{"id":118764,"date":"2013-07-01T12:00:00","date_gmt":"2013-07-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/07\/mordasini-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:23:41","modified_gmt":"2023-08-23T21:23:41","slug":"mordasini","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/07\/mordasini\/","title":{"rendered":"Die Schweiz handelt: Die Deza lanciert neue Programme"},"content":{"rendered":"<p>Bei der Bek\u00e4mpfung von Armut sind die Entwicklungsl\u00e4nder heute mit neuen, globalen Herausforderungen konfrontiert: Wasserknappheit, Klimawandel, Ern\u00e4hrungssicherheit oder Migrationsstr\u00f6me. Die Globalisierung hat diese Probleme zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft. Gerade die armen L\u00e4nder sind gef\u00e4hrdet und leiden unter den Folgen. Die Direktion f\u00fcr Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) ist sich der Problematik bewusst und hat deshalb ihre Anstrengungen verst\u00e4rkt, namentlich mit der Einf\u00fchrung von thematischen Globalprogrammen. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201307_12_Mordasini_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"248\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie rasante Globalisierung der letzten zwei Jahrzehnte verschaffte zahlreichen Entwicklungsl\u00e4ndern neue M\u00f6glichkeiten. Dies f\u00fchrte zu hohen durchschnittlichen Wachstumsraten, betr\u00e4chtlichen Fortschritten bei der Armutsbek\u00e4mpfung und der Herausbildung einer unternehmerischen, dynamischen Mittelklasse. Mehrere ehemalige Schwellenl\u00e4nder sind heute aufstrebende Wachstums- und Innovationszentren. Doch trotz dieses Fortschritts bestehen weiterhin grosse Disparit\u00e4ten. So bleiben L\u00e4nder, die von Konflikten oder Unruhen betroffen sind, in ihrer Entwicklung zur\u00fcck. Die meisten von ihnen werden die Millenniumsentwicklungsziele \u2013 wie die Halbierung des Anteils der Menschen, die weniger als den Gegenwert von eineinhalb US-Dollar pro Tag zum Leben haben \u2013 bis 2015 nicht erreichen. Die Ungleichheiten haben sich auch dadurch versch\u00e4rft, dass die \u00d6kosysteme beeintr\u00e4chtigt werden und dass die \u00c4rmsten oft keinen Zugang zu nat\u00fcrlichen Ressourcen und Grundversorgung haben. Bei der Armutsbek\u00e4mpfung bleibt vieles zu tun: Noch immer leiden 870 Mio. Menschen jeden Tag Hunger; jeder sechste Mensch lebt in extremer Armut; und 1,6 Mrd. Menschen haben keinen Zugang zu Elektrizit\u00e4t.&#13;<\/p>\n<h2>Gefahrenherd Globalisierung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Globalisierung ist also kein Allheilmittel f\u00fcr eine schnelle, nachhaltige und gerechte Verbesserung der Lebensbedingungen aller Menschen. Um eine sozial und \u00f6kologisch verantwortungsvolle Entwicklung zu erm\u00f6glichen, muss sie vielmehr in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Aus Sicht der Entwicklungsl\u00e4nder birgt die Globalisierung auch neue Risiken: Pandemien, die beschleunigte Ausweitung von Krisen zwischen eng vernetzten Volkswirtschaften, die Folgen des Klimawandels oder der ungerechte Zugang zu Wasser und Strom \u2013 um nur einige Beispiele zu nennen (siehe <i>Kasten 1<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Ausmass der globalen &shy;Herausforderungen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n). Zahlreiche aktuelle Studien belegen, wie stark die Einwohner dieser L\u00e4nder solchen Risiken ausgesetzt sind. Diese Herausforderungen machen nat\u00fcrlich nicht an nationalen Grenzen Halt. Gefragt sind gemeinsame, international abgestimmte Massnahmen, denn ein einzelnes Land h\u00e4tte bei weitem nicht die erforderlichen Kapazit\u00e4ten und Ressourcen.F\u00fcr die internationale Zusammenarbeit ergeben sich vor diesem Hintergrund drei Anforderungen.&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Erstens muss sich das System der Vereinten Nationen als zentrale Struktur zur Konzeption globaler \u00f6ffentlicher Politik&shy;ans\u00e4tze entschlossen der Herausforderung stellen und die multilateralen Verhandlungen vorantreiben.