{"id":120224,"date":"2011-11-01T12:00:00","date_gmt":"2011-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2011\/11\/hanisch-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:29:46","modified_gmt":"2023-08-23T21:29:46","slug":"hanisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2011\/11\/hanisch\/","title":{"rendered":"Internationalisierungsstrategien und Verlagerungstrends von Schweizer Produktionsunternehmen"},"content":{"rendered":"<p>Betrug die Exportquote der Schweizer Wirtschaft im Jahre 1990 noch ein Drittel des Bruttoinlandprodukts, wird heute jeder zweite Franken im Ausland verdient. Im Rahmen einer soeben ver\u00f6ffentlichten Studie wurde untersucht, welche Internationalisierungsstrategien Schweizer Produktionsunternehmen bei der Gestaltung ihrer Wertsch\u00f6pfungskette verfolgen und wie erfolgreich sie damit sind. Im Fokus standen dabei die Importe von Vorleistungen, die Exporte von Produkten, die Verlagerung von Teilen der Produktion, die Verlagerung von Teilen der Forschung- und Entwicklungst\u00e4tigkeiten sowie Kooperationen mit ausl\u00e4ndischen Partnern. Welchen Einfluss der erstarkte Schweizer Franken auf das Verlagerungsverhalten der exportorientierten Schweizer Unternehmen hat, wird sich allerdings erst mit der n\u00e4chsten Erhebung beantworten lassen. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201111_15_Hanisch_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGem\u00e4ss der Studie sind nur 4% der befragten Betriebsst\u00e4tten (ab 20 Mitarbeitende) nicht international t\u00e4tig. 11% beziehen zwar Vorleistungen direkt aus dem Ausland, ihre Produkte werden jedoch ausschliesslich in der Schweiz verkauft. Somit setzen 85% der Betriebe ihre Produkte zumindest teilweise aus ausl\u00e4ndischen M\u00e4rkten ab. 33% der exportierenden Unternehmen kooperieren dabei mit ausl\u00e4ndischen Unternehmen, und 29% betreiben eigene Standorte im Ausland. Der Umsatzanteil der bezogenen Vorleistungen aus dem Ausland betr\u00e4gt bei den befragten Produktionsst\u00e4tten im Mittel 42%, der Exportanteil an Produkten 46%. Der Exportanteil hat im Vergleich zur letzten Erhebung (2006) weniger stark zugenommen als der Importanteil, was auch durch die Import-Export-Statistik der Eidg. Oberzolldirektion (OZD) best\u00e4tigt wird. Unternehmens\u00fcbergreifende Partnerschaften er\u00f6ffnen speziell kleineren Unternehmen neue Marktzug\u00e4nge und -chancen. Durch Kooperationen k\u00f6nnen Leistungsangebote zum Nutzen der Kunden erweitert sowie bestehende Ressourcen flexibler genutzt werden. Die Herausforderung einer erfolgreichen Zusammenarbeit liegt oft weniger in der zwischenbetrieblichen Gestaltung der Gesch\u00e4ftsprozesse, als in den unterschiedlichen Unternehmens- und Landeskulturen. Dies ist oft auch in Zusammenhang mit der Verlagerung von Teilen der Produktion ins Ausland festzustellen. Von den befragten Betrieben kooperieren \u2013 ausserhalb von einmaligen Auftragsbeziehungen \u2013 rund 70% in den Bereichen F&amp;E\u201a Produktion, Vertrieb oder Wartung. Davon ist bei mehr als der H\u00e4lfte (55%) der kooperierenden Betriebe in mindestens einem Kooperationsbereich der wichtigste Partner im Ausland angesiedelt. F\u00fcr exportierende Unternehmen ist der Wettbewerbsfaktor <i>Qualit\u00e4t<\/i> am wichtigsten, gefolgt von <i>Anpassung an Kundenw\u00fcnsche, Produktpreis<\/i> und <i>Produktneuheiten.<\/i> Seit der letzten Erhebung (2006) hat die Bedeutung der Produktneuheiten im Vergleich zu den anderen Faktoren markant zugenommen.