{"id":119304,"date":"2012-11-24T13:57:23","date_gmt":"2012-11-24T13:57:23","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2012\/11\/busch-16\/"},"modified":"2023-08-23T23:26:03","modified_gmt":"2023-08-23T21:26:03","slug":"busch-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2012\/11\/busch-15\/","title":{"rendered":"Wirtschaftsentwicklung Asiens und Verflechtungen mit der Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Die aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften bildeten in den letzten Jahren die wichtigste St\u00fctze der krisengeplagten Weltkonjunktur. Auch wenn sich abzeichnet, dass die L\u00e4nder der Region \u2013 namentlich China \u2013 den Wachstumszenit \u00fcberschritten haben, wird ihre Bedeutung als Exportmarkt im globalen Massstab weiter zunehmen. Die Schweizer Wirtschaft konnte hiervon bislang \u00fcberdurchschnittlich stark profitieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens&#13;<br \/>\nZu dieser L\u00e4ndergruppe z\u00e4hlen sowohl die sogenannten Newly Industrialized Asian Economies Hongkong, Singapur, S\u00fcdkorea und Taiwan als auch die Schwellenl\u00e4nder China, Indien, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand, hingegen nicht Japan. \u2013 oft auch als Emerging Asia bezeichnet \u2013 sind seit Jahren die wirtschaftlich am st\u00e4rksten wachsende Weltregion. Besonders heraus ragt China, dessen Wirtschaft \u00fcber die vergangenen zehn Jahre durchschnittlich um gut 10% pro Jahr expandierte. Dahinter folgte Indien mit durchschnittlichen BIP-Zuw\u00e4chsen von 7%\u20138% pro Jahr. Die \u00fcbrigen L\u00e4nder der Region lagen wachstumsm\u00e4ssig im Bereich von 4%\u20136% pro Jahr. Infolge der \u00fcberdurchschnittlichen Wachstumsdynamik haben die asiatischen L\u00e4nder stark an Gewicht gewonnen. Ihr Anteil am Welt-BIP (zu Kaufkraftparit\u00e4ts-Wechselkursen) hat sich von 13% 1990 auf 27,5% 2011 mehr als verdoppelt \u2013 haupts\u00e4chlich wegen China, dessen Anteil von 4% auf knapp 15% zunahm. Die grosse Bedeutung dieser Volkswirtschaften r\u00fchrt dabei nicht nur von deren Wachstumsdynamik, sondern auch von der immensen Bev\u00f6lkerungszahl: Auf China und Indien allein entfallen rund 37% der Weltbev\u00f6lkerung.&#13;<\/p>\n<h2>Asiatische Emerging Markets Hauptst\u00fctze der Weltkonjunktur<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDank ihrer Gr\u00f6sse und Wachstumsst\u00e4rke spielen die aufstrebenden asiatischen L\u00e4nder eine immer wichtigere Rolle f\u00fcr die Weltkonjunktur. Dies veranschaulichen die Beitr\u00e4ge der verschiedenen Regionen zum weltwirtschaftlichen BIP-Wachstum (siehe <i>Grafik 1<\/i>). Vor allem der Beitrag Chinas hat seit den 1990er-Jahren kontinuierlich zugenommen, und jener der \u00fcbrigen asiatischen Emerging Markets war \u2013 mit Ausnahme der Asienkrise 1998 \u2013 stets deutlich positiv. Besonders bedeutsam war die st\u00fctzende Rolle Asiens in den internationalen Finanz- und Wirtschaftskrisen der letzten Jahre. Der weltwirtschaftliche Konjunktureinbruch des Jahres 2009 (erstmaliger R\u00fcckgang des weltwirtschaftlichen BIP seit dem zweiten Weltkrieg um 0,6%) wurde in erheblichem Masse durch positive Wachstumsraten in Asien gemildert. Diese waren haupts\u00e4chlich den Schwergewichten China und Indien zu verdanken, welche den kurzen aber heftigen Einbruch in den kleineren, stark vom internationalen Handel getriebenen Volkswirtschaften der Region \u00fcberdeckten. Auch die anschliessende weltwirtschaftliche Erholung im Jahr 2010 wurde wesentlich durch den asiatischen Raum getragen: Rund die H\u00e4lfte des Welt-BIP-Wachstums war dabei den asiatischen Emerging Markets zuzuschreiben.