{"id":120334,"date":"2011-10-01T12:00:00","date_gmt":"2011-10-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2011\/10\/jordan-2\/"},"modified":"2024-10-14T18:01:00","modified_gmt":"2024-10-14T16:01:00","slug":"jordan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2011\/10\/jordan\/","title":{"rendered":"Die G20 und die Schweiz: Beidseitiger Bedarf des Dialogs"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201110_16_Jordan_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"246\" \/><\/p>\n<h6 class=\"content-copy\">Die G20 wurde 2008 geschaffen, um rasch und wirkungsvoll auf eine dramatische wirtschaftliche und finanzielle Lage reagieren zu k\u00f6nnen. Die getroffenen Massnahmen haben die Weltwirtschaft beeinflusst. Die Schweiz beteiligt sich auch als Nichtmitglied an den Aktivit\u00e4ten der G20. (Foto: Keystone)<\/h6>\n<h2>Strukturelle Entwicklung der G20: Vom Notfall zur Konsolidierung<a href=\"#footnote_1\" id=\"footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor\">[1]<\/a><\/h2>\n<p>Die G20<a href=\"#footnote_2\" id=\"footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor\">[2]<\/a> in ihrer heutigen Form als Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs ist in der Wirtschaftskrise 2008 entstanden. Damals ging es darum, die dramatische wirtschaftliche und finanzielle Lage schnell und wirkungsvoll zu unter Kontrolle zu bringen. Die 2009 bei den Gipfeln von London und Pittsburgh beschlossenen Massnahmen zielten vor allem auf die budget\u00e4re Ebene und die Regulierung der Finanzm\u00e4rkte. Sie beeinflussten die Weltwirtschaft sowohl real \u2013 mit der Definition neuer Regeln \u2013 als auch qualitativ, indem sich die nationalen Wirtschaftspolitiken weitgehend an den Beschl\u00fcssen der G20 orientierten. Als konkrete Ergebnisse der G20 sind die Schaffung des Financial Stability Board (FSB)<a href=\"#footnote_3\" id=\"footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor\">[3]<\/a>, die Rekapitalisierung des Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF) und der multilateralen Entwicklungsbanken, die schwarze Liste der unkooperativen Steuerjurisdiktionen sowie die Regeln von Basel III zu nennen. Anfang 2011 haben sich die Finanzminister der G20 auf eine Reihe von makro\u00f6konomischen Indikatoren zur Messung der weltwirtschaftlichen Ungleichgewichte geeinigt.<\/p>\n<p>Schnell hat sich der Fokus innerhalb der G20 von rein wirtschaftlichen Anliegen hin zu einem globaleren Ansatz verschoben, der speziell die Anliegen der G8 umfasste. Die koreanische Pr\u00e4sidentschaft im Jahr 2010 \u2013 die erste eines Schwellenlandes \u2013 hat die thematische Ausweitung auf Bereiche wie Klimawandel und Entwicklungszusammenarbeit vorangetrieben. Die breite Agenda unter der franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidentschaft symbolisiert den Anspruch Frankreichs auf ein F\u00fchrungsrolle in der internationalen Gemeinschaft und d\u00fcrfte wohl einen H\u00f6hepunkt in der Entwicklung der G20 bilden. Es scheint hingegen, dass die anderen Mitgliedsl\u00e4nder eher eine engere thematische Ausrichtung und die Konzentration auf eine begrenzte Anzahl Themen anstreben.<\/p>\n<p>Die G20 muss sich im Umfeld des sich abspielenden strukturellen Wandels behaupten, in dem eine Konsensfindung der gr\u00f6ssten globalen Player erschwert ist. Dennoch gelingt es ihr, den aktuellen Fragen zur globalen Wirtschafts- und Finanzpolitik eine klare Ausrichtung zu geben. Sie st\u00fctzt sich dabei auf Mandate an internationale Organisationen wie den Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF), das Financial Stability Board (FSB), die multilateralen Entwicklungsbanken, die Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die Financial Action Task Force (FATF), die Internationale Energie-Agentur (IEA), die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) oder die Welthandelsorganisation (WTO).