&#13;<\/p>\n<h2>Aus- und R\u00fcckverlagerung von Teilen der Produktion ins Ausland<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Auslagerung von Produktionskapazit\u00e4ten wurde im Rahmen der zunehmenden Globalisierung der Wirtschaft ab Mitte der 1990er-Jahre nicht nur von Industrieunternehmen verst\u00e4rkt betrieben. Hauptgrund war meist eine Reduktion der Kosten \u2013 insbesondere bei Verlagerungen nach Osteuropa und Fernost \u2013 sowie zunehmend auch die Erschliessung neuer M\u00e4rkte. Eine beachtenswerte Gr\u00f6sse sind aber auch die R\u00fcckverlagerungen, die gegen\u00fcber auslagernden Betrieben im Verh\u00e4ltnis von rund 1:3 stattfanden. Offensichtlich werden Risiken und Schwierigkeiten beim Aufbau von Produktionsst\u00e4tten im Ausland und die daraus resultierenden zus\u00e4tzlichen Aufwendungen zur Sicherstellung wichtiger Wettbewerbsfaktoren \u2013 wie Qualit\u00e4t, Flexibilit\u00e4t und Produktivit\u00e4t \u2013 oft untersch\u00e4tzt. Eine Zeitreihenanalyse (vgl. <i>Grafik 1<\/i>) \u00fcber zehn Jahre zeigt, dass sowohl die Auslagerungen wie R\u00fcckverlagerungen seit 2003 r\u00fcckl\u00e4ufig sind. So haben rund 16% der befragten Schweizer Industrieunternehmen von 2007 bis zum zweiten Quartal 2009 Teile ihrer Produktion ins Ausland verlagert, w\u00e4hrend rund 5% aller Betriebe Teile der Produktion zur\u00fcckverlagert haben. Dies ist gegen\u00fcber der letzten Erhebung 2006 eine erneute Reduktion der Verlagerungsh\u00e4ufigkeit und best\u00e4tigt die mit der damaligen Erhebung festgestellte Trendumkehr. Inwieweit die w\u00e4hrend des Erhebungszeitraums (2007\u20132009) eingetretene Wirtschaftskrise Auswirkungen auf diese Entwicklung hat, wird sich mit der n\u00e4chsten Erhebung (2012) aufzeigen lassen. Vergleicht man den zeitlichen Verlauf der Verlagerung mit wirtschaftspolitischen Entwicklungen und der ver\u00e4nderten Bedeutung von einzelnen Verlagerungsregionen sowie -motiven f\u00fcr die Unternehmen, so scheinen unternehmensexterne Faktoren das Verlagerungsverhalten wesentlich mit zu beeinflussen. Mit anderen Worten: Verlagerungsentscheide basieren einerseits auf der Strategie und Marktpositionierung eines Unternehmens und der daraus resultierenden Bedeutung einzelner Wettbewerbsfaktoren wie Kosten, Qualit\u00e4t, Flexibilit\u00e4t sowie Markt-\/Kundenn\u00e4he. Andererseits wird die Verlagerungsmotivation durch wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (Markt\u00f6ffnung Osteuropa und China, Ablehnung EWR-Beitritt und bilaterale Vertr\u00e4ge, Wechselkursrisiken, Fachkr\u00e4ftemangel) entscheidend mitbestimmt.Wie <i>Grafik 1<\/i> zeigt, schw\u00e4cht sich der R\u00fcckverlagerungstrend seit 2003 ebenfalls ab. Dies ist eine Folge der Auslagerungsreduktion, kann aber auch mit effektiveren Verlagerungsprozessen sowie bereits erfolgtem Markteintritt begr\u00fcndet werden.Signifikante Unterschiede in der Verlagerungsintensit\u00e4t zeigen sich speziell auch bez\u00fcglich Unternehmensgr\u00f6sse. Grosse Unternehmen haben einen entsprechend gr\u00f6sseren Absatz im Ausland, umfangreichere und damit einfacher teilbaren Produktionskapazit\u00e4ten sowie gr\u00f6ssere internationale Erfahrungen und mehr Personalressourcen zum Aufbau ausl\u00e4ndischer Produktionsst\u00e4tten; entsprechend verlagern sie erwartungsgem\u00e4ss deutlich h\u00e4ufiger Teile ihrer Produktion ins Ausland.Die Verlagerung von Produktionskapazit\u00e4ten ins Ausland kann entweder an eigene Betriebsstandorte <i>(Captive Offshoring)<\/i> oder Zulieferunternehmen <i>(Offshore Outsourcing)<\/i> erfolgen. Wie die Auswertung zeigt, verlagern 63% der Betriebe an eigene Standorte und 43% zu ausl\u00e4ndischen Zulieferunternehmen, w\u00e4hrend sich die R\u00fcckverlagerungen aus eigenen oder fremden Auslandstandorten in etwa die Waage halten.&#13;<\/p>\n<h2>Motive der Produktionsauslagerung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas dominierende Motiv zur Verlagerung von Teilen der Produktion an ausl\u00e4ndische Standorte sind <i>tiefere Produktions- und Personalkosten.