{"id":118729,"date":"2013-07-01T12:00:00","date_gmt":"2013-07-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/07\/frey-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:23:25","modified_gmt":"2023-08-23T21:23:25","slug":"frey","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/07\/frey\/","title":{"rendered":"Fragilit\u00e4t in Nordafrika erschwert die Hilfe durch die Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweiz hat ihr Engagement in Nordafrika nach dem Arabischen Fr\u00fchling betr\u00e4chtlich verst\u00e4rkt. Mit der Verabschiedung des Nordafrika-Programms brachte der Bundesrat seine Absicht zum Ausdruck, den \u00dcbergangsprozess zur Demokratie in der Region zu unterst\u00fctzen. &shy;Tunesien und \u00c4gypten sind zwei Schwerpunktl\u00e4nder des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco), das sich dort namentlich auf ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum und die Schaffung von &shy;Arbeitspl\u00e4tzen konzentriert. &shy;Diese T\u00e4tigkeit findet jedoch in einem sehr spezifischen, fragilen\u00a0Kontext statt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201307_05_Frey_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"278\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nVor dem Arabischen Fr\u00fchling galten die L\u00e4nder in dieser Region nicht als fragil. Einzig die Lage in Jemen wurde als kritisch betrachtet, wie dies der letzte Bericht des <i>Development Assistance Committee (DAC)<\/i> \u00fcber fragile Staaten festhielt.&#13;<br \/>\nDas DAC geh\u00f6rt zur Organisation f\u00fcr wirtschaftliche &shy;Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Quelle: DAC\/OECD, Fragile States 2013: Resource Flows and Trends in\u00a0a Shifting World, Paris, 2012, S.36. Tunesien hingegen musste in Sachen Stabilit\u00e4t den Vergleich mit Brasilien nicht scheuen und erntete Lob f\u00fcr seine Regierungsf\u00fchrung und seine allgemeine Wirtschaftspolitik.Die Umw\u00e4lzungen in Tunesien, \u00c4gypten und einem grossen Teil der \u00fcbrigen arabischen Welt haben uns vor Augen gef\u00fchrt, dass Fragilit\u00e4t ein komplexes Problem ist, dem nur ein multidimensionaler L\u00f6sungs&shy;ansatz gerecht wird. Die Unruhen veranschaulichen insbesondere, dass autokratische &shy;Regimes besonders anf\u00e4llig sind, wenn sie wirtschaftlich einen mittleren Entwicklungsstand erreichen. Die herk\u00f6mmlichen Indikatoren zur Gouvernanz reichen hier anscheinend nicht aus. Eine wichtige Rolle spielt das Verh\u00e4ltnis zwischen Staat und Bev\u00f6lkerung. Zu ber\u00fccksichtigen sind zudem die Verletzlichkeit eines Landes und die Anpassungs&shy;f\u00e4higkeit an strukturelle Ver\u00e4nderungen in &shy;Bereichen wie Bev\u00f6lkerungsentwicklung, Technologie und Klimawandel.&#13;<\/p>\n<h2>Die neue Fragilit\u00e4t von Tunesien und\u00a0\u00c4gypten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNachdem die Revolutionen in Tunesien die Defizite offenbarten, die in der Beziehung zwischen Staat und Bev\u00f6lkerung in diesen Diktaturen bestanden, weisen die beiden L\u00e4nder heute \u2013 zwei Jahre nach der Absetzung der ge\u00e4chteten Herrscher \u2013 Eigenschaften auf, die eindeutig als Fragilit\u00e4t zu werten sind. Der Transitionsprozess erfordert Ver\u00e4nderungen in allen Bereichen des politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens. Doch dieser \u00dcbergang ist gepr\u00e4gt von Unsicherheiten: Die Arbeiten f\u00fcr die neuen Verfassungen verz\u00f6gern sich, die Wahltermine werden immer weiter hinausgeschoben, viele Regierungsstrategien sind noch in Bearbeitung, der Aufstieg extremistischer religi\u00f6ser Gruppen f\u00fchrt zu Spannungen und die Sicherheitslage verschlechtert sich. Die meisten Wirtschaftsindikatoren zeigen nach unten und n\u00e4hren die Frustration der Bev\u00f6lkerung, die vergeblich darauf wartet, dass sich ihre Lebensumst\u00e4nde verbessern. Derzeit existiert weder in \u00c4gypten noch in Tunesien eine Strategie f\u00fcr einen Ausweg aus der Wirtschaftskrise. In <i>Tunesien<\/i> zieht zwar die Konjunktur wieder an, nachdem es im Anschluss an die Revolution zu einer empfindlichen Verlangsamung gekommen war. Mit einem Wachstum von 2,7% im ersten Quartal 2013 verl\u00e4uft der Aufschwung aber z\u00f6gerlich, weshalb l\u00e4ngst nicht alle Personen, die neu auf den Arbeitsmarkt kommen, eine Stelle finden.