{"id":120640,"date":"2011-05-01T12:00:00","date_gmt":"2011-05-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2011\/05\/alter-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:31:19","modified_gmt":"2023-08-23T21:31:19","slug":"alter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2011\/05\/alter\/","title":{"rendered":"Impulse aus den Regionen f\u00fcr die Innovationst\u00e4tigkeit der Schweiz"},"content":{"rendered":"<p>Innovation ist in entwickelten Volkswirtschaften ein Schl\u00fcsselfaktor f\u00fcr das Produktivit\u00e4tswachstum. Innerhalb eines Landes pr\u00e4sentiert sich die Innovationslandschaft dabei nicht einheitlich, da die Regionen eine wichtige Rolle spielen. Die Schweiz geh\u00f6rt zu den fortgeschrittensten Volkswirtschaften mit einer hohen Innovationst\u00e4tigkeit in verschiedenen Bereichen. In gewissen Regionen stagniert jedoch das Wachstum der Arbeitsproduktivit\u00e4t. Im schweizerischen Kontext, der j\u00fcngst von der OECD untersucht wurde, k\u00f6nnten geeignete staatliche Strategien \u2013 wie eine engere interkantonale Zusammenarbeit und eine innovationsgetriebene Politik f\u00fcr die Regionalentwicklung \u2013 die gesamtschweizerische Innovationspolitik erg\u00e4nzen und der Innovationst\u00e4tigkeit des Landes Impulse verleihen.&#13;<\/p>\n<h2>Globale Innovationstrends<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie OECD hat in ihrer \u00abInnovationsstrategie\u00bb eine Reihe von Trends ausgemacht, was den Innovationsprozess, die Innovationspolitik und die Rolle der Regionen betrifft.\u2212 <i>Die Globalisierung hat den weltweiten Innovationsprozess ver\u00e4ndert und wirkt sich in den Regionen in zweifacher Hinsicht aus:<\/i> Einerseits wird es immer wichtiger, potenzielle Wachstumsquellen in der Region zu identifizieren und beispielsweise Unternehmen und qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte zu binden. Andererseits er\u00f6ffnen sich damit neue M\u00f6glichkeiten zur grenz\u00fcberschreitenden Forschung und Produktion, was die Mobilit\u00e4t qualifizierter Arbeitskr\u00e4fte und die internationale Zusammenarbeit f\u00f6rdert.\u2212 <i>Zusammenarbeit und Netzwerke gewinnen f\u00fcr die Innovation an Bedeutung:<\/i> Unternehmen sind seit jeher auf externe Produktionsquellen und Ideengeber f\u00fcr Innovationen angewiesen. Neu ist die h\u00f6here Geschwindigkeit, die Zahl der potenziellen Partner und die geografische Reichweite dieser Zusammenarbeit. Die Schweizer Regionen zum Beispiel sind an sehr vielen internationalen Erfindungen beteiligt. Firmen mit innovationsorientierten Kooperationen mit anderen Unternehmen geben mehr f\u00fcr Innovationen aus als solche, die auf gemeinsame Projekte verzichten. Die Produktion von wissenschaftlichem Wissen verlagert sich zunehmend von Einzelpersonen zu Gruppen, von einzelnen Institutionen zu mehreren, von nationalen zu internationalen Foren. Dank eingehender Kenntnisse der lokalen Akteure und der N\u00e4he zu diesen k\u00f6nnen regionale Beh\u00f6rden die Rolle von Fazilitatoren und Vermittlern spielen und sowohl lokale Initiativen in den Regionen unterst\u00fctzen als auch den Zugang zu globalen \u00abPipelines\u00bb erleichtern. \u2212 <i>Die wissenschaftlichen Disziplinen arbeiten enger zusammen und Forschung erfolgt verst\u00e4rkt multi- bzw. interdisziplin\u00e4r:<\/i> Karten zu wissenschaftlichen Aktivit\u00e4ten zeigen, dass Innovationen immer h\u00e4ufiger das gemeinsame Ergebnis mehrerer wissenschaftlicher Disziplinien und Technologien sind. Nanotechnologie zum Beispiel hat sich an der Schnittstelle zwischen zwei anderen Disziplinen (Physik und Chemie) entwickelt. Umweltforschung ist ein multidisziplin\u00e4res Forschungsgebiet. Zur Unterst\u00fctzung solcher Trends m\u00fcssen R\u00e4ume f\u00fcr Interaktionen und eine gegenseitige Befruchtung verschiedener Wissensgebiete geschaffen werden. Regionen k\u00f6nnen als Drehscheibe f\u00fcr solche Interaktionen agieren und Fachgebiete einander n\u00e4herbringen, die traditionell nicht unbedingt zusammenarbeiten.