1,8%.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"c3\">Theoretisch ist es trotz einer niedrigen Erwerbslosenquote und einer zunehmenden Besch\u00e4ftigung in freien Berufen m\u00f6glich, dass aufgrund des Freiz\u00fcgigkeitsabkommens gewisse Verdr\u00e4ngungseffekte f\u00fcr die Wohnbev\u00f6lkerung auftreten k\u00f6nnen. Dies k\u00f6nnte sich zum Beispiel in einem R\u00fcckgang der Besch\u00e4ftigung oder einer ansteigenden Arbeitslosigkeit der ans\u00e4ssigen Bev\u00f6lkerung niederschlagen. Eine neuere Studie f\u00fcr die Schweiz<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> identifiziert denn auch leicht negative Verdr\u00e4ngungseffekte gerade f\u00fcr die Gruppe der in der Schweiz geborenen, hochqualifizierten Arbeitskr\u00e4fte \u2013 eine Besch\u00e4ftigtengruppe, wie sie ebenfalls f\u00fcr die freien Berufe charakteristisch ist. Inwieweit dieses Ergebnis auf freie Berufe direkt \u00fcbertragbar ist, l\u00e4sst der Bericht allerdings offen. Aufgrund der deskriptiven Analysen zu den freien Berufen kommt er jedoch zum Schluss, dass Angeh\u00f6rige freier Berufe in der Schweiz in den letzten Jahren \u2013 trotz starker Zuwanderung \u2013 unver\u00e4ndert eine \u00fcberdurchschnittlich gute Arbeitsmarktsituation vorfanden.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h2 class=\"c4\">Moderater Lohndruck in &shy;technischen\u00a0&shy;Berufen<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"c3\">Da die meisten Freiberufler ein hohes Qualifikationsniveau aufweisen und h\u00e4ufig selbst\u00e4ndig erwerbend sind, fallen sie nicht in den Fokus der Flankierenden Massnahmen, die Druck auf Lohn und Arbeitsbedingungen verhindern sollen. Trotzdem gibt der Bericht Hinweise darauf, dass auch ohne diese Massnahmen kein substanzieller Druck auf die L\u00f6hne zu beobachten ist.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"c3\">Dies ergibt eine Sch\u00e4tzung der Lohndifferenzen zwischen in der Schweiz Ans\u00e4ssigen und nach Juni 2002 Zugewanderten \u00fcber alle freien Berufe hinweg. Laut dieser Sch\u00e4tzung haben die neu zugewanderten Erwerbst\u00e4tigen einen um rund 0,4% niedrigeren Stundenlohn. Die Lohndaten wurden zuvor \u2013 der Vergleichbarkeit wegen \u2013 um beobachtbare lohnbestimmende Charakteristiken wie Alter, Anzahl Jahre der Betriebszugeh\u00f6rigkeit, Ausbildung, Berufsart sowie Geschlecht neutralisiert, damit der gemessene Unterschied nur mehr auf eine Zuwanderung aus dem Ausland nach 2002 zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Vor allem in den technischen Berufen f\u00e4llt dabei auf, dass in diesem Zeitraum Zugewanderte rund 3,6% niedrigere L\u00f6hne aufweisen als ans\u00e4ssige Erwerbst\u00e4tige, womit ein gewisser Druck auf die Lohnentwicklung verbunden sein k\u00f6nnte. In den Bereichen Recht &amp; Wirtschaft sowie Gesundheit &amp; Soziales liegen die L\u00f6hne von Zugewanderten dagegen um 2% \u00fcber jenen von Ans\u00e4ssigen.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"c3\">Insgesamt deuten die Arbeitsmarktanalysen im Bericht darauf hin, dass die Zuwanderung in die freien Berufe in erster Linie durch eine starke Nachfrage der Schweizer Wirtschaft bedingt war. Die Arbeitsmarktsituation blieb in den freien Berufen sehr gut. Die Anzeichen f\u00fcr einen moderaten Lohndruck im technischen Bereich der freien Berufe k\u00f6nnte dahingehend gedeutet werden, dass mit der Personenfreiz\u00fcgigkeit der Fachkr\u00e4ftemangel in diesem Bereich tendenziell vermindert und somit die Knappheitsrenten geschm\u00e4lert wurden.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h2 class=\"c4\">Guter Zugang f\u00fcr Schweizer Freiberufler zum EU-Arbeitsmarkt<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"c3\">Der Verband freier Berufe hat in der Vergangenheit des \u00d6fteren Probleme beim Zugang zum Arbeitsmarkt der EU beklagt. Das Staatssekretariat f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hat aus diesem Grund zwischen 2005 und 2009 eine Befragung von Schweizer B\u00fcrgern durchgef\u00fchrt, die beim SBFI eine Bescheinigung anforderten, um ihre Berufsqualifikation in der EU anerkennen zu lassen. Die R\u00fcckmeldungen waren beinahe alle positiv.