&#13;<\/p>\n<h2>Konjunkturperspektiven trotz Risiken relativ freundlich<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei der neuerlichen, durch die Euro-Schuldenkrise ausgel\u00f6sten weltwirtschaftlichen Verlangsamung seit 2011 erwies sich insbesondere China vorerst noch als robuster St\u00fctzpfeiler, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen asiatischen L\u00e4nder an Schwung verloren. Insgesamt machen sich deutliche Bremseffekte vom internationalen Handel auf die asiatischen Exporte bemerkbar. Jedoch wird nicht mit einem ausgepr\u00e4gten Abschwung gerechnet, im Gegenteil: F\u00fcr die Zeit ab 2013 wird \u2013 unter der Voraussetzung einer Stabilisierung des globalen Konjunkturumfelds \u2013 wieder eine allm\u00e4hliche konjunkturelle Beschleunigung in der Region prognostiziert. Zur konjunkturellen Widerstandsf\u00e4higkeit tr\u00e4gt bei, dass die meisten asiatischen L\u00e4nder eine komfortable Verschuldungsposition aufweisen. Von der Ausnahme Indien abgesehen, zeichnen sich die asiatischen Emerging Markets durch eine disziplinierte Finanzpolitik und staatliche Schuldenquoten von deutlich unter 60% aus. Auch die Verschuldung des Privatsektors bewegt sich meist in moderatem Rahmen. Die deutlichen Ertragsbilanz\u00fcbersch\u00fcsse in den L\u00e4ndern (auch hier wieder mit der Ausnahme Indien) verringern die Abh\u00e4ngigkeit von internationalen Kapitalzufl\u00fcssen. Auch freiere Wechselkurse, diversifizierte Exporte und robuste Binnensektoren lassen die asiatischen Volkswirtschaften heute robuster erscheinen als noch vor einigen Jahren. Ein weiterer Pluspunkt der Region liegt darin, dass f\u00fcr den Fall eines doch st\u00e4rkeren Abschwungs erheblicher geld- und fiskalpolitischer Spielraum zum Gegensteuern vorhanden w\u00e4re.Gleichwohl bleiben die asiatischen L\u00e4nder wegen ihrer hohen Exportabh\u00e4ngigkeit verwundbar gegen\u00fcber einer starken weltwirtschaftlichen Verschlechterung. Dies hat die Krise 2008\/09 klar gezeigt, als einbrechende Exportm\u00e4rkte sowie die Kreditverknappung im Bereich der Handelsfinanzierung in vielen asiatischen Volkswirtschaften einen heftigen, wenn auch nur kurzen Konjunkturr\u00fcckgang verursachten. Vor diesem Hintergrund wird eine Eskalation der Euro-Schuldenkrise zu einer internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise als potenziell gef\u00e4hrlichstes Konjunkturrisiko f\u00fcr Asien angesehen. Daneben besteht ein \u2013 gewissermassen hausgemachtes \u2013 Risiko im asiatischen Raum in einem starken Abschwung der Wachstumslokomotive China (siehe <i>Kasten 1<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Droht China ein konjunkturelles Hard Landing?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIn China zeigen die Konjunkturdaten der letzten Monate eine deutliche Verlangsamung an. Dies weckt \u00c4ngste, dass nunmehr auch der bislang stabilste St\u00fctzpfeiler der fragilen Weltkonjunktur br\u00fcchig werden k\u00f6nnte. Eine gewisse Abk\u00fchlung der hohen Wachstumsraten ist jedoch wirtschaftspolitisch durchaus erw\u00fcnscht, um \u00dcbertreibungen entgegenzuwirken. So liegt das offizielle Wachstumsziel der Regierung bei 7,5% und damit mehr oder weniger noch im Einklang mit der aktuellen Situation. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Abschw\u00e4chung weiter verst\u00e4rkt und in einen ausgepr\u00e4gten Abschwung m\u00fcndet, mit sp\u00fcrbaren Bremseffekten auf den Rest der Welt. Risiken f\u00fcr ein derartiges wirtschaftliches Hard Landing in China werden insbesondere f\u00fcr den Fall einer schweren Immobilienkrise mit einem \u00dcbergreifen auf den Bankensektor gesehen. Am Immobilienmarkt hat nach mehrj\u00e4hrigem Boom seit 2011 eine Korrektur eingesetzt. In der Folge sind die Hauspreise in den grossen St\u00e4dten gegen\u00fcber dem H\u00f6chststand um rund 15% gefallen. Diese Entwicklung stellt aber noch keinen Crash dar, sondern entspricht eher einer geordneten Korrektur. Gegen eine ausufernde Immobilienkrise spricht ausserdem, dass die hohen Eigenmittelquoten der K\u00e4ufer die Verlustrisiken f\u00fcr die Banken begrenzen und der Zustrom von Arbeitern in die St\u00e4dte noch immer hoch ist. Der chinesische Bankensektor unterliegt generell starker politischer Einflussnahme (z.B. Fehlen von marktgerechten Zinsen, staatlicher Zwang zur Kreditvergabe, Beschr\u00e4nkung der Anlagem\u00f6glichkeiten), was informelle Kreditm\u00e4rkte beg\u00fcnstigt. Die zur Abfederung der globalen Krise 2008\/09 lancierten Kreditverg\u00fcnstigungen hatten einen