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Zweitens m\u00fcssen sich die Entwicklungsl\u00e4nder angesichts der Folgen globaler Risiken bez\u00fcglich ihrer nationalen Strategien der wirtschaftlichen Entwicklung und der Armutsbek\u00e4mpfung positionieren. Ziel ist es, ein Gleichgewicht zu finden zwischen den dringenden Bed\u00fcrfnissen der armen Bev\u00f6lkerung und den notwendigen Investitionen in eine nachhaltige Entwicklung.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Drittens m\u00fcssen die multilateralen und bilateralen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit ihre Ans\u00e4tze, Instrumente und Methoden anpassen, um einen wirksamen und glaubw\u00fcrdigen Beitrag zu leisten. Die klassischen Formen der Zusammenarbeit reichen nicht mehr aus.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2>Verst\u00e4rktes Engagement der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit der Verabschiedung der Botschaft \u00fcber die Rahmenkredite 2013\u20132016 f\u00fcr die internationale Zusammenarbeit durch das Parlament im September 2012 ist der Begriff der \u00abglobalen Herausforderungen\u00bb nun zum ersten Mal ausdr\u00fccklich in der Strategie der Schweiz zur Entwicklungszusammenarbeit verankert. Der Auftrag ist klar: Durch verst\u00e4rktes Handeln auf bilateraler und multilateraler Ebene soll ein Beitrag zur Verringerung der Folgen dieser Risiken auf die armen L\u00e4nder geleistet werden. Zu diesem Zweck hat die Deza ihre Anstrengungen verst\u00e4rkt und ausgeweitet, namentlich durch die Einf\u00fchrung thematischer Globalprogramme. Ausserdem hat sie weitere Massnahmen eingeleitet:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>systematische Ber\u00fccksichtigung der globalen Herausforderungen bei der Kontext&shy;analyse jeder neuen l\u00e4nderspezi&shy;fischen Kooperationsstrategie;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Dezentralisierung thematischer Kompetenzen in die Botschaften und Koopera&shy;tionsb\u00fcros;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>St\u00e4rkung der thematischen Netzwerke;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Einf\u00fchrung thematischer Laufbahnm\u00f6glichkeiten;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Fokus auf eine ergebnis- und wirkungsorientierte F\u00fchrung sowie Kommunika&shy;tion.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2>Globalprogramme \u2013 eine neue Form der Zusammenarbeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas traditionelle Modell der Entwicklungszusammenarbeit, das sich auf mittelfristige L\u00e4nderstrategien abst\u00fctzt, bleibt das zentrale Element im Dialog zwischen der Deza und ihren Partnerl\u00e4ndern. Dieser l\u00e4nderspezifische Ansatz st\u00f6sst jedoch beim effizienten Umgang mit grenz\u00fcberschreitenden und globalen Problemen an seine Grenzen. Aus diesem Grund hat die Deza ihren Interventionsbereich erweitert und vier Globalprogramme geschaffen:&#13;<\/p>\n<h2>Wasser<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDurch Bev\u00f6lkerungswachstum und steigende Nachfrage nimmt der Druck auf dieses \u00f6ffentliche Gut zu, was zu Fehl- oder \u00dcbernutzung, Verteilungskonflikten und sozialen Spannungen f\u00fchrt. Dadurch ist der Zugang f\u00fcr die \u00c4rmsten zu Trinkwasser erschwert.&#13;<\/p>\n<h2>Klimawandel<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Anpassungsmassnahmen zu dessen Bew\u00e4ltigung sind eine grosse Herausforderung und enorm kostenintensiv. Sie sind jedoch notwendig, um die Programme zur Bek\u00e4mpfung von Armut und Hunger nicht zu gef\u00e4hrden und eine nachhaltige Entwicklung zu erm\u00f6glichen.&#13;<\/p>\n<h2>Ern\u00e4hrungssicherheit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVoraussetzungen daf\u00fcr sind eine nachhaltige Nutzung der nat\u00fcrlichen Ressourcen, ein gerechter Zugang zu Land und Wasser f\u00fcr die Armen, die Entwicklung von klimaresistentem Saatgut und die St\u00e4rkung kleinb\u00e4uerischer Organisationen.&#13;<\/p>\n<h2>Migration<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZu den Hauptgr\u00fcnden der Migration geh\u00f6ren Armut, wirtschaftliche Not, Konflikte und Folgen des Klimawandels. Globalisierung bedeutet \u2013 neben betr\u00e4chtlichen Entwicklungsm\u00f6glichkeiten \u2013 auch intensivere und komplexere Migrationsbewegungen.