{"id":120039,"date":"2012-01-01T12:00:00","date_gmt":"2012-01-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2012\/01\/bucher-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:29:10","modified_gmt":"2023-08-23T21:29:10","slug":"bucher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2012\/01\/bucher\/","title":{"rendered":"Mit der Langfriststrategie den Aufschwung im Kanton Obwalden eingeleitet"},"content":{"rendered":"<p>Gest\u00fctzt auf eine umfassende Analyse leitete der Regierungsrat des Kantons Obwalden im Jahr 2002 die Langfriststrategie 2012+ ein. Zusammengefasst lautete sie: \u00abKanton Obwalden wohn-attraktiv, wirtschafts-dynamisch und optimal vernetzt \u2013 ihr Partner in der Zentralschweiz\u00bb. Nach zehn Jahren kann festgehalten werden, dass die Strategie erfolgreich umgesetzt wurde, was sich insbesondere in der Bev\u00f6lkerungszunahme, der Schaffung neuer Arbeitspl\u00e4tze und der Erh\u00f6hung des Steuerertrags zeigt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201201_13_Bucher_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Erarbeitung der Strategie- und Amtsdauerplanung 2003\u20132006&#13;<br \/>\nStrategie- und Amtsdauerplanung 2003\u20132006, Staatskanzlei des Kantons Obwalden September 2002 <a href=\"http:\/\/www.obwalden.ch\">http:\/\/www.obwalden.ch<\/a>, Suche: \u00abAmtsdauerplanung\u00bb Berichte. im Kanton Obwalden war Anlass, die k\u00fcnftige Entwicklung grundlegend auf l\u00e4ngere Frist zu analysieren und anzugehen. Dabei zeigte sich der aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden \u00e4usserst enge finanzpolitische Handlungsspielraum des Kantons:\u2212 die Entwicklung des Volkseinkommens liess die Steuerertr\u00e4ge stagnieren;\u2212 die Gesamtsteuerbelastung durfte wegen der bestehenden Konkurrenzsituation mit den umliegenden Kantonen nicht erh\u00f6ht werden;\u2212 die bestehende hohe Verschuldung schr\u00e4nkte den Spielraum f\u00fcr zus\u00e4tzliche Investitionen stark ein; \u2212 die Entwicklung des Volkseinkommens war ungewiss, da sich das Bev\u00f6lkerungswachstum abschw\u00e4chte, wertsch\u00f6pfungsschwache Branchen in der Wirtschaft \u00fcbervertreten waren und ein negativer Wanderungssaldo in der Altersgruppe der 15- bis 34-J\u00e4hrigen bestand. Eine <i>St\u00e4rken-Schw\u00e4chen\/Chancen-Risiken-Analyse (Swot-Analyse)<\/i> brachte ausgepr\u00e4gte <i>St\u00e4rken<\/i> in Bezug auf weiche Standortfaktoren (naturnahe Landschaften, Wohn- und Freizeitwert, Kulturangebot, \u00dcberschaubarkeit) zutage. Auch die N\u00e4he zur Agglomeration Luzern, eine im gesamtschweizerischen Vergleich tiefe steuerliche Belastung f\u00fcr Unternehmen und Personen mit hohem Einkommen sowie verh\u00e4ltnism\u00e4ssig g\u00fcnstige Boden- und Immobilienpreise konnten als St\u00e4rken identifiziert werden. Diese St\u00e4rken kamen jedoch wenig zum Tragen bzw. wurden nicht wahrgenommen, weil etliche Nachbarkantone in der Zentralschweiz besser positioniert waren. Als <i>Schw\u00e4chen<\/i> kristallisierten sich eine \u00fcberwiegende Ausrichtung auf wenig wertsch\u00f6pfungsintensive Branchen, Strukturschw\u00e4chen in Schl\u00fcsselbranchen, die verh\u00e4ltnism\u00e4ssig hohe Steuerbelastung kleiner und mittlerer Einkommen, das Image als Hochsteuerkanton