{"id":118574,"date":"2013-10-01T12:00:00","date_gmt":"2013-10-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/10\/schips-3\/"},"modified":"2023-08-23T23:23:11","modified_gmt":"2023-08-23T21:23:11","slug":"schips-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/10\/schips-3\/","title":{"rendered":"Die Energiestrategie 2050 aus volkswirtschaftlicher Sicht"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201310_21_Schips_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"551\" height=\"363\" \/>&#13;<\/p>\n<p class=\"bildquelle\"><span class=\"text__legend\">Photovoltaik- und Windkraftanlagen k\u00f6nnen nur bei g\u00fcnstigen Witterungsbedingungen Strom produzieren. Ohne geeignete Ausgleichsmassnahmen droht die F\u00f6rderung solcher Anlagen zur Daueraufgabe zu werden. Keystone<\/span><\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nUm die Chancen und Risiken der Energiestrategie 2050 auszuloten, haben der Kanton Aargau, WWF Schweiz und Economiesuisse den Trialog \u00abNeue Energiepolitik\u00bb initiiert.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>&#13;<br \/>\nNeben den Vertretern der Initianten nahmen Experten f\u00fcr Energiefragen aus neun weiteren Verb\u00e4nden und Organisationen am Trialog teil. In den Fachgespr\u00e4chen wurden die konzeptionellen \u00dcberlegungen f\u00fcr die Energiestrategie 2050, die Voraussetzungen f\u00fcr eine erfolgreiche Umsetzung im Hinblick auf die zentralen Zielsetzungen \u00abVerzicht auf Kernkraftwerke\u00bb und \u00abReduktion der CO2-Emissionen\u00bb sowie die Auswirkungen der dazu erforderlichen Massnahmen auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt aus unterschiedlichen Blickwinkeln analysiert.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Erhebliche Potenziale im Bereich der\u00a0fossilen Energietr\u00e4ger<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNach Einsch\u00e4tzung der Teilnehmer am Trialog sind in den Bereichen Industrie, Verkehr, Haushalte und Dienstleistungen erhebliche Potenziale vorhanden, um die Nachfrage nach fossilen Energietr\u00e4gern zu reduzieren und die Energieeffizienz zu verbessern. Eine optimale L\u00f6sung zur Erschliessung dieser Potenziale w\u00e4re der Anschluss an das Emissionshandelssystem der EU (EU-ETS), sobald dieses System wirklich funktionsf\u00e4hig wird.Ein Emissionshandel verursacht aber auch Transaktionskosten. F\u00fcr Emittenten, die nicht an einem Emissionshandelssystem teilnehmen, etwa weil f\u00fcr sie eine Beteiligung nicht wirtschaftlich oder nicht praktikabel ist, bieten sich Emissionssteuern oder Lenkungsabgaben an. Diese Instrumente haben jedoch Verteilungswirkungen, die selbst bei Lenkungsabgaben mit einer vollst\u00e4ndigen R\u00fcckerstattung auftreten. Sie sind umso st\u00e4rker, je h\u00f6her die Emissionssteuern bzw. Lenkungsabgaben sind und je mehr M\u00f6glichkeiten zur Befreiung von solchen Abgaben bestehen. Die Verteilungswirkungen von Emissionssteuern oder Lenkungsabgaben sollten daher vorab eingehend gepr\u00fcft werden, um \u00abunerw\u00fcnschte\u00bb Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft zu vermeiden.Technische Mindeststandards k\u00f6nnen geeignete Massnahmen sein, falls Informationsdefizite vorliegen oder verhaltens\u00f6konomische Gr\u00fcnde Effizienzverbesserungen oder Nachfragereduktionen behindern. Rebound-Effekte aufgrund von Effizienzverbesserungen sind zwar die Regel; ihre Auswirkungen werden aber h\u00e4ufig \u00fcbersch\u00e4tzt.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>Zu beachten ist jedoch immer, dass Energietr\u00e4ger nachgefragt werden, um Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen. Die Energienachfrager m\u00fcssen deshalb auch bereit sein, einen eigenen Beitrag zu leisten.&#13;<\/p>\n<h2>Weshalb nicht ein System mit Zielvereinbarungen?