\u2212 <i>Innovation ist mehr als F&amp;E:<\/i> In einigen L\u00e4ndern ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen eine Marktneuheit lanciert, nicht davon abh\u00e4ngig, ob in F&amp;E investiert wird. Die meisten innovativen Firmen f\u00fchren sowohl neue Produkte und Verfahren als auch Marketing- oder Organisationsneuheiten ein. In L\u00e4ndern wie Finnland, Schweden und den USA wird mehr in immaterielle Verm\u00f6genswerte investiert, die \u00fcber F&amp;E hinausgehen (Software, Humankapital oder neue Organisationsstrukturen) als in Realkapital (Maschinen und Ausr\u00fcstungen). Eine britische Studie zeigt, dass rund 75% der Innovationen aus Investitionen resultieren, die nicht traditionelle F&amp;E betreffen \u2013 wie beispielsweise in Kompetenzen, Organisation und Design.&#13;<\/p>\n<h2>Regionen spielen f\u00fcr die Innovation eine wichtige Rolle<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDaten belegen, dass vielf\u00e4ltige regionale Wirtschafts- und Innovationsprofile existieren: Die Regionen und ihre Innovationssysteme unterscheiden sich in ihren Entwicklungswegen. Innerhalb eines Landes sowie zwischen verschiedenen L\u00e4ndern existieren verschiedene regionale Innovationssysteme nebeneinander (siehe <i>Grafik 1<\/i>). Das regionale Bild zur technologiebasierten Innovation pr\u00e4sentiert sich uneinheitlich. Rund 13% der OECD-Regionen kommen f\u00fcr die H\u00e4lfte der gesamten F&amp;E-Investitionen im OECD-Raum auf. Die Konzentration an F&amp;E und Patenten ist in den Top-Regionen der wissensintensiven OECD-Mitgliedsl\u00e4nder am h\u00f6chsten. Diese Regionen haben sich teilweise auf bestimmte Technologien spezialisiert \u2013 etwa auf Biotechnologie, IKT und gr\u00fcne Technologien. Neue Regionen in fortgeschritteneren und in aufstrebenden L\u00e4ndern treten in Erscheinung und formen die globale Innovationslandschaft neu. Bei gewissen Produktionssystemen entsteht der Mehrwert zudem nicht in erster Linie durch eine technische Vorreiterrolle, sondern durch Investitionen in nicht-technologische Innovationen, Personal und Kreativit\u00e4t.Die Vielfalt an regionalen Innovationsprofilen hat Auswirkungen auf die Innovationspolitik: Wenn eine landesweite Innovationspolitik regionale Unterschiede ausblendet, besteht die Gefahr, dass gewisse Ziel nicht erreicht werden. Die Regionen wiederum k\u00f6nnen aufgrund ihrer Besonderheiten nicht einfach L\u00f6sungen aus anderen Gebieten \u00fcbernehmen und dieselben Ergebnisse erwarten.&#13;<\/p>\n<h2>Zwei politische Trends verst\u00e4rken die Rolle der Regionen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZwei politische Trends tragen zur aufstrebenden Rolle der Regionen in der Innovationspolitik bei: Einerseits handelt es sich dabei um einen <i>Paradigmenwechsel in der Regionalentwicklungspolitik:<\/i> Der Ansatz der OECD-L\u00e4nder verlagert sich schrittweise von einer Umverteilung zu einer Regionalentwicklung und zu regionalem Wettbewerb. Eine solche Politik mobilisiert regionale Wachstumsquellen und stellt Innovation ins Zentrum der regionalen Entwicklungsagenda. Die Neue Regionalpolitik (NRP) der Schweiz setzt bei der Innovationsf\u00f6rderung einen Schwerpunkt. Weniger ausgepr\u00e4gte regionale Unterschiede werden einem h\u00e4rteren Wettbewerb zwischen den Regionen zugeschrieben. Diese neue Ausrichtung nimmt Empfehlungen des Territorialexamens der OECD von 2002 f\u00fcr die Schweiz auf.