{"id":119349,"date":"2012-11-01T12:00:00","date_gmt":"2012-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2012\/11\/koelliker-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:26:48","modified_gmt":"2023-08-23T21:26:48","slug":"koelliker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2012\/11\/koelliker\/","title":{"rendered":"Regulierungsfolgenabsch\u00e4tzung der vorgesehenen Energiemassnahmen"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201211_07_Koelliker_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"795\" height=\"520\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Der von Bundesrat und Parlament angestrebte Ausstieg aus der Atomenergie soll weder zu einem Anstieg des CO2-Ausstosses noch zu einer Zunahme der Stromimporte f\u00fchren, und die hohe Sicherheit der Stromversorgung soll gewahrt bleiben. Im Bild: Solaranlage bei Bubendorf (BL). Keystone<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Energiestrategie 2050 beinhaltet zahlreiche Massnahmen und eine Palette von verschiedensten Regulierungsinstrumenten. Damit beeinflusst sie auf langfristige und tiefgreifende Art und Weise einen umfangreichen und strategisch wichtigen Bereich der schweizerischen Volkswirtschaft. Die Endverbrauchsausgaben f\u00fcr Energie betrugen 2010 rund 30 Mrd. Franken oder 5,5% des Bruttoinlandprodukts (BIP).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nF\u00fcr die Energiestrategie 2050 wurden haupts\u00e4chlich von den B\u00fcros Prognos und Ecoplan im Auftrag des Bundesamtes f\u00fcr Energie (BFE) umfangreiche Untersuchungen zu den energiepolitischen Szenarien durchgef\u00fchrt.<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a>\u00a0Die RFA des Staatssekreta&shy;riats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) untersuchte dem&shy;gegen\u00fcber die volkswirtschaftlichen Aus&shy;wirkungen der einzelnen Massnahmen quantitativ oder qualitativ.<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a>\u00a0In diese Untersuchung flossen auch die Ergebnisse der \u2028Studie im Auftrag des Bundesamtes f\u00fcr Umwelt (Bafu) \u00fcber die massnahmenspezifischen Auswirkungen auf die Umwelt ein.<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>&#13;<br \/>\nIm Folgenden werden zun\u00e4chst das Vorgehen zur RFA und ausgew\u00e4hlte Resultate dieser Untersuchung dargestellt. Abschliessend wird darauf eingegangen, wie sich die Untersuchung des Seco von den beiden erw\u00e4hnten Studien im Auftrag des BFE abgrenzt und diese erg\u00e4nzt.&#13;<\/p>\n<h2>Vorgehen und Methodik<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie einzelnen Massnahmen der Energiestrategie 2050 wurden anhand eines ein&shy;heitlichen Analyserasters gepr\u00fcft. Die dabei verwendeten Kriterien sind im <i>Kasten 1<\/i> aufgef\u00fchrt. Besondere Bedeutung hat dabei die Wirtschaftlichkeit bei der Energieproduktion und beim Energieverbrauch. Das Seco hat gegen 70 Massnahmen vorg\u00e4ngig untersucht, die im Vorfeld der Vernehmlassung diskutiert wurden. Im Massnahmenpaket der Vernehmlassungsvorlage werden schliesslich ungef\u00e4hr 60 Einzelmassnahmen in 24 Massnahmengruppen vorgeschlagen. Rund 50 dieser vorgeschlagenen Einzelmassnahmen wurden im Rahmen der Regulierungsfolgenabsch\u00e4tzung gepr\u00fcft. Aufgrund der zahlreichen und zum Teil noch nicht im Detail ausformulierten Massnahmen beinhaltete diese erste Phase der RFA mehrheitlich eine grobe Beurteilung mit \u00fcberwiegend qualitativen Resultaten, welche schon bei der Ausarbeitung der Vernehmlassungsvorlage vorlagen. Dabei arbeitete das Seco mit dem BFE und anderen \u2028f\u00fcr die einzelnen Massnahmen zust\u00e4ndigen Bundes\u00e4mtern zusammen. Im Hinblick auf die f\u00fcr 2013 vorgesehene Botschaft zur Energiestrategie 2050 werden im Rahmen einer zweiten Phase der RFA besonders relevante Einzelmassnahmen noch vertieft untersucht. Dazu geh\u00f6ren der Ausbau und die Reform der kostendeckenden Einspeiseverg\u00fctung (KEV) f\u00fcr Strom aus erneuerbaren Energiequellen, die F\u00f6rderung der Stromeffizienz sowie die Abgabenbe&shy;freiung und Zielvereinbarungen f\u00fcr Grossverbraucher.