{"id":120585,"date":"2011-06-01T12:00:00","date_gmt":"2011-06-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2011\/06\/hotz-hart-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:31:16","modified_gmt":"2023-08-23T21:31:16","slug":"hotz-hart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2011\/06\/hotz-hart\/","title":{"rendered":"Die Wissens\u00f6konomie Schweiz ist auf Bildungsausl\u00e4nder angewiesen"},"content":{"rendered":"<p>Bildung ist der einzige Rohstoff, \u00fcber den die Schweiz verf\u00fcgt. Sie ist die notwendige Voraussetzung f\u00fcr den Erfolg der Wirtschaft und den Wohlstand unseres Landes. So lautet das Credo von Politikern und Parteien von links bis rechts. Effektiv sind es in immer st\u00e4rkerem Masse wissensbasierte Leistungen, die nach der Wachstumsschw\u00e4che der 1990er-Jahre und den beiden Krisen im vergangenen Jahrzehnt die Wirtschaft am Standort Schweiz weiter gebracht haben. Der wachsende Bedarf an hochqualifiziertem Personal \u2212 sowohl in der Wirtschaft wie auch in Lehre und Forschung an den Hochschulen \u2013 muss mit Bildungsausl\u00e4ndern gedeckt werden.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201106_15_Hotz-Hart_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"250\" \/>&#13;<\/p>\n<h2>Humankapitalgrenze des Wachstums der Schweiz<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Jahr 2009 waren am Standort Schweiz 815&nbsp;000 Erwerbst\u00e4tige in akademischen Berufen und 289&nbsp;000 als F\u00fchrungskr\u00e4fte besch\u00e4ftigt; in beiden Berufshauptgruppen zusammen waren es 1&nbsp;104&nbsp;000. Im gleichen Jahr betrugen die Abschl\u00fcsse Bachelor, Master und Doktorate aller Fachrichtungen aus den universit\u00e4ren Hochschulen und Fachhochschulen 29&nbsp;825 oder 2,7% der beiden Berufshauptgruppen. Mit diesem Anteil k\u00f6nnen nicht einmal die unabwendbaren Abg\u00e4nge aus Gr\u00fcnden wie Alter, Berufswechsel oder Krankheit kompensiert werden; ein Wachstum dieser Erwerbst\u00e4tigen ist v\u00f6llig ausgeschlossen. Den gleichen Befund liefert ein analoger Vergleich der Besch\u00e4ftigen im Bereich der wissensbasierten Dienstleistungen mit der Zahl aller Abschl\u00fcsse. Im Bericht des Bundesrats \u00fcber die <i>Fachkr\u00e4fte in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT)<\/i> wurde festgestellt, dass 2009 fast jede 11. MINT-Stelle nicht besetzt war.&#13;<br \/>\nStaatssekretariat f\u00fcr Bildung und Forschung (SBF) (2010): MINT Fachkr\u00e4ftemangel, Bern. Das Hochschulsystem der Schweiz bringt demnach gem\u00e4ss allen Untersuchungen \u00fcbereinstimmend zu wenig Absolventen mit jenen Qualifikationen hervor, die am Arbeitsmarkt besonders nachgefragt werden und die f\u00fcr ein Wachstum notwendig sind.Dieser Mangel wird in Zukunft aufgrund der demographischen Entwicklung noch deutlich versch\u00e4rft: Die absolute Zahl der 20- bis 25-j\u00e4hrigen der st\u00e4ndigen Wohnbev\u00f6lkerung in der Schweiz wird ab 2013 mit \u00fcber 1% p.a. noch st\u00e4rker abnehmen und bis 2031 auf einen Stand schrumpfen, der 19% (oder \u00fcber 100 000) tiefer ist als heute. Damit sinkt auch das Potenzial ausl\u00e4ndischer Studenten mit st\u00e4ndigem Wohnsitz in der Schweiz. Allein um die absolute Zahl der gymnasialen und Berufs- und Fach-Maturanden bis 2031 konstant zu halten, m\u00fcsste die Maturit\u00e4tsquote von 32,5% (2008\/09) auf \u00fcber 40% gesteigert werden. Auch bei einer noch st\u00e4rkeren Mobilisierung der eigenen Bildungsressourcen kann diese <i>Human Brain Frontier<\/i> nennenswert nur mit dem Zuzug von Bildungsausl\u00e4ndern hinausgeschoben werden. Die Demografie setzt damit der Weiterentwicklung des Standortes Schweiz zu einer Wissens\u00f6konomie klare Grenzen.