{"id":118769,"date":"2013-07-01T12:00:00","date_gmt":"2013-07-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/07\/pavletic-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:23:57","modified_gmt":"2023-08-23T21:23:57","slug":"pavletic","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/07\/pavletic\/","title":{"rendered":"Ein Fonds, der 82 L\u00e4ndern Gutes tut"},"content":{"rendered":"<p>Die Internationale Entwicklungsgesellschaft (IDA) ist ein Entwicklungsfonds der Weltbank, der sich seit seiner Gr\u00fcndung im Jahr 1960 f\u00fcr die \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt einsetzt. Der Fonds wird von den Partnerl\u00e4ndern alle drei Jahre neu aufgef\u00fcllt. Die aktuelle Wiederauff\u00fcllung stellt die IDA und ihre Partnerl\u00e4nder vor besondere Herausforderungen. Einerseits hat die Finanz- und Wirtschaftskrise den finanziellen Spielraum traditioneller Geberl\u00e4nder beschr\u00e4nkt. Andererseits zwingt der gegenw\u00e4rtig stattfindende Wandel in Entwicklungsl\u00e4ndern die IDA, ihre strategischen Priorit\u00e4ten neu auszurichten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201307_10_Pavletic_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Internationale Entwicklungsgesellschaft (IDA) vergibt Kredite zu g\u00fcnstigen Konditionen an einkommensschwache und nicht ausreichend kreditw\u00fcrdige L\u00e4nder. Seit 2002 gew\u00e4hrt sie auch verst\u00e4rkt Zusch\u00fcsse an \u00fcberschuldete L\u00e4nder. Im Rahmen der zwei Entschuldungsinitiativen <i>Heavily Indebted Poor Countries (HIPC)<\/i> und <i>Multilateral Debt Relief Initiative (MDRI)<\/i> leistet die IDA zudem einen Beitrag zur Entschuldung hochverschuldeter Entwicklungsl\u00e4nder.Zwischen 2003 und 2012 gab die IDA im Schnitt 11,7 Mrd. US-Dollar pro Jahr aus, wobei die Ausgaben in den letzten Jahren kr\u00e4ftig gewachsen sind. Im Gesch\u00e4ftsjahr 2012 wurden insgesamt 14,7 Mrd. US-Dollar vergeben. Neben den Entschuldungsmassnahmen werden mit diesen Mitteln Entwicklungsvorhaben in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Wasser, Energie, Landwirtschaft, und F\u00f6rderung des Privatsektors unterst\u00fctzt. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem Aufbau und der Verbesserung institutioneller Rahmenbedingungen. Insgesamt profitieren derzeit 82 L\u00e4nder von diesen Massnahmen; 40 davon befinden sich in Afrika.Die Mittel f\u00fcr die Kredite und Zusch\u00fcsse finanziert die IDA aus Beitr\u00e4gen der Mitgliedsl\u00e4nder, internen Ressourcen sowie Gewinn\u00fcberweisungen von ihren Schwesterinstitutionen innerhalb der Weltbankgruppe, der <i>Internationalen Bank f\u00fcr Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD)<\/i> und der <i>Internationalen Finanzgesellschaft (IFC)<\/i>. Die H\u00f6he dieser Mittel wird alle drei Jahre im Rahmen der Wiederauff\u00fcllungsverhandlungen neu bestimmt. Bei der 16. Wiederauff\u00fcllung Ende 2010 steuerten 52 Geberl\u00e4nder 64% der insgesamt 49,3 Mrd. US-Dollar bei. 28% konnte die IDA durch interne Mittel abdecken. Die restlichen 8% kamen von IBRD und IFC.&#13;<\/p>\n<h2>Aktuelle Wiederauff\u00fcllung unter &shy;besonderen Vorzeichen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAm 20.