im Gesamtindex und im Vergleich mit den umliegenden Zentralschweizer Kantonen, das fehlende Angebot an verf\u00fcgbarem Bauland, die hohe Staatsverschuldung und der R\u00fcckgang in der Nettozuwanderung heraus. Die <i>Chancen<\/i> des Kantons Obwalden lagen gem\u00e4ss Swot-Analyse vor allem in der Entwicklung eines Clusters im Bereich Mikrotechnologie, in der Entwicklung von Obwalden als Wohn-, Naherholungs- und Freizeitregion sowie im Ausbau der touristischen Destinationen Engelberg-Titlis und Vierwaldst\u00e4ttersee. Weitere Chancen wurden in der N\u00e4he zur Entwicklungsachse Z\u00fcrich-Zug-Luzern und in der verh\u00e4ltnism\u00e4ssig jungen Wohnbev\u00f6lkerung geortet. Die <i>Risiken<\/i> bestanden darin, dass sich der Wirtschaftsstandort Obwalden durch die Branchenstruktur weiter abschw\u00e4chte, ein Trendwechsel zum Wohnen und Arbeiten in der Stadt eingesetzt hatte, sich l\u00e4ngerfristig eine sinkende Investitionst\u00e4tigkeit des Kantons abzeichnete und Belastungen durch den interkantonalen Lastenausgleich zu erwarten waren, was zu einer weiter zunehmenden Verschuldung f\u00fchren w\u00fcrde.&#13;<\/p>\n<h2>Handlungsbedarf bestimmt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nVor diesem Hintergrund wurden verschiedene Strategien gepr\u00fcft. In Absch\u00e4tzung der wirtschaftspolitischen Entwicklungen in der Schweiz wurden die Schwerpunkte beim Wohnen, beim Wirtschaftsraum und bei der Vernetzung der Zentralschweiz gelegt.Im Hinblick auf den Neuzuzug von Unternehmen und gut verdienenden Erwerbspersonen wurde m\u00f6glicher Handlungsbedarf bestimmt. F\u00fcr Unternehmen ergab sich der dringendste Handlungsbedarf bei der Verf\u00fcgbarkeit und den Kosten von Wirtschaftsfl\u00e4chen, beim Image des Kantons und der Notwendigkeit von Cluster-Ans\u00e4tzen. Die Verf\u00fcgbarkeit von hochqualifizierten Arbeitskr\u00e4ften erwies sich als wichtiges Kriterium. F\u00fcr den Zuzug von gut verdienenden Erwerbspersonen lag der Handlungsbedarf beim Bildungsangebot und bei der Verf\u00fcgbarkeit von Bauland bzw. H\u00e4usern sowie Mietwohnungen. Zudem musste das Image des Kantons verbessert werden.Der finanzpolitische Handlungsspielraum sollte mit folgenden Massnahmen zur\u00fcckgewonnen werden:\u2212 eine Ausgabenbremse;\u2212 das Ermitteln von Sparpotenzialen in strategisch weniger bedeutenden Politikbereichen sowie ein effizienterer Mitteleinsatz in strategisch bedeutenden Politikbereichen;\u2212 eine konsequente Kosten-Nutzen-Betrachtung bei Investitionen;\u2212 der Einsatz von Transfergewinnen f\u00fcr politische wichtige Handlungsfelder;\u2212 eine klare Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden. F\u00fcr die Amtsdauerplanung 2003\u20132006 wurden 17 Leitideen zu zehn Politikbereichen (siehe <i>Kasten 1<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Politikbereiche im Vordergrund<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nBewusst wurden die Leitideen zehn Politikbereichen zugeordnet und nicht als departementale Aufgaben formuliert (in Klammern wichtigste Massnahmen):\u2013 Volkswirtschaft (Steigerung des Volkseinkommens durch Bev\u00f6lkerungswachstum, Optimierung Standortqualit\u00e4ten f\u00fcr dynamische und wertsch\u00f6pfungsstarke Branchen, Nutzen der