&#13;<br \/>\nZur Deckung der zus\u00e4tzlichen Nachfrage nach Arbeitspl\u00e4tzen w\u00e4re gem\u00e4ss Sch\u00e4tzungen ein BIP-Wachstum von mindestens 7% erforderlich (Elyes Jouini, Vizepr\u00e4sident von Paris Dauphine, anl\u00e4sslich einer Konferenz zum\u00a0Zustand der Wirtschaft Tunesiens am 7. Mai 2013 in\u00a0Tunis) Die Investitionen aus dem In- und Ausland haben einen Tiefpunkt erreicht, das Budgetdefizit nimmt weiter zu, die Inflation bewegt sich im zweistelligen Bereich und die Arbeitslosenquote liegt bei 19%, wobei zu zwei Dritteln unter 30-J\u00e4hrige und zu einem Drittel Personen mit abgeschlossener Ausbildung betroffen sind. In <i>\u00c4gypten<\/i> hat die Revolution dem Tourismus geschadet, gleichzeitig sind die Industrieproduktion und die Direktinvestitionen stark geschrumpft. Das Wirtschaftswachstum belief sich 2012 auf 2,2%&#13;<br \/>\nGegen\u00fcber 6,7% im Zeitraum 2009\u20132010. und erreichte im ersten Quartal 2013 lediglich 2,6%. Die sch\u00e4tzungsweise 700\u2009000 Personen, die j\u00e4hrlich neu auf den Arbeitsmarkt kommen, m\u00fcssen sich 200\u2009000 Stellen teilen. Die Arbeitslosigkeit steigt deshalb stetig und erreichte im ersten Quartal 2013 gem\u00e4ss offiziellen Quellen 13%.&#13;<br \/>\nInoffizielle Quellen sprechen von deutlich h\u00f6heren Werten. Trotz Krediten von L\u00e4ndern wie Katar und Libyen ist das Budgetdefizit substanziell, w\u00e4hrend das Land auf den Abschluss der Vereinbarung mit dem IWF wartet.&#13;<\/p>\n<h2>Schleichende Destabilisierung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSymptomatisch ist, dass die Verwaltungen der beiden L\u00e4nder, die in der Anfangsphase der Revolution ihre Funktionen aufrechterhielten und als Stabilisator wirkten, nun langsam die Motivation verlieren. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind vielf\u00e4ltig: Viele h\u00f6here F\u00fchrungskr\u00e4fte wurden willk\u00fcrlich ersetzt. Die \u00dcberarbeitung der Sektorstrategien kommt nicht voran, und allgemein schwindet die Hoffnung auf eine erfolgreiche Transition. Die Beziehung zwischen Staat und Bev\u00f6lkerung muss dringend neu definiert werden.Hinzu kommen strukturelle Trends, die ebenfalls destabilisierend wirken. So werden in Tunesien und \u00c4gypten aufgrund der Bev\u00f6lkerungsentwicklung in den n\u00e4chsten 15 Jahren sehr viele Jugendliche auf den Arbeitsmarkt dr\u00e4ngen.&#13;<br \/>\nIn Tunesien versuchen jedes Jahr 50000 junge &shy;Erwachsene, in der Arbeitswelt Fuss zu fassen. Beide L\u00e4nder leiden an Wasserknappheit \u2013 ein Problem, das sich mit dem Klimawandel versch\u00e4rfen wird.&#13;<br \/>\nVgl. Signet Institute, Water Scarcity: Low Levels of &shy;Natural Water Resources Poses Challenge to Region\u2019s Growth, Kairo, 2013, S. 1\u20132.&#13;<\/p>\n<h2>Das Nordafrika-Programm des &shy;Bundesrates<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Schweizer Engagement in Nordafrika steht im Zeichen des Arabischen Fr\u00fchlings und der Unterst\u00fctzung bei der demokratischen Transition. Der Bundesrat reagierte rasch auf die Revolutionen in Tunesien und \u00c4gypten und verabschiedete am 11. M\u00e4rz 2011 das Nordafrika-Programm.&#13;<br \/>\nVgl. <a href=\"http:\/\/www.deza.admin.ch\">http:\/\/www.deza.admin.ch<\/a>, L\u00e4nder, Nordafrika. In dessen Rahmen beschloss der Bundesrat, das Engagement der Schweiz in dieser Region mittelfristig substanziell auszubauen.&#13;<br \/>\nDas Nordafrika-Programm schliesst auch Marokko und\u00a0Libyen mit ein. Die Aktivit\u00e4ten des Seco konzen&shy;trieren sich aber auf die zwei Schwerpunktl\u00e4nder &shy;Tunesien und\u00a0\u00c4gypten. Das Programm sieht drei Schwerpunktbereiche vor:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>\u00dcbergang zur Demokratie: Ziel ist die Schaffung transparenter, partizipativer, rechtsstaatlicher Strukturen. Beispiele sind die Unterst\u00fctzung bei der Organisation von Wahlen oder die St\u00e4rkung der Medien.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Wirtschaftliche Entwicklung: Hier geht es um die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen, insbesondere durch verbesserte wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die F\u00f6rderung des Unternehmertums und der Arbeitsmarktf\u00e4higkeit von Jugendlichen sowie eine verbesserte Basisinfrastruktur.