{"id":119929,"date":"2012-03-01T12:00:00","date_gmt":"2012-03-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2012\/03\/arpagaus-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:28:33","modified_gmt":"2023-08-23T21:28:33","slug":"arpagaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2012\/03\/arpagaus\/","title":{"rendered":"Der Kanton Graub\u00fcnden braucht Wachstum und Diversifikation"},"content":{"rendered":"<p>Graub\u00fcnden ist vor allem als gr\u00f6sste Ferienregion der Schweiz bekannt. In vielen Talschaften des weitl\u00e4ufigen Kantons ist der Tourismus der mit Abstand wichtigste Erwerbszweig. Die laufende B\u00fcndner Tourismusreform st\u00e4rkt die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Wirtschaftsmotors und schafft Grundlagen f\u00fcr dessen k\u00fcnftige Prosperit\u00e4t. Allerdings verf\u00fcgt Graub\u00fcnden \u00fcber weitere St\u00e4rken: Der Kanton ist Standort von bedeutenden Industrieunternehmen, einer der gr\u00f6ssten Stromerzeuger des Landes sowie ein qualitativ hochwertiger Wohnstandort. Um die vorhandenen Potenziale noch gezielter nutzen und im Standortwettbewerb einsetzen zu k\u00f6nnen, bildet Wachstum den Schwerpunkt des neuen Regierungsprogramms 2013\u20132016.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201203_11_Arpagaus_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"246\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWie kaum ein anderer Kanton ist Graub\u00fcnden durch seine geografische, sprachliche und kulturelle Heterogenit\u00e4t gekennzeichnet. Dieses reichhaltige Erbe und attraktive Landschaften bilden \u2013 in Form von nat\u00fcrlichen Standortfaktoren \u2013 das eigentliche Kapital Graub\u00fcndens. In Graub\u00fcnden leben heute gut 192&nbsp;000 st\u00e4ndige Einwohnerinnen und Einwohner; rund 87&nbsp;000 vollzeit\u00e4quivalente Stellen werden gez\u00e4hlt. Im Vergleich zu anderen Kantonen verzeichnen das Baugewerbe und vor allem das Gastgewerbe \u00fcberdurchschnittliche Besch\u00e4ftigungsanteile. Trotz schwindender Bedeutung hat auch die Landwirtschaft in Graub\u00fcnden noch ein st\u00e4rkeres Gewicht als anderswo. Wie vergleichbare Kantone sieht sich Graub\u00fcnden seit den 1990er-Jahren mit zunehmenden Herausforderungen konfrontiert. Im Zuge der Globalisierung verst\u00e4rkten sich die regionalen Disparit\u00e4ten zwischen urbanen und l\u00e4ndlichen Regionen in der Schweiz. Verschiedene Faktoren f\u00fchren dazu, dass Graub\u00fcndens Wirtschaft im Verh\u00e4ltnis zum Schweizer Mittel unterdurchschnittlich w\u00e4chst: Strukturwandel in der Landwirtschaft, r\u00fcckl\u00e4ufige touristische Frequenzen als Folge von Flugverkehrsliberalisierungen, neuen Reisegewohnheiten und gestiegener internationaler Konkurrenz, eine zunehmende Konzentration von zukunftstr\u00e4chtigen Branchen und qualifizierten Arbeitspl\u00e4tzen in den Metropolen sowie ein Abbau von Stellen in ehemaligen Bundesbetrieben. Stark r\u00fcckl\u00e4ufige Geburtenzahlen und geringe Zuwanderung gef\u00e4hrden heute vor allem in den peripheren Talschaften des Kantons mittelfristig die Aufrechterhaltung der dezentralen Besiedlung.Die kantonale Wirtschaftspolitik stellt sich diesen Herausforderungen aktiv. Die vielf\u00e4ltigen Potenziale des Kantons als Wirtschafts- und Wohnstandort wurden bereits in den letzten Jahren identifiziert; entsprechende Massnahmen wurden eingeleitet und gezielt Projekte gef\u00f6rdert. Je nach Teilr\u00e4umen unterscheiden sich die Ausgangslagen dabei innerhalb des Kantons betr\u00e4chtlich.