{"id":119029,"date":"2013-04-01T12:00:00","date_gmt":"2013-04-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/04\/luetolf-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:24:54","modified_gmt":"2023-08-23T21:24:54","slug":"luetolf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/04\/luetolf\/","title":{"rendered":"Tourismusstandort Schweiz: Top oder flop?"},"content":{"rendered":"<p>Spielt der Schweizer Tourismus mit in der Topliga? Oder verpasst er fahrl\u00e4ssig sich bietende Chancen in den M\u00e4rkten? Die Anzeichen sind schwierig zu deuten: Reale Probleme \u2013 wie der starke Franken und ausbleibende G\u00e4stevolumen aus den wichtigen EU-M\u00e4rkten \u2013 sind begleitet von Erfolgsmeldungen in Wachstumsm\u00e4rkten. Die Prognosen sind verhalten optimistisch, Strategien definiert, Handlungsfelder identifiziert und zu Massnahmepl\u00e4nen verdichtet. Zur Optimierung wettbewerbshinderlicher Rahmenbedingungen werden auch konkrete Forderungen an die Politik auf nationaler Ebene gestellt. Der STV wird seine wichtigen Beitr\u00e4ge als \u00abStimme des Tourismus in Bern\u00bb auch weiterhin gew\u00e4hrleisten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nZum Thema Tourismus im Land wird in diesen Wochen wieder viel interpretiert, gewertet, beurteilt, gemutmasst, behauptet, verteidigt, entschuldigt, gefordert und in die \u00abGlaskugel\u00bb geschaut. Die Editorials der Jahresberichte besorgter Pr\u00e4sidenten und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender verweisen auf die schwierigen Umst\u00e4nde, von denen das Jahr 2012 gepr\u00e4gt war. Sie wissen aber auch von \u00fcberraschend stabilen Sommer-\/Wintersaisons zu berichten, verweisen auf die Investitionst\u00e4tigkeiten und vielf\u00e4ltigen Anstrengungen in der Angebotsentwicklung sowie an der Promotions- und Verkaufsfront. Die Medien \u00fcberschreiben ihre Artikel mit Titeln wie: \u00abTriste touristische Lage\u00bb, \u00abDer Tourismus ist neu zu erfinden\u00bb, \u00abTourismus muss radikal umdenken\u00bb, \u00abDem Tourismus geht\u2019s an den Kragen\u00bb, \u00abDie Schweiz bleibt im Tourismus top\u00bb oder \u00abMitte 2013 geht\u2019s endlich wieder aufw\u00e4rts\u00bb.An der bundespolitischen Front scheitert der Tourismus mit Forderungen f\u00fcr zus\u00e4tzliche Investitionen in die Landeswerbung oder f\u00fcr eine wettbewerbsfreundlichere Binnen- und Aussenwirtschafts&shy;politik. Volksabstimmungen stellen die Weichen neu zu wichtigen Fragen des Zweitwohnungsbaus und Ferienwohnungsnutzung bis hin Fragen der Raumplanung und Bauzonenordnung im ganzen Land. Es erfolgen Absagen an neukonzipierte Modelle von Tourismusf\u00f6rderungsabgaben oder gar an Olympische Winterspiele im Land.Mitten in die von \u00abAuf und Ab\u00bb, von mehr oder weniger Verzweiflung und aufkeimender Hoffnung auf bessere Zeiten und Durchhalteparolen gepr\u00e4gten Stimmung irritiert eine Erfolgsmeldung. Gem\u00e4ss dem in diesen Wochen ver\u00f6ffentlichten f\u00fcnften <i>Travel &amp; Tourism Competitiveness Report<\/i>&#13;<br \/>\nVgl. <a href=\"http:\/\/www.weforum.org\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.weforum.org<\/a> Reports, Travel and Tourism Competitiveness Report 2013. des <i>World Economic Forum<\/i> sind die Schweiz, Deutschland und \u00d6sterreich &shy;weltweit die wettbewerbsf\u00e4higsten Tourismusl\u00e4nder der Welt. Der Bericht zeigt nicht nur auf, mit welchen Mitteln die 140 L\u00e4nder die Tourismusentwicklung zu f\u00f6rdern &shy;wissen, sondern beleuchtet auch den &shy;Gesundheitszustand und den Beitrag der Branche zum Wachstum der Weltwirtschaft. Zum wiederholten Mal belegt die Schweiz den Spitzenrang.