{"id":119234,"date":"2012-12-01T12:00:00","date_gmt":"2012-12-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2012\/12\/kaelin-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:25:56","modified_gmt":"2023-08-23T21:25:56","slug":"kaelin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2012\/12\/kaelin\/","title":{"rendered":"Freiwillige Standards und Labels in der Migros: \u2028Werttreiber und ihre Hindernisse"},"content":{"rendered":"<p>Freiwillige Nachhaltigkeitsstandards und Labels sind die zentralen Grundpfeiler f\u00fcr Beschaffungen der Migros. Als verantwortungsvolles Unternehmen ist sie gegen\u00fcber ihrer Kundschaft verpflichtet, m\u00f6glichst sozial- und umweltgerecht hergestellte Produkte anzubieten. Um diese Verpflichtung wahrzunehmen, setzt die Migros auf verschiedene freiwillige Standards, die als Instrumente zur nachhaltigen Beschaffung dienen. Damit kann sie darauf hinwirken, dass sich die Arbeitsbedingungen in der Lieferkette verbessern oder nachhaltige Rohstoffe beschafft werden. Hindernis f\u00fcr die Umsetzung von freiwilligen Standards in der Lieferkette sind intransparente H\u00e4ndler.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Migros hat sich zum Ziel gesetzt, die Arbeitsbedingungen im Rahmen ihres Einflussbereichs bei den f\u00fcr uns produzierenden Lieferanten in Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern zu verbessern. Sie hat deshalb 2003 mit anderen Unternehmen die <i>Business Social Compliance Initiative (BSCI)<\/i> gegr\u00fcndet. Im Rahmen der sogenannten BSCI-Audits l\u00e4sst die Migros j\u00e4hrlich eine gr\u00f6ssere Anzahl Kontrollen durch unabh\u00e4ngige Organisationen in den Produktionsl\u00e4ndern durchf\u00fchren. 2012 erfolgten \u00fcber 200 solcher Kontrollen. Dazu kommen \u00fcber 100 Fabrikbesuche, die haupts\u00e4chlich in Asien durch unsere lokalen Spezialisten vorgenommen werden.&#13;<\/p>\n<h2>Beschaffung von nachhaltigen \u2028Rohstoffen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDaneben setzt die Migros auf zahlreiche rohstoffbezogene Standards und Labels, welche f\u00fcr die Produzenten einen \u00f6kologischen, sozialen und auch wirtschaftlichen Nutzen bringen. Ein gutes Beispiel f\u00fcr unseren verantwortungsvollen Umgang mit Rohstoffen bietet unsere Verpflichtung, bis 2020 s\u00e4mtliche Textilien aus nachhaltiger Baumwolle herzustellen. Dabei setzt die Migros neben Bio und Fairtrade insbesondere auf den <i>Better Cotton Standard<\/i>. Gemeinsam mit dem WWF und anderen Unternehmen ist sie Gr\u00fcndungsmitglied der Better Cotton Initiative, welche einen nachhaltigeren Baum&shy;wollanbau f\u00f6rdert. Dank Better Cotton verbessern Baumwollbauern ihr Boden- und Wassermanagement. Sie senken damit auch ihre hohen Ausgaben f\u00fcr D\u00fcnger und Pestizide, steigern ihre Konkurrenzf\u00e4higkeit und erhalten Zugang zu neuen M\u00e4rkten. Im Rahmen ihres Engagements f\u00fcr die Initiative unterst\u00fctzt die Migros unter anderem auch indische Kleinbauern mit einem konkreten Projekt direkt in der Umstellung auf Better Cotton. Die Migros arbeitet in Entwicklungsl\u00e4ndern auch mit UTZ-zertifizierten Bauern zusammen. Der <i>UTZ Certified Standard<\/i> garantiert einen sozial- und umweltvertr\u00e4glichen Anbau und erm\u00f6glicht den Bauern, Ertr\u00e4ge und Gewinne zu steigern. Seit Ende 2010 wird 90% des Migros-Kaffeesortiments nach dem UTZ-Standard produziert. Bis 2013 wird auch das ganze Frey-Schokoladesortiment in den Migros-Filialen auf UTZ umgestellt sein. \u00c4hnliche Ziele verfolgen wir mit Holz, Fisch, Palm\u00f6l, Soja, Tee und weiteren Rohstoffen. Freiwillige Standards oder Labels bieten dazu die geeigneten L\u00f6sungen.