{"id":120705,"date":"2011-05-01T12:00:00","date_gmt":"2011-05-01T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/2011\/05\/scheidegger-4\/"},"modified":"2023-08-23T23:31:39","modified_gmt":"2023-08-23T21:31:39","slug":"scheidegger-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dievolkswirtschaft.ch\/de\/2011\/05\/scheidegger-3\/","title":{"rendered":"Eckpfeiler einer effektiven und effizienten Standortf\u00f6rderung des Bundes"},"content":{"rendered":"<p>Die Wirtschaftsregionen der Schweiz sind einem dauerhaften, internationalen Standortwettbewerb ausgesetzt. Um den damit zusammenh\u00e4ngenden Strukturwandel bestm\u00f6glich zu meistern, erg\u00e4nzt die Standortf\u00f6rderung des Bundes gezielt die wirtschafts- und standortpolitischen Massnahmen der Kantone durch F\u00f6rderung der Standortentwicklung, F\u00f6rderung der Standortnutzerinnen und -nutzer sowie F\u00f6rderung der Standortnachfrage. Dadurch ausgel\u00f6ste positive Standortexternalit\u00e4ten erh\u00f6hen die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der r\u00e4umlich verankerten Unternehmen. <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"article_rect\" src=\"\/dynBase\/images\/article_rect\/201105_04_Scheidegger_01.eps.jpg\" alt=\"\" width=\"370\" height=\"246\" \/>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nDie Schweiz geh\u00f6rt zu den wettbewerbsf\u00e4higsten Nationen der Welt. So best\u00e4tigt zum Beispiel der <i>Global Competitiveness Index 2010\u20132011 des World Economic Forum (WEF)<\/i> die auch in anderen L\u00e4ndervergleichen festgestellte hohe Innovationskapazit\u00e4t von Forschungs- und Bildungsinstitutionen sowie der Schweizer Wirtschaft. Weitere wichtige und kaum kopierbare Tr\u00fcmpfe des Wirtschaftsstandortes Schweiz sind etwa die makro\u00f6konomische Stabilit\u00e4t, die effiziente Arbeitsmarktpolitik, das duale Bildungssystem, die ausgezeichnete Infrastruktur sowie die professionellen, zuverl\u00e4ssigen und verh\u00e4ltnism\u00e4ssig schlanken \u00f6ffentlichen Verwaltungen auf Ebene Bund, Kantone und Gemeinden.Was auf gesamtwirtschaftlicher Ebene gilt, ist auch in einer r\u00e4umlichen Betrachtung von Bedeutung: Viele Regionen der Schweiz k\u00f6nnen einen sehr guten Leistungsausweis vorzeigen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf ist in Regionen aller Landesteile hoch, die Arbeitslosenquote im Vergleich zu ausl\u00e4ndischen Regionen tief. Gemessen an anderen OECD-L\u00e4ndern kennt die Schweiz keine vergleichbaren Probleme des l\u00e4ndlichen Raumes bez\u00fcglich Abwanderung, \u00dcberalterung oder erschwertem Zugang zu Dienstleistungen. Dennoch sind nicht alle Wirtschaftsr\u00e4ume der Schweiz f\u00fcr die k\u00fcnftigen Herausforderungen des internationalen Standortwettbewerbs gleich gut ger\u00fcstet. Gem\u00e4ss dem j\u00fcngsten OECD-Territorialexamen der Schweiz erzielen die urbanen Regionen eine h\u00f6here Arbeitsproduktivit\u00e4tssteigerung und sind gut miteinander vernetzt. L\u00e4ndlich gepr\u00e4gte Kantone sind teilweise stark auf einige Industrie- oder Landwirtschaftszweige spezialisiert, in denen die Arbeitsproduktivit\u00e4t niedriger ist. Um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der schw\u00e4cheren Regionen \u2013 und damit die nationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit \u2013 weiter zu verbessern, sind vorhandene Potenziale zu identifizieren und in Partnerschaften mit den Wachstumsmotoren auszusch\u00f6pfen. Die OECD stellt weiter fest, dass durch kantons\u00fcbergreifende funktionale R\u00e4ume die Schweizer Regionen immer st\u00e4rker, gewissermassen auf Gedeih und Verderb, miteinander verbunden sind. Die wichtigen verbindenden Wirtschaftsstr\u00f6me \u00fcberwinden dabei nicht nur Kantonsgrenzen, sondern fliessen \u00fcber die Landesgrenzen hinweg und bilden damit funktionale R\u00e4ume in Grenzgebieten.