{"id":120259,"date":"2011-11-01T12:00:00","date_gmt":"2011-11-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2011\/11\/troesch-schnyder-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:29:54","modified_gmt":"2023-08-23T21:29:54","slug":"troesch-schnyder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2011\/11\/troesch-schnyder\/","title":{"rendered":"Trotz tiefem Euro und US-Dollar hohe Preise in der Schweiz: Wo bleiben die Wechselkursgewinne?"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweiz z\u00e4hlt nach wie vor zu den teuersten L\u00e4ndern. Die Preise f\u00fcr identische Produkte sind in der Schweiz bis zu 50% teurer als in der EU \u2013 und dies trotz der Zulassung von Parallelimporten, der Einf\u00fchrung des Cassis-deDijon-Prinzips und den in den letzten Jahren massiv gesunkenen Euro- und US-Dollar-Kursen. Es liegt daher nahe, dass der Wettbewerb in der Schweiz nur beschr\u00e4nkt spielt, Parallelimporte nach wie vor behindert, wenn nicht verunm\u00f6glicht werden, horizontale und vertikale Preis- und Gebietsabsprachen stattfinden sowie Wechselkursgewinne nicht an die Konsumenten weitergegeben werden. Als Folge davon verbucht der Einkaufstourismus Rekordwerte. Wer trotzdem in der Schweiz einkauft, gibt mehr Geld aus, als er m\u00fcsste. Damit geht Kaufkraft im Inland verloren.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie bundesr\u00e4tlichen Massnahmen zur Abfederung der Frankenst\u00e4rke, zur Sicherung von Arbeitspl\u00e4tzen und zum Erhalt der Standortattraktivit\u00e4t, welchen das Parlament in der Herbstsession zugestimmt hat, sind zu begr\u00fcssen. Ebenso die Stabilisierung des Frankens, welche solange aufrechterhalten werden kann, als der Euro nicht noch mehr an Wert verliert.&#13;<\/p>\n<h2>Dringende Massnahmen zur St\u00e4rkung des Wettbewerbs<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nAus Sicht des Konsumentenforums k\u00f6nnte mit folgenden, dringenden Massnahmen ein freier Markt und fairer Wettbewerb zum Vorteil der Konsumenten \u2013 das sind wir letztlich alle \u2013 gef\u00f6rdert werden: \u2212 <i>Abbau von Zoll- und Geb\u00fchrenbarrieren beim Direkteinkauf im Ausland:<\/i> Mit der Verzollungsvereinbarung des Preis\u00fcberwachers mit der Post ist diese Forderung teilweise erf\u00fcllt. Neu soll bei der Abfertigung durch die Post ein Einheitstarif zur Anwendung kommen. Dies wird zu einer sp\u00fcrbaren Entlastung \u2013 insbesondere beim Direktimport von Tiefpreiswaren aus unseren Nachbarl\u00e4ndern \u2013 f\u00fchren. Indem der Direktimport erleichtert wird, wird die Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Produkten aus dem Ausland gest\u00e4rkt und damit der Druck auf die Weitergabe von Wechselkursgewinnen im Inland erh\u00f6ht. Leider tritt dieser Einheitstarif aus technischen Gr\u00fcnden erst auf den 1. M\u00e4rz 2012 in Kraft. Weitere Schritte m\u00fcssen folgen. \u2212 <i>Internetplattform f\u00fcr informierten Kaufentscheid:<\/i> Eine Internetplattform soll Konsumentinnen und Konsumenten die notwendigen Daten \u00fcber g\u00fcnstige Alternativen zu \u00fcberteuerten Importen zu Verf\u00fcgung stellen und sie so in die Lage versetzen, einen informierten Kaufentscheid zu f\u00e4llen. Diese Plattform k\u00f6nnte vom Eidg. B\u00fcro f\u00fcr Konsumentenfragen oder einer Konsumentenorganisation \u2013 wie dem Konsumentenforum \u2013 betreut werden. Allerdings m\u00fcssten die entsprechenden Mittel zu Verf\u00fcgung gestellt werden. \u2212 <i>Meldestelle beim Verdacht auf missbr\u00e4uchliche kartellistische Absprachen:<\/i> Weigern sich ausl\u00e4ndische Lieferanten und Produzenten, Bestellungen aus der Schweiz direkt abzuwickeln, so hat die Wettbewerbskommission oder der Preis\u00fcberwacher abzukl\u00e4ren, ob faktisch ein Importmonopol in die Schweiz besteht.