<i>Andererseits tragen die L\u00e4nder der regionalen Dimension in der Innovationspolitik vermehrt Rechnung:<\/i> Innovationspolitik wird auch zunehmend zur Verbesserung der sozialen Wohlfahrt und der \u00f6kologischen Nachhaltigkeit eingesetzt. In solchen Feldern haben regionale Beh\u00f6rden den Spielraum und den Auftrag, aktiv zu handeln. Zum Beispiel sind regionale Beh\u00f6rden in der OECD durchschnittlich f\u00fcr 65% der \u00f6ffentlichen Investitionen eines Landes verantwortlich, was enorme Auswirkungen im Hinblick auf eine umweltvertr\u00e4glichere Infrastruktur hat. Neben dem klassischen Argument des Marktversagens findet als Rechtfertigung f\u00fcr die Innovationspolitik auch das Motiv des \u00abSystemversagens\u00bb vermehrt Zuspruch. Bei einem Ansatz, der von einem Systemversagen ausgeht, kommt ein breiteres Spektrum von Interventionen in Frage als bei den traditionellen Instrumenten, die aus F&amp;E-Subventionierung oder der Finanzierung \u00f6ffentlicher Forschungseinrichtungen bestanden haben. Mit der zunehmenden Bedeutung von Netzwerken und Vernetzungen f\u00fcr die Innovationst\u00e4tigkeit steigt auch der Einfluss regionaler Innovationssysteme. Die Regierungen m\u00fcssen zunehmend Rechenschaft dar\u00fcber ablegen, welchen wirtschaftlichen Nutzen ihre Investitionen f\u00fcr Wissenschaft, Technologie und Innovation erbringen. Die regionale Dimension der Innovationsdynamik und die Aufgabe der regionalen Beh\u00f6rden, die Produktivit\u00e4t dieser Investitionen zu verbessern, spricht ebenfalls f\u00fcr eine verst\u00e4rkte Anerkennung der Regionen.&#13;<\/p>\n<h2>Rolle der Regionalbeh\u00f6rden<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie wichtigste Rolle der Regionalbeh\u00f6rden besteht in jedem Fall darin, Chancen f\u00fcr eine Transformation zu identifizieren. Diese Suche nach neuen regionalen St\u00e4rken erfordert die Beteiligung der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft und profitiert in der Regel <i>von Erg\u00e4nzungen durch die weiter gefasste nationale Strategie.<\/i> Damit die Regionen \u00abChange Agents\u00bb werden, m\u00fcssen sie eine gezieltere Politik verfolgen. Dazu sollten die Regionen:\u2212 Innovationspolitische Erkenntnisse durch genauere Messmethoden, Evaluationen und Erfahrungswerte verbessern;\u2212 Eine Vision und eine strategische Road Map zur Innovationsf\u00f6rderung erarbeiten, die auf den bestehenden St\u00e4rken aufbaut und einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Transformations- bzw. Aufholprozess unterst\u00fctzt;\u2212 Einen durchdachten Politikmix mit Instrumenten aus verschiedenen politischen Bereichen entwickeln (Innovation, Bildung, Unternehmertum usw.);\u2212 Geeignete Strukturen in einem mehrstufigen staatlichen System erarbeiten, das verschiedenste \u00f6ffentliche und private Akteure einbezieht.&#13;<\/p>\n<h2>Schweizer Regionen im internationalen Vergleich<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Schweiz geh\u00f6rt zu den wirtschaftlich fortgeschrittensten L\u00e4ndern der Welt. Sie belegt innerhalb der OECD einen der ersten f\u00fcnf Pl\u00e4tze beim Pro-Kopf-BIP und schneidet auch bei Indikatoren zu Besch\u00e4ftigung, Bildung und anderen Bereichen gut ab. Die Rahmenbedingungen f\u00fcr Innovationen sind g\u00fcnstig. Im Innovationsranking der EU (Leistungsanzeiger der Innovationsunion) von 2010 schneidet die Schweiz besser ab als die EU-L\u00e4nder. Verschiedene Schweizer Regionen wie Basel-Stadt, Zug und