{"id":119174,"date":"2013-01-01T12:00:00","date_gmt":"2013-01-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2013\/01\/indergand-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:25:49","modified_gmt":"2023-08-23T21:25:49","slug":"indergand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2013\/01\/indergand\/","title":{"rendered":"Wie konjunkturell abh\u00e4ngig ist die Schweiz vom Ausland?"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweiz gilt gemeinhin als Paradebeispiel f\u00fcr eine kleine offene Volkswirtschaft. Dies manifestiert sich in einer bedeutenden Rolle des Aussenhandels: Die Exporte wie auch die Importe der Schweiz \u00fcbersteigen mittlerweile 50% des Bruttoinlandprodukts und beeinflussen die schweizerische Konjunktur stark. In den Jahren 2008 und 2009 erlebte die Schweiz in wenigen Quartalen den gr\u00f6ssten BIP-Einbruch seit Jahrzehnten. Die grosse Rezession im Zuge der Finanzkrise offenbarte einmal mehr, dass konjunkturelle Schwankungen in der \u00fcbrigen Welt starke Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung der Schweiz haben k\u00f6nnen. In j\u00fcngster Zeit (2011, 2012) hinterliessen vor allem die Schulden- und Wirtschaftsprobleme diverser Eurol\u00e4nder Bremsspuren bei den Schweizer Exporten, w\u00e4hrend von Asien starke Wachstumsimpulse ausgingen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie wichtig ist das Ausland f\u00fcr eine kleine offene Volkswirtschaft wie die Schweiz? Wie hat sich dabei die Rolle von Europa und Asien \u00fcber die Zeit gewandelt? Diese Fragen werden im Folgenden anhand einer empirischen Modellsch\u00e4tzung sowie der Aussenhandelszahlen der Schweiz ausgeleuchtet. In\u00a0einem ersten Schritt wird aufgezeigt, wie stark das BIP der Schweiz von der ausl\u00e4n&shy;dischen Wirtschaftsentwicklung abh\u00e4ngt. In einem weiteren Schritt wird auf spezifische Verkn\u00fcpfungen mit Europa und Asien sowie deren Entwicklung \u00fcber die Zeit eingegangen. Dabei wird klar, dass die Schweizer &shy;Exporte sowohl in ihrer regionalen Diversifizierung wie auch in ihrer Branchendiversifizierung starke \u00c4nderungen durchlaufen. Regionale Unterschiede in der Entwicklung der Exporte scheinen sich \u2013 zumindest teilweise \u2013 durch die regional verschiedene Branchenzusammensetzung der Exporte zu erkl\u00e4ren.&#13;<\/p>\n<h2>\u00dcbertragung von Schwankungen und &shy;externen Schocks<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\n\u00dcbertragungen von <i>konjunkturellen Schwankungen<\/i> \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinweg geschehen einerseits \u00fcber die Realwirtschaft und andererseits \u00fcber den Finanzsektor. Die\u00a0direkten Effekte \u00fcber den Aussenhandel liegen dabei auf der Hand: Die weltweit &shy;starke Wachstumsphase vor der Krise f\u00fchrte zu boomenden Schweizer Exporten, w\u00e4hrend\u00a0die Krise 2008\/09 die Exporte zu&shy;sammenbrechen liess. Neben konjunkturellen Schwankungen beeinflussen jedoch auch\u00a0<i>Wechselkursschwankungen<\/i> die Nachfrage nach Schweizer Produkten. Ein starker Anstieg des Schweizer Frankens schm\u00e4lert die Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Schweizer Produkten im Ausland und wirkt sich so negativ auf die &shy;Exportentwicklung aus.\u00dcber Finanzvariablen \u2013 wie Zinsen oder Wechselkurse \u2013 werden hingegen sogenannte <i>finanzielle oder monet\u00e4re<\/i> Schocks \u00fcbertragen. Unter einem Schock verstehen \u00d6konomen eine pl\u00f6tzliche, unerwartete \u00c4nderung von Variablen. Gerade in der j\u00fcngsten Vergangenheit waren die Finanzm\u00e4rkte ein wichtiger \u00dcbertragungskanal. Aber auch in ruhigeren Zeiten haben etwa Zinsentscheide ausl\u00e4ndischer Notenbanken Auswirkungen auf Wechselkurse und das finanzielle Umfeld, in dem sich die Unternehmen bewegen.L\u00e4ngerfristig sind <i>weitere Faktoren<\/i> von Bedeutung, wie beispielsweise internationale Wanderungen der Erwerbsbev\u00f6lkerung oder von Unternehmen und Produktionsst\u00e4tten. Auch institutionelle Regelwerke \u2013 wie beispielsweise die Regulierung der Finanzm\u00e4rkte, Fiskal- und Bildungspolitik oder \u00e4hnliche Faktoren \u2013 sind in der langen Frist ebenfalls \u00fcber die Landesgrenzen hinweg von Bedeutung. Der Fokus des vorliegenden Artikels liegt hingegen