\/21. M\u00e4rz 2013 fiel in Paris der Startschuss f\u00fcr die 17. Wiederauff\u00fcllung. Innert Jahresfrist werden die 172 Partnerl\u00e4nder der IDA die finanziellen Mittel und inhaltlichen Schwerpunkte des Entwicklungsfonds f\u00fcr den Zeitraum Juli 2014 bis Juni 2017 festlegen. Die prek\u00e4re finanzwirtschaftliche Lage vieler traditioneller, meist westlicher Geberl\u00e4nder l\u00e4sst Bef\u00fcrchtungen aufkommen, dass deren diesj\u00e4hrige Zusch\u00fcsse an die IDA tiefer ausfallen werden als noch vor drei Jahren. Um einen akuten R\u00fcckgang der finanziellen Mittel zu vermeiden, pr\u00fcfen die IDA und ihre Partnerl\u00e4nder verschiedene Optionen.Eine M\u00f6glichkeit besteht darin, Schwellenl\u00e4nder zu h\u00f6heren Beitragszahlungen zu bewegen. Im Gegensatz zu traditionellen Gebern verf\u00fcgen diese \u00fcber gen\u00fcgend finanziellen Spielraum, um ihre Beitr\u00e4ge an die IDA substanziell zu erh\u00f6hen. Weil Schwellenl\u00e4nder zu den wichtigsten Kunden der Weltbank geh\u00f6ren und ihre Bedeutung auf der internationalen B\u00fchne stetig zunimmt, liegt es auch im langfristigen Interesse der Bank, diese L\u00e4nder st\u00e4rker einzubinden. Es stellt sich allerdings die Frage, ob und wie die Vorstellungen von traditionellen und neuen Geberl\u00e4ndern in Bezug auf die zuk\u00fcnftige Ausrichtung und Ausgestaltung der zu leistenden Entwicklungshilfe miteinander vereinbar sind.Eine weitere M\u00f6glichkeit besteht darin, Geberl\u00e4ndern zu erlauben, der IDA Darlehen zu g\u00fcnstigen Zinskonditionen anzubieten. Dabei muss sichergestellt werden, dass diese Darlehen die Zusch\u00fcsse der Geberl\u00e4nder erg\u00e4nzen und nicht ersetzen. Die Machbarkeit und die technischen Einzelheiten dieser Option werden derzeit abgekl\u00e4rt.Des Weiteren setzt sich die IDA f\u00fcr die kommenden drei Jahre das Ziel, die Effizienz ihrer institutionellen Abl\u00e4ufe und die Wirksamkeit ihrer Aktivit\u00e4ten zu optimieren. Unter dem Leitgedanken <i>Maximizing Development Impact<\/i> wird sie ihr Gesch\u00e4ftsmodell \u00fcberarbeiten, die resultatorientierte F\u00fchrung etablieren und die Synergien mit der restlichen Weltbankgruppe sowie externen Partnern st\u00e4rken. Diese Bem\u00fchungen werden zeitgleich mit der Implementierung der gemeinsamen Strategie f\u00fcr die gesamte Weltbankgruppe&#13;<br \/>\nVgl. dazu den Beitrag von J\u00f6rg Frieden auf S. 30 ff. in\u00a0dieser Ausgabe. erfolgen und sollten letztendlich ebenfalls zur finanziellen Nachhaltigkeit der IDA beitragen.&#13;<br \/>\nWorld Bank (2013): Setting the Agenda for IDA17.&#13;<\/p>\n<h2>Anpassung an die neuen Bed\u00fcrfnisse von Entwicklungsl\u00e4ndern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEntwicklungsl\u00e4nder haben in den letzten Jahren ein solides Wachstum verzeichnet. In IDA-L\u00e4ndern ist das Pro-Kopf-Einkommen zwischen 2002 und 2011 von 429 auf 676 US-Dollar (zu konstanten Preisen, Basisjahr 2000) gestiegen, was einem j\u00e4hrlichen Wachstum von etwa 4,8% entspricht.&#13;<br \/>\nBerechnet gem\u00e4ss Daten von <a href=\"http:\/\/data.worldbank.org\">http:\/\/data.worldbank.org<\/a>. L\u00e4nder wie \u00c4thiopien, Kambodscha und Rwanda geh\u00f6rten gar zu den am st\u00e4rksten wachsenden Volkwirtschaften der Welt. Die hohe Rohstoffnachfrage, die betr\u00e4chtliche Liquidit\u00e4t im Markt sowie die Stabilisierung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren ausschlaggebend f\u00fcr diese Entwicklung. Entsprechend sind ausl\u00e4ndische Direktinvestitionen in IDA-L\u00e4ndern zwischen 2002 und 2011 von 13,7 auf 89,7 Mrd. US-Dollar angestiegen.