Schaffhausen liegen bei den Patentanmeldungen pro Kopf (nach Anmelder) an der Spitze aller OECD-Regionen (siehe <i>Grafik 2<\/i>).Diese starke Position vieler Schweizer Kantone gilt nicht nur f\u00fcr die regionale Pr\u00e4senz von Erfindern mit Spezialwissen, sondern auch f\u00fcr Patentanmelder, ein Indikator daf\u00fcr, dass ein potenzieller wirtschaftlicher Nutzen resultiert. Die Schweizer Regionen erreichen innerhalb der OECD eine beeindruckende Wirtschaftsleistung, sind erfolgreich im Export und verf\u00fcgen \u00fcber eine hervorragend ausgebildete Bev\u00f6lkerung. Die Unterschiede zwischen den Regionen sind relativ begrenzt.&#13;<\/p>\n<h2>M\u00f6gliche Schwachstellen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin Hinweis auf eine m\u00f6gliche Schwachstelle ist das <i>Wachstum der Arbeitsproduktivit\u00e4t,<\/i> welches sich in den vergangenen zehn Jahren in mehreren Kantonen verhalten entwickelte. Mit Ausnahme der Kantone Basel-Stadt und Zug weisen die meisten Schweizer Kantone ein Produktivit\u00e4tswachstum auf, das im Vergleich zu anderen OECD-Regionen relativ niedrig ist, auch zu solchen mit \u00e4hnlichen Einkommen. Auf ein Verbesserungspotenzial weisen noch weitere Indikatoren hin: Die Schweiz geh\u00f6rt zu den f\u00fchrenden L\u00e4ndern in Wissenschaft, Technologie und Innovation; doch <i>F&amp;E und die Innovationst\u00e4tigkeit wachsen nur schwach.<\/i> Hindernisse f\u00fcr die Unternehmenst\u00e4tigkeit und eine beschr\u00e4nkte Verbreitung der Innovation \u00fcber Regionen und Sektoren hinweg \u2013 vor allem bei gewissen KMU \u2013 d\u00fcrften gewisse Wachstumschancen ungenutzt lassen. Dies gilt insbesondere f\u00fcr traditionelle Sektoren ausserhalb der st\u00e4dtischen Zentren. Die Schweizer Industrie verdankt ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit qualifiziertem Personal und Spitzentechnologie, \u00e4hnlich wie die Niederlande, Schweden und andere L\u00e4nder. Dieselben Technologien und dasselbe Know-how sind jedoch zunehmend auch in anderen f\u00fchrenden Regionen und L\u00e4ndern der Welt zu finden. F&amp;E-Investitionen sind hart umk\u00e4mpft. Aufstrebende Volkswirtschaften sind in der globalen Wertsch\u00f6pfungskette aktiver und ziehen vermehrt auch F&amp;E- und Innovationst\u00e4tigkeiten an. Bemerkenswert war in den letzten f\u00fcnf Jahren etwa die Patentbilanz im Rahmen von Netzwerken in f\u00fchrenden L\u00e4ndern wie China und Indien im Bereich der gr\u00fcnen Technologien.&#13;<\/p>\n<h2>Empfehlungen f\u00fcr die St\u00e4rkung der Innovationst\u00e4tigkeit in Schweizer Regionen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDas Territorialexamen 2011 der OECD f\u00fcr die Schweiz gibt Einblicke in die Besonderheiten der Innovationst\u00e4tigkeit und der Regionen in der Schweiz. \u2212 <i>In der Schweiz existiert auf regionaler Ebene keine explizite Innovationspolitik:<\/i> Die Kantone entwickeln im Rahmen ihrer Wirtschaftsf\u00f6rderung verschiedenste eigene Initiativen zur Unterst\u00fctzung der Innovationst\u00e4tigkeit. Bei diesen kantonalen Programmen bestehen jedoch Defizite bei der Sichtbarkeit und der Qualit\u00e4tsmessung. Die Neue Regionalpolitik (NRP) verleiht einigen dieser Initiativen Impulse. Bereiche, in denen Schweizer Regionen eine besondere Rolle zukommt, k\u00f6nnten Gegenstand regionaler Innovationspolitiken sein, die auch im Rahmen der NRP unterst\u00fctzt werden.