<\/i> An zweiter Stelle wird der Faktor <i>Infrastruktur<\/i> genannt, gefolgt von der <i>N\u00e4he zu Schl\u00fcsselkunden<\/i> sowie der <i>Erschliessung neuer M\u00e4rkte.<\/i> Weitere Auslagerungsgr\u00fcnde sind <i>Transport- und Logistikkosten<\/i> sowie die <i>N\u00e4he zu bereits verlagerter Produktion.<\/i> Diese Motive sind eine Folge der Erschliessung neuer M\u00e4rkte und Teil einer Internationalisierungsstrategie, bei der Kunden im Ausland von Produktionsst\u00e4tten in derselben Region beliefert werden bzw. sich der Warenfluss \u00fcber den Standort Schweiz nicht rechnet. Die H\u00e4ufigkeit der Nennung von <i>Personalkosten<\/i> als Verlagerungsgrund korreliert mit der allgemeinen Zu- resp. Abnahme der Verlagerungen. Ein Vergleich des Verlagerungstrends mit der H\u00e4ufigkeit der Nennung der Kosten sowie der Konjunktur zeigt, dass der im Zeitraum 2002 gebremste Konjunkturverlauf, bedingt durch schwache EU-Wirtschaftsentwicklung und zunehmender Frankenst\u00e4rke, die Motivation zur Verlagerung von Teilen der Produktion aus Kostengr\u00fcnden eher wieder vergr\u00f6sserte.&#13;<\/p>\n<h2>R\u00fcckverlagerungsgr\u00fcnde<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nMit der Erhebung und Analyse der R\u00fcckverlagerungsgr\u00fcnde wird aufgezeigt, welche Faktoren bei Auslagerungsentscheidungen zu wenig ber\u00fccksichtigt bzw. falsch eingesch\u00e4tzt wurden, aber auch bei welchen Faktoren relevante Unterschiede zwischen den Auslandstandorten und der Schweiz bestehen. Dabei zeigt sich, dass f\u00fcr knapp 60% der verlagernden Firmen <i>mangelnde Qualit\u00e4t<\/i> oder <i>fehlende Flexibilit\u00e4t\/Lieferf\u00e4higkeit<\/i> Ausl\u00f6ser f\u00fcr die R\u00fcckverlagerung von Teilen der Produktion waren (vgl. <i>Grafik 3<\/i>). Beides sind bedeutende Wettbewerbsfaktoren f\u00fcr global t\u00e4tige Schweizer Unternehmen. Ein Zusammenhang zu den beiden R\u00fcckverlagerungsgr\u00fcnden besteht auch beim <i>Koordinations-\/Kontrollaufwand,<\/i> was darauf hinweist, dass neben der Produkt- auch die Prozessqualit\u00e4t nicht den Erwartungen entspricht.&#13;<\/p>\n<h2>Verlagerungsregionen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Wahl der Zielregionen f\u00fcr Produktionsverlagerungen h\u00e4ngt \u2013 neben betriebswirtschaftlichen Motiven \u2013 stark von (handels-)politischen Rahmenbedingungen ab. F\u00fcr Schweizer Produktionsunternehmen sind vor allem die Wirtschaftsr\u00e4ume der EU27 sowie Asiens bevorzugte Produktionsstandorte. W\u00e4hrend in fr\u00fcheren Erhebungen China rund drei Viertel der Verlagerungen nach Asien beanspruchte, gewannen in den letzten Jahren andere asiatische L\u00e4nder \u2013 wie z.B. Indien \u2013 an Attraktivit\u00e4t. Wie die Analyse der Herkunftsl\u00e4nder von R\u00fcckverlagerungen zeigt, erfolgten seit 2001 die Mehrheit der R\u00fcckverlagerungen aus den EU15-L\u00e4ndern, wobei sich der Anteil westeurop\u00e4ischer Herkunftsl\u00e4nder von urspr\u00fcnglich 75% auf inzwischen 56% reduzierte. Die hohe Anzahl der R\u00fcckverlagerungen aus EU-L\u00e4ndern korreliert zeitlich mit dem Inkrafttreten der bilateralen Vertr\u00e4ge im Juni 2002, welche die durch das EWR-Nein (1992) forcierte Pr\u00e4senz im EU-Raum zumindest teilweise reduzierte. Die \u00fcbrigen R\u00fcckverlagerungen erfolgten aus Nordamerika und L\u00e4ndern der EU-Osterweiterung sowie aus China. In welchem Zusammenhang stehen die Motive f\u00fcr Verlagerungen mit den Ziel- resp. Herkunftsl\u00e4ndern? Die Vermutung, dass die neuen osteurop\u00e4ischen EU-Mitgliedsl\u00e4nder sowie Asien die bevorzugte Zielregion f\u00fcr kostenmotivierte Verlagerungen sind, w\u00e4hrend Verlagerungen in die EU15 vor allem mit der N\u00e4he zu Grosskunden begr\u00fcndet werden, konnte best\u00e4tigt werden. Dabei ist zu ber\u00fccksichtigen, dass die EU mit 58% Exportanteil immer noch der wichtigste Absatzmarkt f\u00fcr Schweizer Unternehmen ist, auch wenn der Anteil der nicht-europ\u00e4ischen Absatzregionen in den letzten 20 Jahren merklich gestiegen ist.