{"id":119109,"date":"2013-03-01T12:00:00","date_gmt":"2013-03-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/03\/schlup-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:25:25","modified_gmt":"2023-08-23T21:25:25","slug":"schlup","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/03\/schlup\/","title":{"rendered":"Finanzsektorentwicklung: Bedeutung f\u00fcr Stabilit\u00e4t und Wirtschaftswachstum"},"content":{"rendered":"<p>Der Finanzsektorentwicklung kommt eine wichtige Rolle zu: Sie\u00a0unterst\u00fctzt das Wirtschaftswachstum und tr\u00e4gt zur Stabilit\u00e4t der Finanzm\u00e4rkte bei. Eine vom Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) und dem Graduate Institute for International and Development Studies in Genf organisierte Konferenz widmete sich der Thematik der finanziellen Integration und der Finanzsektorentwicklung. Die Konferenz beleuchtete insbesondere die Frage, wie durch &shy;Finanzsektorentwicklung Wachstum und Krisenresistenz von &shy;Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern gef\u00f6rdert und die internationale Finanzstabilit\u00e4t verbessert werden kann. Der folgende Artikel fasst die Thematik zusammen und nimmt Erkenntnisse aus der &shy;Konferenz zur Rolle der Finanzsektorentwicklung auf. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201303_19_Schlup_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"278\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Chancen und Risiken der Finanz&shy;marktliberalisierung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie finanzielle Globalisierung hat in den letzten zwei Dekaden stark zugenommen und auch Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder erfasst. Im Vergleich zur Globalisierung von Waren- und Dienstleistungsm\u00e4rkten ist der Nutzen der finanziellen Integration \u2013 d.h. der \u00d6ffnung von M\u00e4rkten f\u00fcr Finanzfl\u00fcsse und den Austausch von Finanzdienstleistungen \u2013 st\u00e4rker umstritten. Dies liegt vor allem daran, dass mit der internationalen Verkn\u00fcpfung auch das Risiko von Finanzkrisen steigen kann. H\u00f6heres Wirtschaftswachstum durch den Zugang zu ausl\u00e4ndischem Kapital und einer effizienteren Allokation der Mittel steht einer zunehmenden Exponiertheit gegen\u00fcber Kapitalfl\u00fcssen entgegen, die durch starke Schwankungen gekennzeichnet sind. Der Umkehrschluss, global wenig integrierte und schwach entwickelte Finanzsys&shy;teme seien stabiler, stimmt jedoch nur begrenzt. Gerade schwach entwickelte Finanzsektoren k\u00f6nnen ihrerseits ein Stabilit\u00e4tsrisiko darstellen \u2013 sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene. Zudem k\u00f6nnen wenig liquide und schlecht diversifizierte Finanzm\u00e4rkte die Finanzprodukte, welche Haushalte, Unternehmen und der Staat ben\u00f6tigen, um sich zu finanzieren und abzusichern, nur in un&shy;gen\u00fcgendem Mass bereitstellen. Allerdings bedingt die \u00d6ffnung und Entwicklung von Finanzsektoren, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen den Anforderungen entsprechend angepasst werden. Wie die Finanzkrise in Erinnerung gerufen hat, kann eine fehlende oder mangelhafte Regulierung und Finanzmarktaufsicht Krisen ausl\u00f6sen oder verst\u00e4rken. Die Frage ist deshalb, wie finanzielle \u00d6ffnung mit der Entwicklung der Finanz&shy;infrastruktur und des regulatorischen Rahmens in Einklang gebracht werden k\u00f6nnen. Eine vom Seco und dem Graduate Institute for International and Development Studies organisierte Konferenz unter dem Titel \u2028\u00abFinancial Development, Stability and Growth\u00bb widmete sich dem Einfluss der Finanzsek&shy;torentwicklung auf die wirtschaftliche Integration, die finanzielle Stabilit\u00e4t und das Wirtschaftswachstum. Im Vordergrund stand die Frage, wie Finanzsektorentwicklung Wachstum und Krisenresistenz von Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern f\u00f6rdern und einen Beitrag zur internationalen Finanzstabilit\u00e4t leisten kann.