\u2212 <i>St\u00e4dtischer Raum (B\u00fcndner Rheintal, vorderes Pr\u00e4ttigau, untere Mesolcina):<\/i> In diesen gut erschlossenen, f\u00fcr B\u00fcndner Verh\u00e4ltnisse dicht besiedelten R\u00e4umen entwickeln sich Bev\u00f6lkerung und Wirtschaft insgesamt positiv. Rund 40% der st\u00e4ndigen Bev\u00f6lkerung wohnt heute im B\u00fcndner Rheintal; \u00fcber 43% des kantonalen Bruttoinlandprodukts (BIP) wird hier erwirtschaftet. Mit einer weiteren Konzentration ist zu rechnen. Als Dienstleistungs-, Verwaltungs-, Bildungs- und Gesundheitsplatz nimmt die Stadt Chur dabei eine Zentrumsfunktion ein, die \u00fcber die Kantonsgrenzen hinausreicht.\u2212 <i>Tourismusraum:<\/i> Die grossen, bekannten Destinationen und die vielen kleineren Ferienorte stehen f\u00fcr den gr\u00f6ssten, bedeutendsten Wirtschaftszweig Graub\u00fcndens. In vielen Regionen des Kantons ist die gesamte regionale Wirtschaft haupts\u00e4chlich vom Tourismus und dessen ausgel\u00f6sten Effekten abh\u00e4ngig.\u2212 <i>L\u00e4ndliche Gebiete:<\/i> Diese Gebiete abseits der grossen Verkehrsachsen und Tourismusorte waren in der Vergangenheit besonders stark vom R\u00fcckgang der Landwirtschaft und dem direkt oder indirekt damit verbundenen Abbau von Arbeitspl\u00e4tzen betroffen. Die Potenziale dieser Gebiete liegen heute einerseits im natur- und kulturnahen Tourismus und andererseits in einer st\u00e4rkeren Nutzung der zahlreich vorhandenen nat\u00fcrlichen Ressourcen (Wasser, Holz etc.). Vor allem in der Ressource Holz liegt ein hohes Wertsch\u00f6pfungspotenzial entlang der gesamten Holzkette, das die Gemeinderechnungen entlastet und dezentrale Arbeitspl\u00e4tze schafft.&#13;<\/p>\n<h2>St\u00e4rkung der Exportindustrie durch Investitionen in Bildung und Forschung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVon h\u00f6chster Bedeutung f\u00fcr die B\u00fcndner Volkswirtschaft sind die grossen exportorientierten Industriebetriebe, die ihren Sitz im B\u00fcndner Rheintal sowie im vorderen Pr\u00e4ttigau haben. Diese Unternehmen geh\u00f6ren in ihren Bereichen Elektronik, Chemie und Kunststoffe oder Medizinaltechnologie teils zu den weltweiten Marktf\u00fchrern und bieten eine hohe Anzahl hochqualifizierter Arbeitspl\u00e4tze an. Dies und die Erzeugung von Multiplikatoreffekten auf dem Binnenmarkt machen diese Betriebe zu einem eigentlichen Wachstumstreiber der ganzen B\u00fcndner Wirtschaft.Um die Rahmenbedingungen f\u00fcr bestehende und ansiedlungswillige exportorientierte Hightechunternehmen zu optimieren, erachtet der Kanton Graub\u00fcnden vor allem drei Instrumente als zentral:&#13;<\/p>\n<h2>Optimierung der steuerlichen Rahmenbedingungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGraub\u00fcnden ist aus steuerlicher Sicht ein sehr interessanter Standort f\u00fcr internationale Unternehmen. Durch die Steuergesetzrevision, welche seit Januar 2008 in Kraft ist, wurde die Gewinnsteuer deutlich gesenkt und die Sonderabgabe auf dem Kapital (f\u00fcr juristische Personen) sowie auf dem Verm\u00f6gen (f\u00fcr nat\u00fcrliche Personen) abgeschafft.&#13;<\/p>\n<h2>St\u00e4rkung des Wissens- und Technologietransfers, F\u00f6rderung der Forschungsinstitute<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGraub\u00fcnden ist heute ein wichtiger Forschungsplatz: Die renommierten Institute in Davos (z.B. AO Foundation, Swiss Institute of Allergy and Asthma Research, WSL-Institut f\u00fcr Schnee- und Lawinenforschung SLF, Physikalisch-Meteorologisches Observatorium Davos\/World Radiation Center), aber auch das Centre Suisse d&#8216; Electronique et de Microtechnique (CSEM) in Landquart besch\u00e4ftigen mehrere hundert Forschende. Diese Einrichtungen sowie die zwei Fachhochschulen