{"id":118444,"date":"2013-11-01T12:00:00","date_gmt":"2013-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/11\/gribi-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:22:15","modified_gmt":"2023-08-23T21:22:15","slug":"gribi-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/11\/gribi-3\/","title":{"rendered":"Die neuen Trends auf dem Wohn- und Immobilienmarkt verlangen nach Deregulierung"},"content":{"rendered":"<p>Die Alterung der Bev\u00f6lkerung, der\u00a0wachsende Fl\u00e4chen- und Dienstleistungsbedarf sowie die zunehmende Regulierung stellen die gr\u00f6ssten Herausforderungen der Zukunft f\u00fcr die Schweizer Immobilienwirtschaft dar. Ein Megatrend steht \u00fcber allen anderen: In den kommenden Jahrzehnten wird die Bev\u00f6lkerung der Schweiz weiter wachsen \u2013 und gleichzeitig markant altern. Aufgrund der guten beruflichen Vorsorge steigt das verf\u00fcgbare Verm\u00f6gen bis zum 75. Altersjahr deutlich an.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAus der zunehmenden Alterung der Bev\u00f6lkerung resultiert in den kommenden Jahren eine markante Nachfrageverschiebung im Immobilienbereich:\u2013 Mehr Einpersonenhaushalte, h\u00f6herer Fl\u00e4chenbedarf: Gem\u00e4ss den Prognosen der Statistiker werden die Einpersonenhaushalte weiterhin einen deutlichen Zuwachs verzeichnen \u2013 von rund 1,2 Millionen im Jahr 2005 auf voraussichtlich 1,6 Millionen im Jahr 2030. W\u00e4hrend der Wohnfl\u00e4chenbedarf pro Einwohner \u00fcber die letzten 10 Jahre von 44 auf 50 Quadratmeter deutlich gestiegen ist, sank die durchschnittliche Belegung einer Wohnung von 2,5 auf 2,2 Personen. Angesichts steigender Komfort- und Platzanspr\u00fcche sind Wohnangebote mit mehr Fl\u00e4che immer gefragter.\u2013 Urbanisierung: Bev\u00f6lkerungswachstum und Nachfrage kommen vor allem den zentralen, urbanen Regionen zugute. Damit setzt sich fort, was schon heute in manchen Randregionen zu beobachten ist: Bev\u00f6lkerungsschwund, abflauende Nachfrage und sinkende Preise. Nicht \u00fcberall, aber in etlichen M\u00e4rkten d\u00fcrfte sich der Wettbewerb um Kunden f\u00fcr Mietwohnungen versch\u00e4rfen.\u2013 Mehr Wohneigentum: Seit 1979 ist die Wohneigentumsquote von 28,5% auf heute \u00fcber 40% angestiegen. Auch wenn diese Kurve bei einem Zinsanstieg abflachen k\u00f6nnte, wird sie dennoch weiter zunehmen. Vor 1965 war es ausser im Kanton Wallis nicht m\u00f6glich, in Mehrfamilienh\u00e4usern Wohneigentum zu bilden. Seither ist ein starker Anstieg des Stockwerkeigentums zu verzeichnen.\u2013 Verdichtung: Nicht nur das Bev\u00f6lkerungswachstum, auch die anhaltende Zuwanderung sowie wachsende Restriktionen in der Raumplanung werden das Thema verdichtetes Bauen in den kommenden Jahren ins Zentrum r\u00fccken. Heute fallen nur 10% aller Wohnungen auf die Geschosse 4 oder h\u00f6her. Um die H\u00f6henbeschr\u00e4nkungen zu lockern, m\u00fcssten aber zun\u00e4chst viele kommunale Bauordnungen ge\u00e4ndert werden.&#13;<\/p>\n<h2>Unikate, flexible Nutzung und gesundes Wohnen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn Bezug auf Wohntrends wird die Suche nach Unikaten zunehmen, also Produkten und Objekten mit einer echten Geschichte. Gem\u00e4ss dem deutschen Zukunftsinstitut wird Wohnqualit\u00e4t nicht mehr nur \u00fcber die Gr\u00f6sse und Ausstattung einer Wohnung definiert, sondern \u00fcber die zus\u00e4tzlichen Nutzungsoptionen innerhalb von H\u00e4usern und Quartieren, so z.B. der Gebrauch eines Gemeinschaftsgartens, einer -k\u00fcche oder eines Kinos. Raumzonen l\u00f6sen starre Raumstrukturen ab. Fr\u00fcher war klar definiert, wof\u00fcr jeder Raum genutzt wird. Heute dient das Wohnzimmer ganz selbstverst\u00e4ndlich auch als Home Office. Welcher Raum wof\u00fcr verwendet wird, dar\u00fcber entscheidet jeder selbst. Offene Grundrisse und modulare Wohnelemente erlauben es dem Nutzer, durch M\u00f6bel die R\u00e4ume selbst in Zonen zu untergliedern. Wohnen in der Zukunft wird auch von einem steigenden Gesundheitsanspruch gepr\u00e4gt. Dabei steht die Natur als Ausgangspunkt im Mittelpunkt, sei es in Form einer Vitamin-C-Dusche oder der Wandfarbe, die nach dem Prinzip der Photokatalyse Schadstoffe aus der Luft filtert. An die Stelle der Technologie tritt die \u00d6kologie als Zukunftsversprechen.&#13;<\/p>\n<h2>Flexibilit\u00e4t und (De-)Regulierung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Schweizer Immobilienwirtschaft sind die Zukunftsentwicklungen mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Vieles, was voraus gesagt wird, basiert auf Prognosen. Deshalb muss die Branche antizipieren, Risiken eingehen und rasch reagieren k\u00f6nnen. So sind beispielsweise neue Dienstleistungen gefragt. Die klassische Bewirtschaftung von Mietwohnungen wird durch wachsende Kundenanspr\u00fcche herausgefordert, und die Produktgestaltung wird st\u00e4rker in den Vordergrund treten. Themen wie Definition und Angebot von Zusatznutzen, vielf\u00e4ltigere Dienstleistungen \u00fcber die Wohnfl\u00e4che hinaus oder Markenimage muss k\u00fcnftig mehr Gewicht beigemessen werden. Allerdings sieht sich die Immobilienwirtschaft durch immer neue Vorschriften und Gesetze im Bau- und Wohnbereich bedr\u00e4ngt. Die anhaltende Regulierungswut gef\u00e4hrdet das Kerngesch\u00e4ft; die absehbar einschneidenden Folgen werden teilweise immer noch untersch\u00e4tzt. Deregulierung heisst denn auch das Gebot der Stunde.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Alterung der Bev\u00f6lkerung, der\u00a0wachsende Fl\u00e4chen- und Dienstleistungsbedarf sowie die zunehmende Regulierung stellen die gr\u00f6ssten Herausforderungen der Zukunft f\u00fcr die Schweizer Immobilienwirtschaft dar. 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