{"id":119314,"date":"2012-11-01T12:00:00","date_gmt":"2012-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2012\/11\/wyrsch-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:25:47","modified_gmt":"2023-08-23T21:25:47","slug":"wyrsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2012\/11\/wyrsch\/","title":{"rendered":"Wirtschaftskompass Kanton Luzern: Gezielte Massnahmen f\u00fcr eine vielf\u00e4ltige Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Von den Alpen \u00fcber die Voralpen bis ins Mittelland vereint der Kanton Luzern st\u00e4dtische wie l\u00e4ndliche Orte, deren Einordnung und Entwicklung zwischen ruraler Tradition und urbaner Moderne sehr unterschiedlich sind. Diese Vielfalt wird im Rahmen der Wirtschaftspolitik gezielt in Wert gesetzt. Die eigenst\u00e4ndige, nationale und internationale Ausstrahlung Luzerns basiert in erster Linie auf den Bereichen Kultur, Bildung und Tourismus sowie auf der hohen Wohnqualit\u00e4t. Daneben hat der Kanton Luzern insbesondere in technologieintensiven Industrien, im Bereich der Sozialversicherung und Meinungsforschung sowie im Bereich kultureller und kreativer Kleinbetriebe besondere Potenziale, die es zu nutzen und auszubauen gilt.&#13;<\/p>\n<h2>Vielversprechende Wettbewerbsposition<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss dem unabh\u00e4ngigen Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Basel wird die Zentralschweiz im Jahr 2012 \u2013 wie bereits 2011 (+2,6%) \u2013 die beste Performance der Schweizer Regionen erzielen. Der Kanton Luzern tr\u00e4gt dazu eine grosse Mitverantwortung und ist bez\u00fcglich verschiedener Standortfaktoren entsprechend gut aufgestellt.Die St\u00e4rken des Kantons Luzern sind gem\u00e4ss der UBS-Studie <i>Wealth Management Research<\/i> im attraktiven Kostenumfeld aufgrund verh\u00e4ltnism\u00e4ssig tiefer ortsgebundener Kosten f\u00fcr Unternehmen auszumachen. Der Kanton Luzern verf\u00fcgt schweizweit zurzeit \u00fcber die tiefsten Unternehmenssteuern. Weitere St\u00e4rken liegen im wachstumsorientierten Arbeitsmarkt und in der wirtschaftsfreundlichen Finanzpolitik. Bei der Beurteilung der Erreichbarkeit (von Flugh\u00e4fen, Universit\u00e4ten und regionalen Zentren) sowie des Einzugsgebiets (Anbindung an die Gross&shy;agglomerationen) schneidet der Kanton Luzern nur durchschnittlich ab. Eine ausgepr\u00e4gte Schw\u00e4che zeigt sich vor allem in der Innovation. Dies widerspiegelt sich in der geringen Zahl an Patentanmeldungen, der tiefen Zahl an Besch\u00e4ftigten in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie im Fehlen eines ausgepr\u00e4gten Branchenclusters. Auch die Dynamik wird wegen der vorhandenen Wirtschaftsstruktur als unterdurchschnittlich bewertet. Insgesamt kommt die Studie zum Schluss, dass der Kanton eine \u00fcberdurchschnittliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit aufweist. Nach den Kantonen Z\u00fcrich, Basel, Zug, Aargau und Baselland erreicht Luzern den sechsth\u00f6chsten kantonalen Wettbewerbsindikator (siehe <i>Grafik 1<\/i>).Dar\u00fcber hinaus wird dem Kanton in verschiedenen Studien und Rankings eine attraktive Lebensqualit\u00e4t attestiert. Luzern ist aufgrund einer guten Kombination verschiedener wichtiger Einflussfaktoren ein attraktiver Wohnkanton. Die umliegende Natur- und Kulturlandschaft ist vielf\u00e4ltig und in ihrer Gesamtheit einzigartig. Innerhalb k\u00fcrzester Entfernungen sind st\u00e4dtische und l\u00e4ndliche Qualit\u00e4ten erlebbar. Naherholungsgebiete liegen vor der Haust\u00fcr, und in kurzer Zeit sind touristische Ausflugsziele am Vierwaldst\u00e4ttersee, in der Unesco-Biosph\u00e4re Entlebuch und in den Alpen erreichbar. Dazu bietet die Stadt Luzern ein international bekanntes Angebot f\u00fcr Freizeit und Kultur. Die beiden Zentren Luzern und Sursee zeichnen sich durch urbane Qualit\u00e4ten aus. Die zentrale Lage ist f\u00fcr Zuz\u00fcger sehr attraktiv. So reisen Pendler in weniger als einer Stunde nach Z\u00fcrich, Basel oder Bern. Auch hinsichtlich Ortsnettokosten, welche alle ortsgebundenen Kosten \u2013 wie Steuern, Versicherungspr\u00e4mien, Wohnkosten, Energiekosten \u2013 ber\u00fccksichtigen, stehen die Luzerner Gemeinden im schweizweiten Vergleich gut da.