\u2212 <i>Effizientere staatliche Kontrollen und weniger B\u00fcrokratie:<\/i> Durch verbesserte Koordination oder Zusammenlegung der betroffenen \u00c4mter und Stellen k\u00f6nnen Kontrollen wirkungsvoller und mit weniger Aufwand f\u00fcr die betroffenen Unternehmen durchgef\u00fchrt werden. Damit k\u00f6nnen Kosten eingespart werden. Durch diese Einsparungen kann g\u00fcnstiger produziert werden, was Preissenkungen erm\u00f6glicht und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit erh\u00f6ht. \u2212 <i>St\u00e4rkung von Preis\u00fcberwacher und Wettbewerbskommission:<\/i> Preis\u00fcberwacher und Wettbewerbskommission sind zu beauftragen, die schon heute bestehenden M\u00f6glichkeiten, gegen Absprachen und ungerechtfertigt \u00fcberh\u00f6hte Preise vorzugehen, konsequent und hartn\u00e4ckig auszusch\u00f6pfen. Daf\u00fcr ist das notwendige Personal wie auch die Finanzierung sicherzustellen. \u2212 <i>Versch\u00e4rfung des Kartellgesetzes und weiterer Ausbau des freien Handels:<\/i> Das Konsumentenforum begr\u00fcsst die vom Bundesrat in die Vernehmlassung gegebene Versch\u00e4rfung des Kartellrechts, wonach sowohl horizontale wie vertikale Preis-, Mengen- und Gebietsabsprachen grunds\u00e4tzlich unzul\u00e4ssig sind und Ausnahmebegehren vom Unternehmen begr\u00fcndet werden m\u00fcssen. Damit wird der Wettbewerb gest\u00e4rkt, effektive Parallelimporte werden erm\u00f6glicht und die Preisdifferenzen zum umliegenden Ausland abgebaut. Das Konsumentenforum ist \u00fcberzeugt, dass nur mit fairem und freiem Wettbewerb gen\u00fcgend Druck auf Importeure aufgebaut werden kann, Wechselkursgewinne weiterzugeben und Produkte zu Preisen auf EU-Niveau anzubieten. Davon k\u00f6nnten neben den Konsumenten nicht zuletzt auch die standortgebundenen Wirtschaftszweige \u2013 wie Detailhandel, Tourismus, Hotellerie und Gastronomie \u2013 profitieren: Mit Einkaufspreisen auf EU-Niveau k\u00f6nnten sie g\u00fcnstiger und konkurrenzf\u00e4higer anbieten. Es w\u00fcrde wieder vermehrt in der Schweiz eingekauft und konsumiert.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz z\u00e4hlt nach wie vor zu den teuersten L\u00e4ndern. Die Preise f\u00fcr identische Produkte sind in der Schweiz bis zu 50% teurer als in der EU \u2013 und dies trotz der Zulassung von Parallelimporten, der Einf\u00fchrung des Cassis-deDijon-Prinzips und den in den letzten Jahren massiv gesunkenen Euro- und US-Dollar-Kursen. Es liegt daher nahe, dass [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3676,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[213,154],"post_content_subject":[],"acf":{"seco_author":3676,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Pr\u00e4sidentin, Konsumentenforum kf","seco_author_post_occupation_fr":"Pr\u00e9sidente du Forum des consommateurs (Konsumentenforum kf), Berne","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":120262,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"7699","post_abstract":"","magazine_issue":"20111101","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/55100521591fe"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/120259"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3676"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=120259"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/120259\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127512,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/120259\/revisions\/127512"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3676"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=120259"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=120259"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=120259"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=120259"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=120259"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=120259"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}