{"id":118994,"date":"2013-04-01T12:00:00","date_gmt":"2013-04-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/04\/held-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:24:52","modified_gmt":"2023-08-23T21:24:52","slug":"held","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/04\/held\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Bedeutung des Schweizer Sommertourismus"},"content":{"rendered":"<p>Die Neupositionierung und -ausrichtung des Sommertourismus ist gegenw\u00e4rtig ein grosses Thema im Schweizer Tourismus. Im Folgenden wird zun\u00e4chst in K\u00fcrze ein \u00dcberblick der Geschichte sowie der treibenden Faktoren im Schweizer Sommertourismus gegeben. Danach folgt eine Evaluation der seit Beginn der 1970er-Jahre erreichten Reifephase. Abschliessend werden die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen sowie die Chancen und Risiken abgeleitet.&#13;<\/p>\n<h2>Geschichte des Schweizer \u2028Sommertourismus<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Geschichte des Schweizer Sommertourismus k\u00f6nnen 5 Phasen identifiziert werden (siehe <i>Grafik 1<\/i>). Auf die <i>Entdeckungszeit<\/i> folgte Ende des 19. Jahrhunderts die <i>Belle Epoque<\/i>, in der vor allem der alpine Tourismus und die Schweizer Hotellerie ihre Glanzzeit erlebten. Bereits 1910 wurden mehr als 22 Mio. Hotel\u00fcbernachtungen registriert. Allerdings fand diese Phase mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs nur kurze Zeit sp\u00e4ter ihr j\u00e4hes Ende. In der <i>Zwischenkriegszeit<\/i> wurden die Voraussetzungen f\u00fcr den modernen Tourismus geschaffen. Als Beispiele hierf\u00fcr k\u00f6nnen das langsame Wachstum der Kaufkraft breiter Bev\u00f6lkerungsschichten, die Reduktion der w\u00f6chentlichen Arbeitszeit sowie die Einf\u00fchrung des gesetzlichen Ferienanspruchs und des freien Samstags genannt werden. Die Entwicklung hin zum <i>Massentourismus<\/i> setzte in der Nachkriegszeit ein und brachte sowohl einen fundamentalen quantitativen als auch qualitativen Wandel mit sich. Vor allem in Folge des gestiegenen internationalen Wettbewerbs hat der Schweizer Tourismus nach einem kr\u00e4ftigen Wachstum in den 1950er- und 1960er-Jahren seit den 1970er-Jahren eine <i>Reifephase<\/i> erreicht.&#13;<\/p>\n<h2>Triebkr\u00e4fte im Schweizer \u2028Sommertourismus<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie oben beschriebenen Ver\u00e4nderungen kamen keinesfalls zuf\u00e4llig zustande. Die touristische Entwicklung wurde von einem Zusammenspiel vieler verschiedener Trends vorangetrieben. Sie lassen sich in verschiedene Triebkr\u00e4fte kategorisieren:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>wirtschaftliche (Wohlstandsentwicklung, Freizeit, wirtschaftliche Globalisierung);<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>soziodemografische und gesellschaftliche (Demografie, Verst\u00e4dterung, Modeph\u00e4nomene);<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>technologische (Mobilit\u00e4t, Informations- und Kommunikationstechnologien);<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>\u00f6kologische (Umwelt und deren Wahrnehmung);<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>politische (Rahmenbedingungen, Sicherheit, Kriege).<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nBei diesen zentralen Treibern der Entwicklung des Sommertourismus handelt es sich durchgehend um exogene Faktoren. Es zeigt sich somit, dass die Tourismusbranche eher auf die beschriebenen Entwicklungen reagiert, als dass sie Trends selber mitbestimmt.