{"id":118634,"date":"2013-09-01T12:00:00","date_gmt":"2013-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/09\/aeberhardtmisteli-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:23:20","modified_gmt":"2023-08-23T21:23:20","slug":"aeberhardtmisteli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/09\/aeberhardtmisteli\/","title":{"rendered":"Vorsorgeeinrichtungen und flexibler Altersr\u00fccktritt"},"content":{"rendered":"<p>Eine hohe Erwerbsbeteiligung der \u00e4lteren Generation erleichtert die\u00a0Finanzierung der Sozialwerke. Deshalb ist es wichtig, die ans\u00e4ssige Arbeitsbev\u00f6lkerung bei der Stange zu halten. Im internationalen Vergleich steht die\u00a0Schweiz mit einer Erwerbsbeteiligung der \u00e4lteren Arbeitnehmenden von knapp 70% bereits heute gut da. Um die Beteiligung am Arbeitsmarkt hochzuhalten, m\u00fcssen die Vorsorgeeinrichtungen auch in Zukunft anreizneutral ausgestaltet bleiben. Wie sind die vom Bundesrat beschlossenen Eckpunkte der Vorsorge 2020 in dieser Hinsicht einzuordnen? <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201309_09_AeberhardtMisteli_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<\/p>\n<p class=\"bildquelle\">Foto: Keystone<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nBei der Diskussion sozialpolitischer Projekte stehen Fragen der sozialen Sicherheit und der wirtschaftspolitischen Folgen im Vordergrund. Die Auswirkungen der Vorsorgeeinrichtungen auf den Arbeitsmarkt k\u00f6nnen je nach Ausgestaltung der Regelungen sehr stark ausfallen.&#13;<\/p>\n<h2>Prosperit\u00e4t durch hohe Erwerbsbeteiligung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine hohe Arbeitsmarktbeteiligung der \u00e4lteren Generation erleichtert die Finanzierung der Sozialwerke, weil diese \u00fcber l\u00e4ngere Zeit Lohnbeitr\u00e4ge entrichten und spiegelbildlich \u00fcber k\u00fcrzere Zeit Renten beziehen. Doch die Effekte gehen noch erheblich dar\u00fcber hinaus: Die Verf\u00fcgbarkeit von gut ausgebildeten Fachkr\u00e4ften wird auch in den\u00a0kommenden Jahren ein entscheidender Wirtschaftsfaktor sein. Und hier k\u00f6nnen die \u00e4lteren Arbeitnehmenden aufgrund ihres Wissens und ihrer Erfahrung eine wichtige Rolle spielen.&#13;<\/p>\n<h2>G\u00fcnstige Ausgangslage in der Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\n<i>Grafik 1<\/i> zeigt auf, dass die Schweiz im internationalen Vergleich eine \u00fcberdurchschnittlich hohe Erwerbsbeteiligung \u00e4lterer Arbeitnehmender von knapp 70% aufweist. Unter den L\u00e4ndern der OECD ist die Erwerbsbeteiligungsquote der 55- bis 64-j\u00e4hrigen Bev\u00f6lkerung lediglich in Island, Neuseeland und Schweden h\u00f6her. L\u00e4nder mit einer niedrigen Arbeitsbeteiligung \u00e4lterer Arbeitnehmender verf\u00fcgen f\u00fcr die kommenden Jahre \u00fcber ein Potenzial, welches durch geeignete Massnahmen in der Arbeitsmarktpolitik nutzbar gemacht werden kann. Wenn es in den betreffenden L\u00e4ndern gelingt, gener\u00f6se Fr\u00fchpensionierungsarrangements zu reduzieren oder gezielter einzusetzen, kann dieses Potenzial aktiviert werden. In der Schweiz ist das Potenzial der 55- bis 64-J\u00e4hrigen zu einem hohen Grad ausgesch\u00f6pft. Gem\u00e4ss einer Studie des Bundesamtes f\u00fcr Sozialversicherungen (BSV)&#13;<br \/>\nVgl. BSV Forschungsbericht 11\/12: Altersr\u00fccktritt im Kontext der demografischen Entwicklung. Judith Trageser, Stefan Hammer, Juliane Fliedner (INFRAS), 2012. treten zwar rund 40% der Erwerbst\u00e4tigen bis ein Jahr vor dem Erreichen des ordentlichen Rentenalters aus dem Berufsleben aus, doch erfolgt dieser vorgezogene Ruhestand im internationalen Vergleich relativ sp\u00e4t. \u00dcber ein Drittel der Erwerbst\u00e4tigen arbeitet \u00fcber das Pensionierungsalter hinaus. Obwohl diese Gruppe insgesamt ein h\u00f6heres Einkommensniveau aufweist, arbeitet dennoch ein Drittel bis die H\u00e4lfte der Befragten auch aus finanziellen Gr\u00fcnden noch \u00fcber das ordentliche AHV-Rentenalter hinaus.