&#13;<\/p>\n<h2>Strukturwandel, Standortf\u00f6rderung und Standortentwicklung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer dauerhafte wirtschaftliche Strukturwandel wird auch in Zukunft auf den Wirtschaftsstandort Schweiz und seine Regionen einwirken. Die Prozesse der Globalisierung von Kapital-, G\u00fcter-, Dienstleistungs- und Personenstr\u00f6men sowie die Anforderungen der Wissens\u00f6konomie fordern Unternehmen und Arbeitskr\u00e4fte heraus und setzen die (regionalen) Wirtschaftsstandorte dauerhaft unter den Druck des Standortwettbewerbs.Die Standortf\u00f6rderung des Bundes setzt an dieser Herausforderung an und zielt auf unternehmens- und branchen\u00fcbergreifende Strategien ab, welche den KMU-gepr\u00e4gten Besonderheiten der Wirtschaftsr\u00e4ume Rechnung tragen. Unter Standortf\u00f6rderung versteht man gemeinhin die Massnahmen, welche die Gebietsk\u00f6rperschaften im Sinne einer Politik der guten Rahmenbedingungen einsetzen, um ihre jeweiligen Standorte als Lebens- und Wirtschaftsraum zu st\u00e4rken und bekannt zu machen. Nach g\u00e4ngiger raum\u00f6konomischer Vorstellung stehen Wirtschaftsr\u00e4ume unter <i>drei Gesichtspunkten<\/i> miteinander im Wettbewerb: (1) Eine Region ist buchst\u00e4blich attraktiv und zieht Investitionen von \u00f6ffentlichen und privaten Kapitalgebern aus dem In- und Ausland an; (2) eine Region kann ihre Attraktivit\u00e4t auch erh\u00f6hen, indem sie gute und hochqualifizierte Arbeitskr\u00e4fte anlockt; (3) eine Region verbessert ihre technologische Basis, indem sie Wissen und innovative Aktivit\u00e4ten anzieht.Auch der unternehmerische Innovationsprozess \u2013 also das Schaffen von neuen Produkten, neuen Produktionsverfahren oder neuen Organisationsformen \u2013 weist eine r\u00e4umliche Komponente auf. Verschiedene Teilr\u00e4ume oder Standorte haben spezifische Funktionen, die mit bestimmten Standortqualit\u00e4ten zusammenh\u00e4ngen. Als eigentliche \u00abMotoren der Volkswirtschaft\u00bb spielen dabei die im internationalen Massstab des Standortwettbewerbs bestens positionierten Metropolr\u00e4ume eine wichtige Rolle \u2013 wie die Nordwestschweiz, der Grossraum Z\u00fcrich oder der Arc L\u00e9manique. Aber auch semi-urbane und l\u00e4ndliche R\u00e4ume haben einen bedeutenden volkswirtschaftlichen Stellenwert: Der Arc Jurassien zum Beispiel zeichnet sich durch ein eng verwobenes industrielles Netzwerk aus, w\u00e4hrend alpine R\u00e4ume mit ausgezeichnet positionierten Tourismusdestinationen gl\u00e4nzen k\u00f6nnen.Gut funktionierende Wirtschaftsstandorte bestehen aus komplexen, unsichtbaren \u00f6konomischen Netzwerken, in denen hochwertige (Dienst-)Leistungen zwischen Unternehmen, Arbeits- und Zulieferm\u00e4rkten sowie Bildungs- und Forschungsinstitutionen ausgetauscht werden. Beim Ausrichten und bei der Entwicklung ihrer Standorte binden sich Unternehmen gem\u00e4ss ihrem Spezialisierungsprofil faktisch immer an solche r\u00e4umlich gegliederten Netzwerke an.