&#13;<\/p>\n<h2>Entwicklung und Bedeutung des Schweizer Sommertourismus in der Reifephase<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Der Schweizer Sommertourismus leidet an einer ausgesprochenen Wachstumsschw\u00e4che: 1971 verzeichnete die Schweizer Hotellerie ihr bisheriges Sommer-Rekordergebnis. In den letzten 40 Jahren konnte dieses Niveau nie mehr erreicht werden. Die Nachfrageentwicklung zeigt seither im Sommertourismus einen leicht negativen Trend mit gelegentlichen Schwankungen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>In den alpinen Ferienregionen der Schweiz ist die Wachstumskrise der Sommersaison am st\u00e4rksten ausgepr\u00e4gt: Ein innerschweizerischer Vergleich der Nachfrageentwicklung im Sommer zeigt, dass in den letzten 20 Jahren vor allem die alpinen Ferienregionen in der Wachstumskrise steckten. W\u00e4hrend die Zahl der Hotel\u00fcbernachtungen zwischen dem Sommer 1993 und 2011 in den grossst\u00e4dtischen Ferienregionen um rund 40% zulegte, ging sie in den alpinen Ferienregionen um rund 10% zur\u00fcck.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Bei der Entwicklung der Nachfrage nach Herkunftsm\u00e4rkten zeigt sich eine Dreiteilung: Betrachtet man die Entwicklung der Sommernachfrage nach verschiedenen Herkunftsm\u00e4rkten, so ergibt sich eine Aufteilung in r\u00fcckl\u00e4ufige traditionelle (v.a. westeurop\u00e4ische) Herkunftsm\u00e4rkte, in eine mehr oder weniger stagnierende Binnennachfrage und in eine stark ansteigende Nachfrage aus neuen M\u00e4rkten (insbesondere Osteuropa und Asien).<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Die Auslastung der Kapazit\u00e4ten ist in den alpinen Ferienregionen vor allem in den Nebensaisonmonaten relativ tief: Ein innerschweizerischer Vergleich der Zimmerauslastung zeigt, dass diese speziell in den alpinen Ferienregionen gering ausf\u00e4llt. Zudem zeigen sich im Alpenraum grosse saisonale Schwankungen mit tiefen Auslastungen in den Nebensaisonmonaten.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Der Sommertourismus ist in den alpinen &shy;Ferienregionen ertragsschwach: Die Schwei\u2011\u2028zer Hoteliers k\u00f6nnen im Durchschnitt im\u00a0Winter h\u00f6here Preise durchsetzen als im Sommer. Dies gilt vor allem f\u00fcr die &shy;alpinen Ferienregionen.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Der Schweizer Sommertourismus ist volumenm\u00e4ssig noch immer bedeutender als der Winter: Die relative Bedeutung des Sommertourismus hat in der Schweiz seit Mitte der 1950er-Jahre stetig abgenommen. 1955 wurden noch mehr als zwei Drittel aller Hotel\u00fcbernachtungen im Sommer generiert. Vor allem bis Mitte der 1970er-Jahre ging dieser Anteil dann deutlich zur\u00fcck, was jedoch nicht auf eine r\u00fcckl\u00e4ufige Nachfrage in der Sommersaison zur\u00fcckzuf\u00fchren war, sondern auf den stark aufkommenden Wintertourismus. Doch auch heute noch ist der Sommer in der Schweiz volumenm\u00e4ssig die wichtigere Saison: Rund 56% aller Hotel\u00fcbernachtungen wurden 2011 im Sommer registriert.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2>St\u00e4rken und Schw\u00e4chen im Schweizer Sommertourismus<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine ausgewiesene St\u00e4rke des Schweizer Sommertourismus liegt in den <i>naturr\u00e4umlichen Voraussetzungen und den daraus abgeleiteten Angeboten<\/i>. Die nationale Befragung der Schweizer Sommerg\u00e4ste von Schweiz Tourismus zeigte, dass Natur, Landschaft und Berge im Schweizer Sommertourismus als herausragende St\u00e4rken beurteilt werden. Auch bez\u00fcglich der daraus abgeleiteten Angebote \u2013 wie Wander- und Fusswege sowie Velo- und Mountainbike-Routen \u2013 ist die Zufriedenheit der G\u00e4ste sehr hoch.Als weitere St\u00e4rke im Schweizer