{"id":120474,"date":"2011-07-01T12:00:00","date_gmt":"2011-07-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2011\/07\/bernasconi-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:30:36","modified_gmt":"2023-08-23T21:30:36","slug":"bernasconi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2011\/07\/bernasconi\/","title":{"rendered":"Wirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit des Seco: Neue Herausforderungen"},"content":{"rendered":"<p>Der Bundesrat hat 2010 entschieden, wichtige mehrj\u00e4hrige Finanzbeschl\u00fcsse (Rahmenkredite) mit der Legislaturperiode zu harmonisieren. Deshalb werden die vier bestehenden Botschaften (humanit\u00e4re Hilfe, Osthilfe, Entwicklungshilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit), welche den Bereich der Entwicklungszusammenarbeit (EZA)betreffen, k\u00fcnftig in einer einzigen zusammengefasst. Diese wird den Zeitraum 2013\u20132016 abdecken und die Strategie der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz pr\u00e4sentieren. Wirtschafts- und handelspolitische Massnahmen stehen mehr denn je im Zentrum. Das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) will den neuen Herausforderungen mit einer gezielten Strategie begegnen, die in Einklang mit seinen Kompetenzen und mit den wirtschaftspolitischen Zielen des Bundes steht. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201107_04_Bernasconi_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"243\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Die Krise hat das Wirtschaftsumfeld ver\u00e4ndert<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nSeit der Verabschiedung der letzten Botschaft zur wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit aus dem Jahr 2008 hat sich der internationale Kontext \u2013 namentlich durch die Finanz- und Wirtschaftskrise \u2013 grundlegend ver\u00e4ndert. Das Seco hat daraus die Lehren gezogen und die T\u00e4tigkeiten angepasst. Die Krise hat unter anderem gezeigt, dass eine st\u00e4rkere wirtschaftliche Integration nicht nur Risiken birgt, sondern auch Chancen bietet. Risiken wie Chancen wurden gerade im internationalen Handel deutlich: Dieser wurde erstes Opfer der Rezession, wirkte sp\u00e4ter aber auch als wichtigste Treibfeder f\u00fcr den Aufschwung dank einer starken Nachfrage der Schwellenl\u00e4nder und eines dynamischen S\u00fcd-S\u00fcd-Handels.Beim Kapitalverkehr sorgten historisch niedrige Zinss\u00e4tze in den entwickelten L\u00e4ndern nach der Krise daf\u00fcr, dass sich ein bedeutender Teil der Finanzfl\u00fcsse in Richtung Schwellenl\u00e4nder verlagerte. Die Investitionen in den \u00e4rmsten L\u00e4ndern hingegen gingen zur\u00fcck, worunter die Finanzierung wichtiger Infrastrukturprojekte litt. Die globale Finanz- und Wirtschaftslage war in den letzten Jahren gepr\u00e4gt von volatilen Finanzfl\u00fcssen, staatlichen Verschuldungskrisen, aber auch von angespannten Rohstoff- und Lebensmittelpreisen sowie einer zunehmenden Kluft zwischen den einzelnen L\u00e4ndern. Aufgrund dieser Risiken ist es f\u00fcr die Schweiz wichtig, Strukturreformen in den Partnerl\u00e4ndern zu unterst\u00fctzen, damit diese ihre Wachstumsquellen diversifizieren k\u00f6nnen.Konkret braucht es in zahlreichen L\u00e4ndern Reformen zur Steigerung der Produktivit\u00e4t und der Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Wirtschaft. Nur so k\u00f6nnen diese L\u00e4nder das Wachstum langfristig aufrechterhalten, Arbeitspl\u00e4tze schaffen, die Armut bek\u00e4mpfen und ihren R\u00fcckstand langfristig verringern. Auch wenn sich global gesehen die Staatshaushalte in den Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern weniger ung\u00fcnstig entwickelt haben als in den Industriel\u00e4ndern, besteht in vielen \u00e4rmeren L\u00e4ndern sehr wenig politischer Spielraum f\u00fcr Verbesserungen. Deshalb bleibt nur die M\u00f6glichkeit, \u00f6ffentliche Mittel effizienter einzusetzen.