{"id":120660,"date":"2011-05-01T12:00:00","date_gmt":"2011-05-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2011\/05\/bertschy-2\/"},"modified":"2023-08-23T23:31:30","modified_gmt":"2023-08-23T21:31:30","slug":"bertschy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2011\/05\/bertschy\/","title":{"rendered":"Regulierungen in der familienerg\u00e4nzenden Kinderbetreuung"},"content":{"rendered":"<p>Das Potenzial zur Reduzierung der Kosten von Krippenpl\u00e4tzen liegt in der Ausgestaltung und Flexibilit\u00e4t der Richtlinien und Regulierungen. Zu diesem Schluss kommt eine vom Bundesamt f\u00fcr Sozialversicherungen (BSV) publizierte Studie.&#13;<br \/>\nPrognos (2009), Analyse und Vergleich der Kosten von Krippenpl\u00e4tzen anhand einer Vollkostenrechnung, in: Beitr\u00e4ge zur Sozialen Sicherheit, Forschungsbericht 3\/2009. Bundesamt f\u00fcr Sozialversicherungen (Hrsg.), Bern. Da die Regulierungskompetenzen in der familienerg\u00e4nzenden Kinderbetreuung jedoch bei den Kantonen und Gemeinden liegen, dr\u00e4ngen sich zwei entscheidende Fragen auf: Welche Regulierungen haben die gr\u00f6ssten Kostenfolgen, und in welchen Kantonen existieren dementsprechende Regulierungen? <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201105_14_Bertschy_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"247\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nMit der Internetplattform <i>Vereinbarkeit Beruf und Familie: Politische Massnahmen der Kantone und Gemeinden<\/i>&#13;<br \/>\nSiehe <a href=\"http:\/\/www.berufundfamilie.admin.ch\">http:\/\/www.berufundfamilie.admin.ch<\/a> des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (Seco) liegt eine umfassende Sammlung der geltenden kantonalen und kommunalen (Hauptorte) Vorschriften vor. Ecoplan hat im Auftrag des Seco diese Regulierungen vertieft analysiert und systematisiert \u2013 getrennt f\u00fcr die Bereiche Kindertagesst\u00e4tten (Kitas), schulerg\u00e4nzende Betreuung sowie Tageseltern. Ziel der Analyse war es, einerseits einen \u00dcberblick zu erhalten, in welchen Kantonen welche Regulierungen existieren, und andererseits die potenziellen Kostenfolgen dieser Regulierungen aufzuzeigen (Siehe <i>Kasten 1<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Eingrenzung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\n<i>Die Untersuchungen beschr\u00e4nken sich auf Reglementierungen f\u00fcr private nicht-subventionierte Einrichtungen. Regelungen, die nur f\u00fcr \u00f6ffentliche oder private subventionierte Einrichtungen gelten, werden nur am Rande betrachtet. In die Analyse werden einzig offizielle Reglementierungen, welche von den Kantonen im Rahmen der j\u00e4hrlichen Erhebungen f\u00fcr die Plattform Beruf und Familie angegeben werden, mit einbezogen. Inoffizielle Richtlinien und der Vollzug, welchem aufgrund der teilweise relativ offen formulierten Mindestvorgaben im Gesetz eine bedeutende Rolle zukommt, werden nicht weiter ber\u00fccksichtigt. Die Auswirkungen der einzelnen Reglementierungen auf die Qualit\u00e4t der Betreuung sind nicht Bestandteil der Studie.<\/i>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n).