{"id":119549,"date":"2012-09-01T12:00:00","date_gmt":"2012-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2012\/09\/kueng-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:27:07","modified_gmt":"2023-08-23T21:27:07","slug":"kueng","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2012\/09\/kueng\/","title":{"rendered":"Asien und die Schweiz haben sich viel zu bieten"},"content":{"rendered":"<p>Asien ist die Wachstumslokomotive der globalen Wirtschaft. Die asiatischen L\u00e4nder haben zwar etwas an Zugkraft verloren, entwickelt aber immer noch genug wirtschaftliche Dynamik, um Schweizer Exportunternehmen in ferne Gefilde zu locken \u2013 auch solche, die sich bisher kaum oder nur ins nahe Ausland gewagt haben. Trotz der Attraktivit\u00e4t des asiatischen Raums: China ist nicht Baden-W\u00fcrttemberg, Indien nicht das Elsass und Indonesien nicht der Vorarlberg. Um den Sprung nach Asien zu schaffen, braucht es Innovationskraft, Produktivit\u00e4t, Flexibilit\u00e4t, Kapital, Risikobereitschaft, Durchsetzungsverm\u00f6gen und eine minuzi\u00f6se Vorbereitung. Hier kommt die Osec als Aussenwirtschaftsf\u00f6rderer ins Spiel: Eine ihrer zentralen Aufgaben ist es, Schweizer Unternehmen mit Rat und Tat in ferne M\u00e4rkte zu begleiten. Das dazu n\u00f6tige R\u00fcstzeug hat sich die Osec bereits beizeiten zugelegt. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201209_12_Kueng_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"255\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nNach Asien gehen momentan ein Viertel aller Schweizer Exporte \u2013 Tendenz steigend. Besonders China und Indien stechen aufgrund ihres Wirtschaftswachstums und ihrer Gr\u00f6sse hervor: Gemeinsam mit Indonesien stellen sie mehr als einen Drittel der Weltbev\u00f6lkerung. In allen drei L\u00e4ndern w\u00e4chst eine solvente und konsumfreudige Mittelschicht heran, die Jahr f\u00fcr Jahr um 50 bis 60 Mio. Konsumenten gr\u00f6sser wird. Diese Konsumenten wollen und k\u00f6nnen sich auch Schweizer Qualit\u00e4tsprodukte leisten. Derzeit ist die asiatische Mittelschicht zu 10% am weltweiten Konsum beteiligt. Gem\u00e4ss Sch\u00e4tzungen von Experten wird sich dieser Anteil bis in 40 Jahren auf 40% erh\u00f6hen.&#13;<\/p>\n<h2>Wachsendes Interesse an asiatischen Wachstumsm\u00e4rkten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Entwicklung in den asiatischen M\u00e4rkten \u2013 wachsender Lebensstandard, steigende Qualit\u00e4tsanspr\u00fcche, neue Konsumfreiheiten \u2013 spielt der Schweizer Exportindustrie in die H\u00e4nde. In weiten Teilen Asiens er\u00f6ffnen sich zahllose neue Gesch\u00e4ftschancen. Mit Blick auf die schw\u00e4chelnde Wirtschaft in angestammten Schweizer Exportm\u00e4rkten wie der EU und den USA kommt dies gerade zum richtigen Zeitpunkt. Bei der Osec haben wir die fernen M\u00e4rkte \u2013 allen voran die asiatischen Wachstumsm\u00e4rkte \u2013 schon seit L\u00e4ngerem im Blickfeld. Mittlerweile sind wir asienweit vor Ort so gut vernetzt und mit den M\u00e4rkten von Nah- bis Fernost, von Zentral- bis S\u00fcdostasien soweit vertraut, dass wir exportorientierten Schweizer und Liechtensteiner Firmen bei ihrer Expansion gen Osten auch in entlegenen Regionen und kleineren Marktnischen mit viel Know-how, Erfahrung und Detailwissen