&#13;<\/p>\n<h2>Wirtschaftskompass Kanton Luzern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Kanton Luzern betreibt auf verschiedenen Ebenen Wirtschaftspolitik. Mit dem als Wirtschaftskompass bezeichneten Instrument wird aktuell eine zentrale Grundlage erarbeitet, welches die verschiedenen Schwerpunkte und Aktivit\u00e4ten in einen gesamten Rahmen einordnet. Zur Pr\u00e4zisierung der Zielvorstellungen des Kantons Luzern wurde f\u00fcr den Wirtschaftsstandort Luzern ein Zielbild erarbeitet (siehe <i>Kasten 1<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Zielbild des Kantons Luzern<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n\u00abDer Kanton Luzern zeichnet sich durch eine regional verankerte, innovative und wertsch\u00f6pfungsintensive Wirtschaft in klar profilierten Regionen aus. Er hat die Grundlagen geschaffen, dass sich die bestehenden Unternehmen innerhalb des Kantons weiterentwickeln sowie neue Unternehmen und Einwohner angezogen werden k\u00f6nnen. Bildung, Wirtschaft und Politik arbeiten in vielf\u00e4ltigen lokalen bis globalen Wissensnetzwerken zusammen und der Kanton Luzern wird insgesamt als attraktiver Wirtschafts- und Wohn&shy;standort in einer polyzentrischen Schweiz wahrgenommen. Durch die Profilierung der Regionen auf ihre St\u00e4rken werden Urbanit\u00e4t, Freizeit- und Erholungsqualit\u00e4ten gest\u00e4rkt und gemeinsam in Wert gesetzt.\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n). Es bildet den \u00fcbergeordneten Handlungsrahmen f\u00fcr die Massnahmen der kantonalen Wirtschaftspolitik. Der Wirtschaftskompass Kanton Luzern definiert daraus abgeleitet vier strategische Schwerpunkte zur F\u00f6rderung des Wirtschaftsstandorts Luzern:\u2013 Innovation- und Wissenstransfer in zukunftsorientierten Branchen;\u2013 r\u00e4umliche Profilierung und Standortentwicklung;\u2013 wirtschaftsfreundliches Umfeld;\u2013 Standortmarketing.Mit der Fokussierung auf diese vier strategischen Schwerpunkte wird in Kauf genommen, nicht alle m\u00f6glichen Schwerpunkte einer Wirtschaftspositionierung abdecken zu k\u00f6nnen. Dies geschieht jedoch in der \u00dcberzeugung, dadurch ein wirkungsvolles Instrument zu schaffen, welches sich auf die Kernaufgaben einer effizienten Wirtschaftspolitik konzentriert. Die Schwerpunkte und Stossrichtungen fokussieren auf den heute bereits vorhandenen Aktivit\u00e4ten, f\u00fchren gleichzeitig jedoch auch neue Inhalte und Massnahmen in die Positionierung mit ein.Im Folgenden wird auf ausgew\u00e4hlte Stossrichtungen in den vier strategischen Schwerpunkten eingegangen.&#13;<\/p>\n<h2>Innovation- und Wissenstransfer in zukunftsorientierten Branchen: Cluster und Innovationsschwerpunkte f\u00f6rdern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nInnovationen treten insbesondere in Regionen auf, die eine hohe regionale Kon&shy;zentration von Besch\u00e4ftigten in voneinander abh\u00e4ngigen Branchen sowie eine hohe Anzahl von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen haben. Entsprechend sind es in erster Linie die st\u00e4dtischen und auf einzelne Branchen spezialisierten Regionen, die verschiedene Innovationsranglisten anf\u00fchren. Der Kanton Luzern hingegen besitzt eine traditionell ausgerichtete