{"id":119559,"date":"2012-09-01T12:00:00","date_gmt":"2012-09-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2012\/09\/michel-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:26:53","modified_gmt":"2023-08-23T21:26:53","slug":"michel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2012\/09\/michel\/","title":{"rendered":"Kanton Zug: Umgang mit Wachstum im attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraum"},"content":{"rendered":"<p>Als kleinster Vollkanton im Zentrum der Schweiz schrieb Zug in den letzten 50 Jahren Erfolgsgeschichte: Die Bev\u00f6lkerung hat sich in dieser Zeit verdoppelt; die Anzahl Arbeitspl\u00e4tze und Unternehmen sind um ein Vielfaches gewachsen. Dieser wirtschaftliche Erfolg ist das Resultat einer konsequenten Entwicklungsstrategie. Den Grundstein dazu legte der Kanton Zug in den 1920er-Jahren mit dem Schritt zu einer attraktiven Steuerpolitik. Diese ist heute nur ein Element unter anderen Standortfaktoren wie Bildung und Verkehrsinfrastruktur, welche kontinuierlich weiterentwickelt werden. Gleichzeitig ist der Kanton mit den Konsequenzen des Wachstums konfrontiert, das er mit einer gesamtheitlichen Strategie angeht. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201209_16_Michel_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"291\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDer Kanton Zug verzeichnet seit Jahrzehnten das h\u00f6chste Wirtschaftswachstum. H\u00f6chstzahlen werden auch bei der Bev\u00f6lkerungsentwicklung, bei der Zahl der Arbeitspl\u00e4tze sowie der ans\u00e4ssigen Unternehmen, beim Bruttosozialprodukt oder beim Steueraufkommen erzielt. Gleichzeitig ist der Raum von einem dichten Ballungsraum in der Ebene und mit attraktiven und weitl\u00e4ufig gesch\u00fctzten Naturgebieten insbesondere im Voralpengebiet gepr\u00e4gt. Verkn\u00fcpft mit einer \u00abMixtur aus Weltl\u00e4ufigkeit und Provinzialit\u00e4t, die sich als fruchtbar f\u00fcr den Dienstleistungs- und Industriestandort erweist, und ein anhaltend grosses Bev\u00f6lkerungswachstum auf kleinem Raum nach sich zieht\u00bb, wird Zug deshalb auch als \u00abSwissminiatur\u00bb bezeichnet, in welcher sich f\u00fcr die Schweiz Markantes \u00fcberproportional auspr\u00e4ge. Bez\u00fcglich raumplanerischen Fragen \u2013 so insbesondere der Entkoppelung des Bev\u00f6lkerungs-, Arbeitsplatz- und Siedlungswachstums \u2013 wird dem Kanton Laborcharakter attestiert.&#13;<br \/>\nPaul Schneeberger, \u00abStadt statt Land \u2013 ein Labor f\u00fcr die Schweiz\u00bb, in: Zug \u2013 vom Erfolg verw\u00f6hnt, Sonderbeilage der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung vom 18. Mai 2011.&#13;<\/p>\n<h2>Hohe Verdichtung \u2013 tiefste Bauzonenfl\u00e4che pro Kopf<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVon 1982 bis 1994 nahm die Zahl der Menschen im Kanton Zug pro Jahr um 1,6% zu. Das bebaute Land wuchs in dieser Periode um 1,2%. Von 1994 bis 2007 stiegen Bev\u00f6lkerung und Besch\u00e4ftigte j\u00e4hrlich um 2,2% an; die Siedlungsfl\u00e4che wuchs jedoch lediglich noch um 0,9%. Dieses gebremste Wachstum der Siedlungsfl\u00e4che widerspiegelt den haush\u00e4lterischen Umgang mit der Ressource Boden. Zudem ist die Siedlungsfl\u00e4che pro Kopf (Wohn- und Arbeitsfl\u00e4che pro Einwohner und Besch\u00e4ftigte) mit 172 Quadratmetern weniger gross als in den Nachbarkantonen. Gemessen an der sogenannten Bauzonenfl\u00e4che pro Einwohner ist Zug sogar schweizerischer Spitzenreiter, indem am wenigsten Fl\u00e4che pro Einwohner verbaut wird.