{"id":119224,"date":"2012-12-01T12:00:00","date_gmt":"2012-12-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2012\/12\/egler-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:25:31","modified_gmt":"2023-08-23T21:25:31","slug":"egler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2012\/12\/egler\/","title":{"rendered":"Global Reporting Initiative \u2013 Transparenz dank Nachhaltigkeitsberichten von Unternehmen"},"content":{"rendered":"<p>Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Diese legen Informationen \u00fcber die \u00f6konomische, \u00f6kologische und soziale Leistung sowie das F\u00fchrungsverhalten offen. Sie werden nicht nur von spezialisierten Kreisen der Zivilgesellschaft oder Universit\u00e4ten gelesen. Hauptinteressenten sind vielmehr Mitarbeitende, Gesch\u00e4ftspartner und Kunden. Auch immer mehr Finanzanalysten sowie private und institu&shy;tionelle Investoren basieren ihre Empfehlungen und Entscheide auf solchen Berichten. Als Folge der globalen Arbeitsteilung sowie l\u00e4nder\u00fcbergreifender Beschaffungsketten und Investitionst\u00e4tigkeiten steigt auch bei Unternehmen in Entwicklungsl\u00e4ndern der Druck, Rechenschaft \u00fcber ihr Nachhaltigkeitsmanagement abzulegen. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201212_05_Egler_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"250\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Transparenz als Bestandteil der nachhaltigen Unternehmungsf\u00fchrung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUnternehmen werden zunehmend als kritische Komponenten des gesellschaftlichen Systems betrachtet, die nicht einzig den Eignern oder Aktion\u00e4ren <i>(Shareholder)<\/i> verpflichtet sind, sondern den weiteren Erwartungen von verschiedenen Anspruchsgruppen <i>(Stakeholder)<\/i> gerecht werden m\u00fcssen. Mit dem wachsenden Interesse der Gesellschaft an der Nachhaltigkeit von Produkten bei der Herstellung, im Handel und beim Konsum steigt auch der Wunsch nach einer transparenten Kommunikation \u00fcber die soziale und \u00f6kologische Vertr\u00e4glichkeit eines Unternehmens. Entsprechend sehen sich Firmen mit einer wahren F\u00fclle von unterschiedlichen \u2028Frageb\u00f6gen, Richtlinien, Leitf\u00e4den, B\u00f6rsenzulassungskriterien usw. konfrontiert, die einen enormen Aufwand in der Bearbeitung &shy;erfordern. Dies stellt vor allem f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eine grosse Herausforderung und eine hohe Belastung dar. Damit die Unternehmen diesen Anspr\u00fcchen gerecht werden und ihren Aufwand \u2028verringern k\u00f6nnen, brauchen sie allgemein anerkannte Hilfsmittel und Werkzeuge. Deshalb wurde mit der <i>Global Reporting Initiative (GRI)<\/i> die erste umfassende, international breit abgest\u00fctzte Nachhaltigkeitsberichterstattung ins Leben gerufen, welche die oben genannten Anforderungen abdeckt.&#13;<\/p>\n<h2>Was ist die Global Reporting Initiative?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGRI ist eine gemeinn\u00fctzige Stiftung mit einer Vielzahl beteiligter Partner, die 1997 durch die <i>Coalition of Environmentally Responsible Economies (Ceres)<\/i> und das <i>Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep)<\/i> gegr\u00fcndet wurde. Die Initiative steht heute in einer globalen strategischen Allianz mit dem <i>United Nations Global Compact (UNGC),<\/i> der <i>Organisation f\u00fcr Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD),<\/i> der <i>Inter&shy;nationalen Organisation f\u00fcr Standardisierung (ISO)<\/i> und dem Unep. Sie wird von ver&shy;schiedenen Industriel\u00e4ndern \u2013 darunter die Schweiz \u2013 unterst\u00fctzt. GRI hat unterdessen Regionalb\u00fcros in Australien, Brasilien, China, Indien und den USA sowie ein weltweites Netzwerk von 30\u2009000 Menschen aufgebaut.Mit einem partizipativen Ansatz hilft GRI Unternehmen, ihre Gesch\u00e4ftspraktiken