{"id":120209,"date":"2011-12-01T12:00:00","date_gmt":"2011-12-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2011\/12\/steiner-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:29:34","modified_gmt":"2023-08-23T21:29:34","slug":"steiner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2011\/12\/steiner\/","title":{"rendered":"Die demografische Dimension der neuen Zuwanderung in die Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Das Inkrafttreten der bilateralen Abkommen im Jahr 2002 und die gute Konjunktur zu Beginn des 21. Jahrhunderts haben eine neue Zuwanderungswelle in die Schweiz ausgel\u00f6st. Der Wanderungssaldo erreicht gar die Rekordwerte der Nachkriegszeit bis zur \u00d6lkrise 1973. Allerdings unterscheidet sich die sozioprofessionelle Zusammensetzung dieser neuen Zuwanderung stark von derjenigen fr\u00fcherer Perioden: Sie besteht vor allem aus hoch qualifizierten Personen, die sich in den grossen Zentren und deren Agglomerationen konzentrieren. Die sich daraus ergebenden neuen Wohnbed\u00fcrfnisse und -verhaltensweisen stellen die Integrationspolitik vor neue Herausforderungen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201112_05_Steiner_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"249\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Migrationsstr\u00f6me und deren Zusammensetzung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit der Einf\u00fchrung der bilateralen Abkommen \u00fcber den freien Personenverkehr zwischen der Schweiz und der Europ\u00e4ischen Union (EU) im Juni 2002, aber auch mit der g\u00fcnstigen Wirtschaftsentwicklung haben die Migrationsstr\u00f6me seit Anfang des 21. Jahrhunderts stark zugenommen, und zwar in Richtung Schweiz wie auch von der Schweiz ins Ausland. Einer wachsende Zahl von Einwanderern&#13;<br \/>\nWo nicht explizit anders vermerkt, sind mit der m\u00e4nnlichen Form jeweils beide Geschlechter gemeint. stehen immer mehr Einheimische gegen\u00fcber, welche ihren Lebensmittelpunkt f\u00fcr immer oder zeitweise ins Ausland verlagern. Zus\u00e4tzlich zu dieser Beschleunigung der Migration haben wir es mit einer neuen Zuwanderung aus dem EU\/Efta-Raum zu tun. Bis 2002 entwickelte sich die Zuwanderung aus den EU27\/Efta-Staaten in einem \u00e4hnlichen Rhythmus wie diejenige aus den Drittstatten. Letztere hat sich seither um rund einen F\u00fcnftel reduziert und bei rund 43&nbsp;000 Neuank\u00f6mmlingen pro Jahr eingependelt. Demgegen\u00fcber hat sich die Zuwanderung aus dem EU27\/Efta-Raum mehr als verdoppelt und erreichte 2008 fast 120&nbsp;000, bis die Finanzkrise das Wachstum unterbrochen hat (siehe <i>Grafik 1<\/i>). Die schweizerische Volkswirtschaft profitierte von den bilateralen Abkommen, indem sie die ben\u00f6tigten Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr die vielen neu geschaffenen Arbeitspl\u00e4tze importieren konnte \u2013 insbesondere in den Branchen mit grossem Bedarf an hoch qualifiziertem Personal, aber auch im Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen und im Baugewerbe. Die erh\u00f6hte Migration ist somit die Antwort auf ein gr\u00f6sseres Arbeitsplatzangebot. Die Arbeitslosenquote hat in dieser Phase denn auch 4% nie \u00fcberschritten. Dies best\u00e4tigt, dass gesamthaft gesehen kein gr\u00f6sserer Verdr\u00e4ngungseffekt der schweizerischer Arbeitskr\u00e4fte durch ausl\u00e4ndische stattgefunden hat, wie es von gewissen Kreisen im Vorfeld des Inkrafttretens der bilateralen Abkommen bef\u00fcrchtet worden war.Die Netto-Einwanderung (Differenz zwischen Einwanderern und Auswanderern) der deutschen Staatsangeh\u00f6rigen war bis 2001 relativ tief (+2600 im Durchschnitt der 1990er-Jahre). Seither hat sie stark zugenommen und 2007 sowie 2008 sogar den Wert von +30 000 \u00fcberschritten, was mehr