{"id":119794,"date":"2012-05-01T12:00:00","date_gmt":"2012-05-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2012\/05\/koci-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:28:09","modified_gmt":"2023-08-23T21:28:09","slug":"koci","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2012\/05\/koci\/","title":{"rendered":"Stabilisierungsmassnahmen des Bundes 2008\u20132010: Evaluation der Konzeption und Umsetzung"},"content":{"rendered":"<p>Auf die in den Jahren 2007\/2008 einsetzende globale Finanz- und Wirtschaftskrise reagierten zahlreiche L\u00e4nder mit Massnahmen zur Stabilisierung der Finanzm\u00e4rkte und mit umfangreichen Konjunkturprogrammen. Zur D\u00e4mpfung der Auswirkungen ergriff auch die Schweiz verschiedene konjunkturwirksame Massnahmen, unter anderem in Form von Stabilisierungsmassnahmen in drei Stufen. Die Eidg. Finanzkontrolle (EFK) hat die Konzeption und Umsetzung der Stabilisierungsmassnahmen des Bundes untersucht. Der vorliegende Artikel fasst die wesentlichen Untersuchungsergebnisse zusammen und leitet verschiedene Schlussfolgerungen ab.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nIm Nachgang an eine ausserordentliche Finanzkrise schlitterte die Welt ab Herbst 2008 in eine wirtschaftliche Rezession, welche leicht verz\u00f6gert auch die Schweiz \u2013 insbesondere \u00fcber den Exportkanal \u2013 erfasste. Obschon die Schweiz zu Krisenbeginn einen ausgeglichenen Finanzhaushalt aufwies und \u00fcber stark ausgepr\u00e4gte automatische Konjunkturstabilisatoren \u2013 wie die Arbeitslosenversicherung oder die Schuldenbremse \u2013 verf\u00fcgt, erforderten Ausmass und Geschwindigkeit der Krise ausserordentliche Interventionen und ein rasches, koordiniertes und entschlossenes Handeln des Bundes unter Abw\u00e4gung hoher Risiken und Unsicherheiten. Angesichts der Schwere der Krise und den verbundenen Unsicherheiten hatte sich der Bundesrat f\u00fcr ein aktives Vorgehen in mehreren Stufen unter Einbezug von diskretion\u00e4ren Stabilisierungsmassnahmen entschlossen.Vor diesem Hintergrund hat die EFK die vorliegende Evaluation unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Konzeption und der Umsetzung der Stabilisierungsmassnahmen beim Bund erarbeitet und publiziert.&#13;<br \/>\nInternet: <i><a href=\"http:\/\/www.efk.admin.ch\">http:\/\/www.efk.admin.ch<\/a>.<\/i> Gleichzeitig und in Absprache mit der EFK hat das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) einen Schlussbericht mit einer generellen konjunkturpolitischen Betrachtung der Krisenintervention erstellt, welche in einem separaten Dokument zusammengefasst sind.&#13;<\/p>\n<h2>Konzipierung der Stabilisierungsmassnahmen erfolgte auf breiter Basis und z\u00fcgig<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie ersten beiden der insgesamt drei Stufen der Stabilisierungsmassnahmen vom November 2008 und vom Februar 2009 umfassten mehrheitlich bereits geplante und vorgezogene Mehrausgaben von rund 1,1 Mrd. Franken f\u00fcr das Rezessionsjahr 2009. Die beiden federf\u00fchrenden \u00c4mter des Bundes \u2013 die Eidg. Finanzverwaltung (EFV) und das Seco \u2013 arbeiteten von Anfang an gut und l\u00f6sungsorientiert zusammen. Die Bestimmung des gesamten Massnahmenumfangs erfolgte sehr fr\u00fch innerhalb der Vorgaben der Schuldenbremse, da gem\u00e4ss Experteneinsch\u00e4tzung keine ausserordentliche Lage gegeben war. Um ein allf\u00e4lliges \u00dcbergreifen der (Export-)Krise auf die gesamte Binnenwirtschaft zu verhindern, wurden die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr vorgezogene \u00f6ffentliche Investitionen