auf <i>konjunkturellen Aspekten<\/i>, also auf der kurzen und mittleren Frist.Anhand \u00f6konometrischer Methoden kann der Einfluss der ausl\u00e4ndischen Wirtschaftsentwicklung auf die Schweizer Wirtschaft &shy;abgesch\u00e4tzt werden. Dabei werden die Be&shy;ziehungen zwischen der ausl\u00e4ndischen Wirtschaftsleistung und den inl\u00e4ndischen Datenreihen aufgrund der Vergangenheit bestimmt. Die verwendeten Sch\u00e4tzmethoden sowie die Daten werden im <i>Kasten 1<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Daten und Methoden<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Schweiz werden Daten zum saisonbereinigten (SA) realen Bruttoinlandprodukt (BIP), zur Inflation basierend auf dem Konsumentenpreisindex, zu den Importen und Exporten (jeweils SA), zur Arbeitslosenquote (SA) sowie zum Interbank 3-Monats-Zinssatz verwendet. Das Ausland wird anhand der Weltnachfrage abgebildet (siehe Kasten 2). Wie die Weltnachfrage ist auch der nominale Wechselkurs ein gewichteter Index. In einer weiteren Variante des Modells wird anstelle des gesamten BIP das BIP abz\u00fcglich Aussenhandel (BIP \u2013 Exporte + Importe) verwendet. F\u00fcr die Analyse im Sch\u00e4tzmodell werden f\u00fcr den Zinssatz und die Arbeitslosenquote die Ver\u00e4nderungsraten hinzugezogen. Bei den restlichen Datenreihen wird die Wachstumsrate benutzt. Beim gesch\u00e4tzten Modell handelt es sich um ein VAR (Vektorautoregression), welches durch die Restriktion des exogenen Auslandes in ein Seemingly Unrelated Regression Model (SUR) umgewandelt wird a. Es sei Xt die ausl\u00e4ndische Variable und Yt der Vektor mit inl\u00e4ndischen Variablen, dann ist die Sch\u00e4tzgleichung gegeben durch: <img decoding=\"async\" src=\"\/files\/images\/editions\/201301_schaetzgleichung.png\" alt=\"\" \/> Dabei ist c der Vektor der Konstanten, L der Lag-Operator sowie Zt ein Vektor von multivariat normalverteilten St\u00f6rtermen. Die Identifikation des ausl\u00e4ndischen Schocks wird bei dieser Anordnung der Variablen durch eine Cholesky-Dekomposition erzielt. Danach wird eine Prognosefehler-Varianzzerlegung durchgef\u00fchrt, um den Beitrag des ausl\u00e4ndischen Schocks zu den Schwankungen der inl\u00e4ndischen Variablen zu ermitteln. a Tao Zha (1999) diskutiert diese Exogenit\u00e4tsannahme f\u00fcr eine kleine offene Volkswirtschaft. Das hier gew\u00e4hlte Vorgehen folgt seinem Ansatz. besprochen.&#13;<\/p>\n<h2>Korrelation des Schweizer BIP mit dem\u00a0Ausland<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAus der Korrelation der viertelj\u00e4hrlichen Wachstumsraten ergibt sich ein erster Anhaltspunkt, inwiefern die Konjunkturentwicklung der Schweiz mit derjenigen der Welt, Europas und Asiens im Einklang steht (siehe auch <i>Grafik 1<\/i> f\u00fcr einen alternativen Vergleich). F\u00fcr den Zeitraum von 1992 bis 2012 betr\u00e4gt die Korrelation des BIP mit der Nachfrage f\u00fcr die Welt 0,55 (siehe <i>Kasten 2<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Weltnachfrage<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie ausl\u00e4ndische Wirtschaftsentwicklung (Weltnachfrage) wird anhand der gewichteten BIP-Wachstumsraten der bedeutendsten L\u00e4nder abgebildet. Der Indikator f\u00fcr die Weltnachfrage ist daher ein Mittelwert der saisonbereinigten BIP-Wachstumsraten (Quelle: Data&shy;stream) der wichtigsten Handelspartner der Schweiz, jeweils anhand der Exportanteile (Quelle: EZV) gewichtet. Die Gewichte \u00e4ndern sich dabei \u00fcber die Zeit, je nach Anteil an den Schweizer Exporten der einzelnen L\u00e4nder. Ber\u00fccksichtigt wurden: Deutschland (19,9%), USA (11,1%), Italien (7,2%), Frankreich (6,9%), Ver. K\u00f6nigreich (5,0%), China (3,8%), Hongkong (3,3%), Japan (3,1%), \u2028\u00d6sterreich (2,8%), Spanien (2,7%), Indien (1,3%), Singapur (1,6%), Kanada (1,6%), Australien (1,3%), Brasilien (1,2%), Russland (1,2%) und Schweden (0,8%). Die ber\u00fccksichtigten L\u00e4nder repr\u00e4sentieren insgesamt rund 75% der schweizerischen Exporte. Die Angaben in Klammern beziehen sich jeweils auf das Jahr 2012.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie europ\u00e4ische Nachfrage ist ein gewichteter Index, bestehend aus den Wachstums&shy;raten der f\u00fcr die Schweiz wichtigsten Absatzm\u00e4rkte. Analog wird f\u00fcr die asiatische Nachfrage vorgegangen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n), f\u00fcr Europa 0,48 und f\u00fcr Asien 0,34. Alle Korrelationskoeffizienten sind signifikant von null verschieden.