&#13;<br \/>\nBerechnet gem\u00e4ss Daten von <a href=\"http:\/\/data.worldbank.org\">http:\/\/data.worldbank.org<\/a>.Diese Entwicklung hat f\u00fcr die IDA unmittelbare Folgen. Dazu geh\u00f6rt, dass der Privatsektor in Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern heute eine viel gr\u00f6ssere Rolle einnimmt als noch vor wenigen Jahren. Dies wiederum relativiert die Bedeutung traditioneller Akteure der Entwicklungszusammenarbeit wie der IDA. Hinzu kommt, dass etwa die H\u00e4lfte der heutigen IDA-Empf\u00e4ngerl\u00e4nder bis 2025 graduieren und somit ihren IDA-Status ablegen werden, darunter auch einige der zehn gr\u00f6ssten Empf\u00e4ngerl\u00e4nder wie Ghana, Indien, Kenia, Nigeria, Pakistan, und Vietnam.&#13;<br \/>\nThe Future of IDA Working Group (2012): Soft Lending without Poor Countries: Recommendations for a New\u00a0IDA. CGD Report.Dieser Schritt ist grunds\u00e4tzlich positiv zu werten, widerspiegelt er doch die F\u00e4higkeit der L\u00e4nder, bei der IBRD oder auf den Kapitalm\u00e4rkten Geld zu Markt- bzw. markt\u00e4hnlichen Bedingungen aufzunehmen. F\u00fcr die IDA bedeutet diese Entwicklung allerdings, dass sich ihre verbleibenden Aktivit\u00e4ten \u2013 unter sonst gleichbleibenden Bedingungen \u2013 fast ausschliesslich auf den afrikanischen Kontinent und insbesondere auf fragile und von eStaaten konzentrieren werden. Will sie ihre Rolle als wichtigster Fonds f\u00fcr die \u00c4rmsten der Welt auch in Zukunft wahrnehmen, muss die IDA ihr Gesch\u00e4ftsmodell \u00fcberdenken und sich an die neuen Gegebenheiten anpassen.&#13;<br \/>\nWorld Bank (2013): Setting the agenda for IDA17. Im Vordergrund stehen dabei die Unterst\u00fctzung fragiler Staaten, die Bew\u00e4ltigung der Folgen des Klimawandels, die F\u00f6rderung eines gesellschaftlich ausgeglichenen Wohlstands (<i>Inclusive Growth<\/i> bzw. <i>Shared Prosperity<\/i>) sowie die Mobilisierung und St\u00e4rkung des Privatsektors.&#13;<\/p>\n<h2>Fragile und von Konflikten betroffene Staaten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Unterst\u00fctzung dieser Gruppe von Staaten geh\u00f6rt zu den gr\u00f6ssten Herausforderungen der Entwicklungszusammenarbeit. Die generelle Krisenanf\u00e4lligkeit, schwach ausgepr\u00e4gte formelle Institutionen und politische Unsicherheit in diesen L\u00e4ndern f\u00fchren dazu, dass ein Engagement von Entwicklungsorganisationen oft mit erheblichen Kosten und Risiken verbunden ist. Dass eine Unterst\u00fctzung von fragilen L\u00e4ndern unter gewissen Voraussetzungen dennoch n\u00fctzlich, sinnvoll und auch m\u00f6glich ist, hat der Weltentwicklungsbericht 2011 <i>Konflikt, Sicherheit und Entwicklung<\/i> gezeigt.&#13;<br \/>\nWorld Bank (2011): World Development Report 2011: Conflict, Security, and Development. Der Bericht gibt die Stossrichtungen f\u00fcr ein verst\u00e4rktes internationales Engagement in fragilen L\u00e4ndern vor. Dazu geh\u00f6ren unter anderem die st\u00e4rkere Ber\u00fccksichtigung von Konflikten in den Entwicklungsagenden, eine Anpassung der Interventionsinstrumente und -massnahmen an die Verh\u00e4ltnisse in fragilen L\u00e4ndern, die Verringerung der Volatilit\u00e4t der Finanzhilfe sowie die F\u00f6rderung des Privatsektors und der Besch\u00e4ftigung.Zusammen mit anderen bi- und multilateralen Partnern ist die IDA bem\u00fcht, die im Weltentwicklungsbericht aufgezeigten Ans\u00e4tze anzuwenden und weiterzuentwickeln, mit dem Ziel, die Wirksamkeit und Effizienz ihres Engagements in fragilen L\u00e4ndern zu verbessern. Im Juni 2011 hat die Weltbank dazu das <i>Global Center for Conflict, Security<\/i>, and Development in Nairobi er\u00f6ffnet. Dar\u00fcber hinaus hat sie ihre Pr\u00e4senz in fragilen L\u00e4ndern verst\u00e4rkt, Personal, Massnahmen und Instrumente an die dortigen Gegebenheiten angepasst sowie die Zusammenarbeit mit dem Privatsektorarm der Weltbankgruppe, der Internationalen Finanzgesellschaft IFC, ausgebaut. Diese Bem\u00fchungen werden weitergef\u00fchrt.