{"id":118914,"date":"2013-05-01T12:00:00","date_gmt":"2013-05-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/05\/duetz-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:24:32","modified_gmt":"2023-08-23T21:24:32","slug":"duetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/05\/duetz\/","title":{"rendered":"Gesundheit2020: Die gesundheitspolitischen Priorit\u00e4ten des Bundesrates"},"content":{"rendered":"<p>Im Januar 2013 verabschiedete der Bundesrat die gesundheitspolitische Agenda \u00abGesundheit2020\u00bb. Die Agenda formuliert im Rahmen einer umfassenden Strategie insgesamt 36 Massnahmen, die in allen Bereichen des Gesundheitssystems ansetzen. Bis ins Jahr 2020 soll die Lebensqualit\u00e4t gesichert, die Chancengleichheit gest\u00e4rkt, die Versorgungsqualit\u00e4t erh\u00f6ht und die Transparenz verbessert werden. Damit reagiert der Bundesrat darauf, dass zwei wichtige Vorlagen im Verlauf des Jahres 2012 verworfen worden sind: die Managed Care-Vorlage durch das Stimmvolk und das Pr\u00e4ventionsgesetz durch das Parlament. Die neue gesundheitspolitische Agenda soll klarer auf die aktuellen und kommenden Herausforderungen im Gesundheitswesen ausgerichtet sein. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201305_15_Duetz_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Heutige St\u00e4rken und Schw\u00e4chen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Menschen in der Schweiz profitieren von einem guten Gesundheitssystem. Zu diesem Befund kamen im Oktober 2011 auch OECD und WHO nach einer ausf\u00fchrlichen Analyse.&#13;<br \/>\nOECD-WHO (2011): Schweiz. OECD-Berichte \u00fcber &shy;Gesundheitssysteme. Nicht nur internationale Experten und Expertinnen sehen in unserer Gesundheitsversorgung viele Vorteile und St\u00e4rken. Auch das Schweizer Volk hat in verschiedenen Volksabstimmungen bekr\u00e4ftigt, dass es keine radikalen Ver\u00e4nderungen w\u00fcnscht. In einer internationalen Befragung des <i>Commonwealth Fund (2011)<\/i> sagten 69% der befragten Schweizer Patientinnen und Patienten, das Gesundheitssystem insgesamt gut. Man solle es nur geringf\u00fcgig \u00e4ndern, um es weiter zu verbessern.&#13;<br \/>\nCommonwealth Fund 2011: <a href=\"http:\/\/www.bag.admin.ch\">http:\/\/www.bag.admin.ch<\/a>, Themen, Gesundheitspolitik, Nationale Gesundheitspolitik, Commonwealth Fund, Umfrage 2011. Damit nimmt die Schweiz im internationalen Vergleich eine Spitzenstellung ein. Zu den <i>St\u00e4rken<\/i> geh\u00f6ren der garantierte\u00a0Zugang zur Gesundheitsversorgung, das breite Spektrum der von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung gedeckten Leistungen und die hohe Versorgungs&shy;qualit\u00e4t. Diese f\u00fchren zu einer hohen Lebensqualit\u00e4t und einer im internationalen Vergleich weit \u00fcberdurchschnittlichen Lebenserwartung. Es werden aber auch <i>Schw\u00e4chen<\/i> geortet:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Das Gesundheitssystem ist zu wenig transparent.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Es fehlt an gezielter politischer Steuerung.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Die statistischen und analytischen Grundlagen sind l\u00fcckenhaft.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Es sind nach wie vor Fehlanreize vorhanden, die zu Ineffizienzen und unn\u00f6tigen Kosten f\u00fchren.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Zudem investiert die Schweiz zu wenig Mittel in Pr\u00e4vention und Fr\u00fcherkennung.