&#13;<br \/>\nDie Reihen wurden um die Autokorrelation bereinigt, um Aussagen \u00fcber die Signifikanz des Zusammenhanges machen zu k\u00f6nnen. Abgesehen davon besteht kein weiterer Zusammenhang zwischen diesen Serien; &shy;weder die globale noch die europ\u00e4ische oder asiatische Nachfrage sind somit nach- oder vorlaufende Indikatoren f\u00fcr das schweizerische BIP. Aus diesen Korrelationen l\u00e4sst sich also nur schliessen, dass die schweizerische Wirtschaft zu einem beachtlichem Teil im Gleichschritt mit der globalen und der europ\u00e4ischen Wirtschaftsentwicklung verl\u00e4uft. Der Zusammenhang mit dem asiatischen Wirtschaftsverlauf ist hingegen weniger ausgepr\u00e4gt. Um zu ergr\u00fcnden, welchen kausalen Einfluss ausl\u00e4ndische Faktoren auf die Schwankungen verschiedener makro\u00f6konomischer Serien der Schweiz haben, wird im n\u00e4chsten Abschnitt auf eine weitere \u00f6konometrische Methode eingegangen.&#13;<\/p>\n<h2>Ergebnisse des \u00f6konometrischen Modells<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas gew\u00e4hlte Vorgehen basiert auf einem multivariaten Ansatz, um den Zusammenhang zwischen den inl\u00e4ndischen und ausl\u00e4ndischen Daten abzubilden. Als Methode wird ein <i>Seemingly Unrelated Regression Model<\/i> verwendet (siehe <i>Kasten 1<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Daten und Methoden<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Schweiz werden Daten zum saisonbereinigten (SA) realen Bruttoinlandprodukt (BIP), zur Inflation basierend auf dem Konsumentenpreisindex, zu den Importen und Exporten (jeweils SA), zur Arbeitslosenquote (SA) sowie zum Interbank 3-Monats-Zinssatz verwendet. Das Ausland wird anhand der Weltnachfrage abgebildet (siehe Kasten 2). Wie die Weltnachfrage ist auch der nominale Wechselkurs ein gewichteter Index. In einer weiteren Variante des Modells wird anstelle des gesamten BIP das BIP abz\u00fcglich Aussenhandel (BIP \u2013 Exporte + Importe) verwendet. F\u00fcr die Analyse im Sch\u00e4tzmodell werden f\u00fcr den Zinssatz und die Arbeitslosenquote die Ver\u00e4nderungsraten hinzugezogen. Bei den restlichen Datenreihen wird die Wachstumsrate benutzt. Beim gesch\u00e4tzten Modell handelt es sich um ein VAR (Vektorautoregression), welches durch die Restriktion des exogenen Auslandes in ein Seemingly Unrelated Regression Model (SUR) umgewandelt wird a. Es sei Xt die ausl\u00e4ndische Variable und Yt der Vektor mit inl\u00e4ndischen Variablen, dann ist die Sch\u00e4tzgleichung gegeben durch: <img decoding=\"async\" src=\"\/files\/images\/editions\/201301_schaetzgleichung.png\" alt=\"\" \/> Dabei ist c der Vektor der Konstanten, L der Lag-Operator sowie Zt ein Vektor von multivariat normalverteilten St\u00f6rtermen. Die Identifikation des ausl\u00e4ndischen Schocks wird bei dieser Anordnung der Variablen durch eine Cholesky-Dekomposition erzielt. Danach wird eine Prognosefehler-Varianzzerlegung durchgef\u00fchrt, um den Beitrag des ausl\u00e4ndischen Schocks zu den Schwankungen der inl\u00e4ndischen Variablen zu ermitteln. a Tao Zha (1999) diskutiert diese Exogenit\u00e4tsannahme f\u00fcr eine kleine offene Volkswirtschaft. Das hier gew\u00e4hlte Vorgehen folgt seinem Ansatz.). Im Rahmen dieses Modells wird die Weltnachfrage als exogene Variable behandelt. Inl\u00e4ndische Schocks \u2013 wie eine unerwartete Erh\u00f6hung der Zinsen oder der Arbeitslosigkeit in der Schweiz \u2013 haben somit keinen Effekt auf das ausl\u00e4ndische BIP. Das Modell erm\u00f6glicht es abzusch\u00e4tzen, wie viel der Schwankungen der inl\u00e4ndischen Variablen durch ausl\u00e4ndische Faktoren erkl\u00e4rt wird. Die Varianz des Schweizer BIP wird langfristig zu 55% durch ausl\u00e4ndische Schocks erkl\u00e4rt. Anstelle des gesamten BIP k\u00f6nnen die &shy;Inlandkomponenten und der Aussenhandel\u00a0separat ber\u00fccksichtigt werden. Die Inlandkomponenten berechnen sich anhand des BIP exklusive Aussenhandel. Die Sch\u00e4tzergebnisse zeigen auf, dass die Inlandkom&shy;ponenten kurzfristig nur gering durch &shy;ausl\u00e4ndische Schocks beeinflusst werden. L\u00e4ngerfristig steigt der Einfluss der ausl\u00e4ndischen Schocks auf die Inlandkomponenten auf 15% und verbleibt somit im Vergleich zum Anteil von 55% beim gesamten BIP auf einem tiefen Niveau. Dieser deutliche Unterschied zwischen der Wirkung auf das gesamte Schweizer BIP und der Wirkung auf die Inlandkomponenten alleine liefert einen Hinweis darauf, dass der direkte Wirkungskanal \u00fcber den Aussenhandel mit Abstand der wichtigste ist. Die Varianz der Exporte wird dabei unmittelbar bereits zu 54% durch ausl\u00e4ndische Faktoren erkl\u00e4rt. Langfristig steigt dieser Wert auf 56% an.