{"id":118314,"date":"2014-01-01T12:00:00","date_gmt":"2014-01-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2014\/01\/crameri-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:21:16","modified_gmt":"2023-08-23T21:21:16","slug":"crameri","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2014\/01\/crameri\/","title":{"rendered":"Referenzzinss\u00e4tze und -preise im Fokus internationaler Regulierungsinitiativen"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber Jahre hinweg haben Banken Referenzzinsen \u2013 wie <i>London Interbank Offered Rate (Libor)<\/i> und <i>Euro Interbank Offered Rate (Euribor)<\/i> \u2013 zu ihren Gunsten und zum Nachteil von anderen Finanzinstituten, Unternehmen und Anlegern manipuliert. Die Dimension des Skandals l\u00e4sst sich anhand der H\u00f6he der verh\u00e4ngten Bussen verschiedener Aufsichtsbeh\u00f6rden und Wettbewerbskommissionen erahnen. So verurteilte die EU-Wettbewerbskommission im Dezember 2013 die Deutsche Bank, die Royal Bank of Scotland, die Soci\u00e9t\u00e9 Generale, Citigroup, JPMorgan Chase und RP Martin zu einer Rekordzahlung von insgesamt 1,71 Mrd. Euro. Aufgrund ihrer Kooperation bei der Aufkl\u00e4rung der Verfehlungen wurden die Bussen f\u00fcr Barclays in der H\u00f6he von 690 Mio. Euro und f\u00fcr die UBS in der H\u00f6he von 2,5 Mrd. Euro erlassen. Barclays und die UBS schlossen jedoch bereits im Vorfeld Vergleiche in zwei- oder dreistelligen Millionenbetr\u00e4gen ab, u. a. mit der britischen Finanzmarktaufsicht<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>, dem US-Justizministerium und der amerikanischen Derivate-Aufsicht<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>. Im Nachgang zur Libor-Aff\u00e4re sind auch andere Arten von Benchmarks unter den Verdacht der Marktmanipulation geraten. Zurzeit untersuchen verschiedene Aufsichts- und Wettbewerbsbeh\u00f6rden die Vorgehensweisen internationaler Finanzinstitute bei der Festlegung von Swapszinss\u00e4tzen und W\u00e4hrungskursen sowie von Gold-, Silber- und Erd\u00f6lpreisen. Es besteht der Verdacht auf Insidergesch\u00e4fte und m\u00f6gliche Absprachen. Auch die Eidgen\u00f6ssische Finanzmarktaufsicht (Finma) hat im Oktober 2013 in enger Koordination mit ausl\u00e4ndischen Beh\u00f6rden eine Untersuchung gegen mehrere Schweizer Finanzinstitute wegen m\u00f6glicher Manipulationen von Fremdw\u00e4hrungskursen bekanntgegeben.&#13;<\/p>\n<h2>Benchmarks sind anf\u00e4llig f\u00fcr &shy;Manipulationen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBenchmarks sind Preise, Sch\u00e4tzungen, Kurse, Indizes oder Werte, die bei Finanz&shy;instrumenten (z.\u2009B. Derivaten) oder -kontrakten (z.\u2009B. Darlehen) als Referenz &shy;dienen:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>zur Festlegung des zu zahlenden Zinses;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>zur Festlegung des Preises, zu dem ein &shy;Finanzinstrument gekauft, verkauft oder gehandelt wird;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>zur Messung der Leistung eines Finanzinstruments oder Portfolios.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Integrit\u00e4t eines Benchmarks ist f\u00fcr die richtige Preisgestaltung bei Finanzinstrumenten und -kontrakten von entscheidender Bedeutung und damit zentral f\u00fcr das reibungslose Funktionieren des Finanzmarktes. Wird ein Benchmark manipuliert, k\u00f6nnen Anleger bzw. Kontraktpartner \u2013 beispielsweise ein Kreditnehmer bei einer Hypothek \u2013 erhebliche Verluste erleiden, da der Preis des Finanzinstruments oder die H\u00f6he des zu zahlenden Kreditzinses nachteilig berechnet wird. Manipulationen senden zudem irref\u00fchrende Signale \u00fcber den Zustand des zugrunde liegenden Marktes, was die Realwirtschaft und die wirtschaftlichen Risiken verzerrt. Zweifel und Vorbehalte gegen\u00fcber der Zuverl\u00e4ssigkeit eines Benchmarks k\u00f6nnen das Vertrauen in den Markt ersch\u00fcttern. Manipulationsanreize bestehen immer dann, wenn Interessenkonflikte und Ermessensspielr\u00e4ume vorhanden sind und wenn keine angemessene Steuerung der Prozesse oder Kontrolle stattfindet. Ein Interessenkonflikt kann sich etwa ergeben, wenn eine Bank die Daten zur Erstellung eines Referenzzinses liefert und diesen Referenzzins zugleich als Basis f\u00fcr die Bepreisung von Finanzkontrakten verwendet. Insbesondere das Fehlen allgemeiner Verhaltensstandards sowie unzureichender Transparenz bei Benchmarks, die sich nicht auf Daten eines regulierten Marktes st\u00fctzen (z.B. im Interbankenmarkt und im Rohstoffhandel), k\u00f6nnen das Manipulationsrisiko erh\u00f6hen.