gem\u00e4ss Schuldenbremse vollst\u00e4ndig ausgesch\u00f6pft. Die Stufen 1 und 2 umfassten ein B\u00fcndel verschiedener Massnahmen mit unterschiedlichem Wirkungsansatz und Zielcharakter (siehe <i>Tabelle 1<\/i> und <i>Tabelle 2<\/i> f\u00fcr eine \u00dcbersicht der Einzelmassnahmen).Die erste Stufe der Stabilisierungsmassnahmen konnte von der Verwaltung rasch konzipiert und verabschiedet werden. Ab der zweiten Stufe wurde es immer schwieriger, geeignete Konjunkturmassnahmen im Sinne einer bestm\u00f6glichen Erf\u00fcllung der relevanten 3T-Kriterien <i>Timely, Targeted<\/i> und <i>Temporary<\/i> (siehe <i>Kasten 1<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Bewertungsraster der EFK<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Bewertung ex-post der Umsetzung der Massnahmen in Tabelle 2 erfolgte anhand der konjunkturpolitischen Kriterien Temporary (zus\u00e4tzlich, vorgezogen), Timely (zeitgerechte Umsetzung) und Targeted (zielgerichtet auf den Nachfrageeinbruch). Damit sollte abgesch\u00e4tzt werden, ob und inwiefern die Kriterien im Rahmen der tats\u00e4chlichen Massnahmenumsetzung zutreffend waren. Nicht Gegenstand dieser Bewertung bilden Aspekte der Wirtschaftlichkeit, Wirksamkeit oder der regionalen Verteilung innerhalb der Massnahmenumsetzung.Die Bewertungsskala der EFK umfasst dabei mehrere qualitative Stufen: <i>ja<\/i> (voll bzw. mehrheitlich erf\u00fcllt), <i>bedingt<\/i> (nur ein Teil der Massnahmen bzw. Projekte erreichte das Ziel) und <i>nein<\/i> (nicht bzw. unzureichend erf\u00fcllt). Zus\u00e4tzlich wird die Nichtbeurteilbarkeit einer Massnahme im Sinne der Kriterien <i>(nicht beurteilbar)<\/i> festgestellt, oder es liegen der EFK keine Angaben \u00fcber die Massnahme vor <i>(keine Angaben).<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n) zu ermitteln. Wie bereits erw\u00e4hnt konnte der eigentliche Kern der Krise \u2013 der starke Nachfrager\u00fcckgang in zahlreichen exportierenden Branchen \u2013 lediglich mit einem kleinen Teil des Massnahmenpakets direkt angegangen werden. So finden sich in der Stufe 2 beispielsweise Forschungsausgaben, welche f\u00fcr eine kurzfristige konjunkturelle Intervention wenig relevant sind, sowie Bauprojekte in verschiedenen Planungsstadien, f\u00fcr welche nicht immer definitive Baubewilligungen vorlagen und bei denen Verz\u00f6gerungen wahrscheinlich waren. Mit der dritten Stufe schliesslich sollten gezielt prozyklische Entscheide einged\u00e4mmt, zus\u00e4tzliche Arbeitslosigkeit vermieden sowie der wachstumspolitische Kurs der Schweiz fortgesetzt werden.&#13;<br \/>\nDie dritte Stufe wurde unter der Federf\u00fchrung des Seco in Zusammenarbeit mit der EFV durchgef\u00fchrt. Sie betraf das Budget f\u00fcr das Jahr 2010. Das Parlament stimmte den Massnahmen der Stufen 1 und 2 mit grossen Mehrheiten zu. Die Stufe 3 hingegen wurde vom Parlament sehr kontrovers diskutiert und beinahe abgelehnt, da die Eignung der arbeitsmarktlichen Massnahmen bezweifelt wurde und sich zu dieser Zeit bereits erste Anzeichen f\u00fcr einen Aufschwung im Jahr 2010 verdichteten. Im Zuge dessen wurden vereinzelte Massnahmen im Arbeitsmarktbereich \u00abin letzter Minute\u00bb modifiziert bzw. gek\u00fcrzt.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit zur Konzeption<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nFolgendes Fazit kann bez\u00fcglich der gesamten Programmkonzeption gezogen werden:\u2212 Der Kern der Krise \u2013 der starke Nachfrager\u00fcckgang in zahlreichen exportierenden Branchen \u2013 konnte lediglich mit einem sehr kleinen Teil der Massnahmen (Schweiz Tourismus, Auslandpromotion, Exportf\u00f6rderung) direkt angegangen werden.