{"id":119394,"date":"2012-11-01T12:00:00","date_gmt":"2012-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2012\/11\/steinmann-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:26:13","modified_gmt":"2023-08-23T21:26:13","slug":"steinmann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2012\/11\/steinmann\/","title":{"rendered":"Im Gespr\u00e4ch mit Walter Steinmann, Direktor Bundesamt f\u00fcr Energie"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201211_11_Steinmann_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"799\" height=\"531\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<span class=\"text__legend\">Steinmann: Nur in L\u00e4ndern, wo man staatliche Garantien und Subventionen hat, k\u00f6nnen neue Kernkraftwerke gebaut werden. Das sagt die f\u00fcr diese Branche zust\u00e4ndige Nuclear Energy Agency der OECD.\u00a0Foto: Hannes Saxer<\/span>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b><i>Ihre Vorgesetzte, Bundesr\u00e4tin Doris Leuthard, hat das Vorhaben \u00abEnergiestrategie 2050 und ihre Umsetzung\u00bb als eine \u00abgrosse Kiste\u00bb bezeichnet, die es auch wahrlich ist. Warum \u00fcberhaupt diese \u00abgrosse Kiste\u00bb?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Steinmann:<\/b> Bundesrat und Parlament haben entschieden, aus der Kernenergie auszusteigen. Sie haben uns den Auftrag erteilt, eine neue Energiestrategie zu &shy;formulieren. Nach Art. 89 der Bundesverfassung haben Bund und Kantone die Rahmenbedingungen f\u00fcr eine sichere, breit gef\u00e4cherte, wirtschaftliche und umweltvertr\u00e4gliche Energieversorgung bereitzustellen. F\u00fcr uns ist klar: Die Energiewende hat viele Herausforderungen. Es geht um Grundsatzent&shy;scheide f\u00fcr Investitionen f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahrzehnte. Die Energiewirtschaft muss umdenken; aber auch die Gesellschaft muss einige neue Verhaltensweisen lernen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b><i>Das BFE und Sie als verantwortlicher Direktor sind bei diesem Vorhaben im besonderen Masse gefordert. Wovor haben Sie den gr\u00f6ssten Respekt?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Steinmann:<\/b> F\u00fcr uns ist das zentrale, dass wir Entscheide treffen, die langfristig Wirkung haben. Es geht darum, die Gesellschaft gen\u00fcgend einzubeziehen und der Bev\u00f6lkerung plausibel dazulegen, dass dieser Weg zwar ambiti\u00f6s, aber machbar ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b><i>Es gibt Kritiker, die sagen, dass dieser Entscheid von so zentraler politischer und volkswirtschaftlicher Bedeutung ist, dass man anders h\u00e4tte vorgehen m\u00fcssen: zuerst \u00fcber den Grundsatz \u00abAusstieg aus der Kernenergie ja oder nein\u00bb abstimmen und erst dann \u00fcber Massnahmen diskutieren. Was spricht f\u00fcr Sie gegen ein solches Vorgehen?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Steinmann:<\/b> Wenn man sich zum Verzicht auf neue Kernkraftwerke \u00e4ussern will, muss man wissen, was die Konsequenzen sind. Wir haben im Auftrag des Bundesrates in verschiedenen Studien dargelegt, welche Auswirkungen dieser Ausstieg hat und wie wir ihn volkswirtschaftlich bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b><i>Auch Deutschland hat nach Fukushima den Atomausstieg beschlossen. Allerdings betr\u00e4gt der Anteil der Kernenergie an der Stromproduktion in Deutschland nur 20%, w\u00e4hrend es in der Schweiz 40% sind. Zudem verf\u00fcgt das Land \u00fcber Kohle. Wie beurteilen Sie die Herausforderungen der Schweiz im Vergleich zu Deutschland?