&#13;<\/p>\n<h2>Die Erfahrung der Deza nutzen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Globalprogramme bauen auf der langen Tradition und dem Erfahrungsschatz\u00a0der Deza in diesen Bereichen auf. Das Programm Ern\u00e4hrungssicherheit macht sich beispielsweise das umfassende, \u00fcber f\u00fcnfzigj\u00e4hrige Engagement der Deza im Agrarbereich zunutze. Das Programm Migration st\u00fctzt sich auf den j\u00e4hrlichen Beitrag der Deza von rund 200 Mio. Franken im Rahmen humanit\u00e4rer Aktionen (Vertreibung wegen Konflikten oder Naturkatastrophen) sowie f\u00fcr Projekte zur Berufsbildung oder zur Bek\u00e4mpfung des Menschenhandels. In die Globalprogramme fliessen aber auch die vorhandenen F\u00e4higkeiten und Ressourcen anderer Bundesbeh\u00f6rden, der Zivilgesellschaft, des Privatsektors sowie von Universit\u00e4ts- und Forschungseinrichtungen ein. Die Mobilisierung und Nutzung von m\u00f6glichst viel Schweizer Know-how sowie die Bildung von Allianzen dient dazu, die Debatte \u00fcber die globalen Herausforderungen der Entwicklungsl\u00e4nder breiter zu streuen und die Entwicklung von L\u00f6sungsans\u00e4tzen zu erleichtern. Die Globalprogramme der Deza werden von vier Organisationseinheiten innerhalb des Bereichs Globale Zusammenarbeit umgesetzt und verf\u00fcgen f\u00fcr das Jahr 2013 \u00fcber ein Gesamtbudget von 130 Mio. Franken. Es\u00a0wird alles daran gesetzt, ein isoliertes &shy;Silodenken zu vermeiden, denn das w\u00fcrde den Erwartungen \u00fcberhaupt nicht gerecht. Die Gemeinsamkeiten und \u00dcberschneidungen zwischen den vier globalen Themen m\u00fcssen vielmehr genau analysiert und begriffen &shy;werden, um sie anschliessend bei der Festlegung von Leitlinien und Aktivit\u00e4ten geb\u00fchrend zu ber\u00fccksichtigen. Die Verantwortlichen der vier Sektionen stehen folglich in einem regelm\u00e4ssigen und intensiven Austausch untereinander, aber auch mit anderen Organisationseinheiten. Indirekt tragen die Globalprogramme dazu bei, den Dialog, die Transparenz und die Zusammenarbeit innerhalb der Deza zu st\u00e4rken.&#13;<\/p>\n<h2>Was ist der Mehrwert der Global&shy;programme?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Mehrwert der Globalprogramme ergibt sich auf drei Ebenen:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Erstens nehmen sie auf internationaler, regionaler und nationaler Ebene Einfluss auf die Strategien f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung. Konkret heisst das, dass sich die Deza die Mittel gibt, ihre Erfahrung in Taten umzusetzen und Initiative zu ergreifen. Damit bekommt die Stimme der Schweiz ein gr\u00f6sseres Gewicht, wenn es darum geht, um den Entwicklungsaspekt bei den Schl\u00fcsseldossiers st\u00e4rker zu gewichten. Dazu geh\u00f6rt auch der Austausch mit dem Privatsektor und den Nichtregierungsorganisationen (NGO).<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Zweitens f\u00f6rdern die Globalprogramme die Entwicklung innovativer L\u00f6sungsans\u00e4tze mit Skaleneffekten in L\u00e4ndern oder innerhalb wichtiger Organisationen, bei denen die Wirkung voraussichtlich am st\u00e4rksten ist. Sie k\u00f6nnen auch \u00fcber die Schwerpunktl\u00e4nder der Deza hinaus zum Tragen kommen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Drittens tragen sie zu Wissensmanagement und -verbreitung bei, so dass im Zusammenhang mit globalen Risiken fundierte Entscheidungen gef\u00e4llt werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Auftrag ist ambitioniert, aber realistisch und berechtigt. Die Aktivit\u00e4ten im Rahmen der Globalprogramme geh\u00f6ren zu den Kernkompetenzen der Deza, bei denen sie nicht nur \u00fcber eine umfassende Erfahrung, sondern auch \u00fcber ein solides Partnernetzwerk verf\u00fcgt. Bei allen vier Globalprogrammen spielen die spezifischen Themennetzwerke, welche die Experten (in der Zentrale und im Feld) mit den wichtigsten externen Partnern verbinden, eine entscheidende Rolle. Die bisherigen Erfahrungen sind durchaus ermutigend (siehe <i>Kasten 2<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Beispiele politischer Einflussnahme<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nund <i>Kasten 3<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Beispiele innovativer Projekte<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n).