{"id":119404,"date":"2012-11-01T12:00:00","date_gmt":"2012-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2012\/11\/vellacott-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:27:16","modified_gmt":"2023-08-23T21:27:16","slug":"vellacott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2012\/11\/vellacott\/","title":{"rendered":"Energiewende des Bundesrates: Eine von vier \u2028Anforderungen erf\u00fcllt"},"content":{"rendered":"<p>1. siehe www.umweltalianz.ch\/stromzukunft&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&nbsp;&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nAn der Klimakonferenz von 2010 in Cancun wurde die weltweite Energiewende beschlossen: der \u00dcbergang in ein postfossiles Energiesystem, mit dem sich die globale Erw\u00e4rmung unter 2 Grad halten l\u00e4sst. Die Schweiz tr\u00e4gt dieses Ziel mit und hat es im neuen CO2-Gesetz verankert. Mit der Atomkatastrophe von Fukushima ist daraus zus\u00e4tzlich eine postnukleare Energiewende geworden. Dieser Umbau ist \u00fcberf\u00e4llig und unausweichlich. Doch er darf nicht auf Kosten der Umwelt geschehen oder ein schlechtes Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnis aufweisen.&#13;<\/p>\n<h2>Wohlfahrtsgewinne<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Vorlage des Bundesrates befriedigt einzig im letzten Punkt, der Wirtschaftlichkeit. Die offizielle volkswirtschaftliche Analyse der Energiestrategie 2050 ist zwar l\u00fcckenhaft: Sie ignoriert nukleare Risiken, die Folgen des Klimawandels und weitere Effekte, die f\u00fcr die Energiewende sprechen. Aber selbst unter diesen restriktiven Annahmen zeigt die Analyse Wohlfahrtsgewinne gegen\u00fcber dem \u00abWeiter wie bisher\u00bb (um 0,1% bis 2050 im Szenario \u00abPolitische Massnahmen\u00bb). Als wirtschaftlich untragbar bezeichnen die Energiewende nur noch Kreise, welche f\u00fcr ihre Partikularinteressen besonders grosse Vorteile erk\u00e4mpfen wollen. Die Analyse zeigt auch: Der Stromsektor ist mit 1,5% des BIP zu klein, um die Gesamtwirtschaft wesentlich zu beeinflussen, solange die Versorgung funktioniert. Gross kann die wirtschaftliche Bedeutung der Energiewende hingegen f\u00fcr heute noch strukturschwache k\u00fcnftige Energieregionen sein oder f\u00fcr die Exportwirtschaft, welche durch innovative Beitr\u00e4ge eine Nische im Weltmarkt erobern kann.&#13;<\/p>\n<h2>Planungssicherheit fehlt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDamit endet die positive Einsch\u00e4tzung. Bei den drei weiteren Zielen ist die Vorlage zu stark von Interessengruppen beeinflusst:\u2212 <i>Postnuklear:<\/i> Die neue Energiestrategie sagt nicht, wann welches Atomkraftwerk abgeschaltet werden muss. Damit fehlt jede Planungssicherheit. Die Eigent\u00fcmer eines abgeschriebenen AKW machen gerne kleinere Sicherheitsnachr\u00fcstungen, um die urspr\u00fcngliche Laufzeit von 30 Jahren auf 50, 60 oder mehr Jahre zu verl\u00e4ngern. So hat die Branche keine hinreichenden Anreize, sich ernsthaft auf die postnuk&shy;leare Zeit vorzubereiten. Deshalb fordert der WWF eine Befristung der Laufzeit auf 40 Jahre.\u2212 <i>Postfossil:<\/i> Die Schweiz hat sich verpflichtet, ihren CO2-Ausstoss rasch zu reduzieren. International k\u00e4mpft sie mit den <i>Friends of Fossil Fuel Subsidy Reform<\/i> gegen Subventionen f\u00fcr fossile Energietr\u00e4ger. Doch weder der \u00fcppige F\u00f6rderstrauss f\u00fcr fossile W\u00e4rme-Kraft-Koppelung (WKK) noch die Abschaffung der inl\u00e4ndischen Kompensationspflicht f\u00fcr Gaskraftwerke sind kompatibel mit einem \u00dcbergang in die postfossile Zeit und somit in aller Deutlichkeit abzulehnen. Bis 2050 darf die Schweiz noch rund 600 Mio. Tonnen CO2 ausstossen, wenn das 2-Grad-Ziel erreicht werden soll. Die H\u00e4lfte davon wird alleine der Flugverkehr produzieren. Mit den Szenarien \u00abPolitische Massnahmen\u00bb oder \u00abNeue Energiepolitik\u00bb kommen bis zu 1100 bzw. 900 Mio. Tonnen CO2 aus dem Energiesektor dazu. Die Politik des Bundesrates ist also v\u00f6llig inkonsistent.\u2212 <i>Umweltvertr\u00e4glich:<\/i> Auch im Bereich Gew\u00e4sser fehlt das Augenmass. Bei der Wasserkraft wird ein Zubau-Potenzial von netto 3,2 TWh vorgegaukelt. Weniger als 10% der Schweizer Fliessgew\u00e4sser sind jedoch heute noch in einem naturnahen Zustand. Der WWF sch\u00e4tzt das halbwegs gew\u00e4sservertr\u00e4gliche Nettoausbaupotenzial auf 1 bis 1,5 TWh. Das vorliegende Paket zielt zwar in die richtige Richtung, doch es reicht bei weitem nicht aus. Immerhin lassen sich viele Verbesserungen einfach und mit Gewinn realisieren. Klare Abschaltzeiten und ein Verzicht auf die Subventionierung fossiler Stromerzeugung etwa werden eine Dynamik im Bereich der Effizienz und der erneuerbaren Energien ausl\u00f6sen. Die eidgen\u00f6ssische Stromeffizienz-\u2028Initiative leistet hier Sukkurs. Statt besch\u00e4mend tiefe Jahreskontingente f\u00fcr Photovol&shy;taik brauchen wir Standorteignungskriterien, welche genug R\u00fccksicht auf unsere stark belasteten \u00d6kosysteme nehmen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. siehe www.umweltalianz.ch\/stromzukunft&#13; &#13; &nbsp;&#13; &#13; An der Klimakonferenz von 2010 in Cancun wurde die weltweite Energiewende beschlossen: der \u00dcbergang in ein postfossiles Energiesystem, mit dem sich die globale Erw\u00e4rmung unter 2 Grad halten l\u00e4sst. Die Schweiz tr\u00e4gt dieses Ziel mit und hat es im neuen CO2-Gesetz verankert. 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Der Vorschlag des Bundesrats erf\u00fcllt nur das letzte dieser Ziele. Die Energiewende f\u00fchrt in eine Sackgasse, wenn sie nicht postfossil, postnuklear sowie umwelt- und wirtschaftsvertr\u00e4glich ist. Wie eine 100% erneuerbare und effiziente Stromversorgung ohne teure und umweltbelastende Umwege machbar ist, zeigen die Umweltorganisationen in ihrem Szenario auf. 1 Die Schweiz hat dank Voraussicht und Pioniergeist manchen tiefgreifenden Strukturwandel gemeistert. Mit den richtigen gesetzlichen Rahmenbedingungen wird sie aus der Energiewende als Gewinnerin hervorgehen.","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":119407,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"7423","post_abstract":"","magazine_issue":"20121101","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/54ec318ebad3d"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119404"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3828"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=119404"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119404\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127346,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119404\/revisions\/127346"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3828"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=119404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=119404"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=119404"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=119404"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=119404"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=119404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}