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Migration und Schutz: Eine nachhaltige Migrationsstrategie soll insbesondere die R\u00fcckkehr und Wiedereingliederung von Migranten gew\u00e4hrleisten und einen st\u00e4rkeren Einbezug der im Ausland lebenden Staatsangeh\u00f6rigen (Diaspora) in die Wirtschaftsentwicklung des Landes erm\u00f6glichen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li class=\"c1\">An der Umsetzung des Nordafrika-Programms sind drei Departemente beteiligt: das WBF (Seco), das EDA (Politische Direktion, Direktion f\u00fcr V\u00f6lkerrecht, Direktion f\u00fcr Entwicklung und Zusammenarbeit) und das EJPD (Bundesamt f\u00fcr Migration). Diese gehen koordiniert, koh\u00e4rent und komplement\u00e4r (3K)&#13;<br \/>\nVgl. 3C Conference Report, 3C Roadmap (Coherence, &shy;Coordination and Complementarity), Genf, 2009. vor und orientieren sich an Grunds\u00e4tzen, die in einem fragilen Umfeld besonders wichtig sind:<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Partnerschaftlicher Ansatz: Die Projektvorschl\u00e4ge werden immer in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Beh\u00f6rden und Partnern erarbeitet.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Relevanz: Das Engagement der Schweiz soll zur Bew\u00e4ltigung priorit\u00e4rer Herausforderungen durch innovative Programme beitragen, die einen echten Mehrwert bringen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Komplementarit\u00e4t (Whole of Government Approach): Die am Nordafrika-Programm beteiligten Bundes\u00e4mter sprechen sich systematisch ab und suchen konsequent nach Synergien mit ihren eigenen Aktivit\u00e4ten in der Region.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Von kurz- zu l\u00e4ngerfristigen Zielen: Die Programme sollen kurzfristig Ergebnisse zeigen und dringliche Bed\u00fcrfnisse decken, aber auch langfristige, nachhaltige Wirkungen erzielen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Koordination: Die Programmt\u00e4tigkeit wird systematisch auf eine gute Koordination und m\u00f6gliche Synergien mit den Aktivit\u00e4ten der Beh\u00f6rden und anderer Geldgeber und Organisationen ausgerichtet.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Schadensvermeidung: Das Prinzip des \u00abDo no harm\u00bb ist eine Mindestanforderung f\u00fcr alle Programme.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2>Das Seco in Tunesien und \u00c4gypten: Unsicherheiten ber\u00fccksichtigen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSowohl auf Programmebene als auch f\u00fcr die Umsetzung ber\u00fccksichtigt das Seco in den Strategien 2013\u20132016 f\u00fcr Tunesien und \u00c4gypten&#13;<br \/>\nVgl. <a href=\"http:\/\/www.seco-cooperation.admin.ch\">http:\/\/www.seco-cooperation.admin.ch<\/a>, L\u00e4nder, L\u00e4nderstrategie Tunesien 2013\u20132016; L\u00e4nderstrategie \u00c4gypten 2013\u20132016. die besonderen Umst\u00e4nde, die sich aus dem fragilen Zustand der L\u00e4nder ergeben. Die Strategien beachten insbesondere die f\u00fcr diesen Fall festgelegten Prinzipien (siehe <i>Kasten 1<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Prinzipien f\u00fcr ein Engagement in fragilen Staaten und Situationen:\u2028Die F\u00e4lle Tunesien und \u00c4gypten<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDen Kontext als Ausgangspunkt nehmen. Alle Projekte werden auf der Grundlage von Sondierungseins\u00e4tzen im Land ausgearbeitet. W\u00e4hrend dieser Eins\u00e4tze werden Gespr\u00e4che sowohl mit den nationalen und lokalen Beh\u00f6rden als auch mit Vertretern der Zivilgesellschaft und des Privatsektors sowie mit andern im Land t\u00e4tigen Geldgebern gef\u00fchrt. Mit Werkzeugen wie dem Monitoring, Evaluating, Reporting and Verifying (Merv) finden vor Ort regelm\u00e4ssig \u00dcberpr\u00fcfungen des Kontexts f\u00fcr das gesamte Portefeuille an Aktivit\u00e4ten statt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSchaden vermeiden. F\u00fcr alle Aktivit\u00e4ten gilt der Grundsatz, dass sie keine unbeabsichtigten nachteiligen Auswirkungen auf die Beg\u00fcnstigten der Projekte haben d\u00fcrfen. Dies erfordert eine sorgf\u00e4ltige Analyse sowohl des nationalen als auch des lokalen Umfelds.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Staatsbildung als zentrales Ziel betrachten. Die meisten Programme beinhalten einen politischen Dialog, die Unterst\u00fctzung von Reformen und einen Kapazit\u00e4tsaufbau. Eine der Stossrichtungen des Seco in Tunesien und \u00c4gypten besteht darin, die wirtschaftliche Gouvernanz durch geeignete finanz- und wirtschaftspolitische Strategien zu st\u00e4rken.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Pr\u00e4vention den Vorrang geben. Bei allen Programmen liegt der Schwerpunkt auf partizipativen Ans\u00e4tzen und einem Kapazit\u00e4tsaufbau bei den lokalen Akteuren, um die tieferen Ursachen der Fragilit\u00e4t bek\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen. Wenn die Programme nicht landesweit durchgef\u00fchrt werden, konzentrieren sie sich auf die am st\u00e4rksten benachteiligten Regionen (siehe weiter unten: Ausgrenzung vermeiden).