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2>Vier grosse Herausforderungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn den kommenden Jahren sieht der &shy;Bundesrat vier grosse Gruppen von gesundheitspolitischen Herausforderungen auf die Schweiz zukommen: <i>Erstens<\/i> werden die <i>chronischen Krankheiten<\/i> weiter zunehmen. Die Hauptursachen sind die demografischen Ver\u00e4nderungen und die verbesserten Behandlungsm\u00f6glichkeiten, welche die \u00dcberlebenszeit mit einer chronischen Krankheit verl\u00e4ngern. <i>Zweitens<\/i> wird sich in der Folge die <i>Versorgung<\/i> wandeln m\u00fcssen, und zwar sowohl bez\u00fcglich des Umfangs wie auch der Ausgestaltung des Angebots. So ist absehbar, dass die Nachfrage in der Langzeitpflege und der Bedarf an integrierten Versorgungsmodellen zunehmen werden. Auch der Pr\u00e4vention und Fr\u00fcherkennung von chronischen Krankheiten wird aufgrund der wachsenden Fallzahlen gr\u00f6ssere Bedeutung zukommen m\u00fcssen. Diese Entwicklungen haben Auswirkungen auf die Anforderungen an die Bildung des Gesundheitspersonals, das auch k\u00fcnftig in gen\u00fcgender Zahl und mit den Aufgaben entsprechenden Kompetenzen zur Verf\u00fcgung stehen soll. <i>Drittens<\/i> wird die <i>Finanzierung<\/i> des weiter\u00a0wachsenden Gesundheitssektors gesichert werden m\u00fcssen. Die Kosten in der obligatorischen Krankenversicherung sind zwischen 1996 und 2011 von 13,4 auf 26,2 Mrd. Franken gestiegen (siehe <i>Grafik 1<\/i>). Das j\u00e4hrliche reale Wachstum betrug im Durchschnitt 3,8%. In der gleichen Zeit nahm die Anzahl der Versicherten um durchschnittlich 0,6% zu. Die Pro-Kopf-Kosten stiegen somit real um 3,2%. Das Kostenwachstum hat sich im Verlauf dieser 15 Jahre verlangsamt: In den ersten f\u00fcnf Jahren nach KVG-Einf\u00fchrung stiegen die Kosten pro Kopf j\u00e4hrlich um nominal 5,0% (real 4,2%), zwischen 2001 und 2006 um j\u00e4hrlich 4,1% (3,2%) und zwischen 2006 und 2011 noch um 2,8% (2,1%) pro Jahr. Der Anteil der Gesundheitskosten am Bruttoinlandprodukt (BIP) nahm in dieser Zeit von 9,7% auf 11,0% zu (in den letzten zehn Jahren blieb der Anteil indes recht stabil). Damit liegt die Schweiz im oberen Mittelfeld der OECD-L\u00e4nder.&#13;<br \/>\nVgl. Bundesamt f\u00fcr Statistik, <a href=\"http:\/\/www.bfs.admin.ch\">http:\/\/www.bfs.admin.ch<\/a>, Themen, Gesundheit, \u00abKosten, Finanzierung\u00bb.Die heute bereits wirksamen Ursachen des Kostenwachstums (medizinisch-technischer Fortschritt, zunehmende Nachfrage aufgrund des zunehmenden Wohlstandes, demografische Ver\u00e4nderungen) werden auch weiterhin eine Rolle spielen. Dazu kommen neue Faktoren, welche die Kosten ebenfalls beeinflussen werden, so etwa die Tendenz zur personalisierten Medizin oder die Entwicklung von Medikamenten f\u00fcr seltene Krankheiten. Der Druck auf das System der Pr\u00e4mienverbilligungen d\u00fcrfte dadurch weiter zunehmen. Umso wichtiger ist es, die von\u00a0Experten und Expertinnen auf rund 20% gesch\u00e4tzten Effizienzreserven auszusch\u00f6pfen. Diese Reserven ergeben sich u.a. aus den Vorteilen der integrierten Versorgung, der Korrektur von Fehlanreizen in der Leistungsabgeltung sowie der Einf\u00fchrung von eHealth.&#13;<br \/>\nVgl. dazu z.B. j\u00fcngst die zusammenfassende Sch\u00e4tzung von Trageser et al. (2012). Nur so bleibt das System f\u00fcr die einkommensschwachen Schichten und den unteren Mittelstand finanzierbar.Als <i>vierte Herausforderung<\/i> ortet der Bundesrat die <i>mangelnde Steuerbarkeit des Gesundheitsbereichs und die fehlende Transparenz<\/i>. Das Gesundheitssystem in der Schweiz ist sehr komplex gestaltet; eine Vielzahl verschiedener Interessen pr\u00e4gt die Gesundheitspolitik. Sowohl der Bund als auch die Kantone haben in diesem Bereich Steuerungs- und Vollzugsaufgaben. In einigen wichtigen Bereichen \u2013 wie der Finanzierung der Versorgung und der Bildung \u2013 teilen sie sich diese. Zum Teil arbeiten sie erfolgreich zusammen; h\u00e4ufig ist aber die L\u00f6sungsfindung blockiert. Diesen Befund wird im OECD\/WHO-Bericht 2011 best\u00e4tigt: Die Steuerbarkeit unseres Gesundheitssystems und dessen Kontrolle m\u00fcssen erh\u00f6ht werden. So kann auch die Transparenz verbessert werden.