sprungartigen Anstieg der Verschuldung der Lokalregierungen zur Folge, wobei ein Grossteil der Mittel in unrentable Infrastrukturprojekte oder Immobilieninvestitionen floss. Es d\u00fcrfte in erheblichem Ausmass zu einem Ausfall notleidender Kredite kommen, was bislang von den Banken jedoch hinausgez\u00f6gert wird. Gegen eine verst\u00e4rkte konjunkturelle Abk\u00fchlung in den kommenden Quartalen spricht in erster Linie, dass die chinesische Politik den Willen und die finanziellen Ressourcen hat, die Banken, den Immobilienmarkt und die Konjunktur zu stabilisieren. So hat sie bereits Projekte vorgezogen und die Genehmigung beschleunigt. Daneben hat die Notenbank die Leitzinsen in den letzten Monaten mehrmals gesenkt. Somit d\u00fcrfte ein Hard Landing kurzfristig vermieden werden k\u00f6nnen.Problematisch ist dabei allerdings, dass die konjunkturpolitischen Impulse die strukturellen Schw\u00e4chen des chinesischen Wirtschaftsmodells noch verst\u00e4rken. Die Investitionen sind als Folge der staatlichen Investitionslenkung \u00fcberdimensioniert (Investitionsquote von fast 50% des BIP) und f\u00fchren zu \u00dcberkapazit\u00e4ten und Fehlallokationen wie z.B. unrentablen Prestigeprojekten. Durch neue Infrastrukturprogramme wird der notwendige Umbau vom heutigen investitions- und exportlastigen zu einem st\u00e4rker konsumgetriebenen Wirtschaftsmodell eher gebremst als gef\u00f6rdert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n). Dies w\u00fcrde angesichts der stark gestiegenen Verflechtung der Handelsstr\u00f6me innerhalb Asiens die ganze Region in schwere Mitleidenschaft ziehen.&#13;<\/p>\n<h2>Langfristige Anpassung des asiatischen Wachstumsmodells<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine wichtige Herausforderung der kommenden Jahre besteht f\u00fcr die asiatischen Volkswirtschaften darin, die hohe Abh\u00e4ngigkeit vom Export zu reduzieren und daf\u00fcr die inl\u00e4ndischen Wachstumskr\u00e4fte zu st\u00e4rken. Die durch die Schuldenprobleme in vielen OECD-L\u00e4ndern ged\u00e4mpfte Auslandsnachfrage erh\u00f6ht die Dringlichkeit f\u00fcr ein solches Rebalancing. Eine St\u00e4rkung der inl\u00e4ndischen Wachstumskr\u00e4fte bedingt jedoch strukturelle Reformen, die je nach Situation von Land zu Land differieren; dazu geh\u00f6ren etwa Produktivit\u00e4tssteigerungen durch \u00d6ffnung von M\u00e4rkten und St\u00e4rkung der Privatsektoren, Reformen der Unternehmens-, Arbeits- und Finanzpolitik, St\u00e4rkung der rechtsstaatlichen Institutionen, \u00f6ffentliche Investitionen in Infrastruktur und Bildung sowie teilweise \u2013 namentlich in China \u2013 auch der Ausbau der sozialen Netze. Damit verbunden ist auf l\u00e4ngere Sicht eine Abschw\u00e4chung der hohen Wachstumsraten. Mit steigendem Entwicklungsniveau muss ein Wachstumsmodell, das auf der Mobilisierung billiger Arbeitskr\u00e4fte im Exportsektor basiert, zunehmend abgel\u00f6st werden durch ein auf Innovationen basierendes Produktivit\u00e4tswachstum. Empirische Studien zeigen, dass eine erste signifikante Wachstumsabschw\u00e4chung ab einem Pro-Kopf-Einkommensniveau von rund 15&nbsp;000 US-Dollar (umgerechnet zu Kaufkraftparit\u00e4ten) zu erwarten ist, welches China bereits in den n\u00e4chsten drei bis vier Jahren erreichen k\u00f6nnte.&#13;<br \/>\nVgl. etwa Eichengreen, Park &amp; Shin, 2011. Hinzu kommt, dass eine ung\u00fcnstige demografische Entwicklung (steigender Altersquotient, sinkendes Arbeitskr\u00e4ftepotenzial), ein unterbewerteter Wechselkurs und eine tiefe Konsumquote eine starke Abschw\u00e4chung in China besonders wahrscheinlich erscheinen lassen. So geht etwa die Weltbank davon aus, dass sich das Wachstumspotenzial der chinesischen Volkswirtschaft im Zeitraum 2010\u20132020 auf rund 7% verlangsamen wird (gegen\u00fcber fast 10% 2000\u20132010).&#13;<br \/>\nWorldbank: China Quarterly Update, Juni 2010. Diese Relationen verdeutlichen, dass Asien auch mit langsamerer Gangart im globalen Massstab ein \u00fcberdurchschnittlich wachsender Markt bleiben wird. Allerdings geht ein Strukturwandel, wie ihn die chinesische Volkswirtschaft zu bew\u00e4ltigen hat, mit erheblichen Umbr\u00fcchen einher, so dass auch eine gr\u00f6ssere Rezession nicht ausgeschlossen werden kann.