ist als der kumulierte Migrationssaldo aller Nationalit\u00e4ten von 1996 bis 2000!Mit einem durchschnittlichen j\u00e4hrlichen Migrationssaldo von +18 000 zwischen 2002 und 2009 liegen die Zuwanderer aus Deutschland deutlich vor den portugiesischen (+8400) und franz\u00f6sischen (+4500) Staatsangeh\u00f6rigen. Auch die Zuwanderung aus Italien nimmt seit 2006 wieder zu (2008: +5000), nachdem der Saldo aufgrund von R\u00fcckwanderungen zuvor negativ gewesen ist. Bei den spanischen Staatsangeh\u00f6rigen stoppte die in den 1990er-Jahren zu beobachtende Abwanderung ebenfalls. Ende 2010 machten die deutschen, franz\u00f6sischen und italienischen Staatsangeh\u00f6rigen zusammen 43% der ausl\u00e4ndischen Bev\u00f6lkerung der Schweiz aus, gegen\u00fcber 38% zehn Jahre zuvor.Die neue Zuwanderung ist somit durch eine geografische und kulturelle N\u00e4he charakterisiert. Die Migrationsstr\u00f6me, die am Ende des 20. Jahrhunderts an Schwung verloren hatten, sind neu erstarkt, dies aufgrund des Abbaus administrativer H\u00fcrden, eines fortbestehenden wirtschaftlichen und lohnm\u00e4ssigen Gef\u00e4lles zwischen der Schweiz und dem EU\/Efta-Raum sowie sicherlich auch aufgrund der Limitierung der Zuwanderung aus den Drittstaaten. Das Ph\u00e4nomen beschr\u00e4nkt sich jedoch nicht nur auf ein Wiedererstarken der bestehenden Migrationsstr\u00f6me, sondern ist von einem fundamentalen Wandel gepr\u00e4gt: Die Zuwanderer, welche von 1950 bis 1980 vor allem aus S\u00fcdeuropa stammten und niedrig qualifiziert waren, wurden mehr und mehr von hoch qualifizierten Migranten abgel\u00f6st.&#13;<\/p>\n<h2>Profil der Migrationsbev\u00f6lkerung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nRund zwei Drittel der seit 2002 in die Schweiz eingewanderten Personen waren zwischen 20 und 39 Jahre alt. Je nach Herkunft ist dieser Anteil jedoch unterschiedlich: Er variiert zwischen 46% (Nordamerika) und 76% (EU8). Der Anteil der M\u00e4nner an den Zugewanderten hat kontinuierlich zugenommen, von einer ausgeglichenen Geschlechterverteilung (100 M\u00e4nner pro 100 Frauen) im Jahr 2003 auf 119 M\u00e4nner pro 100 Frauen 2008. Wiederum spielt die geopolitische Herkunft eine Rolle bei der Geschlechterzusammensetzung: W\u00e4hrend aus Lateinamerika vor allem Frauen einwandern (55 M\u00e4nner pro 100 Frauen), sind es im Fall der EU17-L\u00e4nder mehrheitlich M\u00e4nner (138 M\u00e4nner pro 100 Frauen). Ein weiteres Merkmal der neuen Zuwanderung ist, dass sie vermehrt aus Gr\u00fcnden der beruflichen Aktivit\u00e4t stattfindet, w\u00e4hrend der Familiennachzug stagniert.&#13;<br \/>\nStatistiken des Bundesamtes f\u00fcr Migration (BFM). Im Jahr 2002 waren noch 42% der Eintritte in die Schweiz durch Familiennachzug motiviert und nur 30% wegen der Aus\u00fcbung einer Erwerbsarbeit (kontingentiert oder nicht). Sechs Jahre Sp\u00e4ter hat sich dieses Verh\u00e4ltnis umgekehrt: 31% der Zuwanderer kamen aus Gr\u00fcnden des Familiennachzugs in die Schweiz und rund die H\u00e4lfte zur Aus\u00fcbung einer Erwerbsarbeit.Das sozio\u00f6konomische Profil der nach 2002 in die Schweiz Eingewanderten kann anhand der Schweizerischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung (Sake) 2008 untersucht werden. Die Migranten \u2013 definiert anhand des Geburtsortes \u2013 k\u00f6nnen nach ihrem Zuzugsjahr unterschieden werden. Von den nach 2002 zugewanderten 25- bis 65-j\u00e4hrigen M\u00e4nnern bzw. 25- bis 64-j\u00e4hrigen Frauen sind mehr als drei Viertel erwerbst\u00e4tig. Allerdings sind Unterschiede je nach Herkunft festzustellen: Bei den Zugewanderten aus EU15-L\u00e4ndern betr\u00e4gt die Erwerbst\u00e4tigenquote 86%; bei asiatischen oder afrikanischen Staatsangeh\u00f6rigen sind es weniger als 60%.Die Mehrheit der nach 2002 Zugewanderten \u2013 genau: 53% \u2013 