&#13;<\/p>\n<h2>Geltende Regulierungen und Kostenstruktur<\/h2>\n<p>&#13;<\/p>\n<h2>Regulierungen von familienerg\u00e4nzenden Kinderbetreuungseinrichtungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie eidg. Verordnung \u00fcber die Aufnahme von Kindern zur Pflege und Adoption (Pavo) vom 19. Oktober 1977 bildet die gesetzliche Grundlage zur Regulierung der familienerg\u00e4nzenden Kinderbetreuungseinrichtung. Sie gilt sowohl f\u00fcr Tageseltern als auch f\u00fcr Kindertagesst\u00e4tten und schulerg\u00e4nzende Betreuung und regelt haupts\u00e4chlich die Melde- bzw. Bewilligungspflicht sowie die Aufsicht, enth\u00e4lt aber auch Voraussetzungen f\u00fcr eine Bewilligungserteilung. Die Pavo erteilt ausschliesslich normative Vorgaben, deren Konkretisierung den Kantonen obliegt. Dabei ist es den Kantonen frei gestellt, inwiefern sie diese Aufgaben den Gemeinden bzw. einem Dritten \u00fcbertragen oder selber wahrnehmen. Bei der Ausarbeitung von kantonalen und kommunalen Gesetzen sind h\u00e4ufig auch nationale oder regionale Verb\u00e4nde beteiligt. Insbesondere die Verbandsrichtlinien vom <i>Verband Kinderkrippen Schweiz (KiTaS)<\/i> dienen vielerorts als Grundlage. Die Kindertagesst\u00e4tten werden \u2013 im Vergleich zu den \u00fcbrigen Betreuungsangeboten \u2013 auf kantonaler oder kommunaler Ebene am st\u00e4rksten reglementiert. Dabei sind die Vorgaben f\u00fcr private nicht-subventionierten Betreuungseinrichtungen weniger weitreichend als f\u00fcr subventionierte oder \u00f6ffentliche Einrichtungen. Reglementiert werden haupts\u00e4chlich folgende Punkte:\u2212 Bewilligungs- und Meldeverfahren sowie die Aufsicht;\u2212 Vorgaben zum Betreuungsverh\u00e4ltnis: Gruppengr\u00f6sse, Anzahl Kinder pro Betreuungsperson, Verh\u00e4ltnis zwischen ausgebildetem und nicht ausgebildetem Betreuungspersonal, Randstundenregelungen, B\u00e9b\u00e9-Faktor etc.;\u2212 Vorgaben zum Personal: Ausbildungsanforderungen und Lohnvorgaben;\u2212 Vorgaben zum Betriebskonzept: \u00d6ffnungszeiten bzw. Zahl der Betriebstage, Mindestanforderungen an das p\u00e4dagogische Konzept;\u2212 Raumanforderungen (Einrichtung, Raumgr\u00f6sse, Raumangebot, Aussenr\u00e4ume etc.), Sicherheit, Hygiene und Brandschutz.Am wenigsten Vorgaben existieren im Bereich der Tageseltern. Hier werden mehrheitlich nur die Bewilligung und Aufsicht sowie das Betreuungsverh\u00e4ltnis (maximale Anzahl Kinder pro Betreuungsperson) geregelt.&#13;<\/p>\n<h2>Kostenstruktur von Betreuungseinrichtungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nUm eine Beurteilung der Kostenfolgen von Reglementierungen vornehmen zu k\u00f6nnen, ist es wichtig, die Kostenstrukturen der Betreuungseinrichtungen zu kennen. Grunds\u00e4tzlich muss dabei zwischen <i>Investitions-<\/i> und <i>Betriebskosten<\/i> unterschieden werden. F\u00fcr Kindertagesst\u00e4tten wurden die Kostenstrukturen \u2013 insbesondere was die Betriebskosten betrifft \u2013 bereits mehrfach untersucht. Dabei zeigt sich deutlich, dass diese von den Personalkosten dominiert werden, welche rund 75% bis 80% der laufenden Betriebskosten ausmachen. Die Raumkosten variieren je nach Kanton und Studie&#13;<br \/>\nVgl. Ecoplan (2008), Kosten Kindertagesst\u00e4tten, Erhebung der effektiven Kosten der ASIV-Kindertagesst\u00e4tten und Vergleich mit den Normkosten, im Auftrag des Sozialamts des Kantons Bern, Bern oder Prognos AG (2009). Analyse und Vergleich der Kosten von Krippenpl\u00e4tzen anhand einer Vollkostenrechnung, in: Beitr\u00e4ge zur Sozialen Sicherheit, Forschungsbericht 3\/2009. Bundesamt f\u00fcr Sozialversicherungen (Hrsg.), Bern. zwischen 7% und 13%. Die \u00fcbrigen Betriebskosten beinhalten u.a. Kosten f\u00fcr Lebensmittel und Verbrauchsmaterialien.Im Gegensatz zu den Betriebskosten sind die <i>Investitionskosten<\/i> sehr individuell und stark von der Ausgangssituation abh\u00e4ngig.