in Chur tragen zur Positionierung von Graub\u00fcnden als Hochschul- und Forschungsstandort bei. Das sich in Erarbeitung befindende kantonale Gesetz \u00fcber Hochschulen und Forschungseinrichtungen will die damit verbundenen Potenziale noch zielgerichteter und selbstbewusster einsetzen. Dadurch sollen die Rahmenbedingungen f\u00fcr die B\u00fcndner Wirtschaft vor allem in Bezug auf die Ausbildungsm\u00f6glichkeiten und die Innovationskraft verbessert werden. Der Wissens- und Technologietransfer (WTT) gewinnt in Zusammenarbeit mit dem Kanton St. Gallen und anderen Kantonen der Ostschweiz sowie dem F\u00fcrstentum Liechtenstein zunehmend an Bedeutung (siehe <i>Kasten 1<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Regierungsprogramm 2013\u20132016<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie sieben Handlungsfelder des Regierungsprogramms 2013-2016 lauten:1. Wirtschaftswachstum steigern;2. Sich als attraktiver Arbeits- und Lebensraum entwickeln;3. Staatliche Strukturen und Verfahren vereinfachen und f\u00fcr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger greifbarer machen;4. F\u00fcr eine gute Bildung und starke Identit\u00e4t sorgen;5. Eine intakte Umwelt als Kapital f\u00fcr die Zukunft einsetzen;6. Integration und Sicherheit f\u00f6rdern;7. Hohe Lebensqualit\u00e4t und soziale Absicherung gew\u00e4hrleisten.Unter dem Handlungsfeld \u00abWirtschaftswachstum steigern\u00bb bezeichnet die Regierung explizit die Intensivierung der F\u00f6rderung von exportorientierten Industriebetrieben, des Tourismus sowie der Regionalentwicklung als strategische Absicht. Weiter wird das kantonale Wirtschaftsentwicklungsgesetz aktuell einer Totalrevision unterzogen. Die Beratung und Betreuung von investitionswilligen Personen und Organisationen soll zudem durch eine h\u00f6here Dienstleistungsqualit\u00e4t und Verfahrenskoordination verbessert werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWeiterf\u00fchrende Hinweise:&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2212 Amt f\u00fcr Wirtschaft und Tourismus Graub\u00fcnden: <a href=\"http:\/\/www.awt.gr.ch\">http:\/\/www.awt.gr.ch<\/a>.\u2212 B\u00fcndner Tourismusreform: <i><a href=\"http:\/\/www.awt.gr.ch\">http:\/\/www.awt.gr.ch<\/a>,<\/i> Rubriken Themen\/Projekte, B\u00fcndner Tourismusreform.\u2212 Regierungsprogramm 2013\u20132016: <i><a href=\"http:\/\/www.gr.ch\">http:\/\/www.gr.ch<\/a>,<\/i> Rubriken Institutionen, Parlament, Botschaften, Heft Nr. 11 \/ Botschaften 2011\u20132012.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n).&#13;<\/p>\n<h2>Aktives Fl\u00e4chen- und Landmanagement<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Kanton arbeitet daran, durch aktives Fl\u00e4chen- und Landmanagement ansiedlungs- und erweiterungswilligen Unternehmen k\u00fcnftig bessere Voraussetzungen zu bieten. Mit der regionalen Industriezone Tardis in Zizers und Landquart konnte vor einigen Jahren ca. 300&nbsp;000 m2 Bauland neu eingezont und optimal erschlossen werden. Den Bed\u00fcrfnissen der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gilt es in Bezug auf die Bereitstellung geeigneter Fl\u00e4chen Rechnung zu tragen, wobei der nachhaltige Umgang mit der Ressource Boden ebenso ber\u00fccksichtigt werden muss.Ein grosses Potenzial f\u00fcr industrielle T\u00e4tigkeiten findet sich im Umfeld der Agglomeration Bellinzona in der unteren Mesolcina, an der Grenze zum Kanton Tessin. Auf dem Areal des ehemaligen Flugplatzes San Vittore soll eine wettbewerbsf\u00e4hige Industriezone errichtet werden. Ein Gesamtkonzept befindet sich in Ausarbeitung.