&#13;<\/p>\n<h2>Auswirkungen einzelner Massnahmen<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2>Kostendeckende Einspeiseverg\u00fctung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Verst\u00e4rkung und Optimierung des KEV-F\u00f6rdersystems f\u00fcr Strom aus erneuerbaren Energiequellen hat positive Auswirkungen auf die sichere Versorgung, wenn im Gleichschritt die Stromnetze verst\u00e4rkt und erweitert werden. Die Realisierung des angestrebten Ziels bei den neuen erneuerbaren Energien von 24,2 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2050 f\u00fchrt zu j\u00e4hrlichen Mehrkosten, welche um 2030 einen Maximalwert von etwa 1 Mrd. Franken erreichen werden. Wenn man diesen Maximalwert der j\u00e4hrlichen F\u00f6rdergelder ins Verh\u00e4ltnis setzt mit dem angestrebten Ausbauziel von 8,24 TWh im Jahr 2030, ergeben sich daraus Mehrkosten von 12,1 Rappen pro produzierte Kilowattstunde (KWh) aus neuen erneuerbaren Energien. Bis 2050 sinken die Kosten pro KWh deutlich, da sich w\u00e4hrend dieser Zeit die Produktion auf 24,2 TWh erh\u00f6hen soll, w\u00e4hrend die Gesamtsumme der F\u00f6rdergelder gleichzeitig zur\u00fcckgeht. Diese Kosten k\u00f6nnen jedoch variieren, je nachdem, wie sich die Kosten der gef\u00f6rderten Technologien sowie der Marktpreis f\u00fcr Strom in der Schweiz, der wiederum vom \u2028internationalen Handel abh\u00e4ngig ist, entwickeln werden. Der Bundesrat schl\u00e4gt zus\u00e4tzlich zur Verst\u00e4rkung auch eine Optimierung des KEV-F\u00f6rdersystems vor. So sollen zum Beispiel Ausschreibungen f\u00fcr bestimmte Techno&shy;logien oder Leistungsklassen eingef\u00fchrt \u2028werden. Dadurch k\u00f6nnen die Einspeise&shy;verg\u00fctungen besser an marktorientierten Produktionskosten ausgerichtet und die F\u00f6rdermittel wirksamer eingesetzt werden. Die st\u00e4rker wettbewerblich ausgestaltete KEV-F\u00f6rderung wird so auch die Anreizwirkung f\u00fcr den technologischen Fortschritt bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien verbessern.&#13;<\/p>\n<h2>Geb\u00e4udeprogramm<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit der Verst\u00e4rkung des Geb\u00e4udeprogramms werden die Effizienzmassnahmen ausgeweitet und neue F\u00f6rderberechtigungen geschaffen. Der Bundesrat schl\u00e4gt eine Aufstockung des Geb\u00e4udeprogramms \u2013 finanziert aus der CO2-Abgabe \u2013 ab 2015 von heute knapp 270 Mio. auf 600 Mio. Franken pro Jahr vor.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss einer Wirkungsanalyse der kantonalen F\u00f6rderprogramme f\u00fcr Geb\u00e4ude\u00a0<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a>\u00a0erreichten bisher die kantonalen Aktivit\u00e4ten im Energiebereich (Programmvereinbarungen und Globalbeitr\u00e4ge) \u00fcber eine Lebensdauer der finanzierten Investitionen von rund 25 Jahren eine relativ gute Kosten&shy;wirksamkeit des \u00f6ffentlichen Beitrags von 1,1 Rappen pro eingesparter oder zus\u00e4tzlich produzierter KWh Energie. Allerdings wollen die Kantone k\u00fcnftig die F\u00f6rderkriterien lockern und damit auch Investitionen f\u00f6rdern, welche bezogen auf ihre Lebensdauer zwar wirtschaftlich sind, jedoch aus Sicht der Investoren nicht gen\u00fcgend schnell amortisiert werden k\u00f6nnen. Dies kann zu einer Zunahme der Mitnahmeeffekte \u2013 d.h. zu einer vermehrten Subventionierung von Projekten, welche auch bei geringerer oder fehlender staatlicher Unterst\u00fctzung verwirklicht w\u00fcrden \u2013 f\u00fchren.