{"id":119169,"date":"2013-01-01T12:00:00","date_gmt":"2013-01-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/01\/hafner-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:25:34","modified_gmt":"2023-08-23T21:25:34","slug":"hafner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/01\/hafner\/","title":{"rendered":"Der Kantonale Wettbewerbsindikator: Wie wettbewerbsf\u00e4hig ist Ihr Kanton?"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweizer Kantone besitzen einen hohen eigenst\u00e4ndigen wirtschaftspolitischen Spielraum. Dies f\u00fchrt zu einem intensiven Wettbewerb der verschiedenen Systeme. Der Kantonale Wettbewerbsindikator (KWI) der UBS vergleicht die wirtschaftliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Kantone untereinander und gibt Aufschluss \u00fcber ihr relatives Wachstumspotenzial. Z\u00fcrich, Basel-Stadt und Zug sind gem\u00e4ss KWI die wettbewerbsf\u00e4higsten Kantone der Schweiz. Die Grundlage des KWI bildet ein 10-S\u00e4ulen-Ansatz, der eine detaillierte St\u00e4rken-Schw\u00e4chen-Analyse der 26 Volkswirtschaften erlaubt. Davon k\u00f6nnen wirtschaftspolitische Massnahmen abgeleitet werden. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201301_09_Hafner_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"297\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Schweiz ist die wettbewerbsf\u00e4higste Volkswirtschaft. Dies besagt der <i>Global Competitiveness Report<\/i>&#13;<br \/>\nWEF (2012)., der j\u00e4hrlich weit \u00fcber 100 L\u00e4nder miteinander vergleicht. Auch bei vergleichbaren Studien wie dem <i>World Competitiveness Yearbook (WCY)<\/i>&#13;<br \/>\nIMD (2012). des IMD rangiert unser Land unter den drei bestplatzierten L\u00e4ndern. Die hohe wirtschaftliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit beruht grunds\u00e4tzlich auf zwei Pfeilern: Erstens k\u00f6nnen Schweizer Firmen auf erstklassige Rahmenbedingungen \u2013 wie einen grossen Pool an gut ausgebildeten Arbeitskr\u00e4ften und eine hervorragende Infrastruktur \u2013 zur\u00fcckgreifen. Zweitens zeichnet sich das politische System der Schweiz durch hohe Stabilit\u00e4t und wirtschaftsfreundliche Regulierung aus. Ein tragender Aspekt ist auch das f\u00f6deralistische System mit dem Wettbewerb der Kantone, woraus ein effizienter Staatsapparat und relativ tiefe Steuern resultieren. Um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweiz zu erh\u00f6hen und das Potenzial auszusch\u00f6pfen, muss dementsprechend auch auf Ebene der kantonalen Wirtschaften angesetzt werden.&#13;<\/p>\n<h2>Der Kantonale Wettbewerbs&shy;indikator\u00a02012<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nPolitiker, Wirtschaftsf\u00f6rderer und strategische Entscheidungstr\u00e4ger in Unternehmungen haben ein grosses Interesse an der Analyse und Beurteilung der kantonalen Wettbewerbsf\u00e4higkeiten. Der Kantonale Wettbewerbsindikator (KWI) geht auf dieses Interesse ein. Der Grundgedanke dabei ist, die kantonalen Volkswirtschaften in einer mehrdimensionalen Analyse zu vergleichen und so die relativen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen zu eruieren. Anhand der Summe der Bewertungen in den verschiedenen Dimensionen kann die relative kantonale Wettbewerbsf\u00e4higkeit ermittelt und eine Rangordnung der Kantone erstellt werden (siehe <i><\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1<\/b>&#13;<\/p>\n<h3>Was ist Wettbewerbsf\u00e4higkeit?