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSubventionen sind bei potenziellen Empf\u00e4ngern verst\u00e4ndlicherweise beliebt. Sie f\u00fchren jedoch zu Wettbewerbsverzerrungen, deren Kosten von den im Wettbewerb stehenden Unternehmen und den privaten Haushalten getragen werden m\u00fcssen. Subventionen l\u00f6sen oft auch weitere Subventionsbegehren aus. Sie auszurichten ist daher nur vertretbar, wenn gravierende Informationsdefizite oder verhaltens\u00f6konomische Hemmnisse \u2013 wie z.B. im Geb\u00e4udebereich \u2013 bestehen, welche die Erschliessung der Reduktions- und Effizienzverbesserungspotenziale erheblich beeintr\u00e4chtigen. Das Ausmass der unausweichlich auftretenden Mitnahmeeffekte ist im Voraus schwierig abzusch\u00e4tzen. Gute Erfahrungen konnten dagegen mit Zielvereinbarungen gemacht werden: Ein nachahmenswertes Beispiel ist das Modell der Energieagentur der Wirtschaft (EnAW). Ein System mit Zielvereinbarungen, eventuell erg\u00e4nzt mit handelbaren Zertifikaten, sollte deshalb gepr\u00fcft werden.&#13;<\/p>\n<h2>Ersatz des Stroms aus Kernkraftwerken ist technisch\u00a0m\u00f6glich<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie k\u00fcnftige Entwicklung der Stromnachfrage wird unterschiedlich eingesch\u00e4tzt. Einigkeit besteht jedoch bez\u00fcglich der Potenziale zur Reduktion der Stromnachfrage und f\u00fcr Effizienzverbesserungen. Das Ersetzen der Stromproduktion aus Kernkraftwerken durch erneuerbare Energien wird als technisch m\u00f6glich erachtet. Auch bei dem f\u00fcr den Stromsektor in Frage kommenden Massnahmenkatalog pl\u00e4dieren die Teilnehmer f\u00fcr einen konsequenten Ausbau marktwirtschaftlicher Instrumente. Diese Forderung gilt insbesondere f\u00fcr die Ausgestaltung der Kostendeckenden Einspeiseverg\u00fctung (KEV). Erste Schritte dazu k\u00f6nnten eine raschere Anpassung an sinkende Anlagekosten, eine F\u00f6rderung bedarfsgerechterer Produktionen und eine Beteiligung der neuen erneuerbaren Energien an den Kosten der Systemdienstleistungen sein. Die F\u00f6rderung von Photovoltaik- und Windkraftanlagen sollte k\u00fcnftig jedoch zumindest \u00fcber wettbewerbliche Ausschreibungen der zur Substitution des Stroms aus Kernkraftwerken jeweils ben\u00f6tigten Mengen erfolgen.&#13;<\/p>\n<h2>Ungel\u00f6ste Probleme bei Photovoltaik und Windkraft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nPhotovoltaik- und Windkraftanlagen k\u00f6nnen nur bei g\u00fcnstigen Witterungsbedingungen Strom produzieren. Aufgrund der Kostenstruktur dieser Anlagen bricht aber bei einem steigenden Anteil an der Stromerzeugung der Strompreis meist gerade dann ein, wenn diese Anlagen Strom erzeugen. Der Vorteil tempor\u00e4r niedriger Strompreise kann jedoch nur von Nachfragern genutzt werden, die einen Zugang zu den Stromb\u00f6rsen haben.Die aufgrund des reichlichen Angebots zeitweise stark fallenden Strompreise sind die Ursache f\u00fcr das <i>Missing-Money-Problem<\/i>. Dieses Problem gef\u00e4hrdet das bisherige Gesch\u00e4ftsmodell der Betreiber konventioneller Kraftwerke und die Aufrechterhaltung der zur Versorgungssicherheit erforderlichen Ausgleichs- und Netzkapazit\u00e4ten. Auch eine Refinanzierung der Photovoltaik- und Windkraftanlagen \u00fcber die in der Phase g\u00fcnstiger Produktionsbedingungen erzielbaren Erl\u00f6se wird dadurch beeintr\u00e4chtigt. Diese Anlagen werden sich ohne F\u00f6rderung noch lange Zeit nur f\u00fcr Investoren rentieren, bei denen die eigene Nachfrage mit der volatilen Stromerzeugung einigermassen gut \u00fcbereinstimmt. Die F\u00f6rderung der Photovoltaik- und Windkraftanlagen \u00abdroht\u00bb zur Daueraufgabe zu werden.Eine nur auf die Stromproduktion ausgerichtete Einspeiseverg\u00fctung beschleunigt zwar den Ausbau der Stromerzeugungskapazit\u00e4ten aus neuen erneuerbaren Energien und garantiert den Investoren eine Rendite, f\u00fchrt aber zu einer ganzen Reihe ungewollter und aus Systemsicht h\u00f6chst unerw\u00fcnschter Effekte. Die Finanzierung der Netze und Ausgleichskapazit\u00e4ten wird schwieriger und konventionelle Kraftwerke \u2013 auch Pumpspeicher- und Wasserkraftwerke \u2013 werden unrentabel. Eine auf die ver\u00e4nderten Verh\u00e4ltnisse und auf die Entwicklung in der EU abgestimmte neue Strommarktordnung ist erforderlich. Die fluktuierende und kaum prognostizierbare Einspeisung von Strom aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen muss unbedingt besser \u2013 