&#13;<\/p>\n<h2>Entwicklungsperspektiven leiden unter kurzfristigen Trends<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nF\u00fcr die wirtschafts- und handelspolitische Zusammenarbeit des Seco zentral ist, dass die <i>finanz- und handelspolitische Globalisierung<\/i> vorangetrieben wird. Leider nimmt derzeit der Protektionismus eher zu; Ausdruck davon sind etwa die schwierigen Verhandlungen in der WTO und unilaterale Massnahmen. In den internationalen Finanz- und Wirtschaftsorganisationen haben sich die Machtzentren verschoben \u2212 im Wesentlichen zugunsten der grossen Schwellenl\u00e4nder der G20. Entscheidend ist hier, ob die fortschreitende Globalisierung im Rahmen allgemein verbindlicher Regeln und Normen erfolgt oder ob sich die neuen Wirtschaftspole in einem weniger geordneten und transparenten Prozess herausbilden werden. Diese Gewichtsverschiebungen beeinflussen auch Politikgestaltung und Finanzarchitektur der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit. Damit die Schweiz im neuen Gef\u00fcge ihren Platz findet, ist der multilaterale Teil ihrer Zusammenarbeit \u2013 etwa Fragen, die in den internationalen Finanzinstitutionen (wie Weltbank und IMF) diskutiert werden \u2013 von besonders grosser Bedeutung.Die Schweiz wird sich auch k\u00fcnftig f\u00fcr die St\u00e4rkung des internationalen Ordnungsrahmens einsetzen, etwa durch die Erarbeitung von Regeln und Standards, die aus umgebungsbedingter, sozialer und finanzieller Betrachtungsweise zu nachhaltigem Wachstum und Handel beitragen. Dies wird sich insofern auf die wirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit auswirken, als die Entwicklungsl\u00e4nder in der Umsetzungsphase eines neuen Regelwerks Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigen werden.Ein wichtiger Teil des neuen Regelwerks betrifft die <i>finanzielle Globalisierung.<\/i> Nachdem sich die Investitionen in der Krise verlangsamten, gilt es, die Kapitalfl\u00fcsse wieder zu intensivieren, damit sie ihr Potenzial als wichtige Finanzierungsquelle f\u00fcr die Entwicklung wahrnehmen k\u00f6nnen. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit des Seco ber\u00fccksichtigt diesen Faktor und versucht, mit der \u00f6ffentliche Hilfe, die im Vergleich zu den \u00fcbrigen Finanzfl\u00fcssen relativ bescheiden bleiben wird, eine Hebelwirkung f\u00fcr die privaten Kapitalfl\u00fcsse zu erzielen, beispielsweise \u00fcber g\u00fcnstigere Rahmenbedingungen f\u00fcr Investitionen.Die Globalisierung ist nach wie vor gepr\u00e4gt von einem <i>hohen Druck auf die nat\u00fcrlichen Ressourcen<\/i> \u2013 und damit auf <i>Klima<\/i> und <i>Umwelt<\/i>, was langfristig Risiken birgt. Hier muss die wirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit darauf hinwirken, dass sie ihre Ziele im Bereich des nachhaltigen Wachstums erreicht. Dazu muss eine effizientere und wirksamere Nutzung der Ressourcen \u2212 und damit verbunden der Transfer von umwelt- und klimafreundlichen Technologien \u2212 gef\u00f6rdert werden. Hier setzt sich das Seco im Rahmen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit daf\u00fcr ein, dass kurzfristige Gewinne aus Bergbau- und Erd\u00f6lressourcen langfristig und unter Ber\u00fccksichtigung der Bed\u00fcrfnisse k\u00fcnftiger Generationen investiert werden. Schliesslich ist aus sozialer Sicht <i>die tiefe soziale Kluft<\/i> ein wichtiger Aspekt. Die j\u00fcngsten politischen Ereignisse in Nordafrika zeigen, dass auch ein dynamisches Wirtschaftswachstum nicht automatisch mit einem Stellenwachstum einhergeht, was h\u00e4ufig zu Spannungen und Instabilit\u00e4ten f\u00fchrt. Andere Analysen verdeutlichen, dass eine allzu ungleiche Einkommensverteilung Risiken und Ungleichgewichte hervorrufen kann, was bei der Finanzkrise der Fall war. Die wirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit hat aus diesen Ereignissen verschiedene Lehren gezogen: Dazu geh\u00f6rt die Erkenntnis, dass der Fokus auf einer produktiven Besch\u00e4ftigung liegen muss. Ebenfalls ein wichtiges Thema in der Zusammenarbeitsstrategie des Seco ist das regionale Gef\u00e4lle in L\u00e4ndern mit einer teilweise ungeordneten Urbanisierung.