{"id":119534,"date":"2012-09-01T12:00:00","date_gmt":"2012-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2012\/09\/hofer-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:26:56","modified_gmt":"2023-08-23T21:26:56","slug":"hofer-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2012\/09\/hofer-3\/","title":{"rendered":"Asiatischer Markt versus asiatische M\u00e4rkte? Wirtschaftliche Integration in Asien"},"content":{"rendered":"<p>Obwohl die asiatische Wirtschaft faktisch zusammenw\u00e4chst, verfolgen die asiatischen Staaten gegenw\u00e4rtig keine gemeinsame Initiative zur Schaffung eines integrierten asiatischen Marktes. Vielmehr haben sich asiatische Staatengruppen auf regionaler Ebene das Ziel gesetzt, nationale M\u00e4rkte zusammenzuf\u00fchren \u2013 allerdings mit unterschiedlichen Resultaten und zuweilen im Kontrast zum beschr\u00e4nkten regionalen Fokus der Wirtschaft. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201209_07_Hofer_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"234\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nEine Studie der asiatischen Entwicklungsbank vom Juli 2012&#13;<br \/>\nAsian Development Bank, Asian Economic Integration Monitor &#8211; July 2012, Mandaluyoung City, 2012 (im Folgenden: ADB Monitor 2012). zeigt die immer dichtere wirtschaftliche Vernetzung in Asien: Handel, Direktinvestitionen, Kapitalfl\u00fcsse und Tourismus innerhalb Asiens nehmen gegenw\u00e4rtig st\u00e4rker zu als zwischen Asien und anderen Weltregionen.&#13;<br \/>\nAsien wird hier wie folgt definiert: Ostasien (China, Hong Kong, Japan, Mongolei, S\u00fcdkorea, Taiwan), S\u00fcdasien (Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, Indien, Malediven, Nepal, Pakistan, Sri Lanka), S\u00fcdostasien (Brunei Darussalam, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam) und dem Pazifik (Australien, Cookinseln, Fidschi, Kiribati, Marshallinseln, Mikronesien, Nauru, Neuseeland, Palau, Papua Neu Guinea, Samoa, Salomonen, Timor-Leste, Tonga, Tuvalu, Vanuatu). Der intra-asiatische Warenhandel lag im Jahr 2010 mit \u00fcber 59% nur wenige Prozentpunkte hinter jenem der EU27 (64%) zur\u00fcck. Eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr sind die immer fragmentierteren Produktionsketten und ein dementsprechend florierender Handel mit Halbfabrikaten, insbesondere im Raum S\u00fcd- und S\u00fcdostasien.&#13;<br \/>\nADB Monitor 2012, S. 17. Nichtsdestotrotz unterscheiden sich der Grad der wirtschaftlichen Vernetzung und die Intensit\u00e4t zwischenstaatlicher wirtschaftlicher Integrationsbestrebungen innerhalb und zwischen einzelnen asiatischen Regionen markant. Der folgende Artikel skizziert solche Unterschiede (siehe <i>Kasten 1<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Bilaterale Initiativen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<i>Neben den hier besprochenen Abkommen zwischen mehreren beteiligten Partnern haben asiatische Staaten auch diverse bilaterale Handelsabkommen untereinander abgeschlossen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Asian Noodle Bowl. In der Datenbank des Regional Integration Centres der Asiatischen Entwicklungsbank werden 43 zwischen zwei asiatischen Staaten abgeschlossene oder gegenw\u00e4rtig verhandelte bilaterale Handelsabkommen aufgef\u00fchrt.<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n).