<\/p>\n<p>Die G20 ist zwar das zentrale Forum der Weltwirtschaftspolitik. Dennoch fehlt es ihr an Legitimit\u00e4t in Form einer rechtlichen Grundlage. Dieser Umstand wird dadurch verst\u00e4rkt, dass einige geografische Regionen untervertreten sind (Afrika, Naher und Mittlerer Osten); auch die Schweiz als wichtiger internationaler Finanzplatz geh\u00f6rt nicht zu den Mitgliedern. Die G20 halten diesen Einw\u00e4nden ihr wirtschaftliches und demografisches Gewicht entgegen (85% des Welt-BIP, zwei Drittel der Weltbev\u00f6lkerung und 80% des Welthandels). Zudem betreiben sie eine aktive \u00d6ffnungspolitik in zweierlei Hinsicht: Einerseits werden jeweils f\u00fcnf L\u00e4nder zu den Minister- und Gipfeltreffen eingeladen, die eine regionale oder thematische Gruppe bilden. Andererseits sucht die Gruppe den Dialog mit L\u00e4ndern ausserhalb der G20, mit je nach Thema variabler Geometrie.<\/p>\n<p>So waren am Gipfel in Cannes auf Einladung der franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidentschaft f\u00fcnf ausgew\u00e4hlte L\u00e4nder<a href=\"#footnote_4\" id=\"footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor\">[4]<\/a> vertreten, die an allen ministeriellen sowie technischen Treffen teilnahmen. Andere Nicht-Mitgliedsl\u00e4nder werden auch bei vorbereitenden Treffen mit einbezogen. Auf Anregung ihres Pr\u00e4sidenten Joseph Deiss hat die UNO-Vollversammlung ebenfalls einen Dialog mit den G20 aufgenommen.<\/p>\n<h2>Die schweizerische Strategie angesichts der F\u00fchrungsrolle der G20<\/h2>\n<p>Aufgrund des zunehmenden Einflusses der G20 und einigen ihrer Entscheide<a href=\"#footnote_5\" id=\"footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor\">[5]<\/a> hat sich die Schweiz um eine Mitgliedschaft bem\u00fcht. Dabei hat sie auf ihre grosse Bedeutung als Finanzplatz hingewiesen. Es hat sich jedoch schnell herausgestellt, dass die G20 keine neuen Mitglieder aufnehmen will, um nicht an Effizienz und Flexibilit\u00e4t einzub\u00fcssen. Auch die \u00dcberrepr\u00e4sentation Europas und die schwache Stellung Afrikas innerhalb der Gruppe sprechen gegen eine Aufnahme der Schweiz. Von der Bedeutung einer Ann\u00e4herung an die G20 \u00fcberzeugt, hat sich die Schweiz organisiert, um ihre wirtschaftlichen und finanziellen Interessen in entscheidenden Bereichen wahren zu k\u00f6nnen sowie Vorschl\u00e4ge zur L\u00f6sung der globalen Wirtschaftskrise einzubringen. Der Bundesrat hat deshalb Anfang 2010 eine Strategie verabschiedet, die auf zwei Handlungsfeldern basiert:<\/p>\n<ul>\n<li>eine proaktive Positionierung zu den zentralen Punkten der G20-Agenda;<\/li>\n<li>eine st\u00e4rkere Stellung der Schweiz innerhalb der internationalen Organisationen, die von der G20 Mandate erhalten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zur Umsetzung dieser Strategie wurde eine interdepartementale Arbeitsgruppe \u2013 die IdaG20 \u2013 geschaffen, die sich aus Vertretern des Finanzdepartements (EFD), des Volkswirtschaftsdepartements (EVD) und des Departements f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten (EDA) sowie der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zusammensetzt.<a href=\"#footnote_6\" id=\"footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Konkret hat sich die Schweiz zu den Priorit\u00e4ten der franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidentschaft ge\u00e4ussert: Reform des internationalen Geldsystems, St\u00e4rkung der Finanzregulierung, Volatilit\u00e4t der Rohstoffpreise, Entwicklung, Besch\u00e4ftigung, Korruptionsbek\u00e4mpfung und Regierungsf\u00fchrung. Ziel war es, Frankreich wie auch den anderen G20-Mitglied und -Nichtmitgliedstaaten die schweizerischen Positionen zu kommunizieren. Die Schweiz hat darauf hingearbeitet, an den vorbereitenden Treffen mitzuwirken. Hochrangige Vertreter des EFD und der SNB waren an einem Seminar in China im M\u00e4rz 2011 zugegen. Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat im Mai an der Konferenz zur Besch\u00e4ftigung und Koh\u00e4renz zwischen den internationalen Organisationen teilgenommen, w\u00e4hrend Bundesr\u00e4tin Doris Leuthard am Seminar zur nuklearen Sicherheit im Juni dieses Jahres in Paris pr\u00e4sent war. Auch sonst leistet die Schweiz einen aktiven Beitrag. So hat die SNB im Mai 2011 in Zusammenarbeit mit dem IWF ein hochrangiges Treffen zur Reform des internationalen W\u00e4hrungssystems in Z\u00fcrich organisiert. Die Schweiz beweist damit ihr Interesse an den von der Gruppe aufgegriffenen Themen sowie ihre F\u00e4higkeit, die Diskussionen mit wertvollen Beitr\u00e4gen zu bereichern.<\/p>\n<p>Zu den Hauptanliegen der Schweiz geh\u00f6ren auch die ordnungspolitischen Beziehungen zwischen den G20 und den internationalen Organisationen. Denn die Mandate der G20 haben einen starken Einfluss auf deren Priorit\u00e4ten. So ist die Volatilit\u00e4t der Rohstoffpreise zu einem vorrangigen Thema der OECD und der FAO geworden, w\u00e4hrend der IWF stark vom <i>Framework for Strong, Sustainable and Balanced Growth<\/i> der G20 geleitet wird. In diesem Zusammenhang setzt sich die Schweiz daf\u00fcr ein, dass die Entscheidungen der G20 von den leitenden Organen der betroffenen internationalen Organisationen mitgetragen werden. Zudem muss der Beitrag dieser Organisationen transparent gemacht werden; das bedeutet, dass deren Mitglieder im Vorfeld konsultiert oder zumindest \u00fcber die f\u00fcr die G20 ausgef\u00fchrten Arbeiten informiert werden m\u00fcssen. Diese Sorge um die Good Governance der internationalen Organisationen wird von vielen Nicht-Mitgliedern der G20 geteilt. Auf Initiative der Schweiz wurde deshalb im Mai 2011 ein informelles Treffen von 12 Nichtmitgliedern mit Vertretern Frankreichs, S\u00fcdkoreas und Mexikos einberufen.<a href=\"#footnote_7\" id=\"footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor\">[7]<\/a> Der Austausch hat die Forderung der Nichtmitglieder nach gr\u00f6sserer Beachtung durch die G20 deutlich zum Ausdruck gebracht. Auch die Global Governance Group (3G)<a href=\"#footnote_8\" id=\"footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor\">[8]<\/a>\u00a0engagiert sich im Rahmen der Vereinten Nationen f\u00fcr verst\u00e4rkte Transparenz.<\/p>\n<p>Die Schweiz hat rasch eine Reihe von Vorst\u00f6ssen zu spezifischen Themen lanciert, um ihre Interessen auf internationalem Parkett zu wahren. Allerdings erwies sich die rotierende Pr\u00e4sidentschaft der G20 nicht eben als f\u00f6rderlich f\u00fcr die Zielerreichung.<\/p>\n<h2>St\u00e4rken der G20 und kommende Herausforderungen<\/h2>\n<p>Die G20 ist zwar ein Zusammenschluss einer begrenzten Anzahl L\u00e4nder, weist jedoch eine gen\u00fcgend grosse kritische Masse und thematische Geschlossenheit auf, um die weltweite strategische Ausrichtung zu beeinflussen. Der Gruppe ist es denn auch gelungen, ihre Standpunkte und Entscheidungen durchzusetzen, ohne die Meinung der internationalen Gemeinschaft zu ber\u00fccksichtigen. Dass die Konsensfindung unter Einbezug einer grossen Anzahl Parteien schwierig ist, hat sich verschiedentlich gezeigt, so unter anderem bei der 15. Konferenz der Vertragsstaaten der UNO-Klimakonvention in Kopenhagen 2009. Angesichts der immer komplexer werdenden wirtschaftlichen Fragen kann die G20 als Antwort auf die Entscheidungsschw\u00e4che innerhalb der UNO gesehen werden. Sie scheint den Vorwurf der fehlenden Repr\u00e4sentativit\u00e4t, der st\u00e4ndig von den Nichtmitgliedern erhoben wird, einfach zu ignorieren zugunsten eines schnellen und wirkungsvollen Handelns, wie es in der Wirtschaftskrise unter Beweis gestellt wurde.