&#13;<\/p>\n<h2>Trend der Verlagerungsgr\u00fcnde<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm den Trend einzelner Verlagerungsgr\u00fcnde zu analysieren, wurde die Ver\u00e4nderung der Bedeutung einzelner Motive \u00fcber die letzten sechs Jahre untersucht.Bemerkenswert ist, dass sich die Bedeutung der Motive zur Auslagerung von Teilen der Produktion teilweise wesentlich ver\u00e4ndert hat: Das Motiv <i>Personalkosten<\/i> hat um rund einen Viertel und die <i>Markterschliessung<\/i> sogar um die H\u00e4lfte abgenommen. Die <i>N\u00e4he zu Schl\u00fcsselkunden<\/i> ist gleich wichtig geblieben, w\u00e4hrend <i>Infrastruktur<\/i> und <i>Mangel an qualifiziertem Personal<\/i> in der Bedeutung leicht zugenommen haben. Unter Ber\u00fccksichtigung des R\u00fcckgangs bei den Auslagerungen best\u00e4tigen diese Ver\u00e4nderungen, dass eine erste Phase zur Erschliessung neuer M\u00e4rkte erfolgt ist und zugleich der Abstand zu den Zielregionen bez\u00fcglich <i>Infrastruktur<\/i>, <i>Personalkosten<\/i> und insbesondere <i>qualifiziertem Personal<\/i> kleiner geworden ist. Dies wird auch durch die deutliche Reduktion der Nennung von <i>Infrastruktur<\/i> (von 38% auf 8%) und <i>qualifiziertem Personal<\/i> (von 62% auf 16%) als R\u00fcckverlagerungsgr\u00fcnde bekr\u00e4ftigt. Daraus kann \u2013 unter Ber\u00fccksichtigung des Fachkr\u00e4ftemangels und der Kostenstruktur in der Schweiz \u2013 abgeleitet werden, dass (neben den Kosten) die Bedeutung der Motive <i>Mangel an qualifiziertem Personal<\/i> und <i>Infrastruktur<\/i> als Grund f\u00fcr die Auslagerung von Teilen der Produktion weiter zunehmen wird.&#13;<\/p>\n<h2>Erfolgreiche Internationalisierungsstrategien<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer erstarkte Schweizer Franken erh\u00f6ht die Notwendigkeit zu Produkt- und Prozessinnovationen, d.h. die Entwicklung von innovativen, kundenorientierten Produkten, bei denen die H\u00f6he des Preises nicht die kaufentscheidende Rolle spielt, sowie \u2013 parallel dazu \u2013 die Verbesserung von Ressourceneffizienz und Qualit\u00e4t durch technische und organisatorische Optimierung der Produktions- und Entwicklungsprozesse.Entsprechend setzen erfolgreiche exportorientierte Unternehmen prim\u00e4r auf die Wettbewerbsfaktoren <i>innovative Produkte<\/i> und <i>Qualit\u00e4t<\/i>. So nennen zwei Drittel der Unternehmen mit mehr als 10% Umsatzrendite <i>Qualit\u00e4t<\/i> und <i>innovative Produkte<\/i> als wichtigste Wettbewerbsfaktoren. Diese Internationalisierungsstrategie erm\u00f6glicht nicht nur, dem reinen Preiswettbewerb auszuweichen, sondern zugleich eine h\u00f6here Wertsch\u00f6pfung zu erzielen.Ein Grossteil der Schweizer Produktionsunternehmen setzt auf erfolgstr\u00e4chtige Internationalisierungsstrategien. Mit einer Fokussierung auf qualitativ und technologisch anspruchsvolle Produkte (Sachg\u00fcter, Dienstleistungen), effiziente und effektive Prozesse sowie einer Pr\u00e4senz in den heute und k\u00fcnftig relevanten Absatzm\u00e4rkten lassen sich weiterhin Wettbewerbsvorteile gegen\u00fcber Mitbewerbern erzielen. Dies gilt insbesondere in den Schwellenl\u00e4ndern, welche sich weiter entwickeln und in denen auch k\u00fcnftig grosse Chancenpotenziale vorhanden sind.