&#13;<\/p>\n<h2>Wachstum gegen Armut und Ungleichheiten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie internationale Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz ist in zwei Bundesgesetzen geregelt: im Bundesgesetz \u00fcber die internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanit\u00e4re Hilfe sowie im Bundesgesetz \u00fcber die Zusammenarbeit mit den Staaten Osteuropas. Das allgemeine Ziel dieser Gesetze besteht darin, die Armut und das Wohlstandsgef\u00e4lle in einem marktwirtschaftlichen Umfeld zu reduzieren. Auf dieser Grundlage tr\u00e4gt das Seco mit ihrer Wirtschafts- und Handelspolitik dazu bei, dass sich die Partnerl\u00e4nder langfristig in die Weltwirtschaft integrieren und Rahmenbedingungen schaffen k\u00f6nnen, welche f\u00fcr Privatinvestitionen attraktiv sind. \u00dcber den Zugang zu den internationalen M\u00e4rkten k\u00f6nnen die Partnerl\u00e4nder einen dynamischen Wachstumspfad beschreiten, was zur Verminderung von Armut und sozialer Ungleichheit unabdingbar ist.Wachstum allein reicht jedoch nicht. Damit m\u00f6glichst viele Menschen davon profitieren k\u00f6nnen, muss Wachstum mit einer h\u00f6heren produktiven Besch\u00e4ftigung einhergehen. Es braucht also sowohl <i>quantitatives Wachstum,<\/i> das neue Arbeitspl\u00e4tze schafft, als auch <i>qualitatives Wachstum,<\/i> das f\u00fcr eine h\u00f6here Arbeitsproduktivit\u00e4t und mehr Einkommen f\u00fcr einen m\u00f6glichst grossen Teil der Bev\u00f6lkerung sorgt. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist dabei die Diversifizierung der Wachstumsquellen und Schaffung wettbewerbsf\u00e4higer M\u00e4rkte, insbesondere Arbeitsm\u00e4rkte.&#13;<\/p>\n<h2>Chancen der Globalisierung nutzen&#8230;<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZiel der Wirtschafts- und Handelspolitik des Seco ist es, den Partnerl\u00e4ndern eine Beteiligung an der Weltwirtschaft zu erm\u00f6glichen, aber auch die Wettbewerbsf\u00e4higkeit dieser Volkswirtschaften zu st\u00e4rken, damit sie die <i>Chancen<\/i> der Globalisierung nutzen k\u00f6nnen. Damit dies den Partnerl\u00e4ndern gelingt, versucht der Leistungsbereich Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Seco die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des jeweiligen Wirtschaftsstandorts zu st\u00e4rken, namentlich durch die Mobilisierung in- und ausl\u00e4ndischer Privatinvestitionen. Dieses Ziel f\u00fchrt unter anderem \u00fcber einen verbesserten Marktzugang, eine nachhaltige Nutzung der Produktionsfaktoren (Rohstoffe, Energie, Wasser) und stabile, berechenbare Rahmenbedingungen f\u00fcr die Wirtschaftsakteure.Welchen Umfang an Investitionen es f\u00fcr ein nachhaltiges Wachstum braucht, h\u00e4ngt von der Rendite und den vorhandenen Rahmenbedingungen ab. Ung\u00fcnstige Voraussetzungen belasten die Wettbewerbsf\u00e4higkeit einer Volkswirtschaft und betreffen im Allgemeinen folgende Punkte: \u2212 <i>Staat:<\/i> Ordnungspolitik, Transparenz und Wirksamkeit bei der Verwaltung der \u00f6ffentlichen Mittel und Steuergelder, Stabilit\u00e4t der Finanzpolitik (Geld- und Budgetpolitik, Regulierung der Finanzm\u00e4rkte).