verf\u00fcgen \u00fcber ein terti\u00e4res Ausbildungsniveau. Das sind bedeutend mehr als in der bereits l\u00e4nger ans\u00e4ssigen Bev\u00f6lkerung, wo der entsprechende Anteil bei 34% f\u00fcr Schweizer und bei 23% f\u00fcr die vor 2002 zugewanderten Ausl\u00e4nder liegt. Diese Werte zeigen eindr\u00fccklich, wie sich das Bildungsniveau der neuen Zuwanderung gewandelt hat.Innerhalb der Gruppe der hoch qualifizierten Zuwanderer (d.h. Personen, die einen terti\u00e4ren Bildungsabschluss haben oder einen als hoch qualifiziert eingestuften Beruf aus\u00fcben) sind grosse Unterschiede je nach Herkunftsl\u00e4ndern festzustellen. So werden hoch qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte haupts\u00e4chlich in asiatischen oder EU27\/Efta-L\u00e4ndern rekrutiert. Personen aus dem Vereinigten K\u00f6nigreich sind dabei am h\u00e4ufigsten vertreten, gefolgt von Deutschen und Franzosen. Die Zuwanderung von hoch qualifizierten Personen \u00fcberschneidet sich indes mit jener von mittel qualifizierten Personen, die im Dienstleistungssektor (inkl. personenbezogene Dienstleistungen) sowie im Baugewerbe, in der Hotellerie und im Gastgewerbe \u2013 insbesondere in den touristischen Regionen, allen voran der Genferseeregion \u2013 t\u00e4tig sind. Zu den haupts\u00e4chlichen Herkunftsl\u00e4ndern der niedrig oder mittel qualifizierten Zuwanderer geh\u00f6rt Portugal. Gem\u00e4ss Sake sind die Universit\u00e4tsst\u00e4dte und die Regionen, welche multinationale Konzerne beherbergen (Basel-Stadt, Z\u00fcrich, Arc L\u00e9manique und Bern), die Hauptanziehungspunkte f\u00fcr hoch qualifizierte Zuwanderer. Auf der anderen Seite sind Luzern und Tessin die Kantone mit dem h\u00f6chsten Anteil an Zuwanderern, die kein terti\u00e4res Bildungsniveau aufweisen und nicht in hoch qualifizierten Berufen t\u00e4tig sind. Ausserdem sind in jeder Region spezifische Schwerpunkte auszumachen: St. Gallen zieht in erster Linie Studierende an, Genf Diplomaten und internationale Funktion\u00e4re und Zug Leitende Angestellte von Unternehmen.&#13;<\/p>\n<h2>Lokale Differenzierung der neuen Zuwanderung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Zuwanderung widerspiegelt die regionale Spezialisierung, welche in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz festzustellen war, und verst\u00e4rkt sie gleichzeitig. Die grossen Agglomeration ziehen multinationale Unternehmen, Fachhochschulen sowie private Bildungsinstitute und Finanzinstitute an, die als Motoren der hoch qualifizierten Zuwanderung gelten. Demgegen\u00fcber ist in den peripheren Regionen die Migration in traditionelle Sektoren \u2013 wie Tourismus, Industrie oder Baugewerbe \u2013 bestimmend. Nicht alle Regionen und Kantone haben in gleich grossem Ausmass von der Zuwanderung profitiert. Der relative Wanderungssaldo (Anzahl Zuz\u00fcge minus Anzahl Wegz\u00fcge pro 1000 Einwohner) dient als Indikator f\u00fcr die Auspr\u00e4gung der Migration einer Region (siehe <i>Grafik 2<\/i>). Gem\u00e4ss diesem Indikator weisen die Kantone Waadt und Basel-Stadt 2009 eine hohe Netto-Einwanderung (+16\u2030) auf, gefolgt von Genf (14\u2030) und Z\u00fcrich (12\u2030). Am Schluss dieser Rangliste figurieren die peripheren Kantone Nidwalden, Jura und Appenzell-Innerrhoden.Diese Unterschiede sind mit der wirtschaftlichen Dynamik von Z\u00fcrich, Basel und der Genferseeregion erkl\u00e4rbar. Dabei kann man sich zum Beispiel am Standortqualit\u00e4tsindikator (SQI) der Credit Suisse orientieren,&#13;<br \/>\nVgl. Sara Carnazzi Weber et al., Standortqualit\u00e4t: Welche Region ist die attraktivste? Swiss Issues Regionen, Credit Suisse, 2009. der seit 2004 vorliegt. Dieser Indikator umfasst f\u00fcnf Faktoren: Die steuerliche Belastung der nat\u00fcrlichen Personen, jene der juristischen Personen, das Bildungsniveau der Bev\u00f6lkerung, das Angebot an hoch qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften und die verkehrstechnische Erreichbarkeit. Die Resultate f\u00fcr 2009 zeigen, dass es die Regionen mit der h\u00f6chsten Sandortqualit\u00e4t sind, welche die gr\u00f6sste Zuwanderung zu verzeichnen haben. Die positive Korrelation zwischen SQI und Migrationssaldo l\u00e4sst darauf schliessen, dass die neue Zuwanderung von der Suche nach besseren Erwerbsm\u00f6glichkeiten in den wirtschaftlich attraktivsten Regionen bestimmt wird.