&#13;<\/p>\n<h2>Initiativen zur St\u00e4rkung von Benchmarks<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm das Vertrauen in die Verl\u00e4sslichkeit von Benchmarks wiederherzustellen und ihre Manipulationsanf\u00e4lligkeit zu reduzieren, sind zahlreiche regulatorische Initiativen ergriffen worden. Als erste Politikantwort auf den Libor-Skandal hat die britische Finanzmarktaufsicht im September 2012 den <i>Wheatley Review<\/i> vorgestellt.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a> Wesentliches Element der Reform ist die \u00dcbertragung der Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die Ermittlung des Libors an eine neue und unabh\u00e4ngige Stelle sowie die Begrenzung auf bestimmte W\u00e4hrungen und Laufzeiten. Dar\u00fcber hinaus soll ein Gremium unter regulatorischen Vorgaben der Finanzmarktaufsichtsbeh\u00f6rde \u00fcber die Libor-S\u00e4tze wachen und Verst\u00f6sse als Straftat ahnden. Im Fr\u00fchjahr 2013 hat die G20<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> den Handlungsbedarf erkannt und das Financial Stability Board (FSB)<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> beauftragt, Initiativen zur Regulierung von Benchmarks zu f\u00f6rdern und eine Koordinationsfunktion bei der Umsetzung von Massnahmen \u2013 insbesondere in Zusammenhang mit Referenzzinss\u00e4tzen \u2013 zu \u00fcbernehmen. Im Fokus der Regulatoren stehen der Bestimmungsprozess eines Benchmarks und seine St\u00e4rkung unter anderem durch folgende Massnahmen:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Verbesserung der Unternehmensf\u00fchrung und der Kontrolle (z.B. Einrichtung einer Aufsichtsfunktion, Massnahmen zur Vermeidung von Interessenkonflikten);<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Verbesserung der Qualit\u00e4t der Daten (z.B. repr\u00e4sentative Panels);<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Verbesserung der Qualit\u00e4t der Methodik (z.B. Offenlegung der Berechnungsformel);<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Einf\u00fchrung von Rechenschaftspflichten (z.B. Dokumentationspflichten, Durchf\u00fchrung von Audits).<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nNeben der St\u00e4rkung der Robustheit ist die F\u00f6rderung der Vielfalt von Benchmarks &shy;zentral, wie dies etwa der Bericht der Bank f\u00fcr Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ)<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a> vom M\u00e4rz 2013 fordert.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Ver\u00e4nderungen in der Struktur der Geldm\u00e4rkte (st\u00e4rker gesicherte Finanzierung) und der Terminm\u00e4rkte (Umstellung auf ein zentrales Clearing) haben einen zus\u00e4tzlichen Bedarf an Benchmarks entstehen lassen. Folglich sollen Finanzmarktteilnehmer in Finanzkontrakten einen Benchmark verwenden k\u00f6nnen, der den tats\u00e4chlich zugrunde liegenden Markt abbildet und damit die realen wirtschaftlichen Risiken wiedergibt.&#13;<\/p>\n<h2>Die Iosco-Prinzipien als erste &shy;umfassende Grunds\u00e4tze<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Juli 2013 verabschiedete die <i>International Organization of Securities Commissions (Iosco)<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a><\/i> Prinzipien f\u00fcr Finanz-Benchmarks. Sie sind die ersten umfassenden Grunds\u00e4tze f\u00fcr Benchmarks.