<\/p>\n<p>Die informelle Struktur (keine oder kaum Regeln) der G20 verleiht ihr eine grosse Anpassungsf\u00e4higkeit bei Ereignissen (z.B. Einberufung einer ministeriellen Konferenz zur nuklearen Sicherheit nach der Katastrophe von Fukushima im Juni 2011 in Paris). Ausserdem kann sie auf Kompetenzen und Knowhow der internationalen Organisationen, denen sie Mandate erteilt, zur\u00fcckgreifen und so eine grosse Interdisziplinarit\u00e4t ausspielen. Mit ihrer (Nicht-)Struktur und der Suche nach pragmatischen, undogmatischen L\u00f6sungen hat die G20 eindeutig eine positive Dynamik in den internationalen Wirtschafts- und Finanzfragen ausgel\u00f6st (wie z.B. bei der Finanzmarktregulierung und der Reform des internationalen W\u00e4hrungssystems). Damit hat sie eine F\u00fchrungsrolle in der globalen Wirtschaftspolitik \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Die G20 steht indes vor zwei Herausforderungen. Die erste und zugleich weit bedeutendere f\u00fcr ihr Funktionieren ist eine Folge der thematischen Vertiefung. Nach der erfolgreichen Krisenbew\u00e4ltigung der Jahre 2008\/09 mit gezielten wirtschaftspolitischen Massnahmen folgte eine Suche nach strukturellen L\u00f6sungen. Um aber einen \u2013 auch nur minimalen \u2013 Konsens in diesen Fragen zu erreichen, m\u00fcssen die Anstrengungen verdoppelt werden. Das zeigte sich etwa bei den divergierenden Ansichten zum <i>Framework for Strong, Sustainable and Balanced Growth<\/i>, wo ein Ausgleich des weltweiten Wirtschaftswachstums durch eine gesteigerte Nachfrage in den Schwellenl\u00e4ndern und vermehrten Einsparungen in den Industriel\u00e4ndern angestrebt wird. Die gegenw\u00e4rtige Verschuldungskrise in den Industriel\u00e4ndern vergr\u00f6ssert den Graben zus\u00e4tzlich \u2013 eine Frage, die wohl beim Gipfel in Cannes pr\u00e4sent sein wird.<\/p>\n<p>Die zweite Herausforderung ist diejenige der Beziehungen der G20 mit den Nichtmitgliedern. Die Verst\u00e4ndigung der Gruppe mit den Aussenstehenden h\u00e4ngt heute vom Goodwill der jeweiligen Pr\u00e4sidentschaft ab. Die beiden bisherigen Pr\u00e4sidentschaften \u2013 Korea und Frankreich \u2013 haben eine Politik der aktiven \u00d6ffnung begonnen. Im Fall Koreas basierte sie auf dem Dialog, im Falle Frankreichs auf dem Einbezug von Nichtmitgliedern in gewisse vorbereitende Arbeiten (wovon auch die Schweiz profitiert hat). Diese \u00d6ffnungspolitik ist sehr erw\u00fcnscht; der pragmatische Ansatz einer variablen Geometrie mit dem systematischen Einbezug der betroffenen Hauptakteure in die spezifischen Diskussionen innerhalb der G20 sollte weiter vertieft werden. \u00dcberdies sollten die Beziehungen mit den internationalen Organisationen klarer umrissen und mit den Prinzipien der Good Governance vereinbart werden. Nur der vermehrte Dialog kann der G20 die zus\u00e4tzliche Legitimit\u00e4t verschaffen, die sie braucht, damit sie ihre F\u00fchrungsrolle langfristig sichern kann.<\/p>\n<p>Als Nichtmitglied des \u00abClubs\u00bb ist die Schweiz zwar nicht formell an die Entscheidungen der G20 gebunden. Die Erfahrungen (schwarze Liste, Reform des IWF usw.) haben aber gezeigt, dass wir uns diesen Entscheidungen nur ganz schwer entziehen k\u00f6nnen. Die Schweiz hat sich f\u00fcr eine aktive Politik entschieden, um einerseits gezielt \u00dcberzeugungsarbeit zu leisten und andererseits negative Konsequenzen von G20-Entscheiden abzuwenden. Dieser Ansatz wird sehr gesch\u00e4tzt \u2013 umso mehr, als die Schweiz bei spezifischen Themen einen echten Mehrwert einbringt. Ein wichtiger Kanal ist dabei die Mitwirkung in den internationalen Organisationen, indem wir als Vollmitglied unsere Standpunkte zu den Mandaten der G20 einfliessen lassen k\u00f6nnen. Sofern das Prinzip der Transparenz korrekt angewendet wird, kann die Schweiz viel profitieren \u2013 sowohl von der St\u00e4rkung der Rolle der internationalen Organisationen in der globalen Wirtschaftspolitik als auch von einem gesunden, ausgeglichenen Wachstum der Weltwirtschaft.<\/p>\n<p>Tabelle 1: \u00abKalander wichtigsten Aktivit\u00e4ten der G20 im Jahr 2011\u00bb<\/p>\n<ol class=\"footnote\"><li id=\"footnote_1\" class=\"footnote--item\">Der vorliegende Artikel widerspiegelt die pers\u00f6nlichen Ansichten der Autorin und ist nicht verbindlich f\u00fcr die Position der schweizerischen Regierung. Der Artikel basiert auf den Arbeiten der Interdepartementalen Arbeitsgruppe IdaG20, die 2011 vom Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) pr\u00e4sidiert wird.