&#13;<\/p>\n<h2>Unterschiede im Wettbewerb zwischen Unternehmen und Standorten<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nZwischen dem Wettbewerb der Standorte und dem Wettbewerb der Unternehmen bestehen wichtige Unterschiede. Im Unternehmenswettbewerb geht es um Produkte und Dienstleistungen. Der Standortwettbewerb spielt dagegen nicht auf der Ebene der privaten G\u00fcter, sondern auf der Ebene der \u00f6ffentlichen G\u00fcter, dass heisst der Infrastrukturen, der Rechtsordnung, der Sicherheit oder der Steuern, f\u00fcr die der Staat Verantwortung tr\u00e4gt.Firmen m\u00fcssen sich um ihre innerbetriebliche Effizienz k\u00fcmmern. Standortbeh\u00f6rden sind hingegen f\u00fcr die Attraktivit\u00e4t ihres Standortes verantwortlich. Im wirtschaftlichen Bereich besteht Letztere aus einer soliden makro\u00f6konomischen Politik mit einer hohen Geldwertstabilit\u00e4t und gesunden Staatsfinanzen sowie aus einer mikro\u00f6konomisch ausgerichteten Infrastruktur- und Regulierungspolitik, welche das Umfeld der Unternehmen gestaltet. Dazu geh\u00f6ren die Regulierung von Marktversagen, staatliche Vorleistungen, soziale Versicherungsvorrichtungen, gute Bedingungen f\u00fcr die Produktionsfaktoren sowie offene Wissenssysteme zwischen qualitativ hochwertigen Bildungs- und Forschungseinrichtungen.Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Ursachen der Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Unternehmen teilweise ausserhalb der Unternehmensgrenzen \u2013 n\u00e4mlich bei den Interdependenzen innerhalb von Standorten \u2013 zu suchen sind. Diese sogenannt positiven externen Effekte beg\u00fcnstigen die Konzentration wirtschaftlicher Aktivit\u00e4ten auf ausgew\u00e4hlte Standorte. Positive externe Effekte ergeben sich beispielsweise aus einem qualitativ hochstehenden Arbeits- und Absatzmarkt oder aus der grossen Dichte an potenziellen Zulieferbetrieben. Weitere wichtige Faktoren sind Produzentendienste, N\u00e4he und Zahl der Kundinnen und Kunden sowie ein hochwertiges Angebot von Wissen und Know-how dank Forschungs- und Bildungsinstitutionen. Diese Standortfaktoren werden auch als <i>positive Standortexternalit\u00e4ten<\/i> oder als <i>Agglomerationsvorteile<\/i> bezeichnet. Zu positiven Standortexternalit\u00e4ten kommt es, wenn Aktivit\u00e4ten von Unternehmen oder der \u00f6ffentlichen Hand zu Vorteilen bei Dritten f\u00fchren. Diese Agglomerationsvorteile liegen zwar ausserhalb der Betriebe, sie f\u00fchren aber zu innerbetrieblichen Effizienz- oder Nutzengewinnen.&#13;<\/p>\n<h2>Ziele und Instrumente der Standortf\u00f6rderung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Standortf\u00f6rderung des Bundes soll oben erw\u00e4hnte Standortexternalit\u00e4ten verst\u00e4rken und dadurch die Standortattraktivit\u00e4t erh\u00f6hen beziehungsweise die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der KMU-gepr\u00e4gten Volkswirtschaft steigern. Die <i>\u00fcberbetrieblich<\/i> ausgerichtete Standortf\u00f6rderung unterst\u00fctzt die Zusammenarbeit und Koordination zwischen standortrelevanten Akteuren; ein gutes Beispiel daf\u00fcr ist die Neue Regionalpolitik (NRP) des Bundes oder die F\u00f6rderung von Innovation, Zusammenarbeit und Wissensaufbau im Tourismus (Innotour). <i>Einzelbetrieblich<\/i> ausgerichtete Instrumente stehen allen Unternehmen gleichermassen