&#13;<br \/>\nBSV Forschungsbericht 11\/12, Seite 18. Die gleiche Studie hat belegt, dass der Ruf nach Flexibilisierung des Altersr\u00fccktritts immer st\u00e4rker wird.&#13;<\/p>\n<h2>Entscheid \u00fcber den Altersr\u00fccktritt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Vorsorgeeinrichtungen in den verschiedenen L\u00e4ndern legen ein statutarisches Rentenalter fest. Dieses bestimmt in der Regel, in welchem Alter der Versicherte mit den vollen Leistungen der Vorsorge rechnen kann. Daneben gibt es in den meisten Systemen eine gewisse Flexibilit\u00e4t. Dies kann im Rahmen eines flexibilisierten Altersr\u00fccktritts erfolgen, aber auch in Form spezifischer Arrangements zur Fr\u00fchpensionierung, wie etwa in der Folge grosser Krisen. Es gibt viele Motive, welche f\u00fcr den Entscheid der Arbeitnehmenden \u00fcber den Zeitpunkt des Altersr\u00fccktritts den Ausschlag geben k\u00f6nnen. Befragungen dazu sind jedoch mit Vorsicht zu geniessen, da bei der Beantwortung momentane Stimmungslagen eine grosse Rolle spielen k\u00f6nnen. Daneben gibt es aber auch harte wirtschaftliche Faktoren, welche indirekt mit den Vorsorgeeinrichtungen zusammenh\u00e4ngen. Beispiele daf\u00fcr sind:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>die allgemeine Wirtschaftslage, welche die Nachfrage nach Arbeitskr\u00e4ften bestimmt;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>das Funktionieren des Arbeitsmarktes allgemein und die Bedingungen f\u00fcr \u00e4ltere Arbeitnehmende im Besonderen;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>der Bildungsstand der \u00e4lteren Stellensuchenden;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>die Kapitalien, \u00fcber welche die Versicherten verf\u00fcgen, wie beispielsweise Grundbesitz;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>die Bereitschaft der Unternehmen, \u00e4ltere Arbeitnehmende zu besch\u00e4ftigen.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nDaneben k\u00f6nnen negative Anreize auch direkt von der Altersvorsorge her kommen. Wenn beispielsweise eine um ein Jahr sp\u00e4tere Pensionierung die Rente nicht ver\u00e4ndert und das Lohneinkommen nicht erheblich h\u00f6her ist als das Renteneinkommen, ist es wirtschaftlich nicht interessant, l\u00e4nger zu arbeiten. Die Fr\u00fchpensionierungen sind in diesen F\u00e4llen sehr hoch. Um die Partizipation der \u00e4lteren Arbeitnehmenden hochzuhalten, ist darauf zu achten, starke materielle Vorteile f\u00fcr einen fr\u00fcheren Pensionierungszeitpunkt zu vermeiden und versicherungstechnisch korrekte Rentenzuschl\u00e4ge f\u00fcr ein Herausz\u00f6gern des Rentenalters zu gew\u00e4hren. Ein solches System folgt der Faustregel, dass der Entscheid \u00fcber den Pensionierungszeitpunkt materiell weder vers\u00fcsst noch bestraft werden sollte. Diesen Sachverhalt bezeichnet man mit dem Begriff <i>Anreizneutralit\u00e4t<\/i>.&#13;<\/p>\n<h2>Das schweizerische System: Anreize f\u00fcr l\u00e4ngeres Arbeiten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei der e<i>rsten S\u00e4ule<\/i> f\u00fchrt ein Vorbezug der AHV zu einer K\u00fcrzung und der Aufschub der Rente zu einem Zuschlag der Leistungen (siehe <i>Tabelle 1<\/i>). Diese S\u00e4tze wurden im Rahmen der 10. AHV-Revision versicherungsmathematisch festgelegt.