&#13;<\/p>\n<h2>Tausende von Zupendlern \u2013 pionierhafte Stadtbahn als \u00d6V-R\u00fcckgrat<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss einer Sch\u00e4tzung aus dem Jahr 2010 sind es rund 21&nbsp;000 Personen, die von Zug t\u00e4glich wegpendeln. Im Gegenzug pendeln t\u00e4glich nicht weniger als rund 37&nbsp;000 Personen nach Zug, vornehmlich aus den Nachbarkantonen Luzern, Z\u00fcrich, Schwyz und Aargau. Dieser Nettozuwachs fordert die Verkehrsinfrastruktur. Mit der pionierhaften Stadtbahn Zug, f\u00fcr welche die Nahverkehrskomposition \u00abFlirt\u00bb von Stadler Rail entwickelt wurde, und einem damit vernetzten Buskonzept (\u00abBahn und Bus aus einem Guss\u00bb) wurde hier vor fast zehn Jahren ein Markstein gesetzt. Inzwischen sind auch die Strassenverbindungen verbessert worden; weitere Verbesserungen \u2013 wie z.B. Umfahrung Cham-H\u00fcnenberg und Tangente Zug\/Baar, Stadttunnel \u2013 Zug sind in Planung.&#13;<\/p>\n<h2>Strategie des Regierungsrates bis 2018<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Zuger Regierungsrat hat unter dem Leitgedanken \u00abMit Zug einen Schritt voraus\u00bb im Jahr 2010 eine ganzheitliche Strategie bis 2018 festgelegt. Diese nimmt die Hauptherausforderungen der n\u00e4chsten Jahre auf und definiert die strategischen Ziele. Die zentralen Themen sind: \u2212 Balance zwischen Wachstum und Wahrung nat\u00fcrlicher Ressourcen;\u2212 Spitzenposition im Standortwettbewerb;\u2212 vernetzte und eigenverantwortliche Gesellschaft;\u2212 attraktiver Wohn- und Lebensraum;\u2212 aktive lokale und regionale Kooperationen;\u2212 kurze Wege zu Beh\u00f6rden und Verwaltung.&#13;<\/p>\n<h2>Wachstum mit Grenzen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAngesichts des aufgezeigten bisherigen Wachstums ist es das Ziel, die Balance zwischen Wachstum und Wahrung nat\u00fcrlicher Ressourcen zu halten. Erm\u00f6glicht werden sollen eine gute Verdichtung im bestehenden Siedlungsgebiet sowie der sparsame und nachhaltige Umgang mit nat\u00fcrlichen Ressourcen und Landschaften. Zudem wird die Qualit\u00e4t des Wohn- und Lebensraums f\u00fcr Personen aus unterschiedlichen Kaufkraftverh\u00e4ltnissen und Altersgruppen gef\u00f6rdert.Konkret strebt der Regierungsrat ein Wachstum an, das in Bezug auf Bev\u00f6lkerung und Arbeitspl\u00e4tze kleiner ist als bisher. Der Regierungsrat hat in den Legislaturzielen folglich ein Wachstum mit Grenzen festgelegt \u2013 eine grosse Herausforderung angesichts des bis jetzt anhaltenden Wirtschaftswachstums. Das Hauptinstrument dazu ist die Begrenzung der Siedlungsfl\u00e4chen im Richtplan; die bereits bestehenden Siedlungsbegrenzungslinien werden insk\u00fcnftig kaum mehr ausgeweitet, h\u00f6chstens noch arrondiert. Dadurch wird das Wachstum im Innern durch Verdichtung bestehender Siedlungsgebiete gef\u00f6rdert. So werden im Richtplan Gebiete gekennzeichnet, die sich f\u00fcr Verdichtungen eignen. Zudem sollen Arbeitszonen zu sogenannten Mischzonen umgestaltet werden. Es kann hier an die bisherige Entwicklung angekn\u00fcpft werden, welche durch einen tiefen Fl\u00e4chenverbrauch pro Kopf gekennzeichnet ist. Obwohl heute lediglich 11% der Kantonsfl\u00e4che \u00fcberbaut sind, bestehen noch Baulandreserven von rund 360 Hektaren. Man wird also noch bauen k\u00f6nnen, vor allem auch in die H\u00f6he. Allerdings sind die Marktpreise aufgrund des schweizweit stark gestiegenen Wohnraumbedarfs pro Kopf sowie des beschr\u00e4nkten Angebots an Siedlungsfl\u00e4che im Kanton Zug hoch. Der Kanton Zug ist jedoch bestrebt, die Qualit\u00e4t des Wohn- und Lebensraums f\u00fcr Personen aus unterschiedlichen Kaufkraftverh\u00e4ltnissen und Altersgruppen zu f\u00f6rdern. Die Zuger Regierung setzt deshalb auf F\u00f6rdermassnahmen im preisg\u00fcnstigen Wohnungsbau.