Sommertourismus kann die <i>Erreichbarkeit<\/i> ausgemacht werden. Dies ist insbesondere deshalb von Bedeutung, weil die Tourismusnachfrage der Schweiz im Sommer internationaler ist als im Winter. Die gute Erreichbarkeit verdankt die Schweiz der guten Erschliessung, aber auch der zentralen Lage in Europa.Ein internationaler Vergleich des <i>Humankapitals<\/i> der Tourismuswirtschaft offenbart eine weitere St\u00e4rke des Schweizer Sommertourismus: Das Schweizer Gastgewerbe weist ein sp\u00fcrbar h\u00f6heres Qualifikationsniveau auf als die umliegenden europ\u00e4ischen L\u00e4nder. Als Besonderheit gibt es in der Schweiz neben den staatlich gef\u00f6rderten Aus- und Weiterbildungseinrichtungen auch eine Vielzahl von privaten Fachschulen mit internationalem Renommee.Weitere Vorteile f\u00fcr den Schweizer Sommer&shy;tourismus k\u00f6nnen bez\u00fcglich der <i>Rahmenbedingungen<\/i> ausgemacht werden. Neben einem liberalen Arbeits- und Produktmarkt hat zus\u00e4tzlich eine vergleichsweise geringe Besteuerung der Betriebe positive Auswirkungen auf die Schweizer Tourismuswirtschaft. Weiterhin sind die Sicherheit und Sauberkeit in der Schweiz als St\u00e4rke \u2028zu nennen. Die Auswertungen zu den St\u00e4rken und Schw\u00e4chen aus der G\u00e4steoptik zeigten eindeutig, dass das <i>Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis<\/i> im Schweizer Sommertourismus eine ausgewiesene Schw\u00e4che darstellt. Mehr als 30% der G\u00e4ste sind mit dem Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis unzufrieden; bei den ausl\u00e4ndischen G\u00e4sten ist dieser Prozentsatz sogar noch deutlich h\u00f6her. Dass die preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweizer Tourismuswirtschaft angeschlagen ist, best\u00e4tigt auch ein internationaler Vergleich der relativen Konsumentenpreise in der Tourismuswirtschaft. Die Preise in der Tourismuswirtschaft der umliegenden L\u00e4nder (EU4) lagen 2010 um durchschnittlich 20% unter denjenigen der Schweiz. Diese Situation hat sich im Zuge der Frankenst\u00e4rke noch weiter versch\u00e4rft. Die deutlich h\u00f6heren Preise in der Schweizer Tourismuswirtschaft sind zu einem gewichtigen Teil auf h\u00f6here Arbeits- und Vorleistungskosten zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Kostenfalle (hohe Kosten auf dem Binnenmarkt, aber internationaler Preiswettbewerb), in welcher der Schweizer Tourismus steckt, beeintr\u00e4chtigt den Sommer aufgrund der Ertragsschw\u00e4che noch st\u00e4rker als den Winter.F\u00fcr die Schweizer <i>Beherbergungsindustrie<\/i> muss zusammenfassend festgehalten werden, dass einige <i>strukturelle Defizite<\/i> bestehen: Die durchschnittliche Betriebsgr\u00f6sse in der Hotellerie f\u00e4llt relativ gering aus, so dass es schwierig ist, Gr\u00f6ssenersparnisse zu erzielen. Zudem deutet die Tatsache, dass sich nur jeder zweite Hotelbetrieb einem Qualifizierungsprogramm stellt, insgesamt auf ein mangelndes Qualit\u00e4tsbewusstsein hin. Die vergleichsweise geringen Bauinvestitionen in Hotels und Restaurants in den vergangenen Jahren sprechen ausserdem f\u00fcr ein Investitionsdefizit. Aber auch ausserhalb der Hotellerie kann die Schweizer Beherbergungsstruktur nicht gl\u00e4nzen, denn der Schweizer Alpenraum leidet unter einer grossen Zahl an \u00abkalten Betten\u00bb. Im Jahr 2010 wurde mehr als jedes zweite G\u00e4stebett im Schweizer Alpenraum nicht bewirtschaftet. Gerade im Vergleich mit dem Hauptkonkurrenten \u00d6sterreich ist diese Struktur nicht vorteilhaft f\u00fcr den Schweizer Sommertourismus.