&#13;<\/p>\n<h2>Bildungsausl\u00e4nder im Hochschulsystem<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIn j\u00fcngster Zeit wurde diese Grenze durch den Zuzug von Ausl\u00e4ndern nach ihrem Studienabschluss in ihrer Heimat hinausgeschoben: 2008 hatte die Schweiz 35000 und 2009 rund 45000 terti\u00e4r Ausgebildete aus dem Ausland neu besch\u00e4ftigt, was bis zu 1% der Erwerbst\u00e4tigen pro Jahr ausmachte. Damit profitiert die Schweiz von Bildungsausgaben anderer Nationen. Eine Alternative bietet der Zuzug von Ausl\u00e4ndern, die im Hochschulsystem der Schweiz \u2013 universit\u00e4re Hochschulen (UH) und Fachhochschulen (FH) \u2013 ausgebildet werden. Mit \u00abBildungsausl\u00e4nder\u00bb sind Studierende gemeint, die aufgrund eines im Ausland erworbenen Bildungsabschluss zum Hochschulstudium zugelassen werden. 2009 besassen von den total 126&nbsp;940 Studierenden an den universit\u00e4ren Hochschulen 26&nbsp;867 einen ausl\u00e4ndischen Zulassungsausweis; das sind 21%. In absoluten Zahlen am meisten ausl\u00e4ndische Studierende besuchten die Universit\u00e4t Genf, gefolgt von der ETH Z\u00fcrich. Prozentual verzeichnete die USI (Universit\u00e0 della Svizzera italiana) mit 60% den h\u00f6chsten Anteil, gefolgt von der EPF Lausanne (\u00c9cole Polytechnique F\u00e9d\u00e9rale de Lausanne) mit 40%. Seit 1998 wachsen die Eintritte mit ausl\u00e4ndischem Zulassungsausweis um 8% bis 9% pro Jahr, gegen\u00fcber lediglich 1,5% pro Jahr bei jenen mit schweizerischem Zulassungsausweis. Der Ausl\u00e4nderanteil unter den Studierenden wird weiter deutlich steigen. Dies gilt auch f\u00fcr die Fachhochschulen, wo der Anteil der Bildungsausl\u00e4nder an allen Studierenden (69 676) 2009 mit 7180 und damit 10,3% allerdings deutlich geringer war (vgl. <i>Tabelle 1<\/i>).Je nach Fachbereich bestehen deutliche Unterschiede: 2009 hatten Bildungsausl\u00e4nder den gr\u00f6ssten Anteil bei den Studierenden an den universit\u00e4ren Hochschulen in den f\u00fcr eine wissensbasierte Wirtschaft so wichtigen Bereichen wie technische Wissenschaften mit 32,6%, gefolgt von Exakten und Naturwissenschaften mit 31%; bei den Fachhochschulen standen die K\u00fcnste mit 33,8% mit Abstand an der Spitze gefolgt vom Bauwesen 14,8%.&#13;<br \/>\nVgl. BFS (2010a): Diverse Statistiken aus dem Themenbereich \u00abBildung, Wissenschaft\u00bb.Eine noch st\u00e4rkere Entwicklung in Richtung Internationalisierung zeichnet sich beim Personal der Hochschulen ab. 2008 belief sich der Anteil der Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4nder auf 30%. Dabei besch\u00e4ftigten die universit\u00e4ren Hochschulen mehr ausl\u00e4ndisches Personal (38%) als die FH (21%) und die PH (7%). Bei den Professorinnen und Professoren stellten Personen ausl\u00e4ndischer Herkunft einen Anteil von 28% an allen Hochschulen, wobei ihr Anteil an den universit\u00e4ren Hochschulen wesentlich gr\u00f6sser (46%) war als an den FH (23%) und den PH (7%). Einen \u00fcberdurchschnittlich hohen Anteil verzeichnet der ETH-Bereich: 2010 stammten 47% seiner Mitarbeitenden aus dem Ausland, und dieser Anteil ist in den Jahren zuvor stets gewachsen. Mit einem Ausl\u00e4nderanteil von 63% ist die Internationalit\u00e4t bei allen drei Professorenkategorien besonders ausgepr\u00e4gt.