\u2212 Unterst\u00fctzt wurden stattdessen schwergewichtig Bauprojekte und somit die inl\u00e4ndische Baubranche. Damit sollten alle M\u00f6glichkeiten ausgesch\u00f6pft werden, um ein \u00dcbergreifen der Krise auf die Binnenwirtschaft zu verhindern bzw. zu mildern.\u2212 Insbesondere die Massnahmen f\u00fcr das Rezessionsjahr 2009 (Stufen 1 und 2) wurden sehr rasch und dennoch auf der Basis von kriterienbasierten Auswahlverfahren, Anh\u00f6rung von Interessensgruppen sowie unter Einholung von Expertenmeinungen konzipiert und verabschiedet.\u2212 Bereits im Zuge der Konzeption wurde weitgehend darauf geachtet, dass keine dauerhaften und irreversiblen Strukturen geschaffen werden. F\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Massnahmen mussten beim Bund keine dauerhaften Verwaltungsstrukturen eingerichtet werden.\u2212 Im internationalen Vergleich handelte es sich um ein relativ kleines Konjunkturprogramm auf Stufe des Bundes.&#13;<\/p>\n<h2>Durchzogene Bilanz der Umsetzung: Schnelle und zielgerichtete Realisierung als kritischer Faktor<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie erste Stufe der Stabilisierungsmassnahmen konnte weitgehend plangem\u00e4ss und z\u00fcgig in die Wege geleitet werden. Von der zweiten Stufe, welche zahlreiche gr\u00f6ssere Bauprojekte beinhaltete, konnten nur rund 57% der geplanten Mittel in der akuten Krisensituation 2009 eingesetzt werden (siehe <i>Tabelle 1<\/i>). Mitunter ein Grund f\u00fcr die Verz\u00f6gerungen waren Einsprachen sowie langwierige F\u00f6rder- und Baubewilligungsverfahren. Zus\u00e4tzlich erschwerend war, dass sich die Baubranche in der Schweiz nie in einer Rezession befand. Innerhalb der dritten Stufe konnten die vorgezogene R\u00fcckerstattung der CO<i>2<\/i>-Abgabe, die IKT-Massnahmen sowie die Exportplattformen konjunkturpolitisch wunschgem\u00e4ss realisiert werden. Die Massnahmen der dritten Stufe f\u00fcr den Arbeitsmarkt hingegen erwiesen sich dank des unerwartet raschen Wirtschaftsaufschwungs gegen Ende 2009 sowie der bestehenden und erprobten Arbeitsmarktmassnahmen der nachgelagerten Gebietsk\u00f6rperschaften nachtr\u00e4glich als unn\u00f6tig, so dass die bereitgestellten Mittel f\u00fcr die Arbeitsmarktmassnahmen kaum beansprucht wurden. \u00dcber alle drei Stufen hinweg konnten die konjunkturpolitisch relevanten Kriterien <i>zeitgerecht<\/i> und <i>zielgerichtet<\/i> nicht vollumf\u00e4nglich von allen Massnahmen erf\u00fcllt werden (siehe <i>Tabelle 2<\/i>). In der vorliegenden Krise hat sich einmal mehr die zeitgerechte Realisierung von einzelnen (Bau-)Massnahmen zum Rezessionszeitpunkt als kritischer Faktor f\u00fcr eine Konjunkturstimulierung erwiesen. In der Nachbetrachtung zeigte sich zudem, dass nur ein Teil der Massnahmen gezielt zur St\u00fctzung einer einbrechenden Konjunkturlage eingesetzt werden konnte: Einerseits wies der Bausektor keine Rezessionszeichen auf; andererseits sind F\u00f6rdermassnahmen im Bereich der Forschung und Entwicklung eher langfristig ausgerichtet und tragen somit wenig zur raschen Konjunkturst\u00fctzung bei.&#13;<\/p>\n<h2>Schlussfolgerungen und Lehren<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nKonjunkturkrisen und entsprechende Interventionen zeichnen sich durch komplexe, im jeweiligen Kontext stehende und auf die vorbestimmten Ziele ausgerichtete administrative und politische Interventionslogik aus. Entsprechend schwer ist es, allgemein g\u00fcltige und f\u00fcr zuk\u00fcnftige Kriseninterventionen geeignete Massnahmen und Empfehlungen abzuleiten. Deshalb verzichtet die EFK bewusst auf die Formulierung von Empfehlungen. Sie verweist aber nachfolgend auf wesentliche Erkenntnisse aus der j\u00fcngsten Krisenintervention und auf Verbesserungsans\u00e4tze, welche in zuk\u00fcnftigen Kriseninterventionen ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnten.&#13;<\/p>\n<h2>Die regelgebundene Konjunkturpolitik hat sich bew\u00e4hrt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn fr\u00fcheren Krisen waren die \u00f6ffentlichen Gebietsk\u00f6rperschaften der Schweiz wiederholt gezwungen, in wirtschaftlichen Abschw\u00fcngen Sparprogramme zu starten, die oft die Effekte der automatischen Stabilisatoren durchkreuzten und so eine koordinierte und effektive Krisenintervention behinderten. So zeigte beispielsweise das Investitionsprogramm des Bundes in den 1990er-Jahren nicht die erhoffte Wirkung, da sich die Staatsebenen unkoordiniert verhielten. W\u00e4hrend der Krise 2008\u20132010 waren hingegen keine Sparprogramme n\u00f6tig, weil vor der Krise auf Bundesebene und in einigen Kantonen mit Schuldenbremsen geeignete Budgetregeln geschaffen worden waren. Es hat sich weiter gezeigt, dass die Schuldenbremse f\u00fcr den Krisenfall gen\u00fcgend Spielraum l\u00e4sst. Vereinfachend war f\u00fcr die politische Diskussion auch, dass von Anfang an der finanzielle Umfang einer schuldenbremsenkonformen Intervention feststand und dass die Unterscheidung zwischen konjunkturellem und strukturellem Defizit gekl\u00e4rt war.Insbesondere die regelgebundene (Ausl\u00f6sung der Massnahme erst bei einer schweizweiten Arbeitslosenquote von 5%) und subsidi\u00e4re Ausgestaltung von einzelnen Konjunkturmassnahmen \u2013 wie die Finanzhilfen f\u00fcr befristete Anstellungen (Art. 3 StabG) \u2013 hat sich als erfolgreich erwiesen. Diese Erfahrungen lehren, dass ein regelbasiertes Vorgehen zu einem angemesseneren Ergebnis f\u00fchren kann als Ausgabenbeschl\u00fcsse, die f\u00fcr den weiteren Konjunkturverlauf blind sind. Es w\u00e4re deshalb f\u00fcr k\u00fcnftige Krisen sinnvoll, wenn die Verwaltung ein Konzept mit geeigneten Indikatoren f\u00fcr die Regelbindung von typischen oder subsidi\u00e4r einsetzbaren Konjunkturmassnahmen vorbereitet.&#13;<\/p>\n<h2>Mangel an geeigneten Konjunkturmassnahmen im Bundeshaushalt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei der vorliegenden Krise best\u00e4tigte sich, dass der Bundeshaushalt nur wenige Investitionsm\u00f6glichkeiten enth\u00e4lt, welche sich auch wegen ihres Multiplikatoreffekts am besten als Konjunkturmassnahmen gem\u00e4ss den 3T-Kriterien eignen. Speziell dem Vorziehen grosser Infrastrukturprojekte waren enge Grenzen gesetzt, weil sie verfahrensintensiv sind und oft kaum neu terminiert werden k\u00f6nnen. Hinzu kommt, dass verschiedene, gr\u00f6ssere Stabilisierungsmassnahmen \u2013 insbesondere die letztmalige Freigabe der Arbeitsbeschaffungsreserven oder die R\u00fcckverteilung der CO<i>2<\/i>-Abgabe \u2013 einmalige Interventionen darstellen. Es ist daher auch in Zukunft davon auszugehen, dass der Bund nur im beschr\u00e4nkten Rahmen eine aktive diskretion\u00e4re Konjunkturpolitik im grossen Stil betreiben kann.