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Verlagerung von Teilen der Produktion an eigene oder unternehmensfremde ausl\u00e4ndische Standorte ist eine der Strategien, welche Schweizer Produktionsunternehmen verfolgen, um sich in globalisierten M\u00e4rkten erfolgreich behaupten zu k\u00f6nnen. Vorrangige Motive der an eigene Standorte im Ausland verlagernden Schweizer Unternehmen sind <i>Markterschliessung<\/i> und <i>N\u00e4he zu Schl\u00fcsselkunden,<\/i> w\u00e4hrend bei der Auslagerung an andere Unternehmen das Motiv <i>Personalkosten<\/i> im Vordergrund steht. Allerdings haben diese Motive in den letzten Jahren an Bedeutung verloren, w\u00e4hrend <i>Infrastruktur<\/i> und <i>Mangel an qualifiziertem Personal<\/i> wichtiger geworden sind. Setzt sich dieser Trend und der seit 2009 entstandene Wechselkursnachteil fort, kann dies zur Folge haben, dass Schweizer Unternehmen wieder vermehrt auslagern und sich der seit 2003 r\u00fcckl\u00e4ufige Auslagerungstrend umkehrt. Aus der optimalen Verbindung eines innovativen, kundenorientierten Leistungsangebots wie einer ressourceneffizienten\/-effektiven Leistungserstellung ergeben sich in bestehenden sowie neuen M\u00e4rkten Chancen, die nicht nur f\u00fcr diese Unternehmen insgesamt Wachstumsimpulse setzen, sondern f\u00fcr die eigenen Standorte wie auch die Zulieferer in der Schweiz Wertsch\u00f6pfungs- und Wachstumspotenziale mit sich bringen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abTrend Produktionsverlagerung Schweizer Industrieunternehmen (ab 20 MA)\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abGr\u00fcnde f\u00fcr Auslagerungen im Zeitraum 2007\u20132009\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 3: \u00abGr\u00fcnde f\u00fcr R\u00fcckverlagerungen im Zeitraum 2007\u20132009\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: European Manufacturing Survey \u2013 Schweiz&#13;<\/p>\n<h3>European Manufacturing Survey \u2013 Schweiz<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nSeit 2001 f\u00fchrt das Institut f\u00fcr Betriebs- und Regional\u00f6konomie (IBR) der Hochschule Luzern in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut f\u00fcr System- und Innovationsforschung in Karlsruhe eine Erhebung zu Produkt- und Prozessinnovationen bei Schweizer Produktionsunternehmen durch. Das Ziel der Erhebung ist die systematische Analyse und der Vergleich des Innovationsverhaltens sowie der Leistungskraft von produzierenden Unternehmen des 2. Sektors \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum in einem Erhebungsintervall von drei Jahren. Vergleichbare Erhebungen werden im Rahmen der \u00abEuropean Manufacturing Survey\u00bb in Deutschland und weiteren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern durchgef\u00fchrt. Weitere Informationen zur Erhebung unter <i><a href=\"http:\/\/www.produktionsinnovation.ch\">http:\/\/www.produktionsinnovation.ch<\/a>.<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Datenbasis&#13;<\/p>\n<h3>Datenbasis<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie der Studie zugrunde liegende Datenbasis, bestehend aus rund 690 Betriebsst\u00e4tten ab 20 Mitarbeitenden des 2. Sektors (Industrie), resultiert aus der dreij\u00e4hrlichen Erhebung \u00abEuropean Manufacturing Survey \u2013 Schweiz\u00bb. Die aktuelle Datenbasis weicht hinsichtlich ihrer Branchenverteilung nur unwesentlich von den aktuellen Zahlen der eidgen\u00f6ssischen Betriebsz\u00e4hlung im Jahre 2008 ab. Unterschiede werden bei Auswertungen \u00fcberpr\u00fcft und im Rahmen der Studien soweit thematisiert, als sie zur Interpretation der Ergebnisse relevant sind.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betrug die Exportquote der Schweizer Wirtschaft im Jahre 1990 noch ein Drittel des Bruttoinlandprodukts, wird heute jeder zweite Franken im Ausland verdient. Im Rahmen einer soeben ver\u00f6ffentlichten Studie wurde untersucht, welche Internationalisierungsstrategien Schweizer Produktionsunternehmen bei der Gestaltung ihrer Wertsch\u00f6pfungskette verfolgen und wie erfolgreich sie damit sind. 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