&#13;<br \/>\nEs w\u00e4re zu erwarten, dass das gewichtete Mittel der Prognosefehlervarianz der Exporte sowie Importe und der Binnenwirtschaft demjenigen des ganzen BIP entspricht. Dies trifft jedoch nicht zu, da die Summe der Varianz der Komponenten (Binnennachfrage, Exporte und Importe) nicht der Varianz des Aggregats (BIP) entspricht. Zu den Schwankungen der Arbeitslosenquote tragen ausl\u00e4ndische Schocks l\u00e4ngerfristig 37% bei. Allerdings wird die Arbeitslosenquote in der kurzen Frist nur geringf\u00fcgig (8%) durch das\u00a0Ausland beeinflusst. Der Aussenhandel schl\u00e4gt also via Exporte direkt auf das BIP durch, was sich in der Folge langsam auch auf die Binnenkonjunktur und den Arbeitsmarkt auswirkt.&#13;<\/p>\n<h2>Der Aussenhandel im Fokus<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSeit Mitte der 1990er-Jahre nimmt der Aussenhandel f\u00fcr die Schweizer Konjunktur eine immer herausragendere Stellung ein. Betrugen die Gesamtexporte 1995 noch ca. 35% des BIP, belaufen sie sich seit 2006 auf deutlich \u00fcber 50%. Aus der letzten Zahl darf jedoch nicht geschlossen werden, dass \u00fcber die H\u00e4lfte des Schweizer BIP durch Exporte entsteht (siehe <i>Kasten 3<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Wird jeder zweite Franken im Ausland verdient?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Jahr 2011 betrugen die Gesamtexporte der Schweiz mit nominal rund 300 Mrd. Franken mehr als 50% des BIP (nominal 587 Mrd. Fr.). Dies ist ein Hinweis auf die starke Verflechtung der Handelsstr\u00f6me der Schweiz mit dem Ausland. Allerdings w\u00e4re es falsch, daraus zu schliessen, dass mehr als die H\u00e4lfte der Schweizer Wertsch\u00f6pfung (BIP) durch die Exporte entst\u00fcnde. Denn um den Beitrag der Exporte zur Gesamtwertsch\u00f6pfung zu berechnen, m\u00fcssen die Importe (deren Wertsch\u00f6pfung im Ausland anf\u00e4llt), welche reexportiert werden, von den Exporten abgezogen werden. Die schweizerischen Gesamtimporte beliefen sich 2011 nominal auf rund 237 Mrd. Franken. F\u00fcr die H\u00f6he der Reexporte liegen gem\u00e4ss Oberzolldirektion f\u00fcr die Schweiz keine Daten vor. F\u00fcr Deutschland sch\u00e4tzte das Statistische Bundesamt im Jahre 2002 den Importanteil der Exporte auf ca. 40% a. Unter der Annahme, dass rund 40% der Schweizer Importe wieder in die Exporte fliessen, w\u00fcrde der Wertsch\u00f6pfungsanteil der Exporte rund ein Drittel des BIP betragen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\na Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Technologie (2011): Fakten zum deutschen Aussenhandel 2011, S. 2, Internet: <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/BMWi\/Redaktion\/PDF\/F\/fakten-zum-deutschen-aussenhandel-2011\">www.bmwi.de\/BMWi\/Redaktion\/PDF\/F\/fakten-zum-deutschen-aussenhandel-2011<\/a>). Anhand der Daten der Oberzolldirektion kann eine vertiefte deskriptive Analyse der Waren&shy;exporte unternommen werden. Diese wird sowohl \u00fcber die zeitliche wie auch \u00fcber die regionale und die sektorale Dimension durchgef\u00fchrt.Die geografische Positionierung der Schweiz im Herzen Europas macht unser Land vom europ\u00e4ischen Kontinent besonders abh\u00e4ngig. Beinahe 60% der Warenexporte&#13;<br \/>\nAus den Daten der Oberzolldirektion k\u00f6nnen die Exporte nach Rubriken sowie L\u00e4nder aufgeteilt werden. F\u00fcr die Dienstleistungsexporte, welche im Wesentlichen aus Lizenzen und Patenten, Transithandelsexporten, Finanzdienstleistungen, Verkehrs- und Tourismusdienstleistungen bestehen, liegen weniger detaillierte Daten vor. Die Gesamtexporte bestanden 2011 zu \u00fcber zwei Dritteln aus Warenexporten. wurden 2012 in europ\u00e4ische L\u00e4nder ausgef\u00fchrt. Somit