und sehr breit diversifizierte Branchenstruktur. Wissens- und technologieintensive Wirtschaftsbereiche sind untervertreten. Die Ausnahme bilden dabei die wissensintensiven Dienstleistungen in der Agglomeration Luzern.Um die Ressourcen nicht in die Schaffung von Clustern zu verschwenden, die von Michael J. Enright treffend als <i>Wishful Thinking Clusters<\/i> bezeichnet werden, ist die Clusterf\u00f6rderung nicht auf politische, sondern auf funktionale R\u00e4ume auszurichten. Echte Cluster zeichnen sich durch eine kritische Masse an spezialisierten Arbeitskr\u00e4ften sowie F\u00e4higkeiten und Wissen aus, welche vernetzt durch die Unternehmen vor Ort genutzt werden. Um Entwicklungspotenziale auszusch\u00f6pfen und vorhandene Synergien zu nutzen, sind Strategien zu Clustern und Innovationsschwerpunkten grossr\u00e4umig weiterzuentwickeln. Der Kanton Luzern beteiligt sich folgerichtig beispielsweise bei Clusterprojekten des Metropolitanraums Z\u00fcrich. Der Kanton Luzern hat sich zum Ziel gesetzt, den Standort Luzern als attraktiven und eigenst\u00e4ndigen Bestandteil des Metropolitanraums Z\u00fcrich zu positionieren. Innerhalb dieses Metropolitanraums kommt der Region zwischen Luzern und Zug aufgrund hervorragender Standortfaktoren eine besondere Bedeutung zu. Die vorhandenen Entwicklungspotenziale lassen sich vor Ort im Rontal aufgrund laufender Entwicklungen bereits vorhersehen. Das Rontal befindet sich seit einigen Jahren im Wandel; es ist im Begriff, langfristig ein bedeutendes Zentrum f\u00fcr moderne Dienstleistungen und Technologien zu werden. Repr\u00e4sentativ f\u00fcr diese Trends sind die erfreulichen Entwicklungen des D4 Business Centers sowie des Technoparks Luzern. Diese Entwicklungen tragen dazu bei, dass sich die vorhandene Wirtschaftsstruktur transformiert und die gem\u00e4ss der erw\u00e4hnten UBS-Studie unterdurchschnittliche wirtschaftliche Dynamik im Kanton Luzern verbessert wird.&#13;<\/p>\n<h2>R\u00e4umliche Profilierung und Standortentwicklung: St\u00e4rkung der Hauptentwicklungsachse und der Zentren<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm kantonalen Richtplan 2009 wird festgehalten, dass die Hauptentwicklungsachse und die Zentren das R\u00fcckgrat der wirtschaftlichen Entwicklung im Kanton Luzern bilden. Gerade im Zusammenhang mit der Zielsetzung verst\u00e4rkter Cluster und Innovationsnetzwerke ist diese Stossrichtung f\u00fcr eine zukunftsorientierte Wirtschaft im Kanton Luzern zentral.Die St\u00e4rkung der Hauptentwicklungsachse basiert in erster Linie auf gezielten Ausbau der Infrastruktur und Massnahmen zur Lenkung des k\u00fcnftigen Bev\u00f6lkerungs- und Wirtschaftswachstums, welches dem Potenzial dieser standortbeg\u00fcnstigten R\u00e4ume gerecht wird. F\u00fcr das Wachstum in der Hauptentwicklungsachse braucht es einen verst\u00e4rkten Fokus auf die optimale Nutzung der Innenentwicklungspotenziale sowie an geeigneten Orten weiterhin bedarfsgerechte Einzonungen. In den \u00fcbrigen l\u00e4ndlichen R\u00e4umen und Gemeinden reichen die vorhandenen Kapazit\u00e4ten und Innenentwicklungspotenziale innerhalb der bestehenden Bauzonen f\u00fcr ein massvolles Wachstum in aller Regel aus.Die St\u00e4rkung der Zentren wird abgestimmt auf die jeweilige Massstabsebene angegangen. F\u00fcr das Hauptzentrum Luzern sind im Rahmen der \u00fcberkommunalen Agglomerationspolitik die Prozesse in den kantonalen Entwicklungsschwerpunkten Luzern Nord, Luzern S\u00fcd und Luzern Ost von entscheidender Bedeutung (siehe <i>Kasten 2<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Das Beispiel Luzern-Nord<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Gebiet Luzern Nord hat der Kanton zusammen mit den beteiligten Gemeinden und dem