{"id":118509,"date":"2013-11-01T12:00:00","date_gmt":"2013-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/11\/kohli-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:22:53","modified_gmt":"2023-08-23T21:22:53","slug":"kohli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/11\/kohli\/","title":{"rendered":"Die Zahl der Haushalte wird in den n\u00e4chsten zwei Jahrzehnten weiter zunehmen"},"content":{"rendered":"<p>Die starke Zuwanderung aus der Europ\u00e4ischen Union (EU) in den vergangenen Jahren hat in der Schweiz zu einem deutlichen Bev\u00f6lkerungswachstum gef\u00fchrt. In den n\u00e4chsten Jahrzehnten wird die Bev\u00f6lkerung in Europa wie auch in der Schweiz rasch altern. Die Szenarien des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (BFS) zur Entwicklung der Bev\u00f6lkerung und der Haushalte in der Schweiz liefern plausible Antworten auf die Frage, wie sich die Gesamtzahl der Wohnbev\u00f6lkerung der Schweiz und die Zahl der Haushalte entwickeln werden. Sie erm\u00f6glichen es auch, den Bedarf an Wohnraum f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre abzusch\u00e4tzen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZwischen den Jahren 2000 und 2012 ist die st\u00e4ndige Wohnbev\u00f6lkerung um knapp 12% von 7,2 auf 8,0 Mio. Personen angestiegen. Die j\u00e4hrliche Zunahme war 2008 aufgrund der bedeutenden Migrationen infolge Inkrafttreten der Personenfreiz\u00fcgigkeit mit der EU am st\u00e4rksten (1,4%). Seither hat sich die j\u00e4hrliche Bev\u00f6lkerungszunahme bei 1,1% stabilisiert. Die Zahl der 20- bis 64-J\u00e4hrigen hat von 4,4 Mio. im Jahr 2000 auf beinahe 5,0 Mio. im Jahr 2012 zugenommen. Dieser Anstieg ist fast ausschliesslich den Einwanderungen von EU-Staatsangeh\u00f6rigen zuzuschreiben. Die Zahl der Personen ab 65 Jahren ist in diesem Zeitraum von 1,1 Mio. auf 1,4 Mio. angewachsen, jene der unter 20-J\u00e4hrigen hat sich hingegen bei gut 1,6 Mio. stabilisiert. Trotz der sehr hohen Zahl der Wanderungsbewegungen in den vergangenen Jahren hat die Alterung der Schweizer Bev\u00f6lkerung in diesem Zeitraum angedauert. Der Anteil der Personen ab 65 Jahren hat von 15,4% auf 17,4% zugenommen, w\u00e4hrend jener der unter 20-J\u00e4hrigen von 23,1% auf 20,4% zur\u00fcckgegangen ist. Der Anteil der 20- bis 64-J\u00e4hrigen ist von 61,5% auf 62,2% leicht angestiegen.&#13;<\/p>\n<h2>Regelm\u00e4ssig aktualisierte Bev\u00f6lkerungsszenarien<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm die k\u00fcnftige Bev\u00f6lkerungsentwicklung zu ermitteln, berechnet das BFS seit 1984 Szenarien zur Entwicklung der Bev\u00f6lkerung der Schweiz. Jede Serie von Szenarien beruht auf neuen Hypothesen, die mit Experten ausgearbeitet und mit Vertretern der Bundesverwaltung er\u00f6rtert werden. Die Hypothesen beziehen die j\u00fcngste Bev\u00f6lkerungsentwicklung sowie neue demografische Erkenntnisse mit ein. Anzumerken ist, dass die k\u00fcnftige Bev\u00f6lkerungsentwicklung in erster Linie von der aktuellen Altersstruktur der Bev\u00f6lkerung und in zweiter Linie von der k\u00fcnftigen Entwicklung von Fruchtbarkeit, Sterblichkeit und Migration abh\u00e4ngt. Die letzte Serie von Szenarien stammt aus dem Jahr 2010. Sie umfasst drei Grundszenarien sowie diverse Varianten. Nachfolgend werden die Ergebnisse des Referenzszenarios (mittleres Szenario) sowie der Variante \u00abHoher Wanderungssaldo\u00bb, die den Beobachtungen f\u00fcr das Jahr 2012 am n\u00e4chsten ist, vorgestellt.&#13;<\/p>\n<h2>Fruchtbarkeit, Sterblichkeit und\u00a0Migration<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie k\u00fcnftige Entwicklung der verschiedenen Komponenten der Bev\u00f6lkerungsentwicklung h\u00e4ngt einerseits von den j\u00fcngsten Zahlen und Ver\u00e4nderungen der Komponenten und andererseits von den vorhersehbaren Einfl\u00fcssen verschiedener sozialer, wirtschaftlicher, politischer und struktureller Faktoren auf die Komponenten ab. Werden diese Faktoren ber\u00fccksichtigt und die vergangene Entwicklung der Komponenten analysiert, k\u00f6nnen plausible k\u00fcnftige Entwicklungen bestimmt werden.