&#13;<br \/>\nWorld Bank (2013): IDA\u2019s support to fragile and &shy;conflict-affected states.&#13;<\/p>\n<h2>F\u00f6rderung einer klimaschonenden Entwicklung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Auswirkungen des Klimawandels sind schon heute f\u00fcr viele Entwicklungsl\u00e4nder deutlich sp\u00fcrbar. Gem\u00e4ss dem Zwischenstaatlichen Ausschuss f\u00fcr Klima\u00e4nderungen (IPCC) werden H\u00e4ufigkeit und Intensit\u00e4t klimatischer Extremereignisse in Zukunft weiter zunehmen und arme L\u00e4nder in ihrer Entwicklung einschr\u00e4nken. Bereiche wie Landwirtschaft, Wasser, Gesundheit und Infrastruktur sind von den negativen Folgen besonders betroffen.&#13;<br \/>\nIPCC (2012): Intergovernmental Panel on Climate Change Special Report on Managing the Risks of Extreme Events and Disasters to Advance Climate Change &shy;Adaptation. Cambridge University Press.Die IDA stellt Entwicklungsl\u00e4ndern bedeutende finanzielle und technische Mittel zur Verf\u00fcgung, um das erh\u00f6hte Klimarisiko einzud\u00e4mmen. 2011 und 2012 wurden dazu mehr als 31 Mrd. US-Dollar verpflichtet. Energieeffizienz und erneuerbare Energien stehen im Zentrum der Unterst\u00fctzungsmassnahmen. Um die Hebelwirkung ihrer eigenen Finanzmittel zu erh\u00f6hen, unterst\u00fctzt die IDA die Empf\u00e4ngerl\u00e4nder bei der Erschliessung alternativer Finanzierungsquellen (u.a. <i>Climate Investment Funds, Global Environment Facility, Forest Carbon Partnership Facility oder Global Facility<\/i> for <i>Disaster Reducation and Recovery<\/i>).&#13;<br \/>\nWorld Bank (2012): Achieving climate resilient &shy;development progress report. IDA16.Trotz dieser Bem\u00fchungen bleibt der finanzielle Bedarf von Entwicklungsl\u00e4ndern im Klimabereich enorm. In ihrem Bericht Economics of Adaptation to Climate Change sch\u00e4tzt die Weltbank die Anpassungskosten von Entwicklungsl\u00e4ndern zwischen 2010-2050 \u2013 basierend auf einer Klimaerw\u00e4rmung von 2 Grad \u2013 auf j\u00e4hrlich 70-100 Mrd. US-Dollar.&#13;<br \/>\nWorld Bank (2010): Economics of adaptation to climate change \u2013 Synthesis report. Die IDA wird somit auch weiterhin darauf hinarbeiten, die finanziellen und technischen Bed\u00fcrfnisse von Entwicklungsl\u00e4ndern in diesem Bereich abzudecken. Aufgrund ihrer lokalen und regionalen Pr\u00e4senz, ihrer Erfahrung und leistungsorientierten Ausrichtung ist sie daf\u00fcr gut positioniert. Um die Skaleneffekte ihrer Investitionen zus\u00e4tzlich zu erh\u00f6hen, wird die Organisation in Zukunft vermehrt regionale Grossprojekte mit hohem wirtschaftlichen und sozialen Nutzen (sogenannte <i>Transformational Projects<\/i>) f\u00f6rdern und dabei die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor suchen.&#13;<br \/>\nWorld Bank (2013): IDA support to transformational projects with regional impact. IDA17. Die spezifischen klimarelevanten Ziele der IDA m\u00fcssen in den laufenden Wiederauff\u00fcllungsverhandlungen erst noch festgelegt werden.