regionalen Entwicklungstr\u00e4ger LuzernPlus den Masterplan Stadtzentrum Luzern Nord entwickelt. Dieses gemeinde\u00fcbergreifende Planungsinstrument koordiniert Siedlungsentwicklung, St\u00e4dtebau, Verkehr, Hochwasserschutz und Freiraumgestaltung. Es ist die Grundlage f\u00fcr die rechtliche Sicherung der Entwicklungsmassnahmen im Zonenplan und in nachgeordneten Bebauungs- und Gestaltungspl\u00e4nen. Mit der Umsetzung des Masterplans kann im ganzen Gebiet rund um den Seetalplatz das grosse Potenzial der vielen un\u00fcberbauten und unternutzten Fl\u00e4chen mit sanierungsbed\u00fcrftigen Immobilien entfaltet werden. Dies hat dar\u00fcber hinaus dazu gef\u00fchrt, dass auch in benachbarten grossfl\u00e4chigen Industriearealen Planungsprozesse ausgel\u00f6st wurden, so dass sich sukzessive eine Entwicklung hin zu einem wirtschaftlich bl\u00fchenden, urbanen neuen Stadtzentrum einstellt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuf <a href=\"http:\/\/www.luzern-nord.ch\">http:\/\/www.luzern-nord.ch<\/a> sind weitere Informationen zum Entwicklungsschwerpunkt Luzern Nord sowie zum Masterplan Stadtzentrum Luzern Nord zu finden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n). In den weiteren Regional- und Subzentren laufen verschiedene Zentrumsentwicklungsprozesse. Im Regionalzentrum Sursee sind die betroffenen Nachbargemeinden richtigerweise in diesen Prozess einbezogen.In Erg\u00e4nzung zur Hauptentwicklungsachse des Kantons sollen die wirtschaftlichen Potenziale im l\u00e4ndlichen Raum aufgrund der vorhandenen St\u00e4rken und Vorz\u00fcge genutzt werden. Durch die Unterst\u00fctzung innovativer Projekte wird Unternehmertum und \u2028Innovation gef\u00f6rdert und so ein Beitrag zur Erh\u00f6hung von Wettbewerbsf\u00e4higkeit, Wertsch\u00f6pfung und Besch\u00e4ftigung im l\u00e4ndlichen Raum geleistet. Damit dieser Raum in seiner komplement\u00e4ren Rolle attraktiv ist, braucht es eine gute Versorgung mit G\u00fctern und Dienstleistungen, eine hohe Qualit\u00e4t bei den \u00f6ffentlichen Infrastrukturen sowie gute verkehrsm\u00e4ssige Anbindungen an die Regionalzentren und an die Agglomeration Luzern.Die l\u00e4ndlichen R\u00e4ume im Kanton Luzern spielen in den spezifisch auf sie zugeschnittenen Wirtschaftsbereichen wie beispielsweise Land- und Ern\u00e4hrungswirtschaft, Holzwirtschaft bzw. holzverarbeitende Betriebe, \u2028(integrale) Wasserwirtschaft, erneuerbare Energien und sanfter Tourismus ihre Wettbewerbsvorteile. Dar\u00fcber hinaus nehmen sie eine wichtige Funktion als l\u00e4ndliche Naherholungsr\u00e4ume wahr. Schaffung von Freizeit- und Erholungsangeboten und Vermarktung regionaler Produkte bieten dabei wirtschaftliche Anreize.&#13;<\/p>\n<h2>Wirtschaftsfreundliches Umfeld: Services und Bestandespflege<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei der Bestandespflege und Unternehmensentwicklung kommt der Stiftung Wirtschaftsf\u00f6rderung Luzern, welche vom Kanton, den Gemeinden sowie der Wirtschaft getragen wird, eine besondere Bedeutung zu. Im Mittelpunkt stehen geeignete Rahmenbedingungen, mit denen der Ausbau und die Expansion ans\u00e4ssiger Firmen untersch\u00fctzt werden. In diesem Sinne ist die Wirtschaftsf\u00f6rderung die entscheidende Anlaufstelle f\u00fcr alle im Kanton ans\u00e4ssigen Unternehmen und Betriebe, wenn es um unternehmensspezifische Wachstumsfragen geht. Die Wirtschaftsf\u00f6rderung konzentriert sich dar\u00fcber hinaus auf Aufbau und Pflege von verschiedenen Netzwerken, bestehend aus Partnern der Wirtschaft, den Schl\u00fcsselkunden (<i>Key-Accounts<\/i>), den kantonalen und kommunalen Verwaltungen sowie Dienstleistungspartnern wie Finanzinstitute und Gr\u00fcndungszentren.