{"id":119009,"date":"2013-04-01T12:00:00","date_gmt":"2013-04-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/04\/kaempf-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:24:59","modified_gmt":"2023-08-23T21:24:59","slug":"kaempf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/04\/kaempf\/","title":{"rendered":"Wettbewerbs- und Marktsituation des Schweizer Tourismus"},"content":{"rendered":"<p>Der Schweizer Tourismus hat schwierige Zeiten mit deutlichen R\u00fcckg\u00e4ngen der Hotellogiern\u00e4chte hinter sich. Die Ursachen hinter dieser Nachfrageschw\u00e4che sind prim\u00e4r konjunktureller Art. Neben der schwachen wirtschaftlichen Lage in vielen wichtigen Herkunftsl\u00e4ndern hat insbesondere der starke Franken die preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Schweizer Tourismus verschlechtert. Gleichzeitig steht der Schweizer Tourismus vor bedeutenden strukturellen Herausforderungen. Diese wurden durch die Annahme der Zweitwohnungsinitiative sogar noch vergr\u00f6ssert. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201304_04_Kaempf_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"246\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Hohes touristisches Potenzial der Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSeit der ersten Ver\u00f6ffentlichung 2007\u2028belegt die Schweiz im \u00abTravel &amp; Tourism Competitiveness Report\u00bb des <i>World Economic Forum (WEF)<\/i> ununterbrochen den Spitzenplatz. Die Kernzahl des Reports ist der \u00abTravel &amp; Tourism Competitiveness Index\u00bb, welcher die Wettbewerbsf\u00e4higkeit und das Potenzial von Tourismusstandorten erfasst. Damit ist die Schweiz gem\u00e4ss WEF in Bezug auf den Tourismus weltweit das Land mit dem h\u00f6chsten Potenzial. Dieses basiert auf verschiedenen Faktoren. Der Schweizer Tourismus hat seine Urspr\u00fcnge in der intakten Natur und der Erschliessung der Alpen Ende des 19. Jahrhunderts. Diese sind auch heute noch wichtige Tr\u00fcmpfe des Schweizer Tourismus. Die Vielfalt an touristischen Attraktionen auf kleinem Raum ist im Zeitalter der Erlebnisorientierung ein weiteres Schl\u00fcsselkriterium f\u00fcr den Erfolg. Daneben kommen der Schweiz ihre Lage im Herzen Europas und die gute Anbindung ans europ\u00e4ische Autobahn- und Schienennetz entgegen. Diese N\u00e4he zu den nachfragestarken Quellm\u00e4rkten des Tourismus ist ein Vorteil, der sich massgeblich auf die Wettbewerbsf\u00e4higkeit auswirkt.Die steigende Reiseerfahrung sowie die zunehmend st\u00e4rker divergierenden kulturellen Hintergr\u00fcnde der Reisenden stellen \u2028immer h\u00f6here Anforderungen an das Humankapital. Dank einer Vielzahl gastge&shy;werblicher und touristischer Aus- und Weiterbildungslehrg\u00e4nge mit internationaler Ausstrahlung verf\u00fcgt der Schweizer Tourismus \u00fcber eine bedeutende Schl\u00fcsselkompetenz im internationalen Wettbewerb. Nicht zuletzt profitiert er auch vom Ruf der Schweiz als stabile Demokratie mit funktionierenden Institutionen. Damit schafft die Dachmarke \u00abSchweiz\u00bb Vertrauen \u2013 sowohl bei Touristen wie auch bei Investoren. Das ist ein nicht zu untersch\u00e4tzender Wettbewerbsvorteil insbesondere gegen\u00fcber neu auf den Markt eintretenden Konkurrenzstandorten.