Standortpotenziale in touristischen Marktsegmenten);\u2013 Bildung (attraktives hochstehendes Bildungswesen);\u2013 Gesundheit (bedarfsgerechte qualitativ gute medizinische und pflegerische Grundversorgung);\u2013 soziale Wohlfahrt und soziale Sicherheit (F\u00f6rderung der Familie durch Vorsorge, Selbsthilfe und Eigeninitiative);\u2013 Sicherheit und Recht (sicheres Umfeld);\u2013 Raumordnung, Umwelt und Energie (Entwicklung auf der Sarneraatalachse mit Regionalzentrum Sarnen, Pflege einer attraktiven Landschaft und intakten Umwelt);\u2013 Verkehr und Infrastruktur (attraktive Verkehrsverbindungen Richtung Luzern-Zug-Z\u00fcrich mit optimaler Verkn\u00fcpfung der Verkehrssysteme);\u2013 Gesellschaft, Kultur, Medien, Sport und Erholung (Zusammenwirken der Sozialpartner, einzigartige Schwerpunktangebote in Kultur, Sport und Erholung);\u2013 Staatsorganisation\/f\u00f6deralistische Zusammenarbeit (einfache b\u00fcrgernahe Staatsorganisation, enge Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden, koordinierte kantonale Zusammenarbeitspolitik mit Anbindung an die gr\u00f6sseren Wirtschaftsr\u00e4ume);\u2013 Finanzen und Steuern (erh\u00f6hen der fiskalischen Konkurrenzf\u00e4higkeit, nachhaltige Finanzpolitik).&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n) sowie die dazugeh\u00f6rigen Ziele und Massnahmen formuliert.Mit der Amtsdauerplanung 2006\u20132010&#13;<br \/>\nAmtsdauerplanung des Regierungsrats 2006 bis 2010 vom November 2006 (Kantonsratsgesch\u00e4ft vom 30. November 2006). wurde eine Neueinsch\u00e4tzung des Handlungsbedarfs aufgrund der \u00fcberpr\u00fcften Swot-Analyse vorgenommen. Dabei ergaben sich nur unwesentliche Gewichtsverschiebungen. Die Langfriststrategie wurde insgesamt best\u00e4tigt. Die bisherigen 17 Leitideen mit den entsprechenden Wirkungszielen wurden erneuert, mit dem Ziel, sie konsequent weiter zu verfolgen. Die auf die Amtsdauer abgestimmten neuen Massnahmen wurden mit strategischen Kennzahlen, Indikatoren und Standards versehen.Die vor kurzem verabschiedete Amtsdauerplanung 2010\u20132014&#13;<br \/>\nAmtsdauerplanung des Regierungsrats 2010 bis 2014 vom 5. Januar 2011 (Kantonsratsgesch\u00e4ft vom 26. Januar 2011). st\u00fctzt sich nochmals auf die Langfriststrategie 2012+ ab. Bei den Leitideen bestand kaum Anpassungsbedarf; hingegen wurden die Ziele und Massnahmen neu definiert.&#13;<\/p>\n<h2>Steuergesetz\u00e4nderung als Kristallisationspunkt<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Strategieumsetzung sah insbesondere die \u00c4nderung des Steuergesetzes vor, welche per 1. Januar 2006 in Kraft trat. Diese Revision brachte einen einheitlichen Gewinnsteuersatz von 6,6% f\u00fcr Unternehmen im ganzen Kanton. Zum damaligen Zeitpunkt war dies der tiefste Steuersatz unter den Schweizer Kantonen; auch international lag er in den vordersten Positionen. F\u00fcr hohe Einkommen war vorgesehen, eine Entlastung durch eine Verminderung der Progression (partiell degressiver Steuertarif) einzuf\u00fchren. Dieses Vorhaben f\u00fchrte zu einer intensiven Auseinandersetzung in der \u00d6ffentlichkeit \u00fcber das Steuersystem. Obwalden wurde als Standort f\u00fcr Unternehmen sowie f\u00fcr nat\u00fcrliche Personen national und international breit bekannt. Das Bundesgericht entschied auf eine entsprechende Beschwerde, dass die Steuergesetzrevision verfassungswidrig sei.