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWettbewerbsf\u00e4higkeit bedeutet die F\u00e4higkeit, in einer Konkurrenzsituation bestehen zu k\u00f6nnen. Die Definitionen der eingangs &shy;erw\u00e4hnten Studien zeigen eine m\u00f6gliche \u00dcbertragung des Konzepts auf Volkswirtschaften. Sie schliessen folgende Begriffe mit ein: Treiber der Produktivit\u00e4t eines Landes oder die F\u00e4higkeit zur Steigerung der Wertsch\u00f6pfung und des Wohlstands. Im\u00a0Rahmen des KWI verstehen wir unter der kan&shy;tonalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit das Potenzial &shy;einer nachhaltigen Steigerung der Wirtschaftsleistung eines Kantons. Folgende &shy;Elemente sind dabei zentral:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Potenzial: Der Indikator ist zukunftsgerichtet. Gegenw\u00e4rtig wirtschaftsstarke Kantone haben nicht zwangsl\u00e4ufig die besten Aussichten.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Wirtschaftsleistung: Es wird ausschliesslich auf das wirtschaftliche Wachstumspotenzial pro Kopf abgezielt. Zielgr\u00f6sse ist die Steigerung des kantonalen Bruttoinlandprodukts pro Kopf.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Nachhaltigkeit: Massnahmen, die kurzfristig die Wirtschaftsleistung erh\u00f6hen, aber l\u00e4ngerfristig keinen bleibenden Niveaueffekt haben, werden nicht belohnt.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Geografische Abgrenzung: Als Abgrenzung gelten die geografischen Kantonsgrenzen, also das Inlandsprinzip. Kantone verf\u00fcgen \u00fcber eine eigenst\u00e4ndige Wirtschaftspolitik und k\u00f6nnen wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu einem hohen Grade selber gestalten. Zudem bietet sich auf dieser Stufe eine relativ gute Datengrundlage.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\n). Die unter der Ber\u00fccksichtigung von \u00fcber 50 Variablen resultierende Rangliste der kantonalen Volkswirtschaften ist in <i>&#13;<br \/>\n<\/i> abgebildet. Z\u00fcrich, Basel-Stadt und Zug sind 2012 die Kantone mit der h\u00f6chsten Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Ebenfalls ein hohes, \u00fcberdurchschnittliches Wachstumspotenzial weisen die Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Luzern und Nidwalden auf. Darauf folgt ein breites Mittelfeld mit einer soliden relativen Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Neuenburg, Glarus, Tessin und Appenzell Innerrhoden geh\u00f6ren\u00a0zu den Kantonen mit moderaten &shy;Wachs&shy;tums&shy;potenzialen, w\u00e4hrend Graub\u00fcnden, Wallis, Jura und Uri die Gruppe mit geringer relativer Wettbewerbsf\u00e4higkeit bilden. Schneidet ein Kanton im KWI schlecht ab, so heisst das nicht, dass sein Wachstumspoten&shy;zial absolut tief ist, sondern relativ zu den anderen Kantonen unterdurchschnittlich.Die Rangliste der Kantone gibt einen guten \u00dcberblick \u00fcber die relativen Verh\u00e4ltnisse, doch ist sie nur eine Momentaufnahme. Das Kernst\u00fcck der Studie ist die St\u00e4rken-Schw\u00e4chen-Analyse der kantonalen Volkswirtschaften. Aufgrund dieser Analyse kann \u2028ermittelt werden, wo konkreter Handlungsbedarf besteht.&#13;<\/p>\n<h2>Der 10-S\u00e4ulen-Ansatz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer KWI basiert auf der vergleichenden\u00a0Analyse von f\u00fcnf Wettbewerbsdimen&shy;sionen:\u00a0Wirtschaftsstruktur, Unternehmen, Standort, Bev\u00f6lkerung und Staat. Jede Wettbewerbsdimension besteht aus zwei S\u00e4ulen, die\u00a0separat in die Berechnung des KWI einfliessen.&#13;<\/p>\n<h2>Dimension Wirtschaftsstruktur<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Branchenzusammensetzung und die internationale Verflechtung der Kantone bestimmen die Dynamik, aber auch die Risiken f\u00fcr das k\u00fcnftige Wirtschaftswachstum. Als wichtigster Indikator dient dabei die Wettbewerbs- und Marktpositionierung der ans\u00e4ssigen Firmen sowie deren Wachstumsaussichten im In- und Ausland. Ungen\u00fcgende Diversifikation respektive eine starke Spezialisierung auf wenige Branchen kann das nachhaltige Wirtschaftswachstum hemmen. Kantone, deren Wachstumspotenzial nur durch wenige Industriezweige getrieben ist, haben ein Klumpenrisiko.