&#13;<\/p>\n<h2>Energieeffizienz von Fahrzeugen \u2028und Ger\u00e4ten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZur Erh\u00f6hung der Energieeffizienz werden die Emissionszielwerte und Effizienzvorschriften f\u00fcr Fahrzeuge beziehungsweise f\u00fcr Ger\u00e4te versch\u00e4rft und auf weitere Fahrzeug- und Ger\u00e4tekategorien ausgeweitet. Die erwarteten Energieeinsparpotenziale werden als bedeutend eingesch\u00e4tzt und betragen bei Elektroger\u00e4ten bis 2050 4,2 TWh pro Jahr. Neue Personenwagen sollen ab 2020 im Durchschnitt nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen. Dieser Wert lag 2011 noch bei 155 Gramm CO2 pro Kilometer. Anders als bei den voranstehenden Massnahmen entstehen hier nicht F\u00f6rderkosten, sondern h\u00f6here Anschaffungskosten f\u00fcr Ger\u00e4te und Fahrzeuge oder Nutzenverluste wegen untersagter Ger\u00e4te. Um ein angemessenes Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnis der Massnahmen sicherzustellen und unerw\u00fcnschte Auswirkungen zu vermeiden, orientieren sich die Effizienz- und die Gebrauchsvorschriften am technologischen Fortschritt und an internationalen Standards. Die relativ hohen Sanktionskosten bei \u00dcberschreiten der Emissionszielwerte f\u00fcr Personenwagen beg\u00fcnstigen einen auf Energieeffizienz ausgerichteten technologischen Fortschritt und eine Verschiebung des Angebots hin zu emissions\u00e4rmeren Fahrzeugtypen. Die Auswirkungen auf die CO2-Emissionen sind hingegen lediglich indirekt, da die Sanktionen sich nur auf die Anschaffungskosten und nicht direkt auf den darauffolgenden Einsatz des Fahrzeugs auswirken. Zudem ist denkbar, dass die finanzielle Belastung von emissionsstarken und die Beg\u00fcnstigung von emissionsarmen Fahrzeugen dazu f\u00fchren, dass der Verzicht auf emissionsstarke Fahrzeuge \u00fcberproportional durch die Nachfrage nach emissionsarmen Fahrzeugen kompensiert wird. Aus wirtschaftlicher Sicht effizienter w\u00e4re eine gleichm\u00e4ssige Belastung aller CO2-Emissionen, etwa mittels CO2-Treibstoffabgabe, die direkt beim Energieverbrauch ansetzt und dem Verursacherprinzip vollst\u00e4ndig Rechnung tr\u00e4gt.&#13;<\/p>\n<h2>Zielvereinbarungen und R\u00fcckerstattung der Netzzuschl\u00e4ge f\u00fcr Grossverbraucher<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDurch Zielvereinbarungen sollen Betriebe mit mehr als 500 Megawattstunden Stromverbrauch pro Jahr unterst\u00fctzt werden, ihre Energieeffizienz zu steigern. Die Zielvereinbarung ist gleichzeitig die Voraussetzung f\u00fcr die R\u00fcckerstattung der Netzzuschl\u00e4ge, die zur Finanzierung der KEV und anderer Massnahmen erhoben werden. Mit diesem Modell werden umfangreiche Stromeinsparungen von mehr als 7 TWh pro Jahr bis 2050 erwartet. Diese hohe Wirkung der Massnahme wird mit einer grossen Umverteilung von finanziellen Mitteln erkauft. Falls sich alle Grossverbraucher von den Abgaben befreien lassen, werden rund 25 TWh Stromkonsum \u2013 also rund 40% des gesamten Stromverbrauchs \u2013 von den Netzzuschl\u00e4gen befreit. Die Abgabenlast zur Finanzierung der KEV und anderer Massnahmen wird sich folglich auf die restlichen rund 35 TWh verteilen. Dies erh\u00f6ht bei den aktuellen Netz&shy;zuschl\u00e4gen die Abgabenlast der nicht befreiten Unternehmen und privaten Haushalte um rund 70% oder ca. 100 Mio. Franken \u2028pro Jahr. Bei den erwarteten steigenden Netz&shy;zuschl\u00e4gen steigt die Abgabenlast um ca. 320 Mio. Franken im Jahr 2020 bzw. 450 Mio. Franken im Jahr 2035. Ein weiteres Ziel der Netzzuschlagsr\u00fcckerstattung ist die Wahrung der internationalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit von stromintensiven Unternehmen. Aus volkwirtschaftlicher Sicht sind zwar Abgaben nach dem Verur&shy;sacherprinzip (Netzzuschlag, CO2-Abgabe) im Sinne der Internalisierung bisher nicht gedeckter