im Bereich der Nachhaltigkeit zu verbessern und transparent dar\u00fcber Bericht zu erstatten. Die Nachhaltigkeitsberichte erg\u00e4nzen das betriebliche bzw. institutionelle Nachhaltigkeitsmanagement und -controlling. Zu diesem Zweck wurde mit den <i>GRI-Richtlinien<\/i> ein umfassender Rahmen f\u00fcr Nachhaltigkeitsberichterstattung erarbeitet. Diese enthalten Prinzipien \u00fcber Inhalt und Qualit\u00e4t der Berichterstattung und \u00fcber 120 Indikatoren zu Umweltleistung, Arbeitsbedingungen, Menschenrechten und Gesellschaft. Die Richtlinien wurde durch einen umfassenden und strengen Multi-Stakeholder-Prozess erarbeitet, an dem sich hunderte von Experten aus allen Kreisen (Privatsektor, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Arbeits- und Gewerbeverb\u00e4nden) und geografischen Regionen beteiligten. GRI ist ein laufender Prozess, der aufgrund neuer Erfahrungen, &shy;Erkenntnisse und Herausforderungen kon&shy;tinuierlich angepasst und erweitert wird. Die GRI-Richtlinien helfen Firmen und Organisationen weltweit, ihre \u00f6konomische, \u00f6kologische und soziale Leistung zu messen. Dieser gesamtheitliche Ansatz erlaubt, Nachhaltigkeitsberichte besser untereinander zu vergleichen und eine Vielzahl unterschiedlicher Themenbereiche \u2013 wie den CO2-Fussabdruck oder den Wasserhaushalt \u2013 in einem einzigen Bericht abzudecken. F\u00fcr KMU gelten dabei auf diese Gruppe angepasste Regelungen und ein eigener Berichterstattungsmodus, der f\u00fcr deren kleinere Strukturen Aufwand und Ertrag auf eine angemessene Ebene bringen. GRI steht im Einklang mit dem im Jahr 2000 gegr\u00fcndeten UNGC, der weltweit gr\u00f6ssten Initiative f\u00fcr eine strategisch nachhaltige Unternehmenspolitik, dem mehr als 8700 gesellschaftlich engagierte Firmen und Institutionen in \u00fcber 130 L\u00e4nder angeschlossen sind. Diese bekennen sich zur Einhaltung von zehn universell akzeptierten Prinzipien \u00fcber Menschen- und Arbeitsrechte, Umwelt und Antikorruption. Den Mitgliedern des UNGC wird mittlerweile empfohlen, einen oder Corporate-Social-\u2028Responsibility- vorzulegen, der nach den Richtlinien der GRI verfasst ist.Mehr als 2500 Firmen produzieren einen j\u00e4hrlichen Nachhaltigkeitsreport. Davon benutzen ungef\u00e4hr vier F\u00fcnftel dazu die GRI-Richtlinien, welche den Firmen sowohl in Industrie- als auch Entwicklungsl\u00e4ndern erhebliche Vorteile bringen (f\u00fcr eine Reihe von <i>Success Stories<\/i> siehe K\u00e4sten unten).&#13;<\/p>\n<h2>Kritische W\u00fcrdigung der GRI<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nOft wird kolportiert, in Nachhaltigkeitsberichten seien keine Meldungen \u00fcber ne&shy;gative Auswirkungen zu erwarten. Kein Unternehmen werde beispielsweise \u00f6ffentlich darlegen, es versuche, Umweltlasten auf andere abzuw\u00e4lzen. Somit blieben nur Informationen \u00fcber positive Wirkungen. Allerdings stellen Unternehmen, die den GRI-Leitfaden als Basis f\u00fcr ihre Berichterstattung nehmen und die Prinzipien zur Qualit\u00e4tssicherung ad\u00e4quat befolgen, in den ver\u00f6ffentlichen Nachhaltigkeitsberichten sowohl positive als auch negative Resultate ihrer Aktivit\u00e4ten dar. Die Berichterstatter werden in den GRI-Leitf\u00e4den dazu angehalten, \u00fcber alle relevanten Themen und Nachhaltigkeitsindikatoren zu berichten, die signifikante \u00f6konomische, Umwelt- und Sozialauswirkungen eines Unternehmens widerspiegeln oder die Wertung und Entscheidungen von Gesch\u00e4ftsinteressenten und anderen Anspruchsgruppen wesentlich beeinflussen. Nachhaltigkeitsberichte sind demzufolge eine durchaus wertvolle Lekt\u00fcre f\u00fcr all jene, die Informa&shy;tionen kritisch hinterfragen.Die Nachhaltigkeitsberichterstattung ist jedoch kein Ziel an sich. Mit anderen Worten: Die Ver\u00f6ffentlichung von Nachhaltigkeitsberichten macht ein Unternehmen nicht automatisch