&#13;<\/p>\n<h2>S\u00fcdostasien (Asean)<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn S\u00fcdostasien hat der Warenhandel in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich zugenommen (siehe <i>Grafik 1<\/i>). Er entspricht gegenw\u00e4rtig jedoch lediglich 26% des gesamten s\u00fcdostasiatischen Handelsvolumens. Direktinvestitionen werden noch sp\u00e4rlicher innerhalb der eigenen Region get\u00e4tigt. 2008 bis 2010 waren es im Schnitt 17%&#13;<br \/>\nADB Monitor 2012, SS. 19-20. (EU: 56% im Jahr 2010&#13;<br \/>\nEurostat, Statistic in Focus 3\/2012, European Union, 2012.). Mit 31% der gesamten s\u00fcdostasiatischen legalen Migration sind die Migrationsstr\u00f6me innerhalb S\u00fcdostasiens im asiatischen Vergleich hoch, wenn auch deutlich tiefer als etwa in der EU (53%) oder in Nordamerika (86%).&#13;<br \/>\nADB Monitor 2012, S. 32.Dennoch ist die wirtschaftliche Integration zwischen den s\u00fcdostasiatischen Staaten im Rahmen der <i>Association of Southeast Asian Nations (Asean)<\/i> fortgeschritten. Die Asean wurde bereits 1967 gegr\u00fcndet und z\u00e4hlt heute Brunei Darussalam, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinnen, Singapur, Thailand und Vietnam zu ihren Mitgliedern. Im Wirtschaftsbereich haben sich die zehn Asean-Mitglieder das Ziel gesetzt, bis 2015 eine <i>Economic Community<\/i> \u2013 eine Wirtschaftsgemeinschaft \u2013 zu bilden. Angestrebt werden insbesondere freier Verkehr von G\u00fctern, Dienstleistungen, Investitionen und qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften sowie ein freierer Kapitalverkehr. Mit dem G\u00fcterhandelsabkommen, dem Dienstleistungs-Rahmenabkommen und dem Investitionsabkommen sowie mit diversen weiteren Initiativen zur Zusammenarbeit \u2013 wie etwa in den Bereichen geistiges Eigentum, Konsumentenschutz oder Wettbewerbspolitik \u2013 wurden Etappenziele erreicht. Gleichzeitig hat das Asean-Sekretariat vor kurzem die Mitgliedstaaten zu einer verbesserten Umsetzung laufender Integrationsinitiativen aufgerufen.&#13;<br \/>\nAsean Secretariat, Asean Economic Community Scorecard, Jakarta, 2012, S. 17. Ob die Asean ihr sehr ambitioniertes Ziel einer Wirtschaftsgemeinschaft bis 2015 erreichen wird, ist fraglich.&#13;<\/p>\n<h2>\u00dcber S\u00fcdostasien hinausgehende Initiativen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDa sich der Wirtschaftsraum S\u00fcdostasien st\u00e4rker gegen aussen als gegen innen orientiert \u2013 der Warenhandel mit China, Japan und S\u00fcdkorea \u00fcbertrifft denjenigen unter den Asean-Staaten \u2013, \u00fcberrascht es kaum, dass die Organisation intensive Beziehungen mit asiatischen Partnern pflegt. Ein Blick auf das Programm im Anschluss an das 19. Asean Gipfeltreffen vom 17. November 2011 in Bali zeigt dies beispielhaft auf: Unmittelbar nach dem Gipfel fanden Treffen mit China, Japan und S\u00fcdkorea (sog. Asean+3) sowie mit Australien, Indien, Neuseeland, Russland und den USA (<i>East Asia Summit<\/i> oder sog. Asean +8) statt. Die seit Jahren gepflegten Dialoge mit einzelnen Staaten und Staatengruppen haben auch die wirtschaftliche Integration zwischen diesen Partnern gef\u00f6rdert. Mit China, Indien, Japan und S\u00fcdkorea sowie Australien und Neuseeland hat die Asean Handelsabkommen abgeschlossen und die Zusammenarbeit auch in weiteren Wirtschaftsbereichen vertieft (siehe <i>Kasten 2<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Regionaler Reservemechanismus<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<i>Ein Beispiel der Zusammenarbeit im Finanzbereich ist die Chiang Mai Initiative. Sie wurde nach der Asienkrise von 1997 und 1998 im Jahr 2000 von der Asean zusammen mit China, Japan und S\u00fcdkorea lanciert. Zun\u00e4chst wurde das bestehende Netz bilateraler Swap-Vereinbarungen ausgeweitet. Heute regelt ein einziger multilateraler Vertrag den inzwischen mit 240 Mrd. US-Dollar best\u00fcckten Reservemechanismus zur Verhinderung von Liquidit\u00e4tsengp\u00e4ssen.