{"id":120204,"date":"2011-12-01T12:00:00","date_gmt":"2011-12-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2011\/12\/staiblin-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:29:29","modified_gmt":"2023-08-23T21:29:29","slug":"staiblin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2011\/12\/staiblin\/","title":{"rendered":"Die Chancen des europ\u00e4ischen Arbeitsmarktes nutzen"},"content":{"rendered":"<p>Die Offenheit der Schweiz ist bekannt und hat das Land gepr\u00e4gt. Seit dem 19. Jahrhundert haben sich immer wieder Erfinder, Pioniere und T\u00fcftler aus dem Ausland hier niedergelassen. Bekannte Beispiele aus der Wirtschaft sind der Frankfurter Apotheker Heinrich Nestle oder die Begr\u00fcnder der sp\u00e4teren ABB, die beiden Ingenieure Charles Brown und Walter Boveri, englischer resp. deutscher Herkunft. Sie haben Unternehmen gegr\u00fcndet, welche die Welt\u00f6konomie bis ins 21. Jahrhundert pr\u00e4gen. Das Personenfreiz\u00fcgigkeitsabkommen mit der EU\/Efta (FZA) setzt diese Tradition fort.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nBei ABB sprechen die Erfahrungen eine deutliche Sprache. Seit 2002 konnten dank dem freien Personenverkehr gut ausgebildete Mitarbeitende aus dem europ\u00e4ischen Ausland rekrutiert werden. Von den zwischen Januar und Oktober 2011 bei ABB Schweiz neu eingestellten Fachkr\u00e4ften kamen vier von zehn aus dem EU-Raum; 83% davon stammen aus unseren Nachbarl\u00e4ndern. ABB besch\u00e4ftigt allein am Hauptsitz in Z\u00fcrich-Oerlikon \u00fcber 600 Mitarbeitende \u2013 ein grosser Teil davon aus dem Ausland. F\u00fcr ABB Schweiz arbeiten 6600 Mitarbeitende; nahezu die H\u00e4lfte davon sind ausl\u00e4ndischer Herkunft. Bei ABB Schweiz w\u00e4ren die Neueintritte in diesem Jahr allein aus dem inl\u00e4ndischen Arbeitsmarkt heraus nicht zu rekrutieren gewesen. Bei der Suche nach hoch qualifizierten Spezialisten in f\u00fcr uns wichtigen Forschungsgebieten oder nach Ingenieuren mit langj\u00e4hriger Erfahrung beim Abwickeln komplexer Projekte ist es f\u00fcr uns unabdingbar, in Europa, aber auch global rekrutieren zu k\u00f6nnen.&#13;<\/p>\n<h2>Talentsuche \u2013 eine der dringlichsten Aufgaben<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDamit dieser auf Know-how beruhende Teil der Wertsch\u00f6pfung im Land bleibt, braucht es Talente. Diese zu finden, zu fordern und zu f\u00f6rdern, ist eine der dringlichsten Aufgaben von ABB Schweiz \u2013 und das in einem Umfeld, in dem sich der internationale Wettbewerb zusehends versch\u00e4rft. Auch hier ist das FZA von zentraler Bedeutung. Es bietet die Chance, europaweit die besten Talente zu gewinnen und zugleich den Fachkr\u00e4ftemangel, den laut einer Swissmem-Umfrage knapp 80% der Grossunternehmen und 65% der KMU in der MEM-Industrie beklagen, teilweise aufzufangen.Wie wichtig die Personenfreiz\u00fcgigkeit f\u00fcr ein international t\u00e4tiges Unternehmen wie ABB Schweiz ist, zeigt sich auch in der Forschung. In unserem Forschungszentrum in Baden-D\u00e4ttwil arbeiten rund 190 Forscher. Die ausl\u00e4ndischen Kolleginnen und Kollegen tragen nicht nur wesentlich dazu bei, dass ABB in ihren Kerngebieten Energie und Automation technologisch f\u00fchrend ist und bleibt. Sie sind zudem bestens mit in- und ausl\u00e4ndischen Hochschulen vernetzt und arbeiten projektbezogen mit diesen zusammen \u2013 beispielsweise mit der ETH\/EPFL und deren Forschungsinstitutionen, dem MIT in Boston, dem Imperial Collage in London oder der Technischen Hochschule in Aachen. Diese akademische Vernetzung ist von zentraler Bedeutung, denn sie f\u00fchrt zu Innovationen und bringt Wertsch\u00f6pfung.Ein steter Zufluss an hoch qualifizierten Fachkr\u00e4ften aus dem Ausland h\u00e4lt unser Unternehmen fit, die Innovation hoch und wirkt sich positiv auf das Wachstum aus. Dank des FZA k\u00f6nnen wir die Forschung und die Produktion in der Schweiz \u00fcberhaupt im heutigen Massstab betreiben. Es hilft uns nicht zuletzt, in den Werkplatz Schweiz zu investieren \u2013 zuletzt 200 Mio. Franken f\u00fcr den Ausbau der Leistungshalbleiterproduktion in Lenzburg (AG).&#13;<\/p>\n<h2>Personenfreiz\u00fcgigkeit als Basis des internationalen Gesch\u00e4fts<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas FZA erm\u00f6glicht ABB nicht nur einen unkomplizierten Austausch von Mitarbeitenden und Trainees im EU-Raum. Es bietet uns gleichzeitig Zugang zu unserem wichtigsten Markt und ist damit die Basis f\u00fcr eine erfolgreiche internationale Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit. Mehr als 80% des Umsatzes erzielt ABB Schweiz im Ausland und fast 40% davon in EU-L\u00e4ndern \u2013 davon allein in Deutschland knapp 40%. Das FZA hilft uns im \u00dcbrigen auch bei der Abwicklung von Projekten f\u00fcr unsere internationalen Kunden und bei der Vernetzung mit unseren in- und ausl\u00e4ndischen Zulieferern sowie innerhalb des ABB-Verbundes: Mitarbeitende von ABB Schweiz k\u00f6nnen ohne administrativen Mehraufwand in die entsprechenden L\u00e4nder ein- und ausreisen. F\u00fcr ABB ist es insbesondere in der heutigen wirtschaftlichen Situation wichtig, dass die Schweiz ihre Offenheit beibeh\u00e4lt. Vielleicht gerade deshalb war unser Land in den letzten drei Krisenjahren wirtschaftlich erstaunlich robust. Angesichts der fortschreitenden Globalisierung ist Offenheit ein Standortvorteil. Nutzen wir die Chancen des europ\u00e4ischen Arbeitsmarktes und erm\u00f6glichen Erfindern, Pionieren und T\u00fcftlern aus dem Ausland weiterhin, sich bei uns niederzulassen. Damit st\u00e4rkt die Schweiz ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit und bleibt auch in Zukunft f\u00fcr ihre Offenheit bekannt.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Offenheit der Schweiz ist bekannt und hat das Land gepr\u00e4gt. Seit dem 19. Jahrhundert haben sich immer wieder Erfinder, Pioniere und T\u00fcftler aus dem Ausland hier niedergelassen. Bekannte Beispiele aus der Wirtschaft sind der Frankfurter Apotheker Heinrich Nestle oder die Begr\u00fcnder der sp\u00e4teren ABB, die beiden Ingenieure Charles Brown und Walter Boveri, englischer resp. 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