&#13;<br \/>\nBGE 133 I 206. Auf dieses Urteil hin wurde umgehend das \u00abObwaldner Modell\u00bb einer <i>Flat-Rate-Besteuerung<\/i> ausgearbeitet, das einen einheitlichen Einkommenssteuersatz mit einem Steuerfreibetrag umfasst. Es wurde nach einer Volksabstimmung per 1. Januar 2008 in Kraft gesetzt.Die Anpassung der Steuers\u00e4tze 2006 wurde m\u00f6glich, weil zuvor dank einer konsequenten Priorit\u00e4tensetzung der Selbstfinanzierungsgrad seit 1998 \u00fcber 100% lag. Mit der Aussch\u00fcttung der Goldreserven der Schweizerischen Nationalbank und hohen Nationalbankgewinnen sowie dank der wirtschaftlichen Entwicklung konnte eine Entschuldung vorgenommen werden. Die Revision der Besteuerung brachte unmittelbar Erfolg.&#13;<\/p>\n<h2>Konsequente Umsetzung der strategischen Leitideen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAuch die weiteren Leitideen der Langfriststrategie wurden konsequent umgesetzt. Auf Anstoss der ans\u00e4ssigen Wirtschaft wurde mit Unterst\u00fctzung der Zentralschweizer Kantone ein Forschungs- und Entwicklungszentrum im Bereich der Mikrotechnologie&#13;<br \/>\nMCCS AG, Micro Center Central-Switzerland (<a href=\"http:\/\/www.mccs.ch\">http:\/\/www.mccs.ch<\/a>), die den Auftrag f\u00fcr Forschung und Entwicklung an das CSEM Zentralschweiz in Alpnach (<a href=\"http:\/\/www.csem.ch\">http:\/\/www.csem.ch<\/a>) \u00fcbertragen hat. aufgebaut. Verbunden mit einem Innovations- und Dienstleistungszentrum f\u00fcr Unternehmen entstand in Zusammenarbeit mit der Obwaldner Kantonalbank das Unternehmerzentrum microPark Pilatus.&#13;<br \/>\nSiehe <a href=\"http:\/\/www.microparkpilatus.ch\">http:\/\/www.microparkpilatus.ch<\/a>. Damit konnte ein Schwerpunkt f\u00fcr Mikrotechnologie geschaffen werden. Bestehende Unternehmen wie Start-ups profitieren von Forschungs- und Entwicklungsleistungen und haben den Produktionsstandort Obwalden gest\u00e4rkt.&#13;<\/p>\n<h2>Marketing und Raumplanung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBei der Entwicklung der Strategie wurde dem Kantonsmarketing eine wichtige Rolle zugeschrieben. Dank der nachhaltigen nationalen und internationalen Diskussion zur Steuergesetzrevision lag das Schwergewicht der T\u00e4tigkeit schnell bei der Betreuung und Begleitung ansiedlungswilliger Unternehmen und nat\u00fcrlicher Personen im Sinne eines One-Stop-Shops. Aufgrund der \u00dcberschaubarkeit des Kantons sowie den kurzen Wegen zu Politik und Verwaltung k\u00f6nnen jeweils rasch die notwendigen Abkl\u00e4rungen vorgenommen werden. Gleichzeitig geniesst die Pflege der neu angesiedelten und bestehenden Unternehmen vermehrt Aufmerksamkeit. Mit der Standortf\u00f6rderung ist ein Verein betraut, der durch Kanton, Gemeinden und Private getragen und mit einer Leistungsvereinbarung betrieben wird.&#13;<br \/>\nStandort Promotion in Obwalden, Dorfplatz 1, Sarnen, <a href=\"http:\/\/www.iow.ch\">http:\/\/www.iow.ch<\/a>.Das dritte wichtige Standbein der Langfriststrategie war die \u00dcberarbeitung der Richtplanung.