&#13;<\/p>\n<h2>Die Rolle der Finanzsektorentwicklung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin gut entwickelter Finanzsektor ist eine zentrale Grundlage f\u00fcr ein nachhaltiges, privatwirtschaftlich getriebenes Wirtschaftswachstum. Damit der Finanzsektor jedoch die f\u00fcr die Realwirtschaft wichtigen Funktionen \u00fcbernehmen kann, m\u00fcssen verschiedene Bedingungen gegeben sein: Finanzinstitute und -m\u00e4rkte m\u00fcssen Instrumente und Dienstleistungen f\u00fcr Zahlungsabwicklung, Sparen und Investitionen \u2013 auch zu l\u00e4ngeren Laufzeiten \u2013 sowie Anlagen zur Risikodiversifikation anbieten, was entsprechende Kenntnisse bei den Finanzakteuren voraussetzt. Diese Angebote k\u00f6nnen jedoch nur \u2028eine Breitenwirkung entfalten, wenn sie auch f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zug\u00e4nglich sind. Gleichzeitig muss auch die Finanzmarktaufsicht und die Regulierung gest\u00e4rkt werden. Schliesslich ist eine ad\u00e4quate Fiskal- und Geldpolitik f\u00fcr das Vertrauen von Investoren, Unternehmen und Haushalten unabdingbar. Neben seiner zentralen Rolle in einer funktionierenden Wirtschaftsordnung ist ein tiefer \u2013 d.h. liquider \u2013 und diversifizierter Finanzsektor auch wichtig, damit die Chancen der finanziellen Integra&shy;tion genutzt und die Risiken der internationalen Verflechtung reduziert werden k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h2>Finanzsektorentwicklung als Mittel &shy;gegen Finanzkrisen?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWie eingangs erw\u00e4hnt, besteht eine gewisse G\u00fcterabw\u00e4gung zwischen finanzieller Integration sowie Zugang zu ausl\u00e4ndischem Kapital, M\u00e4rkten und Dienstleistungen, verbunden mit gewissen Risiken, auf der einen Seite und Schutz vor externen Schocks, verbunden mit dem Verzicht auf die \u00d6ffnung f\u00fcr ausl\u00e4ndische Investitionen und Dienstleistungen, auf der anderen Seite. So haben beispielsweise im Gefolge der Finanzkrise Kapitalfl\u00fcsse in die Schwellenl\u00e4nder stark zugenommen. Konfrontiert mit einem raschen Zuwachs an kurzfristigem Kapital, welches W\u00e4hrungen unter Aufwertungsdruck setzt und die Konkurrenzf\u00e4higkeit der Exportindustrie schw\u00e4cht, haben zahlreiche Staaten Massnahmen zur Beschr\u00e4nkungen der Kapitalfl\u00fcsse ergriffen. Die Vorzeichen der Kapitalfl\u00fcsse kehrten jedoch wieder, als in den Industriestaaten Staatsgarantien f\u00fcr die Banken gesprochen wurden und deren Risiko f\u00fcr Anleger wieder sank. Diese Volatilit\u00e4t der Kapitalfl\u00fcsse stellt Staaten, insbesondere Schwellenl\u00e4nder, vor grosse Herausforderungen.&#13;<\/p>\n<h2>Umstrittene Kapitalverkehrskontrollen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Erfolg und die Konsequenzen der Kapitalverkehrskontrollen, wie sie z.B. von Brasilien praktiziert und an der Konferenz zur Diskussion gestellt waren, wurden von den Experten kontrovers diskutiert. R\u00fcdiger Ahrend von der OECD wies daraufhin, dass nicht das Volumen, sondern die Struktur der\u00a0Kapitalfl\u00fcsse f\u00fcr die Anf\u00e4lligkeit auf eine Finanzkrise ausschlaggebend sei. Kapitalfl\u00fcsse, welche ausl\u00e4ndische Direktinvestitionen finanzierten, seien weit weniger volatil als &shy;etwa kurzfristige Bankkredite in ausl\u00e4ndischer W\u00e4hrung. Wenig liquide und schlecht diversifizierte Zielm\u00e4rkte erschweren dabei grunds\u00e4tzlich den Umgang mit Kapitalfl\u00fcssen. Externe Schocks k\u00f6nnen schlechter absorbiert werden, weil Risiken kaum diversi&shy;fiziert werden k\u00f6nnen und die Flexibilit\u00e4t f\u00fcr\u00a0staatliche Eingriffe beschr\u00e4nkt ist. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Staaten mit wenig entwickelten Finanzsystemen \u00f6fter fixe Wechselkursregime w\u00e4hlen, welche den makro\u00f6konomischen Spielraum einschr\u00e4nken. Die Entwicklung des Finanzsektors sollte deshalb mittelfristig den Spielraum zum Umgang mit volatilen Kapitalfl\u00fcssen vergr\u00f6ssern und die Widerstandskraft st\u00e4rken.&#13;<\/p>\n<h2>Signifikante internationale Auswirkungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine St\u00e4rkung des Finanzsektors hat jedoch nicht nur Vorteile bei der Bew\u00e4ltigung des Umgangs mit volatilen Kapitalfl\u00fcssen. Der Grad der Finanzsektorentwicklung kann auch signifikante internationale Auswirkungen haben, indem beispielsweise der Mangel an \u00absicheren\u00bb Anlagen im Inland die Nachfrage nach \u00absicheren\u00bb ausl\u00e4ndischen Anlagen \u2013 insbesondere amerikanische Staatsanleihen \u2013 verst\u00e4rkt. Das globale Ungleichgewicht zwischen Staaten mit einem hohen Handelsbilanz\u00fcberschuss (China) und einem Handelsbilanzdefizit (USA) gilt als eine Quelle grosser potenzieller Instabilit\u00e4t und d\u00fcrfte auch eine der Ursachen der globalen Finanzkrise gewesen sein. Wie Prof. Ricardo Ca&shy;ballero (MIT) aufzeigte, hat sich mit der &shy;Verschlechterung der Bonit\u00e4t zahlreicher staatlicher Schuldner das Missverh\u00e4ltnis zwischen verf\u00fcgbaren \u00absicheren\u00bb Anlagen und der Nachfrage nach solchen noch akzentuiert. Caballero sieht darin ein substanzielles Stabilit\u00e4tsrisiko. Um das Angebot nach sicheren Verm\u00f6genswerten zu steigern und Alternativen zur Abh\u00e4ngigkeit vom US-Dollars zu\u00a0schaffen, m\u00fcssen lokale Kapitalm\u00e4rkte geschaffen werden, welche alternative Investitionsm\u00f6glichkeiten anbieten. Die Finanzsektorentwicklung in einem Land ist deshalb \u00fcber die Landesgrenzen hinaus auch f\u00fcr die globale Finanzstabilit\u00e4t von Bedeutung. Aus nationaler Sicht viel wesentlicher ist aber, dass der Aufbau von Anleihem\u00e4rkten das Risiko einer untragbaren Verschuldung in Fremdw\u00e4hrungen reduziert. Missverh\u00e4ltnisse zwischen Fremdw\u00e4hrungsschulden und der Kreditvergabe in einheimischer W\u00e4hrung waren einer der Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr die zahlreichen Finanzkrisen in Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern in den letzten Jahrzehnten. Hatte die einheimische Wertung aufgrund makro\u00f6konomischer Schw\u00e4chen oder wegen Kapitalflucht stark an Wert verloren, nahm der Wert der Aussenschulden rasch ein untragbares Ausmass an.&#13;<\/p>\n<h2>Finanzsektorentwicklung unterst\u00fctzt das Wirtschaftswachstum<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Ausbau und die St\u00e4rkung des &shy;Finanzsektors ist eine entscheidende Grundvor&shy;aussetzung f\u00fcr ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Der Zugang breiter Bev\u00f6lkerungsschichten zu Finanzdienst&shy;leistungen wie Krediten, Versicherungen und Vorsorgeinstrumenten ist f\u00fcr die Reduktion von Armut zentral. Ebenso ben\u00f6tigen Unternehmen \u2013 insbesondere KMU \u2013 Zugang zu Krediten, um ihre Rolle als Triebfeder f\u00fcr Wirtschaftswachstum in