<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n). Ein n\u00e4chster Schritt w\u00e4re die Konsolidierung dieser Prozesse in einem Abkommen zwischen der Asean und mehreren Partnerstaaten. Diesbez\u00fcgliche Ideen sind auf dem Tisch: Im Rahmen eines Asean+3-Treffens wurde die Idee einer <i>East Asia Free Trade Area<\/i> formuliert, und anl\u00e4sslich eines East Asia Summit wurde eine <i>Comprehensive Economic Partnership for East Asia<\/i> vorgeschlagen. Beide Vorschl\u00e4ge werden im Rahmen dieser Foren weiterverfolgt.&#13;<br \/>\nChairman\u2019s Statement on the 4th East Asia Summit, Cha-am Hua Hin, Thailand, 25 October 2009, Paragraph 19; Chairman\u2019s Statement of the 12th Asean Plus Three Summit, Cha-am Hua Hin, Thailand, 24 October 2009, Paragraph 13.&#13;<\/p>\n<h2>Ostasien (China-Japan-Korea)<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Idee eines Abkommens der Asean mit China, Japan und S\u00fcdkorea (Asean+3) hat im Mai 2012 indirekt Auftrieb erhalten. W\u00e4hrend des f\u00fcnften j\u00e4hrlichen trilateralen Gipfeltreffens zwischen China, Japan und S\u00fcdkorea haben die drei Staaten nicht nur ein trilaterales Investitionsabkommen abgeschlossen, sondern gleichzeitig die Aufnahme von Verhandlungen \u00fcber ein trilaterales Freihandelsabkommen noch im laufenden Jahr angek\u00fcndigt.&#13;<br \/>\nThe Fifth Trilateral Summit Meeting among The People\u2019s Republic of China, the Republic of Korea and Japan, Joint Declaration on the Enhancement of Trilateral Comprehensive Cooperation Partnership, 13 May 2012, Beijing, China, Paragraph 12.Angesichts des intensiven Austauschs zwischen den ostasiatischen Volkswirtschaften \u00fcberrascht die Initiative kaum: Der intraregionale Handel ist deutlich h\u00f6her als in S\u00fcd- und S\u00fcdostasien. Japanische und s\u00fcdkoreanische Import- und Exportstatistiken f\u00fchren China jeweils an erster Stelle auf. Japan wiederum ist der wichtigste Beschaffungsmarkt Chinas. Auch der Anteil der intraregionalen Migration liegt mit 31% auf einem f\u00fcr asiatische Verh\u00e4ltnisse hohen Niveau.&#13;<br \/>\nADB Monitor 2012, S. 32. Die Transportinfrastruktur ist in Ostasien von einer im asiatischen Vergleich hohen Qualit\u00e4t.&#13;<br \/>\nADB Monitor 2012, SS. 37\u201338. Dies beg\u00fcnstigt wesentlich den wirtschaftlichen Austausch \u2013 auch in der eigenen Region.&#13;<\/p>\n<h2>S\u00fcdasien (Saarc)<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin ganz anderes Bild gibt S\u00fcdasien ab. S\u00fcdasiatische Volkswirtschaften handeln deutlich st\u00e4rker mit anderen asiatischen Regionen&#13;<br \/>\nADB Monitor 2012, S. 17. als innerhalb der eigenen Region (4%). Die legale Migration innerhalb S\u00fcdasiens ist nicht wesentlich tiefer als in Ostasien; doch deutlich mehr S\u00fcdasiaten migrieren in eine andere Region, n\u00e4mlich in den Mittleren Osten (41%).&#13;<br \/>\nADB Monitor 2012, S. 32.Auf staatlicher Ebene wurde hingegen bereits 1985 die <i>South Asian Association for Regional Cooperation (Saarc)<\/i> gegr\u00fcndet. Mitglieder der Saarc sind heute Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, Indien, die Malediven, Nepal, Pakistan und Sri Lanka. Anfang der 1990er-Jahre haben die Saarc-Staaten ein Zollpr\u00e4ferenzabkommen abgeschlossen, welches den Weg f\u00fcr das umfassendere Abkommen <i>South Asian Free Trade Area<\/i> und das Dienstleistungshandelsabkommen ebnete. Weitere Initiativen fokussieren z.B. auf die Harmonisierung von Standards oder Zollverfahren. Im Rahmen der Saarc wurde auch schon das Ziel einer Wirtschaftsunion erw\u00e4hnt;&#13;<br \/>\nDeclaration to the Seventeenth SAARC Summit in Addu, Maldives, of 10\u201311 November 2011, Paragraph 16. doch die s\u00fcdasiatischen Staaten sind noch weit davon entfernt.