{"id":120625,"date":"2011-06-01T12:00:00","date_gmt":"2011-06-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2011\/06\/zemp-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:31:17","modified_gmt":"2023-08-23T21:31:17","slug":"zemp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2011\/06\/zemp\/","title":{"rendered":"\u00abFinancial Literacy\u00bb geh\u00f6rt in die Lehrpl\u00e4ne der Schule"},"content":{"rendered":"<p>Kinder und Jugendliche m\u00fcssen lernen, einen verantwortungsvollen und umsichtigen Umgang mit Geld zu pflegen. Dies liegt im Interesse unserer Gesellschaft, der Wirtschaft und vor allem der Eltern, welche die Hauptverantwortung f\u00fcr die Erziehung ihrer Kinder tragen. Auch die Schule kann einen wichtigen Beitrag zur Finanzkompetenz von Kindern und Jugendlichen leisten. Derzeit fehlen aber die notwendigen Ressourcen und verbindlichen Lehrplanvorgaben, so dass weitere Kl\u00e4rungen notwendig sind.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDas Finanzwissen der Schweizer Bev\u00f6lkerung weist teilweise grosse M\u00e4ngel auf. Elementare Zusammenh\u00e4nge zwischen Risiken und Sicherheit werden nicht verstanden; und auch in Vorsorgefragen bestehen massive Wissensl\u00fccken,&#13;<br \/>\nSt\u00e4hli Thomas, Zobl Matthias, Hobein G\u00fcnther A. (Hrsg.) (2008): Financial Literacy in der Schweiz. Z\u00fcrcher Hochschule f\u00fcr angewandte Wissenschaften, Winterthur. die dramatische Auswirkungen bei der j\u00fcngeren Generation haben: Knapp 40% der 18 bis 24-J\u00e4hrigen sind verschuldet, die H\u00e4lfte davon mit einem Betrag von \u00fcber 1000 Franken.&#13;<br \/>\nStreuli, Elisabeth (2007): Verschuldung junger Erwachsener \u2013 Zusammenfassung wichtiger Ergebnisse, Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut Kinder- und Jugendhilfe, Basel.&#13;<\/p>\n<h2>Alle Akteure sind gefordert<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEine erfolgreiche Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Berufsleben und Gesellschaft gelingt heute nicht mehr ohne grundlegende Kenntnisse, Fertigkeiten und Haltungen im Umgang mit Finanzen und Geld. Die Schule muss daher ihren Beitrag zur \u00abFinancial Literacy\u00bb leisten.&#13;<br \/>\nArtikel 3 des Schulkonkordats HarmoS h\u00e4lt bez\u00fcglich Grundbildung fest: \u00abIn der obligatorischen Schule erwerben und entwicklen alle Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler grundlegende Kenntnisse und Kompetenzen sowie kulturelle Identit\u00e4t, welche es ihnen erlauben, lebenslang zu lernen und ihren Platz in Gesellschaft und Berufsleben zu finden.\u00bbDoch gilt es zu vermeiden, dass eine weitere gesellschaftliche Reparatur- bzw. Nacherziehungsaufgabe einfach an die Schule delegiert wird. Vielmehr sind alle Akteure gefordert: Eltern, Jugendverb\u00e4nde, Bildungspolitik und -verwaltung, Lehrmittelverlage, die Wirtschaft und deren Verb\u00e4nde. Zudem m\u00fcssen zuerst die Verh\u00e4ltnisse dar\u00fcber, wie, in welchem Umfang, mit welchen Zielen und mit welchen Ressourcen Schulen Finanzkompetenzen vermitteln sollen, gekl\u00e4rt sein.&#13;<\/p>\n<h2>Konkrete Beispiele als Lernmittel<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nKinder und Jugendliche geh\u00f6ren zu den wichtigsten Marktteilnehmern; f\u00fcr viele Firmen stellen sie eine bedeutende Zielgruppe dar. Ihre Erfahrungen als Konsumenten sind vielf\u00e4ltig; ihr Interesse an wirtschaftlichen Zusammenh\u00e4ngen ist gross. Hier kann die Volksschule ankn\u00fcpfen: Der Umgang mit Geld, das Ausgeben und Einnehmen sowie das Investieren und Sparen k\u00f6nnen anhand konkreter Beispiele aus dem pers\u00f6nlichen Alltag aufgegriffen werden. Marktst\u00e4nde und Verk\u00e4ufe, der Besuch einer Bank, das Vergleichen von Handyabos verschiedener Anbieter, das Erstellen pers\u00f6nlicher Budgets geh\u00f6ren ebenso dazu wie Fragen dar\u00fcber, welche Vorteile Geld gegen\u00fcber dem Tauschhandel bietet, wieso ein Zins bezahlt wird, weshalb Investitionen sich auszahlen k\u00f6nnen und warum Schulden einerseits so verbreitet und andererseits so gef\u00e4hrlich sind.&#13;<\/p>\n<h2>Praxisnahe Themen im Vordergrund<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Sekundarstufe II (Berufs-, Fachmaturit\u00e4ts- und Mittelschulen) baut auf diesem Elementarwissen auf. Alle Jugendliche sollten bis zum Ende der Sekundarstufe II im Alter von knapp 20 Jahren zumindest \u00fcber folgende Kenntnisse und Kompetenzen verf\u00fcgen: \u2013 Kenntnis des Zinseszins-Effekts und F\u00e4higkeit, einfache Zinsberechnungen anzustellen;\u2013 Kenntnisse der Gefahren des elektronischen Geldes (Schuldenfalle);\u2013 F\u00e4higkeit, einfache Risiko-Rendite-Abw\u00e4gungen vorzunehmen;- Kompetenz, sich Informationsmaterial \u00fcber g\u00e4ngige Finanzprodukte zu verschaffen und diese zu verstehen;\u2013 F\u00e4higkeit, einfache Bankgesch\u00e4fte, unter anderem via Online Banking, eigenst\u00e4ndig durchzuf\u00fchren sowie\u2013 Kenntnisse des Schweizer Vorsorgesystems und dessen Rentenleistungen.Praxisnahe Themen, Spiele zu Finanz- und Vorsorgewissen sowie Simulationen und Gespr\u00e4che mit Experten stehen im Vordergrund.