Kosten gerechtfertigt. Nicht erw\u00fcnscht sind jedoch abrupte Strukturanpassungen infolge ansteigender Abgaben und die damit verbundenen hohen Anpassungsko&shy;sten. Deshalb soll die Erh\u00f6hung von \u2028Energieabgaben mit einer Ausweitung der R\u00fcckerstattung der Netzzuschl\u00e4ge f\u00fcr strom&shy;intensive Unternehmen begleitet werden. Die Abgabenbefreiung schafft allerdings aus volkswirtschaftlicher Sicht unerw\u00fcnschte Verzerrungen zwischen befreiten und nicht befreiten Energiekonsumenten. Deshalb sollte die Massnahme m\u00f6glichst zielgerichtet sein. Dies ist mit der vorliegenden Massnahme nicht der Fall, da sie am absoluten Stromverbrauch (mindestens 500 MWh pro Jahr) anstatt an der Stromintensit\u00e4t (z.B. Stromkosten relativ zur Bruttowertsch\u00f6pfung) ankn\u00fcpft.&#13;<\/p>\n<h2>Aus volkswirtschaftlicher Sicht zu &shy;priorisierende Massnahmen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei einer Reihe von Massnahmen treten aus volkswirtschaftlicher und \u00f6kologischer Sicht keine bedeutenden negativen Auswirkungen auf: \u2212 Mit Massnahmen zur Beschleunigung und Vereinfachung von Bewilligungsverfahren werden bestehende Regulierungen effizienter umgesetzt und unn\u00f6tige Kosten vermieden, sofern die Schutzinteressen gewahrt bleiben. \u2212 Die verursachergerechte Internalisierung negativer externer Effekte des Energieverbrauchs gilt als volkswirtschaftlich sehr effizient. Vorausgesetzt wird jedoch dabei, dass abrupte strukturelle Auswirkungen energieintensive Branchen flankierend abgefedert werden. Der Bundesrat pr\u00fcft ein Lenkungsregime mit internalisierender Wirkung f\u00fcr die Zeit nach 2020. \u2212 Informationsmassnahmen reduzieren Informationsdefizite bei Produzenten und Konsumenten und tragen so zur effizienteren Verwendung von Energie bei, ohne dass dabei \u00fcber die Informationsbereitstellung hinaus Kosten entstehen.&#13;<\/p>\n<h2>Unsicherheiten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit der Analyse der Auswirkungen der einzelnen Massnahmen treten auch die \u2028Unsicherheiten zu Tage, unter denen die Politik heute Entscheide treffen muss. Die Wirkung der meisten Massnahmen h\u00e4ngt von einer Reihe von unvorhersehbaren Faktoren ab, wie etwa der Reaktionen der Akteure auf Preissignale (Elastizit\u00e4ten), m\u00f6glichen Mitnahmeeffekten bei F\u00f6rdermassnahmen, Reboundeffekten<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a>\u00a0bei Effizienzmassnahmen, dem zuk\u00fcnftigen technologischen Fortschritt und der Problematik der asymmetrischen Information zwischen Unternehmen und Vollzugsbeh\u00f6rden (etwa bei Zielvereinbarungen). Der Bundesrat will angesichts dieser Unsicherheiten die Wirkung der Massnahmen und deren Kosten nach Inkrafttreten regelm\u00e4ssig \u00fcberpr\u00fcfen.&#13;<\/p>\n<h2>Ziel der Massnahmenanalyse und \u2028Abgrenzung zu weiteren Untersuchungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Ziel der volkswirtschaftlichen Massnahmenanalyse ist es, einen Beitrag zur Optimierung der Auswahl und Ausgestaltung der Massnahmen der Energiestrategie 2050 zu leisten. Dazu werden die Beitr\u00e4ge der einzelnen Massnahmen zu den energiepolitischen Zielen soweit als m\u00f6glich mit den verursachten Kosten ins Verh\u00e4ltnis gesetzt. Damit erg\u00e4nzt diese Studie die beiden Untersuchungen der B\u00fcros Prognos und Ecoplan (siehe <i>Tabelle 1<\/i>). Die Untersuchungen im Rahmen der Energieperspektiven durch Prognos ermitteln die energetische Wirkung der Massnahmen und die politikabh\u00e4ngigen, direkten \u2028Investitions- und Betriebskosten von Stromproduktionsanlagen und Effizienztechnologien. Aufbauend auf den Resultaten der \u2028Untersuchungen von Prognos untersucht Ecoplan mit einem allgemeinen Gleichgewichtsmodell die Auswirkungen auf die Wohlfahrt, das BIP