{"id":118459,"date":"2013-11-01T12:00:00","date_gmt":"2013-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/11\/oetliker-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:22:22","modified_gmt":"2023-08-23T21:22:22","slug":"oetliker-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/11\/oetliker-3\/","title":{"rendered":"Wie viel geben wir f\u00fcr Wohnen und Energie aus?"},"content":{"rendered":"<p>Die Haushaltsbudgeterhebung des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (BFS) erlaubt, auf diese Frage eine Antwort zu geben. Sie beruht auf der Befragung von rund 3000\u00a0Haushalten pro Jahr. Im Durchschnitt geben wir rund einen Sechstel unseres Haushaltsbudgets f\u00fcr Wohnen und Energie aus. Mit knapp 1500 Franken pro\u00a0Monat bilden diese Ausgaben den gr\u00f6ssten Posten im Budget der privaten Haushalte in der Schweiz. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201311_07_Oetliker_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<\/p>\n<p class=\"bildquelle\">Foto: Keystone<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nBei genauerem Hinsehen unterscheidet sich der Betrag von knapp 1500 Franken, den ein Schweizer Haushalt durchschnittlich pro Monat f\u00fcr Wohnen und Energie aufwendet, nach Haushaltsgr\u00f6sse und nach anderen Haushaltscharakteristiken. In der <i>Grafik 1<\/i> ist beispielsweise ersichtlich, dass Einpersonenhaushalte zwar in Franken pro Monat weniger daf\u00fcr ausgeben als Haushalte mit mehr als einer Person. Anteilsm\u00e4ssig hingegen stellen diese Ausgaben bei diesen einen gr\u00f6sseren Posten im Budget dar als zum Beispiel bei Paarhaushalten.&#13;<\/p>\n<h2>Mit steigendem Einkommen nimmt der Anteil ab<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn Bezug auf die Einkommensklassen zeigt sich, dass mit h\u00f6herem Einkommen die Ausgaben f\u00fcr das Wohnen nicht im gleichen Ausmass ansteigen wie die Einkommen, so dass der Anteil am Budget abnimmt. Bei den Paaren mit Kindern zum Beispiel entspricht deren Anteil bei der tiefsten Einkommensklasse 22% und bei der h\u00f6chsten 12% des Bruttoeinkommens.Ausserdem zeigt sich, dass der Anteil der Haushalte, die Eigent\u00fcmer ihrer Wohnung oder ihres Hauses sind, mit h\u00f6herem Einkommen steigt. W\u00e4hrend in der tiefsten Einkommensklasse der Paare mit Kindern 32% Besitzer ihres Eigenheims sind, ist dieser Anteil in der h\u00f6chsten Klasse mit knapp 70% mehr als doppelt so hoch. Dabei sind es eher die Haushalte mit mehr als einem Kind, die Eigent\u00fcmer sind.&#13;<\/p>\n<h2>Was alles bei den Kosten einberechnet ist\u2026<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie genaue Beobachtung und Dokumentation der Wohnausgaben der privaten Haushalte ist eine wichtige Aufgabe der \u00f6ffentlichen Statistik. Das h\u00e4ngt damit zusammen, dass diese Zahlen in den Warenkorb zur Bestimmung der Teuerung einfliessen und als gr\u00f6sster Posten einen entsprechend deutlichen Einfluss auf die Berechnung der allgemeinen Preisentwicklung haben.Bei der Betrachtung dieser Zahlen ist es unumg\u00e4nglich, auch auf ein paar definitorische Aspekte einzugehen, damit klarer wird, was genau unter dem besagten Posten \u00abWohnen und Energie\u00bb gez\u00e4hlt wird. F\u00fcr eine weitergehende Dokumentation wird auf die publizierten Zahlen und Begleitdokumente des BFS verwiesen.