\u2212 <i>Unternehmen:<\/i> Kosten einer Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit, mikro\u00f6konomische Investitionshemmnisse (Eigentumsordnung, Informationsasymmetrien, Korruption, Besteuerung usw.), Zugang der Unternehmen zu Finanzierungen;\u2212 <i>Nachhaltigkeit<\/i> der Infrastruktur und Produktionsfaktoren (Rohstoffe, Wasser, Energie) und der Urbanisierungspolitik;\u2212 <i>Zugang zu den internationalen M\u00e4rkten<\/i> f\u00fcr Waren und Dienstleistungen;\u2212 F\u00f6rderung eines <i>nachhaltigen Wachstums<\/i> aus klimatischer und \u00f6kologischer Sicht, namentlich durch den Zugang zu \u00abgr\u00fcnen\u00bb Technologien.&#13;<\/p>\n<h2>&#8230;und Risiken entsch\u00e4rfen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Globalisierung ist auch mit gewissen <i>Risiken<\/i> verbunden, sowohl im eigenen Land als auch weltweit. Das Seco arbeitet deshalb darauf hin, die Risiken im Zusammenhang mit der Globalisierung zu entsch\u00e4rfen und langfristige Investitions- und Handelsbeziehungen zu f\u00f6rdern. Zum Erreichen dieser Ziele versucht das Seco gemeinsam mit anderen Stellen, die internationale Finanzstabilit\u00e4t zu st\u00e4rken und einen Regel- und Normenrahmen f\u00fcr den internationalen Handel aufzubauen, der \u00f6kologische und soziale Ziele ber\u00fccksichtigt und eine koordinierte Eind\u00e4mmung der Gefahren im Zusammenhang mit dem Klimawandel anstrebt.&#13;<\/p>\n<h2>Schwerpunktthemen des Seco<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZur Bew\u00e4ltigung dieser Herausforderungen und einer optimalen Nutzung seiner Ressourcen konzentriert sich das Seco auf <i>f\u00fcnf Schwerpunktthemen:<\/i>1. St\u00e4rkung der Wirtschafts- und Finanzpolitik der Partnerl\u00e4nder.2. Besserer Zugang zu Infrastrukturleistungen f\u00fcr die Wirtschaft (Wasser, Energie, Verkehr), v.a. im st\u00e4dtischen Umfeld.3. F\u00f6rderung der Privatwirtschaft in den Partnerl\u00e4ndern.4. F\u00f6rderung des internationalen Handels und nachhaltiger Produktionstechnologien.5. Entwicklung von Mechanismen, die zum Schutz der nat\u00fcrlichen Ressourcen und des Klimas beitragen und auf marktwirtschaftlichen Grunds\u00e4tzen beruhen.Diese thematische Konzentration entspricht den Schl\u00fcsselkompetenzen, die dem Seco im Zusammenhang mit seinem allgemeinen Auftrag \u00fcbertragen wurden. Sie steht zudem in Einklang mit den Zielen der schweizerischen Wirtschaftspolitik. Der Leistungsbereich Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung setzt deshalb auf die St\u00e4rkung der Rahmenbedingungen als Ergebnis einer Politik, welche sich an den Grunds\u00e4tzen der Marktwirtschaft orientiert und die Mechanismen der Ressourcenallokation m\u00f6glichst wenig verzerrt. Entsprechend sollen die Projekte des Seco im Bereich der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit folgende Schw\u00e4chen korrigieren:\u2212 <i>Marktversagen:<\/i> Mit wirtschafts- und handelspolitischen Massnahmen l\u00e4sst sich unter anderem die Gefahr mindern, dass der Markt versagt. Beispiele f\u00fcr solche Massnahmen sind die Bekanntmachung von guten Praktiken zur Internalisierung externer Kosten, zur Wettbewerbsregulierung oder zur Informationstransparenz.\u2212 <i>Versagen der Rechtsbestimmungen oder der Wirtschaftspolitik:<\/i>&#13;<br \/>\nW\u00e4hrend ein Marktversagen relativ einheitlich definiert wird (Externalit\u00e4ten und \u00f6ffentliche G\u00fcter, Marktdominanz und Informationsasymmetrien), gibt es keine \u00ablehrbuchm\u00e4ssige\u00bb Definition f\u00fcr ein politisches Versagen. Das Versagen kann sowohl das (wirtschaftliche) Ziel betreffen als auch den Umsetzungsprozess. Die Partnerl\u00e4nder werden darin unterst\u00fctzt, ihre staatlichen Leistungen effizienter zu gestalten und ihre Steuer-, Subventions- und Reglementierungspolitik so auszurichten, dass sie m\u00f6glichst wenig Verzerrungen verursacht.