&#13;<\/p>\n<h2>Perspektiven f\u00fcr den B\u00fcndner Tourismus<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGraub\u00fcnden ist die gr\u00f6sste Tourismusregion der Schweiz; jeder siebte Hotelbetrieb und jedes sechste Hotelbett der Schweiz steht hier. Zu ca. 6 Mio. Hotellogiern\u00e4chten gesellen sich in Graub\u00fcnden j\u00e4hrlich etwa nochmals so viele in der Parahotellerie. \u00dcber 50 Bergbahnunternehmen locken pro Jahr rund 8,5 Mio. Besucher an. Gem\u00e4ss einer Wertsch\u00f6pfungsstudie der Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft Chur (2008) ist rund ein Drittel des regionalen BIP Graub\u00fcndens von ca. 11 Mrd. Franken direkt oder indirekt touristisch induziert.Die 2006 gestartete B\u00fcndner Tourismusreform stellt die Weichen daf\u00fcr, dass der B\u00fcndner Tourismus durch wettbewerbsf\u00e4hige Strukturen und eine gezielte Aufgabenteilung der zentralen Akteure auch k\u00fcnftig vom internationalen Wachstumsmarkt profitieren kann.Die neuen Tourismusorganisationen in Graub\u00fcnden sind gr\u00f6sser, professioneller und leistungsf\u00e4higer geworden. Aus einst \u00fcber 90 meist lokalen Tourismusorganisationen sind bis heute vier Destinationsmanagement-Organisationen (DMO) und elf regionale Tourismusorganisationen (ReTO) entstanden. Allein im Gebiet der vier DMO werden gemeinsam gut zwei Drittel aller Hotellogiern\u00e4chte in Graub\u00fcnden registriert. Durch die gezielte Optimierung der Aufgabenteilung entlang der touristischen Wertsch\u00f6pfungskette sollen die vorhandenen Ressourcen noch effizienter und effektiver zur Gewinnung neuer G\u00e4ste eingesetzt werden. Dies betrifft die Produktgestaltung, die Bearbeitung der Nah- und Fernm\u00e4rkte aber auch die Koordination der Infrastrukturvorhaben vor Ort.Parallel zur Destinationsbildung arbeitet der Kanton gemeinsam mit den Leistungstr\u00e4gern an zahlreichen flankierenden Massnahmen, wie beispielsweise:\u2212 <i>Elektronische Tourismusplattform Graub\u00fcnden:<\/i> Die ePlattform GR erm\u00f6glicht es den Destinationen, dank verschiedenen Schnittstellen ihre touristische Produkte deutlich einfacher \u00fcber eine Vielzahl von Distributionskan\u00e4len zu vertreiben.\u2212 <i>Natur- und kulturnaher Tourismus:<\/i> Die Ferienregion Graub\u00fcnden steht f\u00fcr authentische, natur- und kulturnahe Ferien. Diese schweizweit f\u00fchrende Rolle soll beibehalten und weiter ausgebaut werden. Mit einer professionellen Koordination und Beratung durch eine Kompetenzstelle wird die nachhaltige Weiterentwicklung des natur- und kulturnahen Tourismus in Graub\u00fcnden verbessert.\u2212 <i>Qualit\u00e4tsoffensive:<\/i> Die Bedeutung von Qualit\u00e4t ist eine unternehmerische Grundsatzfrage und f\u00fcr den Tourismus von grosser Bedeutung. Eine Qualit\u00e4tsstrategie f\u00fcr Graub\u00fcnden ist erarbeitet und befindet sich als flankierende Massnahme seit Ende 2011 in Umsetzung. \u2212 <i>Balanced Scorecard (BSC):<\/i> Nach der Schaffung von professionellen Strukturen soll deren Wirkung mittels eines modernen F\u00fchrungs- und Controllinginstruments \u00fcberpr\u00fcft werden k\u00f6nnen. Der Transparenz kommt bei der Leistungsbeurteilung von DMO und ReTO \u2013 auch im Zusammenhang mit dem Einsatz von \u00f6ffentlichen Mitteln \u2013 grosse Bedeutung zu.Mit dem Gesetz \u00fcber Tourismusabgaben soll nun zum Abschluss der eigentlichen Reform auch die Tourismusfinanzierung auf eine neue, breite Basis gestellt werden (siehe <i>Kasten 2<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>WTT in der Ostschweiz<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<i>Der Wissens- und Technologietransfer (WTT) soll