&#13;<\/p>\n<h2>Aussenhandel mit Asien st\u00fctzt Schweizer Konjunktur<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie schweizerische Exportwirtschaft konnte \u00fcber die letzten Jahre \u00fcberdurchschnittlich stark von der asiatischen Wachstumsdynamik profitieren. War der Anstieg der schweizerischen Warenexporte in den asiatischen Raum (ohne Japan) zu Beginn des letzten Jahrzehnts noch vergleichsweise unspektakul\u00e4r, kam es seit 2005 zu einer starken Beschleunigung mit ann\u00e4hernder Verdoppelung der Ausfuhren (siehe <i>Grafik 2<\/i>). Einzig w\u00e4hrend der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise wurde dieser starke Aufw\u00e4rtstrend kurzzeitig unterbrochen. Die Exporte erholten sich aber in der Folge deutlich st\u00e4rker als die Ausfuhren in alle anderen Regionen. Infolge dieser starken Zuw\u00e4chse hat sich der Exportanteil Asiens (ohne Japan) an den schweizerischen Exporten in den letzten zehn Jahren von 7% auf \u00fcber 13% ann\u00e4hernd verdoppelt, der Anteil Chinas sogar vervierfacht (von 1,1 auf 4,3%). Spiegelbildlich dazu ist der Anteil der Exporte in den EU-Raum von 64% auf 57% gefallen, w\u00e4hrend der Anteil der US-Exporte mehr oder weniger stabil bei rund 10% blieb.Obwohl die asiatischen M\u00e4rkte somit anteilsm\u00e4ssig zwar noch deutlich hinter den europ\u00e4ischen M\u00e4rkten zur\u00fcckliegen, spielten sie in den letzten Jahren eine herausragende Rolle f\u00fcr das Schweizer Exportwachstum. So zeichneten sich in den Jahren 2010 und 2011 die Exporte nach Asien f\u00fcr rund die H\u00e4lfte des schweizerischen Exportwachstums verantwortlich. Damit konnte der asiatische Raum die darbenden Exporte in die EU teilweise kompensieren. Zu dieser Entwicklung beigetragen hat \u2013 neben der unterschiedlichen Zunahme der Nachfrage in diesen Regionen \u2013 auch die Entwicklung der Wechselkurse (siehe <i>Grafik 3<\/i>). W\u00e4hrend der handelsgewichtete Wechselkurs des Schweizer Frankens gegen\u00fcber Europa auch nach Festlegung einer Untergrenze gegen\u00fcber dem Euro noch immer deutlich \u00fcber dem Niveau der Vorkrisenjahre liegt, ist jener gegen\u00fcber Asien in etwa auf dem gleichen Niveau geblieben. Gegen\u00fcber China hat sich das Austauschverh\u00e4ltnis gar deutlich verbessert.&#13;<\/p>\n<h2>Die Schweiz mit einem substanziellen Export\u00fcberschuss nach Asien<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNicht nur konjunkturell, sondern auch strukturell ist die Schweiz in einer guten Ausgangslage, um von der wachsenden Bedeutung des aufstrebenden Asiens zu profitieren. Besonders auff\u00e4llig ist der Vergleich mit den westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern. W\u00e4hrend viele europ\u00e4ische L\u00e4nder im Zuge der EU-Osterweiterung vor allem die Handelsbeziehungen mit den osteurop\u00e4ischen Schwellenl\u00e4ndern intensivierten, haben die Schweizer Exporteure ihre Ausrichtung auf den asiatischen Markt verst\u00e4rkt. Entsprechend ist der Anteil der Exporte der Schweiz, die in die asiatischen Emerging Markets ausgef\u00fchrt werden, mit \u00fcber 13% mehr als doppelt so gross wie jener der westeurop\u00e4ischen L\u00e4nder. Folge davon ist ein im internationalen Vergleich auffallend hoher \u00dcberschuss im Warenhandel mit Asien (siehe <i>Grafik 4<\/i>). Selbst im Vergleich zu klassischen Exportl\u00e4ndern wie Deutschland oder Japan, die ebenfalls mit hohen Exportquoten \u00fcberdurchschnittlich vom Aufschwung in Asien profitierten, ist der Schweizer Handels\u00fcberschuss aussergew\u00f6hnlich. Im Gegensatz zum \u00fcberdurchschnittlichen Exportanteil liegt der Anteil der Importe aus Asien etwa im Rahmen vergleichbarer L\u00e4nder. Dieses Bild bleibt selbst dann bestehen, wenn ber\u00fccksichtigt wird, dass mit dem Wechsel vom Erzeugungs- zum Ursprungslandprinzip in der Schweizerischen Importstatistik die Importe aus China neu deutlich h\u00f6her ausfallen (siehe <i>Kasten 2<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Wechsel