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Zusammenh\u00e4nge zwischen Politik-, Sicherheits- und Entwicklungszielen erkennen. Die Schweiz ist sich bewusst, dass Tunesien und \u00c4gypten vor sehr vielf\u00e4ltigen Herausforderungen stehen. Deshalb sind die Aktivit\u00e4ten des Seco Bestandteil eines Engagements, das sich auf die ganze Bundesverwaltung erstreckt und Massnahmen in den Bereichen Menschenrechte, Wirtschaftsentwicklung und Migration beinhaltet.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNichtdiskriminierung als Basis f\u00fcr inklusive und stabile Gesellschaften f\u00f6rdern. Ein besonderes Augenmerk gilt bei allen Programmen und w\u00e4hrend der gesamten Umsetzung der Projekte der Partizipation der Frauen. In Tunesien unterst\u00fctzt das Projekt zur St\u00e4rkung der Wertsch\u00f6pfungskette f\u00fcr Landwirtschaftserzeugnisse und andere lokale Produkte insbesondere die Gr\u00fcndung von Produzentinnenvereinigungen. In \u00c4gypten soll ein Projekt dazu beitragen, die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette von Medizinal- und Aromapflanzen weiterzuentwickeln und zu unterst\u00fctzen. Ziel des Projekts ist es, die Qualit\u00e4t entlang der gesamten Kette von den Bauern \u00fcber die Verarbeitungsbetriebe bis zu den Exporteuren auf den Stand der internationalen Normen zu bringen und einen Mehrwert zu schaffen, der den Marktzugang erleichtert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nLokale Priorit\u00e4ten je nach Kontext unterschiedlich ber\u00fccksichtigen. Aktuell werden zahlreiche Sektorstrategien \u00fcberarbeitet. Ein regelm\u00e4ssiger Austausch mit den lokalen Partnern stellt sicher, dass die Programme relevant sind, indem sie auf die Priorit\u00e4ten der Empf\u00e4nger ausgerichtet und nur auf deren Wunsch durchgef\u00fchrt werden. In Tunesien und \u00c4gypten kommt eine breite Palette von Instrumenten zum Einsatz, sowohl auf multilateraler Ebene (Programmansatz, Kofinanzierung und Beteiligung an Regionalfonds mit teilweise mehreren Geldgebern) als auch auf bilateraler Ebene.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKonkrete Koordinationsmechanismen zwischen internationalen Akteuren vereinbaren: In Tunesien nehmen die Beh\u00f6rden ihre Koordinationsaufgabe noch zu wenig wahr. Die Schweiz pr\u00e4sidiert gemeinsam mit der Organisation der Vereinten Nationen f\u00fcr industrielle Entwicklung (Unido) eine Plattform von Geldgebern, die in der wirtschaftlichen Entwicklung und der Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen aktiv sind. Sie sucht den Dialog mit den Beh\u00f6rden, um deren Rolle in diesen Bereichen zu st\u00e4rken. In \u00c4gypten koordiniert die Development Partners Group, die gemeinsam vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und der Schweiz pr\u00e4sidiert wird, erfolgreich die Aktivit\u00e4ten der Geldgeber und die Beziehungen zwischen dieser Gruppe und den betroffenen \u00e4gyptischen Ministerien.Schnell handeln \u2013 und lange genug engagiert bleiben, damit sich Erfolge einstellen k\u00f6nnen. Die Schweiz reagierte rasch auf die Ereignisse in der Region, indem sie das Nordafrika-Programm anpasste und Instrumente der humanit\u00e4ren Hilfe einsetzte. Der Wille zu einem l\u00e4ngerfristigen Engagement kommt darin zum Ausdruck, dass Tunesien seit 2013 ebenso wie \u00c4gypten zu den Schwerpunktl\u00e4ndern des Seco z\u00e4hlt. Entsprechend wurden f\u00fcr 2013\u20132016 neue Strategien f\u00fcr Tunesien und \u00c4gypten ausgearbeitet.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAusgrenzung vermeiden. Programme, die nicht das ganze Land abdecken, legen den Fokus auf besonders benachteiligte Regionen (in Tunesien Kasserine, Medenine, Le Kef, Sidi Bouzid; in \u00c4gypten Ober\u00e4gypten, besonders bed\u00fcrftige Regionen im Delta, Sinai). Ein solcher Ansatz f\u00f6rdert eine ausgewogene Entwicklung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nQuelle: DAC\/OECD, Prinzipien f\u00fcr ein internationales &shy;Engagement in fragilen Staaten und Situationen, April 2007, <a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/dac\/incaf\">http:\/\/www.oecd.org\/dac\/incaf<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n).