&#13;<br \/>\nKanton Obwalden, Richtplanung 2006-2020, <a href=\"http:\/\/www.ow.ch\">http:\/\/www.ow.ch<\/a>, Direktzugriff Kantonaler Richtplan. Diese legte die zentralen Stossrichtungen f\u00fcr die k\u00fcnftige r\u00e4umliche Entwicklung des Kantons fest. Die unterschiedlichen Entwicklungspotenziale sollten zielgerichtet eingesetzt werden. Das untere Sarneraatal (Alpnach bis Sachseln) wurde als Wohn- und bevorzugte Wirtschaftsregion definiert, w\u00e4hrend das obere Sarneraatal und Engelberg schwergewichtig als Wohn- und Erholungsregionen mit touristischen Aktivit\u00e4ten dienen sollen.&#13;<\/p>\n<h2>Indikatoren zeigen den Erfolg der Entwicklung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSeit dem Inkrafttreten der Steuerrevision auf den 1. Januar 2006 hat sich das Bev\u00f6lkerungswachstum erheblich verst\u00e4rkt. Die j\u00e4hrlichen Zunahmen liegen seit 2006 zwischen 275 und \u00fcber 600 Personen, nachdem sie \u2013 mit gr\u00f6sseren und kleineren Abweichungen \u2013 seit Beginn der 1990er-Jahre durchschnittlich unter 200 Personen pro Jahr&#13;<br \/>\nBilanz der st\u00e4ndigen Wohnbev\u00f6lkerung in den Kantonen, Bundesamt f\u00fcr Statistik, <a href=\"http:\/\/www.bfs.admin.ch\">http:\/\/www.bfs.admin.ch<\/a>. lagen. Damit blieb das prozentuale Wachstum weit \u00fcber jenem der Zentralschweiz und der gesamten Schweiz. Zum \u00fcberwiegenden Teil ist der Zuwachs auf den Wanderungssaldo zur\u00fcckzuf\u00fchren. Nach wie vor tr\u00e4gt ab er auch der Geburten\u00fcberschuss zum Wachstum bei. Der Altersquotient \u2013 d.h. das Verh\u00e4ltnis der \u00fcber 64-J\u00e4hrigen zu den 20- bis 64-J\u00e4hrigen \u2013 ist mit 24,8 tief (5. Stelle unter den Kantonen), und der Jugendquotient ist erfreulich hoch.Bei der Besch\u00e4ftigung zeigt sich ebenfalls der Erfolg der Strategie. Zwischen den Betriebsz\u00e4hlungen von 2005 und 2008&#13;<br \/>\nEidgen\u00f6ssische Betriebsz\u00e4hlung 2008, Bundesamt f\u00fcr Statistik. ergab sich f\u00fcr Obwalden ein Zuwachs von 14,6%. Damit lag der Kanton direkt hinter Zug auf Platz zwei, weit \u00fcber dem schweizerischen Durchschnitt.&#13;<\/p>\n<h2>Produktionssektor weiterhin stark vertreten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Produktionssektor ist bei der Besch\u00e4ftigung in Obwalden \u00fcberdurchschnittlich vertreten. Die Verschiebung der Erwerbst\u00e4tigkeit vom zweiten (Produktion) in den dritten Sektor (Dienstleistungen) kommt aber auch im Kanton Obwalden verst\u00e4rkt zum Tragen. Die Anzahl Erwerbst\u00e4tiger wuchs in Obwalden schwergewichtig bei den Dienstleistungen \u2013 im Gegensatz zur schweizerischen Entwicklung, wo sich die Verlagerung zwischen den Sektoren zwischen 2005 und 2008 deutlich abschw\u00e4chte. In Obwalden wuchs die Besch\u00e4ftigung in beiden Sektoren \u00fcberdurchschnittlich. Gem\u00e4ss einer Untersuchung von Credit Suisse&#13;<br \/>\nCredit Suisse, Economic Research, Swiss Issues, Regionen Luzern, Obwalden, Nidwalden und Uri, Struktur und Perspektiven, Z\u00fcrich, Oktober 2011. trug das Wachstum der Spitzenindustrie wesentlich zu dieser Entwicklung bei. Nach wie vor spielt das Bauhaupt- und -nebengewerbe eine wichtige Rolle. Im Vergleich zum schweizerischen Durchschnitt sind das Ausbaugewerbe, die Landwirtschaft, die Hotellerie und die Elektrotechnik erheblich \u00fcberdurchschnittlich vertreten. Die gr\u00f6ssten Abweichungen mit einer