&#13;<br \/>\nETH-Rat (2011): Fortschritte 2010. Rechenschaftsbericht, Z\u00fcrich, S. 89. Gem\u00e4ss Szenario <i>Tendenz<\/i> des BFS d\u00fcrfte dieser Anteil weiter steigen und bis 2019 f\u00fcr die universit\u00e4ren Hochschulen in Vollzeit\u00e4quivalenten die h\u00f6chsten Raten in den Bereichen Wirtschaftswissenschaften mit 72% und technischen Wissenschaften mit 70% erreichen.Sowohl beim Personal (inkl. Professorinnen und Professoren) wie auch bei den Abg\u00e4ngern (d.h. beim Nachwuchs der akademisch qualifizierten Erwerbst\u00e4tigen) k\u00f6nnen die Hochschulen am Standort Schweiz gem\u00e4ss Trend in einigen Jahren im Wesentlichen nur noch durch den Zuzug von Ausl\u00e4ndern wachsen. In den Kerndisziplinen, die f\u00fcr eine Wissens\u00f6konomie Schweiz wichtig sind, wird die Entwicklung noch gravierender sein: Gem\u00e4ss Szenario Tendenz des BFS d\u00fcrften ab 2015\/17 in den technischen Wissenschaften die H\u00e4lfte der Studierenden Bildungsausl\u00e4nder sein, die von Professorinnen und Professoren unterrichtet werden, deren Ausl\u00e4nderanteil rund 70% sein wird (siehe <i>Grafik 1<\/i>).&#13;<\/p>\n<h2>Bildungsausl\u00e4nder bringen der Schweiz Vorteile<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nBildungsausl\u00e4nder sind f\u00fcr Wachstum und Erfolg der wissensbasierten Wirtschaft und des Hochschulsystems und f\u00fcr Wohlstand am Standort Schweiz unabdingbar. Sie bringen f\u00fcr die Hochschulen und Forschungsinstitute einen entscheidenden Mehrwert oder er\u00f6ffnen zumindest Chancen dazu \u2013 namentlich durch folgende Beitr\u00e4ge: <i>Beitrag zur Qualit\u00e4t der Hochschulen:<\/i> Als Studierende tragen Bildungsausl\u00e4nder zu einer hohen Qualit\u00e4t und zu einer kulturellen Durchmischung an den Hochschulen bei und f\u00f6rdern die interkulturellen Kompetenzen der Hochschulangeh\u00f6rigen. Kreative, risikofreudige und qualitativ hochstehende Doktoranden sind ein entscheidender Faktor f\u00fcr den Erfolg einer Hochschule. Sie leisten das Gros der Forschungsarbeiten. Die M\u00f6glichkeit der Bildung leistungsf\u00e4higer Teams mit hochqualifizierten Doktoranden macht eine Hochschule f\u00fcr gute Professoren attraktiv. Umgekehrt ziehen exzellente Professoren gute Studierende an. Qualit\u00e4t hat einen selbstverst\u00e4rkenden Effekt: Ist die Qualit\u00e4t hoch, wollen hochtalentierte Doktoranden und gute Professoren kommen.<i>Beitrag f\u00fcr die Wirtschaft \u00fcber den Arbeitsmarkt:<\/i> Als erfolgreiche Abg\u00e4nger leisten Bildungsausl\u00e4nder einen Beitrag zum Arbeitsmarkt und st\u00e4rken die globale Vernetzung der Schweiz. Sie tragen nach ihrem Studienabschluss mit dazu bei, den Mangel an akademisch qualifizierten Fachkr\u00e4ften der Schweiz zu lindern. Von allen Bildungsausl\u00e4ndern, die in der Schweiz ein Studium an Hoch- oder Fachhochschulen absolviert hatten, gingen ein Jahr nach ihrem Abschluss (Diplom, Master, Lizenziat oder Doktorat) zwei Drittel und mehr einer Arbeit in der Schweiz nach. Bezogen auf die beiden ETHs gingen 40% der Bildungsausl\u00e4nder mit einem Masterabschluss in die Wirtschaft, 24% blieben im Hochschulsystem Schweiz und der Rest ging ins Ausland \u2212 d.h. nochmals 20% in die Wirtschaft und 16% in den Hochschulbereich. Von den ETH-Promovierten gingen alleine am Standort Schweiz 51% in die Wirtschaft. Das ist eine deutlich h\u00f6her Quote als die durchschnittliche; 15% blieben im Hochschulsystem Schweiz. Die Analyse von 2007 zeigt weiter, dass Bildungsausl\u00e4nder f\u00fcnf Jahre nach ihrem Abschluss \u2212 im Vergleich zu den Schweizer Absolventen (mit 53,1% gegen\u00fcber 36,5%) \u2212 in der Wirtschaft wesentlich st\u00e4rker in F\u00fchrungsfunktionen und bei selbst\u00e4ndig Erwerbst\u00e4tigen vertreten waren.