dazu beitragen, die Innovationskraft der Ostschweizer Wirtschaft zu st\u00e4rken. In Abstimmung mit der Kommission f\u00fcr Technologie und Innovation (KTI) und dem Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) wird hier ein starker Bottom-up-Ansatz angestrebt, der den KMU einen direkten Nutzen bringen soll. Der Nutzen muss darin liegen, dass der Zugang zu Wissen vor allem f\u00fcr KMU ohne eigene Entwicklungsabteilungen verbessert werden kann und dadurch innovative Projekte vorangetrieben werden. Der Einbezug der KTI sowie der Fachhochschulen ist dabei f\u00fcr alle Beteiligten von hoher Bedeutung, weiter soll auf den bestehenden Innovationszellen aufgebaut werden. Die Vernetzung mit den meist an Hochschulen angesiedelten WTT-Stellen in der Region soll optimiert und national vernetzt werden. Um die vorhandenen Potenziale bestm\u00f6glich umzusetzen, muss ein solches Projekt grossr\u00e4umig angegangen werden. Weitere Kantone der Ostschweiz sollen in diese WTT-Konzeption eingeschlossen werden und somit von den Vorarbeiten der Kantone Graub\u00fcnden und St. Gallen profitieren k\u00f6nnen.<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n).Mit dem Projekt <i>Touristisches Gesamtsystem Graub\u00fcnden (Graub\u00fcnden 2020)<\/i> richtet der B\u00fcndner Tourismus seinen Blick proaktiv in die Zukunft: Welche Erfolge wurden in der Reformphase 2006-2012 erreicht? Wo gibt es noch Handlungsbedarf? Wie k\u00f6nnen k\u00fcnftige Herausforderungen bew\u00e4ltigt werden? Der Tourismus ist einem sehr dynamischen Markt ausgesetzt und muss auch in Zukunft neue gesellschaftliche oder technologische Trends rasch antizipieren.Der Tourismus ist auf wettbewerbsf\u00e4hige Infrastrukturen angewiesen, dies insbesondere in der Beherbergung, bei den Bergbahnen sowie bei Infrastrukturen zur St\u00e4rkung des Sommertourismus. F\u00fcr Beherbergungsbetriebe m\u00fcssen unter Einbezug der Gemeinden und Regionen sowie der Landeigent\u00fcmer Erweiterungsm\u00f6glichkeiten an geeigneten Standorten evaluiert werden. Bei komplexeren Verfahren \u2013 etwa einer Skigebietserweiterung oder -verbindung, bei denen der Einbezug verschiedener kantonaler Dienststellen notwendig ist \u2013 sollen Vorhaben im Sinne eines One-Stop-Shops intern optimaler koordiniert werden.&#13;<\/p>\n<h2>Marke graub\u00fcnden \u2013 ein Erfolgsmodell<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Regio Plus-Projekt <i>Marke graub\u00fcnden<\/i> wurde in den letzten Jahren konsequent weiterentwickelt. Viele Tourismusregionen kommunizieren mit der Marke graub\u00fcnden, was zu einer B\u00fcndelung der Kr\u00e4fte und somit zu einem sehr hohen Wiedererkennungswert gef\u00fchrt hat. Sinnbildlich daf\u00fcr steht die aus der TV-Werbung bekannte Kommunikationskampagne mit den beiden Steinb\u00f6cken Gian und Giachen unter dem Dach der Marke graub\u00fcnden.Aber nicht nur viele Anbieter von touristischen Dienstleistungen sind mit der Marke auf dem Markt pr\u00e4sent; auch verschiedenste B\u00fcndner Qualit\u00e4tsprodukte werden heute unter Verwendung des Steinbock-Symbols beworben. Weiter arbeiten diverse Dachverb\u00e4nde, Organisationen und Veranstaltungen mit der Marke graub\u00fcnden. Die Marke stellt damit ein wesentliches Instrument zur nachhaltigen St\u00e4rkung des Wirtschaftsstandorts Graub\u00fcnden dar und wird konsequent als Regionenmarke weiterentwickelt.