&#13;<\/p>\n<h2>Touristische Entwicklung der Schweiz 1990-2012<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine Betrachtung der Entwicklung der Hotellogiern\u00e4chte (siehe <i>Grafik 1<\/i>) zeigt, dass der Schweizer Tourismus bewegte zwei Jahrzehnte hinter sich hat. Zu Beginn der 1990er-Jahre befand sich der Schweizer Tourismus auf einem hohen Niveau. Mit 35,6 Mio. Hotellogiern\u00e4chten wurde 1990 ein historischer H\u00f6chststand erreicht, der bis heute lediglich 2008 \u00fcbertroffen wurde. Allerdings drehte in den Folgejahren der Wind. Ausgel\u00f6st durch die Globalisierung des Tourismus sowie ung\u00fcnstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen verlor der Schweizer Tourismus bis 1996 kontinuierlich G\u00e4ste; die Zahl der Hotellogiern\u00e4chte reduzierte sich auf unter 30 Millionen. Danach erholte sich die Zahl der Hotellogiern\u00e4chte bis 2001 allm\u00e4hlich, ohne allerdings das Niveau von 1990 zu erreichen. Gr\u00fcnde hinter dieser positiven Entwicklung waren unter anderem eine gute Binnen- und Weltkonjunktur sowie eine leichte Abwertung des Schweizerfrankens. Ausgel\u00f6st durch eine schwache Weltwirtschaft und eine Aufwertung des Frankens \u2013 sowie akzentuiert durch 9\/11 und Sars \u2013 folgte zwischen 2001 und 2004 ein erneuter R\u00fcckgang der Hotel\u00fcbernachtungen in der Schweiz, wobei insbesondere die ausl\u00e4ndischen G\u00e4ste der Schweiz fernblieben. 2004 wurde eine erfolgreiche Periode eingel\u00e4utet: Bis 2008 stiegen die Hotellogiern\u00e4chte auf knapp 37 Millionen an, womit die Branche die Rekordwerte aus den sp\u00e4ten 1980er-Jahre \u00fcbertrumpfen konnte. Dieser hohe Wert konnte jedoch in den Folgejahren nicht best\u00e4tigt werden. Vielmehr sah sich der Schweizer Tourismus aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise und des starken Frankens seit 2008 in der Tendenz einer sinkenden Nachfrage gegen\u00fcber. Wie bereits in der Schw\u00e4cheperiode 2002\/03 liegt auch der j\u00fcngsten Krise ein deutlicher Nachfrageeinbruch der ausl\u00e4ndischen G\u00e4ste zu Grunde, w\u00e4hrend der Binnentourismus stabilisierend wirkte.&#13;<\/p>\n<h2>Entwicklung des Schweizer Tourismus im internationalen Vergleich<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Entwicklung des Schweizer Tourismus in den letzten Jahren nicht mit der internationalen Entwicklung mithalten. Dies ist wenig \u00fcberraschend, wenn man bedenkt, dass die Schweiz eine etablierte Tourismusdestination ist, welche mit neuen, aufstrebenden Tourismusorten in Konkurrenz steht. Allerdings f\u00e4llt auch der Vergleich mit den vier Nachbarl\u00e4ndern Deutschland, Frankreich, Italien und \u00d6sterreich \u2013 allesamt traditionelle Tourismusdestinationen \u2013 deutlich zu Ungunsten der Schweiz aus (siehe <i>Grafik 2<\/i>). W\u00e4hrend in Deutschland (+26%), \u00d6sterreich (+19), Frankreich (+12%) und Italien (+4%) die Hotel\u00fcbernachtungen seit der Jahrtausendwende teilweise massiv zugenommen haben, stagnierten diese in der Schweiz \u00fcber den Zeitraum 2000 bis 2012.&#13;<\/p>\n<h2>Aktuelle Situation<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Schweizer Tourismus ist infolge der beschriebenen Entwicklung aktuell in einer herausfordernden Lage. Seit 2008 ist die touristische Nachfrage \u2013 gemessen an den Hotel\u00fcbernachtungen \u2013 um knapp 7% zur\u00fcckgegangen. Davon war insbesondere der alpine Ferientourismus stark betroffen. W\u00e4hrend die grossen St\u00e4dte trotz Finanzkrise und Frankenst\u00e4rke 2012 ungef\u00e4hr gleich viele Hotellogiern\u00e4chte verzeichnen konnten wie 2008, resultierte im Alpenraum ein Minus von 13%. Viele kleinere Hotels in den alpinen Feriendestinationen weisen daher aktuell eine angespannte Ertragslage aus. So liegt das Bruttobetriebsergebnis, welches den Bruttobetriebsgewinn in Relation zum Gesamtumsatz setzt, in alpinen Drei- und