&#13;<\/p>\n<h2>Auf die Wachstumspolitik abgestimmte Entwicklungszusammenarbeit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas <i>Development Assistance Committee (DAC)<\/i> der OECD pr\u00fcft regelm\u00e4ssig die Entwicklungspolitik ihrer Mitglieder und die Koh\u00e4renz der wirtschafts- und handelspolitischen Massnahmen. Die im Rahmen der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit (EZA) des Seco getroffenen Massnahmen stehen namentlich in Einklang sowohl mit den aussenpolitischen Zielen als auch mit der Aussenwirtschaftspolitik des Bundesrates (siehe <i>Grafik 2<\/i>), die haupts\u00e4chlich darauf abzielt, das Wirtschaftswachstum in der Schweiz zu st\u00e4rken, indem der Zugang zum Weltmarkt verbessert wird. Die <i>Aussenwirtschaftliche Strategie<\/i> beruht auf <i>drei Pfeilern<\/i>:\u2212 Zugang zu den Aussenm\u00e4rkten<i&gt;;<\/i>\u2212 Zugang zum Binnenmarkt<i&gt;;<\/i>\u2212 Einbezug weiterer L\u00e4nder in die Weltwirtschaft<i>.<\/i>Die wirtschafts- und handelspolitischen Massnahmen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit des Seco tragen zur Umsetzung des dritten Pfeilers dieser Strategie bei. Das langfristige Ziel der Strategie \u2013 dynamisches, nachhaltiges Wachstum in der Schweiz \u2013 steht in Einklang mit den Zielen der Gesetze zur internationalen Zusammenarbeit, da sich der Einbezug der \u00e4rmsten Partnerl\u00e4nder positiv auf den Wohlstand in den betroffenen L\u00e4ndern und in der Schweiz auswirkt. Von der Umsetzung der Strategie profitieren deshalb beide Parteien.Das Seco engagiert sich in der Entwicklungspolitik ausserdem f\u00fcr eine verbesserte Abstimmung mit der Schweizer Handelspolitik. Namentlich geschieht dies durch die Ber\u00fccksichtigung der Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsziele bei multilateralen und bilateralen Verhandlungen. Diese Parallelit\u00e4t ist ebenfalls auf der Ebene des innenpolitischen Dialogs erkennbar. So ist die EZA des Seco koh\u00e4rent mit der schweizerischen <i>Wachstumspolitik 2008-2011<\/i>, welche auf drei S\u00e4ulen beruht:\u2212 Optimierung der Funktionsweise der Marktwirtschaft;\u2212 F\u00f6rderung des Wirtschaftsstandorts (Zugang zu den internationalen M\u00e4rkten, Reformen bei den Infrastrukturdiensten, Abbau der administrativen H\u00fcrden, Steuer- und Budgetpolitik); \u2212 St\u00e4rkung der Partizipation am Arbeitsmarkt (Mobilit\u00e4t, Bildung, langfristige Sicherung der Sozialwerke).Diese Ziele, insbesondere die beiden erstgenannten, decken sich mit den Priorit\u00e4ten der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit. Das Seco konzentriert sich entsprechend auf die Verbesserung der Wettbewerbs- und Marktbedingungen in den Partnerl\u00e4ndern: Es unterst\u00fctzt beispielsweise die Finanzierung zahlreicher Unternehmen oder tr\u00e4gt dazu bei, dass die Wirtschaftsakteure gleich lange Spiesse haben.Der wirtschaftliche Teil der n\u00e4chsten Botschaft zur internationalen Entwicklungszusammenarbeit wird einen Strategierahmen vorsehen, der die aktuellen Herausforderungen in der Entwicklung aufnimmt. Er wird die bew\u00e4hrten Kompetenzen des Seco ins Zentrum stellen und in Einklang mit der allgemeinen Wirtschaftspolitik der Schweiz stehen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abZiele des Seco in der Entwicklungszusammenarbeit\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abStrategischer Rahmen des Bundes f\u00fcr die Entwicklungszusammenarbeit\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1: \u00abBeispiele aus der wirtschaftlichen Zusammenarbeit des Seco\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesrat hat 2010 entschieden, wichtige mehrj\u00e4hrige Finanzbeschl\u00fcsse (Rahmenkredite) mit der Legislaturperiode zu harmonisieren. Deshalb werden die vier bestehenden Botschaften (humanit\u00e4re Hilfe, Osthilfe, Entwicklungshilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit), welche den Bereich der Entwicklungszusammenarbeit (EZA)betreffen, k\u00fcnftig in einer einzigen zusammengefasst. 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