und andere volkswirtschaftliche Gr\u00f6ssen. Im Rahmen dieser Analyse ist es jedoch nicht m\u00f6glich, die zur Diskussion stehenden Massnahmen detailliert zu untersuchen. Anstelle der vom Bundesrat vorgeschlagenen Massnahmen wird im Modell von Ecoplan stellvertretend eine hypothetische CO2- und Stromabgabe untersucht. Damit werden jedoch die volkswirtschaftlichen Kosten der Szenarien tendenziell untersch\u00e4tzt, weil eine Abgabe theoretisch das wirtschaftlich effizienteste Instrument ist. Zudem k\u00f6nnen sich die Auswirkungen auf Branchenstruktur, Aussenhandel und Verteilung bei den von der Politik gew\u00e4hlten Massnahmen deutlich von jenen der hypo&shy;thetischen Abgabe unterscheiden. Die Untersuchungen von Ecoplan basieren ferner nur auf der Angebotsvariante C, die den Zubau von Gaskombikraftwerken vorsieht und auf einen verst\u00e4rkten Zubau von erneuerbaren Energien verzichtet. Schliesslich ist festzuhalten, dass keine der drei Untersuchungen die Kosten und Nutzen des geplanten Verzichts auf den Bau neuer Kernkraftwerke (Atomausstieg) ber\u00fccksichtigt. Bei den Studien von Prognos und Ecoplan f\u00fchrt das Referenzszenario <i>(Weiter wie bisher)<\/i> die heute geltende Energiepolitik ohne neue Massnahmen weiter und sieht keine neuen Kernkraftwerke vor. Ein Szenario mit neuen Kernkraftwerken wird nicht ber\u00fccksichtigt. Daher werden die Kosten und Nutzen des Verzichts auf neue Kernkraftwerke im Rahmen dieser Studien nicht untersucht.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/10.32.68.4\/graphics\/cache\/201211_07D_Tabelle01.eps.gif\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"847\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Ausblick<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit den Massnahmen der Energiestrategie 2050 sollen die Herausforderungen des von Bundesrat und Parlament angestrebten Ausstiegs aus der Atomenergie angegangen werden. Die hohe Sicherheit der Stromversorgung soll gewahrt bleiben. Dar\u00fcber hinaus sind in der Energiepolitik zwei weitere Randbedingungen zu ber\u00fccksichtigen: Der Verzicht auf die Kernkraft soll weder zu einem Anstieg des CO2-Ausstosses noch zu einer Zunahme der Stromimporte f\u00fchren. Zusammen f\u00fchren diese drei Einschr\u00e4nkungen dazu, dass die Kosten der neuen Energiepolitik betr\u00e4chtlich sein k\u00f6nnten. Unter diesen Umst\u00e4nden sollten volkswirtschaftlich unn\u00f6tige Zusatzkosten, welche sich durch ein \u00dcbereinanderschichten von zahlreichen und komplexen Instrumenten ergeben k\u00f6nnen, beachtet und nach M\u00f6glichkeit vermieden werden. Zudem besteht das Risiko, dass einzelne Instrumente auf Kosten der Volkswirtschaft zum Spielball der am besten organisierten und informierten Interessen werden. Um einer solchen Entwicklung entgegenzuwirken, sollte auf Bundesebene und gegebenenfalls auch auf kantonaler Ebene jede Massnahme vor der Inkraftsetzung einem strengen Kosten-Wirksamkeits-Test unterzogen werden. Die Regulierungsdichte der neuen Massnahmen sollte beschr\u00e4nkt und die Wirkung der einzelnen Massnahmen in regelm\u00e4ssigen Intervallen \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Vgl. Prognos (2012), Ecoplan (2012). Weitere Angaben dazu im Artikel von Pascal Previdoli auf S. 4 ff. in dieser Ausgabe.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Vgl. Seco (2012).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Vgl. Infras \/ Ecosens (2012).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Vgl. EnergieSchweiz (2011).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Der sogenannte Reboundeffekt beschreibt den Umstand, dass erzielte Einsparungen, die z.B. durch effizientere Technologien entstehen, durch vermehrte Nutzung oder Mehrkonsum (z.B. Zweitger\u00e4te) wieder zunichte gemacht oder sogar \u00fcberkompensiert werden (Steigerung statt Senkung des Energieverbrauchs).