&#13;<\/p>\n<h2>Breite Umsetzung von freiwilligen \u2028Standards<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAnstatt mit einzelnen Leuchtturmprojekten zu gl\u00e4nzen, setzt die Migros auf eine breite Umsetzung von freiwilligen Nachhaltigkeitsstandards und Labels im ganzen Sortiment. Als weiterer wichtiger Schritt hat sie sich deshalb 2011 entschieden, verschiedene der oben erw\u00e4hnten Nachhaltigkeitsstandards innerhalb der gesamten Migros-Gruppe umzusetzen. Diese gruppenweite Umsetzung und der hohe Anteil an Eigenmarken verleiht der Beschaffung nach Nachhaltigkeitsstandards eine besonders starke Bedeutung: Sowohl die Migros-Kundschaft wie auch die Zulieferer und ihre Arbeitnehmenden profitieren von einem grossen sozialen und \u00f6kologischen Mehrwert.&#13;<\/p>\n<h2>Intransparente Handelsakteure \u2028als Hindernisse<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nFreiwillige Standards erh\u00f6hen die Transparenz und erm\u00f6glichen im besten Fall die l\u00fcckenlose R\u00fcckverfolgung bis zum Ursprung des Rohstoffes. Die Migros-Kunden fordern Transparenz. Als Detailh\u00e4ndler sp\u00fcren wir dies viel ausgepr\u00e4gter als jedes andere vorgelagerte Glied in der Wertsch\u00f6pfungskette. Um eine solche Transparenz gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen, hat sich die Migros j\u00fcngst auch f\u00fcr eine Pr\u00e4zisierung der Herkunftsdeklaration von G\u00fctern aus israelischen Siedlungen entschieden. Gewisse Handelsakteure sehen Transparenz als Bedrohung f\u00fcr ihr Gesch\u00e4ftsmodell; erweisen sich somit als die grossen Hin&shy;dernisse in der erfolgreichen Umsetzung bestehender oder der Entwicklung neuer freiwilliger Standards. Aufgrund intransparenter H\u00e4ndler riskieren wir, unsere gesetzten Ziele \u2013 und damit unsere Versprechen an die n\u00e4chsten Generationen \u2013 ernsthaft zu verfehlen. Die Migros pl\u00e4diert deshalb f\u00fcr mehr Transparenz und Verantwortung in den globalen Wertsch\u00f6pfungsketten \u2013 bis hin zum Ursprung der Rohstoffe.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freiwillige Nachhaltigkeitsstandards und Labels sind die zentralen Grundpfeiler f\u00fcr Beschaffungen der Migros. Als verantwortungsvolles Unternehmen ist sie gegen\u00fcber ihrer Kundschaft verpflichtet, m\u00f6glichst sozial- und umweltgerecht hergestellte Produkte anzubieten. Um diese Verpflichtung wahrzunehmen, setzt die Migros auf verschiedene freiwillige Standards, die als Instrumente zur nachhaltigen Beschaffung dienen. Damit kann sie darauf hinwirken, dass sich die Arbeitsbedingungen [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3836,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[67],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[154],"post_content_subject":[230],"acf":{"seco_author":3836,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Fachspezialist Nachhaltigkeit \/ Standards, Migros-Genossenschafts-Bund, Z\u00fcrich","seco_author_post_occupation_fr":"Sp\u00e9cialiste Durabilit\u00e9\/Normes, F\u00e9d\u00e9ration des","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":119237,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"7443","post_abstract":"","magazine_issue":"20121201","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/54edc114ee2f9"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119234"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3836"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=119234"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119234\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127317,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119234\/revisions\/127317"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3836"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=119234"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=119234"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=119234"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=119234"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=119234"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=119234"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}