{"id":119904,"date":"2012-04-01T12:00:00","date_gmt":"2012-04-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2012\/04\/maurer-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:28:35","modified_gmt":"2023-08-23T21:28:35","slug":"maurer-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2012\/04\/maurer-3\/","title":{"rendered":"Agrarpolitik: Innovative Kr\u00e4fte st\u00e4rken"},"content":{"rendered":"<p>Aus Sicht der Migros ist es notwendig, das heutige Direktzahlungssystem verst\u00e4rkt auf die von der Gesellschaft erwarteten Leistungen auszurichten. Wichtig ist auch, dass die Schweizer Landwirtschaft noch besser auf die zuk\u00fcnftigen Herausforderungen vorbereitet wird. Daher muss sich die Agrarpolitik einerseits auf die Markt\u00f6ffnung und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Landwirtschaft fokussieren und andererseits auch die \u00d6kologie und die Qualit\u00e4t im Blickfeld behalten. Die mit der Agrarpolitik 2014\u20132017 (AP\u202f14\u201317) eingeschlagene Richtung stimmt nur bedingt. Die Zuteilung eines grossen Teils der Mittel an die Bauern ohne Mehrleistung ihrerseits, wie sie der Bundesrat vorsieht, ist nicht zielf\u00fchrend.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Migros setzt mit ihren Industriebetrieben und dem Detailhandelsgesch\u00e4ft auch k\u00fcnftig auf die Schweizer Landwirtschaft. Bereits heute stammen \u00fcber 80% der in der Migros verkauften Frischprodukte aus der Schweiz. Die Migros-Industrie, mit \u00fcber 10&nbsp;000 Mitarbeitenden eine der wichtigsten Abnehmerinnen der Schweizer Landwirtschaft, steht f\u00fcr Swissness und hohe Qualit\u00e4t. Sie investiert laufend grosse Summen in ihre Verarbeitungsbetriebe in der Schweiz. Die Migros arbeitet denn auch sehr eng und vertrauensvoll mit den landwirtschaftlichen Produzenten zusammen und ist \u00fcberzeugt von deren Zukunftspotenzial.&#13;<\/p>\n<h2>Kommende Jahre im Zeichen der Agrarmarkt\u00f6ffnung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie kommenden Jahre werden \u2013 trotz momentanem Gegentrend \u2013 im Zeichen einer zunehmenden \u00d6ffnung der Agrarm\u00e4rkte stehen. Verhandlungen zu Freihandelsabkommen, die auch die Landwirtschaft betreffen, sind mit diversen L\u00e4ndern in Planung oder bereits angelaufen. Das heisst, dass weitere \u00d6ffnungsschritte unumg\u00e4nglich sind. Der Detailhandel, die Gastronomie sowie die Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz zahlen heute wegen des Agrarschutzes deutlich h\u00f6here Preise als in unseren unmittelbaren Nachbarl\u00e4ndern. Gleichzeitig haben wir im Bereich des privaten Konsums faktisch einen \u00abImport-Freihandel\u00bb mit dem umliegenden Ausland. Da dieser stark zunehmende Einkaufstourismus nur einseitig funktioniert, leiden sowohl die Landwirtschaft als auch die Verarbeitungsindustrie und der Detailhandel darunter. Dass gewisse Kreise den schwammigen Begriff der Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t ins Landwirtschaftsgesetz aufnehmen wollen, ist vor diesem Hintergrund kritisch zu hinterfragen. Die inl\u00e4ndische Land- und Ern\u00e4hrungswirtschaft verliert Marktanteile. Das ist nicht zukunftstr\u00e4chtig. Deshalb gilt es die Wettbewerbsf\u00e4higkeit zu verbessern, damit eine innovative und starke Landwirtschaft eine gute Zukunft hat. Die Migros fordert folgende Anpassungen:\u2212 <i>Das Direktzahlungssystem muss sich konsequent an den Ziell\u00fccken ausrichten.<\/i> Die Versorgungssicherheitsbeitr\u00e4ge sind zu hoch angesetzt und m\u00fcssen gesenkt werden. Die frei werdenden Mittel sollten in \u00dcbergangsbeitr\u00e4ge oder in Biodiversit\u00e4ts-, Ressourceneffizienz- bzw. Produktionssystembeitr\u00e4ge fliessen. Bei der Versorgungssicherheit gibt es heute ohne Markt\u00f6ffnung keine Ziell\u00fccken. Folglich ist die geplante Erh\u00f6hung der Beitr\u00e4ge falsch. Die Direktzahlungen d\u00fcrfen nicht dazu missbraucht werden, die Marktabschottung zu zementieren.\u2212 <i>Die effiziente Produktion von Nahrungsmitteln und die Erbringung von \u00f6kologischen Leistungen haben nebeneinander Platz.<\/i> Den Beweis hierf\u00fcr liefert die Zusammenarbeit zwischen der Migros und der IP Suisse, aus welcher das Label TerraSuisse hervorgegangen ist. IP-Suisse-Bauern f\u00f6rdern mit Pionierleistungen die Artenvielfalt. Terra Suisse ist erfolgreich und generiert mittlerweile einen Jahresumsatz von rund 600 Mio. Franken. Durch den Ausbau der Produktionssystembeitr\u00e4ge werden solche Synergien in der Landwirtschaft gest\u00e4rkt.\u2212 <i>Die \u00dcbergangsbeitr\u00e4ge sind zu tief angesetzt.<\/i> Im Bericht zur Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems wurden seinerzeit rund 900 Mio. Franken f\u00fcr diese Beitr\u00e4ge eingeplant. Inzwischen ist dieser Betrag noch halb so hoch. Dabei sind gerade die \u00dcbergangsbeitr\u00e4ge ein hervorragendes Mittel, um die Landwirtschaft im Prozess zur Anpassung an die sich ver\u00e4ndernden Rahmenbedingungen zu unterst\u00fctzen. Sie f\u00f6rdern die Wettbewerbs- und Anpassungsf\u00e4higkeit im Hinblick auf die bevorstehenden Ver\u00e4nderungen. Die \u00dcbergangsbeitr\u00e4ge sind das passende Instrument, um die Mittel k\u00fcnftig gezielt dort einzusetzen, wo es Ziell\u00fccken gibt.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweizer Landwirtschaft hat gute Chancen und muss mit der AP\u202f14\u201317 optimal auf die Zukunft vorbereitet werden. Mit einer vom Prinzip der Besitzstandeswahrung und Strukturerhaltung geleiteten Politik ist ihr aber nicht gedient. Wir sind \u00fcberzeugt, dass die Schweizer Landwirtschaft die bevorstehenden Herausforderungen meistern kann. F\u00fcr die Verarbeitung ihrer Rohstoffe sowie f\u00fcr die Vermarktung und den Verkauf hat sie starke Partner \u2013 wie die Migros!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Sicht der Migros ist es notwendig, das heutige Direktzahlungssystem verst\u00e4rkt auf die von der Gesellschaft erwarteten Leistungen auszurichten. Wichtig ist auch, dass die Schweizer Landwirtschaft noch besser auf die zuk\u00fcnftigen Herausforderungen vorbereitet wird. 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