Viersternehotels h\u00e4ufig unter der Schwelle, welche gem\u00e4ss Experten n\u00f6tig ist, um den Liegenschafts- und Versicherungsaufwand, die Mieten und Leasingkosten, die Abschreibungen und die Finanzierungskosten sowie die Steuern decken zu k\u00f6nnen. In der Folge hat sich seit 2008 auch die Verschuldungssituation in der Hotellerie verschlechtert, sodass in Hotels \u2013 insbesondere der Dreisternhotellerie \u2013 der Ertragswert teilweise tiefer liegt als die aufgenommenen Bankkredite. Weitere wesentlich mit Fremdkapital finanzierte Investitionen werden unter diesen Voraussetzungen f\u00fcr diese Hotels in absehbarer Zeit nicht m\u00f6glich sein. Dies wirkt sich negativ auf die Wettbewerbsf\u00e4higkeit dieser H\u00e4user aus, k\u00f6nnen sie ihre Dienstleistung aufgrund der fehlenden Mittel doch zu wenig auf die Marktbed\u00fcrfnisse ausrichten. Die Finanzierung von Hotelprojekten d\u00fcrfte durch die Annahme der Zweitwohnungsinitiative weiter erschwert werden. Gerade die gehobene Hotellerie, welche Hotelprojekte bis anhin mit dem Verkauf oder der Vermietung von Zweitwohnungen quersubventioniert hat, d\u00fcrfte zunehmend vor Finanzierungsl\u00fccken stehen.&#13;<br \/>\nVgl. dazu den Artikel von Davide Codoni und Ueli Grob auf S. 17 in dieser Ausgabe.&#13;<\/p>\n<h2>Aussichten und Herausforderungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie aktuell schwierige Lage d\u00fcrfte sich in den kommenden Monaten etwas entspannen, zumal die konjunkturelle Situation seit dem vergangenen Herbst allm\u00e4hlich besser wird. F\u00fcr die Monate Oktober bis Dezember 2012 weist das Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS) ein Wachstum der Hotel\u00fcbernachtungen von 2,9% gegen\u00fcber Vorjahr aus. Auch f\u00fcr die restliche Wintersaison 2012\/13 ist aufgrund von R\u00fcckmeldungen aus den Tourismusregionen auf einen befriedigenden Gesch\u00e4ftsverlauf der Hotellerie zu schliessen. Zudem d\u00fcrfte sich der negative Einfluss des starken Frankens aufgrund der j\u00fcngsten Abwertungstendenzen und insbesondere der h\u00f6heren erwarteten Teuerung im Euroraum etwas verringern.&#13;<\/p>\n<h2>Hohes Preisniveau<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDennoch stehen dem Schweizer Tourismus unvermindert grosse Herausforderungen ins Haus, um in Zukunft das touristische Potenzial, welches offensichtlich in den letzten Jahren nicht immer genutzt werden konnte, besser auszusch\u00f6pfen. Die gr\u00f6sste Herausforderung d\u00fcrfte dabei das strukturell bedingte h\u00f6here Preisniveau im Schweizer Tourismus sein. Gem\u00e4ss BAK Basel lagen die Preise in der Tourismuswirtschaft der umliegenden L\u00e4nder Deutschland, Frankreich, Italien und \u00d6sterreich 2010 um durchschnittlich 20% unter jenen der Schweiz.&#13;<br \/>\nVgl. BAK Basel (2012). Ein internationaler Vergleich von Hotelpreisen zeigte, dass 2006 diese in \u00d6sterreich und S\u00fcdtirol um 20% bis 30% tiefer lagen als in der Schweiz; in Frankreich lagen sie hingegen um 20% h\u00f6her.&#13;<br \/>\nVgl. BHP \u2013 Hanser und Partner (2009).Die Ursachen des h\u00f6heren Preisniveaus liegen zum einen in h\u00f6heren Vorleistungskosten des Schweizer Tourismus. BAK Basel sch\u00e4tzt, dass die Tourismuswirtschaft der vier umliegenden L\u00e4nder ihre Vorleistungen im Jahr 2007 um rund 16% g\u00fcnstiger beziehen konnte als das Schweizer Gastgewerbe. Zum anderen lagen gem\u00e4ss BAK Basel auch die Arbeitskosten in der Tourismuswirtschaft der vier umliegenden L\u00e4ndern 2007 um rund 26% unter dem Niveau der Schweiz.