unterst\u00fctzend zur Seite stehen k\u00f6nnen. Das hat sich bezahlt gemacht. In den letzten beiden Jahren sind zum Beispiel die Anfragen im Zusammenhang mit Asien \u2013 inklusive arabischer Raum \u2013 um rund einen Viertel angestiegen. Auch das Interesse an den s\u00fcdostasiatischen Asean-Staaten hat stark zugenommen, gilt doch die zehn L\u00e4nder umfassende Freihandelszone mit rund 600 Mio. Einwohnern und einem BIP von 1,6 Bio. Franken als eine der zukunftstr\u00e4chtigsten Wachstumsregionen weltweit. Zudem ist sie \u00fcber Freihandelsabkommen mit Australien und Neuseeland, China, Indien, Japan und S\u00fcdkorea wirtschaftlich bestens vernetzt. Unter den Asean-Staaten wird Indonesien das gr\u00f6sste Wachstumspotenzial zugeschrieben. Der Inselstaat am S\u00fcdrand der Asean ist mit seinen 240 Mio. Einwohnern bev\u00f6lkerungsm\u00e4ssig 30 Mal gr\u00f6sser als die Schweiz und weist j\u00e4hrliche BIP-Wachstumsraten von deutlich \u00fcber 6% aus. Indonesien ist reich an Rohstoffen, weiss aber damit noch wenig anzufangen. Die Rohstoffe werden praktisch unverarbeitet exportiert; die Fertigungstiefe ist entsprechend gering. Das er\u00f6ffnet Chancen f\u00fcr die verarbeitende Industrie \u2013 zunehmend auch im Nahrungsmittelbereich mit Blick auf die enormen Palm\u00f6lressourcen des Landes. Wie in vielen anderen asiatischen M\u00e4rkten sind allerdings die Markteintrittsh\u00fcrden hoch.&#13;<\/p>\n<h2>Neue M\u00e4rkte stellen vor neue Herausforderungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit den zusehends h\u00f6heren Anforderungen an die Schweizer Exportindustrie bei der Expansion in neue vielversprechende M\u00e4rkte sind auch die Erwartungen an die unterst\u00fctzenden Dienstleistungen der Osec gestiegen. Die wachsenden Anspr\u00fcche f\u00e4ngt die Osec mit einem sukzessive erweiterten und flexibel den Ver\u00e4nderungen im globalen Wirtschaftsgef\u00fcge angepassten Angebot auf, das sich an den Bed\u00fcrfnissen der Schweizer und Liechtensteiner exportorientierten Unternehmen orientiert.Diesen Bed\u00fcrfnissen l\u00e4sst sich in der Regel nur mit einem hohen Mass an Know-how, Marktkenntnissen und Kontakten ad\u00e4quat nachkommen, die weit ins Nervenzentrum der wirtschaftlichen und politischen Schaltstellen des Ziellandes reichen. Hierzu hat die Osec in Asien ein dichtes Netz an Aussenstellen vor Ort aufgebaut, mit insgesamt sechs \u2013 zumeist in den Schweizer Botschaften angesiedelten \u2013 Swiss Business Hubs (SBH) in China, Japan, S\u00fcdkorea, Indien, den Golfstaaten und Singapur. Der SBH GCC in Dubai verf\u00fcgt im arabischen Raum neben den Vereinigten Arabischen Emiraten \u00fcber f\u00fcnf weitere Ableger in Bahrain, Katar, Saudi-Arabien, Kuwait und Oman. Ebenso heterogen zeigt sich die s\u00fcdostasiatische Region, in der die Osec mit B\u00fcros in Vietnam, Malaysia und Indonesien zus\u00e4tzlich pr\u00e4sent ist. Weitere Er\u00f6ffnungen von Osec-Aussenstellen sind in Hongkong und Bangalore geplant. Punktuelle Unterst\u00fctzung und Beratung in spezifischen Sach- und L\u00e4nderfragen k\u00f6nnen sich die SBH und die von ihnen begleiteten Unternehmen bei externen Experten holen. Diese sind in einem von der Osec organisierten und verwalteten Pool of Experts (<i><a href=\"http:\/\/www.poolofexperts.ch\">http:\/\/www.poolofexperts.ch<\/a><\/i> mit