&#13;<\/p>\n<h2>Umsetzung in Etappen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuf Programmebene sind die Aktivit\u00e4ten des Seco in \u00c4gypten Bestandteil eines <i>Whole of Government Approach<\/i>, der alle Verwaltungsbereiche einbezieht. Dies \u00e4ussert sich darin, dass Koordinationssitzungen mit den Vertretern aller am Nordafrika-Programm beteiligten Bundes\u00e4mter stattfinden. Hinzu kommen regelm\u00e4ssige informelle Treffen mit den Programmbeauftragten der verschiedenen \u00c4mter, um Synergien auszumachen und Doppelspurigkeiten sehr fr\u00fch im Programmzyklus zu vermeiden. Vor Ort wird das Programm des Seco durch eigene Mitarbeitende umgesetzt, die auch f\u00fcr die wirtschaftlichen Entwicklungsprogramme der Deza zust\u00e4ndig sind. In den Strukturen sind jeweils mehrere \u00c4mter vertreten.Die L\u00e4nderstrategien 2013\u20132016 f\u00fcr Tunesien und \u00c4gypten halten eindeutig fest: Aufgrund der unsicheren Entwicklung in den kommenden Jahren setzt das Seco sein Programm in Etappen um. In einer <i>Vorbereitungsphase, die bis Ende 2013 dauert<\/i>, kommt ein vorsichtiger Ansatz zur Anwendung. Bei der Auswahl der Projekte und Programme wird auf einen optimalen Umsetzungszeitraum und Ausstiegsm\u00f6glichkeiten bei gravierenden Schwierigkeiten geachtet. Falls sich die politische Lage im Land g\u00fcnstig entwickelt, k\u00f6nnen die Aktivit\u00e4ten entsprechend ausgebaut werden. Dieses Vorgehen erlaubt es, Unsicherheitsfaktoren zu ber\u00fccksichtigen, welche die langfristige strategische Ausrichtung erschweren. In beiden L\u00e4ndern zeichnen sich Regierungswechsel ab, und es ist nicht sicher, ob die eingegangenen Verpflichtungen noch g\u00fcltig sind, wenn die neuen Kr\u00e4fte an die Macht kommen. Deshalb wird der Einsatz von Instrumenten wie der allgemeinen Budgethilfe als verfr\u00fcht erachtet, da sie h\u00e4ufig auf mehrere Jahre hinaus Mittel zur Unterst\u00fctzung von Wirtschaftsreformen gew\u00e4hren. Stattdessen erhalten an&shy;dere Hilfsmassnahmen den Vorzug, die &shy;begrenzter und sektorspezifischer sind, beispielsweise Unterst\u00fctzung f\u00fcr Wertsch\u00f6pfungsketten und die Verbesserung der Basisinfrastruktur mit zweiteiligen Programmen. In Tunesien zum Beispiel ist f\u00fcr das Programm zur Unterst\u00fctzung des Marktzugangs f\u00fcr Landwirtschaftserzeugnisse und andere lokale Produkte (Pampat), das die Organisation der Vereinten Nationen f\u00fcr industrielle Entwicklung (Unido) mit der Finanzierung des Seco durchf\u00fchrt, Ende 2014 eine Evaluation vorgesehen. Sie wird dar\u00fcber entscheiden, ob das Programm 2015\u20132016 weitergef\u00fchrt wird.&#13;<\/p>\n<h2>Operative Fragilit\u00e4t einbeziehen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAusser auf die Wahl der operativen Instrumente hat die mit dem Transitionsprozess einhergehende Fragilit\u00e4t verschiedene weitere Auswirkungen. Einerseits ist mit <i>politischer Instabilit\u00e4t und wechselnden Partnern<\/i> zu rechnen. In Tunesien wurden Fortschritte bei den Projekten seit Dezember 2012 \u2013 zum Beispiel die Aushandlung von Programmabkommen mit den Beh\u00f6rden \u2013 durch die Ank\u00fcndigung gebremst, dass das Ministerium umstrukturiert werde, was aber schliesslich erst im M\u00e4rz 2013 der Fall war. Nach zahlreichen Wechseln in der h\u00f6heren Verwaltung m\u00fcssen zudem die Diskussionen \u00fcber die Projekte nochmals mit neuen Gespr\u00e4chspartnern gef\u00fchrt werden. Dasselbe gilt f\u00fcr \u00c4gypten: Zahlreiche Partnerwechsel auf Regierungsebene f\u00fchrten dazu, dass sich die Ratifizierung eines Rahmenabkommens f\u00fcr die Zusammenarbeit zwischen \u00c4gypten und der Schweiz sowie die Unterzeichnung verschiedener Projektvereinbarungen verz\u00f6gerten. Gleichzeitig sind viele wichtige Entscheidungen ausstehend. Das ganze Land wartet auf die Parlamentswahlen, die mehrmals verschoben wurden und nun f\u00fcr das letzte Quartal 2013 angek\u00fcndigt sind. Die Projektplanung muss diesen Aspekten Rechnung tragen, da sie eine langsamere Umsetzung zur Folge haben.Auch die <i>Unsicherheit<\/i> nimmt zu. In Tunesien und \u00c4gypten verschlechtert sich die &shy;Sicherheitslage mit gewaltsamen Demonstrationen, Zusammenst\u00f6ssen mit den Sicherheitskr\u00e4ften und dem Aufstieg extremistischer Bewegungen. Gewisse Programme sind von diesen Problemen besonders betroffen, etwa der Bau von Infrastruktur. Feldeins\u00e4tze sind manchmal aus Sicherheitsgr\u00fcnden untersagt. Dies bremst das Vorankommen der Projekte. Zudem m\u00fcssen die erstellten Einrichtungen auch gesch\u00fctzt werden. Partizipative Ans\u00e4tze, Information und Kommunikation sind unabdingbar, um die \u00dcbernahme durch die lokalen Partner zu gew\u00e4hrleisten und die Gefahr