<a href=\"#footnote_9\" id=\"footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor\">[9]<\/a> Das FSB hat die Prinzipien im August 2013 und die G20 im September 2013 als Regulierungsstandard bef\u00fcrwortet. Die Iosco-Prinzipien richten sich an den Administrator eines Benchmarks, welcher die Hauptverantwortung im Bestimmungsprozess tr\u00e4gt (siehe <em>Grafik 1<\/em>). Die Iosco fordert die Administratoren auf, die Prinzipien als Marktpraxis anzuwenden und ihre internen Prozesse entsprechend anzupassen. Gleichzeitig empfiehlt sie ihren Mitgliedern, regulatorische Massnahmen zu pr\u00fcfen. <a href=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/01\/201401_21D_Grafik01.eps1_.gif\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9925\" src=\"http:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/content\/uploads\/2014\/01\/201401_21D_Grafik01.eps1_-600x396.gif\" alt=\"201401_21D_Grafik01.eps[1]\" width=\"600\" height=\"396\" \/><\/a> Angesichts des grossen Spektrums von Benchmarks ist sich die Iosco bewusst, dass ihre Prinzipien nicht auf alle Benchmarks in gleicher Weise angewendet werden k\u00f6nnen. Die Besonderheiten jedes Benchmarks \u2013 wie z.B. die Quellen des dem Benchmark zugrunde liegenden Marktes \u2013 sind zu beachten. Den Iosco-Prinzipien liegen zwar einheitliche Erwartungen zugrunde, jedoch existiert keine \u00abOne size fits it all\u00bb-Methode. Wichtige Richtschnur ist die Marktbedeutung eines Benchmarks und seine Manipulationsanf\u00e4lligkeit. Die Iosco wird bis Ende 2014 evaluieren, in welchem Umfang die Administratoren die Prinzipien umgesetzt haben und dar\u00fcber Bericht erstatten.&#13;<\/p>\n<h2>EU-Kommission schl\u00e4gt eine neue &shy;Verordnung \u00fcber Benchmarks vor<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie EU-Kommission hat im September 2013 einen Vorschlag f\u00fcr eine Verordnung \u00fcber Indizes, die bei Finanzinstrumenten und -kontrakten verwendet werden, verabschiedet.<a href=\"#footnote_10\" id=\"footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor\">[10]<\/a> Nach Ansicht der EU-Kommission lassen die Iosco-Prinzipien eine zu grosse Flexibilit\u00e4t hinsichtlich ihres Anwendungsbereichs, ihres Umsetzungswegs sowie gewisser Anforderungen zu. Unterschiedliche nationale Regulierungsans\u00e4tze k\u00f6nnten zu einer Fragmentierung des Binnenmarkts und zu ungleichen Wettbewerbsbedingungen f\u00fchren. Deshalb will die EU-Kommission auf Basis eines harmonisierten Rahmens die Integrit\u00e4t von Benchmarks EU-weit wiederherstellen. Der Verordnungsentwurf kennt nicht nur Verhaltenspflichten f\u00fcr die am Bestimmungsprozess Beteiligten. Er sieht f\u00fcr Administratoren eine Zulassungspflicht vor und unterstellt sie \u2013 und damit den Benchmark-Bestimmungsprozess \u2013 der Aufsicht durch die zust\u00e4ndige nationale Beh\u00f6rde. Auch an Kontributoren und Nutzer, die zum Beispiel als Finanzinstitute bereits einer Regulierung und Beaufsichtigung unterliegen, werden Anforderungen gestellt. Ferner soll der Administrator bei Benchmarks, die nicht auf Daten eines regulierten Marktes beruhen, mit den Kontributoren einen Verhaltenskodex vereinbaren und bei Verdacht auf Manipulation bei den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden Meldung erstatten. Im Unterschied zu den Iosco-Prinzipien findet der EU-Verordnungsentwurf auf alle Arten von Benchmarks Anwendung, die f\u00fcr Finanzinstrumente und Finanzkontrakte als Bezugsgrundlage oder zur Leistungsbewertung verwendet werden. Um denselben Regulierungsstandard f\u00fcr Benchmarks aus EU-Drittstaaten zu gew\u00e4hrleisten, enth\u00e4lt der EU-Verordnungsentwurf ein Drittstaatenregime. Demgem\u00e4ss sollen zum einen Zentralbanken aus Drittstaaten, welche Benchmarks auch f\u00fcr die EU bereitstellen, \u00fcber eine Anerkennung der EU-Kommission verf\u00fcgen, wonach ihre Benchmarks vergleichbaren Standards unterliegen. Zum anderen d\u00fcrfen aus Drittstaaten stammende Benchmarks nur dann in der EU zur Nutzung bereit gestellt werden, falls die Regulierung und Beaufsichtigung des betreffenden Drittstaates zuvor von der EU-Kommission als gleichwertig befunden und ein Kooperationsabkommen zwischen den zust\u00e4ndigen Aufsichtsbeh\u00f6rden abgeschlossen wurde. Die EU-Verordnung wird derzeit im europ\u00e4ischen Rat und Parlament behandelt. Falls es zu einer Verabschiedung im Laufe von 2014 kommt, k\u00f6nnte die Verordnung 2015 in Kraft treten.&#13;<\/p>\n<h2>Welcher Regulierungsansatz ist sinnvoll?