&#13;<\/p>\n<h2>Bund war mit dem stufenweisen Vorgehen gut beraten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei der Krisenintervention hat sich der Bundesrat f\u00fcr ein schritt- bzw. stufenweises Vorgehen unter Einhaltung der Vorgaben durch die Schuldenbremse entschieden. Dies hatte angesichts der hohen (Prognose-)Unsicherheit \u00fcber den Krisenverlauf den Vorteil, auf Basis des aktuellsten Informationsstandes \u00fcber allf\u00e4llige weitere Konjunkturmassnahmen beschliessen zu k\u00f6nnen. Die EFK betrachtet dies als angemessene Reaktion auf die grosse Unsicherheit, welche durch die Wirtschaftskrise geschaffen wurde und sich in einer ungew\u00f6hnlich hohen Streubreite der Wirtschaftsprognosen niederschlug. Zudem konnte so das Risiko von gr\u00f6sseren Fehlschl\u00e4gen gesenkt werden. Andererseits besteht bei einem stufenweisen Vorgehen stets die Gefahr, wertvolle Reaktionszeit f\u00fcr eine rasche Konjunkturstimulierung verstreichen zu lassen.&#13;<\/p>\n<h2>Rasche Umsetzung als zentraler Faktor f\u00fcr hohe konjunkturpolitische Wirksamkeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine rasche, zeitgerechte Umsetzung von Konjunkturmassnahmen stellt ein zentrales Kriterium f\u00fcr die Wirksamkeit der Massnahmen dar. Dies betrifft sowohl die politischen und administrativen Strukturen und Prozesse innerhalb der f\u00f6deralen Schweiz wie auch die mit der Umsetzung der jeweiligen Massnahmen beauftragten Institutionen. Entsprechend sind zuk\u00fcnftig wichtige Erfahrungswerte dahingehend zu sammeln und zu nutzen, um den Vollzug im Rahmen der jeweiligen Konjunkturmassnahme zu optimieren und nicht erw\u00fcnschte Nebeneffekte zu minimieren.&#13;<\/p>\n<h2>Gesamtheit der Konjunkturmassnahmen kommunizieren<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuch die nachgelagerten Gebietsk\u00f6rperschaften in der Schweiz sind gesetzlich angehalten, eine ad\u00e4quate Konjunkturpolitik zu betreiben. Die gesamten Konjunkturmassnahmen der Schweiz erstreckten sich daher nicht nur auf die Massnahmen des Bundes; auch die Kantone und Gemeinden sind zu ber\u00fccksichtigen. Die Konjunkturmassnahmen der Kantone und Gemeinden waren in der Krise 2008\u20132010 insgesamt beinahe doppelt so gross wie jene des Bundes. Die Konjunkturmassnahmen in der Schweiz wurden insbesondere w\u00e4hrend der Ank\u00fcndigungsphase in ihrer Gesamtheit jedoch zu wenig kommuniziert. Diese Wahrnehmungsl\u00fccke ist ein Problem, da so wertvolle Ank\u00fcndigungseffekte und Vertrauen als zentrale Elemente mit psychologischer Signalwirkung leichtfertig verschenkt werden.&#13;<\/p>\n<h2>Reporting zu den Konjunkturmassnahmen mit Verbesserungsm\u00f6glichkeiten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Seco hatte ein Reporting zur Information \u00fcber die Stabilisierungsmassnahmen eingerichtet. Dadurch sollten alle interessierten Kreise \u00fcber den Stand der Umsetzung der drei Stufen von Stabilisierungsmassnahmen informiert werden. Das Reporting des Seco zeigte in erster Linie die Abfl\u00fcsse von Bundesmitteln. Dieser Indikator besitzt aber nur eine beschr\u00e4nkte Aussagekraft in Bezug auf die tats\u00e4chliche Realisierung\/Messung des Fortschritts einer Massnahme; auch die erwartete konjunkturstimulierende Wirksamkeit kann daraus nicht direkt abgeleitet werden. Konjunkturpolitisch relevante Wirkungen entfalten zahlreiche Massnahmen erst beim Erreichen bestimmter Meilensteine, wie etwa bei der verbindlichen Zusage von Krediten, Auftragsvergaben bzw. Abschl\u00fcssen von Werkvertr\u00e4gen, den jeweiligen Zahlungsmodalit\u00e4ten oder dem effektiven Baubeginn\/-abschluss. Die EFK ist daher der Ansicht, dass eine Erweiterung des Reporting um die oben genannten Aspekte gepr\u00fcft werden sollte, da diese Informationen zur besseren Absch\u00e4tzung und Beurteilung des Realisierungsstandes von Konjunkturmassnahmen sowie von direkten besch\u00e4ftigungs- und wertsch\u00f6pfungswirksamen Folgen herangezogen werden