&#13;<\/p>\n<h2>F\u00f6rderung eines gesellschaftlich &shy;ausgeglichenen Wohlstands<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas starke Wachstum der letzten Jahre wurde in vielen Entwicklungsl\u00e4ndern durch eine Zunahme wirtschaftlicher und sozialer Ungleichheiten begleitet. Die Geberl\u00e4nder fordern die IDA dazu auf, nach M\u00f6glichkeiten zu suchen, um benachteiligte Gruppen \u2013 z.B. Frauen, Jugendliche, Minderheiten \u2013 zu st\u00e4rken und vermehrt am Wachstumsprozess zu beteiligen. Dieses Anliegen wird auch in die gemeinsamen Strategie f\u00fcr die gesamte Weltbankgruppe einfliessen, die gegenw\u00e4rtig ausgearbeitet wird. Die Weltbankgruppe setzt sich darin unter anderem das Ziel, auf einen gesellschaftlich ausgeglichenen Wohlstand hinzuarbeiten.Die IDA wird ihre Schwerpunkte auf drei spezifische Bereiche legen: die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen, die Verbesserung der Nutzung nat\u00fcrlicher Rohstoffertr\u00e4ge und die Erleichterung des Zugangs zu finanziellen Dienstleistungen. Auch wenn konkrete Massnahmen im Rahmen der Wiederauff\u00fcllungsverhandlungen unter Ber\u00fccksichtigung der jeweiligen landesspezifischen Gegebenheiten und Bed\u00fcrfnisse erst noch bestimmt werden m\u00fcssen, kann davon ausgegangen werden, dass sich die Anstrengungen haupts\u00e4chlich auf die Erhebung, den Austausch und die Vermittlung von Daten und Wissen in Bezug auf bestehende institutionelle Hindernisse f\u00fcr einen gesellschaftlich ausgeglichenen Wohlstand konzentrieren werden.&#13;<br \/>\nWorld Bank (2013): Setting the agenda for IDA17.&#13;<\/p>\n<h2>Mobilisierung und St\u00e4rkung des Privatsektors<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAngesichts der wachsenden Bedeutung des Privatsektors in Entwicklungsl\u00e4ndern beabsichtigt die IDA, ihre Anstrengungen zur Verbesserung der Rahmenbedingung f\u00fcr\u00a0die Privatwirtschaft fortzuf\u00fchren und zu intensivieren. Dies soll in enger Zusammenarbeit mit der IFC und der <i>Multilateralen &shy;Investitions-Garantie-Agentur (Miga)<\/i> geschehen, die ihre Aktivit\u00e4ten in IDA-Empf\u00e4ngerl\u00e4ndern und fragilen Staaten in den letzten Jahren markant ausgebaut haben. W\u00e4hrend die IDA haupts\u00e4chlich auf den \u00f6ffentlichen Sektor ausgerichtet ist, decken IFC und Miga vor allem den privaten Sektor ab; die Aktivit\u00e4ten der drei Organisationen sind somit gr\u00f6sstenteils komplement\u00e4r. Die Ausarbeitung gemeinsamer L\u00e4nderstrategien und Investitionsprojekte sowie die Optimierung administrativer Prozesse soll f\u00fcr Regierungen die Zusammenarbeit mit der Weltbankgruppe im Allgemeinen und mit der IDA im Besonderen vereinfachen.&#13;<\/p>\n<h2>Die Weichen f\u00fcr zuk\u00fcnftige Heraus&shy;forderungen stellen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie \u00dcbersicht der wichtigsten strategischen Priorit\u00e4ten zeigt, dass die IDA schon heute die Weichen f\u00fcr zuk\u00fcnftige Herausforderungen stellt. Allerdings werden sich die IDA und ihre Partnerl\u00e4nder in den kommenden Jahren mit noch grundlegenderen Fragen besch\u00e4ftigen m\u00fcssen, will die Organisation ihre Vorreiterrolle im globalen Kampf gegen die Armut bewahren. Basierend auf Daten von 2008 befinden sich etwa 79% der Menschen, die mit weniger als 2 US-Dollar pro Tag leben m\u00fcssen, in mittleren Einkommensl\u00e4ndern.&#13;<br \/>\nSumner, Andy (2012): Where Do The World\u2019s Poor Live? An Update, IDS Working Paper 393. 