von Sachbesch\u00e4digungen zu verringern. Programme im Tourismussektor sind ebenfalls besonders exponiert: Die Wahl der Region, die Etappenaufteilung der Programme und die Planung der Aktivit\u00e4ten \u2013 zum Beispiel durch eine St\u00e4rkung der Kapazit\u00e4ten, von der auch lokale Akteure in anderen Sektoren profitieren \u2013 wollen gut \u00fcberlegt sein.Das <i>Konfliktpotenzial<\/i> ist hoch. Die Frustrationen, die den Arabischen Fr\u00fchling ausl\u00f6sten, sind nicht verschwunden, sondern intensivieren sich eher noch. Die Beziehungen zwischen Zivilgesellschaft, \u00f6ffentlichem Sektor und Privatwirtschaft sind angespannt. In dieser Lage gilt es, keine falschen Hoffnungen zu wecken. Eine enge Zusammenarbeit mit den lokalen Akteuren stellt die Eigenverantwortung der Hilfsempf\u00e4nger f\u00fcr die Ziele der Projekte bereits in einer sehr fr\u00fchen Phase sicher. Beispiele daf\u00fcr sind die Schaffung der Plattform der Tourismusakteure im Rahmen der DMO&#13;<br \/>\nDestination-Management-Organisation. Tourismus, die derzeit in Tunesien entwickelt wird, oder die Planung eines Projekts zur Unterst\u00fctzung f\u00fcr junge Arbeitslose in Ober\u00e4gypten in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Beh\u00f6rden und Nichtregierungsorganisationen. Allgemein ist es wichtig, alle beteiligten Parteien und potenziellen Konfliktquellen zu identifizieren und die Wahl der Methodik auf diese abzustimmen.&#13;<\/p>\n<h2>Lernprozess f\u00fcr alle Beteiligten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie aktuelle Transition in Nordafrika stellt die Entwicklungsakteure vor neuartige Herausforderungen. Die Werkzeuge, die im Rahmen der Erfahrungen in anderen fragilen Staaten entwickelt wurden, sind zwar n\u00fctzlich. Wichtig ist jedoch, die aktuellen Entwicklungen als Lernprozess zu verstehen, aus dem alle Beteiligten ihre Lehren ziehen m\u00fcssen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Prinzipien f\u00fcr ein Engagement in fragilen Staaten und Situationen:\u2028Die F\u00e4lle Tunesien und \u00c4gypten&#13;<\/p>\n<h3>Prinzipien f\u00fcr ein Engagement in fragilen Staaten und Situationen:\u2028Die F\u00e4lle Tunesien und \u00c4gypten<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDen Kontext als Ausgangspunkt nehmen. Alle Projekte werden auf der Grundlage von Sondierungseins\u00e4tzen im Land ausgearbeitet. W\u00e4hrend dieser Eins\u00e4tze werden Gespr\u00e4che sowohl mit den nationalen und lokalen Beh\u00f6rden als auch mit Vertretern der Zivilgesellschaft und des Privatsektors sowie mit andern im Land t\u00e4tigen Geldgebern gef\u00fchrt. Mit Werkzeugen wie dem Monitoring, Evaluating, Reporting and Verifying (Merv) finden vor Ort regelm\u00e4ssig \u00dcberpr\u00fcfungen des Kontexts f\u00fcr das gesamte Portefeuille an Aktivit\u00e4ten statt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nSchaden vermeiden. F\u00fcr alle Aktivit\u00e4ten gilt der Grundsatz, dass sie keine unbeabsichtigten nachteiligen Auswirkungen auf die Beg\u00fcnstigten der Projekte haben d\u00fcrfen. Dies erfordert eine sorgf\u00e4ltige Analyse sowohl des nationalen als auch des lokalen Umfelds.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Staatsbildung als zentrales Ziel betrachten. Die meisten Programme beinhalten einen politischen Dialog, die Unterst\u00fctzung von Reformen und einen Kapazit\u00e4tsaufbau. Eine der Stossrichtungen des Seco in Tunesien und \u00c4gypten besteht darin, die wirtschaftliche Gouvernanz durch geeignete finanz- und wirtschaftspolitische Strategien zu st\u00e4rken.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Pr\u00e4vention den Vorrang geben. Bei allen Programmen liegt der Schwerpunkt auf partizipativen Ans\u00e4tzen und einem Kapazit\u00e4tsaufbau bei den lokalen Akteuren, um die tieferen Ursachen der Fragilit\u00e4t bek\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen. Wenn die Programme nicht landesweit durchgef\u00fchrt werden, konzentrieren sie sich auf die am st\u00e4rksten benachteiligten Regionen (siehe weiter unten: Ausgrenzung vermeiden).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Zusammenh\u00e4nge zwischen Politik-, Sicherheits- und Entwicklungszielen erkennen. Die Schweiz ist sich bewusst, dass Tunesien und \u00c4gypten vor sehr vielf\u00e4ltigen Herausforderungen stehen. Deshalb sind die Aktivit\u00e4ten des Seco Bestandteil eines Engagements, das sich auf die ganze Bundesverwaltung erstreckt und Massnahmen in den Bereichen Menschenrechte, Wirtschaftsentwicklung und Migration beinhaltet.