wird klar, dass eine m\u00f6glicherweise noch lange andauernde strukturelle Krise in Europa die Schweizer Wirtschaft \u00fcber den Aussenhandel direkt in Mitleidenschaft ziehen wird.Bereits 2008\/2009 waren es die Exporte nach Europa (\u201314%), welche mit Abstand am meisten zum starken Einbruch der schweizerischen Exporte beitrugen. Im Vergleich dazu sanken die Schweizer Warenexporte in andere Weltregionen deutlich weniger (zwischen \u20133% und \u20137%). Dies mag auf den ersten Blick erstaunen, da der Ursprung der Krise vom amerikanischen Kontinent ausging und der Handel praktisch weltweit kollabierte. Nichtsdestotrotz behaupteten sich die Schweizer Exporte in alle \u00fcbrigen Weltregionen (inklusive Nordamerika) vergleichsweise gut, erreichten bereits in den Folgequartalen wieder die Vorkrisenniveaus und befanden sich 2012 auf Rekordh\u00f6he (siehe <i>Grafik 2<\/i>).Demgegen\u00fcber entwickelten sich die Warenexporte in Richtung Europa seit 2009 schwach. Als Folge davon haben sich die Exportanteile Europas zugunsten st\u00e4rker wachsender Weltregionen zur\u00fcckgebildet, so dass die regionale (oder zumindest kontinentale) Diversifizierung der Schweizer Exporte zugenommen hat. So haben die Anteile Nordamerikas sowie Asiens an den Gesamtexporten von rund 8% (Nordamerika) und 15% (Asien) im Jahr 1990 auf rund 13% resp. 23% im Jahr 2012 zugenommen.&#13;<\/p>\n<h2>Europa: Konjunktursensitive Schweizer Exporte und schwaches Wachstum<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nHinter der erw\u00e4hnten schwachen Entwicklung der Exporte mit Destination Europa verbirgt sich ebenfalls eine heterogene regionale Entwicklung. Betrachtet man die s\u00fcdlichen L\u00e4nder Europas Griechenland, Italien, Portugal, Spanien und Zypern, so l\u00e4sst sich gar eine seit 4 Jahren anhaltende Abw\u00e4rtstendenz feststellen (siehe <i>Grafik 3<\/i>). Demgegen\u00fcber nahmen die Exporte in alle \u00fcbrigen L\u00e4nder Europas nominell leicht und real&#13;<br \/>\nDeflatoren zu den Exporten in einzelne L\u00e4nder existieren keine. Das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) berechnet auf Quartalsebene jedoch Deflatoren f\u00fcr rund 10 Rubriken der Warenexporte, anhand derer regionale Deflatoren berechnet werden k\u00f6nnen. Dabei muss jedoch angenommen werden, dass regionale Preisdiskriminierungen begrenzt und die Warenk\u00f6rbe einzelner Exportrubriken \u00fcber die L\u00e4ndergrenzen hinweg \u00e4hnlich sind. deutlich zu.Die reale Exportentwicklung in die \u00fcbrigen europ\u00e4ischen L\u00e4nder f\u00e4llt deutlich &shy;positiver aus, da viele Schweizer Unternehmen unter anderem aufgrund der ung\u00fcnstigen Wechselkursentwicklung Preissenkungen vornehmen mussten (eine konstante nominelle Entwicklung bei sinkenden Preisen &shy;impliziert h\u00f6here Volumen). Allerdings hat diese steigende reale Entwicklung den Wermutstropfen, dass die Schweizer Exporteure wahrscheinlich Margen- und Ertragseinbussen in Kauf nehmen mussten.Desaggregiert \u2013 d.h. nach Warenrubriken betrachtet \u2013 wird klar, dass die Exporte nach Europa von den Sektoren Maschinen und Metalle sowie Pharma (siehe <i>Grafik 4<\/i>) dominiert werden. Die Krise von 2008\/2009 war in der Pharmaindustrie nur leicht zu sp\u00fcren. In den letzten Jahren ist aber auch in dieser Rubrik eine Konsolidierung auf sehr hohem Niveau im Gange. Demgegen\u00fcber vermochte die sehr konjunktursensible Rubrik Maschinen und Metalle den Einbruch von 2008\/2009 bis heute nicht wettzumachen. Auch die chemische Industrie sowie Uhren und Bijouterie wuchsen eher verhalten; Exporte von Pr\u00e4zisionsinstrumenten nahmen in den letzten Jahren leicht ab. Nach S\u00fcdeuropa werden kaum Maschinen sowie Pr\u00e4zisionsinstrumente exportiert (Anteile von rund 5%). Mit Ausnahme von Uhren und Bijouterie befinden sich alle Exportkategorien mit Destination S\u00fcdeuropa seit 2009 entweder auf Stagnations- oder auf Abw\u00e4rtskurs.