zum Ursprungslandprinzip l\u00e4sst \u00dcberschuss im Handel mit China verschwinden<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Eidgen\u00f6ssische Zollverwaltung (EZV) ist per Jahresbeginn 2012 dazu \u00fcbergegangen die geografische Herkunft der Waren dem Ursprungs- und nicht mehr dem Erzeugungsland zuzurechnen. Neu wird eine Ware, die vor der Einfuhr in die Schweiz in einem anderen Land veranlagt (verzollt) wurde, nicht mehr diesem als Erzeugungsland zugeschlagen. Stattdessen wird die Herkunft dem Ursprungsland, in dem die Ware entweder vollst\u00e4ndig hergestellt oder \u00fcberwiegend verarbeitet wurde, angerechnet. Mit dieser Umstellung \u00e4ndert sich insbesondere die Statistik des Warenaustauschs mit China. Nach alter Berechnungsmethode war die Schweiz eines der wenigen nicht-rohstoffexportierenden L\u00e4nder mit einem \u00dcberschuss im Handel mit China (dazu z\u00e4hlen einige der entwickelten L\u00e4nder Asiens, die sich auf den Export von Vorleistungsg\u00fctern nach China spezialisiert haben, sowie Finnland und Gr\u00f6nland, welche allerdings nur einen geringen \u00dcberschuss aufweisen). Dieser \u00dcberschuss war nicht wie oft vermutet prim\u00e4r auf die hohen Exporte zur\u00fcckzuf\u00fchren. Etliche L\u00e4nder \u2013 darunter Deutschland, Finnland oder die USA \u2013 haben einen deutlich h\u00f6heren Ausfuhranteil nach China. Dagegen war der Importanteil chinesischer Waren in der Schweiz mit 3,6% im internationalen Vergleich aussergew\u00f6hnlich tief (OECD-Durchschnitt ohne Asien bei \u00fcber 11%).Mit dem Wechsel zur Ursprungsprinzip liegen die Importe aus China nun um rund 3,4 Mrd. Franken h\u00f6her. Der Anteil an den Gesamtimporten steigt auf 5,6%; die Handelsbilanz mit China wechselt von einem \u00dcberschuss von 2,2 Mrd. Franken im Jahr 2011 in ein gesch\u00e4tztes Defizit von 1,2 Mrd. Franken. Fasst man China und Hongkong zusammen, ergibt sich nach wie vor ein hoher Export\u00fcberschuss, jedoch keine besonders tiefe Importquote. Allerdings ist die korrekte Zurechnung der Handelsdestinationen im internationalen Kontext nach wie vor ein Problem;a auff\u00e4llig bleibt etwa der hohe Export\u00fcberschuss der Schweiz mit der Handelsdrehscheibe Hongkong.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\na Vergleiche dazu auch Wang, Gehlhar &amp;amp; Yao, 2010.). So zeigt die gestrichelte Linie in <i>Grafik 4<\/i> den gesch\u00e4tzten Wert f\u00fcr den Export\u00fcberschuss mit Asien f\u00fcr das Jahr 2011, wenn die Importe gem\u00e4ss dem Ursprungslandprinzip berechnet werden.&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss dieser Berechnung liegt der Anteil der asiatischen Importe bei rund 9% und damit etwa gleich hoch wie im Durchschnitt der L\u00e4nder Westeuropas; im Vergleich zum Durchschnitt der OECD (14%) ist er sogar deutlich tiefer.&#13;<\/p>\n<h2>Vorteilhafte Exportstruktur im Handel mit Asien<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie drei grossen Exportbranchen der Schweiz, Chemie\/Pharma, Maschinen und Pr\u00e4zisionsinstrumente\/Uhren, die zusammen gut drei Viertel der gesamten Warenexporte ausmachen, dominieren auch die Exporte der Schweiz nach Asien. Einige interessante Abweichungen sind dabei jedoch auszumachen. Vergleicht man die Exporte nach Asien mit den Gesamtexporten der Schweiz (siehe <i>Grafik 5<\/i>), so sticht insbesondere der hohe Anteil an Uhren und Pr\u00e4zisionsinstrumenten (dabei vor allem die Uhren) ins Auge: W\u00e4hrend diese bei den Ausfuhren nach Asien \u00fcber 40% ausmachen, betr\u00e4gt deren Exportanteil in den Rest der Welt nur rund 17%. Der Handel l\u00e4uft dabei insbesondere \u00fcber Hongkong; die Schweizer Exporte dorthin bestehen zu rund vier F\u00fcnfteln aus dieser Exportkategorie. Dagegen verzeichnet der Handel mit Asien einen stark unterdurchschnittlichen Anteil an chemisch-pharmazeutischen Erzeugnissen. Die Schweizer Exportwirtschaft hat mit der Ausrichtung auf Maschinen, Pr\u00e4zisionsinstrumente und Luxusuhren eine breite Produktpalette aufzuweisen, die der Nachfrage in Asien gut entspricht. Zur starken Stellung der Schweizer Exportwirtschaft in Asien tr\u00e4gt \u00fcberdies wesentlich die Ausrichtung auf hochwertige Nischenprodukte bei. Die Schweiz konnte sich \u2013 insbesondere im Vergleich mit den europ\u00e4ischen Konkurrenten \u2013 auf Produkte spezialisieren, die dem h\u00f6heren Preis- und Qualit\u00e4tssegment (gemessen etwa an sogenannten <i>Unit Values<\/i>) zuzuordnen sind.