&#13;<\/p>\n<h2>Spitzenposition im Standortwettbewerb<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Spitzenposition im Standortwettbewerb zu halten, erweist sich angesichts der dargelegten Strategie des gebremsten Wachstums des Kantons Zug als Herausforderung. Dieses Ziel der Regierungsstrategie soll qualitativ durch die Weiterentwicklung der folgenden positiven Rahmenbedingungen erreicht werden: gezielte Optimierung und Ausbau der Infrastruktur, attraktive Steuern und angemessene Geb\u00fchren, ausgeglichener Staatshaushalt und ein starkes Bildungsangebot. Die attraktive Steuerpolitik des Kantons soll zur Wahrung der Konkurrenzf\u00e4higkeit im internationalen Standortwettbewerb weitergef\u00fchrt werden. Das bedeutet aber nicht, andere Tiefsteuerkantone dauernd zu unterbieten. Ziel ist vielmehr, eine attraktive Steuerbelastung berechenbar und langfristig zu garantieren, was mit den gesunden Staatsfinanzen m\u00f6glich ist.&#13;<br \/>\nDer Kanton Zug hat derzeit keine langfristigen Schulden; die gegenw\u00e4rtige Bruttoverschuldung ist mit Abstand die geringste aller Kantone.Der Kanton Zug investiert in gute Schulen und setzt sich f\u00fcr ein hohes Bildungsniveau der Bev\u00f6lkerung ein. Das Bildungsangebot ist erstklassig und wird erg\u00e4nzt durch internationale Schulen und Fachhochschulen. Das Berufsbildungsangebot ist bewusst auf die Wirtschaft der Region ausgerichtet. Besonders gepflegt wird die h\u00f6here Berufsbildung: In den vergangenen Jahren sind insgesamt sieben H\u00f6here Fachschulen entstanden. Hinzu kommen die F\u00f6rderung eines vielf\u00e4ltigen Arbeitsmarkts sowie ein breites Angebot an Ausbildungspl\u00e4tzen. Auch hier gilt: Qualit\u00e4t vor Quantit\u00e4t.&#13;<\/p>\n<h2>Vernetzte, eigenverantwortliche Gesellschaft<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit einem Altersdurchschnitt von 39,3 Jahren hat Zug im Vergleich zu anderen Kantonen eine junge Bev\u00f6lkerung. Der Kanton Zug f\u00f6rdert die Erhaltung einer Gesellschaft, die eigenverantwortlich handelt, den Austausch und Zusammenhalt st\u00e4rkt und sich mit ihrem Lebensraum identifiziert. Rund 118&nbsp;000 Einwohner aus 127 Nationen wohnen im Kanton Zug; der Anteil der ausl\u00e4ndischen Bev\u00f6lkerung betr\u00e4gt 22,8% und ist gepr\u00e4gt durch hoch qualifizierte Arbeitnehmende und deren Familien. Die verst\u00e4rkte Zuwanderung l\u00f6st auch in Zug politische Diskussionen aus, die im Integrationsgesetz, das zurzeit in Arbeit ist, umgesetzt werden. Zuziehende sollen nach kurzer Zeit die M\u00f6glichkeit wahrnehmen k\u00f6nnen, an den Regelstrukturen teilzunehmen. Diesem Ziel dienen die Angebote der privatwirtschaftlichen Fachstelle Migration sowie des \u00f6ffentlichen Integrations-Br\u00fcckenangebots. Letzteres vermittelt neu zugereisten fremdsprachigen Jugendlichen die notwendigen Kenntnisse in Deutsch und in weiteren Schulf\u00e4chern f\u00fcr den Einstieg in eine Ausbildung. Toleranz und Respekt gegen\u00fcber Fremden werden gelebt, dies auch dank der traditionellen Offenheit der Zuger Bev\u00f6lkerung. Schulen, Kirche und Kultur bieten ihrerseits Angebote. Beispiele daf\u00fcr sind die englischsprachige kaufm\u00e4nnische Lehre in internationalen Unternehmen (KV Business English), der viel besuchte englischsprachige Gottesdienst in der Guthirt-Kirche (Good Sheperd\u2019s) und die English Comedies der Theater- und Musikgesellschaft Zug. Eine wichtige Integrationsrolle spielen auch private Tr\u00e4gerschaften wie die Zuger Wirtschaftskammer, die lokalen Gewerbevereine, die zahlreichen internationalen Service-Clubs, Ausl\u00e4nderorganisationen und internationale Schulen. Dank der kurzen Wege und der Zug\u00e4nglichkeit der Verwaltung spielt das Netzwerk dieser Institutionen sehr gut.