&#13;<\/p>\n<h2>Asien: Starke Pharma-, Uhren- und &shy;Bijouterieexporte<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGanz im Gegensatz zur Entwicklung &shy;Europas steht jene Asiens. W\u00e4hrend viele &shy;europ\u00e4ische L\u00e4nder mit hohen Schulden, stag&shy;nierender Wirtschaftsleistung und hoher Arbeitslosigkeit k\u00e4mpfen, hat sich in den letzten Jahren keine Weltregion so dynamisch entwickelt wie Asien. Davon konnten aber nicht alle Exporteure im gleichen Ausmass profitieren. Besonders ausgepr\u00e4gt ist der Anstieg der Uhren- und Bijouterieexporte. W\u00e4hrend diese Branchen noch zu den gr\u00f6ssten Verlierer der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008\/2009 geh\u00f6rten (siehe <i>Grafik 5<\/i>), kam es ab Mitte 2009 zu einem spektakul\u00e4ren Aufschwung. In nur drei Jahren verdoppelten sich die Exporte nach Asien. In\u00a0keiner Weltregion haben die Uhrenexporte ann\u00e4hrend das gleiche Gewicht wie in Asien mit 35%. In Europa sind es nur etwa 8% und im weltweiten Durchschnitt 15%. Neben den Uhren- und Bijouterieexporten trugen w\u00e4hrend der Finanz- und Wirtschaftskrise die MEM-Exporte am st\u00e4rksten zu den Umsatzeinbussen bei. Zwar erfuhren diese ab Mitte 2009 eine \u00e4hnlich starke Erholung wie die Uhrenindustrie; diese endete aber im 2010 abrupt und ging in einen neuerlichen Abschwung \u00fcber. Mittlerweile befinden sich die MEM-Exporte wieder auf demselben Niveau wie 2009. Die dritte bedeutende Exportrubrik Pharma zeigt ein \u00e4hnlich fulminantes Wachstum wie in Europa und wurde durch die Krisenjahre kaum ber\u00fchrt. Auch die Exporte an Pr\u00e4zisionsinstrumenten zeigten sich robust und trugen zur Stabilisierung bei.Vergleicht man Asien mit anderen Weltregionen so f\u00e4llt auf, dass die Pharmaprodukte zwar zu den wichtigsten Exportg\u00fctern geh\u00f6ren und das Wachstum sehr dynamisch war. Allerdings hat jene Rubrik nicht dieselbe herausragende Stellung wie z.B. in Europa. Dies hat mit gewissen Besonderheiten des Marktes China\/Hongkong zu tun.&#13;<\/p>\n<h2>Differenzierung: China\/Hongkong und Rest Asiens<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit j\u00e4hrlichen BIP-Wachstumsraten von durchschnittlich rund 10% im letzten Jahrzehnt stieg China\/Hongkong f\u00fcr die Schweiz zum wichtigsten Absatzmarkt im asiatischen Raum auf. Der Produktemix nach China unterscheidet sich zum Teil aber betr\u00e4chtlich von anderen L\u00e4ndern, was wohl gr\u00f6sstenteils mit dem Entwicklungsgrad Chinas erkl\u00e4rt werden kann. So sind die Pro-Kopf-Einkommen der breiten Bev\u00f6lkerung noch immer relativ tief. Mit einem Anteil von 12% an den Gesamtexporten nach China\/Hongkong haben die Pharmaprodukte deshalb nur ein unterdurchschnittliches Gewicht. \u00dcblicherweise steigt die Nachfrage mit steigendem Pro-Kopf-Einkommen an.Wie bereits erw\u00e4hnt fielen die Exporte nach Asien (\u20133%) w\u00e4hrend der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 weniger stark als in anderen Weltregionen; dies trifft aber nur bedingt auf China\/Hongkong zu. Mit einer negativen Entwicklung von -7% nahmen diese nur unwesentlich weniger ab als die Gesamtexporte (siehe <i>Grafik 6<\/i>). \u00dcberproportional betroffen waren die der Uhren\/Bijouterie (\u201318,6%) und der Maschinenindustrie (\u201321,7%), wobei sich die ersteren relativ rasch erholten. Einige Branchen \u2013 wie z.\u2009B. die Pharmaindustrie \u2013 konnten aber auch 2009 von einer h\u00f6heren Nachfrage aus China\/Hongkong profitieren. Schliesslich kam es zu einem fulminanten Wachstum der Pharma- und Bijouterie-&shy;Exporte nach China kurz nach der Krise. &shy;Gem\u00e4ss einer Studie von <i>Degen (2009)<\/i> leistet sich ein sehr grosser Anteil der wohlhabenden Konsumenten Luxusg\u00fcter. Dementsprechend stieg der Anteil Chinas und Hongkongs an den Gesamtexporten zwischen 2009 und 2012 von 4,9% auf fast 7% an. Seit Ende der Wirtschaftskrise 2009 kam fast die H\u00e4lfte (47%) des Exportwachstums aus Asien; vor der Krise waren es nur 28%.Obwohl die Schweizer Exporte nominal nach China\/Hongkong innert 10 Jahren (2002\u20132012) um das Zweieinhalbfache gestiegen sind, ist diese Entwicklung im internationalen Vergleich nicht aussergew\u00f6hnlich. In der gleichen Zeit haben auch die Exporte der &shy;Eurozone nach China\/Hongkong \u00e4hnlich stark zugelegt. Seit 2010 stagnieren jedoch die chinesischen Importe, und gleichzeitig nehmen die Schweizer Exporte nach China leicht ab.