&#13;<br \/>\nVgl. Busch (2010) sowie Br\u00e4ndle Schlegel &amp; Gachet (2012). Diese G\u00fcter reagieren tendenziell weniger stark auf preisliche Ver\u00e4nderungen. Zumindest in der kurzen Frist sind qualitativ h\u00f6herwertige Nischenprodukte schwieriger zu substituieren als relativ homogene G\u00fcter. Die Ausrichtung auf hochspezialisierte Produkte d\u00fcrfte daher zusammen mit der hohen Nachfrage aus Asien dazu beigetragen haben, dass die Schweizer Exporte relativ glimpflich durch die Krisen der vergangenen Jahren gekommen sind.&#13;<br \/>\nVgl. Indergand &amp; Mahlstein (2010).&#13;<\/p>\n<h2>China und Hongkong dominieren die asiatische Nachfrage nach Schweizer G\u00fctern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nInsgesamt ist der Handel mit Asien stark gepr\u00e4gt durch die Exporte nach China und Hongkong (Anteil von \u00fcber 50%). Vom starken Wachstum in China und dem damit verbundenen Investitionsbedarf konnte in absoluten Betr\u00e4gen vor allem die Maschinen-industrie profitieren. Anteilsm\u00e4ssig haben sich die \u00fcbrigen Branchen allerdings deutlich besser entwickelt. W\u00e4hrend die Maschinenexporte nach China seit Ende der 1980er-Jahre \u00abnur\u00bb um rund 800% zunahmen, stiegen die Gesamtausfuhren um fast 1400%. Entsprechend sank der Anteil der Maschinenexporte von 70% auf 40%. Damit partizipieren heute wesentlich mehr Branchen am Aufschwung in China als noch in den 1990er-Jahren. Dieser Nachfrageverlauf der relativen Verschiebung von Investitions- zu Konsumg\u00fctern ist typisch f\u00fcr das Muster sich entwickelnder Volkswirtschaften wie etwa China. Es ist daher zu erwarten, dass der Anteil der Maschinenausfuhren weiter abnehmen wird; f\u00fcr die Exporte ins restliche Asien ohne China liegt dieser beispielsweise bereits unter 20%. Profitieren d\u00fcrfte dagegen vor allem die pharmazeutische Exportbranche wie auch die Konsumg\u00fcterbranche allgemein \u2013 nicht nur von der steigenden Kaufkraft der chinesischen Mittelschicht, sondern auch davon, dass die chinesische Bev\u00f6lkerung rasch altert.&#13;<\/p>\n<h2>Wirtschaftlicher Abschwung in Asien w\u00fcrde die Schweiz stark in Mitleidenschaft ziehen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nWas l\u00e4sst sich abschliessend aus all dem f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Exportperspektiven der Schweiz nach Asien ableiten? Grunds\u00e4tzlich erscheinen die Chancen gut, dass die Schweizer Exporte angesichts der zu erwartenden Wachstumsst\u00e4rke der asiatischen M\u00e4rkte auch weiterhin \u00fcberdurchschnittliche Zuwachsraten in diese Region erzielen k\u00f6nnen. Allerdings darf man sich trotz der starken Positionierung nicht in tr\u00fcgerischer Sicherheit wiegen und m\u00f6gliche Risiken ausblenden. Falls es \u2013 entgegen den Erwartungen \u2013 doch zu einem ausgepr\u00e4gten und vor allem l\u00e4nger andauernden Wirtschaftsabschwung im asiatischen Raum k\u00e4me, k\u00f6nnte die Schweizer Exportwirtschaft sogar \u00fcberproportional in Mitleidenschaft gezogen werden. Denn die Schweizer Exporte nach Asien basieren in erheblichem Masse auf stark zyklisch reagierenden Produkten. Dies sind G\u00fcter, deren Nachfrage besonders stark auf Ver\u00e4nderungen der ausl\u00e4ndischen Wirtschaftsentwicklung reagiert (z.B. Luxusprodukte oder Investitionsg\u00fcter).&#13;<br \/>\nVgl. Indergand &amp; Mahlstein (2010). Diese Bedenken gelten insbesondere f\u00fcr die Ausfuhren von Uhren, welche die Abh\u00e4ngigkeit von den asiatischen M\u00e4rkten stark erh\u00f6ht haben; mittlerweile werden rund 40% der Schweizer Uhren in den asiatischen Schwellenl\u00e4ndern abgesetzt. Hieraus l\u00e4sst sich folgern, dass sich bei einem ung\u00fcnstigen Wirtschaftsverlauf in Asien die f\u00fcr die Schweizer Exportwirtschaft vorteilhafte Branchenstruktur der letzten Jahre \u2013 Investitionsg\u00fcter und (Luxus-)Uhren \u2013 durchaus ins Gegenteil verkehren k\u00f6nnte.