&#13;<\/p>\n<h2>Dimension Unternehmen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUnternehmertum und unternehmerisches Handeln sind zentrale Wachstumstreiber einer Volkswirtschaft. Die Wettbewerbsdimension Unternehmen beschreibt die Qualit\u00e4t der Rahmenbedingungen, die ein Kanton den Unternehmen bietet. Einerseits beruhen unternehmerischer Fortschritt und der Erhalt wirtschaftlicher Wettbewerbsf\u00e4higkeit auf Innovation, also der F\u00e4higkeit, Neues zu schaffen und zu vermarkten. Ein Cluster \u2013 d.h. hohe regionale Konzentration von Besch\u00e4ftigten in voneinander abh\u00e4ngigen Branchen \u2013 stellt daf\u00fcr ein optimales Umfeld dar. Innovation kann auch an der Zahl der Patente oder dem investierten Wagniskapital gemessen werden. Andererseits ist die H\u00f6he der ortsgebundenen Kosten eine wichtige Entscheidungsgr\u00f6sse bei der Standortwahl von Unternehmen. Dazu z\u00e4hlen Gewinn- und Kapitalsteuers\u00e4tze, das Mietpreisniveau f\u00fcr Gesch\u00e4ftsfl\u00e4chen sowie die Energiepreise.&#13;<\/p>\n<h2>Dimension Standort<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Erreichbarkeit von Absatzm\u00e4rkten und die Verf\u00fcgbarkeit von Arbeitskr\u00e4ften sind f\u00fcr das Wachstumspotenzial einer Volkswirtschaft wesentlich. Der KWI ber\u00fccksichtigt dabei sowohl das Einzugsgebiet \u2013 also wie viele Leute in einer bestimmten Zeit durchschnittlich ein bestimmtes Gebiet erreichen k\u00f6nnen \u2013 als auch die Erreichbarkeit von Flugh\u00e4fen, Universit\u00e4ten und regionale Zentren.&#13;<\/p>\n<h2>Dimension Bev\u00f6lkerung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWirtschaftswachstum l\u00e4sst sich entweder durch eine h\u00f6here Zahl an Besch\u00e4ftigten oder durch eine h\u00f6here Produktivit\u00e4t pro Besch\u00e4ftigten erzielen. Das vorhandene Humankapital ist ein bedeutender Treiber des Wirtschaftswachstums. So erbringt eine besser ausgebildete Bev\u00f6lkerung in der Regel h\u00f6here Produktivit\u00e4tsleistungen. Die Aussch\u00f6pfung des wirtschaftlichen Potenzials ist auch abh\u00e4ngig von der Teilnahme der Bev\u00f6lkerung am Arbeitsmarkt. Die strukturelle Arbeitslosigkeit oder ein k\u00fcnftig hoher Alterslastenquotient reduzieren das Arbeitskr\u00e4ftepotenzial.&#13;<\/p>\n<h2>Dimension Staat<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Staat setzt die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fest und schafft damit die Basis f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Dazu z\u00e4hlt eine wirtschaftsfreundliche Finanzpolitik in der Gegenwart wie auch der Spielraum, eine solche zuk\u00fcnftig beizubehalten oder weiterzuentwickeln. Ein hohes Mass an \u2028Finanzeffizienz zeigt sich am Bem\u00fchen, den Staatsapparat m\u00f6glichst schlank und die Rahmenbedingungen f\u00fcr Unternehmen m\u00f6glichst attraktiv zu gestalten. Eine stark ausgebaute Schuldenbremse und hohe Investitionst\u00e4tigkeit sind dabei zentrale Faktoren. Finanzspielraum umschreibt das Potenzial, die finanzpolitischen Rahmenbedingungen weiter zu verbessern. Je h\u00f6her der Grad der Verschuldung ist, desto geringer sind die M\u00f6glichkeiten, die Wettbewerbsf\u00e4higkeit \u00fcber Steuersenkungen oder Investitionen in die Infrastruktur zu verbessern.