{"id":119019,"date":"2013-04-01T12:00:00","date_gmt":"2013-04-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/04\/kuster-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:25:00","modified_gmt":"2023-08-23T21:25:00","slug":"kuster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/04\/kuster\/","title":{"rendered":"Die Zukunftsherausforderung f\u00fcr den Tourismus: Zentrifugalen Kr\u00e4ften widerstehen"},"content":{"rendered":"<p>Die klassische Mechanik besch\u00e4ftigt sich unter anderem mit der Zentrifugalkraft. Bei einer Kreisbewegung ziehen die Fliehkr\u00e4fte ein Objekt weg von der Mitte. Im Tourismus ist die Mitte \u2013 oder das Ziel des Strebens \u2013 die Zufriedenheit der G\u00e4ste und nat\u00fcrlich finanzieller Erfolg. In Zukunft im Tourismus besonders starke Fliehkr\u00e4fte wirken, welche die Unternehmer fordern. Drei dieser Kr\u00e4fte werden im folgenden diskutiert.&#13;<\/p>\n<h2>Internet-Anonymit\u00e4t vs. pers\u00f6nliche &shy;G\u00e4stebetreuung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Bewertungsportale im Internet haben einen enormen und zunehmenden Einfluss auf die Branche. Ein wichtiges Merkmal von Online-Bewertungen ist, dass sie anonym erfolgen. Wer nun meint, dass aufgrund dieser Anonymit\u00e4t im Internet die pers\u00f6nliche G\u00e4stebetreuung an Bedeutung verliert, der t\u00e4uscht sich. Das Gegenteil ist der Fall. Eine kurze, nicht repr\u00e4sentative Analyse der zehn besten und schlechtesten Stadtz\u00fcrcher Hotels gem\u00e4ss Tripadvisor zeigt: Bei den Begr\u00fcndungen f\u00fcr eine gute Bewertung sind Freundlichkeit und H\u00f6flichkeit auf der einen und Servicequalit\u00e4t auf der anderen Seite praktisch immer mit dabei. Dass diese Vorz\u00fcge vom Gast gesch\u00e4tzt werden, ist nicht neu. Nur konnte man diese Kriterien fr\u00fcher vor dem Erstbesuch nicht einsch\u00e4tzen. Bei den am negativsten beurteilten Hotels gaben hingegen Fragen zur Sauberkeit, Lage, Zimmergr\u00f6sse und Ausstattung den Ausschlag. Diese Faktoren verhindern bei positiver Auspr\u00e4gung Unzufriedenheit, tragen aber nicht zur Zufriedenheit bei. Sind sie erf\u00fcllt, werden sie gar nicht bemerkt. Im umgekehrten Fall empfindet man dies aber als Mangel. Die Zukunftsherausforderung f\u00fcr die Branche besteht nun darin, die Internetanonymit\u00e4t zu meistern und dabei gleichzeitig weiche Faktoren \u2013 wie Freundlichkeit und H\u00f6flichkeit \u2013 zu forcieren.&#13;<\/p>\n<h2>Internationale G\u00e4ste vs. Pflege der \u2028eigenen Tradition<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn Belgien und in Italien werden pro Kopf etwa elf Liter reinen Alkohol konsumiert. Allerdings verteilt sich diese Menge ganz anders. Dass Belgier Bier und Italiener Wein trinken, braucht man in der Schweiz kaum speziell zu schulen. Hingegen ist das Wissen \u00fcber die Bed\u00fcrfnisse und W\u00fcnsche von G\u00e4sten aus Indien oder China noch weniger gut ausgepr\u00e4gt. Die Hotels m\u00fcssen sich auf ihre G\u00e4ste einstellen. Und diese werden zunehmend aus einem Kulturkreis kommen, \u00fcber den man nur wenig weiss.Auch wenn man andere L\u00e4nder bereist, um Neues zu erleben, sind die meisten Menschen froh dar\u00fcber, auch in den Ferien Vertrautes wiederzufinden. Anders verh\u00e4lt es sich mit der Tradition und der Folklore. G\u00e4ste aus der Ferne suchen hierzulande nicht die englisch singenden Musikgruppen. Vielmehr m\u00f6chten sie den Kl\u00e4ngen eines jodelnden Urschweizers mit Bart lauschen. Sich der Kultur des Gastes anzupassen, ohne dabei die eigene Identit\u00e4t zu verleugnen, lautet die Kunst.&#13;<\/p>\n<h2>Eigenst\u00e4ndiger Charakter vs. &shy;Hotelkooperationen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine grosse Herausforderung der Beherbergungsbranche besteht in der eigenst\u00e4ndigen strategischen Positionierung des Betriebs einerseits und der ad\u00e4quaten Kooperation zwischen den Hotels anderseits. Hat man sich im Genfer Mus\u00e9e d&#8217;Art et d&#8217;Histoire eingehend \u00fcber die Kerma-Kultur informiert, so gibt es nichts Sch\u00f6neres, als m\u00fcde ins saubere, weiche, bl\u00fctenweisse Hotelbett zu fallen. Die Bettw\u00e4sche wird aber kaum den Ausschlag geben, dass dieses Hotel beim n\u00e4chsten Besuch wieder ber\u00fccksichtigt wird. Denn in der Calvinstadt bieten auch andere Hotels saubere, weiche, bl\u00fctenweisse Hotelbetten an. Die Bettw\u00e4sche ist selten eine Kernkompetenz. Man kann daher die W\u00e4sche extern vergeben oder die Lingerie mit anderen Hotels teilen, ohne dass man Wettbewerbsvorteile hergibt. Die Krux bei der Definition von Kernkompetenzen \u2013 und damit letztlich auch bei Hotelkooperationen und Outsourcing \u2013 ist: Sch\u00f6ne Beispiele sind schnell gefunden; in der Praxis wird es allerdings nicht so einfach sein.&#13;<\/p>\n<h2>Perspektiven<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWer Perspektiven haben will, muss Herausforderungen begegnen k\u00f6nnen. Ein guter Unternehmer braucht Talent und Begabung, um im harten Konkurrenzkampf zu bestehen. Das alleine reicht jedoch nicht aus. Wer selber das Rad erfinden m\u00f6chte, wird nicht weit kommen. Man muss von anderen lernen. Damit ist man schliesslich bei einem zentralen Element f\u00fcr positive Perspektiven angelangt, n\u00e4mlich der Aus- und Weiterbildung.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die klassische Mechanik besch\u00e4ftigt sich unter anderem mit der Zentrifugalkraft. 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