&#13;<br \/>\nVgl. BAK Basel (2008). Positiv zu werten ist, dass die j\u00fcngste Nachfrageschw\u00e4che die Tourismusakteure gezwungen hat, ihre Kostenstrukturen zu \u00fcberdenken und anzupassen.&#13;<\/p>\n<h2>Konjunkturelle Lage in Herkunftsl\u00e4ndern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDennoch erfreut sich der Schweizer Tourismus in wirtschaftlich guten Zeiten einer grossen Nachfrage. Das heisst, dass die G\u00e4ste bereit sind, f\u00fcr Ferien in der Schweiz einen gewissen Preisaufschlag zu bezahlen, was grunds\u00e4tzlich f\u00fcr die Attraktivit\u00e4t der Schweiz als Tourismusland spricht. Ist die konjunkturelle Lage in wichtigen Herkunftsl\u00e4ndern jedoch angespannt, erweisen sich die h\u00f6heren Preise in der Schweiz als grosses Handicap. Dies l\u00e4sst sich anhand der beiden Nachfrageschw\u00e4chen 2002\/03 und 2009 illustrieren: Sowohl die Schweiz als auch die Nachbarl\u00e4nder mussten 2009 infolge der Finanzkrise einen Einbruch der Tourismusnachfrage hinnehmen. Ein \u00e4hnliches Bild zeigte sich auch in der Nachfrageschw\u00e4che 2002\/03, als \u2013 mit Ausnahme \u00d6sterreichs \u2013 die Hotel\u00fcbernachtungen aller betrachteten L\u00e4nder abnahmen. Diese Einbr\u00fcche waren prim\u00e4r die Folge eines schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes, das sich negativ auf die Konsumneigung breiter Bev\u00f6lkerungskreise ausgewirkt hat. Allerdings waren die R\u00fcckg\u00e4nge in der Schweiz \u2013 und damit in einem Land mit eingeschr\u00e4nkter preislichen Wettbewerbsf\u00e4higkeit \u2013 tendenziell st\u00e4rker als in den restlichen L\u00e4ndern. Dies spricht daf\u00fcr, dass sich in der Schweiz zum Effekt des gesunkenen Privatkonsums ein Substitutionseffekt bemerkbar gemacht hat, der dazu gef\u00fchrt hat, dass die ausl\u00e4ndischen G\u00e4ste anstatt der teureren Ferien in der Schweiz g\u00fcnstigere Ferien in \u00d6sterreich oder Deutschland gebucht haben. Diese Vermutung wird gest\u00fctzt durch den Umstand, dass in der Schweiz die beiden Nachfrageeinbr\u00fcche 2002\/03 und 2009 prim\u00e4r durch die ausgebliebene ausl\u00e4ndische Nachfrage ausgel\u00f6st wurde, obwohl der Franken in diesen beiden Phasen nicht \u00fcberm\u00e4ssig aufgewertet hat.&#13;<\/p>\n<h2>Frankenst\u00e4rke<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin weiteres Problem der Schweizer Tourismuswirtschaft ist die Aufwertung des Frankens. Grunds\u00e4tzlich d\u00fcrfte die h\u00f6here Zahlungsbereitschaft bereits bei einem mehr oder weniger fair bewerteten Schweizerfranken praktisch ausgesch\u00f6pft sein. Verteuert aber eine Aufwertung des Frankens die Ferien zus\u00e4tzlich, bricht ein bedeutender Teil der Nachfrage weg. Anders formuliert ist der Gast bereit, einen Preisaufschlag von vielleicht 15% bis 20% zu bezahlen, weil die Gesamtattraktivit\u00e4t des Tourismuslandes Schweiz hoch ist. Diese Attraktivit\u00e4t reicht aufgrund der einfachen Substitutionsm\u00f6glichkeiten aber nicht aus, um einen Preisaufschlag von 30% oder gar 40% durchzusetzen.&#13;<\/p>\n<h2>Struktur der Hotellerie<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGleichzeitig sind weitere Anstrengungen seitens der Branche n\u00f6tig, um die Struktur der Hotellerie den Marktbed\u00fcrfnissen anzupassen. Dabei wird entscheidend sein, dass in der Schweiz auch in Zukunft Erstklass- und Luxushotels gebaut werden k\u00f6nnen, weil diese insbesondere eine wichtige Leadfunktion in den Destinationen innehaben und zudem in der Regel bessere betriebswirtschaftliche Kennzahlen erreichen als der Durchschnitt der Schweizer Hotellerie. Als Alternative f\u00fcr kleinere Hotels bieten sich Kooperationen an, welche denselben positiven Einfluss auf die Kosteneffizienz haben k\u00f6nnen. Daneben braucht es weitere Qualit\u00e4tsoffensiven, weil nur eine h\u00f6here Qualit\u00e4t die Durchsetzung h\u00f6herer Preise erm\u00f6glicht.