&#13;<br \/>\nIn der kommenden Botschaft zur Vorsorge 2020 sollen die S\u00e4tze aktualisiert werden. Damit gehen von der AHV keine Anreize f\u00fcr eine fr\u00fchzeitige Pensionierung aus. Die z<i>weite S\u00e4ule<\/i> basiert auf dem Kapitalisierungsprinzip. Mit jedem Jahr zus\u00e4tzlicher Berufst\u00e4tigkeit wird zus\u00e4tzliches Kapital ge\u00e4ufnet. Somit wirkt die zweite S\u00e4ule prinzipiell anreizneutral. Die Anreizneutralit\u00e4t wird jedoch durch ungewollte Umverteilungen innerhalb der zweiten S\u00e4ule eingeschr\u00e4nkt. Diese Mechanismen entstehen in der Regel durch die Finanzierung von Leistungsversprechen. Prominentes Beispiel daf\u00fcr ist der Mindestumwandlungssatz, welcher bei den heutigen Renten zur Folge hat, dass eine Umverteilung von den j\u00fcngeren Kohorten an die \u00e4lteren und die Rentenbez\u00fcger erfolgt. Die Altersgutschriften in der zweiten S\u00e4ule sind nach Altersklassen abgestuft. \u00c4ltere Arbeitnehmende bezahlen \u2013 gem\u00e4ss dem BVG Minimum \u2013 deutlich mehr als junge. Dies bedeutet f\u00fcr die Arbeitgeber, dass \u00e4ltere Mitarbeitende erheblich h\u00f6here Lohnnebenkosten aufweisen. Die Auswirkungen auf die Besch\u00e4ftigungsf\u00e4higkeit \u00e4lterer Arbeitnehmender werden kontrovers beurteilt. Hohe \u00fcberobligatorische Zweite-S\u00e4ule-Kapitalien k\u00f6nnen einen fr\u00fchzeitigen Altersr\u00fccktritt beg\u00fcnstigen, weil das Kapital zu einem komfortablen Altersr\u00fccktritt reicht, auch wenn ein zus\u00e4tzliches Jahr der Erwerbst\u00e4tigkeit das Kapital weiter erh\u00f6hen w\u00fcrde. Dies erkl\u00e4rt auch, weshalb in unserem Land Gutverdienende fr\u00fcher in Pension gehen k\u00f6nnen. Dieser Effekt kann aber nicht den Vorsorgeeinrichtungen angelastet werden, weil ein vorgezogener Altersr\u00fccktritt auch durch private Sparkapitalien oder Liegenschaftsbesitz finanziert werden kann.&#13;<\/p>\n<h2>Wo steht die Schweiz im internationalen Vergleich?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nQualitativ betrachtet lohnt es sich in der Schweiz, l\u00e4nger zu arbeiten. Wo aber steht das Schweizer System im internationalen Vergleich? Wir basieren unsere Aussagen dazu auf einer Studie der OECD aus dem Jahre 2011.&#13;<br \/>\nOECD (2011), Pensions at a Glance 2011: Retirement-income Systems in OECD and G20 Countries, OECD Publishing. Es werden dabei zwei Indikatoren zur Messung der finanziellen Anreize herbeigezogen: die Ersatzquote&#13;<br \/>\nReplacement Rate. und die Ver\u00e4nderung der kapitalisierten Pension bei einer einj\u00e4hrigen Verl\u00e4ngerung der Arbeit zwischen 60\u00a0und 65 Jahren.&#13;<br \/>\nChange in Pension Wealth.&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Die Ersatzquote misst den Prozentsatz des Einkommens nach dem Pensionszeitpunkt relativ zum Vorpensionierungseinkommen. Je tiefer diese Zahl ist, desto gr\u00f6sser ist der finanzielle Anreiz, weiterzuarbeiten. Die Ersatzquote der Schweiz f\u00fcr Arbeitnehmende mit durchschnittlichem Einkommen ist mit 57,9% in etwa gleich hoch wie der OECD-Durchschnitt (57,4%).<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Die Ver\u00e4nderung der kapitalisierten Pension kann sowohl negativ, als auch positiv sein (siehe Grafik 2). Bei einem negativen Wert nimmt das Pensionskapital ab, wenn man l\u00e4nger arbeitet, bei einem positiven Wert nimmt das Kapital zu. In der Schweiz steigt das Pensionskapital um 12,1% eines Jahreslohnes, wenn eine Person zwischen 60 und 65 Jahren ein weiteres Jahr arbeitet. Dies sollte einen positiven Effekt auf die Weiterarbeit haben. Wenn hingegen eine Person desselben Alters beispielsweise in Luxemburg ein Jahr l\u00e4nger arbeitet, sinkt deren Pensionskapital um 76% eines Jahreslohnes.