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_1\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_2\" class=\"footnote--item\">Die G20 umfasst 19 Staaten (Argentinien, Australien, China, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, S\u00fcdafrika, S\u00fcdkorea, die T\u00fcrkei und die USA) sowie die Europ\u00e4ische Union (EU), die mit der jeweiligen Ratspr\u00e4sidentschaft und der Europ\u00e4ischen Zentralbank vertreten ist. Seit Beginn nehmen auch der IWF und die Weltbank teil. Spezialisierte internationale Organisationen (OECD, ILO, WTO) sowie die UNO werden jeweils ad hoc eingeladen. F\u00fcnf weitere Einladungen werden im Rotationsprinzip an verschiedene L\u00e4nder vergeben.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_2\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_3\" class=\"footnote--item\">Die Schweiz ist aktives Mitglied des FSB.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_3\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_4\" class=\"footnote--item\">Die f\u00fcnf L\u00e4nder \u2013 auch \u00abWild Cards\u00bb genannt \u2013 der franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidentschaft sind: die Vereinigten Arabischen Emirate als Pr\u00e4sidierende des Kooperationsrates der Golfstaaten (GCC), Spanien, \u00c4thiopien als Pr\u00e4sidierende des Orientation Committee der Neuen Partnerschaft f\u00fcr Afrikas Entwicklung (Nepad), Singapur als Vertreterin der Global Governance Group (3G) sowie \u00c4quatorialguinea als Pr\u00e4sidierende der Afrikanischen Union.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_4\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_5\" class=\"footnote--item\">Zur Erinnerung: Einer der wichtigsten Entscheide der G20 war die Publikation einer von der OECD angefertigten \u00abschwarzen Liste\u00bb der nicht kooperativen Steuerparadiese anl\u00e4sslich des Gipfels in London im April 2009, auf der auch die Schweiz figurierte. In der Folge musste die Schweiz ihre Steuerpolitik in wesentlichen Punkten anpassen.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_5\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_6\" class=\"footnote--item\">Die IdaG20 wird j\u00e4hrlich abwechselnd vom <a href=\"http:\/\/www.evd.admin.ch\/\">EVD<\/a> (Seco) und vom EFD (SIF) pr\u00e4sidiert.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_6\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_7\" class=\"footnote--item\">Frankreich (aktuelle Pr\u00e4sidentschaft), Korea (letzte Pr\u00e4sidentschaft und Mexiko (n\u00e4chste Pr\u00e4sidentschaft) bilden die so genannte G20-Troika f\u00fcr 2011.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_7\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><li id=\"footnote_8\" class=\"footnote--item\">Die 3G umfasst 27 UNO-Mitgliedsl\u00e4nder, u.a. auch die Schweiz. Ihr Ziel ist die st\u00e4rkere Beteiligung der UNO in den Entscheidungsprozessen der G20.&nbsp;<a href=\"#footnote-anchor_8\" class=\"inline-footnote__anchor hidden-print\">[<span class=\"icon-arrow-up\"><\/span>]<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die G20 wurde 2008 geschaffen, um rasch und wirkungsvoll auf eine dramatische wirtschaftliche und finanzielle Lage reagieren zu k\u00f6nnen. Die getroffenen Massnahmen haben die Weltwirtschaft beeinflusst. Die Schweiz beteiligt sich auch als Nichtmitglied an den Aktivit\u00e4ten der G20. 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Trotz mangelnder Repr\u00e4sentativit\u00e4t und fehlender rechtlicher Grundlage erhebt die Organisation den Anspruch, das \u00abwichtigste Forum f\u00fcr internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit\u00bb zu sein. Nach den ersten, dringlichen Entscheiden in der damaligen Krisensituation hat die G20 zu einer strukturierteren Arbeitsweise gefunden. 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