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNichtdiskriminierung als Basis f\u00fcr inklusive und stabile Gesellschaften f\u00f6rdern. Ein besonderes Augenmerk gilt bei allen Programmen und w\u00e4hrend der gesamten Umsetzung der Projekte der Partizipation der Frauen. In Tunesien unterst\u00fctzt das Projekt zur St\u00e4rkung der Wertsch\u00f6pfungskette f\u00fcr Landwirtschaftserzeugnisse und andere lokale Produkte insbesondere die Gr\u00fcndung von Produzentinnenvereinigungen. In \u00c4gypten soll ein Projekt dazu beitragen, die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette von Medizinal- und Aromapflanzen weiterzuentwickeln und zu unterst\u00fctzen. Ziel des Projekts ist es, die Qualit\u00e4t entlang der gesamten Kette von den Bauern \u00fcber die Verarbeitungsbetriebe bis zu den Exporteuren auf den Stand der internationalen Normen zu bringen und einen Mehrwert zu schaffen, der den Marktzugang erleichtert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nLokale Priorit\u00e4ten je nach Kontext unterschiedlich ber\u00fccksichtigen. Aktuell werden zahlreiche Sektorstrategien \u00fcberarbeitet. Ein regelm\u00e4ssiger Austausch mit den lokalen Partnern stellt sicher, dass die Programme relevant sind, indem sie auf die Priorit\u00e4ten der Empf\u00e4nger ausgerichtet und nur auf deren Wunsch durchgef\u00fchrt werden. In Tunesien und \u00c4gypten kommt eine breite Palette von Instrumenten zum Einsatz, sowohl auf multilateraler Ebene (Programmansatz, Kofinanzierung und Beteiligung an Regionalfonds mit teilweise mehreren Geldgebern) als auch auf bilateraler Ebene.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKonkrete Koordinationsmechanismen zwischen internationalen Akteuren vereinbaren: In Tunesien nehmen die Beh\u00f6rden ihre Koordinationsaufgabe noch zu wenig wahr. Die Schweiz pr\u00e4sidiert gemeinsam mit der Organisation der Vereinten Nationen f\u00fcr industrielle Entwicklung (Unido) eine Plattform von Geldgebern, die in der wirtschaftlichen Entwicklung und der Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen aktiv sind. Sie sucht den Dialog mit den Beh\u00f6rden, um deren Rolle in diesen Bereichen zu st\u00e4rken. In \u00c4gypten koordiniert die Development Partners Group, die gemeinsam vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und der Schweiz pr\u00e4sidiert wird, erfolgreich die Aktivit\u00e4ten der Geldgeber und die Beziehungen zwischen dieser Gruppe und den betroffenen \u00e4gyptischen Ministerien.<i>Schnell handeln \u2013 und lange genug engagiert bleiben, damit sich Erfolge einstellen k\u00f6nnen<\/i>. Die Schweiz reagierte rasch auf die Ereignisse in der Region, indem sie das Nordafrika-Programm anpasste und Instrumente der humanit\u00e4ren Hilfe einsetzte. Der Wille zu einem l\u00e4ngerfristigen Engagement kommt darin zum Ausdruck, dass Tunesien seit 2013 ebenso wie \u00c4gypten zu den Schwerpunktl\u00e4ndern des Seco z\u00e4hlt. Entsprechend wurden f\u00fcr 2013\u20132016 neue Strategien f\u00fcr Tunesien und \u00c4gypten ausgearbeitet.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAusgrenzung vermeiden. Programme, die nicht das ganze Land abdecken, legen den Fokus auf besonders benachteiligte Regionen (in Tunesien Kasserine, Medenine, Le Kef, Sidi Bouzid; in \u00c4gypten Ober\u00e4gypten, besonders bed\u00fcrftige Regionen im Delta, Sinai). Ein solcher Ansatz f\u00f6rdert eine ausgewogene Entwicklung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nQuelle: DAC\/OECD, Prinzipien f\u00fcr ein internationales &shy;Engagement in fragilen Staaten und Situationen, April 2007, <a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/dac\/incaf\">http:\/\/www.oecd.org\/dac\/incaf<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Fakten und Zahlen zur Strategie des Seco in Tunesien&#13;<\/p>\n<h3>Fakten und Zahlen zur Strategie des Seco in Tunesien<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Strategie 2013\u20132016 des Seco f\u00fcr Tunesien soll das Wachstum stimulieren und Arbeitspl\u00e4tze schaffen. Dabei werden drei Stossrichtungen verfolgt:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>St\u00e4rkung der wirtschaftlichen Gouvernanz durch geeignete finanz- und wirtschaftspolitische Strategien;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>F\u00f6rderung des Privatsektors, der Wettbewerbsf\u00e4higkeit und der Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Wirtschaftliche Entwicklung und nachhaltige Nutzung der Ressourcen durch bessere Basisinfrastrukturen.