&#13;<\/p>\n<h2>St\u00e4rken-Schw\u00e4chen-Analyse<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer KWI erm\u00f6glicht es, die relativen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen in den f\u00fcr Wachstum wichtigen Bereichen einer kantonalen Wirtschaft zu bestimmen und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Dies soll an drei ausgew\u00e4hlten Vergleichen illustriert werden. In <i>&#13;<br \/>\n<\/i> sind die St\u00e4rken-Schw\u00e4chen-Profile von jeweils zwei Kantonen mit vergleichbaren Ausgangslagen dargestellt. Die Kantone <i>Z\u00fcrich<\/i> und <i>Genf<\/i> sind die internationalen Wirtschaftszentren des Landes. Das Wettbewerbsprofil von Z\u00fcrich ist in allen Bereichen ausserordentlich stark und weist keine ausgepr\u00e4gten Schw\u00e4chen auf. Das Genfer Wettbewerbsprofil ist im Vergleich deutlich heterogener. Bei den f\u00fcr einen Wirtschaftsstandort wichtigen Faktoren \u2013 wie der verkehrstechnischen Lage und der Verf\u00fcgbarkeit von gut ausgebildeten Arbeitskr\u00e4ften \u2013 geh\u00f6rt Genf zur Spitze. Die hohen Immobilienpreise und die im interkantonalen Vergleich hohen Steuern reduzieren die Attraktivit\u00e4t als Firmenstandort jedoch erheblich. Z\u00fcrich ist ebenfalls kein g\u00fcnstiges Pflaster, doch immer noch klar billiger, weniger verschuldet und mit einem effizienteren Staatsapparat ausgestattet als Genf. Dies erkl\u00e4rt auch die deutlich h\u00f6here Gesamtbewertung. W\u00e4hrend Z\u00fcrich auf Platz eins steht, kann Genf trotz \u00e4hnlich guter wirtschaftlicher Vor&shy;aussetzungen nur eine leicht \u00fcberdurchschnittliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit attestiert werden.Die Kantone <i>Luzern<\/i> und <i>St.Gallen<\/i> sind sowohl durch urbane Zentren \u2013 die St\u00e4dte Luzern und St.Gallen \u2013 als auch durch l\u00e4ndliche bis periphere Regionen gepr\u00e4gt. Dies widerspiegelt sich in den Wettbewerbsprofilen. Beide Kantone weisen eine \u00e4hnlich wettbewerbsf\u00e4hige Branchenstruktur auf. St. Gallen attestieren wir eine leicht h\u00f6here Innovationsf\u00e4higkeit, und der Finanzspielraum ist aufgrund der tieferen Verschuldung etwas gr\u00f6sser. In allen anderen Bereichen stufen wir Luzern aber als konkurrenzf\u00e4higer ein. Neben einer j\u00fcngeren und besser ausgebildeten Bev\u00f6lkerung profitiert Luzern von seiner verkehrstechnisch zentraleren Lage. Das gute Abschneiden (6. Rang) wurde durch die stark gesenkte Steuerlast f\u00fcr Unternehmen erm\u00f6glicht: Luzern bietet die tiefsten Steuers\u00e4tze aller Kantone. Hier, wie auch in der Gesamtbeurteilung, bleibt St. Gallen nur durchschnittlich.Die tiefste Bewertung der relativen Wettbewerbsf\u00e4higkeit erhalten die peripheren Kantone <i>Jura<\/i> und <i>Uri<\/i>. Ein Blick auf die Wettbewerbsprofile zeigt aber, dass trotz der \u00e4hnlich tiefen Bewertung klar unterschiedliche St\u00e4rken und Schw\u00e4chen vorhanden sind. Aufgrund der nach wie vor guten Aussichten f\u00fcr die Uhrenindustrie besticht der Kanton Jura mit einer hohen Dynamik. Die extreme Abst\u00fctzung der Wirtschaft auf die Uhrenindustrie sehen wir hingegen auch als Klumpenrisiko, was den Tiefstwert bei der Diver&shy;sifikation begr\u00fcndet. Zus\u00e4tzlich ist die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Kantons durch &shy;hohe Schulden und die strukturelle Arbeitslosigkeit belastet. Diese Bereiche geh\u00f6ren hingegen in Uri zu den relativen St\u00e4rken. Tiefe Steuern und Immobilienpreise machen den Bergkanton zu einem der kostenattraktivsten Standorte. Die Schw\u00e4chen sind durch die Geografie und andere strukturelle Faktoren gepr\u00e4gt. Sowohl die verkehrstechnische Lage als auch die Bildungsinfrastruktur, deren Fehlen sich im relativ tiefen Ausbildungsstand der Bev\u00f6lkerung und der geringen Innovationsleistung \u00e4ussert, k\u00f6nnen kaum oder nur sehr langfristig verbessert werden. Die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Verbesserung der relativen kantonalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Uri sehen wir deshalb als beschr\u00e4nkt an. Der Kanton Jura hingegen k\u00f6nnte sein Wachstumspotenzial mit Reformen zur Verbesserung der Steuerattraktivit\u00e4t oder durch Schuldenabbau schneller verbessern.Zus\u00e4tzlich zu diesen Paarvergleichen sei hier noch das Beispiel des Kantons <i>Bern<\/i> erw\u00e4hnt, der eine solide Wettbewerbsf\u00e4higkeit aufweist. Grunds\u00e4tzlich ist der Kanton hinsichtlich der einzelnen S\u00e4ulen ziemlich homogen. Die gr\u00f6sste St\u00e4rke liegt in der hohen Diversi&shy;fi&shy;kation der Wirtschaft, was die kantonale Volkswirtschaft relativ schwankungsresistent macht. Nennenswerte Abweichungen vom Durchschnitt zeigen sich ansonsten nur bei der Innovation und beim Einzugsgebiet.