&#13;<\/p>\n<h2>Handlungsfelder, Ziele und Massnahmen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\n<i>Gesundheit2020<\/i> stellt die Menschen ins Zentrum der Strategie: Das Gesundheitssystem soll um sie herum weiterentwickelt werden. Nicht zuletzt deshalb sieht der Bundesrat auch spezifische Massnahmen zur St\u00e4rkung der Versicherten bzw. Patienten vor. <i>Gesundheit2020<\/i> legt vier \u00fcbergeordnete Handlungsfelder fest, zu denen zw\u00f6lf Ziele mit je drei Massnahmen geh\u00f6ren \u2013 also insgesamt 36 Massnahmen. Sie erg\u00e4nzen die bereits laufenden Massnahmen im Gesundheitsbereich (siehe <i>Tabelle 1<\/i>). Die einzelnen Handlungsfelder werden im Folgenden kurz vorgestellt.&#13;<\/p>\n<h2>Lebensqualit\u00e4t sichern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie mittel- und langfristige Sicherung der Lebensqualit\u00e4t der Bev\u00f6lkerung bedingt \u2013 nebst dem verantwortungsvollen Handeln der Menschen \u2013 auch die Weiterentwicklung der Pr\u00e4vention und des Gesundheitsschutzes. Entsprechend m\u00fcssen die Versorgungsangebote optimiert werden: Die F\u00f6rderung von Versorgungsmodellen, die sich st\u00e4rker auf die aktuellen Bed\u00fcrfnisse der Patienten ausrichten, soll die Lebensqualit\u00e4t auch im Krankheitsfall sicherstellen. Zu beachten ist, dass der Gesundheitszustand der Menschen in der Schweiz auch &shy;wesentlich von Faktoren ausserhalb der Gesundheitspolitik gepr\u00e4gt wird, insbesondere von Bildung, sozialer Sicherheit, Arbeitssituation, Einkommen, Verkehr und Wohnsi&shy;tuation. Diese gesellschaftlichen und umweltbedingten Determinanten sollen auf Bundesebene durch eine intensivere Zusammenarbeit gezielt verbessert werden.&#13;<\/p>\n<h2>Chancengleichheit und Selbstverant&shy;wortung\u00a0st\u00e4rken<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Gesundheitschancen der vulnerablen Bev\u00f6lkerungsgruppen sollen verbessert werden. Auch hier wird der Selbstverantwortung und der Gesundheitskompetenz grosse Bedeutung beigemessen. Die Versicherten und Patienten sollen st\u00e4rker in die Gesundheitspolitik eingebunden werden. In der Beziehung zu den Gesundheitsfachpersonen sollen sie eine vollwertige, gleichberechtigte und selbstbestimmte Rolle erhalten. Dar\u00fcber hinaus soll die Bezahlbarkeit des Gesundheitssystems \u2013 und zwar die Bezahlbarkeit f\u00fcr alle Bev\u00f6lkerungsgruppen \u2013 durch die Aussch\u00f6pfung von Effizienzreserven gew\u00e4hrleistet werden. In diesem Handlungsfeld werden drei Massnahmen zur Steigerung der Effizienz formuliert, und zwar in den Bereichen Medikamente, Pauschalabgeltungen sowie hochspezialisierte Medizin. Es finden sich jedoch auch in anderen Handlungsfeldern und Zielbereichen Massnahmen, die zu einer\u00a0Aussch\u00f6pfung der Effizienzreserven beitragen.&#13;<br \/>\nVgl. Bundesrat (2013), S. 21\u201322.