{"id":118864,"date":"2013-06-01T12:00:00","date_gmt":"2013-06-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/06\/weder-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:24:15","modified_gmt":"2023-08-23T21:24:15","slug":"weder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/06\/weder\/","title":{"rendered":"Wirtschaftliche \u00d6ffnung der Schweiz: Bis auf die Landwirtschaft \u00fcberdurchschnittlich"},"content":{"rendered":"<p>Zur Beurteilung der Integration eines Landes in die Weltwirtschaft muss man das Ausmass des internationalen Austausches von G\u00fctern, Dienstleistungen und Produktionsfaktoren in Relation zur Landesgr\u00f6sse betrachten. &shy;Dabei zeigt sich, dass die Schweiz speziell beim Austausch von &shy;Produktionsfaktoren \u00fcberdurchschnittlich integriert ist. Eine Ausnahme stellt die Landwirtschaft dar. Damit die Schweiz den hohen Grad der wirtschaftlichen Offenheit nicht verliert, muss sie die Kompatibilit\u00e4t von Landwirtschafts- und Aussenwirtschaftspolitik weiter verbessern.&#13;<br \/>\nDer Autor dankt Tobias Erhardt f\u00fcr die kompetente Erstellung der Grafiken. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201306_17_Weder_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"246\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Kleine, offene Volkswirtschaft?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweiz wird oft als \u00abkleine, offene Volkswirtschaft\u00bb bezeichnet. Klein? Bez\u00fcglich der Fl\u00e4che liegt die Schweiz im Vergleich der 47 L\u00e4nder Europas (inkl. Zypern) an 32. Stelle.&#13;<br \/>\nZu diesen und den folgenden R\u00e4ngen vergleiche man Tabelle 1.1 (Basisjahr=2008) in Spirig und Weder (2011), S. 32. Bei der Bev\u00f6lkerungszahl liegt sie mit Rang 21 etwa im Mittelfeld. Betrachtet man hingegen die wirtschaftliche Bedeutung anhand des Bruttoinlandprodukts (BIP) als Mass f\u00fcr die im Inland produzierten G\u00fcter und Dienstleistungen bzw. das daraus entstehende Einkommen, so geh\u00f6rt die Schweiz mit Rang 11 zu den gr\u00f6sseren L\u00e4ndern Europas. Offen? Hier geht es um die Frage, wie stark die Volkswirtschaft in die Weltwirtschaft integriert und damit wie offen das Land f\u00fcr den internationalen (wirtschaftlichen) Austausch ist. Diese Frage wird im Folgenden er\u00f6rtert.Die verbreitete Aussage, die Schweiz verdiene jeden zweiten Franken im Ausland, betont die Bedeutung der Weltwirtschaft f\u00fcr die Schweiz. Unklar ist jeweils, wie diese Zahl genau zustande kommt. Zu vermuten ist, dass dabei die Exporte von G\u00fctern und Dienstleistungen in Relation zum BIP gesetzt werden. Nimmt man die Zahlungsbilanz und die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Schweiz zur Hilfe, machten die Exporte im Jahre 2011 tats\u00e4chlich rund 50% des BIP aus. Die H\u00e4lfte des gesamtwirtschaftlichen Einkommens \u2013 oder eben jeder zweite Franken \u2013 stammt, so die \u00dcberlegung, vom Ausland. Sowohl die Aussage selbst wie auch die Berechnungsmethode sind allerdings nicht unproblematisch:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Viele Exporte ben\u00f6tigen Zwischenprodukte, welche die Schweiz importiert. Ein Teil des im Ausland verdienten Frankens wurde also schon vor dem Export f\u00fcr Importe im Ausland ausgegeben.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Sowohl das Einkommen von im Ausland eingesetztem Kapital wie auch das von Schweizern im Ausland erzielte Arbeitseinkommen bleiben in dieser Berechnung unber\u00fccksichtigt.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Ein Vergleich mit anderen L\u00e4ndern fehlt.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Am schwersten wiegt aber, dass diese Betrachtung auf einer merkantilistischen Vorstellung basiert, die davon ausgeht, dass nur Exporte etwas Gutes darstellen (man verdient damit Geld), w\u00e4hrend die Importe vollst\u00e4ndig ausser Acht gelassen werden.