d.h. unter Beachtung der Funktionsweise des Gesamtsystems \u2013 in den Strommarkt integriert werden. Ohne eine grundlegend \u00fcberarbeitete Strommarktordnung wird der Ausbau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen unausweichlich zu gravierenden wirtschaftlichen Problemen f\u00fchren. Im Rahmen der Neuordnung des Strommarktes sollte deshalb z.B. f\u00fcr die KEV \u2013 unter Wahrung der bereits einger\u00e4umten Besitzst\u00e4nde \u2013 der Wechsel von einer Preis- zu einer Mengensteuerung gepr\u00fcft werden. Auch andere Elemente einer neuen Strommarktordnung \u2013 wie Kapazit\u00e4tsm\u00e4rkte oder erweiterte Regelenergiem\u00e4rkte \u2013 bed\u00fcrfen noch weiterer Abkl\u00e4rungen.<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>&#13;<\/p>\n<h2>Was braucht es f\u00fcr einen Erfolg der neuen Energiepolitik?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit dem bis 2020 reichenden Szenario <i>Politische Massnahmen (POM)<\/i> k\u00f6nnen nur etwa 50% der quantitativen Reduktionsziele erreicht werden. Die noch fehlenden 50% sollen nach dem Szenario <i>Neue Energiepolitik (NEP)<\/i> mit \u00abgeeigneten\u00bb Massnahmen im Zeitraum 2020\u20132050 erreicht werden. Im Zentrum der f\u00fcr die NEP vorgeschlagenen Massnahmen steht der \u00dcbergang von einem Vorschriften-, F\u00f6rder- und Abgabensystem zu einem Lenkungssystem, z.B. durch einen verst\u00e4rkten Einsatz von Abgaben oder durch einen \u00f6kologisch motivierten Umbau des Steuersystems. Die f\u00fcr die Entscheide der Investoren und der K\u00e4ufer langlebiger Konsumg\u00fcter notwendige Planungssicherheit erfordert aber, dass die Konkretisierung der NEP und die Grundsatzdiskussion zu den gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen eines Lenkungssystems rasch erfolgen m\u00fcssen.Die Unw\u00e4gbarkeiten in Bezug auf die Entwicklungen in den kommenden Jahrzehnten sind kein Grund f\u00fcr einen Verzicht auf die technisch m\u00f6gliche Neuausrichtung des Energiesystems. Die Langfristigkeit der Zielsetzungen erfordert jedoch eine Beachtung sowohl der nur bedingt vorhersehbaren Ver\u00e4nderungen bei den in den Vernehmlassungsunterlagen unterstellten Rahmenbedingungen \u2013 Bev\u00f6lkerungsentwicklung, Wirtschaftswachstum, Weltmarktpreise f\u00fcr Energietr\u00e4ger, internationale Vereinbarungen zum Klimaschutz, technischer Fortschritt \u2013 als auch der Zielkonflikte zwischen Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit, Umwelt- und Sozialvertr\u00e4glichkeit (siehe <i>Kasten 3)\u00a0<\/i>G\u00fcterabw\u00e4gungen sind deshalb bei allen Entscheiden im Rahmen der neuen Energiepolitik notwendig. Es ist nicht m\u00f6glich, die Umsetzung der Energiestrategie 2050 schon heute in allen Details zu planen. Sukzessive Anpassungen der Teilziele und der vorgesehenen Massnahmen an die tats\u00e4chlichen Entwicklungen auf der Basis eines permanenten Monitoring sind deshalb unverzichtbar.Die Kosten des Umbaus des Energiesystems sollten transparent gemacht werden. Aus einzelwirtschaftlicher Sicht beruhen die Kosten auf dem Wert der im Produktionsprozess eingesetzten Produktionsfaktoren. Im Energiebereich sind dies vor allem die Ausgaben f\u00fcr Energietr\u00e4ger und f\u00fcr die Bereitstellung von Energiedienstleistungen. Volkswirtschaftliche Kosten ergeben sich aufgrund von Ineffizienzen. Es werden dann mehr knappe Produktionsfaktoren beansprucht werden als erforderlich. Daraus resultieren gesamtwirtschaftliche Nachteile, weil diese Produktionsfaktoren nicht mehr f\u00fcr die Produktion anderer G\u00fcter eingesetzt werden k\u00f6nnen.Die f\u00fcr eine verbesserte Energieeffizienz erforderlichen Investitionen stehen nicht mehr f\u00fcr andere Investitionen zur Verf\u00fcgung. H\u00f6here Preise f\u00fcr Energietr\u00e4ger beeintr\u00e4chtigen sowohl die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Unternehmen als auch die M\u00f6glichkeiten der privaten Haushalte zum Kauf anderer Konsumg\u00fcter. Sollten die Energiekosten in der Schweiz trotz einer Verbesserung der Energieeffizienz steigen, wird l\u00e4ngerfristig die Entwicklung der Energiekosten in anderen Wirtschaftsr\u00e4umen \u00fcber die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Unternehmen in der Schweiz mitentscheiden.