zur Verf\u00fcgung, um Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Nutzniessenden der Standortf\u00f6rderung zu vermeiden.Die Standortf\u00f6rderung des Bundes muss mit den kantonalen Strategien der Standortentwicklung bestm\u00f6glich koordiniert werden (vgl. <i>Kasten 1<\/i>&#13;<\/p>\n<h3>Standortf\u00f6rderung als gemeinsame Aufgabe Bund-Kantone<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Standortf\u00f6rderung ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Kantonen. Eine erfolgreiche Standortf\u00f6rderung kann nicht durch den Bund \u00abtop down\u00bb verordnet werden, sondern setzt eine enge Abstimmung mit der Wirtschafts- und Standortf\u00f6rderung der Kantone und Regionen voraus. Aus diesem Grund richtet sich die Standortf\u00f6rderung des Bundes entweder auf \u00fcbergeordnete Aufgaben (z.B. administrative Entlastung, E-Government) oder auf Kooperationsaufgaben zwischen Bund und Kantonen aus (z.B. Standortpromotion, touristische Landeswerbung). Die Instrumente des Bundes m\u00fcssen vor einem solchen Hintergrund komplement\u00e4r auf kantonale Instrumente abgestimmt sein. Dies setzt eine r\u00e4umlich differenzierte Ausrichtung der Standortf\u00f6rderung des Bundes voraus. W\u00e4hrend einzelne Instrumente gewissermassen raumneutral sind (z. B. E-Government, Exportf\u00f6rderung), verfolgen andere Instrumente explizit eine r\u00e4umliche Differenzierung (z. B. Neue Regionalpolitik (NRP), Tourismuspolitik). Neben der r\u00e4umlichen Differenzierung kommt aber vor allem auch der Koordination zwischen Bund und Kantonen eine grosse Bedeutung zu. Die Koordination ist in der Standortf\u00f6rderung je nach Aufgabenbereich mehr oder weniger erfolgreich. Diesbez\u00fcglich gut etabliert sind die gemeinsamen Aufgaben in der Tourismuspolitik und in der Neuen Regionalpolitik (NRP). Herausfordernd bleibt die Koordination im Bereich der Standortpromotion (Ansiedlung von ausl\u00e4ndischen Unternehmen in der Schweiz), da sich verschiedene Regionen und Kantone bei der Ansiedlung von ausl\u00e4ndischen Unternehmen in einem ambivalenten Wettbewerbsverh\u00e4ltnis sehen. Wichtige Bereiche der Standortf\u00f6rderung des Bundes werden \u00fcber marktnahe Drittorganisationen umgesetzt, welche durch den Bund \u00fcber Leistungsvereinbarungen gef\u00fchrt werden (z.B. die Osec f\u00fcr die Exportf\u00f6rderung und die Standortpromotion oder Schweiz Tourismus f\u00fcr das touristische Landesmarketing). Die Organisationen k\u00f6nnen \u00fcber die Leistungsvereinbarungen angehalten werden, die Koordination mit leistungsf\u00e4higen und kooperationswilligen Partnern auf (halb-) staatlicher und\/oder auf privater Ebene sicherzustellen.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n); gem\u00e4ss dem bew\u00e4hrten Schweizer Subsidiarit\u00e4tsprinzip sind prim\u00e4r Kantone und Gemeinden f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Territorien verantwortlich. Die aktuellen Fachdebatten innerhalb der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD best\u00e4tigen diese \u00dcberzeugung. Man spricht in diesem Zusammenhang gemeinhin von \u00abguter Gouvernanz\u00bb und zielt auf die optimale Koordination der staatlichen T\u00e4tigkeiten auf Stufe Bund, Kantone, Gemeinden und Regionen ab. Einer \u00abguten\u00bb vertikalen Gouvernanz kommt schon allein deshalb eine besondere Bedeutung zu, weil sich die Schweizer