&#13;<\/p>\n<h2>Interkantonale Kooperationsformen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Kanton ist \u00fcberzeugt davon, dass die Entwicklung einer grossr\u00e4umigeren Zusammenarbeit in Zukunft zur eigenen St\u00e4rkung beitr\u00e4gt. So wird der interkantonalen Zusammenarbeit grosses Gewicht beigemessen. Im Bereich der Standortpromotion beteiligt sich Graub\u00fcnden an der Greater Zurich Area. Die N\u00e4he zum Metropolitanraum Z\u00fcrich wird aus gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Sicht an Bedeutung gewinnen. Vor diesem Hintergrund wird eine optimierte verkehrstechnische Anbindung mit der Einf\u00fchrung des SBB-Halbstundentakts f\u00fcr das B\u00fcndner Rheintal von noch gr\u00f6sserer strategischer Bedeutung sein.Exemplarisch f\u00fcr die Zusammenarbeit mit anderen Schweizer Gebirgskantonen steht das interkantonale NRP-Projekt \u00abSan Gottardo\u00bb unter Beteiligung der Kantone Uri, Graub\u00fcnden, Wallis und Tessin. Das Projekt hat zum Ziel, die Chancen und Potenziale des Gotthard-Raumes zu nutzen und diese zu einer Einzigartigkeit zu kombinieren, die G\u00e4ste und Unternehmen anzieht. Mittel- bis langfristig sollen markante quantitative und qualitative Wirkungen erzielt und der Gotthard-Raum als Ganzes gest\u00e4rkt werden.&#13;<\/p>\n<h2>Wachstum als Kernthema des Regierungsprogramms 2013\u20132016<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit dem B\u00fcndner Regierungsprogramm f\u00fcr die Jahre 2013-2016, das einen deutlichen Akzent auf die Erzielung von Wachstum setzt, wird der in den letzten Jahren in der Wirtschaftspolitik eingeschlagene Weg fortgesetzt und gefestigt. Die Regierung stellt dabei folgende \u00dcberlegung ins Zentrum: <i>\u00abDie B\u00fcndner Bev\u00f6lkerung und die B\u00fcndner Wirtschaft wachsen im schweizerischen Vergleich unterdurchschnittlich. Vorrangiges Ziel des Regierungsprogramms ist es, wirtschaftliches Wachstum zu f\u00f6rdern und damit die Attraktivit\u00e4t Graub\u00fcndens als Wirtschafts-, Arbeits- und Wohnraum zu erh\u00f6hen. Angesichts der demografischen Entwicklung und der sich abzeichnenden Verknappung der finanziellen Mittel werden besondere Anstrengungen notwendig sein, um dieses Ziel zu erreichen.\u00bb<\/i> Im Rahmen von sieben Handlungsfeldern wurden 25 konkrete Entwicklungsschwerpunkte und Massnahmen beschlossen, die dem \u00fcbergeordneten Ziel dienen, mehr Wachstum zu erzielen (siehe <i>Kasten 3<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Tourismusabgabengesetz<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie B\u00fcndner Tourismusreform hat bereits eine marktgerechte Neustrukturierung gebracht. Mit dem Gesetz \u00fcber Tourismusabgaben (TAG), das im April 2012 im B\u00fcndner Kantonsparlament behandelt wird, soll eine zeitgem\u00e4sse Grundfinanzierung des Tourismus sichergestellt werden. Die Finanzierung des Tourismusmarketings sowie der touristischen Entwicklung in den Regionen wird dauerhaft durch alle nutzniessenden Unternehmen gew\u00e4hrleistet. Mit einem einzigen kantonalen Gesetz werden die heutigen rund 120 kommunalen Gesetze (Kurtaxen- und Tourismusf\u00f6rderungsabgabengesetze) abgel\u00f6st. Die Tourismusabgabe ist somit f\u00fcr die Abgabepflichtigen in den meisten Gemeinden nicht neu. Sie wird zwar im ganzen Kanton erhoben, jedoch stark abgestuft; entscheidend f\u00fcr die H\u00f6he der Abgabe sind die Wertsch\u00f6pfungskraft der Branchen sowie die Tourismusabh\u00e4ngigkeit der Regionen und Branchen.Das TAG erlaubt den Gemeinden innerhalb einer Region zudem, ihren Bed\u00fcrfnissen entsprechend die Abgabes\u00e4tze nach oben oder unten anzupassen. Nebst einer Grundpauschale werden in Hotels und Ferienwohnungen die Kapazit\u00e4ten besteuert und nicht mehr wie heute \u00fcblich die Anzahl Logiern\u00e4chte. Damit wird der erfolgreiche Unternehmer belohnt. Bei den