nachhaltig. Die Berichterstattung tr\u00e4gt aber dazu bei, Unternehmen und deren Zulieferketten bei der umfassenden Beachtung von Umwelt- und Sozialkriterien zu unterst\u00fctzen. Konkret f\u00fchrt sie oft dazu, dass Unternehmen ihre gesamten Opera&shy;tionen \u00fcberdenken und in strukturierter und strategischerer Weise analysieren, was zum Beispiel eine h\u00f6here Ressourceneffizienz &shy;bewirken kann. Das Reporting zwingt ein Unternehmen, die n\u00f6tigen Informationsgrundlagen zu sammeln, um bei der Behandlung der Mitarbeitenden, bei der langfristigen Unternehmenspolitik, bei den Beschaffungen sowie bei m\u00f6glichen Investitionen die langfristig richtigen Entscheide \u2028zu f\u00e4llen. Deshalb m\u00fcssen Nachhaltigkeits&shy;berichte integraler Bestandteil eines umfassenden Nachhaltigkeitsmanagements sein.&#13;<\/p>\n<h2>Nachhaltigkeitsberichterstattung als Lernprozess<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSelbst wenn es den Unternehmen nicht immer auf Anhieb gelingt, alle relevanten Daten zu sammeln und zu erfassen, so bleibt die Nachhaltigkeitsberichterstattung ein f\u00f6rderlicher Prozess der Selbstreflexion und Evaluierung von Unternehmen, bei dem durch interne und externe Konsultationen positive und negative Wirkungen identifiziert werden k\u00f6nnen. Aus Sicht des Unternehmens sind dies die wichtigsten Vorteile einer transparenten Nachhaltigkeitsberichterstattung:\u2212 besseres Verst\u00e4ndnis \u00fcber Risiken und Opportunit\u00e4ten;\u2212 Identifizierung der Beziehungen zwischen finanziellen und nicht-finanziellen Leistungen;\u2212 Beeinflussung der langfristigen Managementstrategie und Unternehmenspolitik sowie des Businessplans;\u2212 Vereinheitlichung von Prozessen, Kostenreduktion und Effizienzsteigerung;\u2212 Bewertung und Vergleich der Nachhaltigkeitsperformance in Bezug auf Gesetze, Normen, Codes, Standards und freiwillige private Massnahmen;\u2212 Vergleich der Nachhaltigkeits-Performance innerhalb des Unternehmens zwischen den verschiedenen Abteilungen und zu anderen Unternehmen;\u2212 gesteigerte Mitarbeiterzufriedenheit.Bei den gegen aussen wirkenden Effekten k\u00f6nnen folgende Elemente erw\u00e4hnt werden:\u2212 Vermeidung von negativen Wirkungen \u2028im Umwelt-, Sozial- und Gouvernanzbereich;\u2212 Verbesserung von Reputation und Markenloyalit\u00e4t;\u2212 Erm\u00f6glichung eines besseren Verst\u00e4ndnisses der materiellen und immateriellen Werte des Unternehmens; \u2212 Darstellung des aktiven und passiven &shy;Beitrags zu nachhaltiger Entwicklung. Unternehmen, die in ihren Nachhaltigkeitsberichten beide Seiten der Medaille aufzeigen, demonstrieren ein hohes Niveau an Transparenz und strahlen eine hohe Glaubw\u00fcrdigkeit aus. Sie werden f\u00fcr ihre Ehrlichkeit und Bereitschaft die Schw\u00e4chen ihrer Aktivit\u00e4ten in Bezug auf Nachhaltigkeit &shy;aufzuzeigen, h\u00e4ufig belohnt. Unternehmen, die hingegen \u00abunehrliche\u00bb und \u00abintransparente\u00bb Nachhaltigkeitsberichterstattung f\u00f6rdern, vernachl\u00e4ssigen oft nicht nur die &shy;Interessen ihrer Anspruchsgruppen, sondern schaden am Ende auch sich selbst.&#13;<\/p>\n<h2>Nachfrage f\u00fchrt zur Nachahmung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNachhaltigkeitsberichte sind nicht nur \u2028f\u00fcr potenzielle Gesch\u00e4ftspartner wichtige &shy;Kontrollinstrumente in Bezug auf die Umwelt- und Sozialperformance, sondern auch f\u00fcr private und Institutionelle Investoren, &shy;B\u00f6rsenaufsichtsorgane, amtliche Stellen, Nichtregierungsorganisationen (NGO) und Universit\u00e4ten. Das Interesse all dieser Anspruchsgruppen f\u00f6rdert Massnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung der Umwelt- und Sozialwirkungen von Unternehmen. Im Laufe der letzten zehn Jahre haben denn auch zahlreiche gr\u00f6ssere Unternehmen in Industriel\u00e4ndern mit der Herausgabe von Nachhaltigkeitsberichten begonnen und dadurch zu einer gr\u00f6sseren Transparenz \u00fcber ihre Aktivit\u00e4ten und deren \u00f6kologischen und sozialen Wirkungen beigetragen. Auf diese Weise entstand eine Art Gruppendruck gegen\u00fcber anderen Unternehmen, \u00e4hnliche Berichte zu erstellen. Die Bedeutung der Nachhaltigkeitsberichterstattung ist international anerkannt. So hat die Aufforderung zu vermehrten Anstrengungen in diesem Bereich auch ins Abschlussdokument der Rio+20-Konferenz von 2012 Eingang gefunden.