unterdurchschnittlichen Besch\u00e4ftigung in Obwalden sind im Detailhandel, im Gesundheitswesen und im Unterrichtswesen zu verzeichnen. Die Credit Suisse beurteilt das Wachstumspotenzial bei der Branchenbewertung f\u00fcr den Kanton im gesamtschweizerischen Vergleich als leicht unterdurchschnittlich, jedoch deutlich \u00fcber dem schweizerischen Durchschnitt bez\u00fcglich Standortqualit\u00e4t.Im Produktionssektor sind innovative Unternehmen t\u00e4tig, die ihren Sitz in Obwalden haben. Dank den guten Rahmenbedingungen (Arbeitskr\u00e4fte, verf\u00fcgbares Land, Forschung- und Entwicklungsperspektiven in der N\u00e4he, tiefe Steuerbelastung) fanden Erweiterungen vor allem im Kanton statt. Auch wird vor Ort geforscht und entwickelt. Selbst mit traditionellen Werkstoffen (Holz, Abbau von Steinen) bestehen die Unternehmen mit hoher Wertsch\u00f6pfung dank Innovation im nationalen und internationalen Wettbewerb. In der stark vertretenen Spitzenindustrie \u2013 insbesondere Elektrotechnik \u2013 nimmt der Anteil an Cleantech durch die Miniaturisierung st\u00e4ndig zu.&#13;<\/p>\n<h2>Das Controlling weist den Erfolg aus<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Zusammenhang mit der Erarbeitung der Amtsdauerplanung 2010\u20132014 wurde ein Controlling \u00fcber die Ziele und Massnahmen der Amtsdauerplanung 2006\u20132010 vorgenommen. Der Bericht zeigt auf, dass die Ziele und Massnahmen weitestgehend erreicht werden konnten. Von 71 Wirkungszielen wurden nur acht innerhalb des gesteckten Zeitraums nicht erreicht. 43 wurden vollst\u00e4ndig umgesetzt, 20 teilweise. Neben dieser Beurteilung aus Innensicht gab es eine Beurteilung von aussen. Diese kommt zum Schluss, dass Obwalden in der schweizerischen \u00d6ffentlichkeit bedeutend st\u00e4rker wahrgenommen wird, der Kanton den finanziellen Handlungsspielraum zur\u00fcckgewonnen hat und dank erschwinglichem Wohnraum und der guten Erschliessung wohnattraktiv ist. Es wird aber auch darauf hingewiesen, dass Obwalden auf die interkantonale Zusammenarbeit zwingend angewiesen ist und sich mit der Region abstimmen muss. Aufgrund der schnellen Entwicklung sei auf die Wahrung der Identit\u00e4t R\u00fccksicht zu nehmen.Der Erfolg der Strategie zeigt sich im erw\u00e4hnten Bev\u00f6lkerungswachstum und im Wachstum der Arbeitspl\u00e4tze: Die eingetragenen Firmen im Handelsregister nahmen von 2044 zu Beginn 2006 auf 3725 anfangs 2011 zu. Der Standortsqualit\u00e4tsindikator,&#13;<br \/>\nCredit Suisse, aaO. der von Credit Suisse errechnet wird, ver\u00e4nderte sich von minus 0,6 (2002) auf plus 0,5 (2011). Sehr deutlich kommt die in Gang gesetzte Entwicklung beim Ressourcenindex des Kantons&#13;<br \/>\nJ\u00e4hrliche Nachf\u00fchrung des Anhangs 1 der Verordnung \u00fcber den Finanzausgleich (FiLaV, SR 613.21). und den damit verbundenen Ausgleichszahlungen aufgrund der NFA zum Ausdruck. Diese haben von 2009 bis 2011 um nahezu 30% von 64,7 auf 46,3 Mio. Franken&#13;<br \/>\nBericht des Bundesrats \u00fcber die Wirksamkeit des Finanzausgleichs zwischen Bund und Kantonen vom 24. November 2010 sowie Anhang zur Medienmitteilung des Eidgen\u00f6ssischen Finanzdepartements vom 16. November 2011: Bundesrat verabschiedet Verordnung mit den Ausgleichszahlungen f\u00fcr 2012. abgenommen.