&#13;<br \/>\nVgl. Ecoplan (2008), Qualit\u00e4tsvorschriften und Anzahl Betreuungspl\u00e4tze, im Auftrag des Sozialamts des Kantons Bern und des Generalsekretariats der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern, Bern. Generelle Aussagen zur Kostenstruktur sind deshalb nur sehr schwer m\u00f6glich. Der Verband Kindertagesst\u00e4tten Schweiz geht von Investitionskosten zwischen 2000 und 3000 Franken pro Kita-Platz&#13;<br \/>\nVgl. Verband Kindertagesst\u00e4tten der Schweiz KiTaS (2004), Kita-Handbuch. aus bzw. von 5000 Franken, wenn das Defizit im ersten Betriebsjahr ebenfalls als Investitionskosten betrachtet wird.&#13;<br \/>\nIn diesem Betrag werden allf\u00e4llige Umbaukosten nicht ber\u00fccksichtigt.F\u00fcr die schulerg\u00e4nzende Betreuung und Tageseltern existieren keine entsprechenden Kostenstudien. Allerdings kann bei ersteren von einer \u00e4hnlichen Kostenstruktur wie bei den Kindertagesst\u00e4tten ausgegangen werden. Entsprechend sind hier auch die gleichen Kostenfolgen von Regulierungen wie bei Kindertagesst\u00e4tten zu erwarten. Die Kostenstruktur von Tageseltern ist hingegen nur sehr schwer zu erfassen, da es sich einerseits um Ein-Personen-Betriebe handelt und andererseits die Betreuung in privaten R\u00e4umlichkeiten stattfindet. Bei Tageseltern ist deshalb nur eine qualitative Absch\u00e4tzung der Kostenfolgen m\u00f6glich.&#13;<\/p>\n<h2>Kostenwirkungen der einzelnen Regulierungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Kostenfolgen von Regulierungen auf die Betriebskosten von Kindertagesst\u00e4tten wurden auf Basis eines <i>Kostenmodells<\/i> und <i>drei Modell-Kindertagest\u00e4tten<\/i> berechnet. In <i>Tabelle<\/i> 1 sind die wichtigsten Kostenfolgen dargestellt. Aufgrund der Kostenfolgen werden die Regulierungen je nach deren Wirkung auf die Kosten in drei Kategorien eingeteilt:\u2212 <i>Kategorie A:<\/i> hohe Kostenfolgen \u2212 <i>Kategorie B:<\/i> mittlere Kostenfolgen\u2212 <i>Kategorie C:<\/i> geringe bis keine KostenfolgenDie Kostenfolgeanalyse der Betriebskosten bei Kindertagesst\u00e4tten zeigt, dass vor allem jene Regulierungen, welche indirekt oder direkt die Personalkosten betreffen, die gr\u00f6ssten Auswirkungen auf die Betriebskosten haben. Dazu geh\u00f6ren die Vorgaben zum Betreuungsschl\u00fcssel, zum Personal (Lohn oder Qualifikation) und zu den \u00d6ffnungszeiten. W\u00e4hrend die in <i>Tabelle 1<\/i> dargestellten Kostenfolgen aufgrund der \u00e4hnlichen Kostenstruktur auch f\u00fcr Kinderhorte ihre G\u00fcltigkeit haben, werden die Kostenfolgen f\u00fcr Tageseltern deutlich geringer eingesch\u00e4tzt und sind mehrheitlich vernachl\u00e4ssigbar.