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abBeitr\u00e4ge der Regionen zum Weltwirtschaftswachstum, 1991\u20132011\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abSchweizer Warenexporte nach Regionen, 2000\u20132011\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3: \u00abReale handelsgewichtete Wechselkursindizes des Frankens, Januar 2003\u2013Juni 2012\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 4: \u00abHandelsbilanzen mit Emerging Asia, 1980\u20132011\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 5: \u00abExportanteile der Branchen \u2013 Vergleich des Handels mit Emerging Asia mit dem \u00fcbrigen Aussenhandel der Schweiz, 2011\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Droht China ein konjunkturelles Hard Landing?&#13;<\/p>\n<h3>Droht China ein konjunkturelles Hard Landing?<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIn China zeigen die Konjunkturdaten der letzten Monate eine deutliche Verlangsamung an. Dies weckt \u00c4ngste, dass nunmehr auch der bislang stabilste St\u00fctzpfeiler der fragilen Weltkonjunktur br\u00fcchig werden k\u00f6nnte. Eine gewisse Abk\u00fchlung der hohen Wachstumsraten ist jedoch wirtschaftspolitisch durchaus erw\u00fcnscht, um \u00dcbertreibungen entgegenzuwirken. So liegt das offizielle Wachstumsziel der Regierung bei 7,5% und damit mehr oder weniger noch im Einklang mit der aktuellen Situation. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Abschw\u00e4chung weiter verst\u00e4rkt und in einen ausgepr\u00e4gten Abschwung m\u00fcndet, mit sp\u00fcrbaren Bremseffekten auf den Rest der Welt. Risiken f\u00fcr ein derartiges wirtschaftliches <i>Hard Landing<\/i> in China werden insbesondere f\u00fcr den Fall einer schweren Immobilienkrise mit einem \u00dcbergreifen auf den Bankensektor gesehen. Am Immobilienmarkt hat nach mehrj\u00e4hrigem Boom seit 2011 eine Korrektur eingesetzt. In der Folge sind die Hauspreise in den grossen St\u00e4dten gegen\u00fcber dem H\u00f6chststand um rund 15% gefallen. Diese Entwicklung stellt aber noch keinen Crash dar, sondern entspricht eher einer geordneten Korrektur. Gegen eine ausufernde Immobilienkrise spricht ausserdem, dass die hohen Eigenmittelquoten der K\u00e4ufer die Verlustrisiken f\u00fcr die Banken begrenzen und der Zustrom von Arbeitern in die St\u00e4dte noch immer hoch ist. Der chinesische Bankensektor unterliegt generell starker politischer Einflussnahme (z.B. Fehlen von marktgerechten Zinsen, staatlicher Zwang zur Kreditvergabe, Beschr\u00e4nkung der Anlagem\u00f6glichkeiten), was informelle Kreditm\u00e4rkte beg\u00fcnstigt. Die zur Abfederung der globalen Krise 2008\/09 lancierten Kreditverg\u00fcnstigungen hatten einen sprungartigen Anstieg der Verschuldung der Lokalregierungen zur Folge, wobei ein Grossteil der Mittel in unrentable Infrastrukturprojekte oder Immobilieninvestitionen floss. Es d\u00fcrfte in erheblichem Ausmass zu einem Ausfall notleidender Kredite kommen, was bislang von den Banken jedoch hinausgez\u00f6gert wird. Gegen eine verst\u00e4rkte konjunkturelle Abk\u00fchlung in den kommenden Quartalen spricht in erster Linie, dass die chinesische Politik den Willen und die finanziellen Ressourcen hat, die Banken, den Immobilienmarkt und die Konjunktur zu stabilisieren. So hat sie bereits Projekte vorgezogen und die Genehmigung beschleunigt. Daneben hat die Notenbank die Leitzinsen in den letzten Monaten mehrmals gesenkt. Somit d\u00fcrfte ein Hard Landing kurzfristig vermieden werden k\u00f6nnen.Problematisch ist dabei allerdings, dass die konjunkturpolitischen Impulse die strukturellen Schw\u00e4chen des chinesischen Wirtschaftsmodells noch verst\u00e4rken. Die Investitionen sind als Folge der staatlichen Investitionslenkung \u00fcberdimensioniert (Investitionsquote von fast 50% des BIP) und f\u00fchren zu \u00dcberkapazit\u00e4ten und Fehlallokationen wie z.B. unrentablen Prestigeprojekten. Durch neue Infrastrukturprogramme wird der notwendige Umbau vom heutigen investitions- und exportlastigen zu einem st\u00e4rker konsumgetriebenen Wirtschaftsmodell eher gebremst als gef\u00f6rdert.