einer funktionierenden marktwirtschaftlichen Ordnung wahrzunehmen. Dank der \u00d6ffnung der Grenzen f\u00fcr Kapitalfl\u00fcsse und Finanzdienstleistungen steigt das Angebot, und die &shy;Effizienz des Kapitaleinsatzes wird gest\u00e4rkt. Vermehrte Sparm\u00f6glichkeiten f\u00fcr private Haushalte erm\u00f6glichen es, eine gr\u00f6ssere Masse von Ersparnissen f\u00fcr produktive Investitionen zu nutzen. Das Vertiefen des Finanzsektors tr\u00e4gt deshalb zu nachhaltigem Wachstum bei, welches seinerseits die Stabilit\u00e4tsrisiken verringert. Dem Aufbau lokaler Kapitalm\u00e4rkte f\u00fcr staatliche und private Schuldpapiere kommt dabei nicht nur aus Stabilit\u00e4tsgr\u00fcnden eine wichtige Rolle zu. Vielmehr werden damit neue Investitionsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr In- und Ausl\u00e4nder geschaffen. Der Staat erh\u00e4lt Finanzierungsm\u00f6glichkeiten, ohne sich in Fremdw\u00e4hrungen verschulden zu m\u00fcssen. Durch die \u00d6ffnung des einheimischen Markts f\u00fcr ausl\u00e4ndische Finanzdienstleister entsteht zudem ein Konkurrenzdruck, welcher das Angebot vergr\u00f6ssert und eine effizientere Allokation der Mittel bewirkt. In diesem Kontext wurde diskutiert, ob damit nicht auch das Risiko f\u00fcr Gaststaaten zunehme, dass ausl\u00e4ndische Finanzinstitute im Krisenfall Kredite verknappen und Geld repatriieren w\u00fcrden. Tats\u00e4chlich haben etwa in Osteuropa internationale Finanzinstitute als Folge hoher Abschreibungen und wegen der Notwendigkeit, ihre Kapitalbasis \u2013 nicht zuletzt wegen neuer regulatorischer Anforderungen \u2013 zu st\u00e4rken, Mittel aus den peripheren Staaten abgezogen. Wie Martin Brown (HSG) dargelegt hat, haben internationale Finanzinstitute die Verf\u00fcgbarkeit der Kredite in den Peripheriestaaten zwar in gewissen Bereichen eingeschr\u00e4nkt, was jedoch vor allem auf die schlechtere Bonit\u00e4t der Schuldner zur\u00fcckzuf\u00fchren war. Er sch\u00e4tzt deshalb den volkswirtschaftlichen Nutzen, welcher die \u00d6ffnung des Marktes f\u00fcr ausl\u00e4ndische Unternehmen mit sich bringt, in der Summe positiv ein.&#13;<\/p>\n<h2>Aufsicht und Regulierung: Ein Kernelement der Finanzsektorentwicklung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Frage, ob die finanzielle Integration und der Ausbau des Finanzsektors mehr Chancen als Risiken bergen, h\u00e4ngt wesentlich von den regulatorischen Rahmenbe&shy;dingungen und der Qualit\u00e4t der Finanzmarktaufsicht ab. Enrique Mendoza (University of Maryland) hat darauf hin&shy;gewiesen, dass Individuen in ihren Entscheidungen das Risiko eine Kreditverknappung, welche aus einer Finanzkrise entstehen kann, nicht antizipieren. Kommt es zu einem externen Schock, ist der volkswirtschaftliche Schaden in Abwesenheit einer staatlichen Regulierung substanziell h\u00f6her als in einem Modell, welches den Spielraum (und damit Verschuldungsm\u00f6glichkeiten) der Individuen beschneidet. Dies spricht f\u00fcr einen (ex &shy;ante) regulatorischen Eingriff durch den Staat. Mendoza konzedierte allerdings, dass es in der Praxis unm\u00f6glich sei, die optimale H\u00f6he des reglementarischen Eingriffs (in Form von Steuern) zu bestimmen. Neben dieser Informationsasymmetrie ist die regulatorische Aufgabe von einer weiteren Schwierigkeit gepr\u00e4gt: der G\u00fcterabw\u00e4gung zwischen der Wahrung der f\u00fcr die Innovation unabdingbaren Wirtschaftsfreiheit und einer Eind\u00e4mmung des Risikos einer Finanzkrise oder der Kosten im Ereignisfall. Konkret stehen Regulationsbeh\u00f6rden vor der Herausforderung, das richtige Mass der Regulierung zu finden, die