{"id":119039,"date":"2013-04-01T12:00:00","date_gmt":"2013-04-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/04\/stueckelberger-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:25:19","modified_gmt":"2023-08-23T21:25:19","slug":"stueckelberger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/04\/stueckelberger\/","title":{"rendered":"Seilbahnen \u2013 der Motor f\u00fcr den Tourismus im Alpenraum"},"content":{"rendered":"<p>Der Schweizer Tourismus durchlebt seit einigen Jahren schwierige Zeiten. Der markante R\u00fcckgang von Hotelg\u00e4sten aus den Euro-L\u00e4ndern dr\u00fcckt auch auf die Zahlen der Seilbahnen voll durch. Trotzdem haben Bergbahnen weiterhin in Anlagen und Angebotsentwicklung investiert. Sie wollen wettbewerbsf\u00e4hig bleiben. Die Seilbahnen werden somit weiterhin ihre Funktion als Motor des Tourismus im Alpenraum wahrnehmen. Tendenziell d\u00fcrfte das Sommergesch\u00e4ft an Bedeutung gewinnen, wobei der Winter mit seinen heute 80% Umsatzanteil die klar wichtigste Saison bleiben wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDrei W pr\u00e4gen das Bergbahngesch\u00e4ft: Wetter, W\u00e4hrung und Wirtschaft. In den letzten Jahren haben W\u00e4hrung und Wirtschaft mit der Krise in den Eurol\u00e4ndern und dem rekordhohen Frankenkurs voll auf den Tourismus in den Schweizer Alpen durchgeschlagen. So sind die Verkehrsertr\u00e4ge der Seilbahnen in den letzten vier Wintern von 885 Mio. (2008\/09) auf 741 Mio. Franken (2011\/12) gesunken. Zudem war im Winter 2011\/12 das Wetter f\u00fcr die Bergbahnen ausserordentlich ung\u00fcnstig. F\u00fcr das Saisonergebnis ist entscheidend, wie sich Schnee und Wetter \u00fcber die Festtage, w\u00e4hrend der Sportferien und an Wochenenden pr\u00e4sentieren.&#13;<\/p>\n<h2>Seilbahnen spielen zentrale Rolle<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nObwohl die Seilbahnen mit gut 1 Mrd. Franken pro Jahr deutlich weniger Umsatz generieren als etwa die (Para-)Hotellerie, gelten sie als Motor f\u00fcr den Tourismus im Alpenraum. Gut 13\u2009000 Arbeitspl\u00e4tze bieten die Bergbahnen selber an. Indirekt h\u00e4ngen aber ein Vielfaches an Arbeitsstellen von den Seilbahnen ab. Diese zentrale volkswirtschaftliche Bedeutung erkl\u00e4rt denn auch, dass die \u00f6ffentliche Hand Bergbahnunternehmen vielerorts unterst\u00fctzt. Rund ein Drittel der ca. 350 Seilbahnunternehmen w\u00e4re ohne direkte Unterst\u00fctzung durch die \u00f6ffentliche Hand nicht \u00fcberlebensf\u00e4hig. Ein Drittel ist zumindest teilweise auf indirekte Erleichterungen wie Zinsverg\u00fcnstigen oder Geb\u00fchrenerlasse angewiesen. Das restliche Drittel, vor allem gr\u00f6ssere Unternehmen, kann sich selbst\u00e4ndig im Markt behaupten.Als Dachverband organisiert Seilbahnen Schweiz (SBS) unter anderem die Aus- und Weiterbildung f\u00fcr die Seilbahnberufe und die Fachleute der Pisten- und Rettungsdienste. SBS erarbeitet auch Branchenstandards und Homologierungen an, etwa f\u00fcr Schneesportabfahrten und Anlagen f\u00fcr Sommeraktivit\u00e4ten. Bestens ausgebildete Mitarbeitende und hohe Sicherheitsstandards sind absolut zentral f\u00fcr die Seilbahnbranche.&#13;<\/p>\n<h2>Sommer wird wichtiger \u2013 Winter bleibt dominant<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSeit einigen Jahren zeigt sich, dass viele Seilbahnunternehmen ihr Sommerangebot st\u00e4rken \u2013 etwa mit H\u00e4ngebr\u00fccken, Sommerrodelbahnen, Themenwegen oder Seilparks. Dieser Trend d\u00fcrfte sich fortsetzen. Trotzdem wird der Winter mit seinen heute 80% am Umsatz auf absehbare Zeit die wichtigste Saison bleiben. Ebenso klar ist: Trotz Erschliessung neuer M\u00e4rkte \u2013 wie der Mittlere Osten, Indien oder China \u2013 werden die Eurol\u00e4nder und die Schweiz f\u00fcr den Tourismus in den Schweizer Alpen die mit Abstand wichtigsten Zielm\u00e4rkte bleiben, vorab im umsatzstarken Winterhalbjahr.Die Bedeutung des Binnenmarkts und des Winters ist denn auch der Grund, dass SBS auf Winter 2012\/13 hin ein F\u00f6rderprogramm f\u00fcr Schneesportlager lanciert hat. Ziel des von Innotour unterst\u00fctzten Projekts ist es, Schulen zu motivieren, wieder vermehrt Schneesportlager zu organisieren. Die Lehrkr\u00e4fte k\u00f6nnen \u00fcber SBS bequem das ganze Lager mit Anreise, Unterkunft, Verpflegung, Skip\u00e4ssen und Ski-\/Boardmiete buchen. Die Schulen sparen dadurch viel Aufwand, und die Lagerteilnehmenden profitieren von massiv verg\u00fcnstigten Preisen. Die Idee dahinter: Wenn Jugendliche f\u00fcr den Schneesport begeistert werden k\u00f6nnen, ist die Chance gross, dass sie auch sp\u00e4ter Wintersport betreiben. Solche Nachwuchsf\u00f6rderung ist Marktsicherung f\u00fcr die Zukunft.&#13;<\/p>\n<h2>Strukturanpassung wird sich fortsetzen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Schweiz gibt es gen\u00fcgend Schneesportgebiete. Es geht nun darum, die bestehenden Gebiete konkurrenzf\u00e4hig zu halten und die Anlagen zu modernisieren, teilweise aber auch, um die Zahl der Anlagen zu reduzieren. Vereinzelt d\u00fcrfte es auch zu Zusammenschl\u00fcssen von Gebieten kommen, wie etwa zwischen Arosa und der Lenzerheide oder Andermatt und Sedrun. Denkbar ist auch, dass einige tiefer gelegene Bahnen den Winterbetrieb teilweise oder ganz aufgeben werden. Doch gerade kleine Schneesportgebiete in den Voralpen und im Jura spielen eine sehr wichtige Rolle f\u00fcr die Marktsicherung der ganzen Branche, kommen doch in diesen Gebieten viele Kinder erstmals mit dem Schneesport in Kontakt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schweizer Tourismus durchlebt seit einigen Jahren schwierige Zeiten. Der markante R\u00fcckgang von Hotelg\u00e4sten aus den Euro-L\u00e4ndern dr\u00fcckt auch auf die Zahlen der Seilbahnen voll durch. Trotzdem haben Bergbahnen weiterhin in Anlagen und Angebotsentwicklung investiert. Sie wollen wettbewerbsf\u00e4hig bleiben. Die Seilbahnen werden somit weiterhin ihre Funktion als Motor des Tourismus im Alpenraum wahrnehmen. 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