&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; &#13; Der von Bundesrat und Parlament angestrebte Ausstieg aus der Atomenergie soll weder zu einem Anstieg des CO2-Ausstosses noch zu einer Zunahme der Stromimporte f\u00fchren, und die hohe Sicherheit der Stromversorgung soll gewahrt bleiben. Im Bild: Solaranlage bei Bubendorf (BL). 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Dieser Artikel beschreibt das Vorgehen und ausgew\u00e4hlte Resultate dieser Untersuchungen und stellt diese in den Kontext der \u00fcbrigen Untersuchungen zu den Auswirkungen der Energiestrategie 2050.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":[{"kasten_title":"Kasten 1:","kasten_box":"<h3>Analyseraster zur Beurteilung der Massnahmen<\/h3>&#13;\n\u2212 <i>Ziele:<\/i> Welches sind die genauen Zielsetzungen der Massnahme?&#13;\n&#13;\n\u2212 <i>Marktversagen\/Regulierungsversagen:<\/i> Korrigiert die Massnahme Markt- oder Regu\u00adlierungsversagen und verbessert sie damit \u2028die wirtschaftliche Effizienz?&#13;\n&#13;\n\u2212 <i>Zielerreichung:<\/i> Welchen Beitrag leistet die Massnahme zu einer sicheren, umweltvertr\u00e4glichen und wirtschaftlichen Energieversorgung im Sinne der gesetzlichen ener\u00adgiepolitischen Ziele? Welche Zielkonflikte und wirtschaftlichen Kosten ergeben sich dabei?&#13;\n&#13;\n\u2212 <i>Andere Auswirkungen:<\/i> Gibt es \u00fcber die Wirkungen auf die energiepolitischen Ziele \u00adhinaus weitere volkswirtschaftlich relevante Auswirkungen auf Staat, Wirtschaft \u2028und Gesellschaft?&#13;\n&#13;\n\u2212 <i>Risiken\/Unsicherheiten:<\/i> Welche Risiken und Unsicherheiten sind bei der Beurteilung der Massnahme zu ber\u00fccksichtigen und welche Wissensgrundlagen fehlen?"},{"kasten_title":"Kasten 2:","kasten_box":"<h3>Literatur<\/h3>&#13;\n\u2212 Ecoplan, Energiestrategie 2050 \u2013 volkswirtschaft\u00adliche Auswirkungen, 12. September 2012.&#13;\n&#13;\n\u2212 EnergieSchweiz, Globalbeitr\u00e4ge an die Kantone \u2028nach Art. 15 EnG: Wirkungsanalyse kantonaler \u2028F\u00f6rderprogramme \u2013 Ergebnisse der Erhebung 2010, Juli 2011.&#13;\n&#13;\n\u2212 Infras \/ Ecosens, Energiestrategie 2050: Umweltanalyse und Bewertung der Massnahmen, 12. September 2012.&#13;\n&#13;\n\u2212 Prognos, Die Energieperspektiven f\u00fcr die Schweiz \u2028bis 2050: Energienachfrage und Elektrizit\u00e4tsangebot 2000-2050, 12. September 2012.&#13;\n&#13;\n\u2212 Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco), Volkswirtschaftliche Massnahmenanalyse zur Energiestrategie 2050, 19. September 2012."}],"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":119352,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"7401","post_abstract":"","magazine_issue":"20121101","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/54f41914b7a0b"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119349"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2740"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=119349"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119349\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127336,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119349\/revisions\/127336"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/0"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3048"},{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2740"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=119349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=119349"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=119349"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=119349"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=119349"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=119349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}