21 von weltweit insgesamt 47 fragilen und von Konflikten betroffenen Staaten sind heute gem\u00e4ss einer OECD-Studie mittlere Einkommensl\u00e4nder.&#13;<br \/>\nOECD (2013): Fragile States 2013: Resource Flows and\u00a0Trends in a Shifting World. F\u00fcr die IDA stellt sich somit die Frage, ob sie sich auch weiterhin auf Niedrigeinkommensl\u00e4nder konzentrieren will oder ob sie ihre Aktivit\u00e4ten in Zukunft auch auf die \u00c4rmsten in mittleren Einkommensl\u00e4ndern ausweiten soll. Mit ihrer Ausrichtung auf Fragilit\u00e4t, wirtschaftliche und soziale Ungleichheit, Klima und St\u00e4rkung des Privatsektors w\u00fcrde sie die n\u00f6tigen Anforderungen mitbringen, um auch in diesen L\u00e4ndern einen Beitrag zur Armutsreduktion zu leisten. Dies setzt allerdings voraus, dass sich die Rollen, Aufgaben und komparativen Vorteile der IDA klar von denjenigen der IBRD, die sich auf L\u00e4nder mit mittleren Einkommen konzentriert, abgrenzen. Diese und \u00e4hnliche Fragen werden im Rahmen der aktuellen Ausarbeitung einer gemeinsamen Strategie f\u00fcr die gesamte Weltbankgruppe zu kl\u00e4ren sein.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Fakten zur IDA&#13;<\/p>\n<h3>Fakten zur IDA<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Als einer der weltweit gr\u00f6ssten Anbieter von Entwicklungsgeldern bietet die IDA den 82 \u00e4rmsten Entwicklungsl\u00e4ndern finanzielle und technische Unterst\u00fctzung. In diesen L\u00e4ndern leben 2,5 Mrd. Menschen. Davon leben 1,8 Mrd. von weniger als 2 US-Dollar pro Tag.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Rund ein F\u00fcnftel der IDA-Finanzierungsmittel wird in Form von Zusch\u00fcssen gew\u00e4hrt, der Rest in Form von zinslosen langfristigen Krediten. Damit leistet die IDA einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Millennium-Entwicklungsziele.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Die IDA bietet eine anerkannte Plattform f\u00fcr eine effektive Entwicklungszusammenarbeit. Sie unterst\u00fctzt Entwicklungsprogramme, die von den betreffenden L\u00e4ndern in Eigenregie geleitet werden, mit Geldern, die vorhersagbar und nicht zweckgebunden sind.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Die IDA verbessert fortlaufend ihr seit 2002 bestehendes System zur Wirkungsmessung, unterzieht sich unabh\u00e4ngigen Beurteilungen und nimmt in punkto Transparenz weltweit eine f\u00fchrende Rolle ein. Unter den 58 Gebern im 2011 Aid Transparency Index belegt die IDA Platz eins.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Die IDA hat in fast allen ihren Interventionsl\u00e4ndern Mitarbeiter vor Ort, damit die Hilfe auch gezielt ankommt und ihre Verwendung gut \u00fcberwacht wird.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nQuelle: Die Internationale Entwicklungsorganisation (IDA)\u00a0\u2013 Der Weltbankfonds f\u00fcr die \u00c4rmsten, The World Bank, Washington, April 2013.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Was bisher erreicht wurde&#13;<\/p>\n<h3>Was bisher erreicht wurde<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Zeitraum von 2000 bis 2010 verzeichnete die IDA folgende Erfolge:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Sie bot mehr als 47 Mio. Menschen Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheit und Ern\u00e4hrung, liess mehr als 310 Mio. Kinder impfen und stellte f\u00fcr mehr als 2,5 Mio. Schwangere Angebote zur Schwangerschaftsvorsorge bereit.