&#13;<\/p>\n<h2>Herausforderungen im Schweizer \u2028Sommertourismus<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2>Kostenproblematik und Ertragsschw\u00e4che<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie hohen Vorleistungs- und Arbeits&shy;kosten stellen die im internationalen Wettbewerb stehende Tourismuswirtschaft gene-\u2028rell vor grosse Herausforderungen. Hinzu kommt im Sommer die Problematik, dass aufgrund der schwierigeren Konkurrenzsituation der Preissetzungsspielraum gering ausf\u00e4llt. Die ung\u00fcnstige Ertragslage kann aber nicht alleine auf die erh\u00f6hte Konkurrenz, sondern auch auf Schw\u00e4chen in der Leistungskomponente zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Insbesondere in der Beherbergungsindustrie offenbaren sich \u2013 wie oben ausgef\u00fchrt \u2013 strukturelle Defizite.&#13;<\/p>\n<h2>Globalisierung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Sommertourismus zeigen sich die Auswirkungen der Globalisierung schon heute st\u00e4rker als im Winter. Dies dr\u00fcckt sich einerseits in einem deutlich h\u00f6heren Nachfrageanteil der Fernm\u00e4rkte und andererseits in der h\u00f6heren internationalen Konkurrenz aus. Die Auswirkungen der Globalisierung sind vielf\u00e4ltig. Zugespitzt l\u00e4sst sich jedoch sagen, dass haupts\u00e4chlich neue Konkurrenten und neue M\u00e4rkte resultieren. Die Konkurrenzsituation d\u00fcrfte sich f\u00fcr den Schweizer Sommertourismus weiter verst\u00e4rken: Neben die Konkurrenz innerhalb des Alpenraums und die starke Konkurrenz aus dem Mittelmeerraum treten neue Konkurrenten aus anderen Erdteilen hinzu.Grosse Chancen ergeben sich hingegen durch neue M\u00e4rkte. In vielen Schwellenl\u00e4ndern verl\u00e4uft die wirtschaftliche Entwicklung derart rasant, dass dort schon bald eine neue Mittelschicht entsteht, die sich Reisen in die Schweiz leisten k\u00f6nnen. Wenn die Schweizer Tourismuswirtschaft sich auf die spezifischen Bed\u00fcrfnisse der G\u00e4ste dieser neuen M\u00e4rkte richtig einstellt, kann ein riesiges Potenzial erschlossen werden. Die alleinige Fokussierung auf die neuen Fernm\u00e4rkte bietet f\u00fcr den Schweizer Tourismus aber keine L\u00f6sung; der Heim- und Nahmarkt bleibt wichtig.&#13;<\/p>\n<h2>Demografie<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSoziodemografische Triebkr\u00e4fte haben die vergangene touristische Entwicklung stark gepr\u00e4gt und werden als fortlaufender Prozess die Tourismuswirtschaft auch noch in Zukunft beeinflussen. Auf der einen Seite modifizieren sich die demografischen globalen Gleichgewichte, indem das Bev\u00f6lkerungswachstum sich nicht gleichm\u00e4ssig \u00fcber die Welt verteilen wird. Die Bev\u00f6lkerung der traditionellen Herkunftsm\u00e4rkte des Schweizer Tourismus d\u00fcrfte zur\u00fcckgehen, w\u00e4hrend diese in den neuen M\u00e4rkten voraussichtlich weiterhin sehr deutlich ansteigt. Auf der anderen Seite wird die demografische Entwicklung in den n\u00e4chsten Jahren weiterhin durch eine sp\u00fcrbare Ver\u00e4nderung der Altersstruktur in der Bev\u00f6lkerung gepr\u00e4gt sein: Vor allem in den reifen Volkswirtschaften wird der Anteil der \u00e4lteren Generationen deutlich ansteigen. Die Generation 50+ wird zu einer enorm wichtigen Kundengruppe. Sie verf\u00fcgt \u00fcber drei Eigenschaften, die dem Schweizer Tourismus entgegenkommen d\u00fcrften: \u00fcberdurchschnittlich viel Einkommen, Zeit und Reiselust. Eine Herausforderung f\u00fcr den Schweizer Tourismus besteht darin, sich auf die Bed\u00fcrfnisse der \u00abBest Agers\u00bb optimal einzustellen.