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nInsgesamt hat der Kanton Obwalden die Langfriststrategie 2012+ erfolgreich umgesetzt. Sie hat zu einer Aufbruchstimmung im Kanton und zur national und international positiven Wahrnehmung der Region beigetragen. Der j\u00e4hrliche Wirkungsbericht zur Umsetzung der Strategie legt Rechenschaft \u00fcber die Entwicklungen ab.&#13;<br \/>\nErweiterter Wirkungsbericht zu den steuerlichen Massnahmen, zum Kantonsmarketing, zur Raumentwicklung und zur Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden vom 12. April 2011, Staatskanzlei des Kantons Obwalden, <a href=\"http:\/\/www.ow.ch\">http:\/\/www.ow.ch<\/a>, Kantonsrat, Gesch\u00e4ft vom 26. Mai 2011.Exportwirtschaft und Tourismus stehen vor grossen Herausforderungen, sei es aufgrund der W\u00e4hrungssituation oder der weltwirtschaftlichen Ver\u00e4nderungen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abZunahme der Besch\u00e4ftigten im schweizerischen Vergleich, 2005\u20132008\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1: \u00abEntwicklung Ressourcenindex, 2008\u20132012\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Politikbereiche im Vordergrund&#13;<\/p>\n<h3>Politikbereiche im Vordergrund<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nBewusst wurden die Leitideen zehn Politikbereichen zugeordnet und nicht als departementale Aufgaben formuliert (in Klammern wichtigste Massnahmen):\u2013 Volkswirtschaft (Steigerung des Volkseinkommens durch Bev\u00f6lkerungswachstum, Optimierung Standortqualit\u00e4ten f\u00fcr dynamische und wertsch\u00f6pfungsstarke Branchen, Nutzen der Standortpotenziale in touristischen Marktsegmenten);\u2013 Bildung (attraktives hochstehendes Bildungswesen);\u2013 Gesundheit (bedarfsgerechte qualitativ gute medizinische und pflegerische Grundversorgung);\u2013 soziale Wohlfahrt und soziale Sicherheit (F\u00f6rderung der Familie durch Vorsorge, Selbsthilfe und Eigeninitiative);\u2013 Sicherheit und Recht (sicheres Umfeld);\u2013 Raumordnung, Umwelt und Energie (Entwicklung auf der Sarneraatalachse mit Regionalzentrum Sarnen, Pflege einer attraktiven Landschaft und intakten Umwelt);\u2013 Verkehr und Infrastruktur (attraktive Verkehrsverbindungen Richtung Luzern-Zug-Z\u00fcrich mit optimaler Verkn\u00fcpfung der Verkehrssysteme);\u2013 Gesellschaft, Kultur, Medien, Sport und Erholung (Zusammenwirken der Sozialpartner, einzigartige Schwerpunktangebote in Kultur, Sport und Erholung);\u2013 Staatsorganisation\/f\u00f6deralistische Zusammenarbeit (einfache b\u00fcrgernahe Staatsorganisation, enge Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinden, koordinierte kantonale Zusammenarbeitspolitik mit Anbindung an die gr\u00f6sseren Wirtschaftsr\u00e4ume);\u2013 Finanzen und Steuern (erh\u00f6hen der fiskalischen Konkurrenzf\u00e4higkeit, nachhaltige Finanzpolitik).<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gest\u00fctzt auf eine umfassende Analyse leitete der Regierungsrat des Kantons Obwalden im Jahr 2002 die Langfriststrategie 2012+ ein. Zusammengefasst lautete sie: \u00abKanton Obwalden wohn-attraktiv, wirtschafts-dynamisch und optimal vernetzt \u2013 ihr Partner in der Zentralschweiz\u00bb. 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