Anreize richtig zu setzen und mit den Innovationen in der Finanzbranche Schritt zu halten. Letzteres hat sich gerade in Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern als zentrale Herausforderung erwiesen. Dank der raschen Ver&shy;breitung innovativer Finanzinstrumente konnte der Zugang \u00e4rmerer Bev\u00f6lkerungsschichten zu Finanzdienstleistungen stark verbessert werden. Unzureichende Finanzmarktaufsicht und &shy;regulatorische Rahmenbedingungen haben jedoch in verschiedenen Staaten \u2013 so z.B. in\u00a0Peru, Indien oder Bangladesch \u2013 zu &shy;Verschuldungskrisen gef\u00fchrt, welche das &shy;Finanzsystem ernsthaft destabilisieren k\u00f6nnen. Wie die Finanzkrise von 2008 gezeigt hat, sind angemessene regulatorische Rahmenbedingungen und der Schutz der Konsumenten von Finanzprodukten universelle Anliegen. Auch die zahlreichen Nichtbankenfinanzinstitute, welche teilweise ausserhalb der staat&shy;lichen Aufsicht operieren, m\u00fcssen hierbei ber\u00fccksichtigt werden. Was selbst in Industriestaaten eine grosse Herausforderung darstellt, gilt umso mehr f\u00fcr Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder mit begrenzten Mitteln und einem Mangel an qualifiziertem Personal. Die richtige Reihenfolge und Priorit\u00e4tensetzung von \u00d6ffnungs- und Regulierungsschritten ist deshalb zentral.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEntscheidungen \u00fcber die Geschwindigkeit und Reihenfolge der Finanzsektorliberalisierung k\u00f6nnen nicht losgel\u00f6st von den regulatorischen Rahmenbedingungen und den\u00a0institutionellen M\u00f6glichkeiten getroffen\u00a0werden. Auch wenn Finanzsektorentwicklung zu mehr Stabilit\u00e4t und Wachstum beitragen und den Spielraum der Beh\u00f6rden vergr\u00f6ssern kann, d\u00fcrfen die Risiken einer unausgewogenen Entwicklung nicht vernachl\u00e4ssigt werden. Diese Erkenntnisse &shy;unterstreichen die Relevanz eines gesamtheitlichen Ansatzes bei der Finanzsektorentwicklung, wie ihn das Seco im Rahmen seiner wirtschaftlichen Zusammenarbeit \u2013 in Kooperation mit multilateralen Partnern wie der Weltbankgruppe, dem IWF und den regionalen Entwicklungsbanken \u2013 seit Jahren verfolgt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Literaturhinweise&#13;<\/p>\n<h3>Literaturhinweise<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Bianchi Javier, Boz Emine und Mendoza Enrique C. (2012): Macro-Prudential Policy in a Fisherian Model of Financial Innovation, NBER Working Papers 18036, National Bureau of Economic Research, Inc.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Caballero Ricardo und Krishnatmurthy Arvind (2009): Global Imbalances and Financial Fragility, NBER Working Papers 14688, National Bureau of Economic Research, Inc.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Ahrendt R\u00fcdiger, Goujard Antoine und Schwellnus Cyrille (2012): International Capital Mobility: Which Structural Policies Reduce Financial Fragility?, OECD Economic Policy Papers 2, OECD Publishing.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Graduate Institute, Oktober 2012, Conference Financial Sector Development, Growth and Stability, In Zusammenarbeit mit dem SECO, Genf, <a href=\"http:\/\/graduateinstitute.ch\/ctei\/events\/events_2012\/fdsg.html\">http:\/\/graduateinstitute.ch\/ctei\/events\/events_2012\/fdsg.html<\/a><\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Finanzsektorentwicklung kommt eine wichtige Rolle zu: Sie\u00a0unterst\u00fctzt das Wirtschaftswachstum und tr\u00e4gt zur Stabilit\u00e4t der Finanzm\u00e4rkte bei. 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