&#13;<\/p>\n<h2>Technologischer Fortschritt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer technologische Fortschritt fordert den Schweizer Sommertourismus vor allem bez\u00fcglich der Mobilit\u00e4ts-, Informations- und Kommunikationstechnologien heraus. Der Fortschritt bei den <i>Mobilit\u00e4tstechnologien<\/i> war der eigentliche Antriebsmotor der Tourismusentwicklung. Das Aufkommen von Dampfschiff, Eisenbahn, Auto und Flugzeug hat die Mobilit\u00e4t erleichtert, die Wahrnehmung der Distanzen radikal ver\u00e4ndert und somit die Reisebereitschaft gef\u00f6rdert. Obwohl solche revolution\u00e4re Entwicklungen im Mobilit\u00e4tsbereich kurzfristig voraussichtlich nicht zu erwarten sind, wird die Erreichbarkeit ein entscheidender Erfolgsfaktor einer touristischen Destination bleiben.Gleichzeitig nimmt der Fortschritt der <i>Informations- und Kommunikationstechnologien<\/i> eine immer prominentere Rolle ein. In wenigen Jahren haben sich die Kommunikation und der Informationsaustausch radikal ver\u00e4ndert, die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Weiterentwicklungen scheinen nahezu grenzenlos zu sein. Diese optimal zu nutzen ist die Herausforderung f\u00fcr den Schweizer Sommertourismus.&#13;<\/p>\n<h2>Umwelt und Klimawandel<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie nat\u00fcrlichen Eigenschaften der Schweizer Landschaft gelten als eigentlicher Ausl\u00f6ser des Tourismus in der Schweiz. Natur, Umwelt und Landschaft sind die Grundlage f\u00fcr die touristischen Aktivit\u00e4ten und werden von den Schweizer Sommerg\u00e4sten als wichtigstes Reisemotiv genannt. In Zukunft d\u00fcrften die umweltbezogenen touristischen Triebkr\u00e4fte voraussichtlich weiter zunehmen. Der Prozess der Verst\u00e4dterung und die zunehmende \u00dcberbauung werden das Bed\u00fcrfnis nach unber\u00fchrter Natur weiter erh\u00f6hen. Dabei ergibt sich jedoch ein Spannungsfeld, da auch der Tourismus die knappe Ressource Natur (be)nutzt. Zudem wird der Klimawandel zu weitreichenden Konsequenzen f\u00fchren.&#13;<\/p>\n<h2>Reiseverhalten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Reiseverhalten befindet sich im steten Wandel. Dabei spiegeln die meisten Ver\u00e4nderungen Entwicklungen im gesellschaftlichen, technologischen, sozialen, wirtschaftlichen, politischen und \u00f6kologischen Bereich wieder. Das zu erwartende Reiseverhalten kann mit den Attributen individueller, spontaner, h\u00e4ufiger, k\u00fcrzer, billiger, bequemer, sicherer, exotischer, erholsamer und erlebnisreicher beschrieben werden. Die Herausforderung wird sein, den Schweizer Sommertourismus mit diesen Attributen in Verbindung zu bringen.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDamit der Schweizer Sommertourismus auf die Erfolgsspur zur\u00fcckkehren kann, m\u00fcssen die Chancen der beschriebenen Herausforderungen genutzt bzw. die resultierenden Risiken minimiert werden. Dazu m\u00fcssen verschiedene Hausaufgaben innerhalb der Tourismusbranche erledigt werden und Verbesserungen bei den Rahmenbedingungen herbeigef\u00fchrt werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abHistorische Entwicklung der Anzahl \u00dcbernachtungen, 1780-2011\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abEntwicklung der Hotelnachfrage nach Saisons, 1934-2011\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3: \u00abSchw\u00e4chen aus Sicht der G\u00e4ste aus \u00dcbersee-M\u00e4rkten\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Neupositionierung und -ausrichtung des Sommertourismus ist gegenw\u00e4rtig ein grosses Thema im Schweizer Tourismus. Im Folgenden wird zun\u00e4chst in K\u00fcrze ein \u00dcberblick der Geschichte sowie der treibenden Faktoren im Schweizer Sommertourismus gegeben. Danach folgt eine Evaluation der seit Beginn der 1970er-Jahre erreichten Reifephase. 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