{"id":119319,"date":"2012-11-01T12:00:00","date_gmt":"2012-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2012\/11\/batzli-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:25:50","modified_gmt":"2023-08-23T21:25:50","slug":"batzli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2012\/11\/batzli\/","title":{"rendered":"Die Energiewende hat Vorteile f\u00fcr alle"},"content":{"rendered":"<p>Energie kostet. Das gilt f\u00fcr erneuerbare Energien genauso wie f\u00fcr fossile und nukleare Energietr\u00e4ger. W\u00e4hrend aber Atom- und Gaskraftwerke st\u00e4ndig mit teuer importierten Brennstoffen befeuert werden m\u00fcssen, fallen bei Erneuerbare-Energie-Anlagen nur Kosten f\u00fcr die Errichtung und den Betrieb an. Doch 2011 stieg der Anteil der aus dem Ausland bezogenen Energie auf 79,3%, w\u00e4hrend nur 19% aus heimischen erneuerbaren Quellen stammten. Der Umbau unseres Energiesystems wird gewaltige Investitionen erfordern. Zwar ist die Bandbreite der Sch\u00e4tzungen gross, wie viele Milliarden in den n\u00e4chsten Jahrzehnten in neue Kraftwerke, leistungsf\u00e4hige Netze und flexible Speicher investiert werden m\u00fcssen. Doch die Bereitschaft privater Inves&shy;toren, dieses Kapital bereitzustellen, ist &shy;vorhanden. 2011 wurden weltweit 257 Mrd. US-Dollar in erneuerbare Energien investiert, mehrheitlich von Banken, Anlagefonds\u00a0und privaten Investoren. Privates Kapital fliesst aber nur dort, wo angemessene (nicht \u00fcberrissene) Renditen zu erwarten sind und verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen bestehen. Die Energiestrategie 2050 setzt diesen Rahmen. Das Vorhaben, unser Energiesystem innert knapp 35 Jahren grundlegend umzubauen, braucht gezielte Impulse. Mit der Kostendeckenden Einspeiseverg\u00fctung (KEV) steht das wirksamste Instrument bereit, diese Investitionen auszul\u00f6sen, ohne das Gemeinwesen zu \u00fcberfordern. Die KEV ist anderen F\u00f6rdersystemen \u00fcberlegen, weil sie kein Fass ohne Boden ist, sondern die Verg\u00fctungen f\u00fcr neue Anlagen von Jahr zu Jahr sinken. Sie ist keine staatliche Subvention, sondern ein verursachergerechter Zuschlag auf den effektiven Stromverbrauch. Schliesslich garantieren die Mehrkosten von heute tiefere Energiekos&shy;ten und mehr Versorgungssicherheit in der Zukunft. Es ist zu hoffen, dass die Energiestrategie 2050 die tausenden baureifen Projekte, die auf der KEV-Warteliste blockiert sind, endlich freigibt.&#13;<\/p>\n<h2>Wie entwickeln sich die Energiepreise?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Preise f\u00fcr konventionelle Energien werden steigen. In welchen Mass, dar\u00fcber orakelt die Internationale Energie Agentur (IEA) seit Jahren an der Realit\u00e4t vorbei. Anders als f\u00fcr \u00d6l, Uran, Kohle oder Gas werden die Preise f\u00fcr erneuerbare Energien jedoch nicht aus dem Ausland diktiert. Einmal am Netz, liefern Sonne, Wind, Wasser, Umweltw\u00e4rme, Holz und sonstige Biomasse wenn auch nicht umsonst, so doch zu langfristig stabilen Preisen saubere Energie. Der Merit-Order-Effekt sorgt daf\u00fcr, dass die noch vor Kurzem von den Stromgiganten bel\u00e4chelten erneuerbaren Energien zunehmend den teureren Atom- und Kohlestrom aus den Netzen verdr\u00e4ngen. Neben den technischen Kosten von Produktion und Bereitstellung sind auch die politischen Kosten zu ber\u00fccksichtigen. Abgaben auf Strom, Brenn- und Treibstoffe lassen sich so gestalten, dass sie eine Lenkungswirkung f\u00fcr den Umbau des Energiesystems entfalten, ohne die Wirtschaft abzuw\u00fcrgen oder sozial Schwache weiter zu belasten.&#13;<\/p>\n<h2>Was bedeutet die Energiewende f\u00fcr die Wirtschaft?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Energiewende wird strukturelle Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort haben. Zwar werden die volkswirtschaftlichen Effekte je nach Perspektive und Interesse unterschiedlich bewertet; es \u00fcberwiegen aber positive Erwartungen f\u00fcr Einkommen und Besch\u00e4ftigung. Diese werden umso kr\u00e4ftiger ausfallen, je schneller und entschlossener die Umstellung auf mehr erneuerbare Energien und Energieeffizienz angegangen wird.&#13;<\/p>\n<h2>Was wollen die B\u00fcrger?<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie B\u00fcrger wollen eine zuverl\u00e4ssige Versorgung mit bezahlbarer umweltvertr\u00e4glicher Energie, die unseren Wohlstand und Lebensstil sichert. Wie diese aussehen soll, dar\u00fcber entscheiden sie selbst, indem sie zertifizierten \u00d6kostrom oder Biogas beziehen, selbst Strom und W\u00e4rme produzieren oder sich an Energiegenossenschaften beteiligen. Die Nagelprobe f\u00fcr die Energiewende wird jedoch voraussichtlich 2014\/15 anstehen, wenn es erwartungsgem\u00e4ss zum Referendum f\u00fcr oder gegen den Atomausstieg kommen wird. Bis dahin gilt es zu beweisen, dass erneuerbare Energien und mehr Energieeffizienz nicht nur die sicherere und \u00f6kologischere, sondern auch die verl\u00e4sslichere und wirtschaftlichere Alternative sind.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Energie kostet. Das gilt f\u00fcr erneuerbare Energien genauso wie f\u00fcr fossile und nukleare Energietr\u00e4ger. W\u00e4hrend aber Atom- und Gaskraftwerke st\u00e4ndig mit teuer importierten Brennstoffen befeuert werden m\u00fcssen, fallen bei Erneuerbare-Energie-Anlagen nur Kosten f\u00fcr die Errichtung und den Betrieb an. 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Mit der Energiestrategie 2050 hat der Bundesrat die Marschrichtung f\u00fcr den Umbau unseres Energiesystems vor\u00adgelegt. Aber werden deswegen auch die notwendigen Investitionen get\u00e4tigt? Wie werden sich die Energiepreise entwickeln, wenn sich erneuerbare Energien weiter durchsetzen? Was bedeutet das f\u00fcr die Wirtschaft? Wie werden sich die B\u00fcrger entscheiden?","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":119322,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"7389","post_abstract":"","magazine_issue":"20121101","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/54ec2cc02da95"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119319"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3813"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=119319"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119319\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127330,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119319\/revisions\/127330"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3813"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=119319"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=119319"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=119319"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=119319"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=119319"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=119319"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}