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2>Ohne Theorie geht es nicht<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie klassische Handelstheorie, welche auf David Ricardo (1817) zur\u00fcckgeht, argumentiert, dass L\u00e4nder aufgrund von <i>relativen \u2028Unterschieden<\/i> in der F\u00e4higkeit, G\u00fcter herzustellen, vom Aussenhandel profitieren. Man spricht von sogenannten komparativen Vorteilen, die sich in relativen Produktivit\u00e4tsunterschieden niederschlagen. Daraus folgt, dass Exporte f\u00fcr eine Volkswirtschaft nicht deshalb vorteilhaft sind, weil sie Arbeitspl\u00e4tze schaffen. Vielmehr stellen sie ein Mittel dar, um G\u00fcter im Ausland zu kaufen, welche importiert und im Inland konsumiert werden k\u00f6nnen. W\u00fcrden diese Importe alternativ durch eine Verlagerung von Ressourcen aus der Exportindustrie in die entsprechende inl\u00e4ndische Industrie selber hergestellt, w\u00e4ren weit mehr Ressourcen n\u00f6tig, als wenn das Land sich auf seine komparativen \u2028Vor&shy;teile konzentriert und mit den zus\u00e4tzlichen Exporten die Importe im Ausland beschafft.Der Aussenhandel wird quasi als \u00abindirekte Produktionsmethode\u00bb f\u00fcr die Herstellung der Importg\u00fcter genutzt. Die Zahl der Arbeitspl\u00e4tze steigt durch diese Spezialisierung nicht, da zus\u00e4tzlichen Arbeitspl\u00e4tzen in der Exportindustrie verlorene Arbeitspl\u00e4tze in der importkonkurrierenden Industrie gegen\u00fcberstehen. Exporte sind somit nicht wichtiger als Importe. Beide bedingen sich gegenseitig und tragen zu einem effizienteren Einsatz der beschr\u00e4nkten inl\u00e4ndischen Ressourcen bei. Diese Betrachtung wird noch akzentuiert, wenn man davon ausgeht, dass Importe Zwischenprodukte beinhalten, die in den Exportindustrien verwendet werden. Importe k\u00f6nnen so zur St\u00e4rkung der internationalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Firmen und Exportbranchen beitragen.F\u00fcr unsere Betrachtungen zentral ist weiter die Erkenntnis, dass in kleinen L\u00e4ndern der Anteil des Austausches mit dem Ausland an der gesamtwirtschaftlichen Produktion typischerweise gr\u00f6sser ist als in grossen L\u00e4ndern. Ein Gedankenexperiment mag dies verdeutlichen: Teilt man einen Staat in zwei L\u00e4nder auf, weist jedes Land ein geringeres BIP auf, w\u00e4hrend ein Teil des zuvor innerstaatlichen Handels neu als Aussenhandel zwischen den beiden L\u00e4ndern bezeichnet wird. Der Anteil des grenz\u00fcberschreitenden Austausches nimmt dadurch zu, ohne dass der Aussenhandel liberalisiert wird.&#13;<\/p>\n<h2>Absch\u00e4tzung der Offenheit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine M\u00f6glichkeit besteht darin, das Ausmass staatlicher Beschr\u00e4nkungen des internationalen Austausches von G\u00fctern, Dienstleistungen und Produktionsfaktoren \u2013 also den Protektionismus \u2013 zu erfassen und zu vergleichen. Dazu geh\u00f6ren Z\u00f6lle, administrative und technische Handelshemmnisse sowie Beschr\u00e4nkungen des Kapitalverkehrs und des (tempor\u00e4ren) Austausches von Arbeitskr\u00e4ften. Die Schweiz weist in Studien, die sich auf solche Beschr\u00e4nkungen konzentrieren, im nicht-landwirtschaftlichen Bereich in der Regel einen im internationalen Vergleich eher tiefen Protektionsgrad auf.&#13;<br \/>\nGemeint sind Studien der WTO, der OECD, des World Economic Forums oder der Heritage Foundation. Die KOF erweitert diese Betrachtungen anhand eines Globalisierungsindexes, der wirtschaftliche, soziale und politische Dimensionen der Globalisierung anhand zahlreicher Komponenten integriert. Der Globalisierungsindex der KOF (2012) setzt die Schweiz auf Rang 10 von 187 L\u00e4ndern (Basisjahr: 2009). Weder (2007) gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die Position der Schweiz in verschiedenen Indikatoren und stellt den in diesem Beitrag favorisierten Ansatz vor.Im Folgenden wird die wirtschaftliche Offenheit der Schweiz anhand von zwei Indikatoren mit derjenigen anderer L\u00e4nder verglichen. Ich st\u00fctze