&#13;<\/p>\n<h2>Wirtschaftliche und soziale Folgen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Inkrafttreten des bilateralen Abkommens \u00fcber die Personenfreiz\u00fcgigkeit mit der EU hat die Migrationsstr\u00f6me ver\u00e4ndert. Sie sind seither von hoch qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften bestimmt, deren Anziehungspunkte die Finanzzentren, die Institutionen der Forschung und Entwicklung (F&amp;E), die grossen Ausbildungsinstitutionen, die multinationalen Unternehmen und die internationalen Organisationen sind. Diese Zuwanderung hat die Ungleichheiten in der demografischen und wirtschaftlichen Dynamik zwischen den zentralen und peripheren Regionen weiter verst\u00e4rkt. Sie hat \u00fcberdies die Nachfrage nach Wohnraum in den wirtschaftlich h\u00f6her eingestuften R\u00e4umen stimuliert, was zu Spannungen auf den Immobilienm\u00e4rkten gef\u00fchrt hat. Zudem hat sie der Verdichtung der St\u00e4dte Vorschub geleistet und die Pendlerstr\u00f6me verst\u00e4rkt; beides schafft grosse Herausforderungen im Bereich der Infrastruktur. Der Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen auf Schiene und Strasse sowie des Wohnangebots kann kaum mit dem migrationsbedingt sehr schnellen demografischen Wachstum der attraktivsten Regionen der Schweiz Schritt halten. Somit besteht ein langfristiger Planungsbedarf in diesen Bereichen. Diese Diskrepanz verst\u00e4rkt zus\u00e4tzlich die Spannungen zwischen der einheimischen und der zugewanderten Bev\u00f6lkerung, was wiederum den sozialen Zusammenhalt negativ beeinflusst. Solches war k\u00fcrzlich auf dem Z\u00fcrcher Arbeitsmarkt zu beobachten, wo die starke Zuwanderung von Deutschen kritisch kommentiert wurde (der Anteil der Deutschen an der st\u00e4ndigen Wohnbev\u00f6lkerung in Z\u00fcrich hat sich seit 2002 von 2,7% auf 5% im Jahr 2008 erh\u00f6ht). Auch im Genferseeraum war \u00e4hnliches zu beobachten.Auf der anderen Seite konnten die peripheren Regionen der Zentralschweiz, Appenzell und der Jura die Migration nicht zur Ankurbelung ihres wirtschaftlichen oder demografischen Wachstums nutzen. Das widerspiegelt sich auch in tieferen Steuerertr\u00e4gen.Angesichts der fortschreitenden Globalisierung und Spezialisierung der lokalen M\u00e4rkte deutet nichts darauf hin, dass sich die Migration in den n\u00e4chsten Jahrzehnten abschw\u00e4chen wird. Mit den raschen Ver\u00e4nderungen in der Zusammensetzung von Herkunft und Kompetenzen der Zugewanderten d\u00fcrfte die Integrations- und Migrationspolitik auch in den kommenden Jahrzehnten zu den wichtigsten Herausforderungen z\u00e4hlen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abEntwicklung der Anzahl Einwanderer in die Schweiz nach Herkunftsregion, 1991-2009\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abRelativer Wanderungssaldo (f\u00fcr 1000 Einwohner) nach Kantonen, 2009\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Inkrafttreten der bilateralen Abkommen im Jahr 2002 und die gute Konjunktur zu Beginn des 21. Jahrhunderts haben eine neue Zuwanderungswelle in die Schweiz ausgel\u00f6st. Der Wanderungssaldo erreicht gar die Rekordwerte der Nachkriegszeit bis zur \u00d6lkrise 1973. 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