&#13;<\/p>\n<h2>Kantone sind keine L\u00e4nder<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWettbewerbsf\u00e4higkeit kann bei Kantonen nicht mit den gleichen Kriterien wie bei L\u00e4ndern gemessen werden. Die Kantone haben identische \u00fcbergeordnete Rahmenbedingungen wie Institutionen und schweizweite Regelwerke. Aufgrund der einheitlichen W\u00e4hrung sind sie mit den gleichen Wechselkursen und Zinsniveaus konfrontiert. Die gegenseitigen Interaktionen und Abh\u00e4ngigkeiten der einzelnen Volkswirtschaften ist deutlich h\u00f6her als auf L\u00e4nderebene. Allerdings stellt sich die Frage, inwiefern Appenzell Innerrhoden und Z\u00fcrich vergleichbare Volkswirtschaften darstellen. Auch bei der praktischen Umsetzung zeigen sich Unterschiede. So ist die Datenverf\u00fcgbarkeit auf L\u00e4nderebene gr\u00f6sser. Bei Kantonen m\u00fcssen wichtige Indikatoren teilweise durch \u00abinnovative\u00bb Variablen approximiert werden. Es bestehen aber auch Vorteile. Durch \u00e4hnliche Rahmenbedingungen und einheitliche und transparente Datenquellen ist eine h\u00f6here Vergleichbarkeit sichergestellt. Auch k\u00f6nnen einzelne Datens\u00e4tze und Messergebnisse besser verifiziert und nachvollzogen werden.&#13;<\/p>\n<h2>Ausblick<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie erste Ausgabe des KWI wurde anfangs 2012 publiziert. Sie hat bei Politikern und Wirtschaftsf\u00f6rderer mehrerer Kantone sowie von Unternehmen aus der Privatwirtschaft grosses Interesse ausgel\u00f6st und Anwendung gefunden.&#13;<br \/>\nSiehe zum Beispiel Wyrsch und Graf (2012). Der KWI 2013 erscheint im M\u00e4rz 2013. Aufgrund der Mischung von mittel- und langfristigen Faktoren sind in der Rangliste keine grossen Verschiebungen zu erwarten; einige Kantone d\u00fcrften aber Pl\u00e4tze tauschen. Man darf gespannt sein, wie sich die politischen Massnahmen und die wirtschaftlichen Entwicklungen innerhalb des letzten Jahres auf das relative Wettbewerbsgef\u00fcge und die St\u00e4rke-Schw\u00e4che-Profile der Kantone ausgewirkt haben.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Kasten 1: Was ist Wettbewerbsf\u00e4higkeit?<\/b>&#13;<\/p>\n<h3>Was ist Wettbewerbsf\u00e4higkeit?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWettbewerbsf\u00e4higkeit bedeutet die F\u00e4higkeit, in einer Konkurrenzsituation bestehen zu k\u00f6nnen. Die Definitionen der eingangs &shy;erw\u00e4hnten Studien zeigen eine m\u00f6gliche \u00dcbertragung des Konzepts auf Volkswirtschaften. Sie schliessen folgende Begriffe mit ein: Treiber der Produktivit\u00e4t eines Landes oder die F\u00e4higkeit zur Steigerung der Wertsch\u00f6pfung und des Wohlstands. Im\u00a0Rahmen des KWI verstehen wir unter der kan&shy;tonalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit das Potenzial &shy;einer nachhaltigen Steigerung der Wirtschaftsleistung eines Kantons. Folgende &shy;Elemente sind dabei zentral:&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Potenzial: Der Indikator ist zukunftsgerichtet. Gegenw\u00e4rtig wirtschaftsstarke Kantone haben nicht zwangsl\u00e4ufig die besten Aussichten.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Wirtschaftsleistung: Es wird ausschliesslich auf das wirtschaftliche Wachstumspotenzial pro Kopf abgezielt. Zielgr\u00f6sse ist die Steigerung des kantonalen Bruttoinlandprodukts pro Kopf.