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Wechsel zum Ursprungslandprinzip l\u00e4sst \u00dcberschuss im Handel mit China verschwinden&#13;<\/p>\n<h3>Wechsel zum Ursprungslandprinzip l\u00e4sst \u00dcberschuss im Handel mit China verschwinden<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Eidgen\u00f6ssische Zollverwaltung (EZV) ist per Jahresbeginn 2012 dazu \u00fcbergegangen die geografische Herkunft der Waren dem Ursprungs- und nicht mehr dem Erzeugungsland zuzurechnen. Neu wird eine Ware, die vor der Einfuhr in die Schweiz in einem anderen Land veranlagt (verzollt) wurde, nicht mehr diesem als Erzeugungsland zugeschlagen. Stattdessen wird die Herkunft dem Ursprungsland, in dem die Ware entweder vollst\u00e4ndig hergestellt oder \u00fcberwiegend verarbeitet wurde, angerechnet. Mit dieser Umstellung \u00e4ndert sich insbesondere die Statistik des Warenaustauschs mit China. Nach alter Berechnungsmethode war die Schweiz eines der wenigen nicht-rohstoffexportierenden L\u00e4nder mit einem \u00dcberschuss im Handel mit China (dazu z\u00e4hlen einige der entwickelten L\u00e4nder Asiens, die sich auf den Export von Vorleistungsg\u00fctern nach China spezialisiert haben, sowie Finnland und Gr\u00f6nland, welche allerdings nur einen geringen \u00dcberschuss aufweisen). Dieser \u00dcberschuss war nicht wie oft vermutet prim\u00e4r auf die hohen Exporte zur\u00fcckzuf\u00fchren. Etliche L\u00e4nder \u2013 darunter Deutschland, Finnland oder die USA \u2013 haben einen deutlich h\u00f6heren Ausfuhranteil nach China. Dagegen war der Importanteil chinesischer Waren in der Schweiz mit 3,6% im internationalen Vergleich aussergew\u00f6hnlich tief (OECD-Durchschnitt ohne Asien bei \u00fcber 11%).Mit dem Wechsel zur Ursprungsprinzip liegen die Importe aus China nun um rund 3,4 Mrd. Franken h\u00f6her. Der Anteil an den Gesamtimporten steigt auf 5,6%; die Handelsbilanz mit China wechselt von einem \u00dcberschuss von 2,2 Mrd. Franken im Jahr 2011 in ein gesch\u00e4tztes Defizit von 1,2 Mrd. Franken. Fasst man China und Hongkong zusammen, ergibt sich nach wie vor ein hoher Export\u00fcberschuss, jedoch keine besonders tiefe Importquote. Allerdings ist die korrekte Zurechnung der Handelsdestinationen im internationalen Kontext nach wie vor ein Problem;a auff\u00e4llig bleibt etwa der hohe Export\u00fcberschuss der Schweiz mit der Handelsdrehscheibe Hongkong.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\na Vergleiche dazu auch Wang, Gehlhar &amp; Yao, 2010.&#13;<br \/>\nKasten 3: Literatur&#13;<\/p>\n<h3>Literatur<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n\u2013 Barry Eichengreen, Donghyun Park &amp; Kwanho Shin (2011): When Fast Growing Economies Slow Down: International Evidence and Implications for China, NBER Working Papers 16919.\u2013 Nicole Br\u00e4ndle Schlegel &amp; Emilie Gachet (2012): Die Wachstumstreiber der Schweizer Industrie, in: Die Volkswirtschaft 5-2012, S. 10\u201313. \u2013 Christian Busch (2010): Die Struktur des Schweizer Aussenhandels mit China \u2013 eine vergleichende Analyse, KOF Analysen, Fr\u00fchjahr 2010.\u2013 IMF World Economic Outlook, April 2012.\u2013 IMF Regional Economic Outlook Asia and Pacific, April 2012.\u2013 Ronald Indergand &amp; Kornel Mahlstein (2012): Schweizer Warenexporte im Zeichen der Frankenst\u00e4rke, in: Die Volkswirtschaft 1\/2-2012, S. 8\u201312.\u2013 SECO (2010): Joint Feasibility Study on a China-Switzerland Free Trade Agreement.\u2013 Zhi Wang, Mark Gehlhar &amp; Shunli Yao (2010): A Globally Consistent Framework for Reliability-Based Trade Statistics Reconciliation in the Presence of an Entrep\u00f4t, in: China Economic Review, vol. 21(1), S. 161\u2013189.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften bildeten in den letzten Jahren die wichtigste St\u00fctze der krisengeplagten Weltkonjunktur. 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