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nDiese drei Ziele nehmen jeweils 35%, 30% und 35% der f\u00fcr den gesamten Zeitraum verf\u00fcgbaren 85 Mio. Franken in Anspruch.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBeispiele f\u00fcr Programme und Projekte:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Kapazit\u00e4tsaufbau in der Zentralbank von Tunesien, insbesondere in den Bereichen Analyse und Umsetzung der Geldpolitik, Finanzm\u00e4rkte und Finanzstabilit\u00e4t sowie Aufsicht und Reglementierung des Bankensektors (Bilateral Assistance and Capacity Building Program for Central Banks).<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Verbesserung des Investitionsklimas in Tunesien durch eine Vereinfachung der administrativen Abl\u00e4ufe und Revisionen der Wettbewerbsgesetze sowie der Investitionsvorschriften \u2028(Tunisia Investment Climate Program).<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Verbesserter Marktzugang f\u00fcr Landwirtschaftserzeugnisse und andere lokale Produkte. Das Projekt ist sowohl auf die nationalen M\u00e4rkte als auch auf den Export ausgerichtet und ber\u00fccksichtigt die sozio\u00f6konomischen Bedingungen der Beteiligten von den Produzenten bis zu den Exporteuren im Rahmen dreier Wertsch\u00f6pfungsketten in drei benachteiligten Regionen Tunesiens (Harissa-Gew\u00fcrzpaste, Djebba-Feige und Kaktusfeige).<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Bau von zwei Abwasserreinigungsanlagen in Thala und Feriana (im Gouvernorat Kasserine). Die Bev\u00f6lkerung dieser beiden St\u00e4dte wird an ein Abwasserreinigungssystem angeschlossen, was die wirtschaftliche Attraktivit\u00e4t der Region erh\u00f6hen wird.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nKasten 3: Fakten und Zahlen zur Strategie des Seco in \u00c4gypten&#13;<\/p>\n<h3>Fakten und Zahlen zur Strategie des Seco in \u00c4gypten<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIn \u00c4gypten verfolgt das Seco mit seiner wirtschaftlichen Zusammenarbeit drei Hauptziele:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>F\u00f6rderung der Besch\u00e4ftigung durch eine St\u00e4rkung des Handels und Verbesserungen im Gesch\u00e4ftsumfeld der KMU;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>St\u00e4rkung der gesamtwirtschaftlichen Widerstandskraft durch die Unterst\u00fctzung der Reformen im Bereich der \u00f6ffentlichen Finanzen und den Abbau der finanzpolitischen Risiken;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Unterst\u00fctzung beim Aufbau einer umweltvertr\u00e4glichen Basisinfrastruktur in (potenziell) Bereichen: Wasserversorgung, Abwasserbehandlung, Abfallentsorgung, erneuerbare Energien und Energieeffizienz, nachhaltige Stadtentwicklung.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nDiese drei Ziele nehmen jeweils 30%, 10% und 60% der f\u00fcr den gesamten Zeitraum verf\u00fcgbaren 70 Mio. Franken in Anspruch.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBeispiele f\u00fcr Programme und Projekte:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Entwicklung und Unterst\u00fctzung der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette im Sektor Medizinal- und Aromapflanzen. Das Projekt verfolgt das Ziel, in Landwirtschafts-, Verarbeitungs- und Exportbetrieben die Qualit\u00e4t der Produktion auf den internationalen Stand zu bringen und die Wertsch\u00f6pfung zu steigern, um den Marktzugang zu erleichtern.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Einf\u00fchrung der Wirtschaftsmediation in \u00c4gypten, um Konflikte rascher und g\u00fcnstiger zu l\u00f6sen und so das Gesch\u00e4ftsklima zu verbessern (Alternative Dispute Resolution Program).<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>St\u00e4rkung der Kapazit\u00e4ten im Bereich des Schuldenmanagements, Beitrag an stabile \u00f6ffentliche Finanzen und Verbesserung der makro\u00f6konomischen Stabilit\u00e4t (Debt Management and Financial Analysis System).<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Beteiligung an einem Projekt f\u00fcr den Bau von Abwasserreinigungsanlagen und Abwassersystemen in drei Provinzen im Nil-Delta. Gleichzeitig ist ein Pilotprojekt geplant f\u00fcr den Bau innovativer Abwasserreinigungssysteme in Partnerschaft mit der Eidgen\u00f6ssischen Anstalt f\u00fcr Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gew\u00e4sserschutz (Eawag).<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz hat ihr Engagement in Nordafrika nach dem Arabischen Fr\u00fchling betr\u00e4chtlich verst\u00e4rkt. 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