&#13;<\/p>\n<h2>Schlussfolgerungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine kleine offene Volkswirtschaft wie die Schweiz h\u00e4ngt stark von der ausl\u00e4ndischen Konjunkturentwicklung ab. Konjunkturschwankungen im Ausland beeinflussen dabei in erster Linie \u00fcber den Exportkanal die Schweizer Konjunktur; l\u00e4ngerfristig ist davon auch die Binnenwirtschaft betroffen. Die Anf\u00e4lligkeit der Exportindustrie auf externe Schocks l\u00e4sst sich dabei anhand von zwei &shy;Dimensionen beschreiben: zum einen bez\u00fcglich der geografischen, zum anderen bez\u00fcglich der branchenspezifischen Diversifizierung. F\u00fcr die Gesamtexporte sowie die meisten Branchen ist Europa nach wie vor mit Abstand der wichtigste Absatzmarkt. 2008\/2009 war es denn auch diese Weltregion, von welcher die negativsten Impulse auf die Gesamtexporte ausgingen. Hinter dieser Entwicklung stecken aber durchaus grosse Unterschiede in der regionalen Diversifizierung einzelner Branchen. Der Umstand, dass die Warenexporte nach Nordamerika und Asien vergleichsweise weniger konjunktursensitive (Pharma) respektive dynamischere (Uhren &amp; Bijouterie) Branchen umfassen als jene nach Europa, erkl\u00e4rt denn auch, warum die Schweizer Exporte mit Destination Europa am st\u00e4rksten eingebrochen sind. Pharma und Chemie sowie Uhren und Pr\u00e4zisionsinstrumente machen von den Gesamtexporten nach Nordamerika, Asien sowie der \u00fcbrigen Welt rund 75% aus; in Europa hingegen sind MEM und die \u00fcbrigen Rubriken ebenso bedeutend (ca.\u00a050%). Vor diesem Hintergrund sollte anstelle einer gesamthaft schwachen Exportdynamik in den europ\u00e4ischen Raum eher von einer Krise der MEM-Exporte respektive von einem Boom der Pharma- sowie Uhren- und Bijouterieexporte gesprochen werden, abgesehen von Exporten in s\u00fcdeurop\u00e4ische L\u00e4nder.Eine geografisch breite Diversifizierung der Exporte bietet in erster Linie Absicherung vor regional beschr\u00e4nkten Konjunk&shy;turschwankungen wie beispielsweise der &shy;Asienkrise von 1997. Im Falle einer weltweiten Krise wie der grossen Finanzkrise von 2008\/2009 hilft geografische Diversifizierung allein nicht weiter, weil alle Regionen negativ betroffen sind. Um Krisen abfedern zu k\u00f6nnen, ist daher ein guter Branchenmix mit einigen strukturell starken und konjunkturresistenten Sektoren \u2013 wie die Pharmabranche f\u00fcr die Schweiz \u2013 von zentraler Bedeutung.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abNachfrageentwicklung nach Weltregionen im Vergleich zum Schweizer BIP, 2000\u20132012\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abGeografische Aufteilung der Schweizer Exporte, 1988\u20132012\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3: \u00abGeografische Aufteilung der Schweizer Exporte innerhalb Europas, 1988\u20132012\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 4: \u00abExportvolumen verschiedener Branchen nach Europa\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 5: \u00abExportvolumen verschiedener Branchen nach Asien\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 6: \u00abGeografische Aufteilung der Schweizer Exporte innerhalb Asiens, 1988\u20132012\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Daten und Methoden&#13;<\/p>\n<h3>Daten und Methoden<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Schweiz werden Daten zum saisonbereinigten (SA) realen Bruttoinlandprodukt (BIP), zur Inflation basierend auf dem Konsumentenpreisindex, zu den Importen und Exporten (jeweils SA), zur Arbeitslosenquote (SA) sowie zum Interbank 3-Monats-Zinssatz verwendet. Das Ausland wird anhand der Weltnachfrage abgebildet (siehe Kasten 2). Wie die Weltnachfrage ist auch der nominale Wechselkurs ein gewichteter Index. In einer weiteren Variante des Modells wird anstelle des gesamten BIP das BIP abz\u00fcglich Aussenhandel (BIP \u2013 Exporte + Importe) verwendet. F\u00fcr die Analyse im Sch\u00e4tzmodell werden f\u00fcr den Zinssatz und die Arbeitslosenquote die Ver\u00e4nderungsraten hinzugezogen. Bei den restlichen Datenreihen wird die Wachstumsrate benutzt. Beim gesch\u00e4tzten Modell handelt es sich um ein VAR (Vektorautoregression), welches durch die Restriktion des exogenen Auslandes in ein Seemingly Unrelated Regression Model (SUR) umgewandelt wird a. Es sei Xt die ausl\u00e4ndische Variable und Yt der Vektor mit inl\u00e4ndischen Variablen, dann ist die Sch\u00e4tzgleichung gegeben durch: <img