&#13;<\/p>\n<h2>S\u00fcdasien-S\u00fcdostasien (Bimstec)<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nNoch weniger weit fortgeschritten d\u00fcrften die Initiativen der <i>Bay of Bengal Initiative for Multi-Sectoral Technical and Economic Cooperation (Bimstec)<\/i> mit den Mitgliedern Bangladesch, Bhutan, Indien, Myanmar, Nepal, Sri Lanka und Thailand sein. Der Grundstein der Bimstec wurde 1997 gelegt, doch der Name wird erst seit 2004 verwendet. Im gleichen Jahr wurde das <i>Bimstec Free Trade Area Framework Agreement<\/i> unterzeichnet, welches einen Rahmen f\u00fcr die Aushandlung von Abkommen \u00fcber die Liberalisierung des Waren- und Dienstleistungshandels und der Investitionsregimes bilden soll.&#13;<\/p>\n<h2>S\u00fcdasien-Ostasien<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBereits 1975 haben einige asiatische Staaten ein Zollpr\u00e4ferenzabkommen abgeschlossen (<i>Bangkok Agreement<\/i>), dessen Name im Jahr 2005 in <i>Asia-Pacific Trade Agreement (Apta)<\/i> ge\u00e4ndert wurde. Heute sind Bangladesch, China, Indien, Laos, Sri Lanka und S\u00fcdkorea Mitglieder des Apta, dem einzigen regionalen Handelsabkommen, das die immensen Wachstumsm\u00e4rkte China und Indien verbindet. Gem\u00e4ss der <i>UN Economic and Social Commission for Asia<\/i> d\u00fcrften weitere asiatische Staaten dem Abkommen beitreten (siehe <i>Kasten 3<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Asien vs. Pazifik<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<i>Wegen der potenziellen gesamtasiatischen Tragweite sollten die Asean- und die Apta-Prozesse auch mit dem wirtschaftlichen Integrationsprozess rund um den Pazifik in Verbindung gebracht werden. Die Mitgliedstaaten der 2006 in Kraft getretenen, umfassenden Trans-Pacific Strategic Economic Partnership (Brunei Darussalam, Chile, Neuseeland und Singapur) f\u00fchren im Moment Verhandlungen mit Australien, Kanada, Malaysia, Mexiko, Peru, den USA und Vietnam \u00fcber ein Trans Pacific Partnership Agreement (TPP). Oft wird in Zusammenhang mit dem TPP der Begriff High-Quality, Comprehensive 21st Century Free Trade Agreement verwendet. Staaten wie Japan oder die Philippinen \u00e4usserten Interesse am TPP. Welche Resultate der Asean- und der TPP-Prozess hervorbringen und welche Staaten sich an welchen Prozessen beteiligen werden, wird die Zukunft zeigen.<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n). Basierend auf den k\u00fcrzlich abgeschlossenen drei Rahmenabkommen \u00fcber Investitionen, \u00fcber die Erleichterung des G\u00fcterhandels und \u00fcber den Handel mit Dienstleistungen k\u00f6nnte die wirtschaftliche Integration zwischen den Apta-Mitgliedstaaten in Zukunft auch in qualitativer Hinsicht zulegen.&#13;<\/p>\n<h2>Ozeanien und Pazifik (Pacific Islands Forum)<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn Ozeanien und im Pazifik unterst\u00fctzt das <i>Pacific Islands Forum<\/i> die wirtschaftliche Integration zwischen Australien, Neuseeland und den pazifischen Inseln. Bereits 1980 wurde das <i>South Pacific Regional Trade and Economic Cooperation Agreement<\/i> abgeschlossen, mit dem Australien und Neuseeland den \u00fcbrigen Parteien einen pr\u00e4ferenziellen Marktzugang gew\u00e4hrleisten. 2001 haben die Inselstaaten als Rahmen f\u00fcr eine weitergehende wirtschaftliche Integration das <i>Pacific Agreement on Closer Economic Relations<\/i> und gleichzeitig das <i>Pacific Island Countries Trade Agreement<\/i> unterzeichnet. Verhandlungen \u00fcber ein Dienstleistungsabkommen sind gegenw\u00e4rtig im Gang. Parallel dazu verhandeln die Inselstaaten zusammen mit Australien und Neuseeland \u00fcber ein <i>Pacific Agreement on Closer Economic Relations Plus.