&#13;<\/p>\n<h2>Auswertung der Regulierungsdichte in einzelnen Kantonen und ihren Hauptorten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nIm Rahmen der Analyse wurden drei verschiedene Hilfsmittel entwickelt, um aufzuzeigen, in welchen Kantonen familienerg\u00e4nzende Betreuungseinrichtungen besonders stark reguliert werden:1. Die <i>Regulierungsmatrix<\/i> zeigt eine graphische \u00dcbersicht der unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen der einzelnen Regulierungen in den Kantonen, geordnet nach den einzelnen Kostenfolgen-Kategorien.2. Der <i>Regulierungsindikator<\/i> fasst die Regulierungsdichte in den einzelnen Kantonen bzw. den Kantonshauptorten zu einer Zahl zusammen. Er wird auf Basis der Regulierungsmatrix erstellt.3. Die <i>Clusteranalyse<\/i> gruppiert Beobachtungseinheiten mit \u00e4hnlichen Auspr\u00e4gungen zu Gruppen (Clusters), indem der Regulierungsindikator mit anderen Indikatoren wie Gr\u00f6sse oder Steuerkraft der einzelnen Kantone zusammengef\u00fchrt wird. Dadurch kann untersucht werden, ob bestimmte Kantonsgruppen h\u00e4ufiger Vorgaben bez\u00fcglich der familienexternen Kinderbetreuung vornehmen als andere. Aus Platzgr\u00fcnden werden die Ergebnisse der Studie nur am Beispiel eines Regulierungsindikators f\u00fcr Kindertagesst\u00e4tten dargestellt.&#13;<\/p>\n<h2>Regulierungsindikator<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Regulierungsindikator stellt eine Zusammenfassung der Regulierungsmatrix dar. Die einzelnen Regulierungen und deren Auspr\u00e4gungen in den verschiedenen Kantonen werden in einem einzigen Indikator dargestellt und vergleichbar gemacht. In der Studie wurden verschiedene Indikatoren hergeleitet. <i>Grafik 1<\/i> zeigt als Beispiel einen Regulierungsindikator f\u00fcr Kindertagesst\u00e4tten, wobei die Anzahl der Regulierungen mit den entsprechenden Auspr\u00e4gungen in den verschiedenen Kantonen bzw. Kantonen und Hauptorten gewichtet wurden. Der Indikator kann weiterentwickelt werden, indem die Zahl der Regulierungen nicht nur nach deren Ausmass, sondern zus\u00e4tzlich nach deren Kostenfolgen gewichtet wird. Die Interpretation von Kostenfolgen-gewichteten Indikatoren muss aber vorsichtig erfolgen, da stets nur \u00abpotenzielle\u00bb Kostenfolgen, und keine direkten R\u00fcckschl\u00fcsse der Regulierungen auf die real existierenden Kosten gemacht werden k\u00f6nnen. Die Auswertungen der entwickelten Regulierungsindikatoren best\u00e4tigen die Schlussfolgerungen aus der Analyse der Regulierungsmatrizen f\u00fcr alle Betreuungsarten. Demnach zeigen sowohl die Regulierungsmatrizen als auch der Regulierungsindikator, dass f\u00fcr familienerg\u00e4nzende Betreuungsangebote in den meisten Kantonen sehr \u00e4hnliche Vorgaben gelten.Dies ist haupts\u00e4chlich darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die meisten Standards auf eine hohe Akzeptanz stossen und sich daher durchgesetzt haben. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind:\u2013 Die <i>Fremdbetreuung von Kindern<\/i> stellt ein sensibles Thema dar. Entsprechend werden bestimmte Regulierungen (z.B. Sicherheits- und Hygienevorgaben) von den Betreuungseinrichtungen als selbstverst\u00e4ndlich empfunden und \u00fcbernommen; \u2013 Mit der <i>Vereinheitlichung der Ausbildung<\/i> (Fachfrau\/Fachmann Betreuung Fabe) werden ebenfalls einheitliche Vorstellungen von gewissen Mindeststandards vermittelt;\u2212 Die <i>Nachfrage<\/i> hat einen wesentlichen Einfluss auf das Angebot. Die Eltern erwarten von der Betreuungseinrichtung die Erf\u00fcllung gewisser Standards. Auch besteht ein gesellschaftlicher Druck, gewisse Grundvorstellungen zu erf\u00fcllen \u2013 gerade bez\u00fcglich R\u00e4umlichkeiten und Betreuungsverh\u00e4ltnis;\u2212 <i>Qualit\u00e4t<\/i> ist bei Kinderbetreuungseinrichtungen