&#13;<\/p>\n<h2>Aktiv gelebte interkantonale Vernetzung und Zusammenarbeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie aufgezeigten intensiven Pendlerbeziehungen zu Nachbarkantonen und insbesondere der hohe Zustrom an Arbeitskr\u00e4ften und Lernenden \u2013 ein Drittel der Lernenden an den Zuger Berufsfachschulen wohnt in Nachbarkantonen \u2013 zeigt symptomatisch, wie stark der Kanton Zug mit seinen Nachbarkantonen vernetzt ist. \u00abDer Lebens- und Wirtschaftsraum Zug hat l\u00e4ngst die Kantonsgrenzen gesprengt\u00bb, befand der Regierungsrat in der Antwort zu einer Interpellation von 2007, welche nach der Strategie einer \u00abHinwendung zu Z\u00fcrich\u00bb fragte.&#13;<br \/>\nAntwort des Regierungsrates vom 30. Okt. 2007 zum Postulat der CVP-Fraktion betreffend Strategie des Kantons Zug f\u00fcr die vermehrte interkantonale Zusammenarbeit im Metropolitanraum Z\u00fcrich (Hinwendung zu Z\u00fcrich), Vorlage Nr. 1555.2-12529. Traditionellerweise ist die Zusammenarbeit unter den Zentralschweizer Kantonen stark, so prim\u00e4r im Bildungswesen (z.B. gemeinsame Tr\u00e4gerschaft der Fachhochschule Zentralschweiz). Faktisch gewachsen ist \u00fcber die letzten Jahre die wirtschaftliche und gesellschaftliche Verflechtung zu Z\u00fcrich. Die Politik hat diesen Prozess mit der Metropolitankonferenz Z\u00fcrich zu begleiten und zu bearbeiten begonnen. In dieser Konferenz ist Zug seit Beginn ein aktiver Partner. Behandelt werden \u00fcbergeordnete Themen der Standortentwicklung, Projekte von gemeinsamem Interesse initiiert und die Interessen zwecks deren Vertretung in Bundesbern geb\u00fcndelt. Beispielhaft sei der Bereich Verkehr genannt, wo die acht Kantone und \u00fcber 110 Gemeinden dieser Konferenz die wesentlichen Verkehrsprojekte auf Schiene und Strasse definiert haben und daf\u00fcr einstehen.Parallel zur Metropolitankonferenz ist der Kanton Zug der Greater Zurich Area (GZA) beigetreten, welche den Raum Z\u00fcrich im Ausland vermarktet. Der vom Zuger Kantonsrat politisch legitimierte Beitritt zu diesen beiden Institutionen basiert auf dem klaren strategischen Ziel der verst\u00e4rkten interkantonalen Zusammenarbeit. Dieser Strategie liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass die kleinr\u00e4umige f\u00f6deralistische Struktur der Schweiz \u2013 und somit auch ein Kleinkanton \u2013 sich nur durch eine starke interkantonale Zusammenarbeit behaupten kann. Ebenso ist deutlich, dass gerade das Zuger Wachstum einerseits durch die traditionelle Offenheit der Zuger Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber Personen aus anderen Kantonen und L\u00e4ndern beg\u00fcnstigt, andererseits durch eine \u00fcberregionale Zusammenarbeit besser bew\u00e4ltigt werden kann. Aus dieser Erkenntnis heraus hat sich das interkantonale Engagement von Beh\u00f6rden und Verwaltung in den letzten Jahren verst\u00e4rkt. Das Interesse des Zuger Kantonsrates daran zeigt sich an verschiedenen Interpellationen in diese Richtung.