{"id":120229,"date":"2011-11-01T12:00:00","date_gmt":"2011-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2011\/11\/li-treyer-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:29:34","modified_gmt":"2023-08-23T21:29:34","slug":"li-treyer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2011\/11\/li-treyer\/","title":{"rendered":"Weitergabe von W\u00e4hrungsgewinnen: Auch bei heiklen Themen f\u00fcr Transparenz"},"content":{"rendered":"<p>In der noch aktuellen Diskussion wurde seitens des Schweizer Handels mehrmals der Vorwurf laut, Promarca-Mitgliedsunternehmen w\u00fcrden willentlich Vorteile aus dem tiefen Eurokurs f\u00fcr sich behalten. Eine interne Umfrage zeigte hingegen, dass die grosse Mehrheit unserer Mitglieder die W\u00e4hrungsgewinne weitergibt. Diese Umfrage best\u00e4tigte auch, dass W\u00e4hrungsdifferenzen bereits im Herbst 2010 zwischen H\u00e4ndlern und Lieferanten thematisiert worden sind. Schlussendlich sind es aber die H\u00e4ndler, die die Verkaufspreise an die Konsumenten eigenm\u00e4chtig festlegen. Die Lieferanten haben auf diesen Preis keinen Einfluss.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nPromarca vertritt die Interessen von 101 im Konsumg\u00fcterbereich t\u00e4tigen nationalen und internationalen Markenunternehmen. Es ist im Interesse unserer Mitglieder, auch bei heiklen Themen Transparenz zu schaffen \u2013 dies insbesondere auch in Angelegenheiten wie der Problematik der Weitergabe von W\u00e4hrungsgewinnen. Mit dem Ziel, die Transparenz in Sachen W\u00e4hrungsdifferenzen zu erh\u00f6hen, forderte Promarca noch im Sommer dieses Jahres dazu auf, von unabh\u00e4ngiger Seite zu untersuchen, wo und warum W\u00e4hrungsdifferenzen sowie anderweitig gew\u00e4hrte Preisnachl\u00e4sse der Lieferanten nicht bis zum Konsumenten gelangen. Zum Thema W\u00e4hrungsdifferenzen publizierte die Schweizerische Nationalbank (SNB) bereits 2007 eine Studie, die sie wie folgt zusammenfasste: \u00abDie Ergebnisse deuten darauf hin, dass Wechselkursschocks zwar nicht vollst\u00e4ndig, aber doch zu einem betr\u00e4chtlichen Teil auf die Importpreise \u00fcbertragen werden. Im Vergleich dazu reagieren die Konsumentenpreise nur schwach auf Ver\u00e4nderungen des Wechselkurses.\u00bb Dieses Resultat wird nun auch durch die j\u00fcngste Studie des Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) best\u00e4tigt.&#13;<\/p>\n<h2>H\u00e4ndler im Verh\u00e4ltnis zu den Lieferanten sehr selektiv<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDass W\u00e4hrungsdifferenzen dem Konsumenten geh\u00f6ren, wird kaum jemand bestreiten. Nur sind die H\u00e4ndler im Verh\u00e4ltnis zu den Lieferanten sehr \u00abselektiv\u00bb. Preisnachl\u00e4sse werden gerne entgegengenommen, Preisaufschl\u00e4ge hingegen \u2013 sei dies in Bezug auf W\u00e4hrungsdifferenzen bei einem schwachen Schweizer Franken oder auf steigende Rohstoffe \u2013 kaum akzeptiert. Zudem bestehen, wie die Promarca-interne Umfrage zeigt, zumindest Zweifel, dass gew\u00e4hrte Preisnachl\u00e4sse auch tats\u00e4chlich den Konsumenten weitergegeben werden. Eine nicht unbedeutende Rolle spielt hier die Machtposition der Grossverteiler Migros und Coop, die \u00fcbrigens unl\u00e4ngst von der Wettbewerbskommission (Weko) als kollektiv marktbeherrschend beurteilt wurden. Nun sollen kartellrechtliche L\u00f6sungsinstrumente das Problem der Frankenst\u00e4rke aus der Welt schaffen. Dabei wird vergessen, dass das Thema Hochpreisinsel kein neues ist und dass die Weko bereits 2004 verschiedene Verfahren gegen Lieferanten wegen angeblich \u00fcberh\u00f6hter Schweizer Preise er\u00f6ffnet hatte. Bereits damals wurde deutlich, dass das h\u00f6here Schweizer Preisniveau nicht auf Kartellrechtverst\u00f6sse zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Tarif\u00e4re und regulatorische Umst\u00e4nde waren Hauptursachen f\u00fcr die h\u00f6heren Preise. Die nun im Schnellschussverfahren mit unzumutbaren Vernehmlassungsfristen vorgeschlagene Revision stellt daher mit Sicherheit kein Mittel dar, um das W\u00e4hrungsproblem zu l\u00f6sen. Hingegen w\u00fcrde diese Revision eine erhebliche Schlechterstellung der Unternehmen in Verfahren vor der Weko bedeuten. Ausserdem steht sie mit Bezug auf die Beurteilung von Vertikalabreden im Widerspruch zur fr\u00fcher vorgelegten KG-Revisionsvorlage des Eidg. Volkswirtschaftsdepartements (EVD), die zurzeit ebenfalls parallel h\u00e4ngig ist.