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"c3\">Die EU erhebt im Rahmen des FZA auch Daten \u00fcber die gegenseitige Anerkennung von Diplomen. Diese Statistiken best\u00e4tigen das Bild aus den Umfragen im Wesentlichen. Zwischen 2002 und 2012 wurden von Schweizerinnen und Schweizern insgesamt 251 Anerkennungsgesuche f\u00fcr medizinische Diplome gestellt, wovon kein einziges abgelehnt wurde. Von 190 Architekten erhielten lediglich 3% einen Negativentscheid.<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> Es gibt somit keine Anzeichen f\u00fcr eine Diskriminierung bei der Anerkennung von Schweizer Berufsabschl\u00fcssen in den EU\/Efta-Staaten.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"c3\">Allerdings lag die Zahl der Berufsanerkennungen von Schweizern in der EU deutlich tiefer als jene von Zuwanderern in die Schweiz. Der Grund daf\u00fcr ist das im europ\u00e4ischen Vergleich hohe Einkommens- und Wohlstandsniveau in der Schweiz und die in den letzten Jahren teilweise sehr schwierige wirtschaftliche Lage in zahlreichen EU-Staaten.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<h2 class=\"c4\">Internationale und interkantonale &shy;Freiz\u00fcgigkeit sicherstellen<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"c3\">Es ist ein Merkmal freier Berufe, dass sie h\u00e4ufig besonderen staatlichen Regulierungen unterstehen. Diese Regulierungen verfolgen \u2013 z.B. im Falle der staatlichen Anerkennung von Berufsabschl\u00fcssen in freien Berufen \u2013 das Ziel, \u00f6ffentliche G\u00fcter wie Sicherheit und Gesundheit bereitzustellen. Sie k\u00f6nnen auch dazu dienen, Informationsasymmetrien abzubauen \u2013 so etwa bei anspruchsvollen Dienstleistungen, deren Qualit\u00e4t f\u00fcr die Kunden schwer einsch\u00e4tzbar ist. Sofern freie Berufe durch Gesetzesvorhaben des Bundes in besonderem Masse betroffen sind, werden die Auswirkungen auf diese Berufsgruppen im Rahmen der so genannten Regulierungsfolgenabsch\u00e4tzung jeweils vertieft analysiert.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"c3\">In verschiedenen Gesetzgebungsprojekten wurden in den letzten Jahren kantonale Regelungen mit Bezug zu freien Berufen durch solche auf Bundesebene ersetzt.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> Damit konnten einerseits Wettbewerbshindernisse im Schweizer Binnenmarkt abgebaut werden, wie dies mit dem Binnenmarktgesetz (BGBM) angestrebt wird. Gleichzeitig wurden gute Bedingungen zur Umsetzung der Personenfreiz\u00fcgigkeit mit den EU\/Efta-Staaten geschaffen. Der Wettbewerb soll mit dazu beitragen, die Versorgung mit qualitativ hochstehenden Dienstleistungen zu gew\u00e4hrleisten und damit den positiven Beitrag freier Berufe zur Schweizer Wirtschaftsleistung noch weiter zu st\u00e4rken.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Vgl. http:\/\/www.news.admin.ch, \u00abStellenwert der freien Berufe in der Schweiz\u00bb, Medienmitteilung vom 15.1.2014.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Die Auswertungen wurden auf einem gepoolten Datensatz der Schweizerischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung 2010\u20132012 gemacht. Durch Zusammenlegen der drei Daten\u00ads\u00e4tze konnte die notwendige Anzahl Beobachtungen f\u00fcr aussagekr\u00e4ftige statistische Auswertungen erzielt werden.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Definition nach International Labour Organisation (ILO): http:\/\/www.bfs.admin.ch, Themen, 3. Arbeit und Erwerb, Arbeitslosigkeit, offene Stellen \u2013 Detaillierte Daten, \u00adErwerbslosenstatistik gem\u00e4ss ILO.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Lalive, Rafael; Josef Zweim\u00fcller und Sandro Favre (2013): Verdr\u00e4ngungseffekte auf dem Schweizer \u00adArbeitsmarkt bleiben gering, in: Die Volkswirtschaft 6-2013. Bern.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Die Statistk der EU umfasst nur Berufe, die der Richtlinie 2005\/36\/EG unterstehen. Diese \u00fcberl\u00e4sst es den L\u00e4ndern zu entscheiden, ob sie eine Registrierung oder eine Pr\u00fcfung zur Anerkennung der Berufsqualifikation verlangen wollen oder nicht. Die tats\u00e4chliche Mobilit\u00e4t von Schweizer Arbeitskr\u00e4ften im Ausland wird daher durch die Anerkennungszahlen untersch\u00e4tzt.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Bundesgesetz \u00fcber die Freiz\u00fcgigkeit der Anw\u00e4ltinnen und Anw\u00e4lte (BGFA); Bundesgesetz \u00fcber die Zulassung und Beaufsichtigung der Revisorinnen und Revisoren (RAG); Bundesgesetz \u00fcber die universit\u00e4ren Medizinalberufe (MedBG) und Bundesgesetz \u00fcber die Psychologieberufe (PsyBG). In Erarbeitung: Bundesgesetz \u00fcber die Gesundheitsberufe (GesBG).