Wirtschaftsr\u00e4ume gem\u00e4ss dem weiter oben erw\u00e4hnten OECD-Territorialexamen der Schweiz in den letzten Jahrzehnten weit \u00fcber die Kantonsgrenzen hinaus entwickelt haben. Der interkantonale Pendlerverkehr zur Verkn\u00fcpfung der regionalen Arbeitsm\u00e4rkte pr\u00e4gt heute den wirtschaftlichen Alltag ebenso wie die \u00fcberkantonalen und internationalen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Unternehmen, ohne welche die wirtschaftliche Entwicklungsf\u00e4higkeit der Firmen nicht mehr gegeben w\u00e4re. Die Standortf\u00f6rderung des Bundes ist alles in allem als wichtige Erg\u00e4nzung der Wirtschafts-, Finanz- und Geldpolitik zu sehen, welche ihrerseits in Abstimmung mit anderen wichtigen Sektoralpolitiken wie Bildungs-, Forschungs- oder Infrastrukturpolitik auf bestm\u00f6gliche staatliche Rahmenbedingungen f\u00fcr die Wirtschaft abzielen. Sie hat zum Ziel, den Strukturwandel zu unterst\u00fctzen und zu erleichtern. Keinesfalls aber soll die Standortf\u00f6rderung den \u00dcbergang zu neuen Strukturen behindern oder private Anbieter konkurrenzieren. Die Standortf\u00f6rderung kann in Massnahmen zur F\u00f6rderung der Standortentwicklung, zur F\u00f6rderung der Standortnutzerinnen und -nutzer und zur F\u00f6rderung der Standortnachfrage eingeteilt werden (vgl. <i>Grafik 1<\/i>).&#13;<\/p>\n<h2>F\u00f6rderung der Standortentwicklung<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nR\u00e4umlich betrachtet ben\u00f6tigen Standorte zun\u00e4chst eine unternehmens- und branchen\u00fcbergreifende Strategie, die unter Ber\u00fccksichtigung der Nachhaltigkeit auf die Sicherstellung m\u00f6glichst g\u00fcnstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen abzielt, aber auch die Bev\u00f6lkerung und nichtwirtschaftliche Institutionen mit einbezieht.F\u00fcr die Entwicklung eines Standortes sind Unternehmertum und Innovation Schl\u00fcsselfaktoren. Innovative Unternehmerinnen und Unternehmer entwickeln neue Produkte und Dienstleistungen oder neue Produktionsverfahren. Sie nehmen Gelegenheiten wahr, die sich aus wirtschaftlichen Gegebenheiten ergeben, und erkennen unternehmerische Chancen f\u00fcr Angebote, die auf den M\u00e4rkten auf rege Nachfrage stossen. Standorte brauchen deshalb eine Kultur der Innovation und des Unternehmertums.Der Bund f\u00f6rdert die Standortentwicklung im Rahmen der Standortf\u00f6rderung \u00fcber die <i>administrative Entlastung<\/i> und das <i>E-Government,<\/i> \u00fcber die <i>Neue<\/i><i>Regionalpolitik (NRP)<\/i> sowie \u00fcber die <i>F\u00f6rderung von Innovation, Zusammenarbeit<\/i> und <i>Wissensaufbau im Tourismus (Innotour).<\/i>&#13;<\/p>\n<h2>F\u00f6rderung der Standortnutzerinnen und -nutzer<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nEin weiterer Bereich der Standortf\u00f6rderung widmet sich der F\u00f6rderung der Standortnutzerinnen und -nutzer. Die Unternehmen und Leistungserbringer am Standort sollen von gezielten staatlichen (Vor-)Leistungen profitieren, die ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit f\u00f6rdern sowie zur Schaffung und Erhaltung von Arbeitspl\u00e4tzen beitragen. Diese Aufgabe wird insbesondere im Rahmen der \u00fcbergeordneten KMU-Politik wahrgenommen. Der Bund unterst\u00fctzt dar\u00fcber hinaus im Rahmen der Standortf\u00f6rderung die Standortnutzerinnen und -nutzer \u00fcber die <i>Exportf\u00f6rderung<\/i> und die <i>Exportrisikoversicherung<\/i> sowie die <i>F\u00f6rderung der Beherbergungswirtschaft.