ein wesentlicher Bestandteil des Wettbewerbs. Durch qualitativ gute Betreuung und innovative Betriebskonzepte k\u00f6nnen sich Betreuungseinrichtungen von anderen Einrichtungen abgrenzen. Eine Befragung im Kanton Bern hat etwa gezeigt, dass Vorgaben zum Betreuungsverh\u00e4ltnis bei privaten nicht-subventionierten Kitas h\u00e4ufig freiwillig \u00fcbertroffen werden; \u2212 Bei Kindertagesst\u00e4tten in der Deutschschweiz \u00fcbt der <i>nationale Verband KiTaS<\/i> starken Einfluss auf existierende Standards aus. KiTaS hat in mehreren Kantonen sowohl bei der Ausarbeitung der Gesetzgebung mitgeholfen als auch die Ausbildung zur Fabe-Kinderbetreuung mitentwickelt. F\u00fcr die Mitgliedschaft beim Verband m\u00fcssen Kindertagesst\u00e4tten gewisse Mindestbedingungen erf\u00fcllen.Aus den Indikatoren und Regulierungsmatrizen geht hervor, dass einzig die Kantone Uri, Aargau und Appenzell Ausserrhoden f\u00fcr private Kitas gar keine gesetzlichen Vorgaben \u00fcber die Pavo hinaus kennen. Jura und Waadt hingegen weisen in allen Bereichen eine hohe Regulierungsdichte auf. Im Kanton Genf existieren haupts\u00e4chlich im Kita-Bereich viele Vorgaben; f\u00fcr schulerg\u00e4nzende Betreuung und Tageseltern bestehen hingegen keine oder kaum Vorgaben. In diesen beiden Betreuungsformen besteht zus\u00e4tzlich vor allem im Wallis eine \u00fcberdurchschnittlich dichte Reglementierung. In den meisten Kantonen bestehen keine Unterschiede zwischen kantonalen und kommunalen Vorgaben. Ausnahmen bilden hier die St\u00e4dte Luzern (nur kommunale Anforderungen) sowie Zug und Z\u00fcrich (Unterschiede bez\u00fcglich Vorgaben der Gruppengr\u00f6ssen).&#13;<\/p>\n<h2>Schlussfolgerungen<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie vorgestellte Studie umfasst eine systematische und vergleichende Auswertung der geltenden kantonalen und kommunalen Reglementierungen f\u00fcr private, nicht-subventionierte familienerg\u00e4nzende Betreuungseinrichtungen. Dabei ist es gelungen, aufschlussreiche Erkenntnisse zu den Kostenfolgen einzelner Regulierungen sowie zur unterschiedlichen Ausgestaltung der Regulierungen in den einzelnen Kanton zu gewinnen:\u2212 Grunds\u00e4tzlich muss zwischen Investitions- und Betriebskosten unterschieden werden: Investitionskosten sind stark von individuellen Faktoren und anderen Gesetzgebungen abh\u00e4ngig \u2013 insbesondere auch Brandschutz und Hygiene. Allgemeine Aussagen zur H\u00f6he aber auch zu den Kostenfolgen von Regulierungen sind bei Investitionskosten nur bedingt m\u00f6glich.\u2212 Die gr\u00f6ssten Auswirkungen auf Betriebskosten haben Regulierungen, welche indirekt oder direkt die Personalkosten betreffen. Beispielsweise sind Vorgaben zum Betreuungsschl\u00fcssel oder Lohnvorgaben mit grossen Kostenfolgen verbunden. H\u00e4ufig sind Regulierungen allerdings offen formuliert, und es ist nur schwer absch\u00e4tzbar, welche Kostenfolgen diese mit sich bringen.