&#13;<br \/>\nWeitere Informationen sind zu finden unter <a href=\"http:\/\/www.deza.admin.ch\">http:\/\/www.deza.admin.ch<\/a> Eine externe Evaluation der Programme ist in zwei Jahren vorgesehen.&#13;<\/p>\n<h2>Best\u00e4ndiges und fortschrittliches \u2028Engagement der Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDank der Globalprogramme kann sich die Schweiz gegen\u00fcber den Entwicklungsl\u00e4ndern als engagierter und glaubw\u00fcrdiger Partner beim Umgang mit globalen \u00f6ffentlichen G\u00fctern und deren Bedeutung f\u00fcr arme L\u00e4nder positionieren. W\u00e4hrend sich die internationale Debatte allzu oft auf Absichtserkl\u00e4rungen beschr\u00e4nkt, denen kaum Taten folgen, verfolgt die Schweiz einen innovativen Ansatz und ist bereit, Risiken einzugehen. Die Globalprogramme erg\u00e4nzen die vom Parlament beschlossene Erh\u00f6hung der \u00f6ffentlichen Entwicklungshilfe auf 0,5% des Bruttoinlandprodukts bis 2015 und die aktive Beteiligung der Schweiz an den multilateralen Verhandlungen. Sie unterst\u00fctzen damit arme L\u00e4nder bei der Bew\u00e4ltigung einiger der gr\u00f6ssten globalen Herausforderungen unserer Zeit. Den Beschl\u00fcssen von Rio 2012 und der aktuellen Diskussion \u00fcber die Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsziele der Post-2015-Agenda folgend, unterstreicht die Schweiz mit den Globalprogrammen, dass angesichts der Dringlichkeit der globalen Herausforderungen ein rasches Handeln angezeigt ist. Gerade weil internationale Abkommen und Standards viel Zeit beanspruchen und die Diskussionen \u00fcber die Finanzierung der globalen \u00f6ffentlichen Politiken nur schleppend vorankommen, w\u00e4re eine abwartende Haltung fatal. Die Glaubw\u00fcrdigkeit und die Wirkung internationaler Bem\u00fchungen zur Armutsreduktion in der Welt und zur F\u00f6rderung der nachhaltigen Entwicklung w\u00fcrden dadurch massiv in Frage gestellt. Die Globalprogramme zeigen, dass die Deza und auch die anderen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit den Herausforderungen nicht gleichg\u00fcltig und tatenlos gegen\u00fcberstehen. Sie wollen ihre Verantwortung ernst nehmen und sich aktiv engagieren. m&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Ausmass der globalen &shy;Herausforderungen&#13;<\/p>\n<h3>Ausmass der globalen &shy;Herausforderungen<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Im Jahr 2030 d\u00fcrfte die Weltbev\u00f6lkerung 8,3 Mrd. Menschen erreichen (heute sind es 7,1 Mrd.). Drastisch zunehmen wird dadurch der Bedarf an Nahrungsmitteln (+35%), Wasser (+40%) und Energie (+50%).<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Gelingt es nicht, die Schadstoffemissionen deutlich zu senken, ist eine Klimaerw\u00e4rmung der Erde um 4 Grad vor 2100 wahrscheinlich. Als Folge w\u00e4ren in K\u00fcstengebieten 360 Mio. Menschen vom Ansteigen des Meeresspiegels bedroht; 44% des Kulturlandes w\u00e4ren von D\u00fcrre betroffen (heute sind es 15%); Wassermangel und irreversibler Verlust der Biodiversit\u00e4t, namentlich der Korallenriffe, w\u00fcrden zunehmen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Von der schlimmsten D\u00fcrre seit 60 Jahren am Horn von Afrika im Jahr 2011 waren 10 Mio. Menschen betroffen; 30\u2009000 kamen ums Leben.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Unterern\u00e4hrung ist die h\u00e4ufigste Todesursache bei einem Drittel der 7 Mio. Kinder, die jedes Jahr vor dem f\u00fcnften Lebensjahr sterben.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Seit 1990 verschwinden jedes Jahr rund 7 Mio. Hektar Wald.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Heute gibt es weltweit 1 Mrd. Migrantinnen und Migranten, wovon 20% grenz\u00fcberschreitend. Das von den Arbeitsmigranten in die Heimat \u00fcberwiesene Einkommen betrug 2012 rund 400 Mio. Franken.