<\/i>&#13;<br \/>\nSiehe Schweiz. Gesellschaft f\u00fcr Hotelkredit, SGH.&#13;<\/p>\n<h2>F\u00f6rderung der Standortnachfrage<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer dritte Aufgabenbereich der Standortf\u00f6rderung widmet sich der F\u00f6rderung der Standortnachfrage. Um im weltweiten Standortwettbewerb erfolgreich bestehen zu k\u00f6nnen, muss sich die Schweiz als wertsch\u00f6pfungsstarker und wissensintensiver Unternehmens- und Tourismusstandort positionieren. Diese Kommunikationsaufgabe wird durch die Promotion des Unternehmens- und Tourismusstandorts \u2013 also durch die aktive Information \u00fcber die Standortvorteile und die Attraktivit\u00e4t der Tourismusregionen und -destinationen der Schweiz \u2013 sichergestellt.Der F\u00f6rderung der Standortnachfrage liegt letztlich die Einsicht zugrunde, dass gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen zwar eine notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzung f\u00fcr einen wettbewerbsf\u00e4higen Unternehmens- und Tourismusstandort darstellen. Ebenso wichtig ist es, zum Beispiel potenzielle Investoren, Know-how-Tr\u00e4ger, Touristinnen und Touristen \u00fcber die Standortvorteile zu informieren.Die F\u00f6rderung der Standortnachfrage stellt wie die F\u00f6rderung der Standortentwicklung und der Standortnutzerinnen und -nutzer eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Kantonen dar. F\u00fcr die Rolle des Bundes in der F\u00f6rderung der Standortnachfrage sind namentlich die folgenden Elemente zentral:\u2013 Die Marke \u00abSchweiz\u00bb wird im Ausland am wirkungsvollsten und vertrauensw\u00fcrdigsten durch den Bund repr\u00e4sentiert;\u2013 Der Bund verf\u00fcgt \u00fcber M\u00f6glichkeiten, die Wirkung der nationalen F\u00f6rderung der Standortnachfrage durch die Einbettung in seine Aussenwirtschaftspolitik nachhaltig zu steigern. \u00dcber den Einbezug des schweizerischen Aussenstellennetzes kann er ausserdem einen effizienten Mitteleinsatz sicherstellen.Indem die F\u00f6rderung der Standortnachfrage des Bundes eine \u00fcbergeordnete nationale Perspektive verfolgt, nimmt sie eine wichtige Koordinationsaufgabe gegen\u00fcber den durch regionalen Standortwettbewerb gepr\u00e4gten Aktivit\u00e4ten der Kantone wahr. Der Bund f\u00f6rdert die Standortnachfrage insbesondere durch die <i>Standortpromotion<\/i><i>der Osec<\/i> sowie durch die <i>touristische Landeswerbung<\/i><i>von Schweiz Tourismus<\/i>.&#13;<\/p>\n<h2>Umfassende Botschaft \u00fcber die Standortf\u00f6rderung 2012\u20132015<\/h2>\n<p>&#13;<br \/>\nDer Bundesrat hat am 23. Februar 2011 dem Parlament die Botschaft \u00fcber Standortf\u00f6rderung 2012\u20132015 \u00fcberwiesen. Der Weg war nicht einfach; der Aufwand hat sich aber gelohnt: Nach einem Zwischenschritt im Jahr 2007 wird dem Parlament zum ersten Mal eine vollumf\u00e4ngliche Gesamtschau \u00fcber alle Instrumente der Standortf\u00f6rderung des Bundes vorgelegt. War es zwischen 2003 und 2007 schon fast an der Tagesordnung, w\u00e4hrend den Sessionen der Bundesversammlung einmal \u00fcber die Finanzierung der Exportf\u00f6rderung, ein anderes Mal \u00fcber die Verl\u00e4ngerung von Innotour und sp\u00e4ter dann \u00fcber die Ausrichtung des Tourismusmarketings zu sprechen, k\u00f6nnen nun die eidg. R\u00e4te alle vier Jahre \u00abeine Standortf\u00f6rderung aus einem Guss\u00bb beraten.