decoding=\"async\" src=\"\/files\/images\/editions\/201301_schaetzgleichung.png\" alt=\"\" \/> Dabei ist c der Vektor der Konstanten, L der Lag-Operator sowie Zt ein Vektor von multivariat normalverteilten St\u00f6rtermen. Die Identifikation des ausl\u00e4ndischen Schocks wird bei dieser Anordnung der Variablen durch eine Cholesky-Dekomposition erzielt. Danach wird eine Prognosefehler-Varianzzerlegung durchgef\u00fchrt, um den Beitrag des ausl\u00e4ndischen Schocks zu den Schwankungen der inl\u00e4ndischen Variablen zu ermitteln. a Tao Zha (1999) diskutiert diese Exogenit\u00e4tsannahme f\u00fcr eine kleine offene Volkswirtschaft. Das hier gew\u00e4hlte Vorgehen folgt seinem Ansatz.&#13;<br \/>\nKasten 2: Weltnachfrage&#13;<\/p>\n<h3>Weltnachfrage<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie ausl\u00e4ndische Wirtschaftsentwicklung (Weltnachfrage) wird anhand der gewichteten BIP-Wachstumsraten der bedeutendsten L\u00e4nder abgebildet. Der Indikator f\u00fcr die Weltnachfrage ist daher ein Mittelwert der saisonbereinigten BIP-Wachstumsraten (Quelle: Data&shy;stream) der wichtigsten Handelspartner der Schweiz, jeweils anhand der Exportanteile (Quelle: EZV) gewichtet. Die Gewichte \u00e4ndern sich dabei \u00fcber die Zeit, je nach Anteil an den Schweizer Exporten der einzelnen L\u00e4nder. Ber\u00fccksichtigt wurden: Deutschland (19,9%), USA (11,1%), Italien (7,2%), Frankreich (6,9%), Ver. K\u00f6nigreich (5,0%), China (3,8%), Hongkong (3,3%), Japan (3,1%), \u2028\u00d6sterreich (2,8%), Spanien (2,7%), Indien (1,3%), Singapur (1,6%), Kanada (1,6%), Australien (1,3%), Brasilien (1,2%), Russland (1,2%) und Schweden (0,8%). Die ber\u00fccksichtigten L\u00e4nder repr\u00e4sentieren insgesamt rund 75% der schweizerischen Exporte. Die Angaben in Klammern beziehen sich jeweils auf das Jahr 2012.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie europ\u00e4ische Nachfrage ist ein gewichteter Index, bestehend aus den Wachstums&shy;raten der f\u00fcr die Schweiz wichtigsten Absatzm\u00e4rkte. Analog wird f\u00fcr die asiatische Nachfrage vorgegangen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 3: Wird jeder zweite Franken im Ausland verdient?&#13;<\/p>\n<h3>Wird jeder zweite Franken im Ausland verdient?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Jahr 2011 betrugen die Gesamtexporte der Schweiz mit nominal rund 300 Mrd. Franken mehr als 50% des BIP (nominal 587 Mrd. Fr.). Dies ist ein Hinweis auf die starke Verflechtung der Handelsstr\u00f6me der Schweiz mit dem Ausland. Allerdings w\u00e4re es falsch, daraus zu schliessen, dass mehr als die H\u00e4lfte der Schweizer Wertsch\u00f6pfung (BIP) durch die Exporte entst\u00fcnde. Denn um den Beitrag der Exporte zur Gesamtwertsch\u00f6pfung zu berechnen, m\u00fcssen die Importe (deren Wertsch\u00f6pfung im Ausland anf\u00e4llt), welche reexportiert werden, von den Exporten abgezogen werden. Die schweizerischen Gesamtimporte beliefen sich 2011 nominal auf rund 237 Mrd. Franken. F\u00fcr die H\u00f6he der Reexporte liegen gem\u00e4ss Oberzolldirektion f\u00fcr die Schweiz keine Daten vor. F\u00fcr Deutschland sch\u00e4tzte das Statistische Bundesamt im Jahre 2002 den Importanteil der Exporte auf ca. 40% a. Unter der Annahme, dass rund 40% der Schweizer Importe wieder in die Exporte fliessen, w\u00fcrde der Wertsch\u00f6pfungsanteil der Exporte rund ein Drittel des BIP betragen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\na Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Technologie (2011): Fakten zum deutschen Aussenhandel 2011, S. 2, Internet: <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/BMWi\/Redaktion\/PDF\/F\/fakten-zum-deutschen-aussenhandel-2011\">www.bmwi.de\/BMWi\/Redaktion\/PDF\/F\/fakten-zum-deutschen-aussenhandel-2011<\/a>&#13;<br \/>\nKasten 4: Literatur&#13;<\/p>\n<h3>Literatur<\/h3>\n<p>&#13;<\/p>\n<ul>&#13;<\/p>\n<li>Degen, Ronald (2009), Opportunity for Luxury Brands in China, International School of Management Paris Working Paper Nr. 31\/2009.<\/li>\n<p>&#13;<\/p>\n<li>Zha, Tao (1999), Block Recursion and Structural Vector Autoregressions, Journal of Econometrics.<\/li>\n<p>&#13;\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz gilt gemeinhin als Paradebeispiel f\u00fcr eine kleine offene Volkswirtschaft. 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