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Bei ungef\u00e4hr der H\u00e4lfte der 250 grenz\u00fcberschreitenden Seen und Flussgebiete besteht kein Abkommen \u00fcber die Wassernutzung zwischen den Anrainerstaaten, was zu Konflikten f\u00fchren kann.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nKasten 2: Beispiele politischer Einflussnahme&#13;<\/p>\n<h3>Beispiele politischer Einflussnahme<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Das Globalprogramm Ern\u00e4hrungssicherheit und das Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft (BLW) f\u00fchren gemeinsam die internationalen Verhandlungen \u00fcber die Grunds\u00e4tze verantwortungsvoller Investitionen in der Landwirtschaft. Das Landgrabbing in den armen L\u00e4ndern stellt ein ernsthaftes Risiko f\u00fcr die Ern\u00e4hrungssicherheit dar. 2011 wurden rund 80 Mio. Hektar Agrarfl\u00e4che von Unternehmen aufgekauft, in erster Linie f\u00fcr die kommerzielle Nutzung oder die Produktion von Biotreibstoffen. Nur 37% dieser Fl\u00e4che stand der Nahrungsmittelproduktion zur Verf\u00fcgung.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Immer mehr Unternehmen verpflichten sich zur Nachhaltigkeit und achten auf ihren Wasserverbrauch. Der Wasserfussabdruck misst wissenschaftlich den Wasserverbrauch entlang der Produktionskette sowie dessen Verteilung \u00fcber Raum und Zeit. Die Deza unterst\u00fctzt die Einf\u00fchrung einer ISO-Norm f\u00fcr den Wasserfussabdruck und f\u00f6rdert konkrete Projekte zur Entwicklung grossfl\u00e4chig anwendbarer L\u00f6sungsans\u00e4tze. Entsprechende Partnerschaften bestehen mit Kolumbien im Industriesektor und Vietnam im Kaffeesektor.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>In China hat der Schadstoffausstoss sprunghaft zugenommen. Die Abgaspartikel der Dieselmotoren verursachen schwerwiegende Gesundheitsprobleme und beeinflussen das Klima negativ. Die Deza beteiligt sich zusammen mit dem Bundesamt f\u00fcr Umwelt (Bafu) an der \u00dcberarbeitung von Luftreinhaltegesetzen, an der Ausarbeitung von Anwendungsrichtlinien sowie am Austausch von Know-how und Technologie.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Die Deza liefert einen Beitrag zur Errichtung der Knomad-Plattform bei der Weltbank (Wissensmanagement im Bereich Migration und Entwicklung).<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Die Blue-Peace-Initiative kombiniert die Friedensf\u00f6rderung mit der Unterst\u00fctzung einer nachhaltigen Wasserbewirtschaftung im Nahen Osten.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nKasten 3: Beispiele innovativer Projekte&#13;<\/p>\n<h3>Beispiele innovativer Projekte<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Verwendung von Mobiltelefonen f\u00fcr die landwirtschaftliche Beratung und den Zugang zu Finanzierung f\u00fcr Kleinbauern;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Verbreitung von Erkenntnissen in Bezug auf Nachernteausf\u00e4lle im Rahmen einer Initiative f\u00fcr Subsahara-Afrika;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>F\u00f6rderung der angewandten Forschung und Verbreitung kosteng\u00fcnstiger Technologie f\u00fcr einen verbesserten Zugang zu Trinkwasser (z.B. Entsalzung von Salz- und Brackwasser in kleinem Massstab mit Einsatz von Solarenergie);<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>S\u00fcd-S\u00fcd-Technologietransfer zur Herstellung von Backsteinen. Diese energieeffiziente Technologie reduziert den Kohleverbrauch sp\u00fcrbar und tr\u00e4gt zur Halbierung des CO2-Ausstosses bei;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Vermittlung zwischen den Parteien in den s\u00fcdasiatischen L\u00e4ndern und den Golfstaaten bez\u00fcglich Arbeitsbedingungen und Schutz von Arbeitsmigranten;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Errichtung eines Netzwerks von Pflanzenkliniken in 40 L\u00e4ndern bis 2016 zwecks praktischer Beratung von Kleinbauern zur Reduktion von Nachernteausf\u00e4llen.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Bek\u00e4mpfung von Armut sind die Entwicklungsl\u00e4nder heute mit neuen, globalen Herausforderungen konfrontiert: Wasserknappheit, Klimawandel, Ern\u00e4hrungssicherheit oder Migrationsstr\u00f6me. 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