mich dabei auf die offenbarte (<i>revealed<\/i>) Integration bzw. Offenheit. Im Unterschied zu den erw\u00e4hnten Studien fliesst dabei auch die wirtschaftliche Gr\u00f6sse mit ein.Der <i>erste Indikator<\/i> erfasst die Ha<i>ndelsintensit\u00e4t (Trade Intensity)<\/i>, gemessen als Exporte plus Importe von G\u00fctern und Dienstleistungen, dividiert durch das BIP. W\u00e4hrend die G\u00fcter zahlreiche Konsumg\u00fcter und Maschinen beinhalten, umfassen die grenz\u00fcberschreitenden Dienstleistungen zum Beispiel den Tourismus sowie T\u00e4tigkeiten von Banken, Versicherungen und Transportunternehmen. Die so errechnete Handelsintensit\u00e4t ergibt f\u00fcr die Schweiz im Jahr 2011 einen Wert von 92%. <i>Grafik 1<\/i> best\u00e4tigt den vermuteten negativen Zusammenhang zwischen Handelsintensit\u00e4t und Gr\u00f6sse der L\u00e4nder. Sie impliziert, dass die Schweiz im internationalen Vergleich einen leicht \u00fcberdurchschnittlichen Integrationsgrad besitzt; der Durchschnitt in Abh\u00e4ngigkeit der Landesgr\u00f6sse wird durch die ausgezogene Linie approximiert. L\u00e4nder wie Schweden, D\u00e4nemark oder Grossbritannien haben etwa denselben Integrationsgrad wie die Schweiz, wenn man die unterschiedlichen Landesgr\u00f6ssen mitber\u00fccksichtigt. Deutschland weist allerdings einen relativ zu seiner Gr\u00f6sse h\u00f6heren Integrationsgrad als die Schweiz auf.Der <i>zweite Indikator<\/i> konzentriert sich auf den Austausch von Produktionsfaktoren und erfasst die <i>Austauschintensit\u00e4t der Faktoreinkommen (Factor Income Exchange Intensity)<\/i>.&#13;<br \/>\nAlternativ k\u00f6nnte man den Anteil von Ausl\u00e4ndern an der Bev\u00f6lkerung, die Zahl der Grenzg\u00e4nger sowie den Kapitalstock als Basis nehmen. Diese Gr\u00f6ssen lassen sich allerdings nicht direkt aggregieren. Er wird gemessen als die im Ausland erzielten Arbeits- und Kapitaleinkommen plus die vom Ausland im Inland erzielten Einkommen, dividiert durch das BIP. Da die internationalen Kapitaleinkommen j\u00e4hrlich stark schwanken, wurde f\u00fcr diese ein Durchschnittswert \u00fcber 5 Jahre (2007\u20132011) verwendet. Die international ausgetauschten Arbeitseinkommen sind im Fall der Schweiz durch die in der Schweiz besch\u00e4ftigten ausl\u00e4ndischen Grenzg\u00e4nger gepr\u00e4gt, w\u00e4hrend bei den Kapitaleinkommen unter anderem der Ertrag des im Ausland eingesetzten Kapitals von schweizerischen multinationalen Firmen zu Buche schl\u00e4gt. Die Austausch&shy;intensit\u00e4t der Faktoreinkommen der Schweiz f\u00fcr das Jahr 2011 31%. <i>Grafik 2<\/i> zeigt wiederum einen negativen Zusammenhang zwischen Faktoreinkommensaustauschintensit\u00e4t und Gr\u00f6sse der L\u00e4nder auf. Die Schweiz liegt hier klar \u00fcber dem Durchschnitt, was auf eine im interna&shy;tionalen Vergleich sehr ausgepr\u00e4gte Integration \u2013 und damit Offenheit \u2013 bez\u00fcglich des Austausches von Arbeit und Kapital hinweist. Der Integrationsgrad von Grossbritannien ist vergleichbar mit demjenigen der Schweiz, w\u00e4hrend Deutschland, Frankreich und insbesondere Italien einen geringeren Integrationsgrad aufweisen.&#13;<\/p>\n<h2>Hoher Grad der Abschottung im Bereich Landwirtschaft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer hohe Integrationsgrad der Schweiz in die Weltwirtschaft ist letztlich die Folge einer Aussenwirtschaftspolitik, die sich traditionell f\u00fcr offene Grenzen im Inland und den Marktzugang im Ausland einsetzt. Gef\u00f6rdert und abgesichert wird diese Politik durch die Mitgliedschaft in der WTO, durch die bilateralen Vertr\u00e4ge mit der EU, dem gegen\u00fcber der EU angewandten Cassis-de-Dijon-Prinzip sowie zahlreichen Freihandelsabkommen, welche die Schweiz direkt oder als &shy;Mitglied der Europ\u00e4ischen Freihandelsassoziation (Efta) abgeschlossen hat.Ein Bereich der Volkswirtschaft passt hingegen nicht in das hier gezeichnete Bild: die schweizerische Landwirtschaft. Zwar wurden Importschutz und die