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Steinmann:<\/b> Die Schweiz und Deutschland stehen nicht alleine da. Auch Japan hat den Atomausstieg beschlossen. In der H\u00e4lfte der anderen Staaten ist es derzeit ebenfalls unm\u00f6glich, neue Kernkraftwerke zu bauen. Nur in L\u00e4ndern, wo man staatliche Garan&shy;tien und Subventionen hat, k\u00f6nnen neue Kernkraftwerke gebaut werden. Das sagt die f\u00fcr diese Branche zust\u00e4ndige Nuclear Energy Agency (NEA) der OECD. Zum Fall Deutschland: Das Land hat ein deutlich ambiti\u00f6seres Programm, weil es die Kernkraftwerke bis 2022 abschalten will. Die Schweiz will hingegen die bisherigen Kernkraftwerke , so lange sie sicher sind. So gesehen haben wir mehr Zeit und auch mehr Chancen, diesen Umstieg mit den neuen Technologien und mit den entsprechenden Massnahmen, die Schritt f\u00fcr Schritt geplant und umgesetzt werden, zu schaffen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b><i>Wie wichtig ist in diesem Kontext der Entscheid des Bundesrates vom 17.10.2012, die Energieforschungsgelder nochmals deutlich zu erh\u00f6hen?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Steinmann:<\/b> Die Formel der Energiewende heisst f\u00fcr uns: 1. Effizienz und Pro&shy;duktion, 2. Neuerungen und Ausbau im Netz&shy;bereich und 3. Forschung und Technologietransfer. Vom Letzteren erwarten wir sehr viel.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b><i>Ein grosses Thema der Energiewende sind die Kosten, die anfallen d\u00fcrften: Der Verband Schweizerischer Elek&shy;trizit\u00e4tsunternehmen (VSE) rechnet in seiner\u00a0Studie \u00abWege in die neue Stromzukunft\u00bb mit volkswirtschaftlichen Kosten von bis zu 150 Mrd. Franken. Der Bundesrat ist optimistischer und rechnet mit deutlich tieferen Kosten von 30 bis 40 Mrd. Franken. Wie erkl\u00e4ren Sie die doch sehr unterschiedlichen Kosten&shy;einsch\u00e4tzungen f\u00fcr die Energiewende?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Steinmann:<\/b> Wir rechnen ganz anders als der VSE. Dieser berechnet die Kosten bis 2050 f\u00fcr Unterhalt und Ausbau des Stromsystems. Wir hingegen ber\u00fccksichtigen die volkswirtschaftlichen Kosten des gesamten Energiesystems. Dazu geh\u00f6ren Investitionen in Energieeffizienz und in erneuerbare Energien. Auf der anderen Seite ergeben sich auch Einsparungen, weil insbesondere weniger fossile Energie importiert werden muss. Wir kommen damit auf ungef\u00e4hr 30 bis 40 Mrd. Franken. Wenn die diskontierten Gesamtkosten der Stromerzeugung \u2013 Investitionen und Brennstoffe variieren \u2013 betrachtet werden, dann kommt man je nach Szenario auf Kosten von 180 bis 200 Mrd. Franken. Hier gilt es aber zu beachten, dass der Grossteil davon \u2013 wie beim VSE \u2013 f\u00fcr den bestehenden Kraftwerkpark aufgewendet werden muss. Dieser muss unabh\u00e4ngig von der Energiestrategie erneuert und mit den neusten Technologien ausgestattet werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b><i>2050 werden mit dem geplanten Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion auf 24 Terawattstunden rund ein Drittel des gesamten Strommixes staatlich geplant und gef\u00f6rdert. Damit kommt dem Staat eine grosse Rolle als F\u00f6rderagentur zu. Ist der Staat als zentraler Energieplaner \u00fcberhaupt daf\u00fcr geeignet?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Steinmann:<\/b> In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat der Markt insbesondere im Strombereich kaum gespielt. Wir wollen den Markt m\u00f6glichst spielen lassen. Wir stehen also vor der Einf\u00fchrung des Marktes. Wir haben den Strommarkt in einer ersten Etappe liberalisiert und m\u00fcssen nun f\u00fcr &shy;eine zweite Markt\u00f6ffnung im Monopolbereich sorgen. Zudem m\u00fcssen geeignete Rahmenbedingungen f\u00fcr den Produktionssektor gesetzt werden, damit sich innerhalb des staatlichen Rahmens der Wettbewerb entwickeln und neue Technologien auch durchsetzen k\u00f6nnen. In der gesamten Energiewirtschaft ist ein gewaltiger Umbruch im Gang. Die Interna&shy;tionale Energie-Agentur (IEA) spricht von &shy;einer technologischen Revolution. Von dem her tun wir gut daran, die alten Monopole und Strukturen zu hinterfragen und mit &shy;guten Rahmenbedingungen frischen Wind in den Energiesektor reinzubringen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b><i>Verschiedene Untersuchungen gelangen zum Schluss, dass die &shy;Effizienzorientierung im internationalen Vergleich in der Schweiz sehr gering ist. Wird Ihrer Ansicht nach die Effizienzorientierung mit der neuen Ausrichtung gr\u00f6sser?