&#13;<br \/>\nBFS (2010a): Diverse Statistiken aus dem Themenbereich \u00abBildung, Wissenschaft\u00bb. Bildungsausl\u00e4nder sind damit \u00fcberdurchschnittlich initiativ und erfolgreich. Die Hochschulen leisten \u00fcber die Ausbildung von Bildungsausl\u00e4ndern einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung des schweizerischen Arbeitsmarktes mit dringend ben\u00f6tigten akademisch qualifizierten Fachkr\u00e4ften. Der Weg \u00fcber das schweizerische Bildungssystem hat auch den Vorteil, dass die Bildungsausl\u00e4nder besser mit der Kultur der Schweiz vertraut sind und sich leichter in Wirtschaft und Gesellschaft integrieren.&#13;<\/p>\n<h2>H\u00e4rter werdender Wettbewerb um Talente<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweiz kann sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, dass bisher so viele bildungswillige und gut qualifizierte Ausl\u00e4nder bereit waren, sich hierzulande zu engagieren. Entsprechend sollte die Schweiz ein aktives Interesse an der Aufrechterhaltung der Attraktivit\u00e4t unseres Standortes haben. K\u00f6nnen Unternehmen die ben\u00f6tigten Qualifikationen am Standort Schweiz nicht rekrutieren, wandern sie mit den entsprechenden Teilen ihrer Wertsch\u00f6pfung dorthin, wo bessere Rekrutierungsm\u00f6glichkeiten bestehen, ist doch der Arbeitsmarkt f\u00fcr den Standortentscheid mitentscheidend. Der beschriebene Sachverhalt d\u00fcrfte sich aber zum Nachteil der Schweiz versch\u00e4rfen, wird doch der Bildungsmarkt internationaler und wettbewerbsintensiver. Die Hochschulen und Hochschulstandorte in anderen L\u00e4ndern k\u00e4mpfen zunehmend aggressiver und mit einem deutlich wachsenden Mitteleinsatz um gute Talente. Sie verbessern die L\u00f6hne des Hochschulpersonals und der Dozierenden und bauen ihre Bildungsinfrastruktur aus. Einige Heimatl\u00e4nder \u2013 besonders asiatische \u2013 bieten hohe R\u00fcckkehrer-Pr\u00e4mien. Deutschland, der Hauptlieferant unserer Bildungsausl\u00e4nder, f\u00fchrt Aktionen wie <i>Spitzenclusterwettbewerb<\/i> oder <i>Exzellenzinitiative<\/i> durch. Ziel ist, die Forschung durch Kooperation der Universit\u00e4ten mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft zu st\u00e4rken und dabei 30 Exzellenzcluster aufzubauen. Durch die Errichtung von 40 Graduiertenschulen sollen attraktive Rahmenbedingungen f\u00fcr Studierende und f\u00fcr die gezielte Rekrutierung von wissenschaftlichem Nachwuchs geschaffen werden. Zum Ausbau der Spitzenforschung und zur gezielten Rekrutierung von Spitzenforschenden aus dem In- und Ausland wurden 10 Elite-Universit\u00e4ten bezeichnet und speziell gef\u00f6rdert. Mit Mitteln des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) werden Preise und Stellen finanziert, um Spitzenkr\u00e4fte nach Deutschland zu bringen. So werden etwa f\u00fchrende und im Ausland t\u00e4tige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen mit der Humboldt-Professur ausgezeichnet mit dem Ziel, sie an deutsche Hochschulen zu bringen und ihnen daf\u00fcr langfristige Forschung zu erm\u00f6glichen. F\u00fcr die Exzellenzinitiative wurden die Forschungsmittel des Bundes speziell erh\u00f6ht. Bildung und Forschung wurden in der grossen Debatte \u00fcber das Sparprogramm der Bundesregierung ausdr\u00fccklich ausgeklammert. Der Haushalt des BMBF steigt 2011 gegen\u00fcber 2010 um 7,2% auf das Rekordniveau von 11,6 Mrd. Euro.