rund 500 Spezialisten) vereint und werden beispielsweise f\u00fcr rechtliche und steuerliche Belange oder Markstudien gr\u00f6sseren Umfangs beigezogen. Koordiniert \u2013 oder zumindest initiiert \u2013 werden die Kontakte zu den SBH und den Experten \u00fcber die Osec in der Schweiz (Z\u00fcrich, Lausanne oder Lugano) und die hier besch\u00e4ftigten Berater. F\u00fcr Asien stehen insgesamt acht Personen zur Verf\u00fcgung, die sich in die Regionen Naher und Mittlerer Osten, Zentralasien (ehemalige Sowjetrepubliken), indischer Subkontinent, China (mit Taiwan und Hongkong), Japan und S\u00fcdkorea sowie S\u00fcdostasien aufteilen. Sie fungieren als Anlaufstellen, sind zust\u00e4ndig f\u00fcr die Erstberatung und stellen auf der Basis grundlegender Evaluationen die Weichen f\u00fcr die Expansion nach Asien. Im Rahmen dieser Evaluationen werden die Erwartungen und Kompetenzen eines Unternehmens mit den Bed\u00fcrfnissen und den Rahmenbedingungen des Zielmarktes abgeglichen.&#13;<\/p>\n<h2>Neue Impulse f\u00fcr Schweizer Exporteure auch in Japan und in Vorderasien<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nInnerhalb Asiens empfiehlt sich mittlerweile auch Japan wieder als Destination, vor allem mit Blick auf die von der Regierung eingeschlagene Energiewende, die Nippon vor \u00e4hnliche energiepolitische und versorgungstechnische Herausforderungen stellt wie die Schweiz. Mithin besteht auch eine Kongruenz im Qualit\u00e4ts- und Innovationsanspruch an l\u00f6sungsorientierte Produkte und Dienstleistungen, welche die Energiewende anschieben und realisierbar machen sollen. Zus\u00e4tzlich an Attraktivit\u00e4t gewinnt Japan auch im Hinblick auf die geplante Freihandelszone mit China und S\u00fcdkorea, zwei L\u00e4nder mit hohem wirtschaftlichem Potenzial. Vorab S\u00fcdkorea birgt f\u00fcr Schweizer Firmen noch viel brach liegendes Potenzial und gewinnt zusehends an Bedeutung. Dazu tr\u00e4gt auch das 2006 mit der Schweiz abgeschlossene Freihandelsabkommen bei, das zu einer wesentlichen Vereinfachung des bilateralen Handels gef\u00fchrt hat und dem wirtschaftlichen Verkehr zwischen den beiden L\u00e4ndern weiter Auftrieb verleihen wird. Neue Impulse zeichnen sich f\u00fcr die Schweizer Exportindustrie auch im Nahen und Mittleren Osten ab \u2013 allen voran in den Golfstaaten, wo die politische und wirtschaftliche Lage nach wie vor weitgehend stabil ist. Das hohe Preisniveau f\u00fcr Erd\u00f6l und Erdgas garantiert weitere exorbitante Einnahmen, die umgehend wieder investiert werden. Zunehmend werden diese Einnahmen in die Diversifikation anderer Industrien \u2013 wie z.B. alternative Energie \u2013 und in den Aufbau von Dienstleistungsm\u00e4rkten investiert, mit dem Ziel, die wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeit von der endlichen Ressource Erd\u00f6l schrittweise zu verringern. Vor diesem Hintergrund sind die Gesch\u00e4ftsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Schweizer Unternehmen deutlich angestiegen. Denn auch die arabische Welt setzt in vielen Bereichen vermehrt auf hochwertige Produkte zur infrastrukturellen oder industriellen Aufr\u00fcstung ihrer L\u00e4nder. Die Golfstaaten verf\u00fcgen \u00fcber das Kapital, das es braucht, um sich dereinst auch ausserhalb des