k\u00f6nnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1: \u00abGeplanter und tats\u00e4chlicher Mitteleinsatz des Bundes (Angaben absolut und in&nbsp;%), 2009\u20132011\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 2: \u00abBewertung (ex-post) der Stabilisierungsmassnahmen des Bundes\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Bewertungsraster der EFK&#13;<\/p>\n<h3>Bewertungsraster der EFK<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Bewertung ex-post der Umsetzung der Massnahmen in <i>Tabelle 2<\/i> erfolgte anhand der konjunkturpolitischen Kriterien <i>Temporary (zus\u00e4tzlich, vorgezogen), Timely (zeitgerechte Umsetzung)<\/i> und <i>Targeted (zielgerichtet auf den Nachfrageeinbruch).<\/i> Damit sollte abgesch\u00e4tzt werden, ob und inwiefern die Kriterien im Rahmen der tats\u00e4chlichen Massnahmenumsetzung zutreffend waren. Nicht Gegenstand dieser Bewertung bilden Aspekte der Wirtschaftlichkeit, Wirksamkeit oder der regionalen Verteilung innerhalb der Massnahmenumsetzung.Die Bewertungsskala der EFK umfasst dabei mehrere qualitative Stufen: <i>ja<\/i> (voll bzw. mehrheitlich erf\u00fcllt), <i>bedingt<\/i> (nur ein Teil der Massnahmen bzw. Projekte erreichte das Ziel) und <i>nein<\/i> (nicht bzw. unzureichend erf\u00fcllt). Zus\u00e4tzlich wird die Nichtbeurteilbarkeit einer Massnahme im Sinne der Kriterien <i>(nicht beurteilbar)<\/i> festgestellt, oder es liegen der EFK keine Angaben \u00fcber die Massnahme vor <i>(keine Angaben).<\/i><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf die in den Jahren 2007\/2008 einsetzende globale Finanz- und Wirtschaftskrise reagierten zahlreiche L\u00e4nder mit Massnahmen zur Stabilisierung der Finanzm\u00e4rkte und mit umfangreichen Konjunkturprogrammen. Zur D\u00e4mpfung der Auswirkungen ergriff auch die Schweiz verschiedene konjunkturwirksame Massnahmen, unter anderem in Form von Stabilisierungsmassnahmen in drei Stufen. Die Eidg. Finanzkontrolle (EFK) hat die Konzeption und Umsetzung der Stabilisierungsmassnahmen [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3752,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[228,213,154],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":3752,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Fachbereich Evaluation und Wirtschaftlichkeitspr\u00fcfung, Eidg. Finanzkontrolle EFK, Bern","seco_author_post_occupation_fr":"Domaine sp\u00e9cialis\u00e9 Audit de rentabilit\u00e9 et \u00e9valuation, Contr\u00f4le f\u00e9d\u00e9ral des finances CDF, Berne","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":119797,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"7871","post_abstract":"","magazine_issue":"20120501","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/54e195e9d6a4e"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119794"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3752"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=119794"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119794\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127422,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/119794\/revisions\/127422"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3752"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=119794"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=119794"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=119794"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=119794"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=119794"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=119794"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}