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Steinmann:<\/b> Die Effizienzorientierung wird ganz klar zunehmen. Wir haben in den einzelnen Bereichen wie Mobilit\u00e4t, Geb\u00e4ude, Industrie und Gewerbe noch grosse Poten&shy;ziale. Diese wollen wir nun abholen und m\u00f6glichst marktnah umsetzen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b><i>Dennoch: Wie k\u00f6nnen Sie sicherstellen, dass die heutige F\u00f6r&shy;derpolitik nach 2020 tats\u00e4chlich durch eine &shy;Energielenkungsabgabe abgel\u00f6st wird?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Steinmann:<\/b> Ich bin \u00fcberzeugt, dass die erneuerbaren Energien in den n\u00e4chsten Jahren kosteng\u00fcnstiger werden und somit der Markt mit seinen Preisen gen\u00fcgen wird. Schliesslich hat der Bundesrat beschlossen, dass ab 2020 ein \u00dcbergang stattfindet, n\u00e4mlich von der F\u00f6rderpolitik zur Lenkungspo&shy;litik. Das BFE ist in Zusammenarbeit mit dem Eidg. Finanzdepartement (EFD) und dem Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) daran zu konkretisieren, wie das geschehen soll.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b><i>In Deutschland wird derzeit wegen der massiven F\u00f6rderpolitik f\u00fcr erneuerbare Energien \u00fcber ein weiteres F\u00f6rdersystem f\u00fcr sog. Back-up-Technologien \u2013 wie\u00a0z.B. Gaskraftwerke \u2013 beraten. Diese sind nicht mehr wettbewerbsf\u00e4hig. Macht es unter diesen Umst\u00e4nden \u00fcberhaupt Sinn, f\u00fcr die \u00dcbergangsphase in der Schweiz Gaskraftwerke &shy;vorzusehen?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Steinmann:<\/b> Wir gehen davon aus, dass die Gaskraftwerke in den n\u00e4chsten Jahrzehnten an Bedeutung gewinnen werden. Derzeit rechnet sich der Bau neuer Kraftwerke aller Technologien aufgrund der tiefen Marktpreise aber kaum. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Marktpreise f\u00fcr Strom nach 2017 steigen werden. Ab dann bestehen wieder klare &shy;Investitionsanreize f\u00fcr den Bau neuer Gaskraftwerke.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b><i>Warum Gaskraftwerke?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Steinmann:<\/b> Gaskraftwerke sind innerhalb der fossilen Energieerzeugung die sauberste L\u00f6sung. Es geht darum, die Rahmenbedingungen f\u00fcr die CO2-Kompensation zu schaffen, sodass sich die besten Technologien durchsetzen k\u00f6nnen. Gaskraftwerke haben 60% weniger CO2-Emissionen als Kohlekraftwerke. Das sollte sich auch im Preis des Stroms aus Kraftwerken dieser Kategorie &shy;widerspiegeln. Deshalb ist ein ad\u00e4quates &shy;europ\u00e4isches CO2-Einpreisungssystem unab&shy;dingbar.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b><i>Der Bundesrat geht mittelfristig von einer sog. Stroml\u00fccke aus und will diese L\u00fccke aus Gr\u00fcnden der Versorgungs&shy;sicherheit durch energiepolitische Massnahmen schliessen. Sprechen die hohen standortspezifischen Kosten nicht gegen einen forcierten Ausbau neuer erneuerbarer Energien im Inland? Und w\u00e4re es unter diesen Umst\u00e4nden nicht sinnvoller, diesen Strom k\u00fcnftig aus Regionen zu importieren, die ihn aufgrund ihrer g\u00fcnstigen Lage zu Marktpreisen pro&shy;duzieren k\u00f6nnen?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Steinmann:<\/b> Aus unserer Sicht liegt in der Schweiz am meisten Potenzial im Bereich der Photovoltaik. Einiges versprechen wir uns auch vom Bereich Biomasse. Weniger Potenzial hat bei uns die Windenergie. Investi&shy;tionen sollten auch im Bereich Geothermie get\u00e4tigt werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b><i>Wie wichtig wird k\u00fcnftig der europ\u00e4ische Energiemarkt f\u00fcr die Schweiz sein?