&#13;<\/p>\n<h2>Attraktion und Selektion<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Migration von hochqualifizierten Talenten in die Schweiz wird in Zukunft nicht selbstverst\u00e4ndlich bleiben. Die Schweiz muss sich aktiv darum bem\u00fchen, ganz besonders \u00fcber die weitere St\u00e4rkung der eigenen Qualit\u00e4t und Reputation in Lehre und Forschung, durch Marketingaktionen vor Ort und\/oder durch Angebot von speziellen Stipendienprogrammen f\u00fcr bestens qualifizierte Bildungsausl\u00e4nder. Der Hochschulplatz Schweiz braucht besonders talentierte und hoch motivierte Bildungsausl\u00e4nder. Damit wird die Zulassung zu den Hochschulen mit entsprechender Selektion nach Eignung zu einem entscheidenden Faktor. In der j\u00fcngeren Vergangenheit war die Qualit\u00e4t der effektiven Bewerbungen von Bildungsausl\u00e4ndern \u00e4usserst heterogen. Die Gewinnung besonders begabter und hochmotivierter Talente ben\u00f6tigt geeignete Mittel und Wege f\u00fcr eine qualit\u00e4tsorientierte Selektion. Dies verlangt klare Vorstellungen der jeweiligen Hochschule \u00fcber ihren Bildungsauftrag respektive ihr Anforderungsprofil f\u00fcr bestimmte Studieng\u00e4nge. Selektion hat konform zu sein mit internationalen Verpflichtungen der Schweiz in Europa \u2212 insbesondere mit den bestehenden \u00c4quivalenzabkommen mit den Nachbarstaaten. Wie die Praxis vieler Hochschulen in den Nachbarstaaten zeigt, wird die internationale Auflage des freien Zugangs f\u00fcr Studierende mit anerkanntem Ausweis aus dem EU-Raum durch eine Assessement-Stufe \u2013 selektive Pr\u00fcfungen im ersten Semester mit Durchfallquoten von 30% bis 50% \u2013 korrigiert.&#13;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweiz wird nicht durch Bildungsausl\u00e4nder \u00fcberflutet, im Gegenteil: Sie braucht dringend und unabdingbar eine grosse Anzahl qualitativ hochstehender Bildungsausl\u00e4nder, wenn die Wirtschaft und Wissenschaft ihre Spitzenposition halten und sich weiterentwickeln wollen. Denn die Best\u00e4nde unseres Rohstoffes Bildung nehmen ab. Eine Ablehnung von Bildungsausl\u00e4ndern bedeutet Stagnation \u2212 oder gar ein Schrumpfen \u2212 und jedenfalls Verzicht und Abwanderung von Teilen der Wissenschaft und der Wertsch\u00f6pfung der Wirtschaft. Bildungsausl\u00e4nder sind selbst dann notwendig, wenn eine zus\u00e4tzliche Mobilisierung der eigenen Bildungsressourcen gelingt. Selbstverst\u00e4ndlich muss der Schweizer Nachwuchs noch st\u00e4rker gef\u00f6rdert werden. Damit wird der Bedarf an Bildungsausl\u00e4ndern zwar reduziert; er kann aber nie ersetzt werden. Absolut erforderlich ist es, die Attraktivit\u00e4t des Bildungs- und Hochschulplatzes Schweiz zu erhalten und weiter zu f\u00f6rdern: F\u00f6rderung der Qualit\u00e4t der Lehre und Forschung, von guten Arbeitsbedingungen an den Hochschulen und einer guten Bildungsinfrastruktur.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abAnteil Studierende der Schweizer UH mit ausl\u00e4ndischem Studienberechtigungsausweis in Masterstudieng\u00e4ngen\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1: \u00abAnteil Bildungsausl\u00e4nder an den Studierenden im ETH-Bereich (Headcount) nach Studienstufen 2010\u00bb<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bildung ist der einzige Rohstoff, \u00fcber den die Schweiz verf\u00fcgt. Sie ist die notwendige Voraussetzung f\u00fcr den Erfolg der Wirtschaft und den Wohlstand unseres Landes. So lautet das Credo von Politikern und Parteien von links bis rechts. 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