&#13;<\/p>\n<h2>Verl\u00e4ssliche Informationen \u00fcber Machtverh\u00e4ltnisse zwischen Handel und Herstellern n\u00f6tig<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEs stellt sich nun doch die Frage, ob das Augenmerk des <a href=\"http:\/\/www.evd.admin.ch\/\">EVD<\/a> nicht mehr auf die Verhaltensweisen der Detailh\u00e4ndler und deren Machtstellung gerichtet werden sollte. So hat aktuell das Deutsche Bundeskartellamt Untersuchungen eingeleitet, mit dem Ziel, verl\u00e4ssliche Informationen \u00fcber die Machtverh\u00e4ltnisse zwischen Handel und Herstellern zu sammeln und daraus wettbewerbsrechtliche Erkenntnisse zu gewinnen. Im Vordergrund der Ermittlungen stehen denn auch in einem ersten Teil die Marktstrukturen auf den Beschaffungsm\u00e4rkten des Lebensmitteleinzelhandels und in einem zweiten Teil wettbewerbs\u00f6konomische Einzelheiten, wie etwa der Zusammenhang zwischen Gr\u00f6sse und Einkaufsvorteilen. Vergessen wir nicht, dass in Deutschland immerhin vier Handelsunternehmen 85% des Absatzmarktes vereinen und es in der Schweiz aber gar nur noch zwei sind, die den Handel dominieren. Promarca ist \u00fcberzeugt, dass eine solche Vorgehensweise zielf\u00fchrender w\u00e4re als die aktuellen Vorschl\u00e4ge des Bundesrates, die zum einen keine L\u00f6sung f\u00fcr die wirtschaftlichen Probleme der Frankenst\u00e4rke bieten und zum anderen die Position der Unternehmen in Verfahren von der Weko erheblich verschlechtern w\u00fcrde.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der noch aktuellen Diskussion wurde seitens des Schweizer Handels mehrmals der Vorwurf laut, Promarca-Mitgliedsunternehmen w\u00fcrden willentlich Vorteile aus dem tiefen Eurokurs f\u00fcr sich behalten. Eine interne Umfrage zeigte hingegen, dass die grosse Mehrheit unserer Mitglieder die W\u00e4hrungsgewinne weitergibt. Diese Umfrage best\u00e4tigte auch, dass W\u00e4hrungsdifferenzen bereits im Herbst 2010 zwischen H\u00e4ndlern und Lieferanten thematisiert worden [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3260,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[213,154],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":3260,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Direktorin Promarca, Schweizerischer Markenartikelverband, Bern","seco_author_post_occupation_fr":"Directrice de Promarca, Union suisse de l'article de marque, Berne","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":120232,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"7687","post_abstract":"","magazine_issue":"20111101","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/550ff26d71672"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/120229"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3260"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=120229"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/120229\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127507,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/120229\/revisions\/127507"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3260"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=120229"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=120229"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=120229"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=120229"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=120229"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=120229"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}