&#13;<br \/>\nAntworten des Regierungsrates vom 13. Sept. 2011 zu Interpellationen der CVP-Fraktion betr. Zukunft der Greater Zurich Area (GZA), Vorlage Nr. 20008.2-13886, und betr. Funktionsweise und Erfolge der Metropolitankonferenz Z\u00fcrich, Vorlage Nr. 2009.2-13887; Antwort des Regierungsrates vom 28. Febr. 2012 zur Interpellation von Moritz Schmid betr. Konkordaten, Vorlage Nr. 2079.2-13998.Diese aktiv verstandene und gelebte interkantonale Zusammenarbeit \u2013 insbesondere in der Zentralschweiz und im Metropolitanraum Z\u00fcrich \u2013 ist ebenso wichtig wie die Ausgleichszahlungen des Kantons Zug im Rahmen des interkantonalen Finanzausgleichs (NFA). Mit \u00fcber 260 Mio. Franken Nettoausgleichszahlung (2012) und mehr als 2400 Franken pro Einwohner tr\u00e4gt der Kanton wesentlich zur Prosperit\u00e4t anderer Kantone bei. Die aufgezeigte \u00fcberregionale Entwicklung soll und kann auch dazu beitragen, dass sich eine ganze, aus Geber- und Nehmerkantonen bestehende Region wie der Metropolitanraum Z\u00fcrich wirtschaftlich so entwickelt, dass die NFA-Disparit\u00e4ten kleiner werden.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit: Lernen aus dem \u00abLabor f\u00fcr die Schweiz\u00bb<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer eingangs zitierte Laborcharakter des Kantons Zug ist nicht so zu verstehen, dass Zug ein in sich abgeschlossener Versuchsraum w\u00e4re. Vielmehr haben sich die verschiedenen Standortfaktoren auf einem relativ kleinen Raum so verdichtet, dass sich in Zug Wachstum und Wohlstand schneller entwickelten als anderswo. Entsprechend war und ist dieser Kanton angehalten, fr\u00fcher als andere mit allen Facetten dieser Entwicklung \u2013 den raumplanerischen, den infrastrukturellen und den gesellschaftlichen \u2013 umzugehen. Wenn man nach dem Rezept aus dem \u00abSchnellkochtopf Zug\u00bb fragt, so w\u00e4re dies in einem Satz wie folgt zusammengefasst: Gesamtheitliches Verst\u00e4ndnis der Standortentwicklung, raumplanerisch Siedlungsgrenzen setzen, baulich verdichten, Entkoppelung des Bev\u00f6lkerungs- und Arbeitsplatzwachstums vom Siedlungswachstum, Gr\u00fcnr\u00e4ume erhalten, Integration f\u00f6rdern, private Initiativen und Institutionen unterst\u00fctzen und in \u00f6ffentliche Aufgabenerf\u00fcllung einbinden sowie grenz\u00fcberschreitendes Zusammenarbeiten verst\u00e4rken. Unter diesen Aspekten hat die weitere Entwicklung des Kantons Zug durchaus Signalcharakter f\u00fcr andere Kantone.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abEntwicklung des Kantons Zug, 1960\u20132011\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abBev\u00f6lkerungsentwicklung des Kantons Zug seit 1950 und Prognosen bis 2040\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Quellen&#13;<\/p>\n<h3>Quellen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n\u2212 Strategie des Regierungsrates 2010\u20132018 (2010), \u00abMit Zug einen Schritt voraus\u00bb.\u2212 Medienlunch des Regierungsrats (Juni 2012), \u00abWachstum mit Grenzen\u00bb.\u2212 \u00abZug \u2013 vom Erfolg verw\u00f6hnt\u00bb (18. Mai 2011), Neue Z\u00fcrcher Zeitung, Sonderbeilage.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als kleinster Vollkanton im Zentrum der Schweiz schrieb Zug in den letzten 50 Jahren Erfolgsgeschichte: Die Bev\u00f6lkerung hat sich in dieser Zeit verdoppelt; die Anzahl Arbeitspl\u00e4tze und Unternehmen sind um ein Vielfaches gewachsen. Dieser wirtschaftliche Erfolg ist das Resultat einer konsequenten Entwicklungsstrategie. 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