&#13;<\/p>\n<h2>Lehrmittel optimieren<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDamit Lehrpersonen einen Beitrag zur Verbesserung der Finanzkompetenz von Kindern und Jugendlichen leisten k\u00f6nnen, sind weitere Kl\u00e4rungen notwendig. Der <i>Lehrplan 21<\/i>, der f\u00fcr die gesamte Deutschschweiz ab 2014 eingef\u00fchrt werden soll, sieht solche Kl\u00e4rungen vor: stufengerechte und verbindliche Lernziele werden festgehalten; im Stundenplan sind gen\u00fcgend zeitliche Ressourcen vorgesehen. Bis anhin vermittelt die Ausbildung von Lehrpersonen der Primar- und Sekundarstufe I aber noch zu wenig fachliche und fachdidaktische Grundlagen im Bereich \u00abFinancial Literacy\u00bb. Hier herrscht Handlungsbedarf. Dar\u00fcber hinaus decken die meisten Lehrmittel die genannten Lernziele f\u00fcr Sch\u00fcler nur ungen\u00fcgend ab. Die Schule sowie die anderen <i>gesellschaftlichen Stakeholder<\/i> m\u00fcssen also ihre Verantwortung wahrnehmen, zum Wohle der Volkswirtschaft.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kinder und Jugendliche m\u00fcssen lernen, einen verantwortungsvollen und umsichtigen Umgang mit Geld zu pflegen. Dies liegt im Interesse unserer Gesellschaft, der Wirtschaft und vor allem der Eltern, welche die Hauptverantwortung f\u00fcr die Erziehung ihrer Kinder tragen. Auch die Schule kann einen wichtigen Beitrag zur Finanzkompetenz von Kindern und Jugendlichen leisten. Derzeit fehlen aber die notwendigen [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":3612,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"ep_exclude_from_search":false,"footnotes":""},"post__type":[66],"post_opinion":[],"post_serie":[],"post_content_category":[154],"post_content_subject":[122,230],"acf":{"seco_author":3612,"seco_co_author":null,"author_override":"","seco_author_post_ocupation_year":"","seco_author_post_occupation_de":"Gymnasiallehrer und Pr\u00e4sident des Dachverbands Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH), Z\u00fcrich","seco_author_post_occupation_fr":"Enseignant gymnasial et pr\u00e9sident de l\u2019Association fa\u00eeti\u00e8re des enseignantes et enseignants suisses (LCH), Zurich","seco_co_authors_post_ocupation":null,"short_title":"","post_lead":"","post_hero_image_description":"","post_hero_image_description_copyright_de":"","post_hero_image_description_copyright_fr":"","post_references_literature":"","post_kasten":null,"post_notes_for_print":"","first_teaser_header_de":"","first_teaser_header_fr":"","first_teaser_text_de":"","first_teaser_text_fr":"","second_teaser_header_de":"","second_teaser_header_fr":"","second_teaser_text_de":"","second_teaser_text_fr":"","kseason_de":"","kseason_fr":"","post_in_pdf":120628,"main_focus":null,"serie_email":null,"frontpage_slider_bild":"","artikel_bild-slider":null,"legacy_id":"7555","post_abstract":"","magazine_issue":"20110601","seco_author_reccomended_post":null,"redaktoren":null,"korrektor":null,"planned_publication_date":null,"original_files":null,"external_release_for_author":"19700101","external_release_for_author_time":"00:00:00","link_for_external_authors":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/exedit\/550800c0ca931"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/120625"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3612"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=120625"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/120625\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127586,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/120625\/revisions\/127586"}],"acf:user":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3612"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=120625"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post__type","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post__type?post=120625"},{"taxonomy":"post_opinion","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_opinion?post=120625"},{"taxonomy":"post_serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_serie?post=120625"},{"taxonomy":"post_content_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_category?post=120625"},{"taxonomy":"post_content_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_content_subject?post=120625"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}