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>IDA-Mittel trugen dazu bei, dass mehr als 113 Mio. Menschen Zugang zu sicherem Wasser haben.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Es wurden mehr als 3 Mio. Lehrer ausgebildet und Klassenr\u00e4ume f\u00fcr mehr als 105 Mio. Kinder gebaut oder saniert. IDA-Mittel unterst\u00fctzten eine der gr\u00f6ssten Kampagnen zur Erh\u00f6hung der Schulbesuchsquote aller Zeiten, durch die auch die Zahl der M\u00e4dchen, die eine Schule besuchen, deutlich stieg.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>In Bangladesch beteiligt sich die IDA seit fast zehn Jahren an einem Projekt zur Elektrifizierung l\u00e4ndlicher R\u00e4ume und zum Ausbau erneuerbarer Energien, mit dem Erfolg, dass 630\u2009000 Verbraucher ans Stromnetz angeschlossen wurden.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Die IDA finanzierte die Demobilisierung und Wiedereingliederung von fast 441\u2009000 Ex-Kombattanten in acht Postkonfliktl\u00e4ndern. Dar\u00fcber hinaus schuf sie Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten im Umfang von mehr als 17 Mio. Personentagen beim Wiederaufbau und bei der Bereitstellung von Wasserversorgung, Strassen und sonstigen wichtigen Infrastrukturmassnahmen.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nQuelle: Die Internationale Entwicklungsorganisation (IDA) \u2013 Der Weltbankfonds f\u00fcr die \u00c4rmsten, The World Bank, Washington, April 2013.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 3: Das Engagement der Schweiz&#13;<\/p>\n<h3>Das Engagement der Schweiz<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Die Schweiz ist seit 1992 Mitglied der IDA. Angesichts der Finanzkraft der Weltbankgruppe sowie ihres Know-hows bei der Armutsbek\u00e4mpfung und bei globalen Themen ist die Schweizer Beteiligung bei der IDA eine wichtige Erg\u00e4nzung zu den Entwicklungsaktivit\u00e4ten der Schweiz.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Die Schweiz tr\u00e4gt mit 708 Mio. US-Dollar einen Lastenanteil von rund 2,1% und ist damit der elftgr\u00f6sste Geber der IDA. Es handelt sich dabei um den h\u00f6chsten Beitrag der Schweiz an einen einzelnen Fonds. Mit ihrem finanziellen Beitrag und ihrer aktiven Mitarbeit gelingt es der Schweiz, die Aktivit\u00e4ten der IDA massgeblich zu beeinflussen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>F\u00fcr die Jahre 2011 bis 2014 standen f\u00fcr die Schweiz folgende Ziele im Mittelpunkt: Bek\u00e4mpfung des Klimawandels in den IDA-Mitgliedsl\u00e4ndern mit Schwerpunkt auf Energie, Forstwirtschaft und CO2-Emissionshandel; Unterst\u00fctzung fragiler Staaten; Ausbau der Geschlechtergleichstellung; Steigerung der Wirksamkeit der IDA mittels Messungen, Bewertungen und Evaluationen; Sicherung der langfristigen Finanzierung der IDA.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nQuelle: Seco-Deza Factsheet Multilaterale Organisationen: Die Schweiz und die Internationale Entwicklungsagentur (Weltbankgruppe), September 2012.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Internationale Entwicklungsgesellschaft (IDA) ist ein Entwicklungsfonds der Weltbank, der sich seit seiner Gr\u00fcndung im Jahr 1960 f\u00fcr die \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt einsetzt. Der Fonds wird von den Partnerl\u00e4ndern alle drei Jahre neu aufgef\u00fcllt. Die aktuelle Wiederauff\u00fcllung stellt die IDA und ihre Partnerl\u00e4nder vor besondere Herausforderungen. 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