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAngesichts der allgemeinen Bedeutung von Benchmarks bei Finanzinstrumenten und Finanzkontrakten profitiert auch die Schweiz von den internationalen Regulierungsarbeiten zur St\u00e4rkung ihrer Integrit\u00e4t und Verl\u00e4sslichkeit. Vor dem Hintergrund der j\u00fcngsten Regulierungsentwicklungen sowie der m\u00f6glichen Auswirkungen einer EU-Regulierung wird zu pr\u00fcfen sein, inwieweit auch f\u00fcr die Schweiz Handlungsbedarf besteht. Die Vielfalt von Benchmarks spricht grunds\u00e4tzlich daf\u00fcr, nationalen Regulatoren entsprechend dem Ansatz der von FSB und G20 bef\u00fcrworteten Iosco-Prinzipien die Flexibilit\u00e4t einzur\u00e4umen, spezifische, auf nationale Begebenheiten zugeschnittene Regeln f\u00fcr relevante Benchmarks zu erlassen. Die Ankn\u00fcpfung am Bestimmungsprozess \u2013 bzw. beim Administrator, der f\u00fcr den Bestimmungsprozess verantwortlich ist \u2013 scheint ein sinnvoller Regulierungsansatz zu sein. Jedoch ist die Verantwortung f\u00fcr die Entwicklung von Alternativen f\u00fcr wichtige Benchmarks den Marktteilnehmern zu belassen. Ebenso wenig sollte eine Regulierung dazu f\u00fchren, dass Benchmarks aufgrund des R\u00fcckzugs von Datenlieferungen durch Kontributoren weniger aussagekr\u00e4ftig und pr\u00e4zise werden.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Die Busse verh\u00e4ngte die Financial Services Authority (FSA), die Vorg\u00e4ngerbeh\u00f6rde der Financial Conduct \u00adAuthority (FCA).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Commodity Futures Trading Commission (CFTC).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Vgl. The Wheatley Review of Libor: Final Report, FSA, 28.September 2012.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Die Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenl\u00e4nger (G20) ist ein seit 1999 bestehender \u00adinformeller Zusammenschluss aus 19 Staaten und der Europ\u00e4ischen Union.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Das Financial Stability Board (FSB) ist ein internatio\u00adnales Gremium mit Sitz bei der BIZ in Basel, welches das globale Finanzsystem \u00fcberwacht und die Koordination der Arbeiten seiner Mitgliedstaaten sowie internatio\u00adnaler Gremien im Bereich der Finanzmarktregulierung und -aufsicht wahrnimmt. Die Schweiz wird durch das Eidgen\u00f6ssische Finanzdepartement und die Schweizerische Nationalbank im FSB vertreten.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Die Bank f\u00fcr Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gilt als \u00abBank der Zentralbanken\u00bb und nimmt eine Schl\u00fcsselrolle bei der Kooperation der Zentralbanken und anderer Institutionen aus dem Finanzbereich ein.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Vgl. Towards Better Reference Rate Practices: A Central Bank Perspective, BIS, 18.M\u00e4rz 2013.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Die Internationale Organisation der Wertpapieraufsichtsbeh\u00f6rden (Iosco) wurde 1983 als internationale Vereinigung von B\u00f6rsenaufsichtsbeh\u00f6rden gegr\u00fcndet. Ihr Ziel ist die F\u00f6rderung weltweit einheitlicher B\u00f6rsen- und Wertpapierzulassungsstandards. Die Schweiz, \u00advertreten durch die Finma, ist seit 1996 ordentliches Mitglied der Iosco.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_9\" class=\"footnote--item\">Vgl. Principles for Financial Benchmarks \u2013 Final Report, Iosco, 17. Juli 2013.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_9\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_10\" class=\"footnote--item\">Vgl. Vorschlag f\u00fcr eine Verordnung des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates \u00fcber Indizes, die bei Finanz\u00adinstrumenten und Finanzkontrakten als Benchmark \u00adverwendet werden \u2013 COM\/2013\/0641 final, 2013\/0314 (COD), EU-Kommission, 18. September 2013.