&#13;<br \/>\nAuf der Internetseite des Bundesamtes f\u00fcr Statistik k\u00f6nnen die hier pr\u00e4sentierten Zahlen der Haushaltsbudgeterhebung in Form von Excel-Tabellen heruntergeladen und im Detail studiert werden. Zudem\u00a0stehen detaillierte Dokumentationen zur Erhebung zur Verf\u00fcgung. Ein direkter Zugang erlaubt der\u00a0Link <a href=\"http:\/\/www.habe.bfs.admin.ch\">http:\/\/www.habe.bfs.admin.ch<\/a>.Grunds\u00e4tzlich z\u00e4hlen zu den Ausgaben f\u00fcr \u00abWohnen und Energie\u00bb bei den Mietern die Nettomiete sowie die Nebenkosten \u2013 also vor allem die Heizkosten \u2013 und die Kosten f\u00fcr zus\u00e4tzliche Energie wie Elektrizit\u00e4t, Gas und Fernw\u00e4rme. Bei den Eigent\u00fcmern geh\u00f6ren dazu vor allem die Hypothekarzinszahlungen sowie ebenfalls die Ausgaben f\u00fcr Energie. Zus\u00e4tzlich geh\u00f6ren aber auch allf\u00e4llige Auslagen f\u00fcr einen Zweitwohnsitz sowie Reparaturen und Unterhalt der Wohnung zu diesem Posten. Der Anteil f\u00fcr Nebenwohnsitze ist im Durchschnitt verh\u00e4ltnism\u00e4ssig klein. Das h\u00e4ngt nicht zuletzt damit zusammen, dass nur gerade 6% aller Haushalte hier \u00fcberhaupt Ausgaben haben. Der gr\u00f6sste Teil der Wohnausgaben machen ohnehin die Nettomiete bzw. die Hypothekarzinszahlungen f\u00fcr den Hauptwohnsitz aus (siehe <i>Grafik 2<\/i>).&#13;<\/p>\n<h2>\u2026und was nicht<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWichtig ist dabei zu beachten, dass die Amortisationen der Hypothek sowie allf\u00e4llige gr\u00f6ssere Renovationen und Ausbauten des Wohnsitzes bzw. der eigentliche Hauskauf nicht zu diesem Posten gerechnet werden. Gem\u00e4ss internationalen Normen sind solche Auslagen nicht als Konsum, sondern als Investition zu betrachten.Andere f\u00fcr das Wohnen relevante Ausgaben werden anderen Hauptgruppen zugeordnet, so etwa der Kauf von M\u00f6beln oder Haushaltsger\u00e4ten zu \u00abWohnungseinrichtung und laufende Haushaltsf\u00fchrung\u00bb. F\u00fcr diesen Posten geben die Haushalte im Durchschnitt immerhin rund 280 Franken pro Monat aus. Auch wohnungsspezifische Administrativkosten \u2013 wie die Liegenschaftssteuern oder Versicherungspr\u00e4mien \u2013 geh\u00f6ren zu anderen Hauptgruppen.&#13;<\/p>\n<h2>Anteil der Wohnungsausgaben seit Jahrzehnten relativ stabil<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBemerkenswert ist, dass sich im geschichtlichen Verlauf der Anteil der Wohnausgaben nicht so massiv ver\u00e4ndert hat wie andere Bereiche des Haushaltsbudgets (siehe <i>Grafik 3<\/i>). W\u00e4hrend sich der Anteil f\u00fcr Wohnen und Energie beispielsweise seit 1945 in einem Band zwischen 15% und 20% des Totals der Ausgaben bewegt hat, beobachtet man beim Anteil der Nahrungsmittel und alkoholfreien Getr\u00e4nke einen markanten R\u00fcckgang im gleichen Zeitraum von rund 35% auf 7%. Im Gegenzug haben andere Ausgabenbereiche an Gewicht gewonnen, wie zum Beispiel der Verkehr, dessen Anteil von 2% auf 8,5% angestiegen ist.Bei Ver\u00e4nderungen \u00fcber eine l\u00e4ngere Zeitperiode ist zu ber\u00fccksichtigen, dass bei diesen Posten die effektive Leistung (oder der Mengenkonsum) einer st\u00e4rkeren Entwicklung unterworfen war, als der relativ konstante Anteil am Haushaltsbudget suggeriert. Auch wenn im Rahmen der Resultate der Haushaltsbudgeterhebung nur wenige entsprechende Zahlen vorhanden sind, so kann doch davon ausgegangen werden, dass eine Mengenausweitung beim Wohnen in dieser Zeit stattgefunden hat. Nicht zuletzt teilen sich heutzutage durchschnittlich 2,2 Personen eine Wohnung, w\u00e4hrend vor 60 Jahren noch 3,6 Personen im Durchschnitt in einer Wohnung lebten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abAusgaben f\u00fcr Wohnen und Energie\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abMonatliche Ausgaben f\u00fcr Wohnen und Energie im Detail\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3: \u00abEntwicklung ausgew\u00e4hlter Haushaltsausgaben, 1945\u20132011\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Haushaltsbudgeterhebung des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (BFS) erlaubt, auf diese Frage eine Antwort zu geben. Sie beruht auf der Befragung von rund 3000\u00a0Haushalten pro Jahr. Im Durchschnitt geben wir rund einen Sechstel unseres Haushaltsbudgets f\u00fcr Wohnen und Energie aus. 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