&#13;<\/p>\n<h2>Versorgungsqualit\u00e4t sichern und erh\u00f6hen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Versorgungsqualit\u00e4t ist f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung ein zentraler Aspekt in ihrer Beurteilung des Versorgungsangebots. Eine gute und angemessene Qualit\u00e4t wirkt sich positiv auf die Kostenentwicklung aus, indem nicht wirksame Leistungen und unerw\u00fcnschte Komplikationen vermieden werden k\u00f6nnen. Die Qualit\u00e4t wird \u00fcber verschiedenste Massnahmen verbessert, die zum einen auf Ebene der medizinischen Leistungen, zum anderen auch auf Ebene der Prozesse und Informationen ansetzen. Auch die F\u00f6rderung des Einsatzes von eHealth-Instrumenten tr\u00e4gt zur Qualit\u00e4tssteigerung bei. Die Massnahmen im Bereich der Bildung des Gesundheitsper&shy;sonals sollen bewirken, dass die Anzahl der\u00a0universit\u00e4ren und nicht-universit\u00e4ren Aus- und Weiterbildungspl\u00e4tze dem Bedarf entsprechen. Die Lerninhalte sollen sich &shy;vermehrt auf die Anforderungen einer integrierten Versorgung ausrichten.&#13;<\/p>\n<h2>Transparenz schaffen, besser steuern und &shy;koordinieren<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nHeute herrscht mangelnde Transparenz \u00fcber die erbrachten Leistungen, ihren Nutzen und ihre Kosten. Es ist f\u00fcr alle Beteiligte zunehmend schwierig, sich im Gesundheitssystem zurecht zu finden. Auch das System der Krankenversicherungen ist mit seiner Angebotsvielfalt kompliziert geworden. Eine Verbesserung der Datenlage soll Klarheit schaffen und auch die M\u00f6glichkeit einer zielgerichteten gesundheitspolitischen Steuerung vergr\u00f6ssern. Ein weiterer Ansatz im Bereich der Steuerung ist die Verbesserung der Zusammenarbeit und die Pr\u00fcfung der Rollenteilung zwischen den Akteuren, besonders zwischen Bund und Kantonen. Zudem sollen neue Steuerungsm\u00f6glichkeiten eingef\u00fchrt werden, damit etwa die Planung des ambulanten Bereichs verbessert werden kann. Wichtig ist hier zudem die Konsolidierung der internationalen Einbettung. Die internationale gesundheitspolitische Zusammenarbeit unterst\u00fctzt die Qualit\u00e4tsentwicklung im\u00a0Schweizerischen Gesundheitssystem und stellt einen fairen internationalen Austausch von Informationen, Fachpersonen und Produkten sicher. Die Schweiz spielt in der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits eine wichtige Rolle, und mit der Gesundheitsaussenpolitik hat sie eine Vorreiterrolle inne. F\u00fcr den Gesundheitsschutz \u2013 zum Beispiel die Lebensmittelsicherheit und den Bereich Infektionskrankheiten \u2013 wird es entscheidend sein, die Einbindung in die gesundheitspolitischen Entwicklungen der EU zu verbessern, indem ein Gesundheitsabkommen abgeschlossen und umgesetzt werden kann.&#13;<\/p>\n<h2>Umsetzung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Bundesrat hat mit seiner gesundheitspolitischen Agenda <i>Gesundheit2020<\/i> den Weg aufgezeigt, den er in den kommenden Jahren beschreiten will. Um diese gesundheitspolitische Strategie wirksam umsetzen zu k\u00f6nnen und Realit\u00e4t werden zu lassen, bedarf es der Mitarbeit aller wichtiger Stakeholder \u2013 &shy;insbesondere der Kantone \u2013 sowie der Unterst\u00fctzung seitens der Bev\u00f6lkerung. Die Umsetzung von <i>Gesundheit2020<\/i> wurde unmittelbar nach deren Ver\u00f6ffentlichung in Angriff genommen. Verschiedene Massnahmen sind in Vorbereitung; andere sind bereits an das Parlament \u00fcberwiesen worden. F\u00fcr einige Massnahmen sind aufw\u00e4ndige Vorarbeiten notwendig, sodass sie erst in einer zweiten Phase ab 2015 angegangen werden k\u00f6nnen.Bis ins Jahr 2020 wird <i>Gesundheit2020<\/i> viele Aktivit\u00e4ten nach sich ziehen, die alle dem gemeinsamen Ziel dienen, den Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz auch k\u00fcnftig und unter den sich \u00e4ndernden Rahmenbedingungen ein sehr gutes Gesundheitssystem zur Verf\u00fcgung stellen zu k\u00f6nnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abEntwicklung der Kosten und des Anteils des Gesundheitswesens am BIP, 1996\u20132011\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1: \u00abHandlungsfelder, Ziele und Massnahmen der Gesundheitspolitik bis 2020\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Kostengruppen des schweizerischen Gesundheitswesens&#13;<\/p>\n<h3>Kostengruppen des schweizerischen Gesundheitswesens<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nVier Bereiche sind mit je rund einem F\u00fcnftel f\u00fcr die Kosten der Krankenversicherung verantwortlich: Spital station\u00e4r (23%), Spital ambulant (16%), ambulante Arztpraxen (23%) und Medikamente (19%).a&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBetrachtet man das Wachstum der Kostengruppen \u00fcber die Jahre 2001\u20132011, so f\u00e4llt vor allem die starke Zunahme des spitalambulanten Bereichs auf: In den letzten zehn Jahre betrug dieses durchschnittlich nominal 7,9% (real 7,0%) pro Jahr; dies ist ein Viertel des Kostenwachstums innerhalb der Grundversicherung. Mit einer j\u00e4hrlichen Rate von nominal 4,1% (real 3,3%) wuchs der Bereich Spital station\u00e4r langsamer, trug jedoch 22% und damit fast ebenso stark zum realen Kostenwachstum der letzten zehn Jahre bei. Weniger stark haben die Kosten f\u00fcr die Arztpraxen (Anteil von 17% am realen Kostenwachstum) und f\u00fcr die Medikamente (14%), die von Apotheken und selbstdispensierenden \u00c4rzte und \u00c4rztinnen abgegeben werden, zugenommen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\na Vgl. Taschenstatistik der Kranken- und Unfallversicherung 2012, <a href=\"http:\/\/www.bag.admin.ch\">http:\/\/www.bag.admin.ch<\/a>, Dienstleistungen, Publikationen bestellen, Krankenversicherung, Statistiken.&#13;<br \/>\nKasten 2: Bibliografie&#13;<\/p>\n<h3>Bibliografie<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Bundesrat (2013): Die gesundheitspolitischen Priorit\u00e4ten des Bundesrates, Eidgen\u00f6ssisches Departement des Innern, <a href=\"http:\/\/www.bag.admin.ch\/gesundheit2020\">www.bag.admin.ch\/gesundheit2020<\/a>.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>OECD\/WHO (2011): OECD Reviews of Health Systems \u2013 Switzerland<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Cathy Schoen, M.S., Robin Osborn, M.B.A., David Squires, M.A., Michelle M. Doty, Ph.D., Roz Pierson, Ph.D., and Sandra Applebaum, M.S. (2011): New 2011 Survey of Patients with Complex Care Needs in Eleven Countries Finds That Care Is Often Poorly Coordinated. Health Affairs.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Trageser Judith, Anna Vettori, Rolf Iten und Luca Crivelli (2012): Ineffizienzen im Schweizer Gesundheitssystem \u2013 Stossrichtungen f\u00fcr Verbesserungen. Im Auftrag der Akademien der Wissenschaften Schweiz, <a href=\"http:\/\/www.akademien-schweiz.ch\/index\/Publikationen\/Berichte\">www.akademien-schweiz.ch\/index\/Publikationen\/Berichte<\/a>.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Januar 2013 verabschiedete der Bundesrat die gesundheitspolitische Agenda \u00abGesundheit2020\u00bb. Die Agenda formuliert im Rahmen einer umfassenden Strategie insgesamt 36 Massnahmen, die in allen Bereichen des Gesundheitssystems ansetzen. Bis ins Jahr 2020 soll die Lebensqualit\u00e4t gesichert, die Chancengleichheit gest\u00e4rkt, die Versorgungsqualit\u00e4t erh\u00f6ht und die Transparenz verbessert werden. 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