Unternehmen dient die AHV-Lohnsumme als Bemessungsgrundlage f\u00fcr den variablen Abgabeteil. Das TAG soll auch die Erfolge der Tourismusreform langfristig absichern und leistet damit ebenso einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n). Von Bedeutung ist auch die laufende Gemeinde- und Gebietsreform. Durch eine gezielte F\u00f6rderung von Gemeindefusionen sollen die Gemeinden gest\u00e4rkt werden. Langfristig soll sich der Kanton nur noch in rund 50 Gemeinden und acht bis zehn Regionen mit klar umrissenen Aufgabengebieten gliedern.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nGraub\u00fcnden ist stark vom Tourismus abh\u00e4ngig. Von einer Monokultur zu sprechen, ist dennoch nicht gerechtfertigt, da der Bereich der exportorientierten Industrie sehr wertsch\u00f6pfungsstark ist und in der Wirtschaftsstruktur Graub\u00fcndens eine entsprechend wichtige Rolle spielt. Die Herausforderungen bleiben aber auch in den n\u00e4chsten Jahren gross. Nur durch eine st\u00e4ndige Innovationspolitik kann der Kanton im h\u00e4rter werdenden Standortwettbewerb bestehen.Durch das Regierungsprogramm akzentuiert, bleibt die Wachstumspolitik auch in den n\u00e4chsten Jahren die zentrale Thematik in Graub\u00fcnden. Wachstum kann Graub\u00fcnden vor allem in den Exportbranchen und durch die Mobilisierung neuer Potenziale in all seinen Regionen erzielen. Daf\u00fcr sind weitgreifende unternehmens- und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Verbesserungen in der Koordination der Sektoralpolitiken (Verkehr, Raumentwicklung, Bildung, Landwirtschaft etc.) sowie die Weiterf\u00fchrung der strukturellen Reformen unterst\u00fctzen diese Prozesse. Nicht zu vergessen ist die st\u00e4ndig angestrebte Optimierung der Verkehrsverbindungen gegen innen und aussen, welche gerade f\u00fcr einen weitl\u00e4ufigen Kanton wie Graub\u00fcnden von hoher Bedeutung sind.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Regierungsprogramm 2013\u20132016&#13;<\/p>\n<h3>Regierungsprogramm 2013\u20132016<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie sieben Handlungsfelder des Regierungsprogramms 2013-2016 lauten:1. Wirtschaftswachstum steigern;2. Sich als attraktiver Arbeits- und Lebensraum entwickeln;3. Staatliche Strukturen und Verfahren vereinfachen und f\u00fcr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger greifbarer machen;4. F\u00fcr eine gute Bildung und starke Identit\u00e4t sorgen;5. Eine intakte Umwelt als Kapital f\u00fcr die Zukunft einsetzen;6. Integration und Sicherheit f\u00f6rdern;7. Hohe Lebensqualit\u00e4t und soziale Absicherung gew\u00e4hrleisten.Unter dem Handlungsfeld \u00abWirtschaftswachstum steigern\u00bb bezeichnet die Regierung explizit die Intensivierung der F\u00f6rderung von exportorientierten Industriebetrieben, des Tourismus sowie der Regionalentwicklung als strategische Absicht. Weiter wird das kantonale Wirtschaftsentwicklungsgesetz aktuell einer Totalrevision unterzogen. Die Beratung und Betreuung von investitionswilligen Personen und Organisationen soll zudem durch eine h\u00f6here Dienstleistungsqualit\u00e4t und Verfahrenskoordination verbessert werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nWeiterf\u00fchrende Hinweise:&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\u2212 Amt f\u00fcr Wirtschaft und Tourismus Graub\u00fcnden: <i><a href=\"http:\/\/www.awt.gr.ch\">http:\/\/www.awt.gr.ch<\/a>.<\/i>\u2212 B\u00fcndner Tourismusreform: <i><a href=\"http:\/\/www.awt.gr.ch\">http:\/\/www.awt.gr.ch<\/a>,<\/i> Rubriken Themen\/Projekte, B\u00fcndner Tourismusreform.