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Berechnungen der OECD stellen eine starke Abstraktion dar und sind deshalb als Gr\u00f6ssenordnung und nicht als pr\u00e4zise Sch\u00e4tzung zu verstehen. Sie weisen aber darauf hin, dass die Anreize, im Berufsleben zu bleiben, f\u00fcr die schweizerischen Arbeitnehmenden hoch sind: Erstens geht von der Ersatzquote kein starker Anreiz zur Pensionierung aus, und zweitens lohnt es sich, l\u00e4nger zu arbeiten.&#13;<\/p>\n<h2>Bedeutung der Wirtschaftsentwicklung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie wir bereits argumentiert haben, ist die Partizipation \u00e4lterer Arbeitnehmender in\u00a0der Schweiz zwar durch die Vorsorgeeinrichtungen mitbeeinflusst, aber nicht prim\u00e4r verursacht. Langfristig bedeutender ist die Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung. Schon in der Vergangenheit waren w\u00e4hrend l\u00e4ngerer Rezessionsphasen geh\u00e4uft vorzeitige Altersr\u00fccktritte zu beobachten. Rein volkswirtschaftlich ist dies dann sinnvoll, wenn w\u00e4hrend dem Aufschwung die vorgezogenen Altersr\u00fccktritte wieder abnehmen. Problematischer wird die Sache bei einer jahrelang schlechten Wirtschaftsentwicklung mit niedrigen Wachstumsraten und einer schlechten Arbeitsmarktlage, wie sie in den 1990er-Jahren in unserem Land vorherrschte. Die damals get\u00e4tigten vorgezogenen Altersr\u00fccktritte wurden durch eine ausgezeichnete Rendite auf den Finanzm\u00e4rkten erleichtert. Somit konnten sich Arbeitnehmende relativ komfortabel pensionieren lassen. Sollten in Zukunft einmal \u00e4hnliche Stagnationstendenzen vorherrschen, und w\u00e4re die Finanzmarktlage ung\u00fcnstig, best\u00fcnde die Gefahr, dass ganze Kohorten fr\u00fchzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden und eine Vorverlegung des Pensionierungsalters faktisch zum Standard wird.&#13;<\/p>\n<h2>Blick in die Zukunft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr die kommenden Jahre hat der Bundesrat zwei Projekte in die Wege geleitet, welche f\u00fcr die \u00e4lteren Arbeitnehmenden und die Flexibilisierung von Bedeutung sind: die Reform der Altersvorsorge 2020 (<i>Vorsorge 2020<\/i>) sowie die <i>Fachkr\u00e4fteinitiative<\/i>. In den Eckpunkten zur <i>Vorsorge 2020<\/i> hat der Bundesrat im November 2012 Leitlinien f\u00fcr die Reform des R\u00fccktrittsalters in der ersten und zweiten S\u00e4ule beschlossen. Die folgenden Punkte sind f\u00fcr die Flexibilisierung von Bedeutung:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Harmonisierung des Referenzalters f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen bei 65 Jahren (AHV und BVG). Das Referenzalter ersetzt dabei\u00a0das bisherige statutarische Pensionierungsalter;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>koordinierte und versicherungstechnisch korrekte Flexibilisierung des Altersr\u00fccktritts f\u00fcr AHV und BVG. Damit wird die Anreizneutralit\u00e4t als besch\u00e4ftigungspolitische St\u00e4rke des schweizerischen Vorsorgesystems weitergef\u00fchrt;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Reduktion der Attraktivit\u00e4t eines vorzeitigen Altersr\u00fccktritts, insbesondere Anhebung der Schwelle von 58 Jahren f\u00fcr den fr\u00fchesten Zeitpunkt des Altersr\u00fccktritts in der beruflichen Vorsorge.