&#13;<\/p>\n<h2>Das Seco-Kooperationsprogramm \u2028mit GRI<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAufgrund der Bem\u00fchungen der Unternehmen in Industriel\u00e4ndern, mehr Trans&shy;parenz in ihre Zulieferketten zu bringen, w\u00e4chst der Druck zu mehr Nachhaltigkeitsberichterstattung und -management auch in Entwicklungsl\u00e4ndern. \u00dcberzeugt vom positiven Wirkungspotenzial dieser Berichte und um dem Vorwurf neuer Handelsbarrieren vorzubeugen, f\u00f6rdert GRI seit 2009 auch Massnahmen in Entwicklungsl\u00e4ndern. Das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) hat im Rahmen der wirtschaftlichen &shy;Ent-\u2028wicklungszusammenarbeit 2012 beschlossen, bei der F\u00f6rderung von Nachhaltigkeitsberichterstattung und -management in sieben Seco-Schwerpunktl\u00e4ndern mit dem GRI und dem UNGC zusammenzuarbeiten. Das Kooperationsprogramm mit GRI zielt darauf \u2028ab, das Verst\u00e4ndnis von Unternehmen und m\u00f6glichen Anspruchsgruppen in Entwicklungsl\u00e4ndern bez\u00fcglich Nachhaltigkeitsmanagement und -berichterstattung zu erh\u00f6hen sowie das Berichtswesen \u00fcber Leistungen im Umwelt- und Sozialbereich zu verbessern. Dabei steht nicht bloss die verbesserte Berichterstattung im Vordergrund. Vielmehr wird erwartet, dass die Unternehmen aufgrund des gr\u00f6sseren Verst\u00e4ndnisses der inner- und ausserbetrieblichen Zusammenh\u00e4nge nicht nur nachhaltiger, sondern auch effizienter zu produzieren beginnen und so ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit erh\u00f6hen. Dank nachhaltigem Management und Reporting schaffen sich exportorientierte Unternehmen auch Zugang zu internationalen Absatzm\u00e4rkten und Investitionen.Das Programm sieht drei Interventionsebenen bez\u00fcglich Nachhaltigkeitsmanagement und -reporting vor:\u2212 <i>St\u00e4rkung von lokalen Netzwerken und Verbesserung des Dialogs:<\/i> Es sollen zwei regionale GRI-Filialen aufgebaut werden, die erste in S\u00fcdafrika. Diese sollen als Dialogplattformen f\u00fcr lokale Businessnetzwerke, Regierungsvertreter, Investoren, B\u00f6rsen und NGO hinsichtlich Nachhaltigkeitsberichterstattung und -management dienen. Dabei sollen Vorgehensweisen und Massnahmenkataloge erarbeitet werden, die sp\u00e4ter auch in anderen Entwicklungsl\u00e4ndern getestet und den jeweiligen lokalen Bed\u00fcrfnissen angepasst werden k\u00f6nnen. \u2212 <i>Training und Aufbau von Know-how:<\/i> Es sollen Trainingsmaterialien erarbeitet und Trainer ausgebildet werden, welche den Unternehmen das notwendige Know-how f\u00fcr eine transparente, umfassende und effiziente Nachhaltigkeitsberichterstattung vermitteln. Damit das bestehende Synergie- und Komplementarit\u00e4tspotenzial genutzt werden kann, ist eine enge Zusammenarbeit mit den Seco-Programmen zur Ressourceneffizienz und mit der <i>UN-Organisation f\u00fcr industrielle Entwicklung (Unido)<\/i> sowie mit der <i>Internationalen Arbeitsorganisation (IAO)<\/i> zur verbesserten Einhaltung ihrer Kernkonventionen vorgesehen.