\u2212 Regierungsprogramm 2013\u20132016: <i><a href=\"http:\/\/www.gr.ch\">http:\/\/www.gr.ch<\/a>,<\/i> Rubriken Institutionen, Parlament, Botschaften, Heft Nr. 11 \/ Botschaften 2011\u20132012.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: WTT in der Ostschweiz&#13;<\/p>\n<h3>WTT in der Ostschweiz<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Wissens- und Technologietransfer (WTT) soll dazu beitragen, die Innovationskraft der Ostschweizer Wirtschaft zu st\u00e4rken. In Abstimmung mit der Kommission f\u00fcr Technologie und Innovation (KTI) und dem Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) wird hier ein starker Bottom-up-Ansatz angestrebt, der den KMU einen direkten Nutzen bringen soll. Der Nutzen muss darin liegen, dass der Zugang zu Wissen vor allem f\u00fcr KMU ohne eigene Entwicklungsabteilungen verbessert werden kann und dadurch innovative Projekte vorangetrieben werden. Der Einbezug der KTI sowie der Fachhochschulen ist dabei f\u00fcr alle Beteiligten von hoher Bedeutung, weiter soll auf den bestehenden Innovationszellen aufgebaut werden. Die Vernetzung mit den meist an Hochschulen angesiedelten WTT-Stellen in der Region soll optimiert und national vernetzt werden. Um die vorhandenen Potenziale bestm\u00f6glich umzusetzen, muss ein solches Projekt grossr\u00e4umig angegangen werden. Weitere Kantone der Ostschweiz sollen in diese WTT-Konzeption eingeschlossen werden und somit von den Vorarbeiten der Kantone Graub\u00fcnden und St. Gallen profitieren k\u00f6nnen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 3: Tourismusabgabengesetz&#13;<\/p>\n<h3>Tourismusabgabengesetz<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie B\u00fcndner Tourismusreform hat bereits eine marktgerechte Neustrukturierung gebracht. Mit dem Gesetz \u00fcber Tourismusabgaben (TAG), das im April 2012 im B\u00fcndner Kantonsparlament behandelt wird, soll eine zeitgem\u00e4sse Grundfinanzierung des Tourismus sichergestellt werden. Die Finanzierung des Tourismusmarketings sowie der touristischen Entwicklung in den Regionen wird dauerhaft durch alle nutzniessenden Unternehmen gew\u00e4hrleistet. Mit einem einzigen kantonalen Gesetz werden die heutigen rund 120 kommunalen Gesetze (Kurtaxen- und Tourismusf\u00f6rderungsabgabengesetze) abgel\u00f6st. Die Tourismusabgabe ist somit f\u00fcr die Abgabepflichtigen in den meisten Gemeinden nicht neu. Sie wird zwar im ganzen Kanton erhoben, jedoch stark abgestuft; entscheidend f\u00fcr die H\u00f6he der Abgabe sind die Wertsch\u00f6pfungskraft der Branchen sowie die Tourismusabh\u00e4ngigkeit der Regionen und Branchen.Das TAG erlaubt den Gemeinden innerhalb einer Region zudem, ihren Bed\u00fcrfnissen entsprechend die Abgabes\u00e4tze nach oben oder unten anzupassen. Nebst einer Grundpauschale werden in Hotels und Ferienwohnungen die Kapazit\u00e4ten besteuert und nicht mehr wie heute \u00fcblich die Anzahl Logiern\u00e4chte. Damit wird der erfolgreiche Unternehmer belohnt. Bei den Unternehmen dient die AHV-Lohnsumme als Bemessungsgrundlage f\u00fcr den variablen Abgabeteil. Das TAG soll auch die Erfolge der Tourismusreform langfristig absichern und leistet damit ebenso einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Graub\u00fcnden ist vor allem als gr\u00f6sste Ferienregion der Schweiz bekannt. In vielen Talschaften des weitl\u00e4ufigen Kantons ist der Tourismus der mit Abstand wichtigste Erwerbszweig. Die laufende B\u00fcndner Tourismusreform st\u00e4rkt die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Wirtschaftsmotors und schafft Grundlagen f\u00fcr dessen k\u00fcnftige Prosperit\u00e4t. 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