&#13;<\/p>\n<h2>Die Bev\u00f6lkerung w\u00e4chst und wird\u00a0vor\u00a0allem auch \u00e4lter<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nKombiniert man die oben genannten mittleren Hypothesen miteinander, ergibt sich das mittlere Szenario. Werden f\u00fcr die Migration die hohe Hypothese und f\u00fcr alle weiteren Komponenten dieselben Hypothesen wie f\u00fcr das mittlere Szenario kombiniert, ergibt sich die Variante \u00abHoher Wanderungssaldo\u00bb. Gem\u00e4ss diesem Szenario und dieser Variante d\u00fcrfte sich die st\u00e4ndige Wohnbev\u00f6lkerung der Schweiz im Jahr 2020 auf 8,4 bis 8,7 Mio. und im Jahr 2030 auf 8,7 bis 9,3 Mio. Personen belaufen.&#13;<\/p>\n<h2>Das Bev\u00f6lkerungswachstum h\u00e4ngt immer\u00a0mehr von der Migration ab<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn den n\u00e4chsten Jahrzehnten wird das demografische Wachstum vor allem von der Migration abh\u00e4ngen. Es existiert jedoch keine sichere Methode, um die k\u00fcnftige Migrationsentwicklung zu bestimmen, da diese von zahlreichen, kaum vorhersehbaren wirtschaftlichen und politischen Faktoren abh\u00e4ngt. Hypothesen, die auf dem Wanderungssaldo basieren, f\u00fchren langfristig zu einem sehr unterschiedlichen demografischen Wachstum, und die Ermittlung der Bev\u00f6lkerungszahl ist mit grossen Unsicherheiten behaftet. Die niedrige und relativ stabile Fruchtbarkeit, der stetige R\u00fcckgang der Sterblichkeit und die aktuelle Altersstruktur der Bev\u00f6lkerung lassen jedoch vermuten, dass etwa ab dem Jahr 2030 mehr Todesf\u00e4lle als Geburten verzeichnet werden. Diese Situation d\u00fcrfte anschliessend mehrere Jahrzehnte lang anhalten. Ab dann kann die Bev\u00f6lkerung der Schweiz nur noch zunehmen, wenn der Wanderungssaldo hoch genug ist, um das Defizit der Geburten gegen\u00fcber den Todesf\u00e4llen auszugleichen.&#13;<\/p>\n<h2>Die j\u00fcngste Entwicklung der Privathaushalte<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Zahl der Privathaushalte hat im vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich zugenommen. Wird nur die st\u00e4ndige Wohnbev\u00f6lkerung am Hauptwohnsitz betrachtet, ist die Zahl der Haushalte von knapp 3,1 Mio. im Jahr 2000 auf \u00fcber 3,5 Mio. im Jahr 2011 angestiegen.&#13;<\/p>\n<h2>In Zukunft immer mehr Ein- und Zweipersonenhaushalte<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss den letzten Haushaltsszenarien aus dem Jahr 2005 wird die Zahl der Haushalte in den n\u00e4chsten zwei Jahrzehnten immer weiter ansteigen. F\u00fcr das Jahr 2020 wird eine Zahl von mindestens 3,7 Mio. und f\u00fcr 2030 von mehr als 3,9 Mio. erwartet. Diese Zunahme d\u00fcrfte in erster Linie auf die Ein- sowie die Zweipersonenhaushalte zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, deren Zahl im Jahr 2020 rund 1,5 Mio. bzw. 1,3 Mio. betragen d\u00fcrfte. Wenn diese Tendenz anh\u00e4lt, wird sich die Zahl der Einpersonenhaushalte 2030 voraussichtlich auf rund 1,6 Mio. und jene der Zweipersonenhaushalte auf 1,4 Mio. belaufen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abEntwicklung der st\u00e4ndigen Wohnbev\u00f6lkerung am 31. Dezember, 1990\u20132030\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abEntwicklung der Anzahl Haushalte nach Haushaltsgr\u00f6sse, 2000\u20132030\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die starke Zuwanderung aus der Europ\u00e4ischen Union (EU) in den vergangenen Jahren hat in der Schweiz zu einem deutlichen Bev\u00f6lkerungswachstum gef\u00fchrt. In den n\u00e4chsten Jahrzehnten wird die Bev\u00f6lkerung in Europa wie auch in der Schweiz rasch altern. 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