\u2212 <i>Im mehrstufigen staatlichen System sollte der Bund weiterhin eine wirksame Politik in Wissenschaft und Technologie betreiben:<\/i> Er sollte sich darauf konzentrieren, wissenschaftliche T\u00e4tigkeiten, Technologietransfers und gemeinsame F&amp;E-Projekte des \u00f6ffentlichen und privaten Sektors in der ganzen Schweiz zu unterst\u00fctzen. Die Innovationspolitik des Bundes und insbesondere die Instrumente der F\u00f6rderagentur f\u00fcr Innovation des Bundes (KTI) gehen sehr gut auf die Bed\u00fcrfnisse der wissenschafts- und technologiebasierten Innovatoren ein, die auch k\u00fcnftig ihre Zielgruppe bleiben sollten. Wissens- und Technologietransfernetzwerke (KTT) k\u00f6nnten dabei eine nationale Dimension erhalten und eher zu bestimmten Themen als auf regionaler Basis definiert werden.\u2212 <i>Die regionale Innovationsf\u00f6rderung sollte die gesamtschweizerische erg\u00e4nzen:<\/i> Die Regionen sollten die Aufnahmef\u00e4higkeit der traditionelleren Unternehmen und Sektoren f\u00fcr neues Know-how unterst\u00fctzen. Zielgruppen sollten diejenigen Sektoren sein, in denen Innovation durch \u00abLearning by doing\u00bb und \u00abLearning by interacting\u00bb erfolgt. Ausserdem k\u00f6nnten die Regionen Unternehmen unterst\u00fctzen, die ohne F&amp;E innovativ oder die bei anderen Innovationsformen aktiv sind (z.B. Organisationsinnovation), die nicht durch die KTI-Instrumente des Bundes abgedeckt werden. Um den Bed\u00fcrfnissen solcher Firmen gerecht zu werden, ist N\u00e4he noch wichtiger. Es gibt auch F\u00e4lle mit einem unn\u00f6tigen Wettbewerb und fehlender Koordination zwischen Initiativen des Bundes und der Kantone, wie etwa bei Start-up-F\u00f6rderungen, bei denen die Kantone dieselben Leistungen anbieten wie die KTI-Initiativen.\u2212 <i>Die interkantonale Ebene ist f\u00fcr die Innovationsf\u00f6rderung auf regionaler Stufe am relevantesten:<\/i> Aufgrund der geringen Gr\u00f6sse vieler Schweizer Kantone und der r\u00e4umlichen Dimension von funktionalen Beziehungen im Innovationsbereich w\u00e4re eine engere interkantonale Koordination von Vorteil. In der Innovationspolitik werden wenige gemeinsame Initiativen umgesetzt. Die NRP sollte ihr Hebelpotenzial nutzen, um die interkantonale Zusammenarbeit zu f\u00f6rdern, indem der Anteil der Mittel f\u00fcr gemeinsame Programme und Projekte erh\u00f6ht wird. Das Potenzial grenz\u00fcberschreitender Innovationen sollte angesichts der engen wirtschaftlichen Beziehungen gewisser Kantone mit Regionen in Nachbarl\u00e4ndern ebenfalls besser ausgesch\u00f6pft werden. Die Koordination zur Unterst\u00fctzung von Regionen mit gemeinsamen Themen \u2013 sogenannte \u00abFunktionalregionen\u00bb \u2013 hat zwar ihren Preis. Im zunehmenden globalen Wettbewerb k\u00f6nnen die Kosten jedoch h\u00f6her ausfallen, wenn auf eine Zusammenarbeit verzichtet wird.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abRegional unterschiedliche Innovationsprofile\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 2: \u00abViele Schweizer Regionen schneiden bei den Patentanmeldungen hervorragend ab\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Weiterf\u00fchrende Literatur&#13;<\/p>\n<h3>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n&#8211; OECD (2011), Regions and Innovation Policy, OECD Publishing, Paris.- OECD (2011), OECD Territorialexamen: Schweiz, OECD Publishing, Paris. &#8211; OECD (2010a), The OECD Innovation Strategy: Getting a Head Start on Tomorrow, OECD Publishing, Paris.- OECD (2010b), Measuring Innovation: A New Perspective, OECD Publishing, Paris.- OECD (2006), OECD Reviews of Innovation Policy: Switzerland, OECD Publishing, Paris.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Innovation ist in entwickelten Volkswirtschaften ein Schl\u00fcsselfaktor f\u00fcr das Produktivit\u00e4tswachstum. 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