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nUnter den Stossrichtungen der <i>Fachkr\u00e4fteinitiative<\/i> befinden sich auch Massnahmen zur Erh\u00f6hung der Besch\u00e4ftigungsf\u00e4higkeit \u00e4lterer Arbeitnehmender:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Der Gesundheit im Allgemeinen und speziell der Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz kommt f\u00fcr den Erhalt der Arbeitsmarktf\u00e4higkeit eine entscheidende Rolle zu. Mit dem Ziel, betriebliche Gesundheitsf\u00f6rderung st\u00e4rker zu verbreiten, wurde ein nationales Forum aufgebaut. Auch die nationalen Pr\u00e4ventionsprogramme des Bundesamtes f\u00fcr Gesundheit (BAG) fokussieren auf den Erhalt und die Wiedererlangung der Gesundheit der Bev\u00f6lkerung sowie ein gesundes Altern und verhindern dadurch Absentismus und hohe Kosten. Aus betrieblicher Sicht sind beispielsweise Pr\u00e4ventionsprogramme zu Suchtproblemen oder Depressionen von Bedeutung.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Auch die Weiterbildung oder die H\u00f6herqualifizierung im Erwachsenenalter tragen dazu bei, dass Arbeitnehmende l\u00e4nger aktiv im Erwerbsleben bleiben m\u00f6chten und k\u00f6nnen. In beiden Bereichen ist die Schweiz bereits gut positioniert. Verschiedene Massnahmen sind darauf ausgerichtet, diese gute Position zu verst\u00e4rken.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Arbeitslosenversicherung verf\u00fcgt \u00fcber ein breites Angebot an arbeitsmarktlichen Massnahmen, welche die Integration von Stellensuchenden f\u00f6rdern. Mit der Erh\u00f6hung der Einarbeitungszusch\u00fcsse f\u00fcr \u00e4ltere Stellensuchende im Rahmen der letzten Teilrevision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes hat der Bund einen Schritt in diese Richtung gemacht.&#13;<\/p>\n<h2>Basis ist eine solide Wirtschaftslage<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Vorsorgeeinrichtungen sind bereits heute f\u00fcr die \u00e4lteren Arbeitnehmenden sehr besch\u00e4ftigungsfreundlich. Dies wird nach den Leitlinien des Bundesrates f\u00fcr die Vorsorge 2020 auch in Zukunft weitergef\u00fchrt. Die Flexibilisierung des Altersr\u00fccktritts soll versicherungstechnisch korrekt erfolgen. Diese Flexibilisierung ist nicht allein durch die Vorsorgeeinrichtungen zu stemmen. Solide makro\u00f6konomische Bedingungen, stabile Staatsfinanzen und die sektorale Politik, wie sie in der Fachkr\u00e4fteinitiative vorgesehen ist, sind ebenso wichtig wie die Vorsorgeeinrichtungen selber. Das hochstehende schweizerische System kann nur auf einer soliden wirtschaftspolitischen Grundlage bestehen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abErwerbsbeteiligung der 55- bis 64-j\u00e4hrigen Bev\u00f6lkerung, 1.Quartal 2013\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abVer\u00e4nderung der kapitalisierten Pension in&nbsp;% eines Jahreseinkommens bei Verl\u00e4ngerung der Arbeit\u00a0um\u00a0ein Jahr zwischen 60 und 65 Jahren, 2011\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1: \u00abProzentuale Ver\u00e4nderung bei Vorbezug oder Aufschub der AHV\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine hohe Erwerbsbeteiligung der \u00e4lteren Generation erleichtert die\u00a0Finanzierung der Sozialwerke. Deshalb ist es wichtig, die ans\u00e4ssige Arbeitsbev\u00f6lkerung bei der Stange zu halten. Im internationalen Vergleich steht die\u00a0Schweiz mit einer Erwerbsbeteiligung der \u00e4lteren Arbeitnehmenden von knapp 70% bereits heute gut da. 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