\u2212 <i>Einbezug der Bed\u00fcrfnisse von Entwicklungsl\u00e4ndern in harmonisierte globale Richtlinien:<\/i> Im Hinblick auf die derzeitige Revision der GRI-Richtlinien sollen die Heraus&shy;forderungen der Unternehmen in Entwicklungsl\u00e4ndern in Bezug auf ein transparentes Nachhaltigkeitsreporting besser aufgenommen werden. Dadurch kann die Identifikation und Verbindlichkeit der Partner in den Entwicklungsl\u00e4ndern besser ber\u00fccksichtigt und die Berichterstattung erleichtert werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abF\u00fcnf Schritte zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsberichterstattung\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abDas GRI-Netzwerk\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Das Beispiel Puma AG&#13;<\/p>\n<h3>Das Beispiel Puma AG<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDer global t\u00e4tige Sportartikelhersteller \u2028hat sich einem GRI-Pilotprojekt zur Umsetzung einer sozial und \u00f6kologisch vertr\u00e4glichen Zulieferkette angeschlossen. 2010 entschied Puma, eine transparente Berichterstattung f\u00fcr strategische Partner zur Voraussetzung der Gesch\u00e4ftsbeziehung zu machen \u2013 eine Bedingung, die heute die Zulieferer von ungef\u00e4hr 70% der von Puma verkauften \u2028Produkte erf\u00fcllen. Dadurch hat zum Beispiel ein s\u00fcdafrikanischer Lieferant, Impahla Clothing, im Jahr 2009 die CO2-Neutralit\u00e4t \u2028erreicht. Erfahrungsgem\u00e4ss f\u00fchrt ein nachhaltiges Management allgemein zu einer \u2028Optimierung von Betriebsabl\u00e4ufen, was eine Verbesserung der Produktivit\u00e4t und Wettbewerbsf\u00e4higkeit \u2013 und damit auch der finan&shy;ziellen Kennzahlen \u2013 bewirkt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Das Beispiel der B\u00f6rsenaufsicht in Mumbai, Indien&#13;<\/p>\n<h3>Das Beispiel der B\u00f6rsenaufsicht in Mumbai, Indien<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Hauptquelle f\u00fcr das hohe, stabile Wachstum von 8% in Indien geht auf den Dienstleistungssektor zur\u00fcck. Insbesondere die Telekommunikationsbranche und Informationstechnologie wachsen in Indien schneller als \u00fcberall sonst auf der Welt. So verbreiten sich in Indien Ereignisse in Bezug auf Umwelt und Nachhaltigkeit in Windeseile und tragen zur Sensibilisierung der Bev\u00f6l&shy;kerung bei. Umweltverschmutzung, Erosion, Wasserknappheit, aber auch die M\u00f6glich&shy;keiten der Solarenergie oder Regenwassernutzung bewegen die Zivilgesellschaft. Nun verlangen die B\u00f6rsenaufsicht und das zust\u00e4ndige indische Ministerium durch ein &shy;neues Projekt, dass die 100 gr\u00f6ssten b\u00f6rsenkotierten Unternehmen verantwortungs&shy;bewusst handeln und in einem Rapport dar\u00fcber Rechenschaft ablegen. Neben den finanziellen und operativen Kennzahlen soll &shy;dadurch der sozialen und \u00f6kologischen Verantwortung gleichermassen Beachtung &shy;geschenkt werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 3: Das Beispiel Portugal&#13;<\/p>\n<h3>Das Beispiel Portugal<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie portugiesische Regierung hat entschieden, im \u00f6ffentliche Beschaffungswesen f\u00fcr 50% aller staatlichen Eink\u00e4ufe und Auftr\u00e4ge die Einhaltung von Nachhaltigkeits&shy;kriterien zu fordern. Eine Firma im Elektrobereich gibt auch ehrlich zu, dass sie die transparente Berichterstattung auf steigenden Druck von Kundenseite umgesetzt habe. Sie h\u00e4lt jedoch fest, dass im Nachhinein gerade das Reporting ein gr\u00f6sseres Verst\u00e4ndnis \u00fcber die internen Prozesse und deren Wirkung &shy;sowie Anreize f\u00fcr weitere Verbesserungen geschaffen hat. Nachhaltigkeitsberichterstattung hat einer anderen Firma geholfen, den \u00d6l-, Elektrizit\u00e4ts- und Wasserverbrauch um 5%\u201310% zu senken. Eine Baufirma konnte durch GRI die Kommunikation der nachhaltigen Leistung verbessern und einen offenen Dialog mit Partnerfirmen \u00fcber eine nachhaltige Unternehmensverantwortung erreichen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Diese legen Informationen \u00fcber die \u00f6konomische, \u00f6kologische und soziale Leistung sowie das F\u00fchrungsverhalten offen. 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