&#13;<\/p>\n<h2>Die Botschaft des Bundesrates hat Verbesserungspotenzial<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Trialog hat f\u00fcr einen Erfolg der Energiestrategie 2050 entscheidende Zusammenh\u00e4nge aufgezeigt. Die Botschaft vom 4.9.2013 geht auf diese Interdependenzen nicht n\u00e4her ein. Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Abgaben und Subventionen sowie die Folgen eines wachsenden Anteils der gef\u00f6rderten neuen erneuerbaren Energien an der Stromproduktion in Europa werden in der Botschaft nicht weiter behandelt. Zwar werden punktuelle Verbesserungen sowie nahe liegende Anpassungen des in der Vernehmlassungsvorlage aufgef\u00fchrten Abgaben- und F\u00f6rderungssystems vorgeschlagen, es fehlt aber die notwendige Priorit\u00e4tensetzung. Ohne Ausarbeitung einer Strommarktordnung, die auch die Stromerzeugung aus neuen erneuerbaren Energien ber\u00fccksichtigt, verursacht die F\u00f6rderung der neuen erneuerbaren Energien aus volkswirtschaftlicher Sicht hohe und derzeit noch nicht absch\u00e4tzbare Kosten.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Der Schlussbericht mit der Liste der Teilnehmer und den Detailergebnissen ist unter http:\/\/www.energietrialog.ch abrufbar.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Materielle Basis f\u00fcr die Diskussionen der Experten waren die in der Vernehmlassungsvorlage vom 28.9.2012 und in den zugeh\u00f6rigen Unterlagen gemachten Annahmen, die zur Erreichung der angestrebten Zielsetzungen formulierten Teilziele sowie die vorgeschlagenen Massnahmen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Vgl. K. Gillingham et al, The rebound effect is overplayed, in: Nature 493 (2013), S. 475f.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Vgl. z.B. U. Meister, Keine Energiewende im Alleingang, Avenir Suisse, Z\u00fcrich 2013.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; Photovoltaik- und Windkraftanlagen k\u00f6nnen nur bei g\u00fcnstigen Witterungsbedingungen Strom produzieren. Ohne geeignete Ausgleichsmassnahmen droht die F\u00f6rderung solcher Anlagen zur Daueraufgabe zu werden. Keystone &#13; Um die Chancen und Risiken der Energiestrategie 2050 auszuloten, haben der Kanton Aargau, WWF Schweiz und Economiesuisse den Trialog \u00abNeue Energiepolitik\u00bb initiiert.&#13; Neben den Vertretern der Initianten nahmen Experten f\u00fcr [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3939,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[],"post_content_subject":[230],"acf":{"seco_author":3939,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Prof. em. Dr., ehemaliger Leiter der Konjunkturforschungsstelle der ETH Z\u00fcrich, Forschungsdozent an der Fachhochschule St. Gallen.","seco_author_post_occupation_fr":"Professeur \u00e9m\u00e9rite, ancien directeur du Centre de recherches conjoncturelles de l\u2019EPFZ, charg\u00e9 de recherche \u00e0 l\u2019universit\u00e9 de Saint-Gall","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"Die Energiestrategie 2050 des Bundesrates fordert die Politik, die Energiewirtschaft und die Energienachfrager heraus. Aufgrund der im Vergleich mit konventionellen Energietr\u00e4gern geringeren Energiedichte bedingt die Stromerzeugung mit neuen erneuerbaren Energien einen h\u00f6heren Kapitaleinsatz. Auch f\u00fcr den Ausbau der Netze und der zur Versorgungssicherheit ben\u00f6tigten Ausgleichskapazit\u00e4ten sowie f\u00fcr die Verbesserung der Energieeffizienz im Bereich der fossilen Energietr\u00e4ger sind Investitionen notwendig.