Landwirtschaftsproduktion unterst\u00fctzende Subventionen in den letzten Jahrzehnten abgebaut und durch sogenannte Direktzahlungen ersetzt. Der von der OECD ver\u00f6ffentlichte Producer Support Estimate (PSE) als Mass f\u00fcr s\u00e4mtliche Transfers, welche Konsumenten und Steuerzahler an die Produzenten von Agrarg\u00fctern in einem Land leisten, zeigt, dass die Schweiz nach wie vor zu den L\u00e4ndern geh\u00f6rt, die ihre Landwirtschaft am st\u00e4rksten sch\u00fctzen. Die Schweiz befand sich 2011 mit einem PSE-Wert von 54% diesbez\u00fcglich auf Platz 2 der 34 OECD-Mitglieder, nach Norwegen und vor Japan und Korea.&#13;<br \/>\nVgl. OECD (2012), S. 38. Mit anderen Worten: 54% des Produktionswertes in der schweizerischen Landwirtschaft basieren auf Unterst\u00fctzungszahlungen von Konsumenten (z.B. durch Importbeschr\u00e4nkungen) und Steuerzahlern (Subventionen, Direktzahlungen). Dieser Schutz ist etwa dreimal so hoch wie derjenige im OECD- oder EU-Durchschnitt. Immerhin konnte der Anteil der am meisten verzerrenden Massnahmen (Handelsbeschr\u00e4nkungen, mengenabh\u00e4ngige Subven&shy;tionen) durch den Ausbau der Direktzahlungen substanziell reduziert werden. Mit einem Anteil von 46% (2009-2011) liegt die Schweiz nun etwa im OECD-Durchschnitt, aber immer noch weit \u00fcber dem entsprechenden Wert von 25% in der EU.&#13;<br \/>\nVgl. OECD, 2012, S. 236 ff. und Part II.<i>Grafik 3<\/i> zeigt den Indikator der Handelsintensit\u00e4t, beschr\u00e4nkt auf landwirtschaftliche G\u00fcter der Kategorien \u00abNahrungsmittel\u00bb, \u00ablebende Tiere\u00bb sowie \u00abtierische und pflanzliche \u00d6le\u00bb.&#13;<br \/>\nEin \u00e4hnliches Bild zeigt sich bei einer Auswertung der meines Erachtens weniger geeigneten International Standard Industrial Classification (Kategorien A: Agriculture, Hunting and Forestry und B: Fishing). Die Schweiz weist in dieser G\u00fctergruppe einen im Vergleich zu den OECD-L\u00e4ndern klar unterdurchschnittlichen Integrationsgrad auf.&#13;<\/p>\n<h2>Agrarprotektionismus wird immer mehr zum Problem<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie wirtschaftliche Offenheit der Schweiz ist im internationalen Vergleich hoch. Dies gilt ganz besonders f\u00fcr den Austausch der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital. Die Landwirtschaft passt dabei nicht in dieses Bild, was sowohl durch den hohen Grad des Protektionismus wie auch die unterdurchschnittliche Handelsintensit\u00e4t best\u00e4tigt wird. Man k\u00f6nnte nun argumentieren, dass diese Inkonsistenz trotz der hohen Kosten in einem reichen Land wie der Schweiz durchaus akzeptabel erscheint, insbesondere mit Blick auf die gef\u00e4llige Berglandwirtschaft.Das Hauptproblem liegt meines Erachtens aber darin, dass die Landwirtschaftspolitik die Aussenwirtschaftspolitik der Schweiz zunehmend behindert und so ihren hohen Integrationsgrad \u2013 und damit auch den Wohlstand \u2013 gef\u00e4hrdet. Ein Beispiel daf\u00fcr ist das vor bald zehn Jahren geplante Freihandelsabkommen mit den USA. Dieses h\u00e4tte nicht nur den Handel zwischen den beiden L\u00e4ndern erh\u00f6ht, sondern insbesondere auch den Austausch von Kapital und Know-how befl\u00fcgelt. Der Bundesrat entschied sich im Januar 2006, die Verhandlungen aufgrund der starken Opposition der Landwirtschaft abzubrechen. Heute verhandelt die EU mit den USA \u00fcber ein solches Abkommen. Kommt es zustande, werden schweizerische Firmen in den USA gegen\u00fcber ihren Konkurrenten aus der EU diskriminiert, was den Integrationsgrad der Schweiz vermindert. Auch bei den WTO-Verhandlungen sind der Schweiz wegen der Landwirtschaftspolitik die H\u00e4nde zu stark gebunden.Deshalb gilt es, den aussenwirtschaftlichen Schutz der schweizerischen Landwirtschaft weiter zu reduzieren und den Umbau der Agrarpolitik in Richtung Direktzahlungen zu forcieren. Nur so wird die Landwirtschaftspolitik kompatibel mit einer glaubw\u00fcrdigen Aussenwirtschaftspolitik der Schweiz. Konkrete