&#13;<\/p>\n<h2>Abh\u00e4ngigkeit von europ\u00e4ischen Nahm\u00e4rkten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine weitere grosse Herausforderung ist die Abh\u00e4ngigkeit von den europ\u00e4ischen Nahm\u00e4rkten. Gerade weil Reisende aus \u00dcbersee die Schweiz h\u00e4ufig im Rahmen einer Europareise besuchen, reagieren sie deutlich weniger sensibel auf Schwankungen des Schweizerfrankens. In diesem Sinn ist das verst\u00e4rkte Bearbeiten von Fern- und Wachstumsm\u00e4rkten durch Schweiz Tourismus eine wichtige Grundlage f\u00fcr die Zukunft des Schweizer Tourismus. Gleichzeitig wird auch entscheidend sein, die Destinationsstrukturen, welche in der Schweiz eine hohe geografische Zersplitterung aufweisen, zu optimieren. Diese Fragmentierung f\u00fchrt dazu, dass die Destinationen in der zunehmend globalisierten Tourismuslandschaft teilweise zu wenig wahrgenommen werden, weil ihre Marketingmittel die dazu n\u00f6tige kritische Masse nicht erreichen. Gleichzeitig ist die Anpassungsf\u00e4higkeit der Destinationsstrukturen an die wechselnden Markt- und Produktionsbedingungen zu gering.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Schweizer Tourismus hat seit 2008 rund 7% der Hotellogiern\u00e4chte verloren. Die Ursachen f\u00fcr diesen Verlust waren prim\u00e4r konjunktureller Art. W\u00e4hrend 2009 die weltweite Finanzkrise die Nachfrage nach G\u00fctern und Dienstleistungen der Schweizer Tourismuswirtschaft einbrechen liess, verschlechterte die Frankenst\u00e4rke 2011 und 2012 die preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Schweizer Tourismus. Obwohl die Frankenst\u00e4rke anh\u00e4lt, stehen die Zeichen seit Herbst 2012 auf Entspannung, was f\u00fcr das hohe Potenzial der Schweiz als Tourismusland spricht. Trotz dieses j\u00fcngsten Silberstreifens am Horizont bleibt die Branche gefordert. Sie muss einerseits ihre preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit verbessern und andererseits die Herkunftsm\u00e4rkte so diversifizieren, dass W\u00e4hrungsschwankungen weniger stark ins Gewicht fallen. Der Bund unterst\u00fctzt das Engagement der Branche subsidi\u00e4r.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abEntwicklung der Hotellogiern\u00e4chte in der Schweiz, 1990-2012\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abEntwicklung des Schweizer Tourismus im Vergleich zu den umliegenden L\u00e4ndern, 2000-2012\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Literatur&#13;<\/p>\n<h3>Literatur<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>BAK Basel (2012): Auswirkungen von Preisreduktionen im Agrar- und Nahrungsmittelbereich auf das Schweizer Gastgewerbe (Management Summary), Basel.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>BAK Basel (2008): Preise und Kosten der Schweizer Tourismuswirtschaft im internationalen Vergleich, Basel.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>BHP \u2013 Hanser und Partner (2009): Hotels im Preiswettbewerb, Analyse der Kosten und Preise der Schweizer Hotellerie im internationalen Vergleich, Z\u00fcrich\/Bern.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schweizer Tourismus hat schwierige Zeiten mit deutlichen R\u00fcckg\u00e4ngen der Hotellogiern\u00e4chte hinter sich. 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