\u2212 Kitas sind heute deutlich st\u00e4rker reguliert als andere familienexterne Betreuungseinrichtungen \u2013 wie schulerg\u00e4nzende Betreuung oder Tageseltern, wobei Tageseltern am schw\u00e4chsten reguliert sind. \u2212 Die meisten Regulierungen \u2013 sowohl auf kantonaler als auch auf kommunaler Ebene \u2013 sind sehr vage formuliert. Der Vollzug ist entscheidend f\u00fcr die Kostenfolgen von Regulierungen und f\u00fcr deren Beurteilung als m\u00f6gliche Stolpersteine f\u00fcr zus\u00e4tzlich Kitapl\u00e4tze.Gerade der letzte Punkt zeigt aber auch, dass mit dem Untersuchungsdesign der Analyse der Regulierungen nur bedingt die Realit\u00e4t bez\u00fcglich Kostenfolgen wiedergeben werden kann. Insbesondere k\u00f6nnte sich ein anderes Bild zeigen, wenn beispielsweise der Vollzug anstelle der geltenden Regulierungen untersucht sowie zwischen bindenden und nicht bindenden Regulierungen unterschieden wird oder \u00f6ffentliche bzw. subventionierte Einrichtungen anstelle privater nicht-subventionierter Einrichtungen analysiert werden.Trotz dieser Einschr\u00e4nkungen bietet die Studie eine gute Grundlage und spannende Ans\u00e4tze f\u00fcr eine Beurteilung der Regulierungen im Bereich der familienexternen Kinderbetreuung. Insbesondere konnten mit Hilfe des Kostenmodells f\u00fcr Kindertagesst\u00e4tten die Kostenfolgen einzelner Regulierungen auf die Betriebskosten aufgezeigt werden. Schliesslich wurden zum ersten Mal die umfangreichen Informationen der Internetplattform <i>Beruf und Familie<\/i> systematisch ausgewertet und in einer \u00fcbersichtlichen Darstellungsform, den Regulierungsmatrizen, zusammenfassend dargestellt.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abRegulierungsindikatoren f\u00fcr den Kita-Bereich\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nTabelle 1: \u00abKostenfolgen auf Betriebskosten einzelner Regulierungen bei Kindertagesst\u00e4tten und Zuordnung in eine Kategorie\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Eingrenzung&#13;<\/p>\n<h3>Eingrenzung<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Untersuchungen beschr\u00e4nken sich auf Reglementierungen f\u00fcr private nicht-subventionierte Einrichtungen. Regelungen, die nur f\u00fcr \u00f6ffentliche oder private subventionierte Einrichtungen gelten, werden nur am Rande betrachtet. In die Analyse werden einzig offizielle Reglementierungen, welche von den Kantonen im Rahmen der j\u00e4hrlichen Erhebungen f\u00fcr die Plattform Beruf und Familie angegeben werden, mit einbezogen. Inoffizielle Richtlinien und der Vollzug, welchem aufgrund der teilweise relativ offen formulierten Mindestvorgaben im Gesetz eine bedeutende Rolle zukommt, werden nicht weiter ber\u00fccksichtigt. Die Auswirkungen der einzelnen Reglementierungen auf die Qualit\u00e4t der Betreuung sind nicht Bestandteil der Studie.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 2: Weiterf\u00fchrende Informationen&#13;<\/p>\n<h3>Weiterf\u00fchrende Informationen<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Artikel beruht auf der Studie \u00abRegulierungen in der familienerg\u00e4nzenden Kinderbetreuung in den Kantonen und Hauptorten\u00bb von Ecoplan (2010), in: Vereinbarkeit von Beruf und Familie Nr. 4, Bern. Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (Seco) (Hrsg.), Bern. Die Studie ist Online erh\u00e4ltlich unter <i><a href=\"http:\/\/www.seco.admin.ch\">http:\/\/www.seco.admin.ch<\/a>,<\/i> Rubrik \u00abDokumentation\u00bb, \u00abPublikation und Formulare\u00bb, \u00abStudien und Berichte, \u00abArbeit\u00bb.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Potenzial zur Reduzierung der Kosten von Krippenpl\u00e4tzen liegt in der Ausgestaltung und Flexibilit\u00e4t der Richtlinien und Regulierungen. 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