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"Kasten 1:","kasten_box":"<h3>Geringe Wirkung des Emissionshandelssystems der EU<\/h3>&#13;\nEine reichliche Ausstattung mit Emissionszertifikaten, die konjunkturelle Schw\u00e4chephase und insbesondere die exzessive F\u00f6rderung von Photovoltaik- und Windkraftanlagen in Deutschland sind f\u00fcr die bislang geringe Wirkung des EU-ETS verantwortlich. Da die Gesamtmenge an Zertifikaten in der EU festgelegt ist, reduziert der \u00fcber Einspeiseverg\u00fctungen nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) gef\u00f6rderte Strom zwar in Deutschland die Stromproduktion aus fossilen Energietr\u00e4gern, f\u00fchrt aber gleichzeitig zu einer EU-weiten Preissenkung f\u00fcr Emissionszertifikate. Diese Preissenkung verbilligt den Kauf von Zertifikaten und erm\u00f6glicht anderen EU-L\u00e4ndern die Emission des in Deutschland \u00abeingesparten\u00bb CO2. Die F\u00f6rderung in Deutschland verringert damit aber auch die Marktchancen des in anderen EU-L\u00e4ndern nicht in gleichem Ausmass gef\u00f6rderten Stroms aus neuen erneuerbaren Energien."},{"kasten_title":"Kasten 2:","kasten_box":"<h3>Das Beispiel der Emissionen von Hybridfahrzeugen<\/h3>&#13;\nTechnische Mindeststandards reichen nicht zwingend zur effektiven Erreichung der angestrebten Ziele aus. So stellt die \u00dcbernahme der Emissionsvorschriften der EU f\u00fcr Motorfahrzeuge z.B. noch keinesfalls sicher, dass die Emissionen aus dem Einsatz der Fahrzeuge auch im erwarteten Ausmass zur\u00fcckgehen. Gem\u00e4ss der ECE-Norm R101 kann ein mit dem neuen europ\u00e4ischen Fahrzyklus (NEFZ) ermittelter Treibstoffverbrauch in Abh\u00e4ngigkeit von der elektrischen Reichweite eines Fahrzeuges \u2013 bei einer elektrischen Reichweite von 25 km um den Faktor 2, bei 50 km um den Faktor 3 \u2013 reduziert werden. Die Fahrzeugindustrie wird diese M\u00f6glichkeiten nutzen und vermehrt Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge anbieten. Diese d\u00fcrften, aufgrund des aus Elektroantrieb und Batterien resultierenden Mehrgewichtes, unter realistischen Einsatzbedingungen jedoch deutlich mehr Treibstoff verbrauchen, als es der zur Erf\u00fcllung der Emissionsgrenzwerte ermittelte Wert suggeriert. Um die angestrebten Reduktionen von CO2 zu erreichen, m\u00fcsste daher zus\u00e4tzlich das Fahrverhalten beeinflussende Abgaben eingef\u00fchrt werden. Die h\u00f6heren Anschaffungskosten der genannten Fahrzeuge werden sich aber auch auf die Struktur der Konsumnachfrage der privaten Haushalte auswirken, mit den entsprechenden Folgen auf die inl\u00e4ndische Wertsch\u00f6pfung."},{"kasten_title":"Kasten 3:","kasten_box":"<h3>Grosse Fragezeichen bei den Modellrechnungen<\/h3>&#13;\nUm die volkswirtschaftlichen Kosten der Energiestrategie 2050 bestimmen zu k\u00f6nnen, m\u00fcsste ein Vergleich mit einer Entwicklung ohne neue Energiepolitik gemacht werden. Da aber die Ver\u00e4nderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Technik nicht f\u00fcr Jahrzehnte im Voraus absehbar sind, ist ein derartiger Vergleich nicht durchf\u00fchrbar. Zwar wird versucht, dieses Problem mit Hilfe von Modellen, die sich auf die Daten der Vergangenheit st\u00fctzen und teilweise mit realit\u00e4tsfernen Annahmen operieren, zu l\u00f6sen. Die Ergebnisse derartiger Modellrechnungen sind jedoch \u00e4usserst kritisch zu hinterfragen. a&#13;\n&#13;\na Vgl. z.B. S. Borner et al, Volkswirtschaftliche Auswirkungen der Energiestrategie 2050 des Bundesrates, Basel 2012, S. 43 ff. und insbesondere S. 94 ff."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":118577,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"7291","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55436737c5b0a"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118574"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3939"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=118574"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118574\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127187,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118574\/revisions\/127187"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3939"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=118574"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=118574"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=118574"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=118574"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=118574"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=118574"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}