{"id":119654,"date":"2012-07-01T12:00:00","date_gmt":"2012-07-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2012\/07\/hess-6\/"},"modified":"2023-08-23T23:27:29","modified_gmt":"2023-08-23T21:27:29","slug":"hess-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2012\/07\/hess-5\/","title":{"rendered":"Perspektiven des Industriestandortes Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Die Ausgangslage und die Perspektiven f\u00fcr die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) sind grunds\u00e4tzlich gut. Das garantiert allerdings noch keinen k\u00fcnftigen Erfolg. Die Branche steht in einem globalen Wettbewerb, und der starke Franken dr\u00fcckt massiv auf die Margen. Wer in diesem Spiel nicht sorgsam mit seinen Tr\u00fcmpfen umgeht, verliert. Im Interesse einer Industrie, die auch k\u00fcnftig in der Schweiz Wertsch\u00f6pfung erbringen, Arbeitspl\u00e4tze schaffen und erfolgreich exportieren soll, d\u00fcrfen die bestehenden Rahmenbedingungen nicht verschlechtert werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Gegensatz zu vielen traditionellen Industriel\u00e4ndern, in denen der sekund\u00e4re Sektor einen teilweise signifikanten R\u00fcckgang erlitt, hat sich die MEM-Industrie in der Schweiz in den letzten 10 Jahren gut behauptet. Der trotz Untergrenze von 1,20 CHF\/ Euro immer noch \u00fcberbewertete Franken hat der hohen Wettbewerbsf\u00e4higkeit der MEM-Industrie allerdings tempor\u00e4r einen D\u00e4mpfer versetzt.&#13;<\/p>\n<h2>Die vier Tr\u00fcmpfe der Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDieser Erfolg hat viele V\u00e4ter. Die Tr\u00fcmpfe der MEM-Industrie, welche den N\u00e4hrboden f\u00fcr die k\u00fcnftigen Erfolge bilden, lassen sich in vier Stichworten zusammenfassen: \u2212 <i>Unternehmertum:<\/i> Die guten Perspektiven f\u00fcr die \u00fcberwiegend aus kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bestehende MEM-Industrie liegen vor allem in den Unternehmen selbst begr\u00fcndet. Die Branche ist gut aufgestellt und in zukunftstr\u00e4chtigen Bereichen t\u00e4tig. Viele Unternehmen sind Weltmarktf\u00fchrer in ihren Marktsegmenten. Die Finanz- und Wirtschaftskrise sowie die starke \u00dcberbewertung des Schweizer Frankens haben jedoch ihre Spuren hinterlassen. Aber der traditionell innovationsstarke unternehmerische Geist in dieser Branche wird \u2013 das zeigt die Erfahrung \u2013 dazu f\u00fchren, dass die MEM-Industrie gest\u00e4rkt aus der aktuell schwierigen Situation hervorgeht: Es wird aus heutiger Sicht nicht zu einer Deindustrialisierung kommen.\u2212 <i>Bildung und Innovation:<\/i> Ein wichtiger Trumpf ist die Verf\u00fcgbarkeit von gut ausgebildeten Fachkr\u00e4ften. Sie gr\u00fcndet auf einem hervorragenden dualen Bildungssystem, das die Wirtschaft auf allen Stufen bedarfsgerecht mit Nachwuchs versorgt. Die technischen Hochschulen und die Forschungsinstitute in der Schweiz geh\u00f6ren zu den besten der Welt. Sie sind der Katalysator, der die herausragenden Innovationen der Industrie erm\u00f6glicht. Nicht von ungef\u00e4hr belegt die Schweiz in den einschl\u00e4gigen Innovationsrankings weltweit Spitzenpositionen. Um an der Spitze zu bleiben, sind verst\u00e4rkte Anstrengungen bei der Ausbildungs- und Forschungst\u00e4tigkeit unerl\u00e4sslich. \u2212 <i>Flexibilit\u00e4t:<\/i> In einer Welt mit ausgepr\u00e4gten Konjunkturzyklen brauchen die Unternehmen Rahmenbedingungen, die ein rasches Handeln erm\u00f6glichen. Der flexible Arbeitsmarkt, gepaart mit der gut funktionierenden Sozialpartnerschaft, ist dabei ein entscheidender Faktor, der f\u00fcr den Produktionsstandort Schweiz spricht. Diese Qualit\u00e4t darf nicht durch neue Regulierungen und Einschr\u00e4nkungen aufs Spiel gesetzt werden.\u2212 <i>Offenheit:<\/i> Die mentale Offenheit erm\u00f6glicht den Blick auf Neues, was eine Grundvoraussetzung f\u00fcr die Innovationskraft der Schweiz ist. Und die institutionelle Offenheit in Form von Freihandelsabkommen mit der EU und anderen L\u00e4ndern ist f\u00fcr die stark exportorientierte MEM-Industrie existenziell. Der Abschluss neuer Freihandelsabkommen \u2013 insbesondere mit den Bric-Staaten \u2013 w\u00fcrde die Perspektiven der Exportindustrie weiter verbessern. Ein zentrales Element der Offenheit bildet auch die Personenfreiz\u00fcgigkeit mit der EU. Sie erm\u00f6glicht es den Unternehmen, im gesamten europ\u00e4ischen Arbeitsmarkt Spitzenkr\u00e4fte zu rekrutieren. Der kleine Arbeitsmarkt in der Schweiz kann den Bedarf nur zum Teil decken. Angesichts dieser beiden Gegebenheiten sind die aktuellen Angriffe auf die Personenfreiz\u00fcgigkeit schlicht unverantwortlich. Richtig ist es aber, die flankierenden Massnahmen durchzusetzen.&#13;<\/p>\n<h2>Den Rahmenbedingungen Sorge tragen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn der Legislatur 2012\u20132015 kommt es zu einer Vielzahl politischer Entscheide, welche die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweizer MEM-Industrie direkt oder indirekt beeinflussen werden. Um die guten Perspektiven f\u00fcr die MEM-Industrie nicht zu gef\u00e4hrden, m\u00fcssen neue Regulierungen und Kostenbelastungen f\u00fcr die Industrie zwingend vermieden werden. Aber auch den Phantasien einer aktiven Industriepolitik muss eine Absage erteilt werden. Sie f\u00fchren nur zu teuren volkswirtschaftlichen Verzerrungen und n\u00fctzen der Industrie langfristig nichts. Das belegen zahlreiche ausl\u00e4ndische Beispiele.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ausgangslage und die Perspektiven f\u00fcr die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) sind grunds\u00e4tzlich gut. Das garantiert allerdings noch keinen k\u00fcnftigen Erfolg. Die Branche steht in einem globalen Wettbewerb, und der starke Franken dr\u00fcckt massiv auf die Margen. Wer in diesem Spiel nicht sorgsam mit seinen Tr\u00fcmpfen umgeht, verliert. 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