&#13;<\/p>\n<h2>Standortmarketing: Integrales Standortmarketing und St\u00e4rkung der Marke Luzern<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Attraktivit\u00e4t von Standorten wird durch die Unternehmen, die Einwohner sowie die Besucher einer Region bestimmt. Diese drei Gruppen bilden somit die zentralen Zielgruppen eines integralen Standortmarketings. In der Schnittmenge der Interessen dieser Gruppen liegt in erster Linie das Freizeit- und Erholungsangebot einer Region, weil sich Unternehmen verst\u00e4rkt auf die sogenannten weichen Standortfaktoren konzentrieren. Eine hohe Lebensqualit\u00e4t und eine ausgewogene Work-Life-Balance gewinnen mit dem wachsenden Gesundheitstrend zunehmend an Bedeutung. Deshalb ist auch f\u00fcr die Unternehmen im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte vermehrt ein attraktives Umfeld am Arbeitsplatz und entsprechend am Standort des Unternehmens von entscheidender Bedeutung. Eine integrierte Marketingstrategie, welche durch den \u00f6ffentlichen Sektor gemeinsam mit der regionalen Wirtschaft und dem Tourismus getragen wird, tr\u00e4gt zur St\u00e4rkung und Profilierung des Standortes bei.Der Kanton Luzern ist bestrebt, zusammen mit der Wirtschaftsf\u00f6rderung, der Luzern Tourismus AG, den regionalen Entwicklungstr\u00e4gern und weiteren Akteuren aus der Wirtschaft ein integrales Markting f\u00fcr die Region Luzern zu betreiben. Dabei wird konsequent auf die Profilierungspotenziale des Standorts fokussiert, in dem die zentralen Werte und Kernkompetenzen handlungsleitend sind.Die Marke Luzern geh\u00f6rt zu den bekanntesten schweizerischen Regionenmarken. Sie befindet sich durch die Vielfalt an Angeboten und die grosse Zahl an Stakeholdern in einem komplexen Umfeld. Die Verwendung der weltweit bekannten Marke Luzern ist regions- und branchen\u00fcbergreifend noch st\u00e4rker zu nutzen und in Wert zu setzen, um damit den Kanton Luzern und die gesamte Zentralschweiz nicht nur als Tourismusdestination, sondern auch als Wirtschafts-, Wohn-, Kultur- und Messeregion im nationalen und internationalen Standortwettbewerb gezielter zu positionieren. Hier wurden durch ein \u00fcberkantonales Projekt, das durch den Bund auf Grundlage des Bundesgesetzes \u00fcber die F\u00f6rderung von Innovation, Zusammenarbeit und Wissensaufbau im Tourismus (Innotour) unterst\u00fctzt wurde, bereits wichtige Prozessergebnisse erreicht, welche weiterentwickelt werden.&#13;<\/p>\n<h2>Standortmarketing: Koordiniertes Tourismusmarketing<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie grosse Bedeutung des Tourismus f\u00fcr die Region Luzern beruht auf der weltbekannten Stadt Luzern und den idyllischen und erlebnisreichen Ferienorten wie Weggis und Vitznau am Fusse der Rigi oder der Unesco-Biosph\u00e4re Entlebuch. Die gesamten touristischen Ums\u00e4tze im Kanton Luzern betragen rund 3 Mrd. Franken und die Bruttowertsch\u00f6pfung 1,7 Mrd. Franken. Der Tourismus tr\u00e4gt damit direkt und indirekt rund 8% zum kantonalen Bruttoinlandprodukt bei.Im Tourismus sind in den letzten Jahren wichtige Meilensteine eines effizienten und erfolgreichen Tourismusmarketing erreicht worden. Nach zwei \u00dcbergangsjahren ist 2012 das erste Jahr, in dem das im Tourismusleitbild verankerte Destinations-Management-Modell umgesetzt wird. Zentraler Akteur f\u00fcr die Steuerung des Tourismusmarketings im Kanton Luzern ist die Luzern Tourismus AG (LTAG). S\u00e4mtliche touristische Angebote des Kantons Luzern mit mindestens \u00fcberregionaler Bedeutung werden dabei durch einen schlanken Managementprozess gestaltet und vermarktet. Die regionalen Tourismusorganisationen konzentrieren sich auf die von der LTAG gesteuerte Angebotsentwicklung und -gestaltung sowie auf weitere Massnahmen zur St\u00e4rkung ihrer regionalen Verankerung. Mit dem weniger auf die institutionellen Strukturen als vielmehr auf die Aufgaben und die Zusammenarbeit fokussierte Ansatz ist eine Umsetzung des Tourismusleitbildes gelungen, welche die neuen Erkenntnisse der Destinationsbildungslehre aufnimmt und Modellcharakter erreicht. Der Kanton Luzern ist somit f\u00fcr die Zukunft, aber auch f\u00fcr die heute bestehende schwierige Wettbewerbssituation gut positioniert.