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Nachhaltigkeit: Massnahmen, die kurzfristig die Wirtschaftsleistung erh\u00f6hen, aber l\u00e4ngerfristig keinen bleibenden Niveaueffekt haben, werden nicht belohnt.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Geografische Abgrenzung: Als Abgrenzung gelten die geografischen Kantonsgrenzen, also das Inlandsprinzip. Kantone verf\u00fcgen \u00fcber eine eigenst\u00e4ndige Wirtschaftspolitik und k\u00f6nnen wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu einem hohen Grade selber gestalten. Zudem bietet sich auf dieser Stufe eine relativ gute Datengrundlage.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>\n<p>&#13;<br \/>\n<b>Kasten 2: Literatur<\/b>&#13;<\/p>\n<h3>Literatur<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Wyrsch, M. und S. Graf (2012): Wirtschaftskompass Kanton Luzern: Gezielte Massnahmen f\u00fcr eine vielf\u00e4ltige Wirtschaft, in: Die Volkswirtschaft 11-2012, S. 51\u201354.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>IMD Institute for Management Development (2012): World Competitiveness Yearbook 2012, Lausanne.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>WEF World Economic Forum (2012): The Global Competitiveness Report 2012\u20132013, Geneva.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweizer Kantone besitzen einen hohen eigenst\u00e4ndigen wirtschaftspolitischen Spielraum. Dies f\u00fchrt zu einem intensiven Wettbewerb der verschiedenen Systeme. Der Kantonale Wettbewerbsindikator (KWI) der UBS vergleicht die wirtschaftliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Kantone untereinander und gibt Aufschluss \u00fcber ihr relatives Wachstumspotenzial. Z\u00fcrich, Basel-Stadt und Zug sind gem\u00e4ss KWI die wettbewerbsf\u00e4higsten Kantone der Schweiz. Die Grundlage des KWI bildet [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3851,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[],"post_content_subject":[230],"acf":{"seco_author":3851,"seco_co_author":[3852,0],"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"\u00d6konom CIO Wealth \u00adManagement Research, UBS AG","seco_author_post_occupation_fr":"\u00c9conomiste CIO Wealth Management Research, UBS SA","seco_co_authors_post_ocupation":[{"seco_co_author":3852,"seco_co_author_post_occupation_year":"","seco_co_author_post_occupation_de":"Dr. oec., Leiter Swiss Real Estate Investments, Chief Investment Office, UBS Switzerland AG, Z\u00fcrich","seco_co_author_post_occupation_fr":"Chef de Swiss Real Estate Investments, Chief Investment Office, UBS Switzerland SA, Zurich"}],"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":119172,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"7043","post_abstract":"","magazine_issue":null,"seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/5537e3528851b"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119169"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3851"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=119169"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119169\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127305,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119169\/revisions\/127305"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3852"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3851"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=119169"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=119169"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=119169"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=119169"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=119169"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=119169"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}