Rohstoffbusiness als \u00abGlobal Player\u00bb zu positionieren. Geplant sind zurzeit vor allem hohe Investitionen in den Bereichen Energie (Cleantech\/Clean Energy) und Gesundheit (Medtech\/Pharma) sowie bei der Infrastruktur f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Verkehr. Zudem wird immer mehr Geld f\u00fcr Luxus- und Konsumg\u00fcter schweizerischer Provenienz ausgegeben. Der arabische Raum macht gleichsam im Kleinen vor, was ganz Asien von Anatolien bis Timor in den n\u00e4chsten Jahren und Jahrzehnten an infrastrukturellen, energietechnischen und konsumatorischen Bed\u00fcrfnissen und Anspr\u00fcchen ausbilden wird \u2013 je nach nationalem oder regionalem Entwicklungstempo in unterschiedlichem Sublimierungsgrad. Das Absatzpotenzial und der Kundenkreis von Schweizer Produkten im asiatischen Markt d\u00fcrfte dank wachsendem Lebensstandard und h\u00f6heren Qualit\u00e4tsanforderungen noch auf Jahrzehnte hinaus stark steigende Tendenz ausweisen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abWeltweite Pr\u00e4senz der Osec (nur Swiss Business Hubs)\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Osec unterst\u00fctzt KMU beim Markteintritt im Ausland&#13;<\/p>\n<h3>Osec unterst\u00fctzt KMU beim Markteintritt im Ausland<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Osec informiert als offizielle Schweizer Aussenwirtschaftsf\u00f6rderin \u00fcber internationale Marktentwicklungen. Sie ber\u00e4t und vermittelt weltweit Kontakte, Gesch\u00e4ftsm\u00f6glichkeiten und -partner und schafft das Bewusstsein f\u00fcr Schweizer Produkte und Dienstleistungen im Ausland, insbesondere in Zusammenarbeit mit den Swiss Business Hubs. Die Informations- und Kontaktvermittlung sowie die Beratung bilden die Basis des Dienstleistungsangebots der Exportf\u00f6rderung. Die Osec organisiert j\u00e4hrlich \u00fcber 300 L\u00e4nderberatungstage in Z\u00fcrich, Lausanne und Lugano. Dabei werden alle f\u00fcr die Schweiz relevanten Exportm\u00e4rkte abgedeckt. Im Rahmen der Erstinformation erhalten KMU kostenlose und n\u00fctzliche Informationen zu ihrem geplanten Exportprojekt. In der Basisberatung pr\u00fcft die Osec gemeinsam mit den Unternehmen die konkreten Exportpl\u00e4ne. Die Unternehmen profitieren dabei von der Exporterfahrung der Osec-Berater sowie dem Einsatz effektiver Analysemittel. Deren Ergebnisse dienen als Grundlage f\u00fcr die Detailberatung, in deren Rahmen Unternehmen individuell zu ihren Internationalisierungsvorhaben beraten werden. Typische Dienstleistungen hierf\u00fcr sind Marktanalysen und -abkl\u00e4rungen sowie Gesch\u00e4ftspartnervermittlung und Messebeteiligungen an internationalen Leitmessen im Ausland unter dem Gemeinschaftsdach von <i>Swiss Pavilion.<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMehr Informationen unter <a href=\"http:\/\/www.osec.ch\">http:\/\/www.osec.ch<\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Asien ist die Wachstumslokomotive der globalen Wirtschaft. Die asiatischen L\u00e4nder haben zwar etwas an Zugkraft verloren, entwickelt aber immer noch genug wirtschaftliche Dynamik, um Schweizer Exportunternehmen in ferne Gefilde zu locken \u2013 auch solche, die sich bisher kaum oder nur ins nahe Ausland gewagt haben. 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