&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nGrafik 1: \u00abAufgabenbereiche der Standortf\u00f6rderung\u00bb&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\nKasten 1: Standortf\u00f6rderung als gemeinsame Aufgabe Bund-Kantone&#13;<\/p>\n<h3>Standortf\u00f6rderung als gemeinsame Aufgabe Bund-Kantone<\/h3>\n<p>&#13;<br \/>\nDie Standortf\u00f6rderung ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Kantonen. Eine erfolgreiche Standortf\u00f6rderung kann nicht durch den Bund \u00abtop down\u00bb verordnet werden, sondern setzt eine enge Abstimmung mit der Wirtschafts- und Standortf\u00f6rderung der Kantone und Regionen voraus. Aus diesem Grund richtet sich die Standortf\u00f6rderung des Bundes entweder auf \u00fcbergeordnete Aufgaben (z.B. administrative Entlastung, E-Government) oder auf Kooperationsaufgaben zwischen Bund und Kantonen aus (z.B. Standortpromotion, touristische Landeswerbung). Die Instrumente des Bundes m\u00fcssen vor einem solchen Hintergrund komplement\u00e4r auf kantonale Instrumente abgestimmt sein. Dies setzt eine r\u00e4umlich differenzierte Ausrichtung der Standortf\u00f6rderung des Bundes voraus. W\u00e4hrend einzelne Instrumente gewissermassen raumneutral sind (z. B. E-Government, Exportf\u00f6rderung), verfolgen andere Instrumente explizit eine r\u00e4umliche Differenzierung (z. B. Neue Regionalpolitik (NRP), Tourismuspolitik). Neben der r\u00e4umlichen Differenzierung kommt aber vor allem auch der Koordination zwischen Bund und Kantonen eine grosse Bedeutung zu. Die Koordination ist in der Standortf\u00f6rderung je nach Aufgabenbereich mehr oder weniger erfolgreich. Diesbez\u00fcglich gut etabliert sind die gemeinsamen Aufgaben in der Tourismuspolitik und in der Neuen Regionalpolitik (NRP). Herausfordernd bleibt die Koordination im Bereich der Standortpromotion (Ansiedlung von ausl\u00e4ndischen Unternehmen in der Schweiz), da sich verschiedene Regionen und Kantone bei der Ansiedlung von ausl\u00e4ndischen Unternehmen in einem ambivalenten Wettbewerbsverh\u00e4ltnis sehen. Wichtige Bereiche der Standortf\u00f6rderung des Bundes werden \u00fcber marktnahe Drittorganisationen umgesetzt, welche durch den Bund \u00fcber Leistungsvereinbarungen gef\u00fchrt werden (z.B. die Osec f\u00fcr die Exportf\u00f6rderung und die Standortpromotion oder Schweiz Tourismus f\u00fcr das touristische Landesmarketing). Die Organisationen k\u00f6nnen \u00fcber die Leistungsvereinbarungen angehalten werden, die Koordination mit leistungsf\u00e4higen und kooperationswilligen Partnern auf (halb-) staatlicher und\/oder auf privater Ebene sicherzustellen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wirtschaftsregionen der Schweiz sind einem dauerhaften, internationalen Standortwettbewerb ausgesetzt. Um den damit zusammenh\u00e4ngenden Strukturwandel bestm\u00f6glich zu meistern, erg\u00e4nzt die Standortf\u00f6rderung des Bundes gezielt die wirtschafts- und standortpolitischen Massnahmen der Kantone durch F\u00f6rderung der Standortentwicklung, F\u00f6rderung der Standortnutzerinnen und -nutzer sowie F\u00f6rderung der Standortnachfrage. Dadurch ausgel\u00f6ste positive Standortexternalit\u00e4ten erh\u00f6hen die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der r\u00e4umlich verankerten Unternehmen. 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