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Kanton ist bestrebt, zusammen mit den relevanten Partnern die St\u00e4rkung des Wirtschaftsstandorts Kanton Luzern voranzutreiben. Um weiterhin eine intensive Bearbeitung der in diesem Beitrag skizzierten Stossrichtungen sicherzustellen, werden weitere Massnahmen definiert und umgesetzt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abKantonaler Wettbewerbsindikator des Kantons Luzern\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abWettbewerbsprofil des Kantons Luzern\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Zielbild des Kantons Luzern&#13;<\/p>\n<h3>Zielbild des Kantons Luzern<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n\u00abDer Kanton Luzern zeichnet sich durch eine regional verankerte, innovative und wertsch\u00f6pfungsintensive Wirtschaft in klar profilierten Regionen aus. Er hat die Grundlagen geschaffen, dass sich die bestehenden Unternehmen innerhalb des Kantons weiterentwickeln sowie neue Unternehmen und Einwohner angezogen werden k\u00f6nnen. Bildung, Wirtschaft und Politik arbeiten in vielf\u00e4ltigen lokalen bis globalen Wissensnetzwerken zusammen und der Kanton Luzern wird insgesamt als attraktiver Wirtschafts- und Wohn&shy;standort in einer polyzentrischen Schweiz wahrgenommen. Durch die Profilierung der Regionen auf ihre St\u00e4rken werden Urbanit\u00e4t, Freizeit- und Erholungsqualit\u00e4ten gest\u00e4rkt und gemeinsam in Wert gesetzt.\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Das Beispiel Luzern-Nord&#13;<\/p>\n<h3>Das Beispiel Luzern-Nord<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Gebiet Luzern Nord hat der Kanton zusammen mit den beteiligten Gemeinden und dem regionalen Entwicklungstr\u00e4ger LuzernPlus den Masterplan Stadtzentrum Luzern Nord entwickelt. Dieses gemeinde\u00fcbergreifende Planungsinstrument koordiniert Siedlungsentwicklung, St\u00e4dtebau, Verkehr, Hochwasserschutz und Freiraumgestaltung. Es ist die Grundlage f\u00fcr die rechtliche Sicherung der Entwicklungsmassnahmen im Zonenplan und in nachgeordneten Bebauungs- und Gestaltungspl\u00e4nen. Mit der Umsetzung des Masterplans kann im ganzen Gebiet rund um den Seetalplatz das grosse Potenzial der vielen un\u00fcberbauten und unternutzten Fl\u00e4chen mit sanierungsbed\u00fcrftigen Immobilien entfaltet werden. Dies hat dar\u00fcber hinaus dazu gef\u00fchrt, dass auch in benachbarten grossfl\u00e4chigen Industriearealen Planungsprozesse ausgel\u00f6st wurden, so dass sich sukzessive eine Entwicklung hin zu einem wirtschaftlich bl\u00fchenden, urbanen neuen Stadtzentrum einstellt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAuf <i><a href=\"http:\/\/www.luzern-nord.ch\">http:\/\/www.luzern-nord.ch<\/a><\/i> sind weitere Informationen zum Entwicklungsschwerpunkt Luzern Nord sowie zum Masterplan Stadtzentrum Luzern Nord zu finden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von den Alpen \u00fcber die Voralpen bis ins Mittelland vereint der Kanton Luzern st\u00e4dtische wie l\u00e4ndliche Orte, deren Einordnung und Entwicklung zwischen ruraler Tradition und urbaner Moderne sehr unterschiedlich sind. Diese Vielfalt wird im Rahmen der Wirtschaftspolitik gezielt in Wert gesetzt. 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