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freie Berufe zeichnen sich dadurch aus, dass sie qualitativ hochstehende und grundlegende Dienstleistungen f\u00fcr eine Volkswirtschaft erbringen, die h\u00e4ufig einer staatlichen Regulierung unterworfen sind und oft in selbst\u00e4ndiger Erwerbst\u00e4tigkeit ausge\u00fcbt werden. Zu den freien Berufen z\u00e4hlen im Gesundheits- und Sozialbereich etwa \u00c4rzte, Apotheker oder auch Therapeuten. 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Ein Bericht des Bundesrates zu den freien Berufen in der Schweiz zeigt nun, dass die Besch\u00e4ftigung seither stark gewachsen ist. Eine sehr niedrige Erwerbslosenquote und ein hohes Lohnniveau legen jedoch die Vermutung nahe, dass die Zunahme der Migration in dieser Berufsgruppe eine grosse Nachfrage nach Fachkr\u00e4ften bedienen konnte, ohne stark auf die Erwerbseinkommen zu dr\u00fccken. Beim Zugang von Schweizer Freiberuflern zum EU\/Efta-Arbeitsmarkt gibt es keine Anzeichen f\u00fcr eine Diskriminierung.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"","kasten_box":"<h3 class=\"c1\">Definition der freien Berufe<\/h3>&#13;\n<p class=\"c3\">Die Gruppe der freien Berufe ist sehr heterogen und nicht einheitlich bestimmbar. Oftmals werden sie mittels vier Merkmalen charakterisiert, die aber nicht auf alle freien Berufe zutreffen m\u00fcssen:<\/p>&#13;\n&#13;\n<ul>&#13;\n\t<li>Die dienstleistungserbringende Person \u00fcbt den Beruf selbst\u00e4ndig und eigenverantwortlich aus, d.h. sie ist nicht einfach austauschbar. Freie Berufe sind aber nicht zu verwechseln mit gewerblicher Selbst\u00e4ndigkeit. Mit rund 30% gibt es jedoch \u00fcberdurchschnittlich viele Selbst\u00e4ndigerwerbende \u2013 vor allem in den Bereichen Gesundheit&amp;Soziales sowie Wirtschaft&amp; Recht.<\/li>&#13;\n\t<li>Es handelt sich um eine anspruchsvolle, qualitativ hochstehende und zudem intellektuelle Dienstleistung.<\/li>&#13;\n\t<li>Die Aus\u00fcbung des Berufes ist in der Regel staatlich reglementiert \u2013 entweder auf Bundesebene oder in mindestens einem Kanton.<\/li>&#13;\n\t<li>Die dienstleistungserbringende Person verf\u00fcgt \u00fcber eine hohe berufliche Bildung. Rund 84% verf\u00fcgen \u00fcber einen terti\u00e4ren Bildungsabschluss.<\/li>&#13;\n<\/ul>&#13;\n<p class=\"c3\">F\u00fcr die Analyse wurden die folgenden \u00adBerufe ber\u00fccksichtigt:<\/p>&#13;\n&#13;\n<ul>&#13;\n\t<li><i>Technik: <\/i>Architekten, Bauingenieure, Informatikingenieure, Maschineningenieure, Elektroingenieure, \u00fcbrige Ingenieure.<\/li>&#13;\n\t<li><i>Recht &amp; Wirtschaft: <\/i>Rechtsanw\u00e4lte, Notare, B\u00fccherexperten, Revisoren, Treuh\u00e4nder, Steuerberater, \u00fcbrige Dienstleistungskaufleute (Wirtschafts-, Unternehmens-, Finanzberater usw.).<\/li>&#13;\n\t<li><i>Gesundheit &amp; Soziales: <\/i>Psychologen, \u00c4rzte, Apotheker, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Nicht\u00e4rztliche Psychotherapeuten, Zahn\u00e4rzte, Tier\u00e4rzte, Hebammen, \u00fcbrige Berufe der Therapie und der medizinischen Technik, Sonderschullehrer, Heilp\u00e4dagogen.<\/li>&#13;\n<\/ul>"}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":118242,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"2819","post_abstract":"","magazine_issue":"20140102","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/54ca39a0bc47f"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118239"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3988"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=118239"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118239\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127121,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118239\/revisions\/127121"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3988"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=118239"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=118239"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=118239"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=118239"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=118239"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=118239"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}