{"id":118479,"date":"2013-11-01T12:00:00","date_gmt":"2013-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/11\/gmuer-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:22:27","modified_gmt":"2023-08-23T21:22:27","slug":"gmuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/11\/gmuer\/","title":{"rendered":"Der Stadt-Land-Graben vertieft sich"},"content":{"rendered":"<p>Der Immobilienboom in der Deutschschweiz ist ZZZ-getrieben: Es wirken die Zuwanderung, das Zinsniveau und der Sog von Z\u00fcrich. Der Metropolitanraum Z\u00fcrich, zu dem auch Zug geh\u00f6rt, hat an Attraktivit\u00e4t gewonnen. In der Westschweiz geht von Genf und Lausanne eine \u00e4hnliche Anziehung aus. Ein eigener Metropolitanraum bildet Basel. Das Gewicht der Metropolitanr\u00e4ume steigt. Diese Tendenz wird dadurch verst\u00e4rkt, dass sich die neuen Zuwanderer in den grossen Arbeitsplatzzentren niederlassen. In den letzten Jahren wurde bei tiefen Zinsen massiv ins Wohnungsangebot dieser R\u00e4ume investiert. Der Nachfrage\u00fcberhang konnte jedoch bislang nicht vollst\u00e4ndig abgebaut werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie skizzierte Entwicklung hin zu den Metropolitanr\u00e4umen ist augenf\u00e4llig. Gleichzeitig wird deutlich, wie stark segmentiert der Schweizer Immobilienmarkt ist. Diese Segmentierung hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Richtigerweise muss von den Schweizer Immobilienm\u00e4rkten im Plural gesprochen werden, denn es gibt eine Vielzahl verschiedener Teilm\u00e4rkte. Diese unterteilen sich nicht nur nach Regionen, sondern auch nach Lagen, nach Wohnungstypen und Eigentumsform sowie nach Ausbaustandard und Preissegment.&#13;<\/p>\n<h2>Abwanderung aus den Randregionen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Segmentierung des Schweizer Wohnungsmarktes zeigt sich besonders stark in Regionen, die nicht zu den Metropolitanr\u00e4umen geh\u00f6ren. An ihnen ist die Preisentwicklung beinahe unbemerkt vorbeigegangen. Dies geht in der wohnungspolitischen Diskussion, die sich vorab auf die Boomregionen konzentriert, meist vergessen. Schon jetzt sind Immobilien in weiten Teilen des Jura, der Voralpen und im Alpenbogen nur schwer verk\u00e4uflich. Aber auch gewisse Regionen und Gemeinden des Schweizer Mittellands haben mit einem Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang zu k\u00e4mpfen. In einzelnen Gemeinden der Kantone Bern, Solothurn und Neuenburg gibt es Quartiere, die bis zu 10% Wohnungsleerstand aufweisen. F\u00fcr die Vermieter sind Leerst\u00e4nde eine finanzielle Belastung. Es gibt Kreditinstitute, die in solchen Regionen keine Hypotheken gew\u00e4hren wollen oder, falls sie sich doch von einem Bauprojekt \u00fcberzeugen lassen, Risikozuschl\u00e4ge verlangen. Sind in einer Gemeinde verschiedene Liegenschaften von Leerst\u00e4nden betroffen, wird die Abwanderung zum Problem f\u00fcr die ganze Gemeinde. In manchem Dorfkern im l\u00e4ndlichen Raum verlottern Liegenschaften, weil sich eine Investition schlicht nicht rentiert.&#13;<\/p>\n<h2>Dezentrale Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur erhalten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei allen Unterschieden war und ist es ein Ziel der Schweizer Politik, gleichwertige Lebensverh\u00e4ltnisse in allen Landesregionen zu schaffen. Hierf\u00fcr braucht es einen vern\u00fcnftigen Interessenausgleich. Das hat aber nichts mit Gleichmacherei zu tun. Das Leben auf dem Land ist verschieden und soll sich von demjenigen in der Stadt unterscheiden. Gleichwertige Lebensverh\u00e4ltnisse heisst, dass in Stadt und Land eine der jeweiligen Gr\u00f6sse angemessene Versorgung besteht. Dazu geh\u00f6ren Schulen, L\u00e4den und Gesundheitseinrichtungen. Dazu geh\u00f6rt aber vor allem auch ein attraktives Angebot an Arbeitspl\u00e4tzen und Wohnraum.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Immobilienboom in der Deutschschweiz ist ZZZ-getrieben: Es wirken die Zuwanderung, das Zinsniveau und der Sog von Z\u00fcrich. Der Metropolitanraum Z\u00fcrich, zu dem auch Zug geh\u00f6rt, hat an Attraktivit\u00e4t gewonnen. In der Westschweiz geht von Genf und Lausanne eine \u00e4hnliche Anziehung aus. Ein eigener Metropolitanraum bildet Basel. Das Gewicht der Metropolitanr\u00e4ume steigt. 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