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Steinmann:<\/b> Wir gehen davon aus, dass sich mittelfristig europ\u00e4ische M\u00e4rkte bilden werden. Und die Schweiz tut gut daran, sich daran zu beteiligen. Wir glauben, dass Versorgungssicherheit im Strom- und Gasbereich immer mehr zu einem europ\u00e4ischen Issue wird. Die Schweiz hat bereits heute eine wichtige Funktion in einem europ\u00e4ischen Strom- und Gasmarkt. Wir sollten dort auch k\u00fcnftig unsere Tr\u00fcmpfe ausspielen. Und wir sollten uns daf\u00fcr einsetzen, dass die Strom- und Gasversorgung europ\u00e4isch optimiert wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b><i>Was muss auf poli&shy;tischer Ebene geschehen, damit wir in Zukunft m\u00f6glichst offene M\u00e4rkte im Energiebereich &shy;haben werden?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Steinmann:<\/b> F\u00fcr uns ist klar: Die Schweiz muss mit der EU ein Abkommen in m\u00f6glichst vielen Bereichen der Energie haben und bei den Krisenmanagementmechanismen der EU dabei sein. Die Schweiz ist keine Insel und eben nicht autark. Unsere Stromversorgung w\u00fcrde f\u00fcr sich alleine nur wenige Tage funktionieren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b><i>Der Bund geht davon aus, dass s\u00e4mtliche Ausbau- und Effi&shy;zienzpotenziale erschlossen werden k\u00f6nnen. Plant er da nicht etwas ehrgeizig mit dem &shy;Risiko, dass laufend nachgebessert werden muss?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Steinmann:<\/b> Die Potenziale wurden wissenschaftlich untersucht, insbesondere durch das Paul Scherrer Institut (PSI). Wir gehen davon aus, dass die Potenziale erschliessbar sind. Bundesr\u00e4tin Doris Leuthard hat ein Monitoring-System gefordert, mit dem alle paar Jahre \u00fcberpr\u00fcft wird, ob wir auf Kurs sind und wenn n\u00f6tig nachgebessert wird. \u2028Es wird einfacher, die Ziele zu erreichen, wenn wir technologische Fortschritte machen, und insbesondere wenn im Effizienzbereich die EU und grosse Staaten ebenfalls in dieselbe Richtung Aktivit\u00e4ten entfalten, was vor allem in der EU auch der Fall ist.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b><i>Wie n\u00fctzlich oder wie sch\u00e4dlich wird die Energiestrategie 2050 f\u00fcr den Wirtschaftsstandort Schweiz sein?<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Steinmann:<\/b> F\u00fcr uns ist es wichtig, dass wir den Wirtschaftsstandort Schweiz mit diesen Massnahmen st\u00e4rken und nicht schw\u00e4chen. Deshalb werden wir immer \u2028darauf bedacht sein, f\u00fcr energieintensive \u2028Unternehmen L\u00f6sungen zu finden, welche massgeschneidert sind und mit welchen \u2028die Effizienzpotenziale erschlossen werden k\u00f6nnen. Auf der anderen Seite sehen wir, dass sich die Schweiz mit der entsprechenden Energiestrategie als Cleantech-Nation profilieren kann und damit mittelfristig inter&shy;national an Wettbewerbsf\u00e4higkeit gewinnen wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft:<\/b><i>Sie geh\u00f6ren also allen Skeptikern zum Trotz zu den Optimisten\u2026<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Steinmann:<\/b> Ich bin \u00fcberzeugt, dass wir hier langfristig mit der Energiewende Vor&shy;teile haben werden. Die Schweizer sind ein Volk von Erfindern und T\u00fcftlern. Sie sehen, wo sich Chancen ergeben, und sie nehmen die Chance meistens wahr. Wir haben heute an den Hochschulen und ihren Instituten im Energiebereich eine Aufbruchsstimmung. Wenn vor 10 Jahren noch Institute geschlossen wurden, sind es nun j\u00e4hrlich Hunderte neuer Absolventen, die das Studium aufnehmen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<b>Die Volkswirtschaft<\/b>: <i>Herr Steinmann, ich danke Ihnen f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/i><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#13; &#13; Steinmann: Nur in L\u00e4ndern, wo man staatliche Garantien und Subventionen hat, k\u00f6nnen neue Kernkraftwerke gebaut werden. 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