Leistungen im Landschaftsschutz oder in der Tierhaltung k\u00f6nnen \u00fcber Direktzahlungen weiterhin abgegolten werden. Den Bauern muss aber auch erlaubt sein, sich vermehrt als innovative Unternehmer zu verhalten. Zahlreiche Konsumenten werden dies, davon bin ich \u00fcberzeugt, entsprechend honorieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abHandelsintensit\u00e4t und Landesgr\u00f6sse der OECD-L\u00e4nder (ohne Polen), 2011\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abFaktoraustausch-Intensit\u00e4t und Landesgr\u00f6sse der OECD-L\u00e4nder, 2007\u20132011\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3: \u00abHandelsintensit\u00e4t f\u00fcr Agrarg\u00fcter und Landesgr\u00f6sse der OECD-L\u00e4nder, 2011\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Literatur&#13;<\/p>\n<h3>Literatur<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>KOF (2012): KOF Globalisierungsindex 2012. Medienmitteilung vom 16. M\u00e4rz 2012 und Rangliste 2012.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>OECD (2012): Agricultural policies: Monitoring and Evaluation 2012 OECD Countries, Paris: OECD.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Ricardo, David (1817): The Principles of Political Economy and Taxation, London: J.M. Dent &amp; Sons.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Spirig, Beat und Rolf Weder (2011): Von Rosinen und anderen Spezialit\u00e4ten. Die Schweiz und die EU, Z\u00fcrich: Verlag Neue Z\u00fcrcher Zeitung.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Weder, Rolf (2007): Swiss International Economic Relations. Assessing a Small and Open Economy, in: Church, Clive H. (Hrsg.), Switzerland and the European Union. A Close, Contradictory and Misunderstood Relationship, London: Routledge, S. 99\u2013125.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Beurteilung der Integration eines Landes in die Weltwirtschaft muss man das Ausmass des internationalen Austausches von G\u00fctern, Dienstleistungen und Produktionsfaktoren in Relation zur Landesgr\u00f6sse betrachten. &shy;Dabei zeigt sich, dass die Schweiz speziell beim Austausch von &shy;Produktionsfaktoren \u00fcberdurchschnittlich integriert ist. Eine Ausnahme stellt die Landwirtschaft dar. Damit die Schweiz den hohen Grad der wirtschaftlichen Offenheit [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":2849,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[97,154],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":2849,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Professor f\u00fcr Aussenwirtschaft und Europ\u00e4ische Integration, Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakult\u00e4t, Universit\u00e4t Basel ","seco_author_post_occupation_fr":"Professeur d\u2019\u00e9conomie internationale et d\u2019int\u00e9gration europ\u00e9enne, doyen de la Facult\u00e9 d\u2019\u00e9conomie politique de l\u2019Universit\u00e9 de B\u00e2le ","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":118867,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"7197","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/559103c96e71c"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118864"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2849"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=118864"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118864\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127245,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118864\/revisions\/127245"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2849"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=118864"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=118864"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=118864"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=118864"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=118864"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=118864"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}