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_10\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber Jahre hinweg haben Banken Referenzzinsen \u2013 wie London Interbank Offered Rate (Libor) und Euro Interbank Offered Rate (Euribor) \u2013 zu ihren Gunsten und zum Nachteil von anderen Finanzinstituten, Unternehmen und Anlegern manipuliert. Die Dimension des Skandals l\u00e4sst sich anhand der H\u00f6he der verh\u00e4ngten Bussen verschiedener Aufsichtsbeh\u00f6rden und Wettbewerbskommissionen erahnen. So verurteilte die EU-Wettbewerbskommission im [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3860,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[96,97],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":3860,"seco_co_author":[3984,0],"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Stv. Leiterin W\u00e4hrung und Finanzstabilit\u00e4t, Staatssekretariat f\u00fcr internationale Finanzfragen SIF","seco_author_post_occupation_fr":"Vice-directrice de la section Monnaie et stabilit\u00e9 financi\u00e8re, Secr\u00e9tariat d\u2019\u00c9tat aux questions financi\u00e8res internationales SFI","seco_co_authors_post_ocupation":[{"seco_co_author":3984,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"W\u00e4hrung und Finanzstabilit\u00e4t, Staatssekretariat f\u00fcr internationale Finanzfragen SIF, Bern","seco_co_author_post_occupation_fr":"Section Monnaie et stabilit\u00e9 financi\u00e8re, Secr\u00e9tariat d\u2019\u00c9tat aux questions financi\u00e8res internationales SFI"}],"short_title":"","post_lead":"Manipulationen der Referenzzinss\u00e4tze Libor und Euribor zwischen 2005 bis 2009 und j\u00fcngst auch m\u00f6gliche Manipulationen in der Festlegung von Devisen-, Silber- und Goldpreisen haben das Vertrauen in Finanzmarkt-Benchmarks untergraben. Um die Integrit\u00e4t von Benchmarks wiederherzustellen und ihre Vielfalt zu f\u00f6rdern, sind in Reaktion auf diese Vorkommnisse auf internationaler Ebene regulatorische Initiativen ergriffen worden, die sich auch auf den Schweizer Finanzplatz auswirken k\u00f6nnen.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"Beispiele von Benchmarks","kasten_box":"<ul>&#13;\n\t<li>Zinss\u00e4tze: Libor, Euribor, Tibor, TOIS Fixing;<\/li>&#13;\n\t<li>Preisfestlegung: Argus Sour Crude Index (Rohstoffhandel), ISDAFix (Derivate),&#13;\nLondon Fix (Devisenhandel);<\/li>&#13;\n\t<li>Performance: SMI, Eurostoxx 50.<\/li>&#13;\n<\/ul>"},{"kasten_title":"Auswirkung der Regulierungs\u00adinitiativen auf die Schweiz","kasten_box":"Die Schweiz ist von den Entwicklungen auf multilateraler Ebene sowie vom geplanten EU-Regulierungsvorhaben in verschiedener Hinsicht betroffen. Erstens spielen Benchmarks in Finanzkontrakten mit Schweizer&#13;\nFinanzmarktteilnehmern und mit in der Schweiz ans\u00e4ssigen Rohstofffirmen eine zentrale Rolle \u2013 auch f\u00fcr die SNB bei der Durchf\u00fchrung ihrer Geldpolitik. Zweitens werden in der Schweiz Benchmarks administriert, die auf internationaler Ebene bedeutend sind (so z.B. der Eurostoxx 50 und das TOIS Fixing). Drittens sind Schweizer Firmen potenziell indirekt als Datenkontributoren tangiert, da die Regulierungsinitiativen Anforderungen an die Qualit\u00e4t der Daten stellen. Dies d\u00fcrfte nebst den global aktiven Finanzinstituten allenfalls auch in der Schweiz ans\u00e4ssige Rohstofffirmen betreffen."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":118317,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"2811","post_abstract":"","magazine_issue":"20140102","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/54ca5ada7c091"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118314"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3860"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=118314"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118314\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127136,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118314\/revisions\/127136"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3984"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3860"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=118314"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=118314"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=118314"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=118314"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=118314"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=118314"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}