&#13;<\/p>\n<h2>Die gr\u00f6ssten Schw\u00e4chen bei den &shy;wichtigsten Wachstumstreibern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVon besonderem Interesse scheint mir der Blick auf das <i>Kapitel 1.2<\/i>.&#13;<br \/>\nVgl. T &amp; T Competitiveness Report 2013, Chapter 1.2: How to Succeed as a Tourism Destination in a Volatile World, S. 43-47: J\u00fcrgen Ringbeck\/Timm Pietsch, Booz &amp; Company. Es best\u00e4tigen sich die Handlungsfelder, auf die sich der Schweizer Tourismus eindeutig fokussieren muss. Trotz Spitzenrang zeigt er markante Schw\u00e4chen in der preislichen Wettbewerbsf\u00e4higkeit (139. Rang!), den gesetzlichen Grundlagen (17.) und der Affinit\u00e4t f\u00fcr Reisen und Tourismus (25.). Pr\u00e4zis diese drei Elemente als gr\u00f6sste Wachstumstreiber weitentwickelter Tourismuswirtschaften identifiziert worden. Unser volks- und regionalwirtschaftlich so wichtiger Sektor ist also gut beraten, Mittel und Wege zu definieren, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.Ob der Bericht der Bundesrates zur \u00abWachstumsstrategie 2012-2015 f\u00fcr den Tourismusstandort Schweiz\u00bb geeignet ist, die hierzu n\u00f6tige Unterst\u00fctzung zu leisten, muss sich in der praktischen Umsetzung der \u00fcber 30 Kernprojekte des Umsetzungsprogramms von 2012 erweisen: Zwei Drittel der skizzierten Handlungsfelder entfallen auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen und ein Drittel auf die Tourismus-Standortf\u00f6rderung. Der Report f\u00fchrt denn auch im Sinne von <i>Best Practice Capabilities<\/i> auf, welche F\u00e4higkeiten es bez\u00fcglich der f\u00fcr die Schweiz erkannten Schw\u00e4chen zu entwickeln gilt:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Affinit\u00e4t f\u00fcr Reisen und Tourismus: Kundenorientierung, Offenheit f\u00fcr ausl\u00e4ndische G\u00e4ste, Einbezug lokaler Stakeholder;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>gesetzliche Grundlagen: tiefe Eintrittsbarrieren, Liberalisierung des Sektors, Zusammenarbeit zwischen \u00f6ffentlichem und privatem Sektor;<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>preisliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit: bezahl&shy;bare touristische Angebote und Hotels, Steuerniveaus, Kaufkraft\/Wechselkurse.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\nZweifellos soll die Schweiz am weltweit anhaltenden Tourismuswachstum partizipieren. Dazu muss sie aber endlich ausbrechen k\u00f6nnen aus der Stagnation der vergangenen Jahrzehnte. Die wichtigen Treiber dazu sind erkannt: intelligente G\u00e4stegewinnungsstrategien in den M\u00e4rkten der Welt, gepaart mit der kontinuierlichen Arbeit an den geeigneten Rahmenbedingungen und den erkannten Schw\u00e4chen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spielt der Schweizer Tourismus mit in der Topliga? Oder verpasst er fahrl\u00e4ssig sich bietende Chancen in den M\u00e4rkten? Die Anzeichen sind schwierig zu deuten: Reale Probleme \u2013 wie der starke Franken und ausbleibende G\u00e4stevolumen aus den wichtigen EU-M\u00e4rkten \u2013 sind begleitet von Erfolgsmeldungen in Wachstumsm\u00e4rkten. 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