<\/i> Dieses Abkommen soll umfassender sein und neben dem Waren- und dem Dienstleistungshandel sowie Investitionen auch wirtschaftliche Zusammenarbeit und weitere Themen abdecken.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSelbst nach kurzer Analyse kann gesagt werden, dass innerhalb Asiens die Region Ostasien wirtschaftlich besonders dicht verflochten ist \u2013 auch mit S\u00fcdostasien. Gleichzeitig haben die s\u00fcdostasiatischen Staaten bei der Zusammenf\u00fchrung ihrer und angrenzender M\u00e4rkte die bedeutendsten Fortschritte erzielt. Die Integrationsprozesse rund um die Asean und das Apta k\u00f6nnten sich in Zukunft vielleicht \u00fcber weitere asiatische Regionen ausdehnen. Insgesamt erreicht keine der hier aufgef\u00fchrten Initiativen die Intensit\u00e4t des Integrationsprozesses innerhalb der EU, wo die Mitgliedstaaten Kompetenzen an eine supranationale Organisation abgegeben haben. Viele asiatische Initiativen teilen aber mit der EU das Ziel, \u00fcber die wirtschaftliche Integration hinaus auch den Frieden und die Sicherheit in der Region f\u00f6rdern zu wollen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abIntraregionaler Warenhandel in Asien 1990\u20132010\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1: \u00abAusgew\u00e4hlte Eckdaten zur wirtschaftlichen Integration und Vernetzung in Asien\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Bilaterale Initiativen&#13;<\/p>\n<h3>Bilaterale Initiativen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nNeben den hier besprochenen Abkommen zwischen mehreren beteiligten Partnern haben asiatische Staaten auch diverse bilaterale Handelsabkommen untereinander abgeschlossen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der <i>Asian Noodle Bowl.<\/i> In der Datenbank des <i>Regional Integration Centres<\/i> der Asiatischen Entwicklungsbank werden 43 zwischen zwei asiatischen Staaten abgeschlossene oder gegenw\u00e4rtig verhandelte bilaterale Handelsabkommen aufgef\u00fchrt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Regionaler Reservemechanismus&#13;<\/p>\n<h3>Regionaler Reservemechanismus<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nEin Beispiel der Zusammenarbeit im Finanzbereich ist die <i>Chiang Mai Initiative<\/i>. Sie wurde nach der Asienkrise von 1997 und 1998 im Jahr 2000 von der Asean zusammen mit China, Japan und S\u00fcdkorea lanciert. Zun\u00e4chst wurde das bestehende Netz bilateraler Swap-Vereinbarungen ausgeweitet. Heute regelt ein einziger multilateraler Vertrag den inzwischen mit 240 Mrd. US-Dollar best\u00fcckten Reservemechanismus zur Verhinderung von Liquidit\u00e4tsengp\u00e4ssen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 3: Asien vs. Pazifik&#13;<\/p>\n<h3>Asien vs. Pazifik<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nWegen der potenziellen gesamtasiatischen Tragweite sollten die Asean- und die Apta-Prozesse auch mit dem wirtschaftlichen Integrationsprozess rund um den Pazifik in Verbindung gebracht werden. Die Mitgliedstaaten der 2006 in Kraft getretenen, umfassenden <i>Trans-Pacific Strategic Economic Partnership<\/i> (Brunei Darussalam, Chile, Neuseeland und Singapur) f\u00fchren im Moment Verhandlungen mit Australien, Kanada, Malaysia, Mexiko, Peru, den USA und Vietnam \u00fcber ein <i>Trans Pacific Partnership Agreement (TPP)<\/i>. Oft wird in Zusammenhang mit dem TPP der Begriff <i>High-Quality, Comprehensive 21st Century Free Trade Agreement<\/i> verwendet. Staaten wie Japan oder die Philippinen \u00e4usserten Interesse am TPP. 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