{"id":120234,"date":"2011-11-01T12:00:00","date_gmt":"2011-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2011\/11\/moser-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:29:43","modified_gmt":"2023-08-23T21:29:43","slug":"moser-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2011\/11\/moser-3\/","title":{"rendered":"Mehr Transparenz im Kampf um die Aufwertungsgewinne"},"content":{"rendered":"<p>In der Diskussion \u00fcber die Auswirkungen des starken Frankens werden die Aufwertungsgewinne selten erw\u00e4hnt. F\u00fcr inl\u00e4ndische Haushalte und Unternehmen bietet die Frankenaufwertung die Chance, ausl\u00e4ndische Konsumg\u00fcter oder Vorprodukte (in Franken) g\u00fcnstiger zu erwerben. Dabei geht es potenziell um grosse Summen. Bei Importen im 2010 von 174 Mrd. Franken bedeutet die reale Aufwertung um 15% seit Januar 2010, dass f\u00fcr diese Importg\u00fcter 26 Mrd. Franken weniger bezahlt werden m\u00fcsste, wenn die Wechselkursvorteile tats\u00e4chlich an die Kunden in der Schweiz vollst\u00e4ndig weitergegeben w\u00fcrden. Dabei stellen sich zwei Fragen. Zum einen interessiert, wie gross das Preissenkungspotenzial bei einzelnen G\u00fctergruppen ist und wie stark dieses ausgesch\u00f6pft wird. Dieser Frage wird in der Transparenzstudie des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) nachgegangen. Ein interessantes Ergebnis ist, dass von einem Franken, den der Konsument ausgibt, im Durchschnitt lediglich 15 Rappen direkt ins Ausland gehen. Hohe Importanteile und gleichzeitig eine kleine Weitergabe der Wechselkursvorteile vermuten die Autoren bei den folgenden Produktkategorien: Genussmittel, Unterhaltungselektronik, Druckerzeugnisse, Motorfahrzeuge, Haushaltsger\u00e4te, Sport- und Freizeitartikel, Bekleidung und Schuhe. Die zweite wirtschaftspolitisch relevante Frage ist, warum die Wechselkursvorteile bei gewissen Produkten mit grosser Verz\u00f6gerung und nur teilweise weitergegeben werden, aber auch, wie dies ge\u00e4ndert werden kann. Es wird gerne vergessen, dass Wechselkursschwankungen Risiken sind, welche Unternehmen durch Absicherungen zu reduzieren trachten. Das erkl\u00e4rt teilweise, weshalb Importpreise verz\u00f6gert auf Wechselkursschwankungen reagieren. Jedoch gibt es in einer Marktwirtschaft auch einen Verteilungskampf um die oben erw\u00e4hnten 26 Mrd. Franken. Ausl\u00e4ndische Produzenten profitieren von unver\u00e4nderten Frankenpreisen und senken diese nur dann, wenn sie bef\u00fcrchten m\u00fcssen, Kunden zu verlieren, weil diese zu Konkurrenzprodukten wechseln oder die Produkte direkt im Ausland beziehen. Diese M\u00f6glichkeit wird jedoch durch Handelshemmnisse und teilweise durch private Absprachen erschwert. Die Wirtschaftspolitik ist deshalb gefordert, weiter am Abbau von Handelshemmnissen zu arbeiten und zu verhindern, dass private Absprachen den grenz\u00fcberschreitenden Wettbewerb behindern. Schliesslich sind aber auch die Kunden in der Schweiz aufgerufen, preisbewusst einzukaufen bzw. hart mit ihren Lieferanten zu verhandeln, wenn sie von den Aufwertungsgewinnen profitieren m\u00f6chten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Diskussion \u00fcber die Auswirkungen des starken Frankens werden die Aufwertungsgewinne selten erw\u00e4hnt. F\u00fcr inl\u00e4ndische Haushalte und Unternehmen bietet die Frankenaufwertung die Chance, ausl\u00e4ndische Konsumg\u00fcter oder Vorprodukte (in Franken) g\u00fcnstiger zu erwerben. Dabei geht es potenziell um grosse Summen. Bei Importen im 2010 von 174 Mrd. 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